Höllisches Drama aus der Renaissance

Ein höllisches Drama aus der Renaissance: Viele erwartungsvolle Menschen kommen am Ende des Lebens am Fluss des Grauens an. Ein Teufel und ein Engel verhören sie am Kai. Haben sie gut oder schlecht gehandelt? Führt ihr weiterer Weg mit dem Engel ins Paradies? Oder rudern sie mit dem Teufel in die Hölle? So manchen Ankömmling überraschen die Entscheidungen.

uttMit Gil Vicente hat einer der ganz großen Dichter Portugals Das Höllenschiff — Originaltitel Auto da Barca do Inferno — im Jahre 1517 geschrieben. Heute ist es ein Bestseller und wird auf vielen Bühnen aufgeführt. Und es ist Prüfungsstoff im Abitur an Portugals Schulen. Daher bietet dieses wie auch alle anderen Theaterstücke sich natürlich auch als Lektüre an deutschen Schulen und Universitäten an. Schülern eines Leistungskurses in der Oberstufe bietet sich ein einmaliger lebendiger wie spannender Stoff zur Analyse. Das gilt aber auch für Studenten in Seminaren der Romanistik oder in einem Exzellenzcluster wie “Religion und Politik”. Kein anderer Dramatiker in Europa liefert wie Vicente mit Theaterstücken so wichtige Beiträge, wenn es ums Verhältnis zwischen Literatur einerseits, Recht, Politik und Religion andererseits in der Umbruchzeit vom Mittelalter zur Neuzeit geht. Insofern wäre ein höllisches Drama aus der Renaissance auch ein guter Stoff für einen Kinofilm.

Festungsstadt Almeida, Portugal

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