• Reiseziele

    320 Tonnen schweres Flusscafé

    320 Ton­nen schwe­res Fluss­ca­fé: Der Stadt ent­rückt sind die Gäs­te im Café auf der Murin­sel, der nächs­ten Sta­ti­on in Graz. Das wie eine Muschel unter Ver­wen­dung von Glas- und Stahl­ele­men­ten geform­te Café ist 47 Meter lang . Es ist 320 Ton­nen schwer, eine eige­ne Welt moderns­ter Prä­gung. Es liegt auf der Mur, dem Stadt­fluss, auf dem sogar Strom­schnel­len auf­blit­zen. Wäh­rend das Was­ser rauscht, tur­nen Kin­der im Frei­en auf einem Klet­ter­netz. In der Muschel ist es schwül wie in einem Treib­haus, eine Glas­welt mit wei­ßem und blau­em Kunststoff-Mobiliar. Eine Kell­ne­rin strei­tet sich mit einem Kol­le­gen, ob sie oder er fünf gro­ße Bier­glä­ser tra­gen soll. An den Tischen sit­zen Tou­ris­ten, die Rei­se­füh­rer…

  • Reiseziele

    Menschen in Graz überzeugen

    Men­schen in Graz über­zeu­gen: Sophie Wolf­rum, Wis­sen­schaft­le­rin an der TU Mün­chen, beschreibt nun aber die Pri­vat­woh­nung im Essay „Stadt, Soli­da­ri­tät und Tole­ranz“ als Ort der Auto­no­mie und Immu­ni­tät. Hin­aus gehen die Bewoh­ner gezielt, um wohl dosiert sozia­le Kon­tak­te zu pfle­gen. Der sozia­le Pri­vat­raum wer­de zu einem zu ver­tei­di­gen­den Ter­ri­to­ri­um, das vor Kri­mi­na­li­tät oder vor Frem­den abge­schirmt wer­den müs­se. Wird dies aber wirk­lich mit so einer Lauf­bahn erreicht, wäh­rend zugleich in die Woh­nun­gen ein­ge­bro­chen wird?  Pla­ka­te an den Häu­sern im Jako­mi­ni­vier­tel zei­gen, dass die Men­schen noch über­zeugt und ver­trös­tet wer­den müs­sen: „Ganz ehr­lich. Eine rote Lauf­bahn wäre mir auch ein­ge­fal­len. Groß­ar­tig! Aber die rote Lauf­bahn ist nur eine von vie­len Maß­nah­men, um…

  • Reiseziele

    Kreative Szene im Jakominiviertel

    Krea­ti­ve Sze­ne im Jako­mi­ni­vier­tel: Die nächs­te Sta­ti­on des Rund­gangs ist die krea­ti­ve Sze­ne im Jako­mi­ni­vier­tel, ein Tipp Sabi­ne Pram­mers von der Agen­tur Crea­ti­ve Indus­tries Sty­ria. Vor der Jako­mi­ni­stra­ße regelt ein Poli­zist den Ver­kehr; er ist unzu­frie­den mit der Atmo­sphä­re. Zur­zeit sei es ruhig, aber es lei­de immer wie­der unter Ein­brü­chen und Mes­ser­ste­che­rei­en. An die­sem son­ni­gen Tag wirkt die Stra­ße harm­los und wie eine lan­ge schma­le Gas­se. Durch sie führt eine leuch­tend rote 750 Meter lan­ge Lauf­bahn, eine Art Weg­wei­ser. Auch die Stra­ßen­bahn, die „Bim“, fährt hier an Kunst­lä­den, ori­en­ta­li­schen Deli­ka­tes­sen, „Kera­mik vom Feins­ten“, einem Tee­pa­ra­dies und Cafés vor­bei. Eini­ge die­ser Läden sind vor weni­gen Mona­ten auf­ge­baut wor­den, da die Stadt…

  • Reiseziele

    Kaschmir und Seide

    Kasch­mir und Sei­de: Klei­dung im Stil der 50er Jah­re nimmt den größ­ten Teil der Arbeit Lena Hoscheks ein. Ihre per­sön­li­chen Stil­vor­bil­der sind Iko­nen wie Sophia Loren und Dita von Tee­se. Vie­le glän­zen­de Mate­ria­li­en ver­wen­det sie, schaut man sich den Film von der regel­mä­ßig im Janu­ar statt­fin­den­den Ber­li­ner Fashion Week an. Kunst­sei­de und Nylon waren zwar vor sech­zig Jah­ren neu, pfle­ge­leicht und schick. Lena Hoschek setzt aber zu 99 Pro­zent auf Natur­fa­sern wie Kasch­mir und Sei­de. Sie betont beson­ders die Tail­le mit brei­ten Gür­teln und raf­fi­nier­ten Schnit­ten. Dies wider­spricht dem Vor­ur­teil eini­ger Kri­ti­ker, dass sie oft nur Klei­der für fül­li­ge Damen ent­wer­fe. Sie kre­iere auch Klei­der in den Grö­ßen 36 und…

  • Reiseziele

    Im Harrods von Graz

    Im Har­rods von Graz: Doch beim Durch­blät­tern des von der Gra­zer Agen­tur „Crea­ti­ve Indus­tries of Sty­ria“ (CIS) kon­zi­pier­ten Maga­zins „Wir bewer­ben uns“ ist es erstaun­lich, dass Graz den Titel errun­gen hat, weil man sich fragt, ob eini­ge der 350 abge­bil­de­ten Objek­te eigent­lich den Ansprü­chen moder­nen Designs genü­gen, zum Bei­spiel Bil­der aus Fri­seur­sa­lons, Mode­lä­den und Muse­en. Vie­le die­ser Objek­te schei­nen aus­tausch­bar zu sein. Wur­de nicht mit 1,5 Mil­lio­nen Euro zu viel aufs Spiel gesetzt, um einen Titel zu errin­gen, den kaum jemand kennt? Trotz allem kann jeder auf einem ein­tä­gi­gen Rund­gang durchs Stadt­zen­trum selbst fest­stel­len, war­um Graz die­sen Titel errun­gen hat. Kaum ein Graz­be­su­cher wird das Kauf­haus Kast­ner & Öhler nicht in…

  • Reiseziele

    Kann Grazer Design integrieren?

    Nach­dem die Stadt in den Rang einer Kul­tur­haupt­stadt erho­ben wur­de, war sie öffent­lich kaum wahr­zu­neh­men. Dann aber hat­te sie sich im Regie­rungs­pro­gramm 2008 vor­ge­nom­men, „den Stel­len­wert der Krea­ti­vi­tät und der Krea­tiv­wirt­schaft noch wei­ter aus­zu­bau­en“. Seit­dem sie Design­stadt ist, muss sie zei­gen, dass sie in der Lage ist, ästhe­ti­sche Pro­duk­te her­zu­stel­len. Eben­so Dienst­leis­tun­gen anzu­bie­ten, die Men­schen und deren Umwelt berei­chern und zur kul­tu­rel­len Viel­falt bei­tra­gen, im Grun­de für die gan­ze Mensch­heit. So wird Design ver­kürzt defi­niert. Aller­dings kann man kri­tisch fra­gen: Kann das Gra­zer Design wirk­lich inner­halb der moder­nen Stadt­ge­sell­schaft integrieren? Wie erfah­ren Arme und Wohl­ha­ben­de, Sin­gles, Paa­re, Kin­der­lo­se und Fami­li­en ihre Stadt? Kann das zur Schau gestell­te Design Soli­da­ri­tät und…

  • Reiseziele

    Graz ist City of Design

    Graz ist City of Design: Den Rang als Kul­tur­haupt­stadt hat Graz schon im Jah­re 2003 nach­ge­wie­sen. Damit steht die Stadt dafür, den Reich­tum, die Viel­falt und die Gemein­sam­kei­ten des kul­tu­rel­len Erbes in Euro­pa her­aus­zu­stel­len und ein bes­se­res Ver­ständ­nis der Bür­ger Euro­pas für­ein­an­der zu ermög­li­chen. Dies ist die Vor­aus­set­zung für den Titel. Danach hat die Stadt den nächs­ten Titel errun­gen: Sie ist ers­te öster­rei­chi­sche City of Design, auf­ge­nom­men ins inter­na­tio­na­le Netz­werk der Crea­ti­ve Cities. Die UNESCO erwar­tet dafür eine leben­di­ge Design­bran­che, eine Kul­tur­land­schaft mit star­ken Impul­sen im Bereich Design und moder­ner Archi­tek­tur, ein cha­rak­te­ris­ti­sches „Stadt-Design“, moder­ne Design-Aus­bil­dungs­stät­ten sowie Krea­ti­ve und Gestal­ter, die lokal und inter­na­tio­nal tätig sind. Gefor­dert wird ein Stadt-Design…

  • Reiseziele

    Kriegsorte in Frankreich besuchen

    Kriegs­or­te in Frank­reich besu­chen: Als der Rei­sen­de zur Pres­se­rei­se „Wege der Erin­ne­rung 1914 — 1918“ ein­ge­la­den wur­de, fühl­te er sich hin- und her­ge­ris­sen. Das Pro­gramm ver­sprach nur Beklem­men­des. Denn es soll­te drei Tage lang über Sol­da­ten­fried­hö­fe, durch Muse­en und zu Schau­plät­zen des Ers­ten Welt­krie­ges gehen. Für Mili­tär­ge­schich­te inter­es­sier­te er sich aber wäh­rend sei­nes Geschichts­stu­di­ums nie. Es gibt Spe­zia­lis­ten, die sich unge­wöhn­lich gut mit Hee­res­be­we­gun­gen, Waf­fen, Mili­tär­fahr­zeu­gen aus­ken­nen und nahe­zu jedes Datum der Schlach­ten auf­zäh­len kön­nen. War­um auch immer! Auf Floh­märk­ten gibt es Bücher über Gene­rä­le, Pan­zer­di­vi­sio­nen und Kriegs­schif­fe. Nur ein­mal kauf­te er sich solch ein Werk, weil ihm ein befreun­de­ter Foto­graf in der Nähe von Trom­sø die Stel­le zeig­te, an der…

  • Reiseziele

    Film: LaM in Lille

    Zwei Hasen schau­en ein­an­der an. Einer über­reicht dem ande­ren etwas. Erwar­tungs­voll öff­net die­ser die Arme. Die bei­den Skulp­tu­ren sind die Publi­kums­lieb­lin­ge im Muse­um für moder­ne Kunst, zeit­ge­nös­si­sche Kunst und Art brut in Lil­le (LaM). Jeder sieht sofort, dass der Künst­ler im Grun­de eine Frau und einen Mann geschaf­fen hat, die mit­ein­an­der tan­zen. Über den Humor ver­bin­de man zeit­ge­nös­si­sche eigent­lich nicht, sagt eine der Kura­to­rin­nen. Doch so wol­le man die Besu­cher an aktu­el­le The­men heranführen. „Aben­teu­er Muse­um. Das LaM in Lil­le“ — der arte-Film ver­mit­telt sehr gut das Beson­de­re die­ses Muse­ums. Es stellt die ver­staub­ten Kunst­mu­se­en in Paris in Sachen Kunst­ver­mitt­lung klar in den Schat­ten. In Paris wer­den wert­vol­le Gemäl­de bloß…

  • Reiseziele

    Renaissance-Fest auf der Grand Place

    Werden die aus Rio, Detroit und Seoul angereisten Akteure historische Gewänder tragen? Durchströmt Musik aus dieser Zeit die schöne Altstadt von Lille, in der auch noch Häuser aus der Renaissance und aus dem Barock erhalten sind? Können sich die Besucher gut das Leben der Menschen vor 500 Jahren vorstellen? Angekündigt ist eine Transformation der historischen Renaissance in die heutige Zeit.