Radeln auf dem Camino Primitivo

Bist Du schon auf dem Cami­no Pri­mi­tivo gera­delt? Nach­dem der Rei­sen­de einen Arti­kel über das Radeln auf dem Cami­no Pri­mi­tivo in der “Welt” gele­sen hat, reizt es ihn schon. Denn dann könn­te er mal wie­der auf einem vom Küs­ten­weg in Nord­spa­ni­en abge­hen­den Teil des Jakobs­we­ges kra­xeln. Die Stre­cke beginnt in Ovie­do und endet in Sant­ia­go de Compostela.

Erst ein­mal bestritt er den Pil­ger­weg durch Gali­ci­en und Por­tu­gal. Der Camin­ho Por­tu­guês von Por­to nach Sant­ia­go ist sicher ver­gleich­bar. Der Rad­wan­de­rer muss­te nur zwei- oder drei­mal auf Land­stra­ßen aus­wei­chen. So schlimm war es trotz 23 Kilo­gramm Gepäck also nicht gera­de. Zum ande­ren kann man auch schie­ben, wenn es zu steil oder stei­nig wird. Vie­le erzäh­len auch nur ger­ne viel, beto­nend, wie anstren­gend doch die Stre­cke sei, die gera­de vor einem lie­ge. Am Ende war es immer leich­ter als gedacht. Beim Cami­no Pri­mi­tivo han­delt es sich auch nur um knapp über 300 Kilo­me­ter Stre­cke. Und auch dort wird es schon mit Hil­fe eines Navis mög­lich sein, die ganz stei­len Abschnit­te zu umfahren.

Berge zum Radwandern spannender

Durch­strei­fen & Erle­ben pro­biert es dem­nächst trotz­dem in den Ber­gen aus. Es bringt ihn auch nicht von der Idee ab, auf einer Web­sei­te zu lesen, dass dies für Rad­ler zu schwie­rig sei. Es gibt sicher dort auch Unter­künf­te, wo er das Gepäck abla­den könn­te. Danach fällt es leich­ter, ganz unbe­schwert den Gip­fel erreiche.

Denn er fin­det per­sön­lich Ber­ge span­nen­der beim Radeln trotz der damit ver­bun­de­nen Anstren­gun­gen. Denn die meis­ten Küs­ten­we­ge Euro­pas sind nicht zuletzt der Bebau­ung und des Ver­kehrs wegen eher abschreckend.

Was spricht dafür, den Pri­mi­tivo aus­zu­pro­bie­ren? In Ber­gen sind oft wenig Autos unter­wegs. Die Men­schen haben meis­tens eine freund­li­che Men­ta­li­tät und sind daher oft hilfs­be­reit. Zudem sind die Prei­se güns­ti­ger als an der Küs­te, und das Essen in den Gast­stät­ten ist auf Ein­hei­mi­sche aus­ge­rich­tet. Es gibt also das bes­se­re Essen. Zudem spricht fürs Radeln auf dem Cami­no Pri­mi­tivo: Was gibt es Schö­ne­res, als eine Pau­se an Was­ser­fäl­len ein­zu­le­gen? Es hat viel für sich, eine Kaf­fee­pau­se in einem Berg­dorf ein­zu­le­gen. Vor allem ist es reiz­voll, wenn der Mor­gen­ne­bel noch dampft. Es ist ein Genuss, eine gran­dio­se Aus­sicht zu genie­ßen, die man als Bike­pa­cker aus eige­ner Kraft erreicht hat.

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Allariz, schönste Kleinstadt Galiciens

Römi­sche Brü­cke an der Pra­ia Flu­vi­al de Acearrica

All­ariz, schöns­te Klein­stadt Gali­ci­ens: Die­ser Blick wirkt fast schon kit­schig wie auf Post­kar­ten. Oder nicht? Unver­mu­tet ist der Rei­sen­de auf sei­nem Weg nach Sant­ia­go de Com­pos­te­la auf eine römi­sche Brü­cke gesto­ßen. Sie liegt an der Pra­ia Flu­vi­al de Acear­ri­ca nahe All­ariz. Ihre bei­den Bögen über dem Was­ser sind per­fekt gerun­det. Dies ist typisch für die anti­ke Archi­tek­tur, als Rom noch die Ibe­ri­sche Halb­in­sel besetzte.

Nahe der Brü­cke liegt All­ariz. Sie gilt als schöns­te Klein­stadt Gali­ci­ens im Nord­wes­ten Spa­ni­ens, befin­det sich in der Nähe von Ouren­se an der spa­nisch-por­tu­gie­si­schen Gren­ze. Sie ist es wert, auf der Rad­wan­de­rung auf­grund ihrer male­ri­schen Gas­sen und der schö­nen Lage am Fluss besucht zu wer­den. Die Gas­sen sind mit Kopf­stein gepflas­tert. In klei­nen Geschäf­ten kön­nen Tou­ris­ten nach Geschen­ken stöbern. 

Als der Rei­sen­de hier eini­ge Jah­re zuvor auf einer Pres­se­rei­se abends her­um­schlen­der­te, fand gera­de ein Tanz auf dem Dorf­platz statt. Eine Kapel­le spiel­te. Ein Mädel war so gut i n Stim­mung, dass sie ihn zum Tanz auf­for­der­te. Lei­der ent­täusch­te er sie, da er nicht gera­de gut tanzt. Zum Schwo­fen hät­te es viel­leicht gelangt. Und er trug die fal­schen Schu­he. Dar­an und an ihre trau­ri­gen Gesichts­zü­ge erin­ner­te sich der Jakobs­pil­ger jetzt wieder.

Kein Tanz in Allariz, schönste Kleinstadt Galiciens

Da die Dame heu­te nicht wie­der auf­tauch­te, ver­brach­te der Rei­sen­de den Abend in einem klei­nen Restau­rant mit wohl schme­cken­den Spei­sen. Eine Stär­kung war ihm will­kom­men. Denn von nun an führ­te die Stre­cke in die Ber­ge. Der Ther­mal­ort Ouren­se liegt mit nur 23 Kilo­me­tern bereits hin­ter ihm, der mit All­ariz über die alte Pil­ger­rou­te “Via de la pla­ta” ver­bun­den ist, die eins­ti­ge römi­sche Ver­kehrs­stra­ße. Sie heißt übri­gens nicht “Sil­ber­weg” (pla­ta = Sil­ber), son­dern gepflas­ter­ter Weg, was aus dem Ara­bi­schen abge­lei­tet ist. Der Pil­ger­weg führt ab Sevil­la im Süden in den Nord­wes­ten Spa­ni­ens. Mehr dazu folgt im Rad­rei­se­füh­rer über Galicien.

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Dem Himmel wieder nah

Dem Him­mel wie­der nah auf dem Jakobs­weg: Nach rela­tiv fla­chen Etap­pen an der Küs­te der ver­gan­ge­nen Tage wird es ab heu­te wie­der ernst. Sant­ia­go de Com­pos­te­la in Gali­ci­en muss der Jakobs­pil­ger sich nun auf dem Cami­no del Nor­te erarbeiten. 

Die Küs­ten­stadt Riba­deo hat er heu­te Mit­tag ver­las­sen. Die­se Stadt bie­tet nicht so viel. Umso grö­ßer ist die Freu­de nun wie­der in hüge­li­ge­res Gebiet zu kom­men. Daher befin­det er sich hier auch wie­der näher am Him­mel. Bereits kurz hin­ter Riba­deo geht es leicht aufwärts. 

In einem klei­nen Dorf weni­ge KiIo­me­ter von der Stadt ent­fernt liegt eine Her­ber­ge, vor der er die ers­ten Pil­ger seit Fis­ter­ra trifft. Die bei­den kom­men aus Deutsch­land und ruhen sich auf einer Bank aus. Eine Fla­sche Wein steht mit­tags um zwei Uhr vor ihnen. Ein schö­ner Aus­tausch über Erfah­run­gen auf dem Jakobs­weg folgt. Die bei­den Män­ner lau­fen nicht die kom­plet­te Stre­cke. Sie set­zen sie für eini­ge Tage ein­fach dort fort, wo sie vor einem oder meh­re­ren Jah­ren auf­ge­hört haben. Sie ver­fah­ren aller­dings wie vie­le Pil­ger, dass sie mor­gens, solan­ge es noch kühl ist, früh auf­bre­chen. Denn so besteht eine gute Chan­ce, die nächs­te Her­ber­ge vor allen ande­ren zu errei­chen und sich einen Platz zur Über­nach­tung zu sichern. Daher ist der Rad­pil­ger oft der letz­te, der die Her­ber­ge verlässt.

Schön trin­ken muss er sich die Land­schaft aber nicht wie die bei­den. Der Rei­sen­de fühlt sich hier wie im Schwarz­wald. Die Hügel ent­spre­chen denen eines Mit­tel­ge­bir­ges. Sie sind über­wie­gend mit Nadel­ge­höl­zen bewach­sen. Daher ist die Gegend ein­fach nur schön. Nur wäre die Pal­me oben auf dem Foto an einem Brun­nen selbst im Süden Deutsch­lands fehl am Platz.

Erster Sturz, obwohl dem Himmel wieder nah

Am Nach­mit­tag baut der Rad­ler sei­nen ers­ten Unfall auf der Rund­rei­se durch den Nord­wes­ten der Ibe­ri­schen Halb­in­sel. Als er mal auf der Via de la pla­ta von Sala­man­ca nach Sant­ia­go unter­wegs war, zeig­te ihm Dom­in­go aus Mála­ga, wie er schwie­ri­ge Stei­gun­gen mit Schlei­fen nimmt. Dom­in­go war ein Rad­künst­ler: Der rap­pel­dür­re Mann war dem Rei­sen­den auf­ge­fal­len, weil er auf dem Haupt­platz Sala­man­cas rück­wärts mit dem Rad fuhr. Das kur­vi­ge Fah­ren über­nahm er fort­an. Meis­tens ging es gut. Heu­te aber geht es wie­der mal schief und er stürzt. Dank des Gepäcks gehen sol­che Stür­ze aller­dings glimpf­lich aus. Die Pack­ta­schen an den Sei­ten fan­gen sie gut auf. Dem Him­mel wie­der nah auf dem Jakobs­weg? Zum Glück dies­mal nicht!

Französische Pilger mit einer Zentnerlast auf den Rücken

Am spä­ten Nach­mit­tag bezieht er wie­der ein “Refu­gio de pere­gri­no”. Vor ihm ist schon eine Fran­zö­sin ein­ge­zo­gen. Er freut sich schon auf einen ver­gnüg­li­chen Abend. Doch die Freu­de ver­fliegt schnell. Er hört Stim­men einer sich nähern­den Grup­pe. Es sind wei­te­re Fran­zo­sen im Stu­den­ten­al­ter, von denen die Jungs schwer bepackt sind. Einer von ihnen trägt sogar ein Tipi auf dem Rücken. Die Freu­de ist schnell wie­der vor­han­den. Unglaub­lich! Sie scher­zen aber über sich selbst, dass sie durchs schwe­re Gepäck so lang­sam sind. Etap­pen wie man­cher Kampf­wan­de­rer mit 30 oder mehr Kilo­me­tern schaff­ten sie nicht. Es sei­en stets nur weni­ge Kilo­me­ter. “Probier’s mal mit Gemüt­lich­keit” sang schon der Bär Balu in Rudyard Kiplings Dschun­gel­buch. Und die Jungs und Mädels sind inter­na­tio­nal gut auf­ge­stellt, spre­chen flie­ßend Eng­lisch und Spa­nisch. Euro­pa wächst zusammen!

Der Rei­sen­de ahnt noch nicht, dass er mor­gen einen sehr schö­nen Tag mit ihnen auf dem Weg nach Mon­do­ñe­do ver­brin­gen wird. Das zwei­te Jeru­sa­lem ist nur noch 180 Kilo­me­ter ent­fernt. Dem Him­mel wie­der nah auf dem Jakobs­weg, erst recht bei sol­chen Begegnungen.

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Finisterre: Himmel auf Erden?

Finis­terre: Him­mel auf Erden? Namen von Orten wie Finis­terre — also Ende der Welt — zie­hen den Rei­sen­den gera­de­zu magisch an. Am Ende der Welt ver­mu­te­ten die Men­schen des Mit­tel­al­ters die größ­te Nähe zu den Inseln der Seli­gen. In einer kel­ti­schen Sage wird erzählt, die Inseln lägen hin­ter dem Hori­zont des Atlan­tiks. Dort such­ten die Pil­ger das Gespräch mit den Toten.

Außer­dem hilft es, auf lan­gen Stre­cken eini­ge Zie­le vor Augen zu haben und sie dann auch ein­zu­hal­ten. Denn sonst fährt man nur durch Land­schaft. Dies kann auf Dau­er ermü­dend sein. In der ers­ten Zeit sei­ner Rad­rei­sen beschränk­ten sich die Tou­ren oft nur dar­auf, Land­schaft wahr­zu­neh­men die Wahr­neh­mung. Doch ab einem bestimm­ten Punkt ist zu erken­nen, dass vie­le Land­schaf­ten ein­an­der ähneln. Das Spe­zi­fi­sche, was Men­schen von Regi­on zu Regi­on anders macht, kommt dabei nicht her­aus. Und da wird es erst span­nend. Auf dem Rad kommt man den Men­schen auch ziem­lich nah. Ein­la­dun­gen kom­men leich­ter zustan­de, als wenn man nur im Auto hockt.

Land­schaft prägt Men­schen. Men­schen prä­gen Land­schaft: Das Kli­ma, der Boden, die Lage an einer Küs­te, an einem Fluss, in den Ber­gen. Das formt. Men­schen bau­en dort Häu­ser, kochen regio­nal­ty­pi­sches Essen, lei­den unter Hit­ze oder erfreu­en sich am mil­den Kli­ma. Bei einer Urlaubs­rei­se mit dem Rad ent­wi­ckelt man ein gutes Gespür für die Land­schaft. Wind und Wet­ter, Stei­gung und Gefäl­le sind unmit­tel­bar zu füh­len. Vor allem am Po.

Doch wie ist es am Ende der Welt? Wie sieht es an der nächs­ten Ecke aus? Geht es dort wei­ter? Eine Sack­gas­se gibt es dort auf der Rad­rei­se durch Gali­ci­en nicht. Denn der Camin­ho de Sant­ia­go endet nicht dort. Der Rei­sen­de setzt von dort aus sei­nen indi­vi­du­el­len Pil­ger­weg fort. Denn Sant­ia­go de Com­pos­te­la hat er in die­sem Jahr noch nicht erreicht. Von hier aus geht die Tour wei­ter in den Nor­den nach A Coru­ña. Er ist noch lan­ge nicht erschöpft, obwohl vie­le har­te Ber­ge hin­ter ihm liegen.

Himmel auf Erden?

Selbst der ent­täu­schen­de Anblick der Klein­stadt Finis­terre — auf Gali­zisch Fis­ter­ra — kann ihn nicht davon abhal­ten. Denn eine schö­ne Stadt ist sie nicht. Die Archi­tek­tur liegt wei­ter unter dem, was sonst eine spa­ni­sche Stadt zu bie­ten hat. Es ist vor allem ein tou­ris­ti­scher Ort mit Über­nach­tungs­mög­lich­kei­ten. Zum Glück aber liegt der Ort male­risch am Strand. Und die Stre­cke ent­lang der Küs­te ist reiz­voll. Es rei­hen sich vie­le schö­ne Aus­sichts­punk­te anein­an­der. Und die Men­schen sind sehr leben­dig. Vie­le Fes­ti­vals gab es im August und Sep­tem­ber von Por­to über Bar­ce­los und Pon­te­ve­dra zu sehen.

Unbe­dingt zu emp­feh­len ist in Finis­terre der Besuch des Leucht­turms. In einem Neben­ge­bäu­de ist ein Hotel mit nur sie­ben Zim­mern zu unter­ge­bracht. Der Rei­sen­de bekam gera­de noch das letz­te Zim­mer, in dem an sich ein Aus­zu­bil­den­der unter­ge­bracht ist. Glück gehabt, um den gan­zen Abend hier voll­auf zu genie­ßen. Von oben schaut man auf Klip­pen im Meer und in die Fer­ne. Dann beginnt das Leucht­feu­er zu glim­men und dann sei­ne Krei­se zu ziehen. 

Es gibt nicht vie­le Orte auf der Welt, wo es der­art stim­mungs­voll ist. Dazu zäh­len für den Rei­sen­den der Leucht­turm Bjur­ö­klub in Väs­ter­bot­ten und Eck­war­der­hör­ne am Über­gang vom Jade­bu­sen zur Nord­see. Aber Finis­terre, Him­mel auf Erden? Jeder Pil­ger muss das für sich selbst entscheiden.

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Rätselhafter galicischer Eukalyptus

Rät­sel­haf­ter gali­cischer Euka­lyp­tus: Spa­ni­en­fah­rer und Bio­lo­gen! Um wel­che Bäu­me han­delt es sich hier? Der Rei­sen­de sieht die­se Pflan­zen öfter auf sei­ner Pil­ger­tour durch Gali­ci­en. Er befin­det sich jetzt im ber­gi­gen Umland von Por­to do Son. Der Küs­ten­ort liegt zwi­schen Por­to und Finis­terre, also an der West­küs­te Por­tu­gals und Spa­ni­ens. Ein gali­cischer Bau­er war trotz ver­ein­zel­ter Höfe nicht zu sehen. Immer dann nicht da, wenn man ihn braucht. Er könn­te ziem­lich sicher, die­se Fra­ge beantworten.

Zum Glück traf der Bike­pa­cker am Mon­te do Cas­te­lo auf José, den Moun­tain­bi­ker. Die­ser beglei­te­te ihn eini­ge Kilo­me­ter durch die Ber­ge, führ­te ihn auf schö­nen Wegen vor­bei an Irr­we­gen. So wur­den eine Irr­fahrt wie in der Wils­berg-Ver­fil­mung “Die Bie­le­feld-Ver­schwö­rung” ver­mie­den. Der pri­vat ermit­teln­de Finanz­be­am­te Ekki Tal­köt­ter fährt immer nur im Kreis. 

Als wie­der solch ein blei­cher Baum am Weges­rand stand, war die Gele­gen­heit zum Fra­gen da. José klär­te den Rei­sen­den auf: Es han­de­le sich um Euka­lyp­tus. Vor einem Jahr habe es hier auf­grund von des­sen hier häu­fi­gem Vor­kom­men hef­tig gebrannt. Nicht weni­ge Berg­be­woh­ner hät­ten auf­grund der damit ver­bun­de­nen Gefahr eva­ku­iert wer­den müs­sen. Dies war also dem ver­hee­ren­den Brand bei Coim­bra vor eini­gen Wochen ähn­lich. Zum Glück habe es kei­ne Todes­op­fer gegeben.

Die Papier- und Holz­in­dus­trie ver­langt nach Roh­wa­re auf der Ibe­ri­schen Halb­in­sel, vor allem nach dem Blau­en Euka­lyp­tus. Allei­ne in Por­tu­gal sol­len damit bepflanz­te Fel­der mit einer Grö­ße von 812 000 Hekt­ar exis­tie­ren. Aber mit ver­hee­ren­den Fol­gen für die Umwelt ist dies ver­bun­den: Zum einen ver­bren­nen durch ihn gan­ze Wäl­der in ohne­hin schon tro­cke­nen Lan­des­tei­len. Zum ande­ren bekla­gen Bau­ern, dass der Spie­gel des Grund­was­sers durch ihn erheb­lich sin­ke. Rät­sel­haf­ter Euka­lyp­tus im gali­cis­chen Berg­land: Dank José ist das Rät­sel gelöst. Daher konn­te der Rei­sen­de die Zeit an der wun­der­schö­nen Pra­ia de Lires spä­ter bes­ser genie­ßen. Und im Blog noch etwas inten­si­ver auf Mon­te de Cas­te­lo eingehen.

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A Coruña oder doch Lofot?

A Coru­ña oder doch Lofot? Hier — an der Gren­ze zur Pro­vinz A Coru­ña in Gali­ci­en — ver­blüfft den Rei­sen­den die Ähn­lich­keit bei­der Land­schaf­ten. Gera­de rund um Diger­mu­len sieht es ziem­lich ähn­lich aus.

Lei­der hat er gera­de kein Foto von Diger­mu­len zur Hand. Er kann jedoch ande­re Küs­ten­strei­fen zum Ver­gleich ein­fü­gen. Denn es ist doch inter­es­sant, her­aus­zu­be­kom­men, war­um man so beim Urlaub in Gali­ci­en oder auf dem Lofot empfindet.

Hier nun eini­ge Hypo­the­sen: Sicher­lich liegt es vor allem am Licht. Der Blick geht an expo­nier­ter Stel­le in die Fer­ne. Nicht umsonst ist Ska­gen, das eine expo­nier­te Lage an der Nord­spit­ze Jüt­lands ein­nimmt, berühmt durch die Ska­ge­ner Maler­schu­le geworden. 

Sowohl Diger­mu­len als auch die Stel­le in der Pro­vinz A Coru­ña lie­gen ein­sam. Nur im Hin­ter­grund erhe­ben sich in Nor­we­gen die grü­nen Alpen am Meer, maxi­mal 1161 Meter hoch. Dort recken sich die maxi­mal 800 Meter hohen Ber­ge Gali­ci­ens in die Höhe. An der Küs­te gehen die Ber­ge schließ­lich auch über in die Rías Baix­as und die Rías Altas. In den Rías Baix­as liegt die Sier­ra del Bar­ban­za. Die Rías Altas sind der Teil der Küs­ten­re­gi­on Gali­ci­ens. Die­se lau­fen vom Kap Finis­terre in der west­li­chen Pro­vinz von A Coru­ña nach Riba­deo in der nord­öst­li­chen Pro­vinz Lugo. Dort gren­zen sie an Astu­ri­en. Sie gehö­ren zum gali­zisch-leo­ni­schem Massiv.

Beste Badeplätze und mildes Klima

Bei­de Orte lie­gen auch an rau­en Küs­ten. Die gali­cische Küs­te ist nicht min­der gefähr­lich als das Polar­meer. Vie­le Fischer kos­te­ten die Wet­ter­ver­hält­nis­se das Leben. In ihnen fließt ziem­lich kal­tes Was­ser. Des­halb sind man­che Urlau­ber auch ent­täuscht, wenn sie mei­nen, den Traum­strand bei Por­to gefun­den zu haben, aber dort nicht wirk­lich schwim­men mögen. Selbst an Algar­ve gibt es so kal­te Strö­mun­gen. Nur erfah­re­ne Ein­hei­mi­sche wis­sen dort, wo die bes­ten Bade­plät­ze lie­gen für einen gelun­ge­nen Urlaub an Algar­ve lie­gen. Ebbe und Flut sor­gen natür­lich auch für ein ähn­li­ches Erscheinungsbild.

Die Was­ser­tem­pe­ra­tur bestimmt die Vege­ta­ti­on auf Gra­nit mit dün­ner Kru­me in bei­den Land­stri­chen. Auch dadurch kann es wohl zu einem ähn­li­chen Erschei­nungs­bild kom­men. Des­halb kann es zum Ver­gleich in der Ven­dée zum Teil schon fast medi­ter­ran durch Kie­fern­wäl­der wir­ken, die es so in Nord­nor­we­gen nicht gibt. Die­se gibt es dafür aber auf See­land am Kat­te­gat in Däne­mark. Auch dort ist es viel mil­der als an belieb­ten Bade­strän­den wie Blå­vand, ein däni­sches Nord­see­bad in der Kom­mu­ne Varde.

A Coru­ña oder doch Lofot? Mit die­sen Hypo­the­sen ist das Gan­ze bestimmt noch nicht aus­ge­schöpft. Viel­leicht fin­den sich die einen oder ande­ren Exper­ten, die das hier wis­sen­schaft­lich be- oder wider­le­gen kön­nen. Viel­leicht kommt es an die­ser Stel­le auch zu einer erwünsch­ten span­nen­den Diskussion.

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Ponte Internacional Valença-Tui am Minho

So ganz abge­wi­chen wie gedacht, ist der Rei­sen­de vor­ges­tern doch nicht. Er geriet auf die Küs­ten­stre­cke des Camin­ho de Sant­ia­go. Heu­te hat er Cer­vei­ro ver­las­sen und folgt einem wun­der­ba­ren Fluss­rad­weg nach Valen­ça. Dort liegt die Gren­ze. Der Rio Min­ho und die Brü­cke Pon­te Inter­na­cio­nal Valen­ça-Tui ver­bin­den bei­de Grenzen.

Als die Brü­cke dort — Pon­te Inter­na­cio­nal Valen­ça-Tui — errich­tet wer­den soll­te, bewarb sich auch der berühm­te Archi­tekt Gust­ave Eif­fel 1881 mit einem Plan um die Aus­füh­rung. Die por­tu­gie­sisch-spa­ni­sche Kom­mis­si­on ent­schied sich für den Ent­wurf des Archi­tek­ten Pelayo Mance­bo y Ágre­da. Auf der ande­ren Sei­te liegt Tui. Der Rad­weg bis dort­hin ist flach und schat­tig. Er bie­tet einen tol­len Blick auf die Ber­ge. Die Län­ge beträgt etwa 18 Kilo­me­ter. Auch vie­le Möwen sor­gen hier mit ihren Rufen für Leben.

Besichtigung Valenças

Eine Besich­ti­gung Valen­ças lohnt sich, das der Rei­sen­de bis dahin noch nicht kann­te. Nur dem Namen nach: Als er den Flug­ha­fen in Por­to ver­ließ, unter­hielt er sich mit einer hüb­schen blon­den deut­schen Tou­ris­tin, um zu erfah­ren, wo es die­se wohl hin­zog. Zu sei­nem Erstau­nen woll­te sie nicht Por­to besich­ti­gen, son­dern mit dem Bus direkt nach Valen­ça fahren.

Und jetzt nach eini­gen Tagen auf dem Jakobs­weg mit dem Rad ist er selbst hier. Doch die Tou­ris­tin ist längst über alle Ber­ge. Er nimmt sich ein Zim­mer in einem Hotel in der Neu­stadt, direkt vor der impo­san­ten von einer Mau­er kom­plett umge­be­nen Fes­tungs­stadt. An der Rezep­ti­on wer­den sie ihn heu­te und mor­gen immer per­sön­lich mit “Bom dia, sen­hor Ben­ning” oder “Boa tar­de, sen­hor Ben­ning” grü­ßen. Die haben es drauf.

Valen­ça ist wesent­lich grö­ßer als Almei­da im Cen­tro de Por­tu­gal, obwohl sie nicht ein­mal 3500 Ein­woh­ner auf­weist. In Almei­da leben nicht ein­mal 1500. So dünn besie­delt ist es außer­halb der gro­ßen Städ­te. Wahr­schein­lich hängt der Ein­druck an der gro­ßen Zahl der Tou­ris­ten, von denen vie­le aus Spa­ni­en kom­men. Auf sie war­ten vie­le Restau­rants und Sou­ve­nir­lä­den in den Gas­sen. In denen bebt das Leben. Wer die Pon­te Inter­na­cio­nal Valen­ça-Tui am Min­ho über­schrei­tet, gelangt ins wesent­lich ruhi­ge­re Tui.

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Steiniger Jakobsweg um Bandeira

Stei­ni­ger Jakobs­weg um Band­ei­ra: So sieht der Camin­ho de Sant­ia­go von Por­to nach Sant­ia­go öfter aus. Mit Gepäck muss der Rei­sen­de dann oft schie­ben. Er kennt aber immer­hin fünf Freun­de in Bonn und in Müns­ter, die auch nicht auf­gä­ben. Ste­phan, zwei Chris­ti­ans, Hol­ger und Ulf.

Die Stre­cke heu­te ist deut­lich die anstren­gends­te. Dabei ist er die letz­ten fünf Kilo­me­ter par­al­lel zum Wan­der­weg auf der Land­stra­ße gera­delt. Dar­un­ter for­der­ten ihn auch neun Pro­zent Stei­gung her­aus. Der Pil­ger­weg selbst ist ab Band­ei­ra nur für Moun­tain­bi­ker ohne Gepäck zu bewäl­ti­gen. Das Rad müs­se stre­cken­wei­se auf den Schul­tern getra­gen wer­den, mun­kelt man. Der Anfang der Stre­cke hat unter Regen so stark gelit­ten, dass ein Stück abge­rutscht ist. Er ist jetzt gesperrt.

Das Erklim­men des Berg­gip­fels gegen Ende des Trips war hef­tig. Jetzt ruht er im Berg­dorf Rubiães. Die­ses ist abends deut­lich küh­ler als Pon­te de Lima im Tal. Die Wir­tin woll­te ihn gleich dazu nöti­gen, mit einem Shut­tle zu einem nahen Restau­rant zu fah­ren. Es tut ihm schreck­lich leid, dass ihr nun 10 % Pro­vi­si­on ent­ge­hen. Und sie woll­te nicht, dass er sein Rad direkt vor dem Zim­mer abstellt. Dabei liegt es eben­erdig im Hof. 

Es ist das ers­te und ein­zi­ge Mal auf der gesam­ten Tour, dass dem Rei­sen­den jemand so komisch kommt. Er setz­te sich trotz­dem gegen sie durch. Sicher­heit fürs Rad geht vor. Er ist schließ­lich auf das Fahr­zeug ange­wie­sen. Am nächs­ten Mor­gen hat sie sich wie­der beru­higt und ser­viert ein gutes Früh­stück. Wer weiß, was die Frau am Vor­tag plagte.

Der Blick vom Bal­kon ist ganz okay. Oder? Stei­ni­ger Jakobs­weg um Band­ei­ra, die Mühe hat sich gelohnt. Ein Pil­ger­weg ohne Lei­den wäre auch kein Pilgerweg.

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Fluss des Vergessens am Jakobsweg

Fluss des Ver­ges­sens am Jakobs­weg: Drei Tage hält sich der Rei­sen­de schon am Fluss des Ver­ges­sens in Pon­te de Lima auf. Ob er wirk­lich alles ver­gisst, stellt er wahr­schein­lich erst hin­ter der Orts­gren­ze fest. Pil­ge­rin Alex­an­dra hat ihn jeden­falls nicht ver­ges­sen. Denn sie schreibt ihm immer noch, obwohl sie die Klein­stadt seit drei Tagen ver­las­sen hat. So schlimm ist es also nicht.

Er hält die Erzäh­lung auch für eine List der Fein­de der Römer, um die Legio­nen am Vor­marsch über den Fluss Lima zu hin­dern. Am Ufer ste­hen ein paar bewaff­ne­te jun­ge Ker­le um die zwan­zig Jah­re mit unsi­che­ren Gesich­tern. Die Lan­ze eines Legio­närs ist sogar ver­bo­gen, als sei­en gera­de Aste­rix und Obe­lix vor­bei­ge­kom­men, um sich mit ihnen zu prü­geln. Auf der ande­ren Sei­te war­tet ihr Anfüh­rer zu Pfer­de, der vor­ge­rit­ten ist. Die Legio­nä­re wol­len erst durch den Fluss waten, sobald jeder ein­zel­ne von ihnen sei­nen Namen gehört hat. Eine hüb­sche Geschich­te zu einer ange­neh­men Klein­stadt, in der so eini­ge Pil­ger zwei Tage ihre Wun­den pflegen.

Die schönsten Frauen Portugals kommen aus dem Norden

Das Leben ist gemüt­lich. Das Bier ist bil­lig, die Men­schen hilfs­be­reit. Der Rei­sen­de hat sich in einem Han­del für 29 Cent fünf Schrau­ben besorgt, um wei­te­ren Ver­lus­ten auf der hol­pe­ri­gen Stre­cke die Stirn bie­ten zu kön­nen. Der Gepäck­trä­ger sitzt jeden­falls wie­der fest, wofür aller­dings der Fla­schen­hal­ter dar­an glau­ben muss­te. Wie gut, dass er mit zwei pas­sen­den Schrau­ben fixiert ist. Die Schuh­soh­le kleb­te ges­tern ein Schus­ter für einen Euro. 

In Pon­te de Lima gibt es auch ein schö­nes Muse­um mit sakra­ler Kunst. Abends bie­ten Bands leb­haf­te Kon­zer­te. Ges­tern trat ein Fado-Sän­ger auf, den der Rei­sen­de im Hotel­zim­mer bis drei Uhr nachts hör­te. Gestört es es über­haupt nicht. Denn er sang phan­tas­tisch. Und die Zuschau­er lach­ten viel, wes­halb es wohl auch lus­tig war. Unver­ges­sen ist auch die bild­hüb­sche Rezep­tio­nis­tin Ana im Hotel, deren Sprach­me­lo­die ein­fach phan­tas­tisch klang. Die­se erin­ner­te an die schwe­di­sche Art, beim Spre­chen fast zu Sin­gen — Sprech­ge­sang. Die schöns­ten Frau­en Por­tu­gals kom­men aus dem Nor­den. Das ist bekannt.

Ein­zi­ges Man­ko: Die Restau­rants bie­ten hier nur Dosen­fraß an, was unschwer am Foto in der Gale­rie zu erken­nen ist. Hal­be Dosen, gan­ze Dosen. Der Rei­sen­de will fri­schen por­tu­gie­si­schen Fisch, kei­ne Kon­ser­ven. Obwohl am Fluss des Ver­ges­sens am Jakobs­weg: Die­se Zustän­de hier wird der Rei­sen­de nie­mals vergessen.

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Reparieren auf dem Caminho Português

Repa­rie­ren auf dem Camin­ho Por­tu­guês: Sei­ne ers­ten klei­nen Repa­ra­tu­ren hat der Rei­sen­de am Rad schon hin­ter sich. Dabei ist er erst seit fünf Tagen in Por­tu­gal. Zuerst ver­bog das Schalt­werk leicht auf dem Flug von Köln-Bonn nach Por­to. Dabei ist das Moun­tain­bike an sich gut geschützt. Denn es fin­det in einem Evoc-Rad­kof­fer sei­nen Platz. Die Tasche ähnelt vom Mate­ri­al her einer gro­ßen Sport­ta­sche und wird seit­lich durch Roh­re ver­steift. Die Lauf­rä­der kom­men in zwei Sei­ten­fä­cher inner­halb der Tasche. 

Ein Rad­kof­fer hat auch den Vor­teil, dass sich in ihm Werk­zeug und Bücher ver­stau­en las­sen. Der an vie­len Fahr­rad­ta­schen so emp­find­li­che Reiß­ver­schluss hat bis­her alle Stra­pa­zen über­stan­den. Unter dem Kof­fer befin­den sich auch zwei Rol­len, damit sich das schwe­re Stück gut zie­hen lässt. Anstren­gend ist es trotz­dem. Nie­mand kann dadurch erwar­ten, unbe­schwert auf die Rei­se nach Nord­por­tu­gal zu gehen.

Im Sperrgepäck zusätzliche Kilos unterbringen

Denn da als Sperr­ge­päck am Flug­ha­fen ein­ge­stuft, kann man in ihr alles ver­stau­en, was über die Gren­ze von 20 oder 23 Kilo im gro­ßen Ruck­sack geht. Am Schal­ter lässt sich der Über­schuss gut bei der Abfer­ti­gung ver­tei­len. Vie­le Hotels sind so freund­lich, den Kof­fer bis zur Rück­kehr auf­zu­be­wah­ren. Noch nie kam etwas in Nor­we­gen, Schwe­den, Spa­ni­en oder Por­tu­gal weg. Der Rei­sen­de konn­te das Schalt­werk im Hotel mit der Hand wie­der rich­ten. Mit dem Schrau­ben­dre­her stell­te er es auch neu ein. 

Offen­bar gelang es so gut, dass der freund­li­che Inha­ber von Onda Bike in Vila Nova de Gaia es für in Ord­nung befand. Zur Sicher­heit kauf­te der Rei­sen­de ihm aber ein Schalt­werk ab. Die­ses befin­det sich seit­dem stets als Ersatz­teil im Gepäck. Es kos­tet und wiegt nicht so viel, gemes­sen an der Sicher­heit. Bei einem Sturz kann das mon­tier­te im schlech­tes­ten Fall sogar abbrechen.

Wichtigstes Werkzeug und Kleinteile nicht vergessen

Die ers­ten Etap­pen auf dem Camin­ho Por­tu­guês sind über­wie­gend flach und asphal­tiert. Hin und wie­der kom­men aber auch stei­ni­ge und stei­le Stü­cke. Ab Gali­ci­en wird das noch mehr. Der gali­cische Jakobs­weg ist oft hüge­lig bis ber­gig. Dicke Stei­ne kön­nen das Fort­kom­men erschwe­ren. Ohne Schie­ben ver­geht dort kaum ein Tag. Aber es sind oft nur wenig mehr als hun­dert Meter. Daher ist es erträglich.

Heu­te war es dann so weit. Da der Wan­der­pfad holp­rig war, ver­lor der Rad­ler eine Schrau­be am Gepäck­trä­ger. Vor ihm war­te­te ein Chauf­feur mit einem Klein­bus auf Wan­de­rer. Nach eini­gen Minu­ten regis­trier­te er den Rad­ler auf dem Boden, bot sei­ne Hil­fe an. Lei­der konn­te er ihm nicht hel­fen, da er kei­ne Ersatz­tei­le mit sich führ­te. Auch eine sei­ner vie­len Was­ser­fla­schen opfer­te er nicht auf, obwohl es sehr warm war.

Grober Umgang mit Gepäck am Flughafen

Zum Glück konn­te der Rei­sen­de sie durch eine vom Fla­schen­hal­ter opfern. Das meis­te Was­ser bewahrt der Rei­sen­de ohne­hin in einer Trink­bla­se auf dem Rücken auf. Denn so kann er wäh­rend der Fahrt trin­ken und die Hän­de am Len­ker behal­ten. Und er bleibt im Rhyth­mus. Die übrig geblie­be­ne Schrau­be langt auch noch, um die Fla­sche zu hal­ten. Am Ran­de von Pon­te de Lima gab es zum Glück einen Bau­markt. Dort ver­sorg­te sich der Rei­sen­de mit zehn Schrau­ben für alle emp­find­li­chen Stel­len. Ein freund­li­cher Mit­ar­bei­ter half ihm, pas­sen­de zu fin­den. Sie befin­den sich von nun an in Film­dös­chen an Bord, wo sie nicht viel Platz wegnehmen.

Denkt also bit­te immer dar­an, pas­sen­de Schrau­ben mit­zu­neh­men. Die Ket­te wird seit zwei Jah­ren nur noch mit Bio-Ket­ten­öl geschmiert, was gut funk­tio­niert. Und der Umwelt hilft es. Es kommt immer mal wie­der ein Test her­aus, an dem man sich ori­en­tie­ren kann, wel­ches Öl für gut befun­den wur­de. So wie die­ser hier.

Reparieren auf dem Caminho Português

Gali­cier fah­ren mit Milch in den Schläu­chen, berich­te­te ein Mecha­ni­ker in einem Rad-Geschäft bei Lalín. Das hat zwar den Vor­teil, dass Plat­ten ver­mie­den wer­den. Gera­de bei den zahl­reich vor­han­de­nen dor­ni­gen Stre­cken auf der Ibe­ri­schen Halb­in­sel ist das cool. Aber mit der Zeit trock­net die Flüs­sig­keit. Als der Rei­sen­de in Bonn zurück, wei­ter damit fuhr, war die Luft nach eini­gen Wochen ent­wi­chen. Grund: Noch immer saßen Dor­nen im Man­tel und im Schlauch. Auf einen Reser­ve­schlauch soll­te trotz­dem nie­mand ver­zich­ten. Wer sei­ne Muckis nach dem Besuch im Fit­ness-Stu­dio mit Pfer­de-Bal­sam ein­reibt, kann die Dose für die Auf­be­wah­rung des Schlau­ches wei­ter­ver­wen­den. Ein Moun­tain­bike-Schlauch passt genau hin­ein. Dies schont nicht nur den Schlauch und spart Platz im Gepäck, son­dern es schont auch noch die Umwelt. Denn die Dose lan­det für die nächs­ten Jah­re erst­mal nicht im Gel­ben Sack, son­dern im Reisegepäck.

Schaltung vor dem Flug demontieren

Und zu emp­feh­len ist auch, die emp­find­li­che Schal­tung vor dem Flug zu demon­tie­ren. Auf dem Düs­sel­dor­fer Flug­ha­fen hat der Rei­sen­de schon beob­ach­tet, wie grob einer der Män­ner mit dem Rad­kof­fer umging. Er flog gera­de­zu in den Gepäck­raum. Als er den Mit­ar­bei­ter zur Rede stell­te, guck­te die­ser nur doof. Dabei steht sogar die Bit­te außen auf der Tasche, mit dem “dre­am­bike” sorg­fäl­tig umzu­ge­hen. Sonst bleibt es nicht nur beim unauf­wen­di­ge­ren Repa­rie­ren auf dem Camin­ho Por­tu­guês. Aber ab jetzt geht es auf jeden Fall auf­re­gend wei­ter.

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