Portugal wirbt um 2,3 Millionen Rückkehrer

Im Ausland lebende Portugiesen will die Regierung zurücklocken – bei gut 2,3 Millionen ist das natürlich ein großes Potential. Sie sollen bei der Modernisierung des Landes anpacken und den Bevölkerungsschwund stoppen.

Bei meinen Reisen treffe ich vor allem in den kleinen Städten und Dörfern Rückkehrer aus dem Ausland an.

Die spektakulärste Begegnung ergab sich in Almeida in Zentralportugal. Nachdem ich mir die alte Festungsstadt angesehen hatte, an der sich Napoleon bei seinen Europa unterjochenden Kriegszügen eine Zeitlang beinahe die Zähne ausgebrochen hätte, radelte ich durch die Neustadt. Der Wind wirbelte Sand auf, der zwischen sicher 20 Wellblechhütten angehäuft war. Er bewegte auch eine Tür dazu, sich quietschend hin und her zu bewegen. „Diese wie in einem Westernfilm aussehende Siedlung muss ich mir ansehen“, dachte ich mir und radelte langsam zwischen den Häusern entlang. An den Fassaden platzte Metall ab, Rost war sichtbar, manche waren verlassen. Schuhe, Schutt und einen Kühlschrank enthielt eines der verlassenen Gebäude.

Aber vor einigen Häusern gab es auch kleine Vorgärten. Eine Frau kam heraus und goss ihre Blumen. Eine gute Möglichkeit, hier mal mit jemandem zu sprechen, der mir etwas über diese merkwürdige Siedlung erzählen konnte. Die gut 50 Jahre alte Frau arbeitet als Köchin in einem Restaurant in einem Nachbarort. Ich darf auch einen Blick von der Haustür ins das Haus werfen, das sorgsam eingerichtet ist. Zu sehen sind Bilder ihrer Familie im Wohnzimmer, Flaschen mit Wein und Öl in der Küche – überhaupt nicht elend. In der Zwischenzeit sammeln sich vor der Tür Frauen und beginnen munter, sich miteinander zu unterhalten. Meine neue Bekannte schließt sich an und so beschließe ich, nach Castelo Rodrigo zurückzukehren. Im Gegensatz zum auf einer Hochebene liegenden Almeida liegt Castelo Rodrigo hoch auf einem steil ansteigenden Berg. Ich frage meine Gastgeberin, ob sie die Wellblechsiedlung kenne. Natürlich! Dort lebten Rückkehrer aus Brasilien. Die Häuser habe damals ein Unternehmen aus der DDR errichtet.

Einen kurzen Film über die Gegend habe ich auf meinem YouTube-Kanal laufen. Er dokumentiert meine Reise durch die Serra da Estrela, über die ich demnächst einen Kulturreiseführer herausgegebe.

Durchstreifen & Erleben auf YouTube

Wer sich für das Rückkehrprogramm interessiert, sollte hier nachschauen.

Portugal wirbt um Rückkehrer

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