Du suchst ein Geschenk für das kommende Jahr? Soll es ein Give-away für Kunden sein? Oder willst Du Architektur-Fans begeistern? Sollen es begeisterte Dänemark-Urlauber auf Deinem Messestand vorfinden? In Deinem Reisebüro? Der Calvendo-Verlag hat ihn zum zehtnen Mal aufgrund des Verkaufs-Erfolges aufgelegt. Neu: Aarhus-Kalender 2026. Dieser Kalender ist wie immer sowohl im Handel als auch online verfügbar.
In der Kulturhauptstadt Aarhus liegt der Umbruch von der Industrie- zur Wissensgesellschaft radikal offen. Zunächst hat die an der Ostküste Jütlands liegende Stadt den Fluss für Einheimische und Besucher aus dem Betonkorsett befreit. Dann gestalteten die Architekten eine neue Fluss-Promenade. Seitdem pulsiert das Leben im Latinerviertel. Links und rechts von der Promenade liegen Dom, Galerien und Butiken. Dazu gesellen sich gut erhaltene historische Häuser und schöne Plätze zum Entspannen.
An der Aarhus-Bucht selbst erheben sich Meisterwerke der besten dänischen Architekten. Neues verbindet sich im Zentrum mit Altem. In 13 faszinierenden Bildern wird die Atmosphäre der Stadt auf den Punkt gebracht.
Architekturfans und Messebesuchern eine Freude bereiten
Architekturfans kommen mit dem wieder im Handel zu erwerbenden Aarhus-Kalender auf ihre Kosten. Es gibt ihn in unterschiedlichen Größen — also je nach Bedürfnis. Suchst Du noch nach einer Geschenkidee? Wünscht Du Dir für Deine Wohnung eine Dekoration auf Dänisch? Oder suchst Du noch ein ausgefallenes Geschenk für die beste Freundin? Willst Du eine schöne Erinnerung an die Ferien am Meer? Oder an die Zeit im Sommer in Aarhus?
Oder benötigst Du noch einen Werbeartikel über Aarhus für den nächsten Auftritt auf der ITB Berlin? Suchst Du eine attraktive Dekoration für das Büro? Vielleicht aber auch ein günstiges Werbemittel mit dem Logo Deines Unternehmens? Oder ein Werbegeschenk für eine Buchmesse? Eine bessere Kundenbindung über einen Kalender ist vielleicht das Ziel?
Neu: Aarhus-Kalender 2026. Stadt des Lächelns. Vom Calvendo-Verlag — damit machst Du bestimmt keinen Fehler, sondern findest das beste Geschenk.
Im harten Nordseewind hört man wimmerndes Metall der Kräne und Schiffe im Südhafen von Esbjerg. Dort werden am Tag Schiffe und Ölplattformen gewartet. Doch an diesem Abend sind nur zwei Angler am Ende der Mole hier und der Reisende. Wie Tentakeln ragen die filigranen Netzstrukturen der Kräne in den Himmel. Es würde nicht verwundern, wenn jetzt einige der fiesen insektenartigen Viecher aus dem Film „Matrix“ hier auftauchten.
Die Westküste Jütlands hat der Reisende lange unterschätzt. Dabei ist sie zwischen Höjer und Esbjerg deutlich attraktiver als die deutsche Nordseeküste. Auf seiner ersten Radtour nahm der Reporter sie nur über die das Wellenbaden verhindernde Ebbe wahr. Und viel Industrie, die die von Landwirtschaft geprägte Landschaft verschandelt. Doch das hat sich jetzt geändert. Das Spektrum reicht von Perlen wie Ribe, Römö und Fanö über Vulkane wie Esbjerg bis hin zu Wüsten wie Hvide Sande, Vejers Strand, Bork Havn, selbst Ringköbing. Vieles scheint zubetoniert. Den meisten Kaffeehäusern mangelt an Gemütlichkeit. Hier scheint zuzutreffen, was ein Gastronom in Büsum vor vier Wochen kritisierte. Viele trimmten ihre Geschäfte auf Imbiss. Das Essen werde vereinheitlicht.
Drachen und Strandsegler
Am nächsten Tag sieht die Szenerie von der Fähre nach Fanö nicht mehr so gespenstisch aus. Die Exzentrik aber bleibt trotz des Sonnenscheins. Sie verblasst dann aber auch etwas nach dem Tag mit Kriechen durch Bunker, Krauchen über einen kilometerlangen Strand vorbei an Drachen und Strandseglern. Von der Kulinarik hat der Reisende nicht wirklich gekostet. Er lässt hier lieber Flora Jädicke den Vortritt, die sich speziell dafür hier umgeschaut hat.
Das gilt genauso für Römö, wo sich der Reisende aufgrund des günstigen Preises im Asia-Restaurant abends niederließ. An „All you can eat“ kommt ein hungriger Radler nach der Überquerung des 1948 errichteten ewig langen Dammes bei Gegenwind nicht vorbei. Zudem nutzten der Chinese und er in Lakolk ausgiebig die Gelegenheit, gegenseitig ihre Dänisch-Kenntnisse im Dialog aufzufrischen. Denn auch dieser kämpfte noch immer mit der für ihn immer noch fremden Sprache.
Am nächsten Tag genoss der Reisende an einem einsamen Strand den Blick auf Sylt, sog den typischen Geruch dänischer Heide in sich auf. Dies war der Geruch seiner Kindheit in Dänemark an den Stränden von Gjerrild, Asserbo und Skagen. Dabei musste er aber auch auch den hässlichen Anblick des Hafens nach Sylt verdauen, in dem zwei Fischrestaurants versuchen, Besucher aus Sylt Geld mit hohen Preisen aus der Tasche zu ziehen. Und irgendwie war es doch schöner, bei Ebbe zur Insel Noirmoutier überzusetzen, bevor die Flut kam. Solch ein Abenteuer nimmt einem leider ein hoher Damm.
Wirbelnder Sand freigelassen wie die Seele
Im Süden Jütlands ist auch Ödnis zu erfahren wie in Vejers Strand, Hvide Sande, Bork Havn und selbst Ringköbing. Im allerdings bescheidenen Rahmen reihten sich Imbisse und Nippes-Läden aneinander. Auch die vielen Ferienhäuser könnten stören. Derart beklagte sich eine Mitarbeiterin im Wikingercenter in Bork darüber. Aber immerhin ist die Küste nicht derart verbaut wie an manchen Abschnitten in Spanien, Frankreich oder selbst in einem Naturschutzgebiet wie Troia südlich von Lissabon. Meistens kann man doch noch die Seele baumeln lassen in Dünen, die es woanders nicht in Europa gibt. Dee Sand wirbelt hier freigelassen wie die Seele. Nicht einmal in Arcachon gibt es solche Dünen. Obwohl es selbst am Tag in Ribe oder Ringköbing nach der Besichtigung der Sehenswürdigkeiten tödlich langweilig werden kann für den Normaltouristen. Für einen Journalisten gilt das nicht, da er immer neugierig ist und spannende Menschen und Landschaften fast automatisch vorfindet.
Wissen übers Wattenmeer aufgebaut
Und hier lernt er auch viel übers Wattenmeer wie zum Beispiel im Watttenmeerzentrum von Ribe. Umsäuselt von psychodelischer Musik verfolgen Besucher den Zug der Vögel, das Leben der Fische, sehen viele ausgestopfte Vögel. Allerdings kennt man vieles aua TV-Dokus. Und das Multimar-Wattforum in Tönning ist um etliche Klassen besser. Der Reisende kam mal in den Genuss, es auf einer kulinarischen Pressereise in Schleswig-Holstein kennenzulernen.
Wer also den südlichen der dänischen Nordsee besucht, muss mit einem heftigen Hin und Her eines Pendels rechnen. Was zunächst öde wirkt, kann auch Balsam für die Seele sein. Und es wirkt auch bescheiden ehrlich dänisch. Aber an der viel zitierten Gemütlichkeit hapert es dann. Aber wimmerndes Metall und wirbelnder Sand sind ja auch ganz schön.
Dänemark beherbergt sehenswerte Schlösser, von denen viele auch betreten werden können. Denn so manche gehören dem Staat, da der Unterhalt sehr teuer ist.
Die Zeitung “Jyllands Posten” hat jetzt einen Artikel mitsamt Karte veröffentlicht. Dieser hilft Dir dabei, die Schlösser zu besuchen, die sich auf Jütland, Fünen und den sich anschließenden Nachbarinseln befinden.
Die Schlösser sind oft nicht nur äußerlich Schmuckstücke, sondern beherbergen in sich auch wertvolle Kunstwerke, wie zum Beispiel Goya und Rubens im Renaissanceschloss Voergaard in der Nähe von Frederikshavn im Norden Jütlands.
In der Nähe von Aarhus liegt das Renaissanceschloss Rosenholm. Es beherbergt sowohl Dänemarks größte Sammlung an Gobelins als auch bedeutende Familienporträts von Malern wie Carl Gustaf Pilo oder Jens Juel.
Ich selbst besuchte eine Reihe solcher Schlösser, aber auch Herrenhöfe in Mitteljütland, als ich vor einiger Zeit dort mit dem Fahrrad die Gegend bereiste. Es ergaben sich einige nette Begegnungen mit den Bewohnern, von denen ich Dir demnächst in meinem Kulturreiseführer über Mitteljütland berichten werde.
Erst einmal findest Du hier weitere Infos über die Schlösser, die Du einfach mit dem Rad über die Margeritenroute bereisen kannst. In Dänemark gibt es ein so hervorragendes Radwegenetz, so dass sich die Fahrt mit dem Auto nur als langweilig erweisen kann.
Typisch pfiffige Dänen sage ich da. Auf solch eine innovative Idee kämen sonst vielleicht noch die Niederländer — eine Müllverbrennungsanlage dient zugleich in Kopenhagen als Skipiste. In Dänemark gibt es keine Berge. Aber Kurzurlaub auf einem Skihang ist trotzdem möglich.
Mir fällt oft im Norden auf, dass Innenstädte sehr viel bürgernäher gestaltet werden als bei uns. In manchen Innenstädten fehlt es gar an Sitzbänken zum Ausruhen. Sie sind dem Kommerz überlassen.
In Aarhus zum Beispiel gibt es auf dem Domplatz eine kleine elegante Parkanlage. Bäume wurden gepflanzt, eine Holzfläche errichtet, auf der Familien herumtollen können. Am Fluss wurden Stege errichtet, auf denen die Bürger sich zum Gespräch treffen. Einen Eindruck davon machtt ihr euch am Besten über Fotos dieses Kalenders.
Eine ähnliche Idee hatte man schon davor in der nordschwedischen Stadt Luleå, übrigens Weltkulturerbe, indem man eine Uferpromenade aus Holz auf Höhe der Stadtbibliothek am Hafen baute. Im Sommer können Einheimische von einer Empore aus bei einem Glas Wein oder Bier aus den Sonnenuntergang beobachten. Vorher gab dort nur raue Stufen aus Beton.
Derartiges sieht man nicht oft hoch in Nordeuropa, eher imposante Eisbrecher, denn Luleå liegt schon am Polarkreis. Hast Du auf Reisen andere pfiffige Ideen für die Bürger entdeckt? Ich bin schon neugierig. Und hier der Link zur Skipiste in Kopenhagen.
In Aarhus lockt die Mischung aus alter und neuer Architektur.
In Aarhus ist Essen gehen teuer, aber auch gut.
Einheimische und Touris gut einbezogen: Endlich wird mal offenbart, was es kostet, Kulturhauptstadt zu sein. Denn soeben ist ein Bericht der Europäischen Union über die Kulturhauptstadt Aarhus erschienen. Darin wird eine recht positive Bilanz gezogen. Die Zeitung “Aarhus Stiftstidende” veröffentlichte jetzt Auszüge aus dem Bericht.
“Aarhus demonstrerede stor spændvidde og var i stand til at engagere et bredt spektrum af mennesker. Både lokale og turister.” Die Stadt habe eine große Spannweite gezeigt. Und sie habe eine breites Spektrum an Menschen in die Projekte einbezogen. Dies betreffe sowohl Einwohner als auch auswärtige Besucher. Und die Verantwortlichen seien sorgfältig mit dem Budget umgegangen. Dies sei deutlich hier besser gelungen als in anderen Kulturhauptstädten.
Die Zeitung “Århus Stiftstidende” fasst zusammen: “Europæisk Kulturhovedstad Aarhus 2017 havde et budget på 497 millioner kr. Projektet blev primært finansieret af offentlige midler fra Staten, Aarhus Kommune, Region Midtjylland og de 18 andre kommuner i regionen.” Ein Budget von 497 Millionen Kronen habe zur Verfügung gestanden. Dazu hätten vor allem der dänische Staat, Aarhus Kommune, die Region Mitteljütland und 18 andere Kommunen Gelder in der Region bereitgestellt. Aus der EU seien 20,1 Millionen Euro in die Veranstaltungen investiert worden.
Budget unterschiedlich verteilt
“71 procent af budgettet blev anvendt på kulturelle aktiviteter. 13 procent gik til PR, markedsføring og kommunikation. 15 procent på lønninger og administration”, schlüsselt die Zeitung weiter auf. Es wurden demnach 71 Prozent des Budgets in kulturelle Aktivitäten gesteckt. 13 Prozent flossen in PR, Marktforschung und Kommunikation. 15 Prozent in Löhne und Verwaltung. “Ifølge Fonden Aarhus 2017’s egne opgørelser blev der arrangeret i alt 628 begivenheder i hele Region Midtjylland. De tiltrak i alt 3,3 millioner gæster.” 628 Veranstaltungen hätten insgesamt 3,3 Millionen Besucher in die Region Mitteljütland gezogen.
Allerdings muss man als Außenstehender immer berücksichtigen, dass es sich um einen Bericht der EU über ein eigenes Projekt handelt. Daher kommt es oft zu einer positiven Berichterstattung von Seiten der Union. Wie eben, dass Einheimische und Touris gut einbezogen wurden. Aber den Dänen ist das durchaus zuzutrauen. Der Reisende war oft genug vor Ort, um zu erkennen, dass sich eine Reise nach Aarhus wirklich lohnt.
Lustig, gerade gegoogelt. Mein Kulturreiseführer über Aarhus “Aarhus Stadt des Lächeln Die dänische Kulturhauptstadt durchstreifen und erleben” ist derzeit Gegenstand eines Seminars für Master-Studenten an der Uni Heidelberg über Kulturmarketing. Prof. Dr. Mandel bietet das Seminar an. Dann werde ich vielleicht auch zitiert in einer der Seminararbeiten. ☺
Liebevoll restaurierter Hof im Stadtzentrum mit Wein
Vogue lädt zum Aarhus-Tagestrip: Ist die Autorin der amerikanischen Zeitschrift “Vogue” wirklich in der Stadt des Lächelns gewesen? Nichts schreibt sie über die Atmosphäre in der Kulturhauptstadt. Die Kultur der Stadt kommt nur am Rande vor. Sind die Dänen etwa nur Säufer? Und tüchtige Esser? Den im Text hervorgehobenen “Akvavit” kann der Reisende problemlos in einem deutschen Discounter kaufen. Mit jemandem vor Ort gesprochen, hat die Verfasserin auch nicht. Der Reisende hat bisher nur wenige Artikel über Aarhus gelesen oder im Rundfunk gehört, bei dem er das Gefühl hatte, dass die Autoren dort gewesen sind. Und die Fotos stammen von einer Werbeagentur. Nicht die leiseste Kritik wird am Auftritt der Stadt geäußert. Die Leser zahlen viel Geld für diese Zeitschrift. Anzeigen werden von Unternehmen teuer bezahlt. Wo ist hier die Gegenleistung für die Leser?
Doch nach der Aufregung nun endlich zum Artikel der berühmten Zeitschrift:
Versteckt auf der schroffen Halbinsel Jütland, sei Aarhus nie die beliebteste Touristen-Destination gewesen. Die meisten Besucher Dänemarks zögen lieber einen zusätzlichen Tag in Kopenhagen einer dreistündigen Bahnfahrt an der Ostküste vor. Obwohl Aarhus die Reputation als „Stadt des Lächelns“ genieße, sei ein Lächeln nicht ausschlaggebend beim Buchen des Traumtrips. Trotzdem sei die Stadt zur Europäischen Kulturhauptstadt ernannt worden. Und so begann die Stadt, sich herauszuputzen fürs Jahr 2017 für die Präsentation auf der hohen Stufe zwischen Europas anderen großen Städten. Heute habe Aarhus die perfekte Mischung aus Kleinstadt-Charme und einer Atmosphäre wie in Kopenhagen. Natürlich habe die Stadt nicht diese Art zu lächeln verloren. Nach diesem Einstieg zeigt Vogue auf, wie ihre Leser einen perfekten Tag in Aarhus verbringen können.
Ein guter Tag
Ein guter Tag in Dänemark beginne immer, wenn es heißt, Vogue lädt zum Aarhus-Tagestrip, mit Kaffee und einer Scheibe Brot oder Gebäck. Aber nicht unbedingt mit dänischem Gebäck. Denn dänisches Backwerk sei nicht urdänisch. Ursprünglich komme es auf Wien. Stadtbesucher sollten es mit lieber einer „kanelstang“ (Zimtstange) oder einer Scheibe frischen Sauerteigbrots versuchen, bestrichen mit weicher hausgemachter Butter. Reisende würden schnell lernen, dass Brot tief in der dänischen Kultur verwurzelt sei. Es gebe sogar dänische Sätze, in denen Brot als Metapher gebraucht würde. So heiße es zum Beispiel “spis lige brød til” oder „Iss etwas Brot“. So werde dazu aufgefordert, ruhig zu bleiben. Gutes Brot und Gebäck sei in in vielen Stadtvierteln zu finden. Aber die gemütliche „Kaffebar“ und Rösterei im Latiner-Viertel übertreffe sie alle. Dies drücke sich in vielen Stammkunden aus.
Zu einem Besuch Dänemarks gehöre ein Rad, fährt die Autorin fort. Dies sei doppelt zu empfehlen, wenn es hart sei, die ganze Zeit dem Brot zu widerstehen. Obwohl Aarhus fußläufig sei, sei es praktisch, ein Rad von Cycling Aarhus zu mieten. Oder sich ein kostenloses von Aarhus City Bikes zu schnappen.
Doch etwas Kultur in der Vogue
Die Radtour durch Aarhus könne an der Waterkant beginnen. Im Hafen seien die Container der großen Reederei Maersk zu sehen, die so gigantisch seien, dass sie an Lego-Bausteine erinnerten. Von dort komme man zu einem neuen Stück Architektur, der öffentlichen Bücherei und Kommunikationszentrum Dokk 1. Mit dessen Design sehe die Bücherei jeder anderen Stadt traurig wie ein altes Antiquariat aus. Den Fluss überschreitend, komme man ins Latiner-Viertel, den ältesten Stadtteil. Dessen enge Gassen und flach hängende, von Ladenfronten gesäumte, Gebäude seien charakteristisch.
Sobald man genug Geld für ein kleine Haus ausgegeben und genug Waffeln gegessen habe, um eine kleine Familie zu ernähren, solle man die Tour mit dem Genuss von Kultur fortsetzen. Als Europäische Kulturhauptstadt wimmele es in der Stadt vor innovativen und kulturellen Angeboten. So biete sich ein Besuch des AroS-Museums an oder Gamle By. Gamle By ist ein Museumsdorf mit historischen jütländischen Häusern, wie es dies auch in Detmold oder in Kiel schon zu sehen ist.
Cocktails beim Aarhus-Städtetrip
Wer noch hungrig sei, sollte nicht versäumen, eine dänische Mahlzeit einzunehmen. Dänen hätten ein gewisse Brillanz, wenn es ums Essen gehe. Aarhus selbst brumme nur so der exzellenten Köche wegen. Empfohlen wird das Michelin-Restaurant Gastromé. Dies sei modern skandinavisch eingerichtet mit weißen Wänden und mit Fellen bestückten Holzstühlen. Dies sei das optimale Setting für ein nordisches Menü, beladen mit lokalen Gewürzen, Gemüse und Naturweinen. Von hier aus solle es anschließend zur St. Paul-Apotheke gehen, eine Cocktail-Bar. Diese nehme das Zubereiten von Cocktails noch ernst.
Die Autorin empfiehlt dort „einen grässlichen Cocktail, der raucht und glüht“. Und jetzt kommt endlich der Akvavit im Text vor, wenn es auch nur ein Schuss ist: Es handele sich um ein skandinavisches Alkoholgetränk, das aus Kartoffeln oder Getreide destilliert werde. Dänen seien ein fruchtbar kultivierter Haufen. Und es sei wahrscheinlich, dass diese Bar nur bei einem leisen Brummen die ganze Nacht brumme. Man sollte also nicht zu grob werden. Falls der Besucher dies doch tue, könnte der Nachbar herüberschauen. Und ihm ein sanftes Lächeln schenken. Daher heiße die Stadt schließlich „Stadt des Lächelns“.
Hat der Reisende mit seiner Kritik an diesem Text übertrieben? Wer von euch bricht nun wirklich euphorisch zu Dänemarks zweitgrößter Stadt auf? Unter “Vogue lädt zum Aarhus-Tagestrip” hat sich der Reisende zuvor wahrlich etwas mehr Niveau und weniger offensichtliche Werbung versprochen. So zum Beispiel über ein Treffen mit einem Mann, der die Seele dieser Stadt bewahren will.
Im Eisberg zuhause: Der „Eisberg“ mit elf teils spitzen, teils flachen Gipfeln ist eine der exklusivsten Wohnanlagen der Welt. Derartig gewagte Architektur für eine Anlage mit 208 Wohnungen gibt es nur in Aarhus, der europäischen Kulturhauptstadt des Jahres 2017. Schneeweiß steht „Isbjerget“ an der Wasserkante der Aarhusbucht im neuen Stadtteil Aarhus Ø. Geplant hat ihn ein dänischer Architekt mit dem sprechenden Namen Mikkel Frost vom Architektenbüro Cebra. 2013 wurde er erbaut.
Schaut man sich Frosts Arbeiten in bisher veröffentlichten Katalogen an, fühlt man sich an Le Corbusier erinnert. Er skizziert nicht nur mit Zeichenblock und Filzstift. Seine Zeichnungen koloriert er mit Pinsel und Tuschkasten. Steht der Betrachter draußen vor dem Gebäude, strahlen die Wände umliegender Häuser in hellem Weiß. Frei hängende Balkone aus blau gefärbtem Glas vor blauem Himmel und weitem Meer verleihen den Gipfeln etwas Fließendes, Fragiles. Fast schon am Horizont hinter den hohen Armen der Ladekräne ankern riesige Containerschiffe auf der Reede.
Lebt es sich gut im Eisberg?
In einer der Wohnungen lebt der Jugendliche Ulrik. Ihn traf der Reisende bei einem seiner Streifzüge durch den neuen Stadtteil. Dies war eine gute Gelegenheit, unabhängig vom Architekten zu erfahren, ob die Wohnungen auch wirklich lebenswert sind. Er bewohnt eines der Häuser mit Schwester und Eltern. 20.000 Kronen koste die Wohnung im Monat, erzählt Ulrik. Diese bestehe aus drei großen und zwei kleinen Zimmern sowie einem Balkon. Von oben genieße er oft den schönen Sonnenuntergang über der Bucht. Zuvor habe er auf einer kleinen Insel in Schottland gelebt. Sein Vater sei dort als Ingenieur für ein Windkraftunternehmen eingesetzt gewesen.
Der 16jährige Jugendliche nutzt gerne die nahe Umgebung für sportliche Aktivitäten. Heute fährt er mit einem BMX-Rad. Denn er träumt davon, in der Sportart Profi zu werden. Er findet hier mitsamt Freund Lucas eine perfekte Bahn zum Trainieren vor. Diese wird abends sogar angestrahlt. In einem Youtube-Video erzählen die beiden Freunde noch mehr, was es heißt “Im Eisberg zuhause” zu sein. Klickt es einfach an.