Von der Serra de Montemuro im Norden ist die Estrela bei gutem Wetter zu sehen.
Blick in ein Tal der Serra de Montemuro
Schlucht des Rio Côa: Dort haben Geier Nester gebaut.
Radeln in Bergen erzeugt Glücksgefühle, selbst wenn es nur sanfte Hügel in der Eifel sind.
Bist Du schon auf dem Camino Primitivo geradelt? Nachdem der Reisende einen Artikel über das Radeln auf dem Camino Primitivo in der “Welt” gelesen hat, reizt es ihn schon. Denn dann könnte er mal wieder auf einem vom Küstenweg in Nordspanien abgehenden Teil des Jakobsweges kraxeln. Die Strecke beginnt in Oviedo und endet in Santiago de Compostela.
Erst einmal bestritt er den Pilgerweg durch Galicien und Portugal. Der Caminho Português von Porto nach Santiago ist sicher vergleichbar. Der Radwanderer musste nur zwei- oder dreimal auf Landstraßen ausweichen. So schlimm war es trotz 23 Kilogramm Gepäck also nicht gerade. Zum anderen kann man auch schieben, wenn es zu steil oder steinig wird. Viele erzählen auch nur gerne viel, betonend, wie anstrengend doch die Strecke sei, die gerade vor einem liege. Am Ende war es immer leichter als gedacht. Beim Camino Primitivo handelt es sich auch nur um knapp über 300 Kilometer Strecke. Und auch dort wird es schon mit Hilfe eines Navis möglich sein, die ganz steilen Abschnitte zu umfahren.
Berge zum Radwandern spannender
Durchstreifen & Erleben probiert es demnächst trotzdem in den Bergen aus. Es bringt ihn auch nicht von der Idee ab, auf einer Webseite zu lesen, dass dies für Radler zu schwierig sei. Es gibt sicher dort auch Unterkünfte, wo er das Gepäck abladen könnte. Danach fällt es leichter, ganz unbeschwert den Gipfel erreiche.
Denn er findet persönlich Berge spannender beim Radeln trotz der damit verbundenen Anstrengungen. Denn die meisten Küstenwege Europas sind nicht zuletzt der Bebauung und des Verkehrs wegen eher abschreckend.
Was spricht dafür, den Primitivo auszuprobieren? In Bergen sind oft wenig Autos unterwegs. Die Menschen haben meistens eine freundliche Mentalität und sind daher oft hilfsbereit. Zudem sind die Preise günstiger als an der Küste, und das Essen in den Gaststätten ist auf Einheimische ausgerichtet. Es gibt also das bessere Essen. Zudem spricht fürs Radeln auf dem Camino Primitivo: Was gibt es Schöneres, als eine Pause an Wasserfällen einzulegen? Es hat viel für sich, eine Kaffeepause in einem Bergdorf einzulegen. Vor allem ist es reizvoll, wenn der Morgennebel noch dampft. Es ist ein Genuss, eine grandiose Aussicht zu genießen, die man als Bikepacker aus eigener Kraft erreicht hat.
Römische Brücke an der Praia Fluvial de Acearrica
Allariz, schönste Kleinstadt Galiciens: Dieser Blick wirkt fast schon kitschig wie auf Postkarten. Oder nicht? Unvermutet ist der Reisende auf seinem Weg nach Santiago de Compostela auf eine römische Brücke gestoßen. Sie liegt an der Praia Fluvial de Acearrica nahe Allariz. Ihre beiden Bögen über dem Wasser sind perfekt gerundet. Dies ist typisch für die antike Architektur, als Rom noch die Iberische Halbinsel besetzte.
Nahe der Brücke liegt Allariz. Sie gilt als schönste Kleinstadt Galiciens im Nordwesten Spaniens, befindet sich in der Nähe von Ourense an der spanisch-portugiesischen Grenze. Sie ist es wert, auf der Radwanderung aufgrund ihrer malerischen Gassen und der schönen Lage am Fluss besucht zu werden. Die Gassen sind mit Kopfstein gepflastert. In kleinen Geschäften können Touristen nach Geschenken stöbern.
Als der Reisende hier einige Jahre zuvor auf einer Pressereise abends herumschlenderte, fand gerade ein Tanz auf dem Dorfplatz statt. Eine Kapelle spielte. Ein Mädel war so gut i n Stimmung, dass sie ihn zum Tanz aufforderte. Leider enttäuschte er sie, da er nicht gerade gut tanzt. Zum Schwofen hätte es vielleicht gelangt. Und er trug die falschen Schuhe. Daran und an ihre traurigen Gesichtszüge erinnerte sich der Jakobspilger jetzt wieder.
Kein Tanz in Allariz, schönste Kleinstadt Galiciens
Da die Dame heute nicht wieder auftauchte, verbrachte der Reisende den Abend in einem kleinen Restaurant mit wohl schmeckenden Speisen. Eine Stärkung war ihm willkommen. Denn von nun an führte die Strecke in die Berge. Der Thermalort Ourense liegt mit nur 23 Kilometern bereits hinter ihm, der mit Allariz über die alte Pilgerroute “Via de la plata” verbunden ist, die einstige römische Verkehrsstraße. Sie heißt übrigens nicht “Silberweg” (plata = Silber), sondern gepflasterter Weg, was aus dem Arabischen abgeleitet ist. Der Pilgerweg führt ab Sevilla im Süden in den Nordwesten Spaniens. Mehr dazu folgt im Radreiseführer über Galicien.
Dem Himmel wieder nah auf dem Jakobsweg: Nach relativ flachen Etappen an der Küste der vergangenen Tage wird es ab heute wieder ernst. Santiago de Compostela in Galicien muss der Jakobspilger sich nun auf dem Camino del Norte erarbeiten.
Die Küstenstadt Ribadeo hat er heute Mittag verlassen. Diese Stadt bietet nicht so viel. Umso größer ist die Freude nun wieder in hügeligeres Gebiet zu kommen. Daher befindet er sich hier auch wieder näher am Himmel. Bereits kurz hinter Ribadeo geht es leicht aufwärts.
In einem kleinen Dorf wenige KiIometer von der Stadt entfernt liegt eine Herberge, vor der er die ersten Pilger seit Fisterra trifft. Die beiden kommen aus Deutschland und ruhen sich auf einer Bank aus. Eine Flasche Wein steht mittags um zwei Uhr vor ihnen. Ein schöner Austausch über Erfahrungen auf dem Jakobsweg folgt. Die beiden Männer laufen nicht die komplette Strecke. Sie setzen sie für einige Tage einfach dort fort, wo sie vor einem oder mehreren Jahren aufgehört haben. Sie verfahren allerdings wie viele Pilger, dass sie morgens, solange es noch kühl ist, früh aufbrechen. Denn so besteht eine gute Chance, die nächste Herberge vor allen anderen zu erreichen und sich einen Platz zur Übernachtung zu sichern. Daher ist der Radpilger oft der letzte, der die Herberge verlässt.
Schön trinken muss er sich die Landschaft aber nicht wie die beiden. Der Reisende fühlt sich hier wie im Schwarzwald. Die Hügel entsprechen denen eines Mittelgebirges. Sie sind überwiegend mit Nadelgehölzen bewachsen. Daher ist die Gegend einfach nur schön. Nur wäre die Palme oben auf dem Foto an einem Brunnen selbst im Süden Deutschlands fehl am Platz.
Erster Sturz, obwohl dem Himmel wieder nah
Am Nachmittag baut der Radler seinen ersten Unfall auf der Rundreise durch den Nordwesten der Iberischen Halbinsel. Als er mal auf der Via de la plata von Salamanca nach Santiago unterwegs war, zeigte ihm Domingo aus Málaga, wie er schwierige Steigungen mit Schleifen nimmt. Domingo war ein Radkünstler: Der rappeldürre Mann war dem Reisenden aufgefallen, weil er auf dem Hauptplatz Salamancas rückwärts mit dem Rad fuhr. Das kurvige Fahren übernahm er fortan. Meistens ging es gut. Heute aber geht es wieder mal schief und er stürzt. Dank des Gepäcks gehen solche Stürze allerdings glimpflich aus. Die Packtaschen an den Seiten fangen sie gut auf. Dem Himmel wieder nah auf dem Jakobsweg? Zum Glück diesmal nicht!
Französische Pilger mit einer Zentnerlast auf den Rücken
Am späten Nachmittag bezieht er wieder ein “Refugio de peregrino”. Vor ihm ist schon eine Französin eingezogen. Er freut sich schon auf einen vergnüglichen Abend. Doch die Freude verfliegt schnell. Er hört Stimmen einer sich nähernden Gruppe. Es sind weitere Franzosen im Studentenalter, von denen die Jungs schwer bepackt sind. Einer von ihnen trägt sogar ein Tipi auf dem Rücken. Die Freude ist schnell wieder vorhanden. Unglaublich! Sie scherzen aber über sich selbst, dass sie durchs schwere Gepäck so langsam sind. Etappen wie mancher Kampfwanderer mit 30 oder mehr Kilometern schafften sie nicht. Es seien stets nur wenige Kilometer. “Probier’s mal mit Gemütlichkeit” sang schon der Bär Balu in Rudyard Kiplings Dschungelbuch. Und die Jungs und Mädels sind international gut aufgestellt, sprechen fließend Englisch und Spanisch. Europa wächst zusammen!
Der Reisende ahnt noch nicht, dass er morgen einen sehr schönen Tag mit ihnen auf dem Weg nach Mondoñedo verbringen wird. Das zweite Jerusalem ist nur noch 180 Kilometer entfernt. Dem Himmel wieder nah auf dem Jakobsweg, erst recht bei solchen Begegnungen.
Finisterre: Himmel auf Erden? Namen von Orten wie Finisterre — also Ende der Welt — ziehen den Reisenden geradezu magisch an. Am Ende der Welt vermuteten die Menschen des Mittelalters die größte Nähe zu den Inseln der Seligen. In einer keltischen Sage wird erzählt, die Inseln lägen hinter dem Horizont des Atlantiks. Dort suchten die Pilger das Gespräch mit den Toten.
Außerdem hilft es, auf langen Strecken einige Ziele vor Augen zu haben und sie dann auch einzuhalten. Denn sonst fährt man nur durch Landschaft. Dies kann auf Dauer ermüdend sein. In der ersten Zeit seiner Radreisen beschränkten sich die Touren oft nur darauf, Landschaft wahrzunehmen die Wahrnehmung. Doch ab einem bestimmten Punkt ist zu erkennen, dass viele Landschaften einander ähneln. Das Spezifische, was Menschen von Region zu Region anders macht, kommt dabei nicht heraus. Und da wird es erst spannend. Auf dem Rad kommt man den Menschen auch ziemlich nah. Einladungen kommen leichter zustande, als wenn man nur im Auto hockt.
Landschaft prägt Menschen. Menschen prägen Landschaft: Das Klima, der Boden, die Lage an einer Küste, an einem Fluss, in den Bergen. Das formt. Menschen bauen dort Häuser, kochen regionaltypisches Essen, leiden unter Hitze oder erfreuen sich am milden Klima. Bei einer Urlaubsreise mit dem Rad entwickelt man ein gutes Gespür für die Landschaft. Wind und Wetter, Steigung und Gefälle sind unmittelbar zu fühlen. Vor allem am Po.
Doch wie ist es am Ende der Welt? Wie sieht es an der nächsten Ecke aus? Geht es dort weiter? Eine Sackgasse gibt es dort auf der Radreise durch Galicien nicht. Denn der Caminho de Santiago endet nicht dort. Der Reisende setzt von dort aus seinen individuellen Pilgerweg fort. Denn Santiago de Compostela hat er in diesem Jahr noch nicht erreicht. Von hier aus geht die Tour weiter in den Norden nach A Coruña. Er ist noch lange nicht erschöpft, obwohl viele harte Berge hinter ihm liegen.
Himmel auf Erden?
Selbst der enttäuschende Anblick der Kleinstadt Finisterre — auf Galizisch Fisterra — kann ihn nicht davon abhalten. Denn eine schöne Stadt ist sie nicht. Die Architektur liegt weiter unter dem, was sonst eine spanische Stadt zu bieten hat. Es ist vor allem ein touristischer Ort mit Übernachtungsmöglichkeiten. Zum Glück aber liegt der Ort malerisch am Strand. Und die Strecke entlang der Küste ist reizvoll. Es reihen sich viele schöne Aussichtspunkte aneinander. Und die Menschen sind sehr lebendig. Viele Festivals gab es im August und September von Porto über Barcelos und Pontevedra zu sehen.
Unbedingt zu empfehlen ist in Finisterre der Besuch des Leuchtturms. In einem Nebengebäude ist ein Hotel mit nur sieben Zimmern zu untergebracht. Der Reisende bekam gerade noch das letzte Zimmer, in dem an sich ein Auszubildender untergebracht ist. Glück gehabt, um den ganzen Abend hier vollauf zu genießen. Von oben schaut man auf Klippen im Meer und in die Ferne. Dann beginnt das Leuchtfeuer zu glimmen und dann seine Kreise zu ziehen.
Es gibt nicht viele Orte auf der Welt, wo es derart stimmungsvoll ist. Dazu zählen für den Reisenden der Leuchtturm Bjuröklub in Västerbotten und Eckwarderhörne am Übergang vom Jadebusen zur Nordsee. Aber Finisterre, Himmel auf Erden? Jeder Pilger muss das für sich selbst entscheiden.
Blick auf A Pobra do Caramiñal vom Monte do Castelo
Rätselhafter galicischer Eukalyptus: Spanienfahrer und Biologen! Um welche Bäume handelt es sich hier? Der Reisende sieht diese Pflanzen öfter auf seiner Pilgertour durch Galicien. Er befindet sich jetzt im bergigen Umland von Porto do Son. Der Küstenort liegt zwischen Porto und Finisterre, also an der Westküste Portugals und Spaniens. Ein galicischer Bauer war trotz vereinzelter Höfe nicht zu sehen. Immer dann nicht da, wenn man ihn braucht. Er könnte ziemlich sicher, diese Frage beantworten.
Zum Glück traf der Bikepacker am Monte do Castelo auf José, den Mountainbiker. Dieser begleitete ihn einige Kilometer durch die Berge, führte ihn auf schönen Wegen vorbei an Irrwegen. So wurden eine Irrfahrt wie in der Wilsberg-Verfilmung “Die Bielefeld-Verschwörung” vermieden. Der privat ermittelnde Finanzbeamte Ekki Talkötter fährt immer nur im Kreis.
Als wieder solch ein bleicher Baum am Wegesrand stand, war die Gelegenheit zum Fragen da. José klärte den Reisenden auf: Es handele sich um Eukalyptus. Vor einem Jahr habe es hier aufgrund von dessen hier häufigem Vorkommen heftig gebrannt. Nicht wenige Bergbewohner hätten aufgrund der damit verbundenen Gefahr evakuiert werden müssen. Dies war also dem verheerenden Brand bei Coimbra vor einigen Wochen ähnlich. Zum Glück habe es keine Todesopfer gegeben.
Die Papier- und Holzindustrie verlangt nach Rohware auf der Iberischen Halbinsel, vor allem nach dem Blauen Eukalyptus. Alleine in Portugal sollen damit bepflanzte Felder mit einer Größe von 812 000 Hektar existieren. Aber mit verheerenden Folgen für die Umwelt ist dies verbunden: Zum einen verbrennen durch ihn ganze Wälder in ohnehin schon trockenen Landesteilen. Zum anderen beklagen Bauern, dass der Spiegel des Grundwassers durch ihn erheblich sinke. Rätselhafter Eukalyptus im galicischen Bergland: Dank José ist das Rätsel gelöst. Daher konnte der Reisende die Zeit an der wunderschönen Praia de Lires später besser genießen. Und im Blog noch etwas intensiver auf Monte de Castelo eingehen.
Imposante Brücke in der Vendée an der französischen Atlantikküste
Kühe im Wasser bei Kjerringøy, Dorf in der Gemeinde Bodø im norwegischen Landkreis Nordland.
Baggerschiff und Motorboote in der Provinz A Coruña im spanischen Galicien.
Hafen in der spanischen Provinz A Coruña.
A Coruña oder doch Lofot? Hier — an der Grenze zur Provinz A Coruña in Galicien — verblüfft den Reisenden die Ähnlichkeit beider Landschaften. Gerade rund um Digermulen sieht es ziemlich ähnlich aus.
Leider hat er gerade kein Foto von Digermulen zur Hand. Er kann jedoch andere Küstenstreifen zum Vergleich einfügen. Denn es ist doch interessant, herauszubekommen, warum man so beim Urlaub in Galicien oder auf dem Lofot empfindet.
Hier nun einige Hypothesen: Sicherlich liegt es vor allem am Licht. Der Blick geht an exponierter Stelle in die Ferne. Nicht umsonst ist Skagen, das eine exponierte Lage an der Nordspitze Jütlands einnimmt, berühmt durch die Skagener Malerschule geworden.
Sowohl Digermulen als auch die Stelle in der Provinz A Coruña liegen einsam. Nur im Hintergrund erheben sich in Norwegen die grünen Alpen am Meer, maximal 1161 Meter hoch. Dort recken sich die maximal 800 Meter hohen Berge Galiciens in die Höhe. An der Küste gehen die Berge schließlich auch über in die Rías Baixas und die Rías Altas. In den Rías Baixas liegt die Sierra del Barbanza. Die Rías Altas sind der Teil der Küstenregion Galiciens. Diese laufen vom Kap Finisterre in der westlichen Provinz von A Coruña nach Ribadeo in der nordöstlichen Provinz Lugo. Dort grenzen sie an Asturien. Sie gehören zum galizisch-leonischem Massiv.
Beste Badeplätze und mildes Klima
Beide Orte liegen auch an rauen Küsten. Die galicische Küste ist nicht minder gefährlich als das Polarmeer. Viele Fischer kosteten die Wetterverhältnisse das Leben. In ihnen fließt ziemlich kaltes Wasser. Deshalb sind manche Urlauber auch enttäuscht, wenn sie meinen, den Traumstrand bei Porto gefunden zu haben, aber dort nicht wirklich schwimmen mögen. Selbst an Algarve gibt es so kalte Strömungen. Nur erfahrene Einheimische wissen dort, wo die besten Badeplätze liegen für einen gelungenen Urlaub an Algarve liegen. Ebbe und Flut sorgen natürlich auch für ein ähnliches Erscheinungsbild.
Die Wassertemperatur bestimmt die Vegetation auf Granit mit dünner Krume in beiden Landstrichen. Auch dadurch kann es wohl zu einem ähnlichen Erscheinungsbild kommen. Deshalb kann es zum Vergleich in der Vendée zum Teil schon fast mediterran durch Kiefernwälder wirken, die es so in Nordnorwegen nicht gibt. Diese gibt es dafür aber auf Seeland am Kattegat in Dänemark. Auch dort ist es viel milder als an beliebten Badestränden wie Blåvand, ein dänisches Nordseebad in der Kommune Varde.
A Coruña oder doch Lofot? Mit diesen Hypothesen ist das Ganze bestimmt noch nicht ausgeschöpft. Vielleicht finden sich die einen oder anderen Experten, die das hier wissenschaftlich be- oder widerlegen können. Vielleicht kommt es an dieser Stelle auch zu einer erwünschten spannenden Diskussion.
Kilometerweit ist der Radweg entlang des Rio Minho.
Blick auf Tui von der Brücke aus
Stadttor der Stadt Valença
Nicht nur diese Dame läuft mit einer vollen Tasche durch die Einkaufsstraße von Valença.
So ganz abgewichen wie gedacht, ist der Reisende vorgestern doch nicht. Er geriet auf die Küstenstrecke des Caminho de Santiago. Heute hat er Cerveiro verlassen und folgt einem wunderbaren Flussradweg nach Valença. Dort liegt die Grenze. Der Rio Minho und die Brücke Ponte Internacional Valença-Tui verbinden beide Grenzen.
Als die Brücke dort — Ponte Internacional Valença-Tui — errichtet werden sollte, bewarb sich auch der berühmte Architekt Gustave Eiffel 1881 mit einem Plan um die Ausführung. Die portugiesisch-spanische Kommission entschied sich für den Entwurf des Architekten Pelayo Mancebo y Ágreda. Auf der anderen Seite liegt Tui. Der Radweg bis dorthin ist flach und schattig. Er bietet einen tollen Blick auf die Berge. Die Länge beträgt etwa 18 Kilometer. Auch viele Möwen sorgen hier mit ihren Rufen für Leben.
Besichtigung Valenças
Eine Besichtigung Valenças lohnt sich, das der Reisende bis dahin noch nicht kannte. Nur dem Namen nach: Als er den Flughafen in Porto verließ, unterhielt er sich mit einer hübschen blonden deutschen Touristin, um zu erfahren, wo es diese wohl hinzog. Zu seinem Erstaunen wollte sie nicht Porto besichtigen, sondern mit dem Bus direkt nach Valença fahren.
Und jetzt nach einigen Tagen auf dem Jakobsweg mit dem Rad ist er selbst hier. Doch die Touristin ist längst über alle Berge. Er nimmt sich ein Zimmer in einem Hotel in der Neustadt, direkt vor der imposanten von einer Mauer komplett umgebenen Festungsstadt. An der Rezeption werden sie ihn heute und morgen immer persönlich mit “Bom dia, senhor Benning” oder “Boa tarde, senhor Benning” grüßen. Die haben es drauf.
Valença ist wesentlich größer als Almeida im Centro de Portugal, obwohl sie nicht einmal 3500 Einwohner aufweist. In Almeida leben nicht einmal 1500. So dünn besiedelt ist es außerhalb der großen Städte. Wahrscheinlich hängt der Eindruck an der großen Zahl der Touristen, von denen viele aus Spanien kommen. Auf sie warten viele Restaurants und Souvenirläden in den Gassen. In denen bebt das Leben. Wer die Ponte Internacional Valença-Tui am Minho überschreitet, gelangt ins wesentlich ruhigere Tui.
Steiniger Jakobsweg um Bandeira: So sieht der Caminho de Santiago von Porto nach Santiago öfter aus. Mit Gepäck muss der Reisende dann oft schieben. Er kennt aber immerhin fünf Freunde in Bonn und in Münster, die auch nicht aufgäben. Stephan, zwei Christians, Holger und Ulf.
Die Strecke heute ist deutlich die anstrengendste. Dabei ist er die letzten fünf Kilometer parallel zum Wanderweg auf der Landstraße geradelt. Darunter forderten ihn auch neun Prozent Steigung heraus. Der Pilgerweg selbst ist ab Bandeira nur für Mountainbiker ohne Gepäck zu bewältigen. Das Rad müsse streckenweise auf den Schultern getragen werden, munkelt man. Der Anfang der Strecke hat unter Regen so stark gelitten, dass ein Stück abgerutscht ist. Er ist jetzt gesperrt.
Das Erklimmen des Berggipfels gegen Ende des Trips war heftig. Jetzt ruht er im Bergdorf Rubiães. Dieses ist abends deutlich kühler als Ponte de Lima im Tal. Die Wirtin wollte ihn gleich dazu nötigen, mit einem Shuttle zu einem nahen Restaurant zu fahren. Es tut ihm schrecklich leid, dass ihr nun 10 % Provision entgehen. Und sie wollte nicht, dass er sein Rad direkt vor dem Zimmer abstellt. Dabei liegt es ebenerdig im Hof.
Es ist das erste und einzige Mal auf der gesamten Tour, dass dem Reisenden jemand so komisch kommt. Er setzte sich trotzdem gegen sie durch. Sicherheit fürs Rad geht vor. Er ist schließlich auf das Fahrzeug angewiesen. Am nächsten Morgen hat sie sich wieder beruhigt und serviert ein gutes Frühstück. Wer weiß, was die Frau am Vortag plagte.
Der Blick vom Balkon ist ganz okay. Oder? Steiniger Jakobsweg um Bandeira, die Mühe hat sich gelohnt. Ein Pilgerweg ohne Leiden wäre auch kein Pilgerweg.
Marktplatz in Ponte de Lima der nordportugiesischen Unterregion Minho-Lima im Distrikt Viana do Castelo.
Auf der Speisekarte des Restaurants O Confrade in Ponte de Lima gibt es nur Dosenfraß.
Fluss des Vergessens am Jakobsweg: Drei Tage hält sich der Reisende schon am Fluss des Vergessens in Ponte de Lima auf. Ob er wirklich alles vergisst, stellt er wahrscheinlich erst hinter der Ortsgrenze fest. Pilgerin Alexandra hat ihn jedenfalls nicht vergessen. Denn sie schreibt ihm immer noch, obwohl sie die Kleinstadt seit drei Tagen verlassen hat. So schlimm ist es also nicht.
Er hält die Erzählung auch für eine List der Feinde der Römer, um die Legionen am Vormarsch über den Fluss Lima zu hindern. Am Ufer stehen ein paar bewaffnete junge Kerle um die zwanzig Jahre mit unsicheren Gesichtern. Die Lanze eines Legionärs ist sogar verbogen, als seien gerade Asterix und Obelix vorbeigekommen, um sich mit ihnen zu prügeln. Auf der anderen Seite wartet ihr Anführer zu Pferde, der vorgeritten ist. Die Legionäre wollen erst durch den Fluss waten, sobald jeder einzelne von ihnen seinen Namen gehört hat. Eine hübsche Geschichte zu einer angenehmen Kleinstadt, in der so einige Pilger zwei Tage ihre Wunden pflegen.
Die schönsten Frauen Portugals kommen aus dem Norden
Das Leben ist gemütlich. Das Bier ist billig, die Menschen hilfsbereit. Der Reisende hat sich in einem Handel für 29 Cent fünf Schrauben besorgt, um weiteren Verlusten auf der holperigen Strecke die Stirn bieten zu können. Der Gepäckträger sitzt jedenfalls wieder fest, wofür allerdings der Flaschenhalter daran glauben musste. Wie gut, dass er mit zwei passenden Schrauben fixiert ist. Die Schuhsohle klebte gestern ein Schuster für einen Euro.
In Ponte de Lima gibt es auch ein schönes Museum mit sakraler Kunst. Abends bieten Bands lebhafte Konzerte. Gestern trat ein Fado-Sänger auf, den der Reisende im Hotelzimmer bis drei Uhr nachts hörte. Gestört es es überhaupt nicht. Denn er sang phantastisch. Und die Zuschauer lachten viel, weshalb es wohl auch lustig war. Unvergessen ist auch die bildhübsche Rezeptionistin Ana im Hotel, deren Sprachmelodie einfach phantastisch klang. Diese erinnerte an die schwedische Art, beim Sprechen fast zu Singen — Sprechgesang. Die schönsten Frauen Portugals kommen aus dem Norden. Das ist bekannt.
Einziges Manko: Die Restaurants bieten hier nur Dosenfraß an, was unschwer am Foto in der Galerie zu erkennen ist. Halbe Dosen, ganze Dosen. Der Reisende will frischen portugiesischen Fisch, keine Konserven. Obwohl am Fluss des Vergessens am Jakobsweg: Diese Zustände hier wird der Reisende niemals vergessen.
Nicht alle Wege sind so leicht zu befahren wie dieser hier im Umfeld des Mirador de Santo André de Teixido.
Oder wie dieser Strandweg.
Achtung: Elf Kilometer mit Radfahrern!
In eine Dose Pferdesalbe passt ein Mountainbike-Schlauch.
Reparieren auf dem Caminho Português: Seine ersten kleinen Reparaturen hat der Reisende am Rad schon hinter sich. Dabei ist er erst seit fünf Tagen in Portugal. Zuerst verbog das Schaltwerk leicht auf dem Flug von Köln-Bonn nach Porto. Dabei ist das Mountainbike an sich gut geschützt. Denn es findet in einem Evoc-Radkoffer seinen Platz. Die Tasche ähnelt vom Material her einer großen Sporttasche und wird seitlich durch Rohre versteift. Die Laufräder kommen in zwei Seitenfächer innerhalb der Tasche.
Ein Radkoffer hat auch den Vorteil, dass sich in ihm Werkzeug und Bücher verstauen lassen. Der an vielen Fahrradtaschen so empfindliche Reißverschluss hat bisher alle Strapazen überstanden. Unter dem Koffer befinden sich auch zwei Rollen, damit sich das schwere Stück gut ziehen lässt. Anstrengend ist es trotzdem. Niemand kann dadurch erwarten, unbeschwert auf die Reise nach Nordportugal zu gehen.
Im Sperrgepäck zusätzliche Kilos unterbringen
Denn da als Sperrgepäck am Flughafen eingestuft, kann man in ihr alles verstauen, was über die Grenze von 20 oder 23 Kilo im großen Rucksack geht. Am Schalter lässt sich der Überschuss gut bei der Abfertigung verteilen. Viele Hotels sind so freundlich, den Koffer bis zur Rückkehr aufzubewahren. Noch nie kam etwas in Norwegen, Schweden, Spanien oder Portugal weg. Der Reisende konnte das Schaltwerk im Hotel mit der Hand wieder richten. Mit dem Schraubendreher stellte er es auch neu ein.
Offenbar gelang es so gut, dass der freundliche Inhaber von Onda Bike in Vila Nova de Gaia es für in Ordnung befand. Zur Sicherheit kaufte der Reisende ihm aber ein Schaltwerk ab. Dieses befindet sich seitdem stets als Ersatzteil im Gepäck. Es kostet und wiegt nicht so viel, gemessen an der Sicherheit. Bei einem Sturz kann das montierte im schlechtesten Fall sogar abbrechen.
Wichtigstes Werkzeug und Kleinteile nicht vergessen
Die ersten Etappen auf dem Caminho Português sind überwiegend flach und asphaltiert. Hin und wieder kommen aber auch steinige und steile Stücke. Ab Galicien wird das noch mehr. Der galicische Jakobsweg ist oft hügelig bis bergig. Dicke Steine können das Fortkommen erschweren. Ohne Schieben vergeht dort kaum ein Tag. Aber es sind oft nur wenig mehr als hundert Meter. Daher ist es erträglich.
Heute war es dann so weit. Da der Wanderpfad holprig war, verlor der Radler eine Schraube am Gepäckträger. Vor ihm wartete ein Chauffeur mit einem Kleinbus auf Wanderer. Nach einigen Minuten registrierte er den Radler auf dem Boden, bot seine Hilfe an. Leider konnte er ihm nicht helfen, da er keine Ersatzteile mit sich führte. Auch eine seiner vielen Wasserflaschen opferte er nicht auf, obwohl es sehr warm war.
Grober Umgang mit Gepäck am Flughafen
Zum Glück konnte der Reisende sie durch eine vom Flaschenhalter opfern. Das meiste Wasser bewahrt der Reisende ohnehin in einer Trinkblase auf dem Rücken auf. Denn so kann er während der Fahrt trinken und die Hände am Lenker behalten. Und er bleibt im Rhythmus. Die übrig gebliebene Schraube langt auch noch, um die Flasche zu halten. Am Rande von Ponte de Lima gab es zum Glück einen Baumarkt. Dort versorgte sich der Reisende mit zehn Schrauben für alle empfindlichen Stellen. Ein freundlicher Mitarbeiter half ihm, passende zu finden. Sie befinden sich von nun an in Filmdöschen an Bord, wo sie nicht viel Platz wegnehmen.
Denkt also bitte immer daran, passende Schrauben mitzunehmen. Die Kette wird seit zwei Jahren nur noch mit Bio-Kettenöl geschmiert, was gut funktioniert. Und der Umwelt hilft es. Es kommt immer mal wieder ein Test heraus, an dem man sich orientieren kann, welches Öl für gut befunden wurde. So wie dieser hier.
Reparieren auf dem Caminho Português
Galicier fahren mit Milch in den Schläuchen, berichtete ein Mechaniker in einem Rad-Geschäft bei Lalín. Das hat zwar den Vorteil, dass Platten vermieden werden. Gerade bei den zahlreich vorhandenen dornigen Strecken auf der Iberischen Halbinsel ist das cool. Aber mit der Zeit trocknet die Flüssigkeit. Als der Reisende in Bonn zurück, weiter damit fuhr, war die Luft nach einigen Wochen entwichen. Grund: Noch immer saßen Dornen im Mantel und im Schlauch. Auf einen Reserveschlauch sollte trotzdem niemand verzichten. Wer seine Muckis nach dem Besuch im Fitness-Studio mit Pferde-Balsam einreibt, kann die Dose für die Aufbewahrung des Schlauches weiterverwenden. Ein Mountainbike-Schlauch passt genau hinein. Dies schont nicht nur den Schlauch und spart Platz im Gepäck, sondern es schont auch noch die Umwelt. Denn die Dose landet für die nächsten Jahre erstmal nicht im Gelben Sack, sondern im Reisegepäck.
Schaltung vor dem Flug demontieren
Und zu empfehlen ist auch, die empfindliche Schaltung vor dem Flug zu demontieren. Auf dem Düsseldorfer Flughafen hat der Reisende schon beobachtet, wie grob einer der Männer mit dem Radkoffer umging. Er flog geradezu in den Gepäckraum. Als er den Mitarbeiter zur Rede stellte, guckte dieser nur doof. Dabei steht sogar die Bitte außen auf der Tasche, mit dem “dreambike” sorgfältig umzugehen. Sonst bleibt es nicht nur beim unaufwendigeren Reparieren auf dem Caminho Português. Aber ab jetzt geht es auf jeden Fall aufregend weiter.