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Blühstreifen für Insekten

Gerade entdeckt:

Die Nachrichten über das Insektensterben erschrecken immer wieder. Und das Münsterland zu durchstteifen und zu erleben ist in manchen Gegenden doch ziemlich monoton angesichts riesiger Maisfelder und fehlender Streuobstwiesen. Radwanderer, die sich beispielsweise auf den Spuren der Annette von Droste-Hülshoff befinden oder Wasserburgen erkunden, vermissen oft lebendige Natur.

Aber am Horstmarer Landweg zum Beispiel sich jetzt etwas:

Bauer Jochen Wernsmann hat einen 300 Meter langen und sechs Meter breiten Randstreifen seines Ackers für Buchweizen, Koriander und Malven freigegeben, damit zum Beispiel Schmetterlinge, Bienen dort Nahrung finden.

Auch Pfähle mit kleinen Löchern wurden in den Boden gerammt, in denen Insekten Unterschlupf finden können.

Jedoch sind Blühstreifen wie dieser nicht nur am Horstmarer Landweg, sondern auch an anderen Stellen in Münster, im Münsterland und Recklinghausen zu sehen. Federführend für das Projekt sind die Stiftung Westfälische Kulturlandschaft und der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband. So wird die Monotonie der Felder im Münsterland aufgebrochen, so dass Radwandern und Wandern mehr Freude bereiten.

Auf dem Jakobsweg Galizische Landidylle

Eine wunderschöne, aber auch anstrengende Etappe liegt hinter mir von Vilalba nach A Lagoa in der Provinz Lugo. Der Weg ist zum Teil etwas holprig, da Steine im Weg liegen. Bei Steigungen muss ich schon meine Pferdestärken erhöhen, um das gut 35 Kilo schwere Rad auf den nächsten Stein zu bugsieren und dann wieder den nächsten Stein. Stufe für Stufe. Dafür entschädigen aber die Ruhe, wenig bis gar kein Autoverkehr und immer mal wieder netten Gesprächen mit den galizischen Bauern. Diese unterbrechen ihre Arbeit gerne für einen Plausch mit dem vorbeiziehenden Jakobspilger. Der eine zeigte mir seine 18 Hühner, die den Fuchs fürchten müssen, seine drei Schweine und acht Kühe. Der andere, Abél, zeigte mir seinen alten Waschtrog aus Stein, in dem sich vor über hundert Jahren seine Familie wusch.

Auf dem Jakobsweg Pilgern für Radler

Spanienfahrer und Biologen: Um welche Bäume handelt es sich hier? Ich sehe die öfter auf meiner Strecke zwischen Porto und Finisterre. Ein Bauer ist gerade nicht zu sehen, den ich fragen könnte.

José, der Mountainbiker begleitete mich ein Stück durch die Berge, klärte mich auf: Eukalyptus. Vor einem Jahr brannte es heftig. Die Bergbewohner mußten evakuiert werden. Ähnlich wie bei dem verheerenden Brand bei Coimbra vor einigen Wochen. Zum Glück gab es keine Todesopfer.

Afrikanische Nacht mit dem Froschflüsterer am Canyon

So ähnlich wie Tomás, Held in Yann Martels hervorragendem Roman „Die hohen Berge Portugals“, fühlte ich mich auch, bevor ich mich mit dem Mountainbike auf eine dreiwöchige Reise durchs portugiesische Hochgebirge begeben sollte. „Du fährst nicht durch Afrika.“ Oder „Du wirst in Gegenden kommen, die noch nie ein Auto gesehen haben“. Und: „Die hohen Berge Portugals waren die letzte Bastion des iberischen Nashorns, bevor es von der Moderne überrollt worden ist.“

Ich durchquerte zwar schon die Pyrenäen mit dem Rad auf dem Jakobsweg, kenne fast jeden Grashalm zwischen Flensburg und Narvik. Aber ich war noch nie drei Wochen mit dem Rad nur in einem Gebirge unterwegs gewesen, noch dazu mit vollem Gepäck. Ich fürchtete mich vor steilen Anstiegen, vor Einsamkeit, vor dem Verdursten. „Dort gibt es nichts. Dort ist Pampa.“ Doch einsame Gegenden reizen mich immer; außerdem ist es ein Vorurteil, dass es dort „nichts gibt“. In Lappland ist immer „etwas los“.

Faia Brava Blick in den Canyon des Rio Coa 2

Wo einst Bauern Schafe und Ziegen weiden ließen, vermehren sich jetzt in einer Macchia mit einem 200 Meter tiefen Canyon Adler, Geier und Schlangen, Wildpferde und Auerochsen in der Nähe des Rio Douro im portugiesischen Gebirge. Ein Naturschutzverein hat dort das erste private Naturreservat Portugals gegründet. Biologen pflanzen Bäume gegen die Bodenerosion und legen Tümpel an, in denen Frösche munter quaken.

Durchstreifen und erleben Sie einige Minuten mit mir den Canyon!

Mit dem Froschflüsterer am Canyon

Goldene Existenz für Trüffelbauern

Die Familiengeschichte Carlos Fresnedas, der auch regelmäßig im Oktober auf dem Internationalen Trüffel- und Pilzkongress in Soria anzutreffen ist, ist nicht nur exemplarisch für die Geschichte spanischer Trüffeln, sondern auch für die goldene Existenz kleiner Fincabauern. Sein Großvater habe in den 1930-er Jahren in der Nähe eines Weizenfeldes schwarze Trüffeln gefunden. „Es ist gerade 80 Jahre her, dass die ersten Trüffeln als Wirtschaftsfaktor entdeckt wurden“, erzählt Fresneda. Damals habe es eine große Nachfrage von Katalonien aus gegeben. Bei dieser günstigen Ausgangssituation konnte der Großvater sein Geschäft in Ruhe aufbauen.

Trüffel und Hund

Ein Bauer, der heute neu auf den Markt tritt, muss sonst acht bis zehn Jahre warten, bis er erste Trüffeln ernten kann. Danach aber müsse er sich bis an sein Lebensende keine Sorgen machen, sagt Fresneda. „Ein Pilz kann mit Pausen bis zu 500 Jahre lang Früchte hervorbringen.“ Fresneda, Präsident des Trüffelbauernverbandes, kann gut von seiner Ernte mit etwa einer Tonne im Jahr leben. „Ich trainiere meinen Hund, züchte Bäume und wässere die Pflanzen“, beschreibt Fresneda sein Leben in Soria. Jährlich könne er vier Wochen Urlaub machen. Kein Wunder, dass Trüffelanbau heute mit einer Goldgrube verglichen wird.


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Finca Arotz

Urlaub zur Karnevalszeit in Spanien?