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Jahreszeiten in Schweden erleben

Gerade habe ich beim Lesen der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) etwas Neues gelernt, weil ich noch nie im Frühjahr in Schweden war. Bisher habe ich Schweden stets im Sommer und im Herbst besucht.

Ein Höhepunkt war die Teilnahme an der Elchjagd im Dorf Nusnäs am Siljansee. Ich begnüge mich allerdings stets mit meiner Kameraausrüstung, um etwas zu schießen, obwohl ich als Angler natürlich immer einen Jagdtrieb in mir verspüre. Überschreite ich wandernd oder radelnd einen Fluss, schaue ich bei klarem Wasser von der Brücke in die Tiefe, ob ich eine Forelle oder einen Wels entdecke.

In Dalarna trafen wir uns einige Tage lang stets in der Frühe auf einem Parkplatz, wo Jagdleiter Lennart die Plätze ausloste, von denen aus die Jäger Ausschau nach Elchen hielten. Dies ist im Vergleich zu einer Treibjagd ein relativ sicheres Verfahren, damit niemand aufeinander schießt. Ich war ziemlich erleichtert, das zu erfahren, denn mein Vater, der früher selbst auf Jagd ging, hatte mich vor den Gefahren einer Kugel gewarnt, die sehr weit fliegen kann. Einzige Treiber waren mit gelben Mützen versehene Hundeführer, die Tiere aufstöbern sollten und auch die Jäger an ihren Plätzen per Funk informierten, wo sie sich gerade befanden. so wussten wir, dass in den nächsten Minuten jemand am Waldrand erscheinen konnte. Und es war mir auch lieber, Elche zu jagen als Bären, was ziemlich gefährlich ist, denn ein verletzter Bär verteidigt sich.

Ich hatte das Glück, mit Lennart losziehen zu können, der alle Wege im Wald kannte und sich trotz seines fortgeschrittenen Alters ungemein behende durchs Gestrüpp am Boden fortgewegte, so dass ich zeitweilig Mühe hatte mitzuhalten. An unseren Plätzen im Wald zündete er immer ein schönes Feuer an, an dem wir mitgebrachtes Fleisch rösteten und es uns gut gingen ließen. So konnte ich auch sehen, wie es ihm selbst im Regen gelang, ein Feuer anzuzünden. Zur Jagd sei es sogar gut, ein Feuer zu haben, meinte er. Denn dann könnten einen Elche durch den Rauch nicht gut riechen.

 

Ich trug einen Jagdanzug, den mir Nils geliehen hatte, der für eine Tischlerei arbeitete, in der die berühmten Dalapferdchen geschnitzt werden. In diesem Jahr nahm er nicht an der Jagd teil. Daher war ich während der Stunden im kalten Wald gut geschützt, denn nachts fror es schon im Oktober. Ich sah Blätter von Birken langsam zu Boden fallen, beobachtete kleine Vögel, sah leider keinen Wolf oder Bären in der Zeit, worauf ich natürlich gehofft hatte. Ein anderer Jäger sah aber einen Wolf in der Zeit, was sehr schwierig ist, denn sie sind sehr scheu.

Beinahe gab ich die Hoffnung schon auf, aber am letzten Tag tauchte dann doch eine Elchkuh mit einem Kalb auf. Aber Lennart sah sie nicht, obwohl ich ihm Zeichen machte. Sie verschwand im Wald. Ich freute mich für Mutter und Kind.

Sollte ich aber mal im Frühjahr nach Schweden kommen, werde ich mir auf jeden Fall auch den ersten Auftritt der Kühe auf der Weide anschauen, der ein Ereignis sein soll. Allerdings gibt es auch Proteste dagegen. Wer mehr darüber wissen will, sollte jetzt den Artikel in der NZZ lesen.

https://www.nzz.ch/panorama/tierschutz-in-schweden-debatten-ueber-weidegang-von-kuehen-ld.1476264

Streit über die Gestaltung der Museumsmeile in Madrid

Lange habe ich es versäumt, in einem Museum nicht nur den Exponaten meine Aufmerksamkeit zu schenken, sondern mir auch die äußere Gestaltung des Gebäudes anzuschauen. Wahrscheinlich geht es den meisten so. Erst vor kurzem wurden mir bei einem Besuch in Lille die Augen geöffnet, dass sich eine Umrundung lohnen kann. Nicht selten ist Architekten etwas Besonderes eingefallen, um einmal einem Museum etwas Einladendes zu verleihen, andererseits etwas für die Bewahrung der Kunstwerke zu tun.

Als ich das LaM in Lille besuchte – ein Museum für moderne Kunst, zeitgenössische Kunst und Art brut – fiel mir auf, dass das Haus aus zwei Flügeln mit unterschiedlichen Fassaden bestand. Der linke wurde in den 1970er-Jahren gebaut, der rechte Flügel wurde erst 2009 in völlig neuem Stil errichtet. Der rote Backstein des linkes Flügels bildet einen Kontrast zum weiß gestrichenen Beton des rechten.
Der Architekt des linken Flügels könnte ein Kubismus-Adept sein, während der rechte Flügel deutlich an den mozarabischen Stil erinnert. Der Spanien-Kenner sieht, dass die Wände mittelalterlichen Kirchen in Asturien und Galizien ähneln, die maurische Gestaltungselemente übernommen haben. Diese Bauweise wirkt in Nordfrankreich fremd. Tagsüber fallen Lichtflecken in das Gebäudeinnere. Wenn das Licht nachts eingeschaltet wird, leuchten die Wände fast wie magische Laternen nach außen. Der aufgebrochene Beton nimmt dem Gebäude das Brutale.

LAM außerhalb von Lille

Seitdem interessiert mich nicht nur bei Museen, sondern auch bei vielen anderen Gebäuden die Gestaltung und die Einbindung in die Umgebung. Wird dem Bürger und dem Reisenden eine angenehme Aufenthaltsqualität geboten? Oft denken Städte bei neuen Gebäuden nur an den Konsum.

Was derzeit in Madrid in der Museumsszene abgeht, findest Du in einem neuen Artikel der Neuen Zürcher Zeitung. Dort streiten die Bürger unter anderem über die Gestaltung des Prado. Viel Freude beim Lesen.

https://www.nzz.ch/feuilleton/der-paseo-der-prado-in-madrid-ein-potenzielles-weltkulturerbe-ld.1477476

Auf den Spuren des Dichterfürsten Federico Garcia Lorca

Als ich in Barcelona Katalanisch lernte, wurde an der Universität auch ein Theaterstück Federico Garcia Lorcas aufgeführt. Natürlich besuchte ich die Aufführung der Studentengruppe, verband ich damals Spanien unbedingt mit einem der größten Dichter des Landes. “Bluthochzeit” zählt zu seinen bekanntesten Werken. Vom Stück selbst verstand ich damals nicht viel, denn so gut war mein Spanisch noch nicht. Aber es war meine erste Begegnung mit dem in Andalusien lebenden Poeten.

Als es im Januar einige freie Tage gab, beschlossen ich und der aus London stammende Freund Declan, nach Andalusien zu fahren. Schöne Fotos faszinierten uns: Alhambra in Granada, Mezquita in Córdoba, Kathedrale in Sevilla. Wir fuhren einfach mit dem Zug los, uns etwas aufs Glück verlassend, eine Unterkunft vor Ort zu finden.

Als wir in Granada eintrafen, waren wir erstaunt, dass dort sogar Wasser auf der Straße gefror. Obwohl im Süden gelegen, kann es auch in Andalusien sehr kalt werden. Wir fanden ein freies Zimmer bei einem älteren Paar im Zentrum der Stadt. Von dort aus nahmen wir uns als erstes die Alhambra vor, marschierten den Hügel zu Fuß herauf, fanden es äußerst exotisch, wegen des Gartens, der Wasserspiele und des Blickes über die Umgebung.

Aber noch viel mehr rührte uns, dass der letzte Maurenkönig viele Tränen vergossen haben soll, als er Granada im Jahre 1492 verlassen musste. Wir konnten seine Trauer aufgrund der schönen Umgebung gut verstehen. Damit war auch die Reconquista der katholischen Könige abgeschlossen. Es gab kein arabisches Kalifat mehr.

In Granada besichtigten wir auch die berühmten Höhlen, in denen wirklich Menschen leben. Sie haben Löcher in den Berg gegraben, nutzen die Erdwärme und haben sich dort richtige Wohnungen eingerichtet. Viele Aussteiger, auch aus dem Ausland, haben sich dort niedergelassen.

In der Nähe liegt mit Fuente Vaqueros ein Dorf, in dem Garcia Lorca auf die Welt kam. Leider waren wir an einem Montag dort, so dass das Museum geschlossen war. Im Ort selbst war sonst sehr wenig los, so dass wir zu Fuß zu einem kleinen Park liefen, der dem großen Dichter gewidmet war. Dort standen Tafeln mit Zitaten aus seinen Werken. Wir lassen sie uns gegenseitig vor und ich filmte das Szenario.

Ich erinnere mich vor allem noch an den berühmten Vers “Verde que yo te quiero verde” – Grün wie ich dich liebe grün” aus der Romance Sonámbulo. Ich war unendlich traurig, dass man Garcia Lorca in dieser Gegend einfach erschossen hatte und versuchte mir vorzustellen, was sich damals in der Serra abgespielt hatte. Seine sterblichen Überreste hat man bis heute nicht gefunden

Aber nach der Rückkehr nach Barcelona freute ich wiederum darüber, wie gerührt Freunde waren, dass wir den Park besucht und Verse aus seinen Werken zitiert hatten. Sie sahen einfach, dass wir uns sehr für die Kultur ihres Landes interessierten. Nach einigen Reisen mehr, hörte man dann auch von ihnen, dass wir ihr Land besser kennten, als sie selbst. Ein befreundetes Paar reiste dann auch selbst nach Andalusien, um auf unseren Spuren zu wandeln.

Wer mehr über das heutige Verhältnis der Spanier zum Dichterfürsten erfahren will, sollte den soeben publizierten Artikel in der Zeit lesen, den ein aus Granada stammender Journalist verfasst hat. Viel Freude beim Lesen!

Artikel Garcia Lorca

Schönes aus dem Urlaub mit nach Hause nehmen

Schöne Lampe, ein interessantes Buch, ein stylischer Nachttischschrank. Nicht nur einmal ist es mir passiert, dass ich in einem Hotel übernachtete und mir ein Gegenstand so gut gefiel, dass ich ihn am liebsten mitgenommen hätte. Doch er gehörte natürlich zum Inventar, so dass ich auch nie auf die Idee kam, den Inhaber zu fragen, ob ich ihn kaufen könnte.

Aber Moritz Herrmann, Autor der Süddeutschen Zeitung, entdeckte in Stockholm ein Hotel, in dem man alles aus einem Hotelzimmer kaufen kann – sogar das Bett. In einem kurzen Text stellt er dieses Hotel vor.

Mehr Infos findest Du unter

Hotel Stockholm

Lange Strände mit türkisfarbenem Wasser

Gerade hat die französische Zeitschrift Vogue einen Artikel über 17 schöne Strände in Frankreich publiziert. Vielleicht ist ja einer für Dich dabei, an dem Du gerne Deinen nächsten Urlaub verbringen würdest.

Geradezu verlockend wirken die Fotos vom Strand Pointe de Saint-Hernot in der Bretagne und vom Strand D‘Etretat in der Normandie. Die Namen aller Strände sind im Text gefettet und so leicht ohne Französischkenntnisse zu erkennen, so dass sich eine Übersetzung ins Deutsche erübrigt.

Doch rate ich dazu, im Netz weitere Fotos vom Urlaubsziel anzuschauen. Denn oft werden solche Bilder von Agenturen kostenlos zur Verfügung gestellt und stammen leider oft nicht von verantwortungsvoll arbeitenden Reisejournalisten. So sind dann zum Beispiel hässliche Häuser und Hotels oder Straßen in der näheren Umgebung nicht auf Agenturbildern zu sehen. Ich kenne innerhalb Europas nur wenige wirklich unverbaute Strände.

Auch auf die Wassertemperatur würde ich vorab im Netz schauen. In Galizien oder selbst in Algarve gibt es Abschnitte mit kalten Strömungen, die selbst im Hochsommer nicht gerade zum Baden einladen. Da ist manchmal das Kattegat in Dänemark an sonnigen Tagen wärmer als in Südeuropa.

Weitere Infos findest Du unter

17 schöne Strände in Frankreich

Sauberkeit spanischer Urlaubsziele untersucht

Galizier gelten in Spanien als fröhliches Volk. Als ich vor einigen Monaten in Santiago de Compostela gastierte, waren die Bars abends im Zentrum immer gut gefüllt. Es war schwierig, einen Platz zu bekommen. An vielen Orten wird musiziert. Noch heute nimmt der Dudelsack eine hervorragende Rolle ein. Das liegt nicht nur daran, dass Santiago eine wichtige Pilgerstadt ist und daher viele Menschen aus der ganzen Welt tagtäglich in der Stadt eintreffen.

Ähnlich gepolt sind auch die Menschen in Städten wie A Coruña oder Ourense. Es lohnt sich also immer, Galizien zu besuchen.

Doch wie ist es um die Sauberkeit der galizischen Städte bestellt? Für jeden, der froh gelaunt am Urlaubsort ankommt, ist es enttäuschend, am Urlaubsort anzukommen und unangenehme menschliche Hinterlassenschaften vorzufinden.

Die Tageszeitung „La Voz de Galicia“ veröffentlichte jetzt einen Artikel über die Sauberkeit in 60 spanischen Städten. Die saubersten drei sind Oviedo, Bilbao und die galizische Stadt Vigo an der Westküste. Für die Untersuchung zeichnet die Organiza- ción de Consumidores y Usuarios (OCU) verantwortlich.

Hingegen schneiden die große Hafenstadt A Coruña und das beschauliche Städtchen Lugo relativ schlecht ab. Lugo hat sich demnach sogar noch verschlechtert in den vergangenen Jahren, Vigo hingegen verbessert. Die erste Studie darüber wurde bereits 1995 veröffentlicht. Die letzte Untersuchung ist gerade einmal vier Jahre her.

Der Verfasser des Zeitungsartikels sieht eine Ursache für die Sauberkeit in der Bereitschaft der Städte, in die Sauberkeit zu investieren. So gibt die oben platzierte Stadt Vigo 71 Euro pro Einwohner aus, während A Coruña mit 43 Euro deutlich niedriger liegt.

Hauptärgernisse in A Coruña sind wilde Graffiti und Plakate an Häusern und Mauern sowie Exkremente auf den Wegen. Aber auch schlechte Müllbeseitigung werden bemängelt und die mangelnde Pflege der Grünanlagen. Ebenso wird die Vernachlässigung der Außenviertel der Stadt genannt. Hingegen schneidet die Qualität der Luft in der Bewertung durch die Einwohner erstaunlich gut für eine Stadt dieser Größe ab, die zumal sie ein wichtiger Industriestandort ist.

Schlecht schneidet auch die alte Römerstadt Lugo ab, durch die auch manch ein Jakobspilger auf dem Weg nach Santiago kommt. Die „Stadt der römisch-antiken Mauern“ erhält nur bei der Bewertung der Luftqualität gute Noten, bemängelt werden aber auch wieder die Sauberkeit der Straßen und wie in A Coruña die Instandhaltung der Parkanlagen. Ähnlich schlecht bewertet wird auch die das Vorhandensein von Exkrementen und die schlechte Müllbeseitigung.

Etwas besser scheint es hingegen in Städten wie Pontevedra und Ourense auszusehen. Die liegen ungefähr in der Mitte der 60 bewerteten Städte. Ourense hat aber auch eine sehr attraktive Altstadt, in der Jakobspilger ihre Glieder kostenlos in das Wasser einer Thermalquelle ausstrecken können. Die Sauberkeit in Pontevedra wird wohlwollend zur Kenntnis genommen. Ohnehin muss sich dort in den vergangenen Jahren einiges getan haben, denn die Stadt machte im Ranking einen erheblichen Satz nach vorne.

Dies trifft auch auf die baskische Metropole Bilbao zu, ebenfalls wie A Coruña eine alte Industriestadt. Bilbao machte von allen untersuchten Städten den größten Sprung nach vorne. In Ourense sieht es etwas schlechter aus. Gut schneidet wiederum die Luftqualität ab. Lediglich in Lérez ist man mit der Sauberkeit und dem Zustand der Grünanlagen sehr zufrieden; allerdings stört die Einwohner der Anblick von Kot erheblich.

Weitere Infos findest Du unter Sauberkeit in spanischen Städten

Angra do Heroísmo – unbekannte Hauptstadt Portugals

Es tut immer wieder gut, etwas für die Allgemeinbildung in Landeskunde zu tun. Da mir der Artikel in der katalanischen Tageszeitung „La Vanguardia“ über Atlantikveien in Norwegen doch zu PR-lastig erschien, entschied ich mich heute für einen historischen Text.

Das empfehlenswerte portugiesische Magazin „Vortex“ hat einen Artikel über eine unbekannte Hauptstadt Portugals publiziert.

Die meisten Portugiesen, so der ungenannte Verfasser, wüssten, dass Guimarães die erste Hauptstadt das Landes gewesen sei. Aber nur wenige wüssten, dass es insgesamt fünf Hauptstädte in der langen Geschichte des Landes gegeben habe. Von all diesen lag mit Angra do Heroísmo auf den Azoren eine richtig weit draußen im Atlantik, was zweimal der jeweiligen historischen Situation geschuldet war. Ebenfalls in Übersee lag die Hauptstadt Rio de Janeiro, worauf der Verfasser allerdings nicht näher eingeht. Sie war Hauptstadt während des Überfalls Frankreichs auf Portugal unter Napoleon, dessen Raubzügen in Europa Millionen von Toten zum Opfer fielen. Guimarães, Coimbra und Lissabon waren und sind weitere Hauptstädte.

Beim ersten Mal sei Angra Hauptstadt während der von den Portugiesen so bezeichneten Epoche der spanischen Invasion gewesen. António I. von Portugal wollte die Ansprüche des spanischen Königs Philipp II. auf den Thron nicht anerkennen und baute zwischen 1580 und 1582 eine Regierung auf den Azoren auf. Philipps Macht reichte nicht bis dorthin. Beim zweiten Mal war sie Hauptstadt während der Kriege zwischen absolutistischen und liberalen Kräften in Portugal im so genannten Miguelistenkrieg: Zwischen 1832 und 1834 bekämpften sich Anhänger des Königs Miguel und Anhänger des ehemaligen Königs Pero und dessen Tochter Maria II..

Angra liegt auf der Insel Terceira und war ein wichtiger Hafen zwischen dem 15. und dem 19. Jahrhundert. Ihre vor gut 400 Jahren errichteten Festungen von São Sebastião und von São João Baptista seien einzigartige Beispiele der damaligen Militärarchitektur gewesen. Und sie zeigten, was herauskomme, wenn man Architektur, Technologie und Landschaft miteinander verbinde, schreibt Vortex. Angra bestehe seit 1474. 1534 erhielt sie Stadtrechte. Die Kleinstadt sei ab dem Jahre 1584 die erste europäische Stadt des Atlantiks gewesen und „die Erweiterung neuer geografischer und kultureller Horizonte im Zuge der portugiesischen Entdeckungen” gewesen.

Ihr Hafen habe der Stadt einen großen Entwicklungsschub gegeben, zumal dieser auch eine enorme strategische Bedeutung zwischen dem 15. und dem 19. Jahrhundert genossen habe. Er habe gut den Übergang vom Mittelalter in die Neuzeit abgebildet. Dort hätten die zwischen Südamerika, Afrika und Indien kreuzenden portugiesischen Schiffe über Jahrhunderte einlaufen können, was auch eine Ursache für den Erhalt des portugiesischen Imperiums gewesen sei.

Ein starkes Erdbeben am 1. Januar 1980 allerdings erforderte einige Instandsetzungsarbeiten. Seit Dezember 1983 sei die Stadt als Weltkulturerbe anerkannt.

Weitere Infos findest Du hier:

Unbekannte Hauptstadt Portugals

Männerspaß auf schwedischem Eis

Das Leben der Nordeuropäer im Winter kennenzulernen, hat einen besonderen Reiz. Es ändert sich rapide für Reisende, die es eher gewohnt sind, im Sommer in den Norden zu fahren. Man sieht viel vom normalen Alltagsleben, wenn man Fischer bei der Arbeit oder Schulkinder auf Schlitten heimkommen sieht. Aber auch Erwachsene sind in den Städten mit Schlitten unterwegs. Eine einschneidende Erfahrung war es für mich, mit einem Leihwagen auf Spikes durch die Winterlandschaft zu fahren. Mit einem Freund erkundete ich Lofoten und Vesterålen. Das Eis auf den Straßen war noch im März auf manchen Straßen zentimeterdick, die Mittelspur gerade nachts schwer zu erkennen, erst recht, wenn einem Schneepflüge und mit Fisch beladene Lkw entgegen donnerten. Seitlich war alles zugeschneit, der Rand nur durch rote Pflöcke zu erkennen. Nachdem ich einmal den Wagen in eine Schneewehe gefahren hatte, übergab ich Tobias das Steuer, der den Bogen eher heraushatte, viel sicherer fuhr.

Eher würde es mich locken, es wie Gavin Haines zu machen, der sich kürzlich zum Training mit dem Auto auf einen zugefrorenen See in der Nähe von Jokkmokk begab. Ziemlich schnell verlor auch der Autor der englischen Zeitung „The Telegraph“ die Kontrolle übers Fahrzeug, als er seine erste Rally fuhr. Er fuhr so schnell, dass auch er in eine Schneewehe geriet. Die Türen des Allradfahrzeugs ließen sich nicht mehr öffnen. Er und sein Ausbilder, der professionelle Rallyfahrer Per-Erik Niemi, mussten durch die Fens- ter steigen.

Der Autor gibt sich selbst die Schuld daran, denn er habe nicht auf die Warnungen seines Ausbilders gehört, doch bitteschön langsamer zu fahren. Aber er habe sich eben wie ein Mann verhalten, seine eigenen Fähigkeiten total überschätzend, sich sogar für unbesiegbar haltend. Für Niemi war es also nur eine Frage der Zeit, bis es zu dem Malheur kam: „I was waiting for that to happen.” Bis der Abschleppwagen gekommen sei, um das Fahrzeug herauszuziehen, habe es genug Zeit gegeben, sich den Schaden anzuschauen.

Wie es Haines erging und wo Du Dich für den nächsten Winter selbst zur Rally anmelden kannst, erfährst Du hier.

Männerspaß auf schwedischem Eis

Porto – anregende Kulisse für Rowlings Harry Potter

Es ist immer wieder inspirierend, sich Reiseseiten ausländischer Medien anzuschauen. Denn sie vermitteln oft eine andere Perspektive auf Urlaubsorte. Somit bietet sich eine gute Chance, den Urlaub etwas anders zu verbringen als die Mehrheit der Deutschen und sie vom Mainstream abzuheben.

Dieser Tage empfiehlt die dänische Zeitung Berlingske einen Aufenthalt in Porto, die Hauptstadt des Douro-Tals. Die Autorin Elsebeth Mouritzen verweist zunächst auf die üblichen Klischees wie zum Beispiel Portwein und die Kachelkunst in und an den Gebäuden der Stadt. Doch Porto könne es auch mit Lissabon aufnehmen, was Kunst, Architektur und Folklore angehe.

Da ich mich nicht zu den Harry Potter-Fans zähle, ist mir bisher entgangen, dass die Livraria Lello, ein über 100 Jahre altes Buchgeschäft, J.K. Rowling für die Beschreibung von Hogwarts inspiriert haben soll. Rowling lebte demnach in Porto Anfang der 1990er Jahre. Dort unterrichte sie an einer Abendschule Englisch und verfasste tagsüber Bücher.

Anregend fand die Autorin vor allem das Interieur des Geschäftes wie geschwungene Treppen, dunkle Säulen, geschnitzte Regale und farbige Glasmosaiken. Da dies auch zahlreiche Potter-Fans angezogen habe, habe man sich ab dem Jahre 2015 entschieden, für den Besuch der „schönsten Buchhandlung der Welt“ Eintritt zu nehmen. Denn viele kämen nur, um das Geschäft zu besichtigen. Der Eintritt werde allerdings mit dem Kauf eines Buches verrechnet.

So offenbar inspiriert besuchte die dänische Journalistin das Serralves-Museum, dessen Hauptattraktion eigentlich ein 18 Hektar großer Park sei. Gestaltet habe ihn der berühmte französische Architekt Jacques Gréber. Aber interessanter fand sie offenbar eine Art déco-Villa aus den 1930er Jahren. Diese ergänze das moderne Hauptgebäude und stehe als Kunstwerk für sich selbst. In der gebe es wechselnde Ausstellungen zu sehen. Die moderne Abteilung im Hauptgebäude habe der Architekt Álvaro Siza gestaltet und ihr einen monumentalen kubistischen Stil verliehen. Dort präsentiere man neueste Kunst, die soziale und künstlerische Veränderungen in Portugal und weltweit wider- spiegele. Erst 1999 eröffnet, habe das Museum heute schon den Rang erarbeitet, Portugals bedeutendstes Museum für neuzeitliche Kunst zu sein.

Portos Zentrum besticht ohnehin durch seine historische Altstadt. Wen wundert es dann, dass das Centro Português de Fotografia in einem Palais aus dem Jahre 1767 untergebracht ist, das mitunter sogar bis zur Nelkenrevolution 1974 als Gefängnis gedient hat. Danach sei es restauriert worden mit dem Ziel dort in Dauer- und Wechselausstellungen die Geschichte der Fotografie zu präsentieren. Selbstverständlich seien dort auch Porträts der Insassen zu sehen.

Mehr Infos und Fotos findest Du unter Berlingske Kulisse für Harry Potter

Portugiesische Architektur vom Feinsten

Selten liest und hört man etwas über hervorragende portugiesische Architekten. Doch es gibt sie. So wie es dem Land auch immer wieder gelingt, hervorragende Schriftsteller hervorzubringen.

20 Architekten aus Portugal legten nun der Jury des Mies-Van-Der-Rohe-Preises ihre Arbeiten vor, der Dorte Mandrup,George Arbid, Angelika Fitz, Ștefan Ghenciulescu, Kamiel Klaasse, María Langarita und Frank McDonald angehören. Sie rivalisieren mit einer ganzen Reihe anderer Architekten um den bedeutendsten europäischen Preis. Es gingen sage und schreibe 383 Arbeiten ein. In dieser Jury möchte ich kein Mitglied sein.

Wie die portugiesische Zeitung Diário de Noticias berichtet, wird der Sieger am 7. Mai in Barcelona bekannt gegeben. Dort sitzt auch die Stiftung, die den mit 60.000 Euro dotierten Preis vergibt. Bereits einmal gewonnen hat der Portugiese Álvaro Siza Vieira. 1988 wurde er für das Bankgebäude der Banco Borges e Irmão in Vila do Conde ausgezeichnet.

Andere bekannte Namen sind Norman Foster (1990), Rafael Moneo (2001), Zaha Hadid (2003) und Rem Koolhaas (2005).

Die interessanten Arbeiten der Portugiesen kannst Du Dir unter diesem Link anschauen:

Portugiesische Architektur vom Feinsten

Geometrische Formen aus der Luft

Tangenten, Dreiecke, Vierecke – wer mit einer Drohne von oben auf eine Stadt schaut, kann verblüffende geometrische Muster entdecken.

Der Fotograf Márton Mogyorósy schickte seine Drohne über die Dächer einer meiner Lieblingsstädte – Barcelona. Dort studierte ich über Erasmus Katalanisch. Es ergab sich auch mal die Gelegenheit, auf Einladung eines Menschen aus Mauritius, Tee auf einem Dach in der Altstadt Tee zu trinken.

Ich konnte wunderbar enthoben dem dichten Treiben in den Gassen zuschauen, vor dem ich bei meinem ersten Aufenthalt in Barcelona noch Angst vor Gewalt hatte, denn unvergessen war in mir noch der Anblick eines blutüberströmten Mannes geblieben, der vor dem Hauptbahnhof Sants lag. Ich ging da noch zur Schule. Ebenso trieben damals viele Taschendiebe ihr Unwesen in den Gassen und auf der Plaza Real; ein übriges taten die gespenstische Schatten auf die Hauswände werfenden Flammen der Hähnchengrills dazu. Einem Taschendieb gelang es auch, mir in einem Café die Geldbörse zu entwenden, doch er war zu langsam für mich. Ein echter Tollpatsch!

Zuerst verständigten wir das Personal, während er sich noch auf dem Stuhl hinter mir wegdrehte, dann stellte ich den jammernden Strolch, der mir die Börse wieder zurückgab. Großzügig ließ ich den Mann laufen, obwohl er in der unteren Etage von zwei kräftigen Kerls festgehalten wurde. Manche Katalanen beklagten sich dann bei mir, warum ich nicht die Polizei gerufen hätte, dann hätte man ihn nach Nordafrika zurückschicken können. Doch für mich war er nur ein schlechter Taschendieb!

Ganz oben kann einem nichts passieren. Nur der Himmel kann Dir auf den Kopf fallen. Die spanische Zeitung El Pais hat einige beeindruckende Drohnenfotos des Fotografen Márton Mogyorósy veröffentlicht. Hier der Link:

Barcelona – Architektur von oben

Eiland der Abenteuer und der Freiheit

Abgeschiedenheit, Abenteuer, Abstand, viel Wasser – das verbinde ich mit Urlaub auf einer Insel. Es kommt nicht darauf an, ob sie im Meer oder in einem See liegt.

Mein erstes Mal war auf einer winzigen Insel auf einem norwegischen See in der Nähe von Elverum. Der Ort liegt nordwestlich von Oslo, nahe der schwedisch-norwegischen Grenze. Meine Eltern mussten nach der Ankunft immer den Wagen am Seeufer abstellen. Einer von uns ruderte die ganze Familie nach einem Ausflug auf dem Festland immer zur Insel. Es war schon ein komisches Gefühl, das Fahrzeug stets zurückzulassen. Wir trennten uns richtig vo Wagen.

Die Insel war sogar bewaldet. Der Steg lag am Ufer. Das Holzhaus habe ich als dunkel in Erinnerung. Als abenteuerlich empfand ich vor allem den Eiskeller unter dem Haus. Selbst mitten im Sommer fror es darin, aber es war damals auch ein kühler Sommer.

Bis heute verstehe ich nicht, wie es mir trotz der Kälte gelang, des öfteren Schwimmflossen anzuziehen, eine Taucherbrille aufzusetzen und dann ins Wasser zu gleiten, um mir die Unterwasserwelt anzuschauen. Mich interessierten vor allem die Fische – Barsche und Hechte hauptsächlich. Es hätte mich nicht gewundert, wenn ich dabei auch dem Ungeheuer von Elverum begegnet wäre.

Meine Mutter hingegen fror ständig und kehrte nach diesem Kälteurlaub nie wieder nach Norwegen zurück. Norwegen hatte sich für sie erledigt. Ich bin hingegen dem Land bis heute sehr verbunden.

Von der Welt trennt man sich auf einer Insel ziemlich, was sehr angenehm ist; man gerät aber auch in Abhängigkeit. Von manchen Inseln fährt nur einmal am Tag eine Fähre zum Festland. Wer die verpasst, kann erst am nächsten Tag wieder zurückkehren.

In Nordnorwegen, ich glaube, es war Vesterålen, besuchte ich mal eine winzige Insel, fuhr morgens auf einem Postschiff hin, das auch Passagiere mitnahm. Ich meldete mich beim Kapitän ab und sagte ihm, dass ich nachmittags wieder zurück am Kai sei. Bei der kleinen Insel kein Problem, dachte ich. Da das Gelände aber morastiger und hügeliger war, als erwartet, zog sich meine Rückkehr hin, und eine lustige Zeit mit anderen Passagieren hatte ich auch verbracht. Ich sah das Boot später von oben schon auf dem Weg zum Hafen, eilte zum Kai und erfuhr, dass der Kapitän schon ganz besorgt gewesen sei ob meiner nicht erfolgten Rückkehr. Er habe ganz geduldig auf mich gewartet, nicht genervt auf seine Uhr geschaut, weil seine Frau ihn bereits mit dem Abendessen erwartete. Ein Grund mehr, Norwegen noch ein bisschen mehr in mein Herz zu schließen.

Die Zeitschrift Geo stellt in einem Beitrag Schären an der Südküste Norwegens vor. Vielleicht lockt es Dich ja auch dorthin.

Schären in Norwegen