Dalaknut wird individuell hergestellt

Nach dem Sägen haut David Preston das Holz zwischen den Einschnitten mit einem Tischlerbeil heraus. Dessen schmale gerade Schneide passt genau in die Auskerbung. Mit einem Breitbeil würde dies nicht funktionieren. Denn dieses ist speziell zum Entrinden und zum Bearbeiten der Holzoberfläche gefertigt. Das Hauen gleicht dem Hobeln eines Käses, da die meisten Holzstücke nur papierdünn sind. Die Axt wird oft wie ein Messer benutzt, dessen Kopf dann in der Hand liegt.

„Daran muss man sich erst einmal gewöhnen“, meint der am Blockhauskurs in Gränsfors teilnehmende David Preston. Ganz traditionell arbeitende Zimmerleute verwenden ausschließlich Spezialäxte für solche Arbeiten. Alles andere wäre unter ihrer Würde. Damit zeigen sie ihr richtiges Können. Sie kommen mit wenigen Werkzeugen aus. Dann kommt der nächste Balken. Dessen Auskerbung muss wieder neu ausgemessen werden, denn jeder Dalaknut wird individuell hergestellt. So stellt sich das Ganze für David als mathematisches Problem dar.

Fortsetzung folgt.


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Dalaknut, Herz eines Blockhauses

Stirn runzelnd steht der Brite David Preston aber erst einmal vor etwas, was er selbst auf seiner gerade beendeten Weltreise nicht gesehen hat: die meisterliche Verbindung von zwei rechtwinklig aufeinander stoßenden Blockhauswänden. Aufeinander gelegte runde Stämme oder Balken muss er miteinander an den Enden verbinden und zwar so, dass die Balkenköpfe überstehen. Solche Verbindungen sind schon durch einfache Kerben auf beiden Seiten und beiden Enden eines jeden Balkens zu erstellen. Dann aber liegen die Stämme nur relativ locker als Wand übereinander. Preston muss also nicht nur zimmern, sondern auch peilen können. Da er Landsleute in England beibringt, Natursteinmauern zu errichten, fällt ihm das nicht schwer.

Zimmerleute aus Nordschweden beherrschen aber eine Kunst, die alle anderen Eckverbindungen weit übertrifft, den so genannten Dalaknut, auf Deutsch Dalaknoten. Hauptunterschiede: Der Eckverband wird erstens schräg geschnitten, wodurch er bei Austrocknung des Holzes nicht undicht wird. Zweitens wird ein Zapfen eingearbeitet, der exakt in die Auskerbung des oberen Balken passt. Somit sorgt er für eine enorme Festigkeit des Gesamtverbandes.

David muss nun beim Blockhauskurs in Gränsfors mit Wasserwaage und Zimmermannsstift peilen, wie er die Auskerbung für die Verbindung sägen muss. Die Einschnitte für die Auskerbung dürfen nur schräg über den Balken laufen, damit sich das Holz in dem Hohlraum zusammenziehen und ausdehnen kann. Holz arbeitet. Gebäude mit dieser Konstruktion halten sogar 300 bis 400 Jahre, anders etwa als moderne Betonkonstruktionen. Sie werden nicht einmal innen feucht und faulen nicht. Schon die alten schwedischen Zimmerleute hatten das Problem der Verhinderung von Rissen im Griff. Peilen und Zimmern am schwedischen Blockhaus verlangt echte Präzisionsarbeit.


Fortsetzung folgt.

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Blockhauskurs im schwedischen Gränsfors

Sägemehl fliegt in Augen, Ohren und Haare. Bäume biegen sich. Denn ein eiskalter Wind aus Norwegen fegt im Oktober durch den kleinen Ort Gränsfors nahe Hudiksvall. Die Siedlung liegt im Hälsingland im Norden Schwedens. Die Finger auf dem Beil werden taub. Zimmermann Olaf Jung trägt sogar schon eine Skimütze. Gestern tanzten noch Mücken in der warmen Sonne. So ist es gut zu verstehen, dass einige Teilnehmer am Blockhauskurs in Gränsfors von einer warmen, eigens gebauten Blockhütte träumen, andere von einer Sauna am Waldsee. Oder sie wollen einfach nur lernen, wie man Fenster einbaut, einen Fußboden aus Holz verlegt, ein dichtes Dach konstruiert. Mit diesen Zielen sind Heimwerker aus England und Deutschland sowie aus Nord- und Südschweden angereist. Sogar aus den USA ist ein Teilnehmer gekommen. Dabei lernen sie im Blockhauskurs im schwedischen Gränsfors besonders die Technik des Dalaknuts kennen.

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Dieser Kurs bietet sich an, um erste „Schritte“ in der Zimmermannskunst zu erlernen. Der Text auf der Webseite des Anbieters Gränsfors Bruks ist ein bisschen dick aufgetragen. Interessenten wird vermittelt, dass jeder Teilnehmer hier alle Schritte vom Auswählen des Baumes bis zum Bau des fertigen Hauses auszuführen lernt.

Olaf Jung aber bringt Anfängern bei, wie man mit Axt, Handsäge, Handbohrer und Ziehmesser, traditionellen Werkzeugen eines Zimmermannes, die Wände eines Blockhauses hochzieht. Das Arbeiten mit der Elektrosäge und andere knifflige Arbeitsschritte ist eher etwas für Profis, die bereits mit schwerem Gerät umgehen können und ihr Wissen über die schwedische Bautechnik vertiefen wollen. Für diese bietet Jung auch Kurse an. Wer sich auf die schöne Zeit im Norden vorbereiten will, kann schon mal das Standardwerk lesen von Sven-Gunnar Håkansson, Blockhäuser und Hütten selbst gebaut.

Fortsetzung folgt.


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