Francisco Pizarro und Hernán Cortés — wer kennt sie nicht. Sie haben einen entscheidenden Anteil an Spaniens Entwicklung zur Großmacht. Denn beide eroberten Südamerika. Aber aus welcher Region kommen sie eigentlich? Die Extremadura ist die Heimat der beiden Eroberer, ein auch heute immer noch dünn besiedelter Landesteil. Hier leben gerade mal eine Million Menschen. In der Hauptstadt Mérida spazierte der Reisende ahnungslos ins Parlament. Dies hielt er anfänglich für ein Museum, bis sich ihm ein freundlicher Polizist in den Weg stellte. Mit dem Wächter unterhielt er sich erst einmal über das Parlament, die Schönheit der Stadt und polizeiliche Aufgaben. So bescheiden liegt das Gebäude, ein ehemaliges Hospital, mitten in der Altstadt, dass man es nicht einmal registriert. Ähnlich auch der Regierungssitz, nur wenige hundert Meter weiter. Dort wird der Eingang des ehemaligen Konvents immerhin noch mit einer Schleuse bewacht. Mérida, Cáceres und Plasencia sind richtige Städte und noch schöne dazu. Sie liegen am Jakobspilgerweg: der “Via de la Plata”.
Echte Perlen in der Heimat der Eroberer
Aber die Orte Trujillo und Medellín hingegen sind Nester, von hoch gelegenen Burgen auf Hügeln dominiert. Sie liegen auf dem flachen kargen Land. Vor 500 Jahren war es bestimmt nicht anders in der Extremadura, der Heimat der Eroberer. Im Sommer heiß, jetzt im Winter nachts richtig kalt. Als der Reisende kürzlich morgens Mérida verließ, lag Raureif auf dem Rasen. Jetzt befindet er sich noch einmal 50 Kilometer weiter in Zafra. Sevilla ist nur noch 150 entfernt. Aber es ist immer noch frisch. Heute waren es im Schatten nur zwölf Grad.
Aber auch hier in Zafra ist es wieder so hübsch wie in den Städten zuvor. Heute fand er den wohl schönsten Waschplatz der Iberischen Halbinsel und die wohl schönste Apotheke. Nach den Adelshöfen in Plasencia und Cáceres, dem antiken Theater und Mosaiken in Cáceres und Mérida, den Burgen und Stadtplätzen in Trujillo und Medellín füllt sich das Fotoalbum weiter mit dekorativen Motiven. Und weitere schöne Motive warten noch. Denn nun beginnt die Reise ab der Grenze von Andalusien zurück in goldene Zeiten.
Nach 500 Kilometern Radeln erste Stadt: Mehr als 500 Kilometer liegen jetzt hinter dem Reisenden, seitdem er Porto verlassen hat. Heute Nachmittag ist er in Zamora eingetroffen — in Castilia y León also. Sie ist eine seiner Lieblingsstädte auf seiner Rundreise auf der Iberischen Halbinsel. Von nun an geht es auf der Via de la Plata in Richtung Sevilla.
Shopping — ein längst nicht mehr bekanntes Erlebnis. Coimbra und Porto waren auf nun 2200 Kilometern ab Faro die einzigen wirklichen Städte. Zehn Wochen hat der Reisende fast nur auf dem Land, in Kleinstädten und Dörfern verbracht. Porto und Zamora verbindet der Rio Douro. Dieser entspringt in der Gegend von Soria.
Mode, Parfüm, Mobilfunk — welch ein Kontrast zu den Unmengen an Barbieren und Friseuren, Bars und Cafés in den Kleinstädten in Portugal. Heute hätte der Reisende mal Zeit für einen Besuch beim Friseur gehabt. Aber er fand in der Altstadt nur ein Nagelstudio. Das wäre vielleicht auch mal angebracht, nachdem der Radler gestern fünf Löcher eines Schlauches versiegelt hatte. Die Stacheln einer Pflanze hatten sich hineingebohrt. Öl ist noch immer auf der Haut zu sehen. Zwei Nägel brachen etwas ab, notdürftig mit dem Taschenmesser in Form gebracht. Aber es fand sich einfach kein Friseur.
Einkaufen ist nach 500 Kilometern Radeln mal wieder ein Erlebnis
Und was kaufte der Reisende in der riesigen Stadt? Größte Investition war bisher in Porto ein neuer Hinterreifen. Stacheln hält der allerdings nicht stand. Heute folgte eine … Handyhülle. Eine rote wählte die Verkäuferin für ihn aus. Diese hielt nur wenige Wochen, wie auch eine spätere in einem indischen Laden an der Algarve. Finger davon: Daher sollte man sich besser eine neue vor einer Reise im eigenen Land kaufen. Die meisten Läden mit Smartphone-Assessoires verkaufen nur Billigware. Sie fragte dann auch noch nach dem Smartphone-Modell. Völlige Überforderung beim Verkaufsgespräch. Nach neun Wochen Unterhaltung auf Portugiesisch folgt nun eine auf Spanisch. Dank ihrer freundlichen Anleitung fand der Reisende dann noch heraus, welches Modell er seit acht Jahren sein eigen nennt. Verbunden mit einem Rabatt hätte er noch Ohrhörer dazukaufen können. Er empfahl ihr aber stattdessen seine eigenen. Nach etwas Nachdenken fand sie es witzig, dass der Kunde das Gespräch drehen wollte.
In der Menge treiben lassen
Dann ließ er sich wieder draußen mit der Menge treiben. Menge ist gut gesagt, angesichts der vielleicht 100 Leute auf der Einkaufsstraße. Aber verglichen mit den einzelnen Passanten, die er in den Vorwochen gesehen hatte, ist das viel. In Cafés und Bars saß er meistens nur mit drei oder vier Leuten zusammen im Raum. In Covid-Zeiten ist das aber auch nicht ganz verkehrt.
Zamora ähnelt einem Stadtteil Madrids. Vorm Hotel liegt die Sevilla-Bar. Vor dieser spielen ein Gitarrist und ein Sänger spanische Klassiker. Eine perfekte Einstimmung auf die bevorstehende Radreise Richtung Sevilla auf dem Jakobsweg. Vorm Hotel liegt auch eine Tapasbar. Zum Zentrum gehören Museen und ein Theater. Und es gibt eine schöne Burg, hoch über der beeindruckenden Landschaft. Von ihr wirft der Reisende einen wehmütigen Blick zurück auf die zurückliegenden Wochen am Rio Douro. Das ist pures Bike-Packing. Und nach 500 Kilometern Radeln war sogar das ungeliebte Einkaufen in der ersten Stadt ein Erlebnis.
Obwohl noch viele Kilometer vom Brandherd entfernt, verfärbte sich bereits hier der Himmel.
Obwohl noch viele Kilometer vom Brand entfernt, verfärbte sich der Himmel.
Jetzt im TV: von Porto bis Schweden. Durchstreifen & Erleben versorgt Abonnenten regelmäßig mit den besten Kultur- und Reisefilmen im TV-Programm. Im Zentrum stehen beliebte Ziele in Europa. Diesmal erwartet alle die Länder-Auswahl Deutschland, Frankreich, Portugal, Schweden und Spanien. Wiederholungen machen sich in dieser Übersicht bewusst rar. Denn viele von ihnen stehen schon in zuvor veröffentlichten Newslettern.
Noch heute sträuben sich dem Reisenden die Nackenhaare, wenn er “Waldbrand” hört. Er hat nämlich nicht nur einfach Qualm vor einer Landung in Faro vom Flugzeug aus gesehen. Die Wahrnehmung aus der Vogelperspektive war schon beklemmend genug. Als er aber 2017 mit dem Mountainbike monatelang im Nordwesten der Iberischen Halbinsel unterwegs war, erlebte er in der Nähe von Santiago de Compostela einen großen Brand aus nächster Nähe — in der Umgebung von Silleda. Er empfand Todesangst. In diesem Artikel könnt ihr gut nacherleben, wie sich Bikepacker und Bevölkerung in einem Dorf fühlten. Doch wird versäumt, etwas für die Natur zu tun?
Naturschutz im Centro de Portugal
Mit Naturschutz nehmen es die Portugiesen ernst. Und auch die Spanier. Denn nur so können sie die Gefahr von Waldbränden erheblich mindern. Der Reisende besuchte mit dem Biologen António die “Faia Brava” in der Nähe von Castelo Rodrigo. Dieser betreut das Naturreservat im Centro de Portugal mit einer Gruppe Freiwilliger. Sie forsten das Gebiet auf, lassen Tümpel wieder aufleben. Tiere halten das Gras niedrig. In diesem Areal gab es einst Landwirtschaft. Heute leben dank der Maßnahmen im Naturschutzgebiet Greifvögel wie Geier und Schlangen wie Vipern. Mal schauen, was der Beitrag „Vom Feuer bedroht, Waldbrand in Portugal“ auf 3sat an Lösungen bietet.
Und was erwartet euch schon ab heute unter “Jetzt im TV: von Porto bis Schweden”?
Hundeleben in der Estrela: Bisher hat der Reisende noch nie ein Hundebild gebracht. Eines einer Katze schon. Das ist gut 1,5 Jahre her, als er auf dem Jakobsweg in Galicien und in Portugal radelte. Eine junge Katze besuchte ihn im Parque Arribes del Duero, einer sehr schönen Landschaft in Kastilien-León. Sie war neugierig auf den Gast in der Pension.
Jetzt arbeitet er seit einigen Tagen die Bilder der Radwanderung durch Nord- und Zentralportugal sowie Galicien auf. Davon reicht er heute einen kleinen Hund nach. Ein Teil der Radwanderung führte ihn mal wieder durchs portugiesische Hochgebirge: in die Serra da Estrela. Wie es ihm dort erging, kannst Du hier in lose aufeinanderfolgenden Beiträgen nachlesen. In dem gerade verlinkten Beitrag folgte er in Belmonte, einer hübschen Kleinstadt am Fuße des Gebirges, den Spuren von Pedro Álvares Cabral. Der Adelige wuchs dort auf und entdeckte Brasilien.
Die meisten Hunde in Spanien und Portugal sind gut abgerichtet
Dort traf der Reisende den Hund. Er war nicht bissig. Wie auch: Mit der Kette am Hals. In Portugal und Spanien ist er noch nie von einem Hund gebissen worden. Die meisten größeren Tiere wie Schäferhunde laufen parallel mit. Sie bleiben aber auf ihrem Terrain. Denn sie sind gut abgerichtet. Sie sollen nur Menschen mit Gebell vom Betreten der Grundstücke abhalten.
Eine Ausnahme bilden kleinere Hunde, die in den Dörfern frei herumlaufen. Sie stellen sich frontal auf, bellen wie verrückt, weichen aber zurück, wenn man auf sie zugeht. Als Radler braucht man sich also auf der Iberischen Halbinsel nicht davor zu sorgen, das Hunde einen beißen. Seine Reifen sind auch immer heil geblieben.
Dieses Tier lebt wie so viele andere auf einem Hof in einem Tal der Serra da Estrela: in der Nähe des Dorfes Cabeça. Sein treuherziger Blick fesselt. Oder leidet er vielleicht etwas unter der schweren Kette? Weiß jemand, um welche Rasse es sich handelt? Eine herausfordernde Radroute durch ziemlich typisches Gebiet in der Umgebung von Guarda findest Du übrigens hier. Es geht zu Perlen unter den Dörfern des Gebirges: Trinta und Videmonte. Genug Wasser und energiereiche Nahrung sollte aber jeder dabei haben, auch wenn es um nicht einmal 40 Kilometer Rundweg handelt.
Der bekannteste Hund des Gebirges heißt nicht Deutscher Schäferhund, sondern Cão da Serra da Estrela. Auf Wikipedia erfährst Du mehr sein Hundeleben in der Serra da Estrela, da sich der Reisende nicht näher mit ihm beschäftigt habe. Er hat noch nie einen Hund gehalten, nur Mongolische Wüstenrennmäuse und weiße Mäuse. Es handelt sich um einen Hirtenhund. Kein Wunder bei den vielen Schafen und Ziegen, die die Bauern hier halten.
Santander in Kantabrien Foto: Frederick Adegoke Snr., pexels
Erste Frau im Bikini: Santander, die Hauptstadt Kantabriens, scheint Urlaubern eine gute Mischung aus Strandurlaub, Kunstgenuss und guter Gastronomie zu bieten. Das portugiesische Magazin „Sabado“ hat jetzt die Stadt im Norden Spaniens entdeckt. Als der Reisende mal die Stadt über den Jakobsweg erreichte, fielen ihm zum einen nur ein langer Strand auf. Zum anderen gefiel ihm die Kunst einer Kellnerin, Apfelwein aus einer weit über dem Glas gehaltenen Flasche einzuschenken. Die Architektur erschien ihm nicht so ansprechend, dass er gerne länger in der Stadt geblieben wäre. Er war allerdings auch mehr auf schöne Landschaften und Erlebnisse auf dem Jakobsweg erpicht. Erst später änderte er seinen Reisestil, indem er sich mehr für Leute als Land interessierte.
Lang gezogener Arm
Der Autor des Magazins Sabado stellt Santander „als lang gezogenen neun Kilometer langen Arm vor“, der zum Meer weise. Vom Flughafen kommend, fällt ihm auf, dass es hier eine industrielle Zone mit einem Hafen gibt. Gegenüber der Marine reihen sich Straßencafés auf dem Paseo de Pereda und der Calle Castelar aneinander. Er selbst muss die komplette Stadt mit dem Taxi durchqueren. Denn er will sich im Urlaubsviertel El Sardinero mit Landhäusern und Villen niederlassen. Dort gibt es immerhin Busch, der anzeigt, dass er sich am Stadtrand befindet.
Erste Frau im Bikini
El Sardinero erscheint ihm als enormes Urlaubsressort. Dort gebe es Hotels im Stil der Belle Époque und ein großes Casino. Dies hänge damit zusammen, dass König Alfons XIII. von Spanien hier seine Sommerresidenz errichtet habe. Diese soll er zwischen 1913 und 1930 mehrfach aufgesucht haben. Auf der Halbinsel La Magdalena sei ein homonymer Palast zwischen 1908 und 1912 errichtet worden. Die Insel beschreibt er als Anhang von Erde und Grün, mit Gärten und Felsen. Daraus rage mit dem Faro de La Cerda ein bedeutender Leuchtturm hervor.
Dort gibt es auch die von der Bucht der Halbinsel abgewandte Playa de los Bikinis. Man munkele, dort sei zum ersten Mal in Kantabrien eine Frau im Bikini gesehen worden. Diese sei eine der hübschen und nicht überlaufenen Stränden, die allerdings schon zu Spaziergängen zwingen würden. Die meisten besuchten die nur 100 Meter von Santander entfernte Primera Playa. Es gebe auch andere hübschere Strände, die nicht überlaufen seien. Aber diese zwängen zu kleinen Spaziergängen.
Ausgezeichnetes Museum
Neben Naherholung biete die Stadt Kultur in einem mit dem Pritzker-Preis ausgezeichneten Museum. Im Centro Botín würden mehr als tausend Werke präsentiert von hervorragenden Künstlern wie Rubens, El Greco, Picasso und Miró. Unter den Kronen der Bäume der Jardines de Pereda versteckt liege das vom italienischen Architekten Renzo Piano gestaltete Haus. Dieser habe auch nicht weniger bedeutende Gebäude wie das Centre Pompidou in Paris oder das Whitney Museum amerikanischer Kunst in New York gestaltet. Die Errichtung habe fünf Jahre gedauert, sei 2014 unterbrochen worden, was dem Tod Emilio Botins geschuldet gewesen sei, Präsident der Santander Bank seit 1986. Die Stiftung der Santander habe das Museum finanziert.
Wie in der Baixa lisboeta
In den Straßen des Zentrums fühlt sich der Verfasser tatsächlich wie in der Baixa lisboeta. Dort stößt er auf die Kathedrale, erbaut im 12. und 14. Jahrhundert im gotischen Stil. Ein großer Brand von 1941 habe fast das ganze Zentrum der Stadt zerstört, wovon auch die Kathedrale betroffen gewesen sei. Das war also einer der Gründe dafür, dass der Reisende die Stadt nicht als so einladend empfand, da ihr historisch gewachsene Strukturen fehlen. Neben dem Besuch der Kirche empfiehlt der portugiesische Autor, auch der bezaubernden Plaza Pombo mit dem historischen unter Arkaden versteckten Café do Pombo einen Besuch abzustatten. Nur zwei Minuten davon entfernt liege der Markt von Santander mit regionalen Käsesorten, Fisch, Meeresfrüchten und Oliven. Dies rechtfertige eine Runde innerhalb des Hauses, in dem auch Cafés und Bodegas zu finden seien.
Beste Bars
Die besten Bars fand er zwischen der Calle Sta. Lucia und dem Paseo de Pereda. Einen Tisch drinnen oder auf dem Fußweg zu erhalten, könne kompliziert sein. Aber dies glichen draußen reichlich vorhandene hohe Tische aus, wo man das Trinkglas abstellen und Tapas futtern könne. Heraufgehend zur Calle Casimiro Sainz bis zum Kreisverkehr Glorieta de Sol komme man zu einem anderen Kreisverkehr: zum Tetuán. Auch dort gebe es Kneipen und Meeresfrüchterestaurants. Allerdings höre man dort keine Musik. Die Lichter seien stark, nichts sei so cool wie zuvor am Paseo. Verschwitzte und zänkische Angestellte servierten den köstlichen Meeresfisch von Kantabrien. Das Restaurant Marucho sei eine Referenz in der Calle de Tetuán. Aber offenbar hat es dem Verfasser hier nicht so gefallen wie zuvor. Aber dafür fand er heraus, was hinter dem Namen der “Playa de los Bikinis” steckt.
A Coruña Erster Eindruck am Stadtrand mit Industrie
Platz im Zentrum von Ourense
Sauberkeit spanischer Urlaubsziele untersucht: Galicier gelten in Spanien als fröhliches Volk. Als der Reisende vor einigen Monaten in Santiago de Compostela gastierte, waren die Bars abends im Zentrum immer gut gefüllt. Es war schwierig, dort einen Platz zu bekommen. An vielen Orten wird musiziert. Noch heute nimmt der Dudelsack eine hervorragende Rolle ein. Das liegt nicht nur daran, dass Santiago eine wichtige Pilgerstadt ist. Daher treffen viele Menschen aus der ganzen Welt täglich in der Stadt ein. Ähnlich gepolt sind auch die Menschen in Städten wie A Coruña oder Ourense.
Doch wie sauber sind spanische Städte? Für jeden ist es enttäuschend, am Urlaubsort anzukommen und fiese menschliche Hinterlassenschaften vorzufinden.
Die Tageszeitung „La Voz de Galicia“ veröffentlicht jetzt einen Artikel über die Sauberkeit 60 spanischer Städte. Am saubersten sind Oviedo, Bilbao und Vigo. Federführend ist die Organización de Consumidores y Usuarios (OCU).
Diesen drei Städten gegenüber schneiden die Hafenstadt A Coruña und das Städtchen Lugo relativ schlecht ab. Lugo hat sich demnach sogar verschlechtert in den vergangenen Jahren, Vigo hingegen verbessert. Die erste Studie darüber wurde 1995 veröffentlicht. Die letzte Untersuchung ist vier Jahre her.
Der Verfasser des Artikels sieht eine Ursache für die Sauberkeit darin, dass Städte bereit sind, in Sauberkeit zu investieren. So gibt die Stadt Vigo 71 Euro pro Einwohner aus. Hingegen liegt A Coruña mit 43 Euro deutlich niedriger.
Ärger gilt Exkrementen, wilden Plakaten sowie ungepflegten Parks
Vo allem ärgern sich die Bewohner A Coruñas über wilde Graffiti und Plakate sowie Exkremente auf den Wegen. Auch schlechte Müllbeseitigung werden bemängelt und die mangelnde Pflege der Grünanlagen. Ebenso wird die Vernachlässigung der Außenviertel der Stadt genannt. Hingegen schneidet die Qualität der Luft gut für eine Stadt dieser Größe ab. Denn sie ist ein wichtiger Industriestandort.
Schlecht schneidet auch die Römerstadt Lugo ab. Durch diese kommt auch mancher Jakobspilger auf dem Weg nach Santiago. Die „Stadt der römisch-antiken Mauern“ erhält nur bei der Bewertung der Luftqualität gute Noten. Bemängelt werden aber die Sauberkeit der Straßen und die Instandhaltung der Parkanlagen. Ähnlich schlecht bewertet man auch, dass Exkremente vorhanden sind und Müll schlecht beseitigt wird.
Etwas besser scheint es hingegen in Städten wie Pontevedra und Ourense auszusehen. Die liegen in der Mitte der 60 bewerteten Städte. Ourense hat aber auch eine attraktive Altstadt. Jakobspilger können ihre Glieder kostenlos im Wasser einer Thermalquelle ausstrecken. Die Sauberkeit in Pontevedra wird wohlwollend zur Kenntnis genommen. Dort muss sich dort zuletzt einiges getan haben. Denn die Stadt macht im Ranking einen großen Satz nach vorne.
Bilbao macht großen Satz nach vorne
Dies trifft auch auf die baskische Metropole Bilbao zu. Sie ist ebenso wie A Coruña eine alte Industriestadt. Bilbao machte von allen untersuchten Städten den größten Sprung nach vorne. In Ourense sieht es etwas schlechter aus. Gut schneidet wiederum die Luftqualität ab. Lediglich in Lérez ist man mit der Sauberkeit und dem Zustand der Grünanlagen sehr zufrieden. Allerdings stört die Einwohner der Anblick von Kot erheblich.
Sauberkeit spanischer Urlaubsziele untersucht: Mal schauen, wie es bei der nächsten Untersuchung aussieht. Sauberkeit am Urlaubsziel betrifft ja auch Touristen und nicht nur die Einwohner. In Laxe, dem nächsten Ziel auf dem Pilgerweg, ist die Welt aber noch in Ordnung.
Eine ganz andere Perspektive erhältst Du, wenn du im Urlaub ein Land nach geographischen Punkten erkundest. Geographen vorwärts!
Nach der Zeitung „La Voz de Galicia“ gibt es in Spanien so einige interessante geographische Punkte. Ich persönlich habe mit dem Ort Tarifa jetzt endlich eine Eselsbrücke für die Grenze zwischen Atlantik und Mittelmeer gefunden, denn ich konnte mir das bisher nie merken. In Tarifa ist mir bei einer meiner Radwanderungen vor allem der wahnsinnige Wind am Strand aufgefallen, weshalb die Gegend besonders Surfern gefällt.
Hingegen gilt Estaca de Baresin der Provinz A Coruña als Ort, wo der Atlantik vom kantabrischen Meer getrennt wird. Dort liegt ebenfalls der nördlichste Punkt der Iberischen Halbinsel mit schöner Steilküste, die zugleich Lebensraum und Durchzugsgebiet von Zugvögeln ist.
Hingegen war mir aber schon beim Urlaub auf der Kanareninsel El Hierro bewusst, dass ich mich an der Punta de la Orchilla am westlichsten Punkt Spaniens befand. Vor 1492 habe man geglaubt, dass sich dort der westlichste Punkt der Erde befand, schreibt „La Voz“.
Und an welchen Punkten ergibt sich die längste Strecke zwischen Westen und Osten der Halbinsel? Den östlichen Punkt bildet der Cabo de Creusbei Gerona, wo es einen spektakulären Naturpark gibt. Im Westen hingegen liegt der Cabo Fisterra das Gegenüber, der auch Ziel der Jakobspilger ist, die auch etwas von der beeindruckenden Steilküste sehen wollen, von der ein Teil sogar als Todesküste bezeichnet wird. Unter Seefahrern gilt diese Küste als gefährlich. Viel Spaß beim Durchstreifen und Erleben.
Kürzlich schrieb ich hier noch über meine musealen Erfahrungen in Madrid und empfahl San Sebastián im Baskenland sowie die andalusischen Dörfer Ubrique und Grazalema als gute Adressen für Tapas.
Wer demnächst in Madrid unterwegs ist, darf sich hier auf weitere gute Restaurants freuen. Denn die spanische Zeitung “El Pais” empfiehlt jetzt gute Adressen in der Hauptstadt. So weit ich weiß, schickt die Redaktion auf Kulinarik spezialisierte Journalisten los, um Gasthäuser zu testen. Gut finde ich nicht nur die Nennung der Adressen, sondern auch die Angabe der Preise in den Kurztexten. Es würde mich freuen, wenn Du mir schreiben könntest, wie es Dir dort geschmeckt hat. Guten Appetit!
Schon viele Kilometer vom Brand entfernt, verfärbte sich der Himmel.
Heiß, heiß, heiß in Galicien: Da viele fragen, wie heiß es gerade auf dem Jakobsweg im brennenden Galicien zugeht. Zwei Monate soll es im Landesinneren nicht mehr geregnet haben. Dem Reisenden ist zuweilen schon ziemlich heiß. Der Himmel ist staubig. Die Sonne schillert deshalb grünlich. Bevor er vom Brand erfährt, findet er die Färbung noch ziemlich cool zum Fotografieren. Er hält den Staub für Sand aus Afrika. Es sind immerhin 30 Kilometer bis zum Brandherd. Die Schleimhaut in der Nase trocknet und setzt sich mit dunklem Staub zu.
Trotz des Radelns im Gebirgswald wird ihm so heiß, dass er das erste Mal seit Jahren im Dorf Rosende eiskalte Cola trinkt. Diese verschafft tatsächlich Abkühlung auf der Radreise durch den Nordwesten Spaniens. Eigentlich verabscheut er solche Getränke genauso wie Zigaretten. Es ist immerhin 30 Grad warm. Das nimmt er aber nicht so wahr. Denn er ist mittlerweile gut trainiert.
7000 Hektar Land verbrennen
Später kommt er in Barreiro an. Dort will er übernachten. Das liegt gemessen am Camino de Santiago gut 40 Kilometer südlich von Santiago de Compostela entfernt. Von dort war er noch vor einer zu erwartenden Sintflut geflohen. Der Wirt sagte ihm, dass der Staub von einem zehn Kilometer entfernten Brand in Sellida stammte. Und jetzt riecht er tatsächlich das Feuer. Als es dunkel wird, tritt er aus dem Hostal wieder auf die Straße. Die meisten Fenster sind dunkel. Kein Mensch ist zu sehen.
Einige Männer stehen an der Theke einer Bar, drehen sich sogar etwas weg. Dies ist für Galicien schon ungewöhnlich. Sonst grüßen die meisten höflich. Der Reisende erklärt es sich mit der Furcht vor dem Feuer. Immerhin brennen 7000 Hektar. 10.000 Hühner sterben, während er wie elektrisiert “Estrella Galicia” trinkt. Diese Zahlen entnimmt er am nächsten Tag aus der Zeitung „Faro de Galicia“. Vielleicht haben die Leute auch Komplexe ihres seltsamen Ortes wegen, weil er lacht, weil es hier nur pinchos zum Knabbern gibt. Der Wirt guckt etwas säuerlich. Als er später die benachbarten Vinothek die Wirtin der benachbarten Vinothek auf die Geisterstunde anspricht, meint sie, die Leute ruhten sich nur aus. Beim Verlassen der Vinothek hat sich der Brandgeruch verstärkt.
Eine portugiesische Freundin schreibt, nachdem er ihr von seinen Ängsten vor dem Brand geschrieben hat, dass es auch an vielen Orten in Portugal brenne: in Guarda, Viseu und Certo. Das stärkste Feuer befinde sich in Vigo am Atlantik. Genau durch diese Orte führt sein Rückweg nach Porto. Wird er bald ins Feuer fahren? Bieten sich Umwege an?
Regen erwünscht
Jetzt wünscht er sich den Regen, dem er zuvor in Santiago eigentlich entkommen wollte. Wie alle Menschen hier. Im Hostal ist kein Laut zu hören. Wie würde er handeln, wenn der Ort evakuiert werden müsste. Er hatte solch eine Situation einmal in Narvik in Nordnorwegen erlebt, als er frisch aus der Dusche kam. Nackt wollte er nicht auf die Straße treten. Also zog er sich zügig an und schnappte sich seine Packtaschen.
Nachts hört er Regentropfen in Barreiro fallen. Reifen von Autos rollten auf nassem Asphalt. Jetzt hofft er, dass es bald auf der ganzen iberischen Halbinsel regnet. Hoffentlich wird es nicht so bald wieder “Heiß heiß heiß in Galicien” heißen. Morgen geht es weiter auf der Via de la plata in Richtung Zamora.
„Geheimnisvolles zu erforschen, ist spannend“, sagt Graça. Erst tauschte sie ihr Leben als Betriebswirtin in Lissabon gegen das einer Pensionswirtin in der Kleinstadt Caria ein. Dann begann sie, geheime religiöse Kulte der Juden während der Inquisition zu erforschen. Die Inquisition wurde besonders hart unter der Regentschaft der katholischen Könige Fernando und Isabella von Kastilien durchgeführt. Viele Juden flohen aus Spanien ins benachbarte Portugal. Dem Druck letztlich beugen mussten sich schließlich auch die zunächst der Judenverfolgung gar nicht aufgeschlossenen portugiesischen Regenten. Denn adelige und bürgerliche Gruppen peitschten sie immer wieder auf — hauptsächlich aus Neid. So entwickelte sich auch die düstere Inquisition in Portugal. Auch im Centro de Portugal.
Wer von den Juden nicht schon zuvor nach Nordafrika ausgewandert war, tat es jetzt. Dort nahmen die muslimischen Herrscher sie gerne auf. Denn sie konnten ihre wirtschaftlichen und handwerklichen Fähigkeiten gut für ihre eigenen Reiche gebrauchen. Wer nicht von der Iberischen Halbinsel fliehen konnte oder wollte, nahm zwar äußerlich den christlich Glauben an. Zuhause aber führten sie ihre Kulte im Verborgenen heimlich weiter.
Eng mit Graça zusammen arbeitete der Architekt Miguel aus Figueira de Castelo Rodrigo. Beide fotografierten und dokumentierten Häuser und Embleme im Judenviertel. Gerade in Caria ist mehr aus der Zeit der Juden übrig geblieben, als in anderen Orten wie in Belmonte oder in der Distrikthauptstadt Guarda.
Die wichtigsten Ergebnisse hat Durchstreifen & Erleben im YouTube-Video “Geheime Kulte im Verborgenen” dokumentiert. Graça erzählt, wie Portugiesen heute mit dem dunklen Kapitel in ihrer Geschichte umgehen. Man stehe erst am Anfang, dieses aufzuarbeiten. Es gebe hier und da Widerstand dagegen, weil dies als lästig empfunden werde.
Neues jüdisches Leben in Belmonte
Der Initiative der beiden verdankt die Kleinstadt am Rande der Serra da Estrela, dass Touristen, gar aus Brasilien und Israel, ein einzigartiges jüdisches Erbe vorfinden. Manche Touristen wollen einfach nur Portugal entdecken, auf dem Jakobsweg von Porto nach Santiago pilgern. Andere begeben sich auf die Spuren ihrer nach Übersee ausgewanderten Vorfahren. Dies gibt es mehr, als man so in Europa wahrnimmt, wie der Reisende es auf Soldatenfriedhöfen in Nord-Pas-de-Calais herausfand.
Dokumentiert wird die jüdische Geschichte im Nachbarort Belmonte. Dort gibt es ein jüdisches Museum. Besucher finden dort neben historischen Abhandlungen liturgische Geräte aus Familienbesitz vor. Allerdings lohnt sich ein Besuch nicht. Liturgische Geräte wie Kandelaber oder Gefäße zum Verteilen von Weihrauch sind jetzt nicht wirklich unbekannt. Und Hintergrundwissen wie Ursachen der Verfolgung sind nicht umfassend dargestellt. So verlässt der Reisende das Museum ohne neuen Erkenntnisse.
Erfreulicherweise ist es gelungen, im 20. Jahrhundert jüdisches Leben im Ort wieder aufzubauen. Neue Bewohner sind nach Belmonte gezogen, wohl auch in der Hoffnung, dass sich die düstere Inquisition in Portugal nicht wiederholt.