Fernsehtipps Reise und Kultur

Aktu­ell ver­sor­ge ich euch mög­lichst regel­mä­ßig mit TV-Dokus über Kul­tur und Rei­se. Im Zen­trum ste­hen belieb­te Zie­le in Euro­pa, die an den nächs­ten Tagen im Fern­se­hen lau­fen. Dies­mal beschränkt sich die Aus­wahl auf Deutsch­land, Spa­ni­en und Öster­reich. Däne­mark, Frank­reich, Nor­we­gen, Por­tu­gal und Schwe­den blei­ben außen vor. Über die­se Län­der sind nur Wie­der­ho­lun­gen zu sehen, für die ihr in bis­her ver­öf­fent­lich­te TV-Tipps schau­en müsst. Das Pro­gramm zum Down­load fin­det ihr als Link im pdf-For­mat. Wer die Tipps lie­ber per E‑Mail zuge­stellt bekom­men möch­te, kann mei­nen Blog auf der Start­sei­te rechts abonnieren.

3sat und arte ver­dan­ken wir, dass wir neue Zie­le ins Auge fas­sen kön­nen. Sie rücken zum einen den nord­west­li­chen Teil Deutsch­lands in den Blick, den ich im ver­gan­ge­nen Jahr und auch schon davor durch­streift und erlebt habe. Im Weser-Ems-Gebiet und an der Nord­see gefiel es mir gut. Da mein Tage­buch über die Tour nahe­zu voll­endet sind, folgt dem­nächst auf dem Blog eine Zusam­men­fas­sung, die der einen oder dem ande­ren Appe­tit macht, selbst in die­se Gegen­den zu rei­sen. Eini­ge Live-Ein­drü­cke fin­det ihr bereits dort.

Auf die schö­ne Stei­er­mark rich­tet 3sat zum ande­ren den Blick: Dort hielt ich mich erst­mals anläss­lich eines Semi­nars der Aka­de­mie der Baye­ri­schen Pres­se über Rei­se­jour­na­lis­mus auf. So lern­te ich Graz ken­nen, eine der Design­haupt­städ­te Euro­pas. Für die Schwei­zer Sonn­tags­zei­tung schrieb ich dar­über einen Arti­kel. Am meis­ten gefiel mir ein Abend mit Akteu­ren der Krea­tiv­sze­ne. Wir rös­te­ten Makro­nen in Ton­nen und zogen danach in eine der gemüt­li­chen Knei­pen um, als es küh­ler wur­de. Mir kam es dabei so vor, als wären wir schon jah­re­lang mit­ein­an­der befreun­det. Öster­rei­cher Charme eben. Auch dar­über fin­det ihr im Blog bereits Eindrücke.

Also ein­schal­ten und träumen.


SoMoDiMi
Deutsch­landDie Nord­see von oben, arte, 11.40 Uhr
Wun­der­schön! Mit dem Bul­li durchs Pader­bor­ner Land, WDR, 14.05 Uhr


Das Vogel­pa­ra­dies in der Weser. Die Stro­hau­ser Pla­te, 3sat, 14.15 Uhr
Öster­reich
Der stei­ri­sche Alpen­tier­park Mau­tern, 3sat, 21.45 UhrNatur­parks in der Stei­er­mark, 3sat, 13.40 Uhr
Spa­ni­en


Alfa­ro. Die Haupt­stadt der Stör­che, 3sat, 13.20 Uhr
TV-Tipps Rei­se und Kultur
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Meere zu sehr Wirtschaftsraum?

Eine gute Zusam­men­fas­sung über die Fra­ge, ob Nord- und Ost­see zu stark unter wirt­schaft­li­chen Zwän­gen ste­hen, lie­fert die­ser dpa-Arti­kel. Trotz wesent­li­cher Fort­schrit­te gebe es viel zu tun, mei­nen For­scher. Dem­nach wür­den bei­de Mee­re zu stark dem Pro­fit unter­wor­fen. Zwar sei­en in Deutsch­land 45 Pro­zent der Mee­res­ober­flä­che geschützt. Aber es gebe wei­ter­hin Ein­lei­tung von Schad­stof­fen und Ver­än­de­rung der Unter­was­ser­welt durch Wirt­schaft und Mili­tär zu ver­zeich­nen. Beson­de­ren Scha­den rich­te die Hoch­see­fi­sche­rei an, die den Mee­res­bo­den sogar in Schutz­ge­bie­ten zer­stö­re. Auch die Fisch­be­stän­de wür­den zu stark befischt, sogar Mut­ter­tie­re nicht geschont, um zum Bei­spiel Rogen ver­kau­fen zu kön­nen. Dabei gebe es sowohl tech­ni­sche als auch regu­la­to­ri­sche Möglichkeiten.

Der dpa-Jour­na­list beruft sich dabei auf Exper­ten vom Bun­des­amt für Natur­schutz und vom Insti­tut für Ost­see­fi­sche­rei.

Den Hering ernann­ten Ende März 2021 der Deut­sche Angel­fi­scher­ver­band zusam­men mit dem Bun­des­amt für Natur­schutz und dem Ver­band Deut­scher Sport­tau­cher zum Fisch des Jah­res. Der Fisch kann über 20 Jah­re alt wer­den, lei­det aber stark unter der Erwär­mung der west­li­chen Ost­see. In einem Dos­sier über den Hering erklärt das Thü­nen-Dos­sier, was man dage­gen tun kann. Es spricht sich zum einen dafür aus, die Befischung deut­lich zu redu­zie­ren. So könn­ten sich die Bestän­de erho­len und in eini­gen Jah­ren nach­hal­tig befischt wer­den. Der Fisch lie­fe­re dann unge­fähr die Hälf­te der bis­he­ri­gen Erträ­ge. Zum ande­ren soll­ten ande­re Stres­so­ren wie die Nähr­stoff­ein­lei­tung ver­rin­gert wer­den, vor allem in Laich­ge­bie­ten. Dies mache den Hering widerstandsfähiger.

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Urlaub an Orten der Sehnsucht

Es gibt vie­le Orte auf der Welt, die einen klang­vol­len Namen tra­gen, die man daher unbe­dingt gese­hen haben muss. Für den Rei­sen­den waren es als Jugend­li­cher Nor­der­ney und Mons­chau. Spä­ter gesell­ten sich Orte wie Biar­ritz, Sant­ia­go de Com­pos­te­la, die Ave­nue des Champs-Ély­sées oder Pont Neuf dazu. Urlaub an Orten der Sehn­sucht rea­li­sier­te sich aber lan­ge noch nicht.

Nach Nor­der­ney woll­te er radeln, weil sich der Name nach hohem Nor­den anhör­te. Noch dazu eine Insel in der Nord­see mit Sand und hohen Wel­len. Es erschien ihm mutig, eine so wei­te Stre­cke, von Müns­ter aus hinzustrampeln.

Mons­chau hin­ge­gen erschien ihm als ver­wun­schen, wahr­schein­lich wegen des ‑sch- dar­in. Fotos zeig­ten viel Wald, Ber­ge, Flüs­se, eben das, was die Eifel so zu bie­ten hat. Mit­schü­ler waren dort auf Klas­sen­fahrt. Aber er war damals krank, wes­halb ihm Hel­len­thal und Mons­chau vor­ent­hal­ten blie­ben. Er war trau­rig, nicht mit ins Schul­land­heim mit­zu­dür­fen. Dafür aber konn­te er spä­ter Fische in Banyu­les-sur-mer in Frank­reich oder Pala­mos in Spa­ni­en auf der Fahrt mit dem Leis­tungs­kurs beim Tau­chen beobachten.

Entdeckerdrang wuchs

Da er immer schon ger­ne Land­kar­ten abzeich­ne­te, gedank­lich oft mit deut­schen Fuß­ball­ver­ei­nen durch Euro­pa reis­te, Lite­ra­tur wie “Ich rade­le um die Welt” las, roman­ti­sche Fil­me sah, erwei­ter­te sich sein Ent­de­cker­drang zuse­hends. Die Welt umra­deln woll­te er auch. Oder wenigs­tens durch Euro­pa fah­ren, um See­bä­der, Pil­ger­or­te, wil­de Tie­re, den Glanz der gro­ßen wei­ten Welt anschauen.

Das durchs Film­fes­ti­val bekann­te Biar­ritz war der ers­te Ort, an dem er die Sehn­sucht stil­len konn­te. Er kam dort auf einer sei­ner ers­ten Rad­rei­sen auf dem berühm­ten Jakobs­weg dort an. Er hat­te sich zuvor immer tol­le Sand­strän­de vor­ge­stellt, einen Ort mit gemüt­li­chen Cafés, schö­ner Musik. Aber er war dann ziem­lich ent­täuscht über die­ses lang­wei­li­ge See­bad. Und beson­ders toll fand er den Strand auch nicht.

Die Seen und Strän­de Däne­marks und Schwe­dens fand er stets schö­ner: Dünen, hei­ßen Zucker­sand durch die Fin­ger glei­ten zu las­sen. Nor­der­ney hat er übri­gens bis heu­te noch nicht gese­hen. Was hin­ge­gen eine Autorin der öster­rei­chi­schen Zei­tung “Die Pres­se” am Sehn­suchts­ort Can­nes erleb­te, kannst du hier nachlesen.

Wie ergeht es Dir bei Dei­nem Urlaub an Orten der Sehnsucht?

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Bremer Kogge von 1380

Bre­mer Kog­ge aus dem Jah­re 1380

Bre­mer­ha­ven ist die letz­te Sta­ti­on des Rei­sen­den, der vor vie­len Wochen von Bonn aus mit Rad und Zelt star­te­te. Über die Sieg ging es zum Kah­len Asten, von dort an der Die­mel ent­lang zur Weser. Etwas weh­mü­tig ist er schon. Denn es war eine schö­ne Tour, begüns­tigt durch exzel­len­tes Wet­ter. Ein Leben wie in Süd­eu­ro­pa, wes­halb es fast nur im Zelt statt­fand und abends auf der Ter­ras­se eines guten Restau­rants. Oft gibt es das nicht bei einem mehr­wö­chi­gen Urlaub in Deutschland. 

Etwas geschmä­lert wur­de das Fina­le durch den kräf­ti­gen Wind auf dem heu­ti­gen Stück von Bre­men nach Bre­mer­ha­ven. Ent­lang des Weser­deichs gibt es wenig Hin­der­nis­se, die ihn brem­sen. Und der Weg ist etwas mono­ton. Es gibt wesent­lich kom­for­ta­ble­re und span­nen­de­re Wege in den Nor­den. Es lohnt sich wirk­lich, ab Bre­men abzu­bie­gen, den Ems­rad­weg anzu­steu­ern und von Emden auf dem Nord­see­küs­ten­weg nach Bre­mer­ha­ven zu radeln. Auch wenn die Tour dadurch län­ger dauert.

Inter­es­san­tes­te Zie­le in Bre­mer­ha­ven sind das Deut­sche Aus­wan­derer­haus und das Deut­sche Schiff­fahrts­mu­se­um. Bei­de lie­gen zum Glück nahe bei­ein­an­der im Hafen. So las­sen sie sich leicht mit­ein­an­der kom­bi­nie­ren. Da Donald Trump gera­de Prä­si­dent der Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka ist, bege­ben sich sogar eini­ge Besu­cher im Aus­wan­derer­haus auf sei­ne Spu­ren. Im Muse­um sind drei unter­schied­li­che Schif­fe nach­ge­baut, die in die Neue Welt füh­ren: ein Segel­schiff, ein Dampf­schiff und ein Oce­an Liner. Die Unter­künf­te auf die­sen Schif­fen ent­de­cken Besu­cher wäh­rend des Rund­gangs und erfah­ren dabei mehr zum Auf­ent­halt der Aus­wan­de­rer an Bord.

Ein Teil sei­ner Fami­lie stammt bekannt­lich aus Deutsch­land. Denn von Bre­mer­ha­ven aus sind die meis­ten Deut­schen aus in ihr neu­es Leben in Über­see gestar­tet. So eini­ge Neu­gie­ri­ge strö­men tat­säch­lich zum Saal, wo sich Doku­men­te so man­cher Fami­lie fin­den. Es gibt sehr vie­le deut­sche Fami­li­en, die es geschafft haben, sich ein erfolg­rei­ches Leben auf­zu­bau­en, was Fotos von Unter­neh­mern in der Indus­trie, Han­del und Film zei­gen. Nicht alle blie­ben hier, son­dern sie kehr­ten vom Heim­weh geplagt wie­der zurück.

Aber der Rei­sen­de hat kei­ne Ver­wand­ten in den USA, es sei denn, dass das Fort Ben­ning von einem errich­tet wur­de. Mein jün­ge­rer Brü­der ver­kün­de­te dies stolz im Erd­kun­de­un­ter­richt sei­ner Schu­le, als der Leh­rer Klas­se die Ame­ri­ka-Kar­te im Diercke-Welt­at­las auf­schla­gen ließ. Er hat­te vie­le Bewun­de­rer auf sei­ner Sei­te. Das Moment zählt. So spart sich der Rei­sen­de die Suche. Auf eine rei­che Erb­schaft wie die Fami­lie eines Jugend­freun­des ist er ohne­hin nie aus gewe­sen. Jah­re­lang erhoff­te die Fami­lie einen Gold­re­gen des “rei­chen Onkels” in Ame­ri­ka. Doch nach einem Besuch in den USA war die Ernüch­te­rung groß. Er leb­te in beschei­de­nen Ver­hält­nis­sen. Ein Geld­spei­cher stand dort nicht.

Wohin es sie ver­schla­gen hat, ist schön an einer digi­ta­len Kar­te zu erken­nen. Vie­le Städ­te tra­gen deut­sche Namen. Sie las­sen sich ein­blen­den wie zum Bei­spiel Colo­gne (Min­ne­so­ta), Ham­burg (New York), Munich (North Dako­ta), Stutt­gart (Arkan­sas), Augs­burg (Arkan­sas), Bis­marck (North Dako­ta), New Braun­fels (Texas), Min­den (Nebras­ka) oder Schaum­burg (Illi­nois). An Aus­ru­fen im Saal ist zu hören, dass dies immer noch Ver­blüf­fung aus­löst, denkt der Rei­sen­de doch, dass man das noch aus der Schu­le wis­sen müss­te. In der Mas­se hat er sich das aller­dings auch nicht vor­ge­stellt. Und so treibt der Besu­cher durch die Säle, wobei die Auf­merk­sam­keit doch mit der Zeit auf­grund der Mas­se der Ange­bo­te nach­lässt. Aber er freut sich auch schon auf den Besuch des Schifffahrtsmuseums.

Im Zen­trum des Inter­es­ses: eine alte Han­dels­kog­ge aus dem Jah­re 1380. Den Rei­sen­den inter­es­sie­ren schon lan­ge Schif­fe, war einer sei­ner Vor­fah­ren doch Weser­dampf­schiff­ka­pi­tän. Die Hälf­te sei­ner Fami­lie stammt aus Bre­men. Fort­be­we­gungs­mit­tel für den Urlaub im hohen Nor­den war oft eine Fäh­re wie die berühm­te Viking Line von Kap­pells­kär nach Naan­ta­li in Finn­land oder aber auf der Däne­mark-Ver­bin­dung von Putt­gar­den nach Rød­by auf Lol­land. Und sein älte­rer Bru­der woll­te immer Kapi­tän wer­den. Des­halb lud sei­ne Mut­ter einen Kapi­tän des Alfred-Wege­ner-Insti­tuts für Polar­for­schung ein. Sie woll­te die Wiss­be­gier ihres Soh­nes stillen.

Die Weser­kog­ge ist noch ziem­lich gut erhal­ten, dafür, dass sie 700 Jah­re im Schlamm lag. Die Archäo­lo­gen nah­men sie nach der Ber­gung Stück für Stück aus­ein­an­der, prä­pa­rier­ten das Eichen­holz gegen den Zer­fall an der Luft. Als Gegen­stück, wie schnell es unter Sauer­stoff­ein­wir­kung zer­fällt, leg­ten sie eini­ge Stü­cke in Schau­käs­ten. Über drei Eta­gen kön­nen Besu­cher um das Han­dels­schiff her­um­ge­hen und so vom Kiel bis zu den Mas­ten aus­gie­big betrachten. 

Eichen­holz ist wider­stands­fä­hig, selbst im Eis. Der Rei­sen­de las in einer Bio­gra­phie über Arved Fuchs (Ein Leben für Aben­teu­er und Umwelt), dass er ein altes Fischer­boot sei­nes Freun­des Niels Bach über­nahm. Er unter­such­te die Dag­mar Aaen auf Herz und Nie­ren und ent­deck­te, dass das Eichen­holz im Rumpf des Schif­fes völ­lig unver­sehrt war. Dabei war es vie­le Jahr­zehn­te har­ten Bedin­gun­gen auf hoher See aus­ge­setzt. Niels Bach lern­te der Rei­sen­de auf der Kat­te­gat­in­sel Samsø ken­nen, wo er Tou­ris­ten auf sei­nem Fisch­kut­ter die Schön­heit der Insel erklärt. Auch Aus­rüs­tungs­ge­gen­stän­de der Kog­ge sind im Schiff­fahrts­mu­se­um aus­ge­stellt, so dass man sich ein gutes Bild von der Zeit machen kann.

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