Die Wehklage der Maria Parda atmet den Geist der Reformationszeit. Das 1522 erschienene Theaterstück thematisiert das Denken der Menschen jener Zeit. Diese fühlen sich schuldig und haben Angst vor der Hölle. Gil Vicente stellt auf revolutionäre Weise einfache Menschen von der Straße auf die Bühne vor Adel und Bürger. Sie sprechen auch volksnah. Und das schon 40 Jahre, bevor William Shakespeare auf die Welt kommt, der als der Begründer der einfachen Sprache auf der Bühne gilt.
Maria klagt, weil sie einerseits so wenige, durch Blumensträuße gekennzeichnete Türen der Tavernen in den Straßen Lissabons sieht. Andererseits ist der ein so teuer, ohne den sie nicht leben kann.
Gil Vicente Die Wehklage der Maria Parda, ISBN: 978–3‑7541–3575‑4
(…)
MARIA PARDA Oh, Straße der Mouraria, wer hat dir gesagt, dass der Durst
durch das Gesetz Mohammeds mit traurigem kalten Wasser getötet wird?
Oh, Trinker, meine Brüder, was ehrt uns, Christen zu sein, wenn uns Gott
den Wein wegnimmt? Oh, trauriges, knauseriges Jahr, warum machst du uns zu Heiden?
Ein 1522 entstandenes Meisterstück Gil Vicentes (1465–1536), des Begründers des portugiesischen Nationaltheaters, das auf heutigen Bühnen eine Aufführung verdient. Es ist eine Antwort auf die Reformation. Wendet sich der Dichter gegen den Papst? Lehnt er die Reformation ab?
Jetzt im TV: Limfjord und Gärten. Aktuell versorgt der Reisende euch möglichst regelmäßig mit TV-Dokus über Kultur und Reise. Im Zentrum stehen beliebte Ziele in Europa, die jetzt im Fernsehen laufen. Wie schon in der Vorwoche sind mit Deutschland, Norwegen, Portugal, Spanien und Österreich nur wenige Länder vertreten. Außer einer Weinverkostung stehen die wilde und die gezähmte Natur im Zentrum.
Kaisermarsch auf dem Lofot
Der schönste Fjord, im SWR geht es bald darum, liegt eindeutig auf dem Lofot. Dänen mögen dagegen protestieren, weil für sie sicher der Limfjord in Nordjütland der schönste ist. Der Reisende war aber frisch verliebt, als er mit Lena die Küstenstadt Bodø auf der Fähre verließ, um am Kaisermarsch in Digermulen teilzunehmen. Und neugierig, warum Norweger jährlich wandern, um Kaiser Wilhelm zu ehren. Sie meinen, ihm den Lofot-Tourismus zu verdanken. Denn der Kaiser war ein glühender Verehrer Norwegens und fuhr mehr als einmal mit seiner Yacht Hohenzollern in die nördlichen Gewässer.
Der Pfad zum Digermulenkollen ist leicht. Es gibt nur wenige felsige Partien, die einen zum Rutschen bringen könnten. Und steil wird es auch nicht. Der Reisende schaffte das selbst mit Fahrradschuhen. Der Ausblick von oben auf den Raftsund ist überwältigend. Selbst das in der Tiefe schippernde Kreuzfahrtschiff Hurtigruten ist winzig. Vereinzelt fuhren auch Motorboote übers Wasser.
Radreise durch Galicien
Zur Demonstration spanischer Gartenkunst, eine weitere Doku, zeigt der Reisende hier drei Fotos von seiner großen Galicienreise. Um die 4000 Kilometer legte er zwischen August und September mit seinem Mountainbike zurück. Er folgte zum größten Teil dem Jakobsweg von Porto bis Ribadeo, nach Santiago de Compostela und dann über die Serra da Estrela und den Rio Douro zurück nach Porto. Oben könnt ihr einen privaten Vorgarten, einen Teil des Parks Illa das Esculturas de Pontevedra und eine Gartenanlage zwischen Häusern betrachten. Alle Bilder schoss der Bikepacker an einem Tag. Alleine an diesen drei Fotos ist zu sehen, dass das Thema Gartengestaltung völlig unterschiedlich ausfallen kann.
Bildet euch selbst ein Urteil. Viel Spaß beim Zuschauen über “Jetzt im TV: Limfjord und Gärten”.
Jetzt im TV: Ahr und Weserradweg. Aktuell versorgt der Reisende euch möglichst regelmäßig mit Dokus über Kultur und Reise. Im Zentrum stehen beliebte Ziele in Europa, die an den nächsten Tagen im Fernsehen laufen. Diesmal ist die Auswahl sehr breit mit Zielen in Frankreich, Österreich, Spanien und Schweden. Frankreich, Norwegen und wieder einmal Dänemark bleiben diesmal außen vor. Fast jeden Tag ist das Mitreisen auf dem Sofa also garantiert.
Wieder einmal hochwertig nach Spaniens einzigartiger Waldlandschaft vergangene Woche scheint auch ein Beitrag über Iberiens wilde Vielfalt zu werden. Kein Wunder! Der Reisende hört oft von Portugiesen und Spaniern, dass sie nicht ins Ausland reisten, weil sie sowieso alles hätten: Berge, Meer und Wüsten. Es gibt Skigebiete wie in Andorra und in der Serra da Estrela.
Keltengrab und Ritter Maximilian
Recht viel wird über Österreich gebracht. Erfreulich sind die historischen Beiträge über ein Keltengrab im Umland von Salzburg. Und über den letzten Ritter Maximilian im 16. Jahrhundert: Er ist zu empfehlen, da gut gemacht. Denn Maximilian heiratete Maria von Burgund aus machtpolitischen Gründen. Dem Habsburger Haus gelang durchs reiche Flandern der endgültige Aufstieg zur Weltmacht. Und es entstand sogar echte Liebe zwischen Maximilian und Maria.
Radeln an Ahr und Weser
Auf den NDR-Beitrag über den Weserradweg ist der Reisende auch sehr gespannt. Denn dort war der Reisende selbst schon einige Male unterwegs. Die Strecke durchs Weserbergland ist der schönste Abschnitt, ein unterschätztes Gebiet. Die Weser ist dort weitgehend noch natürlich. Es gibt viele Auen, keine gewerbliche Schifffahrt, nur Freizeitsportler. Tiefe Wälder zum Wandern und Radeln und wirklich freundliche Menschen. Und ein hochwertiges Kulturangebot, wenn der Bikepacker alleine an Corvey, Weserrenaissance und Porzellan aus Fürstenberg denkt.
Ein tolles Ziel ist aber auch das Ahrgebirge vor den Toren Bonns. Darüber berichtet heute der SWR. Wenn Durchstreifen & Erleben dort wandert oder radelt, fühlt er sich bei manchen Etappen wie im Süden Europas. Dies liegt zum einen an der Vegetation mit Pflanzen, die es auch im Süden gibt. Zum anderen liegt es an der Wärme, die an gewissen Stellen über 60 Grad erreichen kann. Daher fühlen sich dort Reptilien wohl. Aber auch Wein gedeiht dort. Den Wein empfindet der Reisende als wohlschmeckend. Beliebt ist die Zeit der Weinlese. Eine der schöneren Wanderstrecken ist die Etappe von Insul über Liers nach Kreuzberg, zumal diese nicht überlaufen ist.
Allerdings ist die Gegend dann der Feste wegen völlig überlaufen. Viele Autofahrer zieht es dann in die Dörfer rund um Ahrweiler statt mit Bahn oder Rad zu kommen. Die Anbindung an den Zug ist ziemlich gut.
Einschalten über “Jetzt im TV: Ahr und Weserradweg” also nicht vergessen!
Es kann schon ernüchternd sein, wenn man ins Land seiner Eltern zurückkehrt und dort gar nicht so willkommen ist, wie man es erwartet hat. Diese Erfahrung macht derzeit ein junger Weinbauer, der in Paris aufgewachsen ist. Er ist kürzlich aber ins kleine Dorf seiner Eltern in den hohen Bergen Portugals gezogen. Der Deutschlandfunk hat den jungen Winzer António Madeira in Santa Marinha in der Serra da Estrela besucht und einen interessanten Beitrag über sein neues Leben verfasst.
Oder sich die Landschaft so stark verändert hat, dass man sich an ein anderes Leben gewöhnen muss. In der im Frühjahr idyllischen Serra da Estrela treffe ich immer wieder auf Menschen, die Jahrzehnte in Frankreich gearbeitet haben. Sie waren ausgewandert, weil die Textilindustrie zusammengebrochen war. Wer durch die Gegend um die Distrikthauptstadt Guarda findet hier und dort aufgelasssene Textilfabriken. Dabei ist die Wolle dieser Gegend Spitzenklasse.
Als ich beim Radeln eine Pause auf der Terrasse eines Cafés im Dorf Trinta einlege, komme ich mit Rentnern ins Gespräch. Sie sind aus Paris zurückgekehrt. Der ältere Herr träumt davon, wieder wie früher auf die Jagd zu gehen. “Doch es gibt nur noch Kaninchen”, klagt er. Es lohne sich also nicht mehr. Aber vielleicht findet er jetzt seine Lebensaufgabe darin, das Revier zu hegen und zu pflegen. Denn dies ist Aufgabe eines Jägers.
Außer Trinta habe ich auf meiner Radreise durch die Serra da Estrela andere spannende Orte besucht. Ich stelle diese in meinem Kulturreiseführer “Serra da Estrela Die hohen Berge Portugals durchstreifen und erleben” vor. Und auch auf YouTube findest Du Videos über meine Reisen und über das neue Leben in der Serra da Estrela.
Barca d’Alva: Kreuzfahrtschiffe auf dem Rio Douro im Distrikt Guarda
Gottesanbeterin am Rio Duero
Viel spektakulärer als die Küste ist das Binnenland Portugals. Dies gilt vor allem für die Douro-Region, die mehr als ein Fluss ist. Und mit dem Fahrrad ist es auch viel komfortabler zu durchstreifen und zu erleben als mit dem Auto. Denn es wird einem nicht übel. Und auf den Nationalstraßen von Porto bis nach Zamora in Spanien fließt wenig Verkehr. Zudem gibt dort keine harten Steigungen. Es sei denn, man biegt ab, um zum Beispiel die wie auf einer Perlenschnur aufgezogenen romanischen Kirchen zu besuchen. Manche von ihnen liegen auf steilen Hügeln.
Man entwickelt ein gutes Gespür für die Landschaft. Weingüter laden entlang der Strecke zum Verkosten ein. Es gibt dort imposante Schluchten zu sehen. In denen begegnete der Reisende zum ersten Mal in seinem Leben einer Gottesanbeterin in der Nähe von Saucelle. Er betrachtete Felsritzungen von Menschen aus der Steinzeit und flanierte an den barocken Wunder der Stadt Lamego entlang. Oder aber der Bikepacker erfrischte in einem der Thermalbäder seine müden Beine, die man oft unter dem Begriff Caldas findet. In Zeiten der Monarchie zog es oft Adelige in die Thermalorte, um sich dort zu erholen.
Journalisten der in Portugal erscheinenden Zeitschrift “Evasões” empfanden das ähnlich. Sie publizierten kürzlich eine Geschichte über den Rio Douro. Klickt einfach die Bilder, um Eindrücke aus einer schönen Gegend zu sammeln. Im Text wird leider zu viel Werbung für Weingüter, touristische Unternehmen wie Touranbieter und Hotels gemacht. Das, was mehr als ein Fluss ist, kommt dabei nicht wirklich heraus. Daher lohnt es sich nicht, ihn zu übersetzen.
Habt ihr schon mal ein Weinmuseum besucht? In Vila Nova de Gaia bei Porto gibt es ein schönes Museum, in dem die Geschichte des Portweins gezeigt wird. Portwein ist mit dem Tourismus eine der wichtigsten Einnahmequellen des Landes am Rande Europas.
Der “Observador” hat einen guten Artikel über das Museum verfasst.
Angesichts des kühlen Wetters eine Anregung zum Aufwärmen: Mountainbiken im Ahrgebirge. Die Höhen des Ahrgebirges in der Nähe von Mayschoss sind sehr reizvoll zum Radfahren. Es handelt sich um Wanderwege. Wie auf den Fotos gut zu erkennen ist, sind die Wege überwiegend geschottert. Und sie sind auch zum größten Teil serpentinenartig angelegt. Nur hier und da fällt der Anstieg steiler aus, ist aber nicht unüberwindbar. Es ist auch erlaubt, auf ihnen zu radeln.
Der Reisende fuhr dort am Wochenende mit einem Freund, der um die 100 Kilo wiegt. Trotz Übergewichts ist er noch gut belastbar, da er lange Zeit sportlich sehr aktiv war — vor allem Basketball spielte. Die Ausdauer ist nach wie vor vorhanden. Dies trifft auch auf den sportlichen Ehrgeiz zu. Hoch oben in einem Mittelgebirge oberhalb von Dörfern wie Dernau und Mayschoss zu fahren, Forst zu passieren, Weinreben berühren zu können, all dies motiviert natürlich auch. Sicher erfreute ihn auch der Kommentar eines Jugendlichen, der beeindruckt sagte, er würde es nicht schaffen, diese Steigungen herauszufahren. Er selbst ging mit seiner Familie spazieren.
Reger Verkehr im Tal statt Weinreben vorm Maul
Es ist auch deutlich angenehmer, hier zu fahren als auf den Radwegen unten im Tal. Auf der Landstraße stört der rege Verkehr der Ausflügler. Diese gehen dort erst ein wenig spazieren und genießen anschließend den guten Wein in den Gaststuben. Manche Kölner scheinen es zu lieben, ihre Sportwagen dort auszureizen und die Strecke als Rennbahn zu nutzen. Warum versuchen sie dies nicht am Nürburgring, der nun wirklich nicht weit entfernt ist? Die Fahrt im Tal stellt, sportlich gesehen, keine Herausforderung dar. Meistens zuckelt man hinter den gemütlich tuckernden Massen her. Zudem sind dort E‑Bike-Fahrer unterwegs, die ihr Fahrzeug nicht wirklich beherrschen. Neulich sah der Reisende noch jemanden mit unglaublicher Geschwindigkeit, eine Böschung herausrasen und wieder herunter. Es war ein Wunder, dass dem Mann nichts passierte.
Die Gegend ist gut an die Bahn angeschlossen. Mehrere Züge bringen Sportbegeisterte mehrmals täglich zum Mountainbiken im Ahrgebirge. Leider ist nur Blankenheim nicht gut angeschlossen, wenn jemand dort wandern gehen will, wo der Fluss Ahr sich erst noch entwickelt. Insgesamt ist der Fluss gut 85 Kilometer lang. Der Regionalzug fährt nur bis Blankenheim (Wald). Nach Blankenheim geht e weiter mit dem Bus.
Barca d’Alva: Kreuzfahrtschiffe auf dem Rio Douro im Distrikt Guarda
Noch nie hat der Reisende auf seiner gesamten Reise Wein und Oliven in solchem Ausmaß gesehen. Wahnsinn! Hinter ihm liegen immerhin schon gut 3000 Kilometer Radreise durch Nordportugal und Galizien. Es ist auch angesichts der Höhe überwältigend, am Rio Douro zwischen Salto de Saucelle und Porto zu radeln. Es gibt Wein und Oliven, so weit das Auge reicht
Informationen über Anbaumethoden lieferte dem Reisenden gestern ein schickes Weinmuseum in São João da Pesqueira im Distrikt Viseu. Es lohnt sich nicht nur ein Besuch, weil es nach dem Rundgang über drei Etagen ein fabelhaften Rotwein zur Abrundung gibt. Es gibt viel und gutes Material, warum sich die “vinhas” hier gut für den Anbau der Reben eignen.
Mildes Klima im Douro-Tal
Dafür gibt am Fluss entlang mehr als genug Weingüter für die eine oder andere Kostprobe. Schließlich kommt der meiste portugiesische Rotwein vom Douro. Das meiste geht in den Export nach Übersee und England. Der schwere Portwein ist besonders beliebt. Warum sich die Gegend dafür besonders eignet, ist gleich beim Übergang von Spanien nach Portugal zu bemerken. Wer von Saucelle kommend im November die Grenze überschreitet, spürt deutlich die höhere Temperatur. Der Wind lässt nach. Amphibien und Reptilien scheint das Klima auch zu liegen. Es gibt hier offenbar viele Schlangen, die aber leider Autofahrer totfahren. Von Salto de Saucelle ergibt sich übrigens ein toller Blick über ein großes Stauwerk und ins Tal.
Auch zum Paddeln geeignet
Vor anderthalb Jahren war der Reisende schon einmal hier. Er genoss eine grandiose Fahrt von Castelo Rodrigo nach Barca d’Alva, weil es über viele Kilometer nur bergab ging. In Barca d’Alva, ein Hafen für Kreuzfahrtschiffe, bestieg er ein Kajak. Er paddelte mit einem Einheimischen, der hier als Lehrer arbeitet, auf dem großen Fluss. Über ihm kreisten Greifvögel wie der Rote Milan. Einziger Kontakt am Fluss war die besorgte Anfrage eines Campers aus den Niederlanden. Dieser hielt neben ihm und fragte, ob der Reisende genug zu essen und zu trinken dabei hätte. So wenig Verkehr befindet sich auf der Strecke. Der nächste Kontakt wird wohl erst mit Ana und António in der Edel-Pension Casa da Cisterna in Castelo Rodrigo sein. Ana und ihre Köchin kochen hervorragend. Das wohl beste Essen Portugals gibt es dort.
Gut zu befahrende Nationalstraße
Viele besuchen die Gegend nur mit der Bahn von Porto aus. Sie schaffen es gerade einmal, in der Kleinstadt Pinhão ein Weingut zu besuchen und zu speisen. Den Ort kann man sich sparen. Doch hier auf Radwanderung zu gehen, lohnt sich, weil die Strecke ab Zamora gut über die Nationalstraßen zu bewältigen ist. Es gibt nie eine wirklich steile Strecke. Es sei denn, man fährt an manchen Punkten direkt in ein kleines Dorf am Fluss herab. Aber die meisten Dörfer liegen recht angenehm am Fluss. So lohnt es sich kaum, wegen fünf schwierig erreichbarer Orte einen beschwerlichen Weg auf sich zu nehmen. So sehr unterscheiden sie sich am Ende auch wieder nicht. Es gibt zwar keinen offiziellen Douro-Radweg. Aber der Verkehr ist auch nur mäßig. Statt vieler Autos gibt es Wein und Oliven so weit das Auge reicht.
Troll versteinert wie im Hobbit: Na, wer traut sich, nach dem Reisenden hier durchzuradeln? Ach, was heißt radeln? Geschoben hat der Bikepacker auch zwei bis drei Kilometer, zum Glück abwärts auf dem Sendero GR-14. Er ist wunderschön. Aber er ist schmal, führt einige hundert Meter tief zu einem Fluss. Glücklich ist der Wanderer bei der Wärme endlich auf eine Landstraße zu stoßen. Diese bringt ihn angenehm wieder auf lichte Höhen. Der Sendero beginnt an der Duero-Quelle in Spanien und endet an der Mündung in Portugal.
Während des Aufstiegs lässt der Reisende natürlich neugierig seinen Blick über die Umgebung schweifen. Nicht immer findet er Interessantes. Doch heute stößt er auf einen versteinerten Troll in den Schluchten des Rio Duero zwischen Zamora und Salamanca. Kopf, Rumpf und Beine sind noch erhalten, obwohl schon etwas angegriffen. Sogar Augen und Nase sind noch vorhanden. Die Arme sind leider verwittert. Er wirkt wie ein Troll, versteinert wie im Hobbit. Bilbo Beutlin begegnet drei von ihnen auf seiner Reise zum einsamen Berg. Er rettet durch raffinierte Hinhaltetaktik seine Zwerge davor, von den Trollen verspeist zu werden. Das Morgenlicht verwandelt sie in Stein. Leider fällt das Licht grell auf den Stein. Für eine arme Smartphone-Kamera ist es leider zu viel Licht.
Der Rio Duero ist nicht nur seiner Natur wegen bekannt, sondern auch für seinen guten Wein weltweit. Berühmt ist vor allem der Portwein, den besonders Amerikaner und Briten zu schätzen wissen. Er wächst an den Berghängen zwischen Porto und Barca d’Alva. Dort ist das Klima spürbar milder als auf spanischer Seite bei Silvestre. Das spürt man sofort beim Übertreten der spanisch-portugiesischen Grenze. In Spanien bei Silvestre zum Beispiel ist es geradezu kalt im Vergleich dazu.
In einer kleinen Pension findet der Reisende am Abend noch ein Zimmer. Dort hat er noch Besuch bekommen. Dieser ist gerade einmal drei Monate alt.
Idylle auf dem Rotweinwanderweg: Gestern wanderte der Reisende mit Freunden gut 16 Kilometer auf dem Ahrsteig. Der Weg führte die große Gruppe von immerhin 12 Wanderern zunächst an der Ahr entlang von Mayschoss nach Altenahr. Die Ahr entspringt in Blankenheim, entwickelt sich schnell vom Rinnsal zu einem richtigen Gewässer. Auf Höhe von Mayschoss erreicht man sogar eine beträchtliche Höhe, wenn man bedenkt, dass man nur in einem Mittelgebirge unterwegs ist. Hier trifft man im Tal sogar Angler an, die auf Forellen aus sind. Dann ging es auf dem Rotweinwanderweg zurück nach Mayschoss.
Die Kamera sollte niemand vergessen. Denn auf der Strecke finden sich immer wieder schöne Motive. Neben tollen Ausblicken sieht man hier auch hin und wieder Eidechsen, die sich auf heißen Steinen sonnen. Oder aber sie flitzen über den Schotterweg. In besonders windgeschützte Ecken kann es bis zu 60 Grad heiß werden, steht auf einer der vielen Infotafeln entlang der Wege. Die Wege eignen sich gut für fitte Radler. Nach dem träge machenden Winter baut man gerade um Mayschoss herum gut wieder Kondition auf. Dort sind sie zwar an manchen Stellen steil. Aber auch Durchschnittssportler können sie mit normalen Rädern bewältigen.
Stände der Winzer im Herbst
Der Rotweinwanderweg zählt zu den beliebtesten Wegen im Ahrgebirge nahe Bonn. An Wochenenden ist hier ganz gut Betrieb. Gerade zur Zeit der Weinlese ist Volk unterwegs, und in den Dörfern schunkeln und trinken die Besucher. Leider zieht es auch viele Kraftfahrzeuge an, weshalb der Betrieb auch nervig werden kann. An manchen Stellen entlang des Wanderweges stehen gerade bei Mayschoss im Herbst Stände der Winzer, an denen man eine Brotzeit einnehmen kann. Die Beliebtheit erklärt sich dadurch, dass hier oben die Wege nicht immer asphaltiert sind. Das schont die Gelenke und trägt zum Gefühl bei, sich mehr in der Natur zu bewegen. Es gibt sogar Waldwege — Idylle auf dem Rotweinwanderweg.
Wer asphaltierte Wege vermeiden will, kann sich das Stück zwischen Sinzig und Bad Neuenahr sparen. Viel schöner ist es einige Kilometer weiter auf der Ehlinger Ley. Aber bitte bleibt auf den Wegen, um die Natur zu schonen!