Camping in europäischen Metropolen

Immer wieder fragen Camper in den sozialen Medien nach guten Plätzen in Spanien, Schweden, Frankreich und so fort. Der “Kurier” in Wien hat jetzt das Bedürfnis vieler Leser aufgegriffen und empfiehlt Campingplätze in verschiedenen europäischen Metropolen. Ihnen gemeinsam ist eine akzeptable Entfernung zur jeweiligen Innenstadt und eine gute Anbindung an den ÖPNV.

Die Liste für Deine nächsten Trips findest Du hier:

Campingplätze europäischer Metropolen

Zwischen Schlangen und Maränen auf einem Floß über den See schippern – Sommerferien in Finnland

Finnland – an diesem Land hängen viele viele Erinnerungen. Schon als Jugendlicher war ich dort einige Male in den Ferien.

Wir mieteten öfter in der Nähe von Mikkeli und Lappeenranta Sommerhäuser an Seen mit Sauna und Boot. Mein älterer Bruder, ein handwerkliches Genie, baute dort in einem Sommer ein Floß mit Segel aus herumliegenden Stämmen und Kanistern, mit dem wir dann auf dem See herumschipperten. Er zauberte in jedem Sommer etwas Schönes für uns alle.

Mit meinem jüngeren Bruder und meinem Vater ruderte ich dort jeden Sommer oft viele Kilometer über die Seen, um zu angeln. In den Seen gab es Hechte ohne Ende; in klaren Gewässern ab einer Größe von 80 Zentimetern immer noch einer der besten Speisefische für mich und im Backofen leicht zuzubereiten. Sehr gerne hätten wir auch Maränen gefangen, ein kleiner Lachsfisch, den die Bauern hier aber in Netzen fingen und nicht mit der Angel. Ein Bauer brachte uns in einem Sommer mal einen frischen Fang, der sehr mundete.

Tiere gab es außer Fischen in großen Mengen und Vielzahl in der Umgebung. Rund um ein Sommerhaus, das wir bis heute “Jagdhaus” nennen, schlängelten sich sehr viele schwarze Schlangen, die mir so dick wie Fahradschläuche vorkamen. Sie sonnten sich auf den Forstwegen, schliefen unter dem auf Pfählen stehenden Haus, wanden sich an uns vorbei zum Moorsee, wo manche offenbar auf Jagd gingen. Sie schwammen auch mit uns im Wasser. Nicht nur einmal sah ich ein Tier mit hoch erhobenen Kopf über der Oberfläche.

Auch Elche gab es zu sehen, wenn sie abends zur Futtersuche auf die Lichtungen traten. Eine schöne Zeit, die ich mir manchmal bei Touren durch die nordischen Länder wiederhole. Die Tiere kennen Radfahrer nicht und daher kann man ihnen oft recht nahe kommen, um sie zu beobachten. Und die Luft ist im Norden so gut, dass ich auf den Seen leicht über hunderte von Metern nachverfolgen konnte, wo ein entgegenkommender Raucher so überall auf dem See gewesen war. Gingen wir einkaufen, wurde mir oft in den Geschäften übel, weil darin die Luft so schlecht war. Wer fast nur in Deutschland lebt, kriegt gar nicht mit, wie schlecht die Luft hier riecht oder das Wasser schmeckt. Man ist einfach nichts anderes gewohnt. Trinke mal Wasser aus einer Quelle im Norden und du wirst merken, wie herrlich frisch und teilweise sogar süß das Wasser schmecken kann. Mir zeigte mal ein Same in Nordschweden solch eine Quelle, aus der er sich selbst öfter mal einen Vorrat abschöpfte.

Was hingegen ein Autor der Schweizer “Sonntagszeitung” während seines Aufenthalts in der Umgebung von Rovaniemi erlebt hat, kannst Du hier nachlesen.

Elche machen sich rar

Zwei Wochen durch Portugal mit dem Rad

Schade, gerade habe ich mich auf einen schönen Artikel in der Neuen Zürcher Zeitung übers Radwandern von Portugals Norden in den Süden gefreut; dieser ist auch so angeteast. Der Autor scheint zwei Wochen lang von Chaves nach Faro geradelt zu sein. Doch nach dem Teaser steht gar nichts mehr übers Radfahren drin.

Im Großen und Ganzen ist der Text schon in sich stimmig, was der Verfasser über Portugal schreibt, meistens über Menschen in den Bars und Tourismusmitarbeiter, was er dann mit Fakten verknüpft, die so tagtäglich über Migration und Industrie in den Medien stehen. Eher würde der Inhalt daher in den Wirtschaftsteil passen.

Doch als Radfahrer interessieren mich landschaftliche Reize für gute Fotos, Besonderheiten zum Besichtigen, Sicherheit und Verkehr, schwierige Steigungen, Straßenbelag, Mentalität der Bewohner, etwa Hilfsbereitschaft, wenn man eine Panne hat oder Wasser braucht.

All dies macht eine Radreise aus. Portugal hat sehr viel zu bieten, wenn man dort radelt. Was, das beschreibe ich meinem demnächst erscheinenden Kulturreiseführer über die Serra da Estrela im Nordosten des Landes.

Und hier der Text über die “Radtour” des Autors.

Mit dem Rad von Chaves nach Faro

Urlaub an den Orten der Sehnsucht

Es gibt viele Orte auf der Welt, die einen klangvollen Namen tragen, die man daher unbedingt wenigstens einmal im Leben gesehen haben muss. Für mich waren es als Jugendlicher Norderney und Monschau, später gesellten sich Sehnsuchtsorte wie Biarritz, Santiago de Compostela, die Avenue des Champs-Élysées oder Pont Neuf dazu.

Nach Norderney wollte ich immer mit dem Rad radeln, weil sich für mich der Name so richtig schön nach hohem Norden anhörte. Noch dazu eine Insel in der wilden Nordsee mit viel Sand und hohen Wellen. Es erschien mir als Heranwachsendem schon als eine ganz schön weite Strecke, von Münster aus dorthin zu strampeln.

Monschau hingegen erschien mir immer als verwunschen, wahrscheinlich auch wegen des -sch- darin. Fotos zeigten immer viel Wald, Berge, Flüsse, eben das, was die Eifel so zu bieten hat. Meine Mitschüler waren dort auf Klassenfahrt, aber ich war damals krank, weshalb mir Hellenthal und Monschau vorenthalten blieben. Ich war sehr traurig, nicht mit ins Schullandheim mitzudürfen.

Da ich mir immer sehr gerne Landkarten ansah und abzeichnete, gedanklich auch oft mit deutschen Fußballvereinen durch Europa reiste, Literatur las, romantische Filme ansah, erweiterte sich mein Entdeckerdrang zusehends. Die Welt umradeln wollte ich oder wenigstens durch Europa fahren, um mir Seebäder, Pilgerorte, den Glanz der großen weiten Welt anschauen.

Biarritz war dann tatsächlich der erste Ort, an dem ich die Sehnsucht stillen konnte, kam dann tatsächlich auf einer meiner ersten Radreisen auf dem berühmten Jakobsweg dort an. Ich hatte mir immer tolle Sandstrände vorgestellt, einen Ort mit gemütlichen französischen Cafés, schöner Musik, war dann aber ziemlich enttäuscht über dieses langweilige Seebad. Und besonders toll fand ich den Strand jetzt auch nicht.

Die Seen und Strände Dänemarks und Schwedens fand ich wesentlich schöner, den heißen Zuckersand durch die Finger gleiten zu lassen, die geheimnisvollen Fische in Banyules-sur-mer oder Palamos auf der Fahrt mit dem Leistungskurs beim Tauchen zu beobachten. Norderney habe ich übrigens bis heute noch nicht gesehen.

Wie ergeht es Dir an deinen Sehnsuchtsorten?

Was hingegen eine Autorin der österreichischen Zeitung “Die Presse” am Sehnsuchtsort Cannes erlebte, kannst du hier nachlesen.

Sehnsuchtsort Cannes

Mit Nachtzügen auf Reisen

In meinem Leben bin ich zweimal mit einem Nachtzug gefahren. Das erste Mal fuhr ich mit einem meiner Brüder von Münster nach Karlstad in Värmland. Wir waren Jugendliche, es war daher aufregend. Erstmals auf weiter Fahrt, noch dazu über Nacht. Ich erinnere mich, wie mein Bruder mich veräppelte. Ich war tatsächlich peinlich berührt, als ich, kaum auf der Toilette, eine barsche Durchsage auf Schwedisch hörte, die ich kaum verstand. Der Zug stand gerade auf einem Bahnhof.

Nach der Rückkehr fragte ich meinen Bruder, was gesagt worden sei. “Er hat gesagt, während des Aufenthalts auf einem Bahnhof ist die Benutzung der Toilette verboten.” Mir schoss die Röte ins Gesicht. Was ich mir dachte, kann sich jeder jetzt selbst ausdenken.

Meine zweite Nachtfahrt führte von Burgos nach Lissabon. Ich war mit zwei Freunden – Christoph und Gerhard – auf dem französischen Jakobsweg von Belfort bis Biarritz geradelt, setzte alleine über die Pyrenäen und gelangte schließlich nach Burgos.

Doch wo konnte ich im Zug das Rad lassen? Ein Fahrradabteil gab es nicht. Doch Spanier haben eine Art, die ich sehr schätze: Sie regeln die Dinge oft unbürokratisch. Der Schaffner packte mein Rad und schob es einfach in sein Abteil. So konnte ich es mir im Schlafwagen gemütlich machen. Am nächsten Morgen holte ich es in Lissabon ab, frühstückte am Tejo.

Jetzt musste es nur noch irgendwie zum Flughafen in Faro weitergehen. Der nächste Zug nach Setúbal nahm mich noch mit. Doch dort ging nichts mehr. Der Schaffner des nächsten Zuges weigerte sich, mein Rad mitzunehmen. Ich sollte zum Busbahnhof radeln, sagte er. Dort gebe es Fernbusse. Gesagt, getan. Doch auch dort gab es Schwierigkeiten. Niemand wollte das Rad mitnehmen. In Schweden wird es einfach am Hinterteil fixiert und los geht es. Ein netter Busfahrer einer anderen Linie sagte mir, ich sollte es einpacken. Dann würde sich schon jemand erbarmen. Ich besorgte Folie, denn die Leute hatten Sorge, es könnte das Gepäck beschmutzen. Alles sauber verpackt. Doch vergebens. Niemand erbarmte sich. wurde Abend. Morgen früh ging mein Flieger, mein Arbeitgeber erwartete mich in der Redaktion.

Ich entschloss mich, es als Anhalter an der Schnellstraße zu versuchen. Viele Portugiesen hielten auch. Doch manche dachten, ich hätte eine Panne, wollten helfen, andere wollten nur auf Partys. Verdammt. Es war dunkel, 22 Uhr. Stundenlang hatte ich gehofft.

Ich radelte um 23 Uhr in den Ort, suchte ein Taxi. Und tatsächlich fand ich jemanden, der bereit war, mich nach Faro zu bringen. Der Preis dafür war unfassbar günstig. Ich glaube, ich zahlte höchstens 150 Euro. Um fünf Uhr morgens setzte mich der supernette Privatchauffeur ab. Es war überstanden.

Was ein Autor der Zeitung “Die Welt” hingegen auf der Nachtfahrt von Lissabon nach San Sebastián erlebte, kannst Du hier nachlesen.

Nachtzug nach San Sebastián

Verführerisch schön für Sportler und Kunstkenner

Die Gegend rund um den Rio Minho scheint verführerisch schön zu sein. So schreibt es jedenfalls der Verfasser eines Artikels für das Magazin “Descobrir Portugal”. Er meint ganz besonders die an Galizien grenzende Hochebene von Castro Laboreiro, die sich innerhalb des Nationalparks Peneda-Gerês befindet. Sie liegt im Distrikt Viana do Castelo und ist gut 25 Kilometer entfernt von der Kleinstadt Melgaço.

Besonders hochwertig: In Laboreiro befinde sich eine der wichtigsten prähistorischen Stätten Portugals. Dort gebe es Felsritzungen und -zeichnungen sowie Einzelgräber und 120 Dolmen, die bereits über 5000 Jahre alt seien.
Als weitere Sehenswürdigkeiten zählt der Autor die Burg Castro Laboreiro auf, die heute ein Nationaldenkmal sei, die barocke Kirche Matriz de Castro Laboreiro sowie einige mittelalterliche Kirchen, noch erhaltene gemeinschaftliche Backöfen sowie eine ganze Reihe von mit Wassermühlen.

Die Burg, von der nur noch eine Ruine übrig ist, liegt immerhin auf einer Höhe von gut 1025 Metern. In solch einer isolierten Lage hätten sich die Traditionen der Gegend gut erhalten, die unter anderem durch Schafhaltung gekennzeichnet sei. Noch heute sei dort mit Einbruch des Winters der Almabtrieb zu beobachten. In Massen strömten die Tiere ab Dezember in die Täler, wo sie überwinterten.

Im Nucleo Museológico de Castro Laboreiro sei es möglich, sich mit den Lebensbedingungen der Menschen auseinanderzusetzen, die zum Teil in bitterer Armut gelebt hätten. Bei nicht wenigen hätte diese zur Auswanderung geführt, darauf hoffend, woanders ein besseres Leben führen zu können.

Dem Reisenden von heute biete sich neben kunsthistorischen Schätzen eine beeindruckende Natur, die auch durch den Rio Laboreiro geformt wurde, der sich hier durchs Gebirge windet. Freizeitsportler kämen hier ganzjährig auf ihre Kosten.

Beeindruckende Bilder findest du auf

Castro Laboreiro

Schweben über dem Wasser eines Fjordes

Es gibt doch noch schöne Orte in Norwegen, deren Namen ich noch nie gehört habe. Zu denen gehört zum Beispiel Loen. Melina Pambou Sundfør von der schwedischen Zeitung “Aftonbladet” beschreibt ihn als kleinen Ort bei Lobukta in Nordfjord. Dort fänden Reisende kristallklares Wasser und eine abenteuerliche Natur vor.
Sie empfiehlt auch den schönen Ort Gudvangen. Dieser liege in der Kommune Aurland in Sogn og Fjordane. Dort gebe es eine phantastische Landschaft auf. Dessen Perle: ein tiefer Fjord.
Vom “Atlanterhavsveien” habe ich auch noch nichts gelesen. Es handele sich um einen schönen Weg für Touristen auf Nordmøre in Møre og Romsdal. Wer dort langfahre, fühle sich so, als schwebe man über dem Wasser. Bei Sunnmøre in Møre og Romsdal gebe es einen 15 Kilometer langen Fjord mit vielen phantastischen Naturerlebnissen.

Der gar größte Gletscher Europas auf dem Festland befinde sich in Sogn og Fjordane. In einem der vielen Museen werde man gut informiert, und es sei auch möglich, Touren auf den Gletscher zu buchen.

Ziemlich bekannt hingegen dürfte zumindest den Norwegenfans Trollstigen, ein “imponierender Weg” in der Kommune Rauma. Der Weg schlinge sich mit elf Kurven geradezu durchs Gebirge. “Att sitta i en bil länge kan vara trist, men absolut inte på en väg som den här“, verspricht Melina Pambou Sundfør.
Wer über die größten norwegischen Schätze spreche, komme an Trolltunga bei Odda nicht vorbei. Diese sei eine der spektakulärsten Bergformationen des Landes.

Nicht fehlen dürfe natürlich auch
Steigen, eine Naturheimlichkeit in Nordland. In einer schönen Hochgebirgslandschaft erstreckten sich dort kreideweiße Strände im Weltklasseformat und das Wasser sei smaragdgrün.

Schöne Bilder findest du hier:

7 magische Orte in Norwegen

Urlaub der Extreme

Eine ganz andere Perspektive erhältst Du, wenn du im Urlaub ein Land nach geographischen Punkten erkundest. Geographen vorwärts!

Nach der Zeitung „La Voz de Galicia“ gibt es in Spanien so einige interessante geographische Punkte. Ich persönlich habe mit dem Ort Tarifa jetzt endlich eine Eselsbrücke für die Grenze zwischen Atlantik und Mittelmeer gefunden, denn ich konnte mir das bisher nie merken. In Tarifa ist mir bei einer meiner Radwanderungen vor allem der wahnsinnige Wind am Strand aufgefallen, weshalb die Gegend besonders Surfern gefällt.

Hingegen gilt Estaca de Bares in der Provinz A Coruña als Ort, wo der Atlantik vom kantabrischen Meer getrennt wird. Dort liegt ebenfalls der nördlichste Punkt der Iberischen Halbinsel mit schöner Steilküste, die zugleich Lebensraum und Durchzugsgebiet von Zugvögeln ist.

Hingegen war mir aber schon beim Urlaub auf der Kanareninsel El Hierro bewusst, dass ich mich an der Punta de la Orchilla am westlichsten Punkt Spaniens befand. Vor 1492 habe man geglaubt, dass sich dort der westlichste Punkt der Erde befand, schreibt „La Voz“.

Und an welchen Punkten ergibt sich die längste Strecke zwischen Westen und Osten der Halbinsel? Den östlichen Punkt bildet der Cabo de Creus bei Gerona, wo es einen spektakulären Naturpark gibt. Im Westen hingegen liegt der Cabo Fisterra das Gegenüber, der auch Ziel der Jakobspilger ist, die auch etwas von der beeindruckenden Steilküste sehen wollen, von der ein Teil sogar als Todesküste bezeichnet wird. Unter Seefahrern gilt diese Küste als gefährlich. Viel Spaß beim Durchstreifen und Erleben.

Weitere Informationen:

Einzigartige geographische Ziele in Spanien

Ist Hilfe zur Flucht eine Heldentat?

Flucht und Schmuggel, immer wieder beliebt bei Menschen der schreibenden Zunft, um Spannung zu erzeugen, auch bei Touristikern zur Vermarktung ihrer Region. Walter Benjamin muss oft dafür herhalten, wenn es um die Flucht über die Pyrenäen geht.

Dies ist jetzt auch beim Deutschlandfunk (DLF) der Fall, der in einem Beitrag mit Paul Broué einen Fluchthelfer in Südfrankreich vorstellt. Der Sohn eines Gastwirts wird jetzt offenbar als Held gefeiert.

Heldenverehrung empfinde ich als problematisch. Dadurch reduziert sich Geschichte oft auf die Leistung großer Männer; ebenso Zeitzeugen wie Broué nach ihren Erlebnissen zu befragen, da diese oft dazu neigen, die Erfahrungen empathisch darzustellen und somit nicht als Quelle herhalten dürfen für die Bedeutung des Chemin de la Liberté. Leider ist die Autorin auch in ihrem Beitrag nicht distanziert genug, prüft nicht, ob dessen Angaben stimmen.

Hintergründiger als dieser DLF-Beitrag ist vielmehr die Lektüre des Romans “Die letzten Flöße” der Schwedin Kerstin Ekman. Auch wenn es “nur” ein Roman ist und der Stoff also wohl erfunden: Ihr gelingt es, grundsätzliche Probleme zu benennen, die durch Besatzer im eigenen Land entstehen können und die daraus resultierenden Folgen für die Bevölkerung. Auch Fluchtursachen stellt sie deutlich heraus wie am Beispiel eines norwegischen Künstlers, der an sich gar nicht vor Verfolgung fliehen musste, sondern nur das Klima in seinem Land und seine eigene Existenz nicht mehr ertrug. Daher wählte er den Weg nach Schweden.

Auch Norwegen war während des Zweiten Weltkriegs durch Deutsche besetzt. Nicht nur dort, sondern selbst im unbesetzten Schweden litt man Ekman zufolge darunter wie zum Beispiel die Sami, deren Rentierherden jetzt nicht mehr ungehindert die Grenze überschreiten konnten. Denn die war offenbar gesperrt. Dies muss, glaubt man Ekman, ungeheure existentielle Nöte unter den Sami hervorgerufen haben. Es gab dort auch wohl Hunger. Und es mangelte durch den Krieg allgemein an Waren.

Selbst in grenznahen schwedischen Orten saßen wohl Sympathisanten der Deutschen, weshalb man sehr vorsichtig sein musste, wenn man die Grenze heimlich, von Norwegen kommend, überschritt. Und es gab offenbar auch in den norwegischen Bergen deutsche Patrouillen, die verhindern sollten, dass Menschen die Flucht ins Nachbarland gelang.

Ist Hilfe zur Flucht uneigennützig? Ist Hilfe zur Flucht eine Hilfe, die dem Flüchtenden hilft?

Chemin de Liberté -Weg in die Freiheit?

Wer ist die Schönste im ganzen Land?

Wer ist die Schönste im ganzen Land? In Spanien werden offenbar laufend schöne Dörfer und Städte erwählt. Jetzt zieht die Redaktion des Magazins Vortex nach und nennt ihrerseits die zehn schönsten Städte. Von denen kenne ich eine – die Kleinstadt Tavira in Algarve.

Tavira ist wirklich hübsch. Sie liegt nicht nur direkt am Meer, sondern es fließt auch der Fluss Gilao durch die Stadt. Auf einer Brücke flanieren Besucher in den Ort, also gerade abends, wenn das Licht weich wird, wird es romantisch für Paare.

Die Menschen ziehen durch die engen Gassen der Altstadt, schauen sich die schönen Waren an, die die Kaufleute anbieten, es ist nicht nur Nepp für Touristen. Das bunte Treiben kannst Du Dir auch von der Dachterrasse eines guten Fischrestaurants im Zentrum der Stadt anschauen.

Die neun anderen schönsten Städte findest Du hier. Sattle schon mal dein Fahrrad! Gerade im Frühjahr ist es in Portugal sehr reizvoll.

Spieglein, Spieglein

Fischfestival in Lissabon startet

Lecker. Auf den Fotos des portugiesischen Magazins Evasões sieht der zubereitete Fisch einfach nur gut aus. In Lissabon startet jetzt das große gastronomische Festival Sem Espinhas. 17 Restaurants bieten verschiedene Gerichte an. Diese kosten nur zehn bis zwanzig Euro.

Solche Feste im Süden sind oft ziemlich lustig, gerade jetzt, wenn die Sonne im März schon wieder Kraft hat und wärmt. Kürzlich berichtete ich hier vom Zwiebelfest in Katalonien, an dem ich mal als Erasmus-Student teilnahm und das aufgrund der Fröhlichkeit heute unvergessen ist.

Wer nächste Woche also noch nichts vorhat – Lissabon lohnt sich immer. Das Fest dauert vom 18. bis 24. März.

Mehr Infos und Programm unter: Fischfestival in Lissabon

Reisen zu den Vögeln – Tipps

Das ist ja mal ein interessantes Interview einer Zeitung für Reisende, die gerne Vögel in der Natur beobachten. Es kann sehr befreiend sein, sich mal für einige Stunden mit einer anderen Welt zu befassen, die oft schon vor der eigenen Haustür liegt.

Bis heute erinnere ich mich noch sehr gerne an die norwegische Vogelwelt. Auf Vesterålen zu beobachten, wie Papageitaucher fischen, ist sehr lustig. Und zu sehen, wie Möwen dann versuchen, ihnen den Fisch abzujagen, auch.

Die Tageszeitung “La Vanguardia” aus Barcelona befragte jetzt einen Ornithologen, wie man an die Vogelbeobachtung herangehen kann. Es handelt sich um Borja Milá, einen Forscher im Departamento de Biodiversidad y Biología Evolutiva am Museo Nacional de Ciencias Naturales del CSIC in Madrid.

Er meint, dass man dazu grundsätzlich Lust und Leidenschaft mitbringen solle. Der Rest komme mit der Erfahrung.

Anfangs sei es mühsam, das Gefieder der unterschiedlichen Arten zu unterscheiden, auch Altersunterschiede und Geschlechter zu unterscheiden. Aber mit der Zeit entwickele sich die Fähigkeit dazu.

Für wichtig hält er es ebenso, Vogelstimmen zu erkennen. Denn das helfe, die Tiere in freier Natur zu entdecken. Sich Aufnahmen der Gesänge anzuhören, sei eine Möglichkeit; die bessere Alternative allerdings sei es, selbst loszuziehen und den Vögeln einfach zuzuhören. Lernerfolg stelle sich sehr schnell ein.

Mehr Infos unter

Tipps der La Vanguardia für die Vogelbeobachtung