Extremadura — Heimat der Eroberer

Fran­cis­co Pizar­ro und Hernán Cor­tés — wer kennt sie nicht. Sie haben einen ent­schei­den­den Anteil an Spa­ni­ens Ent­wick­lung zur Groß­macht. Denn bei­de erober­ten Süd­ame­ri­ka. Aber aus wel­cher Regi­on kom­men sie eigent­lich? Die Extre­ma­du­ra ist die Hei­mat der bei­den Erobe­rer, ein auch heu­te immer noch dünn besie­del­ter Lan­des­teil. Hier leben gera­de mal eine Mil­li­on Men­schen. In der Haupt­stadt Méri­da spa­zier­te der Rei­sen­de ahnungs­los ins Par­la­ment. Dies hielt er anfäng­lich für ein Muse­um, bis sich ihm ein freund­li­cher Poli­zist in den Weg stell­te. Mit dem Wäch­ter unter­hielt er sich erst ein­mal über das Par­la­ment, die Schön­heit der Stadt und poli­zei­li­che Auf­ga­ben. So beschei­den liegt das Gebäu­de, ein ehe­ma­li­ges Hos­pi­tal, mit­ten in der Alt­stadt, dass man es nicht ein­mal regis­triert. Ähn­lich auch der Regie­rungs­sitz, nur weni­ge hun­dert Meter wei­ter. Dort wird der Ein­gang des ehe­ma­li­gen Kon­vents immer­hin noch mit einer Schleu­se bewacht. Méri­da, Cáce­res und Pla­sen­cia sind rich­ti­ge Städ­te und noch schö­ne dazu. Sie lie­gen am Jakobs­pil­ger­weg: der “Via de la Pla­ta”.

Echte Perlen in der Heimat der Eroberer

Aber die Orte Tru­ji­l­lo und Medel­lín hin­ge­gen sind Nes­ter, von hoch gele­ge­nen Bur­gen auf Hügeln domi­niert. Sie lie­gen auf dem fla­chen kar­gen Land. Vor 500 Jah­ren war es bestimmt nicht anders in der Extre­ma­du­ra, der Hei­mat der Erobe­rer. Im Som­mer heiß, jetzt im Win­ter nachts rich­tig kalt. Als der Rei­sen­de kürz­lich mor­gens Méri­da ver­ließ, lag Rau­reif auf dem Rasen. Jetzt befin­det er sich noch ein­mal 50 Kilo­me­ter wei­ter in Zaf­ra. Sevil­la ist nur noch 150 ent­fernt. Aber es ist immer noch frisch. Heu­te waren es im Schat­ten nur zwölf Grad. 

Aber auch hier in Zaf­ra ist es wie­der so hübsch wie in den Städ­ten zuvor. Heu­te fand er den wohl schöns­ten Wasch­platz der Ibe­ri­schen Halb­in­sel und die wohl schöns­te Apo­the­ke. Nach den Adels­hö­fen in Pla­sen­cia und Cáce­res, dem anti­ken Thea­ter und Mosai­ken in Cáce­res und Méri­da, den Bur­gen und Stadt­plät­zen in Tru­ji­l­lo und Medel­lín füllt sich das Foto­al­bum wei­ter mit deko­ra­ti­ven Moti­ven. Und wei­te­re schö­ne Moti­ve war­ten noch. Denn nun beginnt die Rei­se ab der Gren­ze von Anda­lu­si­en zurück in gol­de­ne Zei­ten.

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Nach 500 Kilometern Radeln erste Stadt

Nach 500 Kilo­me­tern Radeln ers­te Stadt: Mehr als 500 Kilo­me­ter lie­gen jetzt hin­ter dem Rei­sen­den, seit­dem er Por­to ver­las­sen hat. Heu­te Nach­mit­tag ist er in Zamo­ra ein­ge­trof­fen — in Casti­lia y León also. Sie ist eine sei­ner Lieb­lings­städ­te auf sei­ner Rund­rei­se auf der Ibe­ri­schen Halb­in­sel. Von nun an geht es auf der Via de la Pla­ta in Rich­tung Sevilla. 

Shop­ping — ein längst nicht mehr bekann­tes Erleb­nis. Coim­bra und Por­to waren auf nun 2200 Kilo­me­tern ab Faro die ein­zi­gen wirk­li­chen Städ­te. Zehn Wochen hat der Rei­sen­de fast nur auf dem Land, in Klein­städ­ten und Dör­fern ver­bracht. Por­to und Zamo­ra ver­bin­det der Rio Dou­ro. Die­ser ent­springt in der Gegend von Soria.

Mode, Par­füm, Mobil­funk — welch ein Kon­trast zu den Unmen­gen an Bar­bie­ren und Fri­seu­ren, Bars und Cafés in den Klein­städ­ten in Por­tu­gal. Heu­te hät­te der Rei­sen­de mal Zeit für einen Besuch beim Fri­seur gehabt. Aber er fand in der Alt­stadt nur ein Nagel­stu­dio. Das wäre viel­leicht auch mal ange­bracht, nach­dem der Rad­ler ges­tern fünf Löcher eines Schlau­ches ver­sie­gelt hat­te. Die Sta­cheln einer Pflan­ze hat­ten sich hin­ein­ge­bohrt. Öl ist noch immer auf der Haut zu sehen. Zwei Nägel bra­chen etwas ab, not­dürf­tig mit dem Taschen­mes­ser in Form gebracht. Aber es fand sich ein­fach kein Friseur.

Einkaufen ist nach 500 Kilometern Radeln mal wieder ein Erlebnis

Und was kauf­te der Rei­sen­de in der rie­si­gen Stadt? Größ­te Inves­ti­ti­on war bis­her in Por­to ein neu­er Hin­ter­rei­fen. Sta­cheln hält der aller­dings nicht stand. Heu­te folg­te eine … Han­dy­hül­le. Eine rote wähl­te die Ver­käu­fe­rin für ihn aus. Die­se hielt nur weni­ge Wochen, wie auch eine spä­te­re in einem indi­schen Laden an der Algar­ve. Fin­ger davon: Daher soll­te man sich bes­ser eine neue vor einer Rei­se im eige­nen Land kau­fen. Die meis­ten Läden mit Smart­phone-Asses­soires ver­kau­fen nur Bil­lig­wa­re. Sie frag­te dann auch noch nach dem Smart­phone-Modell. Völ­li­ge Über­for­de­rung beim Ver­kaufs­ge­spräch. Nach neun Wochen Unter­hal­tung auf Por­tu­gie­sisch folgt nun eine auf Spa­nisch. Dank ihrer freund­li­chen Anlei­tung fand der Rei­sen­de dann noch her­aus, wel­ches Modell er seit acht Jah­ren sein eigen nennt. Ver­bun­den mit einem Rabatt hät­te er noch Ohr­hö­rer dazu­kau­fen kön­nen. Er emp­fahl ihr aber statt­des­sen sei­ne eige­nen. Nach etwas Nach­den­ken fand sie es wit­zig, dass der Kun­de das Gespräch dre­hen wollte.

In der Menge treiben lassen

Dann ließ er sich wie­der drau­ßen mit der Men­ge trei­ben. Men­ge ist gut gesagt, ange­sichts der viel­leicht 100 Leu­te auf der Ein­kaufs­stra­ße. Aber ver­gli­chen mit den ein­zel­nen Pas­san­ten, die er in den Vor­wo­chen gese­hen hat­te, ist das viel. In Cafés und Bars saß er meis­tens nur mit drei oder vier Leu­ten zusam­men im Raum. In Covid-Zei­ten ist das aber auch nicht ganz verkehrt.

Zamo­ra ähnelt einem Stadt­teil Madrids. Vorm Hotel liegt die Sevil­la-Bar. Vor die­ser spie­len ein Gitar­rist und ein Sän­ger spa­ni­sche Klas­si­ker. Eine per­fek­te Ein­stim­mung auf die bevor­ste­hen­de Rad­rei­se Rich­tung Sevil­la auf dem Jakobs­weg. Vorm Hotel liegt auch eine Tapas­bar. Zum Zen­trum gehö­ren Muse­en und ein Thea­ter. Und es gibt eine schö­ne Burg, hoch über der beein­dru­cken­den Land­schaft. Von ihr wirft der Rei­sen­de einen weh­mü­ti­gen Blick zurück auf die zurück­lie­gen­den Wochen am Rio Dou­ro. Das ist pures Bike-Pack­ing. Und nach 500 Kilo­me­tern Radeln war sogar das unge­lieb­te Ein­kau­fen in der ers­ten Stadt ein Erlebnis.

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Jetzt im TV: von Porto bis Schweden

Jetzt im TV: von Por­to bis Schwe­den. Durch­strei­fen & Erle­ben ver­sorgt Abon­nen­ten regel­mä­ßig mit den bes­ten Kul­tur- und Rei­se­fil­men im TV-Pro­gramm. Im Zen­trum ste­hen belieb­te Zie­le in Euro­pa. Dies­mal erwar­tet alle die Län­der-Aus­wahl Deutsch­land, Frank­reich, Por­tu­gal, Schwe­den und Spa­ni­en. Wie­der­ho­lun­gen machen sich in die­ser Über­sicht bewusst rar. Denn vie­le von ihnen ste­hen schon in zuvor ver­öf­fent­lich­ten Newslettern.

Noch heu­te sträu­ben sich dem Rei­sen­den die Nacken­haa­re, wenn er “Wald­brand” hört. Er hat näm­lich nicht nur ein­fach Qualm vor einer Lan­dung in Faro vom Flug­zeug aus gese­hen. Die Wahr­neh­mung aus der Vogel­per­spek­ti­ve war schon beklem­mend genug. Als er aber 2017 mit dem Moun­tain­bike mona­te­lang im Nord­wes­ten der Ibe­ri­schen Halb­in­sel unter­wegs war, erleb­te er in der Nähe von Sant­ia­go de Com­pos­te­la einen gro­ßen Brand aus nächs­ter Nähe — in der Umge­bung von Sil­le­da. Er emp­fand Todes­angst. In die­sem Arti­kel könnt ihr gut nach­er­le­ben, wie sich Bike­pa­cker und Bevöl­ke­rung in einem Dorf fühl­ten. Doch wird ver­säumt, etwas für die Natur zu tun?

Naturschutz im Centro de Portugal

Mit Natur­schutz neh­men es die Por­tu­gie­sen ernst. Und auch die Spa­ni­er. Denn nur so kön­nen sie die Gefahr von Wald­brän­den erheb­lich min­dern. Der Rei­sen­de besuch­te mit dem Bio­lo­gen Antó­nio die “Faia Bra­va” in der Nähe von Cas­te­lo Rodri­go. Die­ser betreut das Natur­re­ser­vat im Cen­tro de Por­tu­gal mit einer Grup­pe Frei­wil­li­ger. Sie fors­ten das Gebiet auf, las­sen Tüm­pel wie­der auf­le­ben. Tie­re hal­ten das Gras nied­rig. In die­sem Are­al gab es einst Land­wirt­schaft. Heu­te leben dank der Maß­nah­men im Natur­schutz­ge­biet Greif­vö­gel wie Gei­er und Schlan­gen wie Vipern. Mal schau­en, was der Bei­trag „Vom Feu­er bedroht, Wald­brand in Por­tu­gal“ auf 3sat an Lösun­gen bietet.

Und was erwar­tet euch schon ab heu­te unter “Jetzt im TV: von Por­to bis Schweden”?


SaSoMiDoFr
Deutsch­land

Urlaub rund um Dort­mund, WDR, 20.15 UhrAus­ge­rech­net: Nord­see, WDR, 21.00 UhrDie Rück­kehr der Biber, arte, 17.50 UhrWil­der Rhein, arte, 17.50 Uhr
Frank­reich
Bor­deaux und Süd­wes­ten Frank­reichs, SWR, 16 Uhr

Frank­reich mild und wild, arte, 17.50 Uhr
Wil­des Elsass, arte, 18.30 Uhr

Por­tu­galPor­to, SWR, 17.00 Uhr

Vom Feu­er bedroht, Wald­brand in Por­tu­gal, 3sat, 23.15 Uhr
Schwe­den
Schwe­dens Seen­land, SWR, 20.15 Uhr


Spa­ni­enUnbe­kann­tes Mit­tel­meer, MDR, 13.15 Uhr



Schöns­te Kul­tur- und Rei­se­fil­me im TV
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Hundeleben in der Estrela

Hun­de­le­ben in der Est­re­la: Bis­her hat der Rei­sen­de noch nie ein Hun­de­bild gebracht. Eines einer Kat­ze schon. Das ist gut 1,5 Jah­re her, als er auf dem Jakobs­weg in Gali­ci­en und in Por­tu­gal radel­te. Eine jun­ge Kat­ze besuch­te ihn im Par­que Arri­bes del Due­ro, einer sehr schö­nen Land­schaft in Kas­ti­li­en-León. Sie war neu­gie­rig auf den Gast in der Pension. 

Jetzt arbei­tet er seit eini­gen Tagen die Bil­der der Rad­wan­de­rung durch Nord- und Zen­tral­por­tu­gal sowie Gali­ci­en auf. Davon reicht er heu­te einen klei­nen Hund nach. Ein Teil der Rad­wan­de­rung führ­te ihn mal wie­der durchs por­tu­gie­si­sche Hoch­ge­bir­ge: in die Ser­ra da Est­re­la. Wie es ihm dort erging, kannst Du hier in lose auf­ein­an­der­fol­gen­den Bei­trä­gen nach­le­sen. In dem gera­de ver­link­ten Bei­trag folg­te er in Bel­mon­te, einer hüb­schen Klein­stadt am Fuße des Gebir­ges, den Spu­ren von Pedro Álva­res Cabral. Der Ade­li­ge wuchs dort auf und ent­deck­te Brasilien.

Die meisten Hunde in Spanien und Portugal sind gut abgerichtet

Dort traf der Rei­sen­de den Hund. Er war nicht bis­sig. Wie auch: Mit der Ket­te am Hals. In Por­tu­gal und Spa­ni­en ist er noch nie von einem Hund gebis­sen wor­den. Die meis­ten grö­ße­ren Tie­re wie Schä­fer­hun­de lau­fen par­al­lel mit. Sie blei­ben aber auf ihrem Ter­rain. Denn sie sind gut abge­rich­tet. Sie sol­len nur Men­schen mit Gebell vom Betre­ten der Grund­stü­cke abhalten.

Eine Aus­nah­me bil­den klei­ne­re Hun­de, die in den Dör­fern frei her­um­lau­fen. Sie stel­len sich fron­tal auf, bel­len wie ver­rückt, wei­chen aber zurück, wenn man auf sie zugeht. Als Rad­ler braucht man sich also auf der Ibe­ri­schen Halb­in­sel nicht davor zu sor­gen, das Hun­de einen bei­ßen. Sei­ne Rei­fen sind auch immer heil geblieben.

Die­ses Tier lebt wie so vie­le ande­re auf einem Hof in einem Tal der Ser­ra da Est­re­la: in der Nähe des Dor­fes Cabe­ça. Sein treu­her­zi­ger Blick fes­selt. Oder lei­det er viel­leicht etwas unter der schwe­ren Ket­te? Weiß jemand, um wel­che Ras­se es sich han­delt? Eine her­aus­for­dern­de Rad­rou­te durch ziem­lich typi­sches Gebiet in der Umge­bung von Guar­da fin­dest Du übri­gens hier. Es geht zu Per­len unter den Dör­fern des Gebir­ges: Trin­ta und Vide­mon­te. Genug Was­ser und ener­gie­rei­che Nah­rung soll­te aber jeder dabei haben, auch wenn es um nicht ein­mal 40 Kilo­me­ter Rund­weg handelt.

Der bekann­tes­te Hund des Gebir­ges heißt nicht Deut­scher Schä­fer­hund, son­dern Cão da Ser­ra da Est­re­la. Auf Wiki­pe­dia erfährst Du mehr sein Hun­de­le­ben in der Ser­ra da Est­re­la, da sich der Rei­sen­de nicht näher mit ihm beschäf­tigt habe. Er hat noch nie einen Hund gehal­ten, nur Mon­go­li­sche Wüs­ten­renn­mäu­se und wei­ße Mäu­se. Es han­delt sich um einen Hir­ten­hund. Kein Wun­der bei den vie­len Scha­fen und Zie­gen, die die Bau­ern hier halten. 

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Erste Frau im Bikini

San­tan­der in Kan­tabri­en Foto: Fre­de­rick Ade­go­ke Snr., pexels

Ers­te Frau im Biki­ni: San­tan­der, die Haupt­stadt Kan­tabri­ens, scheint Urlau­bern eine gute Mischung aus Strand­ur­laub, Kunst­ge­nuss und guter Gas­tro­no­mie zu bie­ten. Das por­tu­gie­si­sche Maga­zin „Saba­do“ hat jetzt die Stadt im Nor­den Spa­ni­ens ent­deckt. Als der Rei­sen­de mal die Stadt über den Jakobs­weg erreich­te, fie­len ihm zum einen nur ein lan­ger Strand auf. Zum ande­ren gefiel ihm die Kunst einer Kell­ne­rin, Apfel­wein aus einer weit über dem Glas gehal­te­nen Fla­sche ein­zu­schen­ken. Die Archi­tek­tur erschien ihm nicht so anspre­chend, dass er ger­ne län­ger in der Stadt geblie­ben wäre. Er war aller­dings auch mehr auf schö­ne Land­schaf­ten und Erleb­nis­se auf dem Jakobs­weg erpicht. Erst spä­ter änder­te er sei­nen Rei­se­stil, indem er sich mehr für Leu­te als Land interessierte. 

Lang gezogener Arm

Der Autor des Maga­zins Saba­do stellt San­tan­der „als lang gezo­ge­nen neun Kilo­me­ter lan­gen Arm vor“, der zum Meer wei­se. Vom Flug­ha­fen kom­mend, fällt ihm auf, dass es hier eine indus­tri­el­le Zone mit einem Hafen gibt. Gegen­über der Mari­ne rei­hen sich Stra­ßen­ca­fés auf dem Paseo de Pere­da und der Cal­le Cas­telar anein­an­der. Er selbst muss die kom­plet­te Stadt mit dem Taxi durch­que­ren. Denn er will sich im Urlaubs­vier­tel El Sar­di­ne­ro mit Land­häu­sern und Vil­len nie­der­las­sen. Dort gibt es immer­hin Busch, der anzeigt, dass er sich am Stadt­rand befindet.

Erste Frau im Bikini

El Sar­di­ne­ro erscheint ihm als enor­mes Urlaubs­res­sort. Dort gebe es Hotels im Stil der Bel­le Épo­que und ein gro­ßes Casi­no. Dies hän­ge damit zusam­men, dass König Alfons XIII. von Spa­ni­en hier sei­ne Som­mer­re­si­denz errich­tet habe. Die­se soll er zwi­schen 1913 und 1930 mehr­fach auf­ge­sucht haben. Auf der Halb­in­sel La Mag­da­le­na sei ein hom­ony­mer Palast zwi­schen 1908 und 1912 errich­tet wor­den. Die Insel beschreibt er als Anhang von Erde und Grün, mit Gär­ten und Fel­sen. Dar­aus rage mit dem Faro de La Cer­da ein bedeu­ten­der Leucht­turm hervor. 

Dort gibt es auch die von der Bucht der Halb­in­sel abge­wand­te Playa de los Biki­nis. Man mun­ke­le, dort sei zum ers­ten Mal in Kan­tabri­en eine Frau im Biki­ni gese­hen wor­den. Die­se sei eine der hüb­schen und nicht über­lau­fe­nen Strän­den, die aller­dings schon zu Spa­zier­gän­gen zwin­gen wür­den. Die meis­ten besuch­ten die nur 100 Meter von San­tan­der ent­fern­te Pri­me­ra Playa. Es gebe auch ande­re hüb­sche­re Strän­de, die nicht über­lau­fen sei­en. Aber die­se zwän­gen zu klei­nen Spaziergängen.

Ausgezeichnetes Museum

Neben Nah­erho­lung bie­te die Stadt Kul­tur in einem mit dem Pritz­ker-Preis aus­ge­zeich­ne­ten Muse­um. Im Cen­tro Botín wür­den mehr als tau­send Wer­ke prä­sen­tiert von her­vor­ra­gen­den Künst­lern wie Rubens, El Gre­co, Picas­so und Miró. Unter den Kro­nen der Bäu­me der Jar­di­nes de Pere­da ver­steckt lie­ge das vom ita­lie­ni­schen Archi­tek­ten Ren­zo Pia­no gestal­te­te Haus. Die­ser habe auch nicht weni­ger bedeu­ten­de Gebäu­de wie das Cent­re Pom­pi­dou in Paris oder das Whit­ney Muse­um ame­ri­ka­ni­scher Kunst in New York gestal­tet. Die Errich­tung habe fünf Jah­re gedau­ert, sei 2014 unter­bro­chen wor­den, was dem Tod Emi­lio Botins geschul­det gewe­sen sei, Prä­si­dent der San­tan­der Bank seit 1986. Die Stif­tung der San­tan­der habe das Muse­um finanziert.

Wie in der Baixa lisboeta

In den Stra­ßen des Zen­trums fühlt sich der Ver­fas­ser tat­säch­lich wie in der Baixa lis­boe­ta. Dort stößt er auf die Kathe­dra­le, erbaut im 12. und 14. Jahr­hun­dert im goti­schen Stil. Ein gro­ßer Brand von 1941 habe fast das gan­ze Zen­trum der Stadt zer­stört, wovon auch die Kathe­dra­le betrof­fen gewe­sen sei. Das war also einer der Grün­de dafür, dass der Rei­sen­de die Stadt nicht als so ein­la­dend emp­fand, da ihr his­to­risch gewach­se­ne Struk­tu­ren feh­len. Neben dem Besuch der Kir­che emp­fiehlt der por­tu­gie­si­sche Autor, auch der bezau­bern­den Pla­za Pom­bo mit dem his­to­ri­schen unter Arka­den ver­steck­ten Café do Pom­bo einen Besuch abzu­stat­ten. Nur zwei Minu­ten davon ent­fernt lie­ge der Markt von San­tan­der mit regio­na­len Käse­sor­ten, Fisch, Mee­res­früch­ten und Oli­ven. Dies recht­fer­ti­ge eine Run­de inner­halb des Hau­ses, in dem auch Cafés und Bode­gas zu fin­den seien.

Beste Bars

Die bes­ten Bars fand er zwi­schen der Cal­le Sta. Lucia und dem Paseo de Pere­da. Einen Tisch drin­nen oder auf dem Fuß­weg zu erhal­ten, kön­ne kom­pli­ziert sein. Aber dies gli­chen drau­ßen reich­lich vor­han­de­ne hohe Tische aus, wo man das Trink­glas abstel­len und Tapas fut­tern kön­ne. Her­auf­ge­hend zur Cal­le Casi­mi­ro Sainz bis zum Kreis­ver­kehr Glo­rie­ta de Sol kom­me man zu einem ande­ren Kreis­ver­kehr: zum Tetuán. Auch dort gebe es Knei­pen und Mee­res­früch­te­re­stau­rants. Aller­dings höre man dort kei­ne Musik. Die Lich­ter sei­en stark, nichts sei so cool wie zuvor am Paseo. Ver­schwitz­te und zän­ki­sche Ange­stell­te ser­vier­ten den köst­li­chen Mee­res­fisch von Kan­tabri­en. Das Restau­rant Maru­cho sei eine Refe­renz in der Cal­le de Tetuán. Aber offen­bar hat es dem Ver­fas­ser hier nicht so gefal­len wie zuvor. Aber dafür fand er her­aus, was hin­ter dem Namen der “Playa de los Biki­nis” steckt.

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Sauberkeit spanischer Urlaubsziele untersucht

Sau­ber­keit spa­ni­scher Urlaubs­zie­le unter­sucht: Gali­cier gel­ten in Spa­ni­en als fröh­li­ches Volk. Als der Rei­sen­de vor eini­gen Mona­ten in Sant­ia­go de Com­pos­te­la gas­tier­te, waren die Bars abends im Zen­trum immer gut gefüllt. Es war schwie­rig, dort einen Platz zu bekom­men. An vie­len Orten wird musi­ziert. Noch heu­te nimmt der Dudel­sack eine her­vor­ra­gen­de Rol­le ein. Das liegt nicht nur dar­an, dass Sant­ia­go eine wich­ti­ge Pil­ger­stadt ist. Daher tref­fen vie­le Men­schen aus der gan­zen Welt täg­lich in der Stadt ein. Ähn­lich gepolt sind auch die Men­schen in Städ­ten wie A Coru­ña oder Ourense.

Doch wie sau­ber sind spa­ni­sche Städ­te? Für jeden ist es ent­täu­schend, am Urlaubs­ort anzu­kom­men und fie­se mensch­li­che Hin­ter­las­sen­schaf­ten vorzufinden.

Die Tages­zei­tung „La Voz de Gali­cia“ ver­öf­fent­licht jetzt einen Arti­kel über die Sau­ber­keit 60 spa­ni­scher Städ­te. Am sau­bers­ten sind Ovie­do, Bil­bao und Vigo. Feder­füh­rend ist die Orga­ni­za­ción de Con­sum­i­do­res y Usua­ri­os (OCU).

Die­sen drei Städ­ten gegen­über schnei­den die Hafen­stadt A Coru­ña und das Städt­chen Lugo rela­tiv schlecht ab. Lugo hat sich dem­nach sogar ver­schlech­tert in den ver­gan­ge­nen Jah­ren, Vigo hin­ge­gen ver­bes­sert. Die ers­te Stu­die dar­über wur­de 1995 ver­öf­fent­licht. Die letz­te Unter­su­chung ist vier Jah­re her.

Der Ver­fas­ser des Arti­kels sieht eine Ursa­che für die Sau­ber­keit dar­in, dass Städ­te bereit sind, in Sau­ber­keit zu inves­tie­ren. So gibt die Stadt Vigo 71 Euro pro Ein­woh­ner aus. Hin­ge­gen liegt A Coru­ña mit 43 Euro deut­lich niedriger.

Ärger gilt Exkrementen, wilden Plakaten sowie ungepflegten Parks

Vo allem ärgern sich die Bewoh­ner A Coru­ñas über wil­de Graf­fi­ti und Pla­ka­te sowie Exkre­men­te auf den Wegen. Auch schlech­te Müll­be­sei­ti­gung wer­den bemän­gelt und die man­geln­de Pfle­ge der Grün­an­la­gen. Eben­so wird die Ver­nach­läs­si­gung der Außen­vier­tel der Stadt genannt. Hin­ge­gen schnei­det die Qua­li­tät der Luft gut für eine Stadt die­ser Grö­ße ab. Denn sie ist ein wich­ti­ger Industriestandort.

Schlecht schnei­det auch die Römer­stadt Lugo ab. Durch die­se kommt auch man­cher Jakobs­pil­ger auf dem Weg nach Sant­ia­go. Die „Stadt der römisch-anti­ken Mau­ern“ erhält nur bei der Bewer­tung der Luft­qua­li­tät gute Noten. Bemän­gelt wer­den aber die Sau­ber­keit der Stra­ßen und die Instand­hal­tung der Park­an­la­gen. Ähn­lich schlecht bewer­tet man auch, dass Exkre­men­te vor­han­den sind und Müll schlecht besei­tigt wird.

Etwas bes­ser scheint es hin­ge­gen in Städ­ten wie Pon­te­ve­dra und Ouren­se aus­zu­se­hen. Die lie­gen in der Mit­te der 60 bewer­te­ten Städ­te. Ouren­se hat aber auch eine attrak­ti­ve Alt­stadt. Jakobs­pil­ger kön­nen ihre Glie­der kos­ten­los im Was­ser einer Ther­mal­quel­le aus­stre­cken. Die Sau­ber­keit in Pon­te­ve­dra wird wohl­wol­lend zur Kennt­nis genom­men. Dort muss sich dort zuletzt eini­ges getan haben. Denn die Stadt macht im Ran­king einen gro­ßen Satz nach vorne.

Bilbao macht großen Satz nach vorne

Dies trifft auch auf die bas­ki­sche Metro­po­le Bil­bao zu. Sie ist eben­so wie A Coru­ña eine alte Indus­trie­stadt. Bil­bao mach­te von allen unter­such­ten Städ­ten den größ­ten Sprung nach vor­ne. In Ouren­se sieht es etwas schlech­ter aus. Gut schnei­det wie­der­um die Luft­qua­li­tät ab. Ledig­lich in Lérez ist man mit der Sau­ber­keit und dem Zustand der Grün­an­la­gen sehr zufrie­den. Aller­dings stört die Ein­woh­ner der Anblick von Kot erheblich. 

Sau­ber­keit spa­ni­scher Urlaubs­zie­le unter­sucht: Mal schau­en, wie es bei der nächs­ten Unter­su­chung aus­sieht. Sau­ber­keit am Urlaubs­ziel betrifft ja auch Tou­ris­ten und nicht nur die Ein­woh­ner. In Laxe, dem nächs­ten Ziel auf dem Pil­ger­weg, ist die Welt aber noch in Ordnung.

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Urlaub der Extreme

Eine ganz ande­re Per­spek­ti­ve erhältst Du, wenn du im Urlaub ein Land nach geo­gra­phi­schen Punk­ten erkun­dest. Geo­gra­phen vorwärts!

Nach der Zei­tung „La Voz de Gali­cia“ gibt es in Spa­ni­en so eini­ge inter­es­san­te geo­gra­phi­sche Punk­te. Ich per­sön­lich habe mit dem Ort Tarifa jetzt end­lich eine Esels­brü­cke für die Gren­ze zwi­schen Atlan­tik und Mit­tel­meer gefun­den, denn ich konn­te mir das bis­her nie mer­ken. In Tarifa ist mir bei einer mei­ner Rad­wan­de­run­gen vor allem der wahn­sin­ni­ge Wind am Strand auf­ge­fal­len, wes­halb die Gegend beson­ders Sur­fern gefällt.

Hin­ge­gen gilt Estaca de Bares in der Pro­vinz A Coru­ña als Ort, wo der Atlan­tik vom kan­tabri­schen Meer getrennt wird. Dort liegt eben­falls der nörd­lichs­te Punkt der Ibe­ri­schen Halb­in­sel mit schö­ner Steil­küs­te, die zugleich Lebens­raum und Durch­zugs­ge­biet von Zug­vö­geln ist.

Hin­ge­gen war mir aber schon beim Urlaub auf der Kana­ren­in­sel El Hier­ro bewusst, dass ich mich an der Pun­ta de la Orchil­la am west­lichs­ten Punkt Spa­ni­ens befand. Vor 1492 habe man geglaubt, dass sich dort der west­lichs­te Punkt der Erde befand, schreibt „La Voz“.

Und an wel­chen Punk­ten ergibt sich die längs­te Stre­cke zwi­schen Wes­ten und Osten der Halb­in­sel? Den öst­li­chen Punkt bil­det der Cabo de Creus bei Gero­na, wo es einen spek­ta­ku­lä­ren Natur­park gibt. Im Wes­ten hin­ge­gen liegt der Cabo Fis­ter­ra das Gegen­über, der auch Ziel der Jakobs­pil­ger ist, die auch etwas von der beein­dru­cken­den Steil­küs­te sehen wol­len, von der ein Teil sogar als Todes­küs­te bezeich­net wird. Unter See­fah­rern gilt die­se Küs­te als gefähr­lich. Viel Spaß beim Durch­strei­fen und Erleben.

Wei­te­re Informationen:

Ein­zig­ar­ti­ge geo­gra­phi­sche Zie­le in Spanien

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Gut speisen in Madrid

Kürz­lich schrieb ich hier noch über mei­ne musea­len Erfah­run­gen in Madrid und emp­fahl San Sebas­tián im Bas­ken­land sowie die anda­lu­si­schen Dör­fer Ubri­que und Graz­ale­ma als gute Adres­sen für Tapas.

Wer dem­nächst in Madrid unter­wegs ist, darf sich hier auf wei­te­re gute Restau­rants freu­en. Denn die spa­ni­sche Zei­tung “El Pais” emp­fiehlt jetzt gute Adres­sen in der Haupt­stadt. So weit ich weiß, schickt die Redak­ti­on auf Kuli­na­rik spe­zia­li­sier­te Jour­na­lis­ten los, um Gast­häu­ser zu tes­ten. Gut fin­de ich nicht nur die Nen­nung der Adres­sen, son­dern auch die Anga­be der Prei­se in den Kurz­tex­ten. Es wür­de mich freu­en, wenn Du mir schrei­ben könn­test, wie es Dir dort geschmeckt hat. Guten Appetit!

El Pais: Emp­feh­lens­wer­te Restau­rants in Madrid

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Heiß heiß heiß in Galicien

Heiß, heiß, heiß in Gali­ci­en: Da vie­le fra­gen, wie heiß es gera­de auf dem Jakobs­weg im bren­nen­den Gali­ci­en zugeht. Zwei Mona­te soll es im Lan­des­in­ne­ren nicht mehr gereg­net haben. Dem Rei­sen­den ist zuwei­len schon ziem­lich heiß. Der Him­mel ist stau­big. Die Son­ne schil­lert des­halb grün­lich. Bevor er vom Brand erfährt, fin­det er die Fär­bung noch ziem­lich cool zum Foto­gra­fie­ren. Er hält den Staub für Sand aus Afri­ka. Es sind immer­hin 30 Kilo­me­ter bis zum Brand­herd. Die Schleim­haut in der Nase trock­net und setzt sich mit dunk­lem Staub zu. 

Trotz des Radelns im Gebirgs­wald wird ihm so heiß, dass er das ers­te Mal seit Jah­ren im Dorf Rosen­de eis­kal­te Cola trinkt. Die­se ver­schafft tat­säch­lich Abküh­lung auf der Rad­rei­se durch den Nord­wes­ten Spa­ni­ens. Eigent­lich ver­ab­scheut er sol­che Geträn­ke genau­so wie Ziga­ret­ten. Es ist immer­hin 30 Grad warm. Das nimmt er aber nicht so wahr. Denn er ist mitt­ler­wei­le gut trainiert.

7000 Hektar Land verbrennen

Spä­ter kommt er in Bar­rei­ro an. Dort will er über­nach­ten. Das liegt gemes­sen am Cami­no de Sant­ia­go gut 40 Kilo­me­ter süd­lich von Sant­ia­go de Com­pos­te­la ent­fernt. Von dort war er noch vor einer zu erwar­ten­den Sint­flut geflo­hen. Der Wirt sag­te ihm, dass der Staub von einem zehn Kilo­me­ter ent­fern­ten Brand in Selli­da stamm­te. Und jetzt riecht er tat­säch­lich das Feu­er. Als es dun­kel wird, tritt er aus dem Hos­tal wie­der auf die Stra­ße. Die meis­ten Fens­ter sind dun­kel. Kein Mensch ist zu sehen. 

Eini­ge Män­ner ste­hen an der The­ke einer Bar, dre­hen sich sogar etwas weg. Dies ist für Gali­ci­en schon unge­wöhn­lich. Sonst grü­ßen die meis­ten höf­lich. Der Rei­sen­de erklärt es sich mit der Furcht vor dem Feu­er. Immer­hin bren­nen 7000 Hekt­ar. 10.000 Hüh­ner ster­ben, wäh­rend er wie elek­tri­siert “Est­rel­la Gali­cia” trinkt. Die­se Zah­len ent­nimmt er am nächs­ten Tag aus der Zei­tung „Faro de Gali­cia“. Viel­leicht haben die Leu­te auch Kom­ple­xe ihres selt­sa­men Ortes wegen, weil er lacht, weil es hier nur pin­chos zum Knab­bern gibt. Der Wirt guckt etwas säu­er­lich. Als er spä­ter die benach­bar­ten Vino­thek die Wir­tin der benach­bar­ten Vino­thek auf die Geis­ter­stun­de anspricht, meint sie, die Leu­te ruh­ten sich nur aus. Beim Ver­las­sen der Vino­thek hat sich der Brand­ge­ruch verstärkt.

Eine por­tu­gie­si­sche Freun­din schreibt, nach­dem er ihr von sei­nen Ängs­ten vor dem Brand geschrie­ben hat, dass es auch an vie­len Orten in Por­tu­gal bren­ne: in Guar­da, Viseu und Cer­to. Das stärks­te Feu­er befin­de sich in Vigo am Atlan­tik. Genau durch die­se Orte führt sein Rück­weg nach Por­to. Wird er bald ins Feu­er fah­ren? Bie­ten sich Umwe­ge an?

Regen erwünscht

Jetzt wünscht er sich den Regen, dem er zuvor in Sant­ia­go eigent­lich ent­kom­men woll­te. Wie alle Men­schen hier. Im Hos­tal ist kein Laut zu hören. Wie wür­de er han­deln, wenn der Ort eva­ku­iert wer­den müss­te. Er hat­te solch eine Situa­ti­on ein­mal in Nar­vik in Nord­nor­we­gen erlebt, als er frisch aus der Dusche kam. Nackt woll­te er nicht auf die Stra­ße tre­ten. Also zog er sich zügig an und schnapp­te sich sei­ne Packtaschen. 

Nachts hört er Regen­trop­fen in Bar­rei­ro fal­len. Rei­fen von Autos roll­ten auf nas­sem Asphalt. Jetzt hofft er, dass es bald auf der gan­zen ibe­ri­schen Halb­in­sel reg­net. Hof­fent­lich wird es nicht so bald wie­der “Heiß heiß heiß in Gali­ci­en” hei­ßen. Mor­gen geht es wei­ter auf der Via de la pla­ta in Rich­tung Zamora.

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Düstere Inquisition in Portugal

„Geheim­nis­vol­les zu erfor­schen, ist span­nend“, sagt Gra­ça. Erst tausch­te sie ihr Leben als Betriebs­wir­tin in Lis­sa­bon gegen das einer Pen­si­ons­wir­tin in der Klein­stadt Caria ein. Dann begann sie, gehei­me reli­giö­se Kul­te der Juden wäh­rend der Inqui­si­ti­on zu erfor­schen. Die Inqui­si­ti­on wur­de beson­ders hart unter der Regent­schaft der katho­li­schen Köni­ge Fer­nan­do und Isa­bel­la von Kas­ti­li­en durch­ge­führt. Vie­le Juden flo­hen aus Spa­ni­en ins benach­bar­te Por­tu­gal. Dem Druck letzt­lich beu­gen muss­ten sich schließ­lich auch die zunächst der Juden­ver­fol­gung gar nicht auf­ge­schlos­se­nen por­tu­gie­si­schen Regen­ten. Denn ade­li­ge und bür­ger­li­che Grup­pen peitsch­ten sie immer wie­der auf — haupt­säch­lich aus Neid. So ent­wi­ckel­te sich auch die düs­te­re Inqui­si­ti­on in Por­tu­gal. Auch im Cen­tro de Portugal.

Wer von den Juden nicht schon zuvor nach Nord­afri­ka aus­ge­wan­dert war, tat es jetzt. Dort nah­men die mus­li­mi­schen Herr­scher sie ger­ne auf. Denn sie konn­ten ihre wirt­schaft­li­chen und hand­werk­li­chen Fähig­kei­ten gut für ihre eige­nen Rei­che gebrau­chen. Wer nicht von der Ibe­ri­schen Halb­in­sel flie­hen konn­te oder woll­te, nahm zwar äußer­lich den christ­lich Glau­ben an. Zuhau­se aber führ­ten sie ihre Kul­te im Ver­bor­ge­nen heim­lich weiter.

Eng mit Gra­ça zusam­men arbei­te­te der Archi­tekt Miguel aus Figuei­ra de Cas­te­lo Rodri­go. Bei­de foto­gra­fier­ten und doku­men­tier­ten Häu­ser und Emble­me im Juden­vier­tel. Gera­de in Caria ist mehr aus der Zeit der Juden übrig geblie­ben, als in ande­ren Orten wie in Bel­mon­te oder in der Distrikt­haupt­stadt Guar­da.

Die wich­tigs­ten Ergeb­nis­se hat Durch­strei­fen & Erle­ben im You­Tube-Video “Gehei­me Kul­te im Ver­bor­ge­nen” doku­men­tiert. Gra­ça erzählt, wie Por­tu­gie­sen heu­te mit dem dunk­len Kapi­tel in ihrer Geschich­te umge­hen. Man ste­he erst am Anfang, die­ses auf­zu­ar­bei­ten. Es gebe hier und da Wider­stand dage­gen, weil dies als läs­tig emp­fun­den werde.

Neues jüdisches Leben in Belmonte

Der Initia­ti­ve der bei­den ver­dankt die Klein­stadt am Ran­de der Ser­ra da Est­re­la, dass Tou­ris­ten, gar aus Bra­si­li­en und Isra­el, ein ein­zig­ar­ti­ges jüdi­sches Erbe vor­fin­den. Man­che Tou­ris­ten wol­len ein­fach nur Por­tu­gal ent­de­cken, auf dem Jakobs­weg von Por­to nach Sant­ia­go pil­gern. Ande­re bege­ben sich auf die Spu­ren ihrer nach Über­see aus­ge­wan­der­ten Vor­fah­ren. Dies gibt es mehr, als man so in Euro­pa wahr­nimmt, wie der Rei­sen­de es auf Sol­da­ten­fried­hö­fen in Nord-Pas-de-Calais herausfand.

Doku­men­tiert wird die jüdi­sche Geschich­te im Nach­bar­ort Bel­mon­te. Dort gibt es ein jüdi­sches Muse­um. Besu­cher fin­den dort neben his­to­ri­schen Abhand­lun­gen lit­ur­gi­sche Gerä­te aus Fami­li­en­be­sitz vor. Aller­dings lohnt sich ein Besuch nicht. Lit­ur­gi­sche Gerä­te wie Kan­de­la­ber oder Gefä­ße zum Ver­tei­len von Weih­rauch sind jetzt nicht wirk­lich unbe­kannt. Und Hin­ter­grund­wis­sen wie Ursa­chen der Ver­fol­gung sind nicht umfas­send dar­ge­stellt. So ver­lässt der Rei­sen­de das Muse­um ohne neu­en Erkenntnisse.

Erfreu­li­cher­wei­se ist es gelun­gen, im 20. Jahr­hun­dert jüdi­sches Leben im Ort wie­der auf­zu­bau­en. Neue Bewoh­ner sind nach Bel­mon­te gezo­gen, wohl auch in der Hoff­nung, dass sich die düs­te­re Inqui­si­ti­on in Por­tu­gal nicht wiederholt.

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