Schwimmbad mit Art-déco in Lille

Das sieht rich­tig edel aus. Anti­ke grie­chi­sche und römi­sche Sta­tu­en säu­men den Becken­rand des Schwimm­bads mit Art-déco in Lil­le, Haupt­stadt der Regi­on Flan­dern. Am liebs­ten wür­de der Rei­sen­de jetzt mei­ne Bade­ho­se aus­pa­cken und rein­hüp­fen. Denn doch nie ist er in einem Schwimm­bad gewe­sen, das im Stil des Art-déco ein­ge­rich­tet ist. Eini­ge Muse­en hat er schon in die­ser Art gese­hen wie die schö­ne Casa das Mudas bei einer Rund­rei­se auf Madei­ra. Das kann er für einen Besuch nur emp­feh­len. Es liegt etwa 20 Minu­ten von Fun­chal ent­fernt, zeigt Kunst und Möbel, die ziem­lich kost­bar aus­se­hen, da auf Hoch­glanz poliert. Es gibt eine gute Flug­ver­bin­dung von Frank­furt nach Fun­chal. Aber noch kein Schwimm­bad, pisci­ne auf Französisch.

Das Becken ist vol­ler Was­ser. Es riecht nach Chlor, und die Luft ist feucht. Doch die Ober­flä­che ist glatt wie ein Spie­gel. Schwim­mer sind nicht zu sehen. Denn das Bad in Rou­baix, einer ehe­ma­li­gen Arbei­ter­stadt außer­halb Lil­les, ist nur noch zu Schau­zwe­cken eröff­net — als Musée d’Art et d’In­dus­trie de Rou­baix. 1912 beschloss der Rat der Stadt, dass sich hier Arbei­ter erho­len soll­ten, die in Fabri­ken der Umge­bung tätig waren. Doch durch die Fol­gen des Ers­ten Welt­kriegs konn­te es erst 1932 eröff­net werden.

Im gro­ßen run­den Fens­ter am Ende der auch für Olym­pi­sche Spie­le geeig­ne­ten Kampf­bahn geht die Son­ne auf. Gel­be Strah­len deu­ten sie an, die sich auch auf der Was­ser­ober­flä­che spie­geln. Über ihr eine glat­te wei­ße Decke, gewölbt wie die Ton­nen­ge­wöl­be gro­ßer Kathe­dra­le. Rings­um gehen auf zwei Eta­gen kunst­voll gemei­ßel­te Gelän­der. Teils ragen Bal­ko­ne her­aus. Von denen konn­ten Bade­gäs­te das Gesche­hen unter sich in der Hal­le beob­ach­ten. Leicht belus­tigt fla­niert der Rei­sen­de durch die Schwimm­hal­le. Denn aus Laut­spre­chern ertö­nen Stim­men und Plät­schern der Bade­gäs­te. So wird der Ein­druck erweckt, als lie­fe der Betrieb auch heu­te noch. Sogar Umklei­de­ka­bi­nen exis­tie­ren noch im Schwimm­bad mit Art-déco.

Danach besucht der Rei­sen­de das Kunst­mu­se­um LaM, das eini­ge Kilo­me­ter wei­ter außer­halb von Lil­le liegt. Der Name steht für Lil­le Métro­po­le, musée d’art moder­ne, d’art con­tem­porain et d’art brut. Ich fin­de, die Expo­na­te kön­nen durch­aus mit dem Cent­re Pom­pi­dou in Paris mit­hal­ten, das etwas ver­staubt daher­kommt. Man merkt allei­ne am Kon­zept und der Archi­tek­tur, das hier noch ein Team an den Hebeln sitzt, da noch 2004 die Spie­le der Kul­tur­haupt­stadt orga­ni­sier­te. Der Indus­tri­el­le und Kunst­samm­ler Jean Masu­rel (1908–1991) und des­sen Ehe­frau Geneviè­ve leg­ten 1979 mit der Schen­kung ihrer Samm­lung von Kubis­tenSur­rea­lis­ten und ande­ren Gemäl­den die Basis für die Grün­dung des Museums. 

Eine wei­te­re gro­ße Schen­kung erfolg­te zwan­zig Jah­re spä­ter mit der Art-brut-Kol­lek­ti­on von 3.500 Wer­ken der Grup­pe Ara­ci­ne an den Stadt­ver­band Lil­le. Dar­un­ter befin­den sich Wer­ke wie zum Bei­spiel Jean Dubuf­fets’, von dem auch der auf dem Foto abge­bil­de­te weib­li­che Akt stammt.

Noch beein­dru­cken­der fin­det der Rei­sen­de den Skulp­tu­ren­park außer­halb des Muse­ums — mit Wer­ken Picas­sos und Mirós zum Bei­spiel. Und die Gestal­tung der Gebäu­de fin­det er span­nend, die er näher in einem Arti­kel für die öster­rei­chi­sche Zei­tung “Die Pres­se” beschrie­ben hat. Das Rei­sen nach Flan­dern hat sich allein für die­sen Tag gelohnt.

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Im Schloss von Versailles

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Im Spie­gel­saal des Schlos­ses von Versailles

Bis zum Auf­ste­hen kann­te der Rei­sen­de das Schloss von Ver­sailles nur aus dem Geschichts­buch. Das Zen­trum der fran­zö­si­schen Macht in Zei­ten der Mon­ar­chie ist eng mit der deut­schen Geschich­te ver­knüpf. Es fand dort doch zum Bei­spiel 1871 die Krö­nung des deut­schen Kai­sers nach Kriegs­en­de gegen Napo­le­on III. statt. Hier leb­te Köni­gin Marie Antoi­net­te aus dem Hau­se Habs­burg. Sie wur­de 1793 sinn- und schuld­los wäh­rend der Fran­zö­si­schen Revo­lu­ti­on hin­ge­rich­tet. Die in vie­len Büchern dar­ge­stell­te Bio­gra­fie Marie Antoi­net­tes zeigt das.

Der Rei­sen­de ist Geg­ner gewalt­sa­mer Revo­lu­tio­nen. Wenn ein Volk etwas ver­än­dern will, ergreift es die Initia­ti­ve und for­dert Refor­men. Die Köni­gin trug kei­ne Schuld an den Zustän­den im König­reich. Die Ursa­chen lagen woan­ders wie zum Bei­spiel an kli­ma­ti­schen Ver­än­de­run­gen, die zu Hun­gers­nö­ten führte.

Vom pracht­vol­len Spie­gel­saal und dem Son­nen­kö­nig hat­te der Rei­sen­de schon oft gehört. Den woll­te er sehen. Natür­lich auch das gesam­te Schloss: Die­ses ist Vor­bild für vie­le Schlös­ser in Euro­pa wie Schloss Nord­kir­chen im Müns­ter­land. Auch die Indus­trie hat sich das zunut­ze gemacht: Sogar ein Lego-Ver­sailles gibt es und einen Sonnenkönig-Ventilator.

An sich wür­de er Paris und die Umge­bung am liebs­ten und wie sonst üblich mit dem Rad erkun­den. Doch da er dies­mal mit sei­ner Freun­din reist, die kei­ne Rad­fah­re­rin ist, und er die güns­ti­ge Situa­ti­on einer kur­zen Anfahrt aus Lil­le in Flan­dern nut­zen will, kommt er mit dem Zug. 

Eine Woh­nung fand er zuvor im Netz, nahe am Künst­ler­vier­tel Mont­mart­re gele­gen. Er woll­te schließ­lich auch das sei­nen Künst­ler­freund Frank Sie­we­ring zu schö­nen Aqua­rel­len und Ölbil­dern inspi­rie­ren­de Stadt­vier­tel ken­nen ler­nen. Die­ser mal­te zum Bei­spiel ein far­ben­fro­hes Bild von der Basi­li­ka Sacré-Cœur. Mont­mar­tres Geschich­te ist span­nend zu lesen. Vie­le Grö­ßen moder­ner Kunst ver­brach­ten dort ihre Zeit.

Strammes Programm

Ansons­ten geht es stramm nach Alex­an­dras gezim­mer­tem Pro­gramm. Da der Rei­sen­de meis­tens Rei­sen plant, die sei­ne Leser inter­es­sie­ren, ist es auch inter­es­sant, sich in die Rei­se-Inter­es­sen der Freun­din rein­zu­ver­set­zen. Im Schloss von Ver­sailles inter­es­siert sie sehr dafür, sich auf die Spur Marie Antoi­net­tes zu setzen.

So wuss­te der Rei­sen­de bis dahin nicht, dass die Köni­gin über einen eige­nen Saal ver­füg­te, um Besu­cher zu emp­fan­gen. Er dach­te bis dahin, dass sie mit dem Regen­ten einen gemein­sa­men Saal hät­te. Von ihr gibt es auch per­sön­li­che Gegen­stän­de zu sehen wie einen Rei­se­kof­fer und Nähzeug.

Es lohnt sich, sich nicht nur im Schloss in Ver­sailles auf­zu­hal­ten, son­dern auch den schö­nen Gar­ten Marie Antoi­net­tes zu besu­chen. Aber ein wenig ver­misst der Rei­sen­de in Paris den Charme der Men­schen wie in Aar­hus, Oslo, Lis­sa­bon und  Kopen­ha­gen. Sie sind kor­rekt, aber umsatzorientiert.

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Salvador Dalí in Montmartre

An sich ver­bin­det der Rei­sen­de Sal­va­dor Dalí mit dem Muse­um im Küs­ten­ort Figue­res in Kata­lo­ni­en, aber nicht mit Mont­mart­re. Wäh­rend sei­nes Stu­di­ums in Bar­ce­lo­na schaff­te er es lei­der nicht, das Kunst­haus zu besu­chen, son­dern nur das Sal­va­dor Dalí-Muse­um in Bar­ce­lo­na. Denn die Fahrt mit dem Bus erschien ihm stets als zu auf­wän­dig. Statt­des­sen reis­te er lie­ber mit dem Zug nach Gra­na­da, Cór­do­ba und Madrid, um mau­ri­sche Hin­ter­las­sen­schaft und die Haupt­stadt zu genießen.

Umso grö­ßer über­rascht ihn jetzt, im Pari­ser Stadt­teil Mont­mart­re das schö­ne Muse­um Espace Dalí zu ent­de­cken. Das klei­ne Appar­te­ment ver­fügt zum Glück über WLAN, so dass er noch mor­gens im Bett auf dem Smart­pho­ne che­cken kann, was Mont­mart­re außer der Basi­li­ka Sacré-Cœur zu bie­ten hat. Als er das Dalí-Muse­um fin­det, ist er erfreut, so sei­ner noch schla­fen­den Freun­din Alex­an­dra eine Freu­de machen zu kön­nen. Denn davon, dass Sal­va­dor Dalí in Mont­mart­re leb­te und so sei­ne Spu­ren hin­ter­ließ, weiß auch sie nichts. Sonst berei­te­te Alex­an­dra das Pro­gramm vor. Mont­mart­re zu sehen, ist sein ein­zi­ger Wunsch auf die­ser Reise.

Unterkunft nur 15 Minuten von Montmartre entfernt

Die Woh­nung liegt zu Fuß nur 15 Minu­ten vom berühm­ten Vier­tel ent­fernt. Beim Buchen der Unter­kunft lag dem Rei­sen­den dar­an, auch mal das berühm­te Nacht­le­ben dort aus­zu­kos­ten. Am Nach­mit­tag zie­hen Alex­an­dra und der Rei­sen­de los, fin­den zu unse­rer Begeis­te­rung sogar eine klei­ne Gale­rie, die aber außer moder­ner Kunst und Schnick­schnack nicht viel zu bie­ten hat.

Nach etwas Fuß­weg bestei­gen sie eine Seil­bahn zu einem für solch eine kur­ze Stre­cke aben­teu­er­li­chen Preis. Die Fahrt dau­ert nur 1,5 Minu­ten. An sich hät­ten wir auch die Trep­pe neh­men kön­nen. Aber da etwas fuß­mü­de, ent­schei­den sie sich für die Fahrt. Auf der Web­sei­te dazu steht zum Preis eines Metro­ti­ckets. Aber es ist doch mehr. Wenigs­tens las­sen sich vom Wag­gon aus noch eini­ge inter­es­san­te Fotos schie­ßen. Auf dem Rück­weg neh­men sie dann die Trep­pe. Wer außer­ge­wöhn­li­che Paris­fo­tos sehen will, soll­te sich die Bil­der Jonas Jacobs­son bei Göte­borgs Pos­ten anschauen.

Netter Schnack im Museum

Oben ange­kom­men, gelan­gen sie schnell zum Muse­um Dalí. An ihm kommt jeder auto­ma­tisch vor­bei, der zur Basi­li­ka gehen will. Beim Ein­tre­ten ins Haus spre­chen Alex­an­dra und der Rei­sen­de wie immer auf Spa­nisch, da sie Por­tu­gie­sin ist. Belus­tigt nimmt es die Kas­sie­re­rin wahr. Das ist sofort an ihrem Gesicht zu erken­nen. Auf Rück­fra­ge ob der Reak­ti­on stellt sich her­aus, dass sie Spa­nie­rin ist. Sie gewährt uns daher sogar frei­en Ein­tritt. Fürs Ticket Geld zu ent­rich­ten, lohnt sich aber auf jeden Fall. Denn Aus­stel­lung über Sal­va­dor Dalí in Mont­mart­re ist zum einen der Expo­na­te wegen loh­nend, aber auch der Beleuch­tung wegen. Der Rei­sen­de fühlt sich so, als wür­de er durch eine luxu­riö­se Umge­bung wan­deln. Aber es ist den­noch beschei­den hier, wenn man sich die Mega-Ver­mark­tung des berühm­ten Malers Sal­va­dor Dalí anschaut. Es gibt Dalí-Taschen, Dali-Koch­buch, das Buch “Das gehei­me Leben des Sal­va­dor Dalí” und natür­lich jede Men­ge Dalí-Kunstdrucke.

In der Basilika

Danach lau­fen bei­de zur Basi­li­ka Sacré-Cœur. Die­se ist nicht nur im Inne­ren sehens­wert, son­dern auch außen. So neh­men sie auf Mont­mart­re-Trep­pen­stu­fen Platz. Dort musi­ziert eine Grup­pe, wäh­rend die Däm­me­rung lang­sam ein­setzt. So erschei­nen nach und nach illu­mi­nier­te Gebäu­de der Stadt wie natür­lich der leuch­ten­de Eiffelturm.

Am nächs­ten Abend besu­chen sie den berühm­ten Künst­ler­platz, wo sie auch essen gehen möch­ten. Die Stim­mung wol­len sie dort auf sich wir­ken las­sen. Dabei tref­fen sie zwei Künst­ler an. Eine Berühmt­heit fin­den sie lei­der nicht. Einer von ihnen bie­tet Land­schafts­ma­le­rei­en an. Er erzählt, dass er aus Rumä­ni­en gekom­men sei, um hier sein Glück zu ver­su­chen. Ein ande­rer malt Por­träts von Pas­san­ten. Eine Dame lässt sich sogar von ihm dar­stel­len. Es wird uner­war­tet realistisch.

In einer Gast­wirt­schaft las­sen sie sich danach Muscheln brin­gen zu einem erfreu­lich güns­ti­gen Preis. Zivi­le Prei­se an einem berühm­ten Ort: Damit lässt sich doch leben.

Mor­gen geht es auf den Eif­fel­turm.

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Eiffelturm: beste Skyline von Paris

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Der Eif­fel­turm bie­tet eine sehr gut sicht­ba­re Sky­line von Paris.

An sich besucht der Rei­sen­de lie­ber ver­steck­te Per­len, die nicht jeder kennt. Er genießt sol­che Plät­ze ger­ne für sich und weni­ge ande­re viel­leicht auch, um sei­ne Kräf­te ken­nen­zu­ler­nen, Geräu­sche der Natur in mir auf­zu­neh­men. Lan­ge Schlan­gen sind ihm ein Graus, um dann even­tu­ell fest­zu­stel­len, dass sich das War­ten dann doch nicht gelohnt hat. Weil er nur einen kur­zen Blick auf ein Bild wer­fen kann, weil es gro­ßes Gedrän­ge um ihn her­um gab. Weil oft Men­schen im Weg ste­hen, die einen frei­en Blick auf das Objekt der Begier­de beim Foto­gra­fie­ren ver­hin­dern. Dazu zähl­te auch bis heu­te Mit­tag noch der Eif­fel­turm. Dass sich vom Eif­fel­turm aus die Sky­line von Paris aber so gut sehen lässt, war ihm zuvor nicht bewusst.

Alex­an­dra woll­te ihn nach dem Schloss von Ver­sailles auf jeden Fall sehen. Denn sie hat­te sich zuvor eine Lis­te impo­san­ter Sehens­wür­dig­kei­ten der Haupt­stadt zusam­men­ge­stellt. So bleibt ihm nichts ande­res übrig, als sich anzu­schlie­ßen. Am Vor­abend sah er bereits den beleuch­te­ten Eif­fel­turm von Mont­mart­re aus. Er regis­triert nach dem Ver­las­sen der U‑Bahn eine demo­lier­te Tele­fon­zel­le auf dem Weg zum Turm. Scher­ben lie­gen zer­streut her­um. Der Hörer ist her­aus­ge­ris­sen. Das bestä­tigt sei­nen Ein­druck, dass Paris nicht sau­ber ist, son­dern vermüllt.

Dann kommt eine Grün­an­la­ge, auf der der Turm steht. Wo ist die lan­ge Schlan­ge? Ihn über­rascht, dass viel­leicht nur zwan­zig Leu­te vor ihm ste­hen. Vor uns steht eine Frau aus Süd­ame­ri­ka. Die Zeit bis zum Ticket­kauf ver­trei­ben der Rei­sen­de und sei­ne bei­den Frau­en sich, indem sie sich eine Tafel Scho­ko­la­de tei­len. Im Ruck­sack des Rei­sen­den befin­det sich immer etwas zum Fut­tern, für den klei­nen Hun­ger zwi­schen­durch. Meis­tens ist es Stu­den­ten­fut­ter. Denn bei drei bis vier Zie­len am Tag ist es ange­nehm, sich zwi­schen­durch zu stär­ken. Ein net­tes Gespräch ent­steht über inter­es­san­te Zie­le in Paris. So ver­geht die Zeit schnel­ler bis zum Genie­ßen der Sky­line von Paris.

Mit dem Aufzug in die Luft

Mit einem Auf­zug geht es nach dem Kauf der nicht gera­de güns­ti­gen Eif­fel­turm-Ein­tritts­kar­ten auf die ers­te Platt­form. Besu­cher kön­nen dort ganz her­um­ge­hen, um Paris aus ver­schie­de­nen Per­spek­ti­ven zu betrach­ten. Die Platt­form liegt nur knapp über den Häu­sern und Bäu­men. Die Sky­line von Paris ist hier also noch nicht so gut zu sehen. Der Rei­sen­de läuft rund­um, ist erfreut, dass ihm nicht schwin­de­lig wird. Auf Ber­ge kann er ohne Pro­ble­me klet­tern, Ser­pen­ti­nen her­un­ter­sau­sen. Aber leicht schwan­ken­de Tür­me, noch dazu wel­che, deren Böden einen frei­en Blick nach unten gewäh­ren, kön­nen ihm, je nach Tages­form, zu schaf­fen machen. Selbst nied­ri­ge­re wie Hoch­sit­ze. In Nord­nor­we­gen klet­ter­te er einen Hoch­sitz hoch, um einen Phi­lo­so­phen zu besu­chen, der oben sogar gele­gent­lich über­nach­te­te. Der Hoch­sitz stand sogar noch auf dem Dach eines Hau­ses. Er war froh, als es wie­der vor­bei war. Schließ­lich ist er kein Vogel.

Nach­dem der Auf­zug den Rei­sen­den und Alex­an­dra auf die zwei­te Platt­form gebracht hat, erstaunt ihn die beträcht­li­che Höhe. Wie das Foto oben zeigt, ist ein Grün­gür­tel rund um die Häu­ser zu sehen. Am Hori­zont erhe­ben sich über zwan­zig Wol­ken­krat­zer. In Bonn gibt es nur den Post Tower und den Lan­gen Eugen, die man gut vom Dra­chen­fels aus sehen kann. Paris strebt in die Höhe. Erfreut nimmt er auch zur Kennt­nis, dass der Wind hier oben nicht so stark ist wie befürch­tet. Foto­gra­fen haben hier ihre Freu­de, vor allem weil sie hier nun Paris auf zwei unter­schied­li­chen Höhen unter sich lie­gen haben. Also hat es sich gelohnt, eine offen dalie­gen­de Per­le mit der Sky­line von Paris zu besich­ti­gen. Aber eine der in Mas­sen zu kau­fen­den Eif­fel­turm-Ansichts­kar­ten kauft er sich nicht.

Mor­gen geht es in Cent­re Pom­pi­dou.

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Centre Pompidou eine Garage?

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Cent­re Pom­pi­dou in Paris, eher eine Gara­ge als ein Museum.

Lan­ge Röh­ren füh­ren an der ver­glas­ten Fas­sa­de ent­lang. Metall­stre­ben wir­ken wie Bau­ge­rüs­te. Das berühm­te Muse­um Cent­re Pom­pi­dou in Paris wirkt eher wie eine gro­ße Gara­ge als eine Stät­te berühm­ter moder­ner Kunst­wer­ke. Sicher soll­te der Bau mal sehr modern wir­ken. In Deutsch­land sehen ihm tech­ni­sche Gebäu­de man­cher Uni­ver­si­tä­ten und Fach­hoch­schu­len ähn­lich wie zum Bei­spiel an der Cor­rens­stra­ße in Müns­ter. Doch heu­te wirkt die­ser Stil kalt und abwei­send. Der Rei­sen­de geht in sei­nem Kul­tur­rei­se­füh­rer “Müns­ter Stadt der Skulp­tu­ren” näher dar­auf ein. 

Am Gebäu­de kann man nicht viel ändern, ohne ein gro­ße Geld­sum­me in die Hand zu neh­men. Aber das Aus­stel­lungs­kon­zept müss­te die Muse­ums­lei­tung über­ar­bei­ten. Es wirkt nicht dem Stand der Zeit ent­spre­chend. Vie­le Kunst­wer­ke setzt man den Besu­chern vor, erklärt wenig, rückt sie nicht ins rech­te Licht. Es sind auch zu vie­le Expo­na­te. Man eilt irgend­wann an ihnen vor­bei, ohne etwas mit­zu­neh­men. Das Cent­re Pom­pi­dou ist eine bes­se­re Garage.

Andere Museen in Europa deutlich moderner

Was Moder­ni­tät angeht, sind ande­re Kunst­hal­len wie ARos in Aar­hus oder Le Tri­pos­tal in Lil­le wei­ter. Dort fühlt sich der Rei­sen­de wie getra­gen. Er glei­tet ent­spannt von einem Raum zum nächs­ten. Die Expo­na­te wer­den ergänzt durch audio­vi­su­el­le Medi­en, die sich zum Bei­spiel zeit­kri­tisch mit gesell­schaft­li­chen oder poli­ti­schen The­men aus­ein­an­der­set­zen. Oder Künst­ler spie­len mit Licht und Schat­ten, um wider­zu­spie­geln, was Men­schen füh­len. In abge­dun­kel­ten Räu­men ahmen ver­spiel­te Metall­ob­jek­te Bewe­gun­gen von Tie­ren und Pflan­zen nach. Im Kel­ler ent­span­nen Vide­os. Stim­men ver­schie­de­ner Spre­cher schal­len durchs dämm­ri­ge Gewöl­be. Sie erzeu­gen eine medi­ta­ti­ve Stimmung. 

Für “Die Pres­se” in Wien hat der Rei­sen­de nach der Rück­kehr einen Arti­kel über Lil­les Muse­en geschrie­ben, mit Paris ver­gli­chen. Mor­gen besucht er mit Alex­an­dra das Muse­um Lou­vre.

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Louvre: Selfie-Chaos um Mona Lisa

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Sel­fie-Cha­os vor der Mona Lisa im Louvre

Was für ein Cha­os! Sel­fie-Cha­os vor der Mona Lisa! In Muse­en geht der Rei­sen­de ger­ne und stun­den­lang. Dann erfährt er mehr über die Kul­tur eines Lan­des, einer Regi­on, damit er gut dar­über schrei­ben kann. Für heu­te haben sich Alex­an­dra und er das Muse­um Lou­vre in Paris vor­ge­nom­men. Dies ist unum­gäng­lich. Bei einer Städ­te­rei­se soll­ten weder das Vasa-Muse­um in Stock­holm, der Pra­do in Madrid noch das Natio­nal­mu­se­um in Kopen­ha­gen aus­ge­spart wer­den. Es sei denn, man hat nur Tivo­li oder fies­ta im Kopf.

Der Mona Lisa gilt der Besuch nicht in ers­ter Linie. Und in den meis­ten Abtei­lun­gen ent­kommt man auch dem Sel­fie-Cha­os im Lou­vre. Es gibt vie­le ande­re Welt­kunst im Ori­gi­nal zu sehen. Fran­zö­si­sche, ita­lie­ni­sche nie­der­län­di­sche und spa­ni­sche Meis­ter, berühm­te Wer­ke der Anti­ke. Wo, wenn nicht im Lou­vre, gibt es alles “auf einen Schlag zu sehen”. Schon beim Ein­tre­ten fühlt sich der Rei­sen­de erha­ben, geht es doch über eine schö­ne Trep­pe etwas tie­fer zum Bild­hau­er Rodin und zu hol­län­di­schen Meis­tern. Wer sich auf ihr umdreht, erkennt einen wun­der­schö­nen Blick auf ein run­des gro­ßes Fens­ter. Auch im Dach befin­den sich meh­re­re Glas­ele­men­te, um Licht ein­zu­las­sen. Denn das Muse­um ist ein ehe­ma­li­ger Bahn­hof. Aber es gibt auch ganz moder­ne Bau­ele­men­te wie eine Pyra­mi­de inner­halb eines Einkaufszentrums. 

Ein rie­si­ges Gebäu­de mit einer Viel­zahl voll­ge­stell­ter Räu­me. Auf Dau­er wirkt sich dies aber auch ermü­dend aus. Es emp­fiehlt sich also, sich bes­ser auf ein oder zwei Epo­chen zu kon­zen­trie­ren, als alles sehen zu wol­len. Jeder kann ja wie­der­kom­men. Ein Kon­zept, das sich beim Rei­sen­den bewährt hat: Denn er hat immer einen Grund, in eine Stadt oder Regi­on zurück­zu­keh­ren, weil es dort noch Din­ge zu sehen gibt, die er noch nicht kennt. Auf dem zwei­ten Blick sieht er auch viel mehr oder anders, weil jetzt ande­re Men­schen dort sind oder das Licht foto­ge­ner fällt. Oder Bäu­me oder Gebäu­de ent­laubt oder ent­fernt sind und der Blick freier.

Mona Lisa anhand des Selfie-Chaos gefunden

An Mona Lisa kommt er nach zwei Stun­den Auf­ent­halt zufäl­lig vor­bei, schaut in den Saal, weil der so selt­sam voll ist. Wer hat die Dame nicht alles por­trä­tiert: Es gibt von Pablo Picas­so Mona Lisa, von Fri­da Kahlo Mona Lisa, von Andy War­hol Mona Lisa. Und es gibt Lego Mona Lisa. Aber bestimmt nicht bei dem Cha­os hier. Es ist so voll, dass ein Band wie auf dem Flug­hä­fen den Zustrom zum Gemäl­de kana­li­sie­ren muss, meh­re­re Ord­ner das Gewu­sel in den Griff bekom­men müs­sen. Alle schei­nen nur eines zu wol­len: einen Nach­weis per Sel­fie, dass sie hier gewe­sen sind. Sel­fie-Cha­os um Mona Lisa! Und es sind nicht nur Japa­ner oder Chi­ne­sen, die wie die Wil­den Leo­nar­do da Vin­cis Meis­ter­werk foto­gra­fie­ren, son­dern auch Men­schen aus ande­ren Kon­ti­nen­ten der Welt. Dies ist deut­lich auf dem Foto oben zu sehen.

Dabei ist die gemal­te Dame nicht ein­mal foto­gen, steht sie doch unterm Schutz von Pan­zer­glas. Kein Wun­der, wenn nach Anga­ben des Lou­vre täg­lich 20000 Besu­cher ins Haus strö­men, ist es nötig, sie abzu­schir­men. Es gilt, ande­re Kon­zep­te zu fin­den, damit Kunst­freun­de dem Sel­fie-Cha­os um Mona Lisa entkommen.

Seit März 2021 ent­hüllt der Lou­vre übri­gens online sei­ne Schät­ze. Über 480 000 Wer­ke ste­hen jetzt im Inter­net. Kos­ten­los, egal ob sie aus­ge­stellt, aus­ge­lie­hen oder ein­ge­la­gert sind. Unter www.collections.louvre.fr ste­hen bis­lang 74 Pro­zent der Bestän­de. Inter­es­sen­ten kön­nen die Samm­lung nach Kate­go­rien wie Male­rei, Skulp­tur oder Kunst­ob­jek­te durch­stö­bern. Oder aber nach Kunst­schu­len und unter­schied­li­chen Abtei­lun­gen des Muse­ums wie “Alter­tü­mer aus dem Nahen Osten”. Die Lei­tung des Hau­ses ver­steht die Online-Samm­lung als “Werk­zeug zur Demo­kra­ti­sie­rung”, wie Anne-Myr­ti­le Renoux gegen­über Sabi­ne Glau­bitz von der Deut­schen Pres­se-Agen­tur erklärte. 

Im Online-Lou­vre gibt es bestimmt auch kein Sel­fie-Cha­os um Mona Lisa. Aber die Lei­tung ist bestimmt schon mal zusammengebrochen.

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Mit Schulbuchbildern im Kopf nach Paris

Obwohl Freun­din Alex­an­dra im Tou­ris­mus­sek­tor arbei­tet, hat sie eini­ges in Euro­pa noch nicht gese­hen. Schon lan­ge plant sie, sich berühm­te Metro­po­len anzu­schau­en. Franz Kaf­kas “Der Pro­zess” liegt auf dem Nacht­schrank. Des­sen sur­rea­lis­ti­sche Schil­de­run­gen lös­ten den Wunsch aus, sich Prag anzu­schau­en. Kaf­ka ist in Prag auf die Welt gekom­men. Die anti­ke Mit­tel­meer­welt hat sie schon in der Schu­le fas­zi­niert. Daher will sie auch nach Athen flie­gen, um sich berühm­te Tem­pel anzu­schau­en. In Geschich­te hat sie sich auch mit Fran­zö­si­scher Revo­lu­ti­on und Son­nen­kö­nig Lud­wig XIV. aus­ein­an­der­ge­setzt. Mit Schul­buch­bil­dern im Kopf begibt sie sich jetzt nach Paris.

Die in Paris gefäll­ten Ent­schei­dun­gen bezüg­lich fran­zö­si­scher Erobe­rungs­gier waren deut­lich in ihrem Hei­mat­land Por­tu­gal in Form gro­ßer Beben spü­ren. Daher mit Ver­sailles das eins­ti­ge Zen­trum abso­lu­tis­ti­scher Macht mit eige­nen Augen sehen. Wel­che Spu­ren hat sinn­los hin­ge­rich­te­te Köni­gin Marie Antoi­net­te hin­ter­las­sen? Zuvor hat sie eine Bio­gra­fie Marie Antoi­net­tes gele­sen. Auf ihrer Lis­te ste­hen Wahr­zei­chen wie Eif­fel­turm und die Kathe­dra­le Not­re-Dame de Paris, Muse­en wie Lou­vre und d’Or­say und eine roman­ti­sche Seine-Flussfahrt.

Erstaunlich ruhige Innenstadt

Den Rei­sen­den bewegt ähn­li­ches: Von Haupt­städ­ten hat er Kopen­ha­gen, Stock­holm, Hel­sin­ki, Oslo, Lon­don und Madrid gese­hen. Doch in Paris kennt er nur den Weg zwi­schen den Bahn­hö­fen Mont­par­nas­se und Gare de l’Est. Als er aus Spa­ni­en mit dem Rad zurück­kam, muss­te er die Stadt que­ren, um nach Deutsch­land wei­ter­zu­fah­ren. Er war über­rascht, wie ruhig es war. Statt auf Cha­os traf er auf Orte der Muße wie Boule spie­len­de Männer.

Mit­te Mai 2021 mach­te das Pari­ser Rat­haus bekannt, dass es das Zen­trum ver­kehrs­be­ru­hi­gen, Auto­ver­kehr mas­siv ein­schrän­ken wol­le. 180 000 Fahr­zeu­ge füh­ren durch, davon 100 000 ohne anzu­hal­ten, sag­te David Bel­li­ard von den Grü­nen. Künf­tig sol­len nur Anwoh­ner, Bus­se, Taxis, Hand­wer­ker, Gewer­be­trei­ben­de und Zustel­ler dort unter­wegs sein dür­fen. Die Ver­än­de­rung gel­te fürs Gebiet rund um die Sei­ne-Insel Île de la Cité und das sieb­te Arrondissements.

Vieles nur aus dem Schulbuch bekannt

Schul­buch­bil­der von Paris im Kopf hat auch der Rei­sen­de. Er kennt die Stadt eben­so aus Fil­men, Erzäh­lun­gen und Ölbil­dern sei­nes Künst­ler­freun­des Frank Sie­we­ring. Die­ser brach­te Fotos und Skiz­zen aus Frank­reich mit, um sie zuhau­se in Aqua­rel­le und Ölbil­dern aus­zu­ar­bei­ten. Sie­we­ring ließ sich schon immer von van Gogh, Schie­le, Macke und Klee inspi­rie­ren. Sei­ne Wer­ke hän­gen jetzt in sei­nem Zuhau­se, in Büros von Ban­kern und Industriellen.

Klar, dass der Rei­sen­de und Alex­an­dra nahe Mont­mart­re bezie­hen wer­den. Sie haben eine Woh­nung über ein Inter­net­por­tal pri­vat gemie­tet. Wor­auf Du beim Mie­ten einer Woh­nung über Anbie­ter wie airbnb ach­ten soll­test, erfährst Du in die­sem hier in der Lokal­zeit Bonn. Dort spricht der Rei­sen­de mit Mode­ra­to­rin Sybil­le Schütt über Internetportale.

Neben his­to­ri­schen Quel­len aus Schu­le und Stu­di­um kennt der Rei­sen­de Paris aus Fil­men, die er eini­ge Jah­re ger­ne ange­schaut hat. Dar­un­ter fal­len Fran­tic und “Die Lie­ben­den von Pont Neuf”. Aber auch Hör­spie­le mit Kom­mis­sar Mai­gret inspi­rie­ren ihn. Er will den Spie­gel­saal von Ver­sailles sehen, der in der deut­schen Geschich­te eine wich­ti­ge Rol­le spiel­te. Mit die­sen Inspi­ra­tio­nen im Gepäck fah­ren er und Alex­an­dra bald nach Frank­reich. Natür­lich mit Boule-Kugeln in der Tasche. Denn das tut der Rei­sen­de seit sei­ner Kind­heit. Oft spiel­te er in Süd­frank­reich ger­ne mit Ein­hei­mi­schen. Mal schau­en, was aus den Schul­buch­bil­dern von Paris am Ende übrig bleibt!

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Subtropenparadies auf dem Vulkan

Weit drau­ßen im Atlan­tik hat sich der Rei­sen­de bis­her noch nie auf­ge­hal­ten. Am wei­tes­ten war es bis­her auf der Kana­ren­in­sel El Hier­ro. Doch Madei­ra — ein Sub­tro­pen­pa­ra­dies auf dem Vul­kan — unter­schei­det sich deut­lich von den Kana­ri­schen Inseln. Dies gilt sowohl für die Vege­ta­ti­on als auch für die Men­schen. Dies hat sich auf der Madei­ra-Rund­rei­se gezeigt. Gut zu errei­chen ist die Insel über die Ver­bin­dung Frank­furt Fun­chal mit Umstei­gen in Lissabon.

Auf den Kana­ren hat der Rei­sen­de das Gefühl, nach wie vor in Spa­ni­en zu sein. Selbst im Win­ter ist es dort recht tro­cken. Der Tei­de auf Tene­rif­fa unter­schei­det sich auch nicht so sehr von ande­ren Ber­gen Spa­ni­ens. Hier wie dort wach­sen Pflan­zen wie auf dem Fest­land: Agar­ven und Pal­men. Beson­ders ist Vul­kan­ge­stein, das auf El Hier­ro schwarz ist und auch als Bau­ma­te­ri­al ver­wen­det wird. Je nach Wet­ter­la­ge kann es sich etwas depres­siv auf die Stim­mung aus­wir­ken, wenn man die weiß getünch­ten Häu­ser Spa­ni­ens gewöhnt ist. Aber die Ein­woh­ner sind und blei­ben Spa­ni­er: ein fröh­li­ches Volk.

Auf Madei­ra wan­delt sich das Bild: Es scheint feuch­ter zu sein und daher auch grü­ner. Eine Wan­de­rung führt den Rei­sen­den und sei­ne Grup­pe durch den Par­que das Quei­ma­das. Madei­ra-Wan­der­ur­laub wol­len die Tou­ris­ti­ker der Insel eta­blie­ren, um so auch vom Image der Rent­ner- und Golf-Insel weg­zu­kom­men. An der Sei­te des Wan­der­we­ges plät­schern Rinn­sa­le durch die so genann­ten leva­das. Mit die­sen bewäs­sern Bau­ern ihre Fel­der. Es ist natür­li­ches Was­ser. Dies kommt vor allem auf der nie­der­schlags­rei­chen Nord­sei­te der Insel vor. Hor­ten­si­en wach­sen in Mas­sen am Weges­rand, was in Schwe­den den Lupi­nen optisch ent­spricht. Üppi­ger Blu­men­be­wuchs ist in Spa­ni­en hin­ge­gen sel­ten zu sehen. Hor­ten­si­en wach­sen dort wohl fast nur in Gär­ten. Die Far­be des Vul­kan­ge­steins fällt nicht so ins Auge. 

Fast schon devot

Die Men­schen sind hier ruhi­ger als in Spa­ni­en. Man­che Direk­to­ren wie Kell­ner in den Hotels erschei­nen einem fast schon devot. Das ist der Rei­sen­de nicht so gewöhnt. Und es nervt auch etwas, wenn sich jemand vor einem stän­dig leicht ver­neigt, wenn man sich mit jeman­dem unter­hält oder das Essen ser­viert bekommt. Viel­leicht liegt es dar­an, dass das der hier manch­mal her­bei segeln­de Adel es so erwar­tet. Prin­zes­sin Vik­to­ria von Schwe­den gas­tier­te hier schon eini­ge Male. Natür­lich schau­en auch ent­spre­chend Ade­li­ge aus Eng­land vor­bei. Bri­ten machen den Haupt­teil aus­län­di­scher Besu­cher aus, die man dann abends erschöpft vom Golf­platz zurück­kom­men sieht. Es liegt ganz sicher dar­an, dass das Sub­tro­pen­pa­ra­dies auf dem Vul­kan abge­le­ge­ner ist. Die geo­gra­phi­sche Lage formt die Bewoh­ner. Men­schen im Dou­ro Val­ley in Nord­por­tu­gal sind wie­der ganz anders. Dort ist die Land­schaft mediterran.

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