Inneres Abschalten an Douro und Seine

Inne­res Abschal­ten an Dou­ro und Sei­ne: An Flüs­sen ent­lang zu rei­sen, ist schön. Vie­le Kom­mu­nen haben ihre Flüs­se in den ver­gan­ge­nen Jah­ren auf­ge­wer­tet und an ihnen Rad­we­ge gebaut. So lässt sich die jewei­li­ge Regi­on oft über Hun­der­te von Kilo­me­tern rela­tiv leicht erkun­den. Denn sie sind dann ver­kehrs­arm und dort oft auch flach.

In den ver­gan­ge­nen 18 Mona­ten hat der Rei­sen­de vie­le Flüs­se ken­nen­ge­lernt. Viel­leicht liegt die Neu­gier­de, deren Umge­bung zu durch­strei­fen und zu erle­ben, an der Lage Bonns. Im Umfeld der ehe­ma­li­gen Haupt­stadt flie­ßen der Rhein, die Sieg und die Ahr. Das kann inspirieren.

Gedächtnisverlust am Fluss Lima?

Es fing an mit dem gefähr­li­chen Fluss Lima im Nor­den Por­tu­gals. Denn hat ein Rei­sen­der ihn ein­mal durch­quert, kann man sein Gedächt­nis ver­lie­ren. Das glaub­ten die Römer in der Anti­ke jeden­falls. Legio­nä­re schick­ten ihren Zen­tu­rio bei einem ihrer Züge nahe der heu­ti­gen Klein­stadt Pon­te de Lima sicher­heits­hal­ber vor­aus. Am ande­ren Ufer ange­kom­men, muss­te er jeden sei­ner Legio­nä­re nament­lich anru­fen. Erst dann setz­te sich der übri­ge Tross in Bewe­gung. Noch heu­te zeugt eine römi­sche Legi­on im hüb­schen Ort Pon­te de Lima von die­sem Ereig­nis. Als der Rei­sen­de dort bei sei­nem Urlaub in Nord­por­tu­gal ein­traf, fand er römi­sche Sol­da­ten in mensch­li­cher Grö­ße auf bei­den Sei­ten des Ufers vor. Aste­rix und Obe­lix hät­ten sich gefreut.

Natur und hübsche Kleinstädte im Naturpark Arribes del Duero 

Ein wei­te­rer wich­ti­ger Fluss in der Bio­gra­phie des Rei­sen­den ist eben­so der Rio Dou­ro im Nor­den Por­tu­gals. Fas­zi­nie­rend dar­an ist, dass er sowohl ein spa­ni­scher als auch ein por­tu­gie­si­scher Fluss ist. Er ent­springt in Soria in Kas­ti­li­en und León, das Gour­mets der dort wach­sen­den Trüf­feln wegen bekannt ist. Wei­ße und schwar­ze Trüf­feln kom­men dort natür­lich vor, aber wer­den auch gezüch­tet. Das wech­seln­de Kli­ma von Wär­me und Käl­te und die Böden begüns­ti­gen deren Wachs­tum. Kaum jemand weiß, dass es dort auch tie­fe Wäl­der gibt, in denen Pil­ze gut gedei­hen. Daher gibt es in Soria auch jähr­lich einen Koch­wett­be­werb. Dort füh­ren Stars der Sze­ne vor lau­fen­den Kame­ras ihre bes­ten Rezep­te vor.

Der Fluss fließt inner­halb Spa­ni­ens bis in die hüb­sche Stad Zamo­ra hin­ein. Die Due­ro-Regi­on zwi­schen Soria und Zamo­ra steht schon auf dem Pro­gramm für den Herbst 2021. Zamo­ra ist Jakobs­pil­gern bekannt. Denn dort führt auch die “Via de la pla­ta” von Sevil­la aus durch. Auf por­tu­gie­si­scher wie spa­ni­scher Sei­te, der Fluss bil­det eine natür­li­che Gren­ze, schließt sich der gro­ße Natur­park “Arri­bes del Due­ro” an. Er ist über­wie­gend flach, also auch für Unge­üb­te Rad­ler leicht zu erschlie­ßen. Dort gibt es Aus­bli­cke in Can­yons, hüb­sche Klein­städ­te mit Bur­gen und natür­lich auch sel­te­ne Tie­re und Pflan­zen. An einer Stel­le begeg­ne­te der Rei­sen­de sogar einer Got­tes­an­be­te­rin, die wohl die wenigs­ten in frei­er Natur zu sehen bekom­men. Inne­res Abschal­ten am Dou­ro — all das trägt auf jeden Fall dazu bei.

Riesiges Weinanbaugebiet bis Porto

Es schließt sich dann bis Por­to ein rie­si­ges Wein­an­bau­ge­biet an. Wich­tigs­tes Pro­dukt ist der Port­wein, der nicht so schwer ist, wie oft geschrie­ben wird. Der Rei­sen­de pro­bier­te den por­tu­gie­si­schen Rot­wein vom Dou­ro hier und dort. Er kann nicht sagen, dass ihm das Radeln am nächs­ten Tag schwer fiel. Die Rou­te nach Por­to wird von vie­len Rad­lern genutzt. Vor Peso da Régua traf der Rei­sen­de auf der gut zu befah­ren­den Natio­nal­stra­ße auf zwei Paa­re Mit­te 20 aus Eng­land. Die­se durch­quer­ten nach Frank­reich auch Spa­ni­en und Por­tu­gal. Ihr Ziel war es, von Anda­lu­si­en aus den Sprung nach Afri­ka zu wagen. Sie befan­den sich also qua­si erst am Anfang ihrer lan­gen Rei­se, waren eben­falls dem Dou­ro gefolgt. Über­nach­tet wür­de nur im Zelt, sag­ten sie. Sie sahen dabei klei­ne Wein­or­te am Fluss­ufer, das auch nach dem hei­ßen Som­mer noch immer grün im Herbst war.

Wer weiß, was ihr alles erlebt, wenn ihr den 777 Kilo­me­ter lan­gen Fluss Sei­ne in Frank­reich durch­streift und erlebt. Die in Paris erschei­nen­de Zei­tung “Le Mon­de” hat das Gewäs­ser für ihre Leser erkun­det und dabei Sehens­wer­tes gefun­den. Die meis­ten Leser träu­men sicher­lich von einer Fluss­fahrt auf der Sei­ne. Inne­res Abschal­ten an Dou­ro und Sei­ne, das geht gut, weil die Wege ein­deu­tig sind. Rei­sen­de benö­ti­gen an sich nicht ein­mal eine Karte.

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Im Jurassic-Park nahe der Weser

Im Juras­sic-Park nahe der Weser: Ech­te Fuß­stap­fen von Dino­sau­ri­ern haben For­scher im Land­kreis Nien­burg gefun­den. Heu­te sieht sich der Rei­sen­de den Juras­sic-Park nahe der Weser in Mün­che­ha­gen an. Der Dino-Park ist um die ver­stei­ner­ten Fuß­spu­ren herumgebaut.

Die Aus­stel­lung unter frei­em Him­mel beein­druckt. Erfah­run­gen auf dem Weser­rad­weg wer­den um eini­ges berei­chert. Denn es gibt jede Men­ge Dino­sau­ri­er in Lebens­grö­ße zu sehen. Gut ver­glei­chen lässt sich deren Grö­ße inso­fern, wenn zum Bei­spiel ein Tyran­no­sua­rus vor einem Bron­to­sau­rus plat­ziert ist. Sogar Insek­ten wie Käfer und Libel­len sind zu sehen, die auch damals ziem­lich groß waren.

Und die Tie­re sind in Far­be dar­ge­stellt: Wie ihre Haut wirk­lich aus­sah, weiß aber nie­mand. Denn es gibt kei­ne Zeug­nis­se des­sen, da die Haut bei Tie­ren wie bei Men­schen ver­geht. Es sei denn, ein Moor hat unter Sau­er­stoff­aus­schluss Lei­chen kon­ser­viert. Es gibt Aus­stel­lun­gen wie in Sil­ke­borg, in denen die Klei­dung von Men­schen aus der Bron­ze­zeit noch gut zu erken­nen ist. Das Moor­mäd­chen ist daher berühmt. Man­che Tie­re brül­len auch, aber unheim­lich ist es nicht dadurch. 

Brüllten Dinos wirklich?

Ob sie wirk­lich so gebrüllt haben, kann auch nicht geklärt wer­den, son­dern höchs­tens ver­mu­tet. For­scher schlie­ßen dar­auf auf­grund des Kör­per­baus und ver­gleich­ba­rer leben­der Lebe­we­sen. Tex­te auf zahl­rei­chen Info­ta­feln erklä­ren, wie es in der Welt der kolos­sa­len Lebe­we­sen aus­sah. Nett ist auch die Aus­stel­lung über Dino-Babys. Dort sind Eier und ver­stei­ner­te Ske­let­te der Nach­wuch­ses zu sehen.

Für Fami­li­en ist der Besuch des Frei­licht­mu­se­um Mün­che­ha­gen, Deutsch­lands größ­ter wis­sen­schaft­li­cher Erleb­nis- und The­men­park, mit Spaß ver­bun­den. Der Rei­sen­de sah vie­le Kin­der mit einem Quiz durch Hal­len und zwi­schen Büschen her­um­lau­fen. Ihre ver­mut­lich häu­figs­te Fra­ge lau­tet: Ist der gefähr­lich? Eini­ge Stun­den ist jeder Besu­cher gut beschäftigt.

Die Foto­da­ten­bank des Bike­pa­ckers wächst gewal­tig durch den Besuch. Damit las­sen sich künf­ti­ge Rei­se­füh­rer schön bebil­dern, soll­te es in ihnen auch um Erd­ge­schich­te gehen.

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Vom lustigen Minden zum Knast

Vom lus­ti­gen Min­den zum Knast: Ulf Schulz hat sich heu­te mor­gen in Bad Oeyn­hau­sen ver­ab­schie­det. Es ist daher unge­wohnt, allei­ne wei­ter­zu­fah­ren. Die Gesell­schaft des lus­ti­gen Rhein­län­ders fehlt dem Rei­sen­den fort­an. Immer hat­te er auf der Tour eine Geschich­te zu erzäh­len. Unter ande­rem erga­ben sich inter­es­san­te Ein­bli­cke in die Welt der Che­mie, da Ulf die­ses Fach stu­diert hat. Oder es gelang ihm, wenn sich mit ande­ren Men­schen Span­nun­gen erga­ben, mit sei­nem freund­li­chen Lachen, selbst ziem­lich ver­krampf­te Leu­te auf­zu­lo­ckern. Wie zum Bei­spiel eine sich wie ein Dra­chen ver­hal­ten­de Mit­ar­bei­te­rin der Gemein­de in Ober­mars­berg. Sie woll­te dem Rei­sen­den ver­bie­ten, die Kir­che von innen zu foto­gra­fie­ren. “Eine Kir­che ist kein Muse­um”, wüte­te sie. Ulf hat­te ihr schon von außen ange­se­hen, dass sie inner­lich unzu­frie­den war. Ciao, Ulf. Gute Heimfahrt!

Frei laufende Hühner im Schnurrviertel

Fort­an muss sich der Rei­sen­de also selbst unter­hal­ten: In Min­den fällt das nicht schwer. Von der Weser in den Stadt­kern kom­mend, fal­len schö­ne Fach­werk­häu­ser auf. Natür­lich steu­ert der Rad­ler zuerst den sehens­wer­ten Dom an, ein in der Kunst­ge­schich­te ange­se­he­nes Bau­werk. Danach geht es in eine leb­haf­te Fuß­gän­ger­zo­ne zu einem Eis­ca­fé. Das Wet­ter ist warm. Dort reiht er sich in die lan­ge War­te­schlan­ge ein.

Von dort fährt der Weg des Bike­pa­ckers nach rechts in die Obe­re Alt­stadt — ins Schnurr­vier­tel. Dort steht das ver­meint­lich ältes­te Haus West­fa­lens, in dem heu­te eine Gast­stät­te unter­ge­brracht ist. Und in der Umge­bung wach­sen sogar Wein­re­ben. Der Pfar­rer der Gemein­de baut sei­nen Wein selbst an. Hof­fent­lich scoh­meckt der nicht zu sau­er. Und Hüh­ner lau­fen dort frei her­um, laut kom­man­diert sie ein Gockel. Sie flit­zen geschwind her­bei, sobald er kräht. Ein Pas­sant wit­zelt: “Hier hören die Frau­en wenigs­tens noch auf den Mann!” 

Inso­fern hat sich die Fahrt von Bad Oeyn­hau­sen nach Min­den schon gelohnt — lus­ti­ges Min­den. Auch der Ansicht der rie­si­gen Schleu­se wegen, die der Rei­sen­de auf der Rad­wan­de­rung ent­deckt. Er fährt wei­ter nach Peters­ha­gen und lan­det er vorm “Rast im Knast”. Zum Glück ist es nur eine Gast­stät­te. Von Peters­ha­gen aus las­sen sich wun­der­bar bei einer Rad­rund­tour eini­ge wie an einer Per­len­ket­te auf­ge­reih­te Schlös­ser im Sti­le der Weser­re­nais­sance besu­chen. Kuze Zeit danach fühlt sich der Rei­sen­de sogar ein wenig nach Por­tu­gal versetzt. 

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Wein und Oliven so weit das Auge reicht

Noch nie hat der Rei­sen­de auf sei­ner gesam­ten Rei­se Wein und Oli­ven in sol­chem Aus­maß gese­hen. Wahn­sinn! Hin­ter ihm lie­gen immer­hin schon gut 3000 Kilo­me­ter Rad­rei­se durch Nord­por­tu­gal und Gali­zi­en. Es ist auch ange­sichts der Höhe über­wäl­ti­gend, am Rio Dou­ro zwi­schen Sal­to de Sau­cel­le und Por­to zu radeln. Es gibt Wein und Oli­ven, so weit das Auge reicht

Infor­ma­tio­nen über Anbau­me­tho­den lie­fer­te dem Rei­sen­den ges­tern ein schi­ckes Wein­mu­se­um in São João da Pes­quei­ra im Distrikt Viseu. Es lohnt sich nicht nur ein Besuch, weil es nach dem Rund­gang über drei Eta­gen ein fabel­haf­ten Rot­wein zur Abrun­dung gibt. Es gibt viel und gutes Mate­ri­al, war­um sich die “vin­has” hier gut für den Anbau der Reben eignen.

Mildes Klima im Douro-Tal

Dafür gibt am Fluss ent­lang mehr als genug Wein­gü­ter für die eine oder ande­re Kost­pro­be. Schließ­lich kommt der meis­te por­tu­gie­si­sche Rot­wein vom Dou­ro. Das meis­te geht in den Export nach Über­see und Eng­land. Der schwe­re Port­wein ist beson­ders beliebt. War­um sich die Gegend dafür beson­ders eig­net, ist gleich beim Über­gang von Spa­ni­en nach Por­tu­gal zu bemer­ken. Wer von Sau­cel­le kom­mend im Novem­ber die Gren­ze über­schrei­tet, spürt deut­lich die höhe­re Tem­pe­ra­tur. Der Wind lässt nach. Amphi­bi­en und Rep­ti­li­en scheint das Kli­ma auch zu lie­gen. Es gibt hier offen­bar vie­le Schlan­gen, die aber lei­der Auto­fah­rer tot­fah­ren. Von Sal­to de Sau­cel­le ergibt sich übri­gens ein tol­ler Blick über ein gro­ßes Stau­werk und ins Tal.

Auch zum Paddeln geeignet

Vor andert­halb Jah­ren war der Rei­sen­de schon ein­mal hier. Er genoss eine gran­dio­se Fahrt von Cas­te­lo Rodri­go nach Bar­ca d’Alva, weil es über vie­le Kilo­me­ter nur berg­ab ging. In Bar­ca d’Alva, ein Hafen für Kreuz­fahrt­schif­fe, bestieg er ein Kajak. Er pad­del­te mit einem Ein­hei­mi­schen, der hier als Leh­rer arbei­tet, auf dem gro­ßen Fluss. Über ihm kreis­ten Greif­vö­gel wie der Rote Milan. Ein­zi­ger Kon­takt am Fluss war die besorg­te Anfra­ge eines Cam­pers aus den Nie­der­lan­den. Die­ser hielt neben ihm und frag­te, ob der Rei­sen­de genug zu essen und zu trin­ken dabei hät­te. So wenig Ver­kehr befin­det sich auf der Stre­cke. Der nächs­te Kon­takt wird wohl erst mit Ana und Antó­nio in der Edel-Pen­si­on Casa da Cis­ter­na in Cas­te­lo Rodri­go sein. Ana und ihre Köchin kochen her­vor­ra­gend. Das wohl bes­te Essen Por­tu­gals gibt es dort.

Gut zu befahrende Nationalstraße

Vie­le besu­chen die Gegend nur mit der Bahn von Por­to aus. Sie schaf­fen es gera­de ein­mal, in der Klein­stadt Pin­hão ein Wein­gut zu besu­chen und zu spei­sen. Den Ort kann man sich spa­ren. Doch hier auf Rad­wan­de­rung zu gehen, lohnt sich, weil die Stre­cke ab Zamo­ra gut über die Natio­nal­stra­ßen zu bewäl­ti­gen ist. Es gibt nie eine wirk­lich stei­le Stre­cke. Es sei denn, man fährt an man­chen Punk­ten direkt in ein klei­nes Dorf am Fluss her­ab. Aber die meis­ten Dör­fer lie­gen recht ange­nehm am Fluss. So lohnt es sich kaum, wegen fünf schwie­rig erreich­ba­rer Orte einen beschwer­li­chen Weg auf sich zu neh­men. So sehr unter­schei­den sie sich am Ende auch wie­der nicht. Es gibt zwar kei­nen offi­zi­el­len Dou­ro-Rad­weg. Aber der Ver­kehr ist auch nur mäßig. Statt vie­ler Autos gibt es Wein und Oli­ven so weit das Auge reicht.

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Erbarmungslos trockener Jakobsweg

Erbar­mungs­los tro­cke­ner Jakobs­weg: Welch eine abwechs­lungs­rei­che Land­schaft zwi­schen Mom­buey und Ollosa de Tera in Kas­ti­li­en und León. Heu­te Mit­tag streif­te der Rei­sen­de noch auf einer Moun­tain­bike-Rou­te um Mom­buey her­um. Dort war es sehr tro­cken. Nur dicke schwe­re glän­zen­de Quarz­stei­ne erhell­ten die Stim­mung. Es könn­te hier also Gold geben. Hei­de­kraut ist es gelun­gen, sich hier anzu­sie­deln: Es ist hart und krat­zig. Son­ne knallt grell vom Him­mel. Aber die Luft ist erstaun­lich: herbst­lich kühl. Gro­ße Bäu­me dar­ben am Boden, hin­weg­ge­fegt von einem Sturm im Juni. Sie ver­sper­ren den Sin­gle-Trail. Des­halb muss der Jakobs­pil­ger zwi­schen Fel­sen radeln, die wie Ter­mi­ten­bau­ten empor­ra­gen. Ein Paar aus Madrid streift trau­rig durchs tro­cke­ne Fluss­bett des Rio Negro. Der Name kommt wohl nicht von unge­fähr. Sie laden den Bike­pa­cker zum Kaf­fee ins küh­le Feri­en­haus ein.t

Nach erbarmungslos trocken kühles Nass

Am spä­ten Nach­mit­tag heißt es nicht mehr erbar­mungs­los tro­cke­ner Jakobs­weg, son­dern end­lich küh­les Nass. Eine Erlö­sung! Der Rio Tera kreuzt wie­der sei­nen Weg. Die­sem ist der Rei­sen­de bereits in der Nähe der “Lagu­na de los pezes” — Lagu­ne der Fische — bei Pue­bla de San­ab­ria begeg­net. Dort ist er noch auf 1800 Meter Höhe gera­delt ohne Lei­den. Hier bei Ollosa de Tera wird das Gewäs­ser gestaut. In der Her­ber­ge in Mom­buey gibt es übri­gens kei­ne Bett­wan­zen — “chin­chos” auf Spa­nisch. Pil­ger in der Her­ber­ge von Cam­po­bece­ros setz­ten das Gerücht in die Welt. Die “alber­gue” hat­te der Pil­ger ganz für sich allei­ne. Eine net­te Nach­ba­rin öff­ne­te ihm die Tür . Um mor­gens muss­te er ihr die Schlüs­sel nur in die Hand drü­cken. Denn sie stand schon war­tend auf der Stra­ße. Wer also von Sevil­la den Jakobs­weg “Via de la pla­ta” Rich­tung Sant­ia­go de Com­pos­te­la her­auf­ra­delt, kann sich dort beru­higt nie­der­las­sen. Aber der Rei­sen­de ruht nicht, son­dern fährt mor­gen wei­ter Rich­tung Rio Due­ro. So etwas wie einen erbar­mungs­los tro­cke­nen Jakobs­weg wird dort mit Sicher­heit nicht geben.

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Allariz, schönste Kleinstadt Galiciens

Römi­sche Brü­cke an der Pra­ia Flu­vi­al de Acearrica

All­ariz, schöns­te Klein­stadt Gali­ci­ens: Die­ser Blick wirkt fast schon kit­schig wie auf Post­kar­ten. Oder nicht? Unver­mu­tet ist der Rei­sen­de auf sei­nem Weg nach Sant­ia­go de Com­pos­te­la auf eine römi­sche Brü­cke gesto­ßen. Sie liegt an der Pra­ia Flu­vi­al de Acear­ri­ca nahe All­ariz. Ihre bei­den Bögen über dem Was­ser sind per­fekt gerun­det. Dies ist typisch für die anti­ke Archi­tek­tur, als Rom noch die Ibe­ri­sche Halb­in­sel besetzte.

Nahe der Brü­cke liegt All­ariz. Sie gilt als schöns­te Klein­stadt Gali­ci­ens im Nord­wes­ten Spa­ni­ens, befin­det sich in der Nähe von Ouren­se an der spa­nisch-por­tu­gie­si­schen Gren­ze. Sie ist es wert, auf der Rad­wan­de­rung auf­grund ihrer male­ri­schen Gas­sen und der schö­nen Lage am Fluss besucht zu wer­den. Die Gas­sen sind mit Kopf­stein gepflas­tert. In klei­nen Geschäf­ten kön­nen Tou­ris­ten nach Geschen­ken stöbern. 

Als der Rei­sen­de hier eini­ge Jah­re zuvor auf einer Pres­se­rei­se abends her­um­schlen­der­te, fand gera­de ein Tanz auf dem Dorf­platz statt. Eine Kapel­le spiel­te. Ein Mädel war so gut i n Stim­mung, dass sie ihn zum Tanz auf­for­der­te. Lei­der ent­täusch­te er sie, da er nicht gera­de gut tanzt. Zum Schwo­fen hät­te es viel­leicht gelangt. Und er trug die fal­schen Schu­he. Dar­an und an ihre trau­ri­gen Gesichts­zü­ge erin­ner­te sich der Jakobs­pil­ger jetzt wieder.

Kein Tanz in Allariz, schönste Kleinstadt Galiciens

Da die Dame heu­te nicht wie­der auf­tauch­te, ver­brach­te der Rei­sen­de den Abend in einem klei­nen Restau­rant mit wohl schme­cken­den Spei­sen. Eine Stär­kung war ihm will­kom­men. Denn von nun an führ­te die Stre­cke in die Ber­ge. Der Ther­mal­ort Ouren­se liegt mit nur 23 Kilo­me­tern bereits hin­ter ihm, der mit All­ariz über die alte Pil­ger­rou­te “Via de la pla­ta” ver­bun­den ist, die eins­ti­ge römi­sche Ver­kehrs­stra­ße. Sie heißt übri­gens nicht “Sil­ber­weg” (pla­ta = Sil­ber), son­dern gepflas­ter­ter Weg, was aus dem Ara­bi­schen abge­lei­tet ist. Der Pil­ger­weg führt ab Sevil­la im Süden in den Nord­wes­ten Spa­ni­ens. Mehr dazu folgt im Rad­rei­se­füh­rer über Galicien.

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Dem Himmel wieder nah

Dem Him­mel wie­der nah auf dem Jakobs­weg: Nach rela­tiv fla­chen Etap­pen an der Küs­te der ver­gan­ge­nen Tage wird es ab heu­te wie­der ernst. Sant­ia­go de Com­pos­te­la in Gali­ci­en muss der Jakobs­pil­ger sich nun auf dem Cami­no del Nor­te erarbeiten. 

Die Küs­ten­stadt Riba­deo hat er heu­te Mit­tag ver­las­sen. Die­se Stadt bie­tet nicht so viel. Umso grö­ßer ist die Freu­de nun wie­der in hüge­li­ge­res Gebiet zu kom­men. Daher befin­det er sich hier auch wie­der näher am Him­mel. Bereits kurz hin­ter Riba­deo geht es leicht aufwärts. 

In einem klei­nen Dorf weni­ge KiIo­me­ter von der Stadt ent­fernt liegt eine Her­ber­ge, vor der er die ers­ten Pil­ger seit Fis­ter­ra trifft. Die bei­den kom­men aus Deutsch­land und ruhen sich auf einer Bank aus. Eine Fla­sche Wein steht mit­tags um zwei Uhr vor ihnen. Ein schö­ner Aus­tausch über Erfah­run­gen auf dem Jakobs­weg folgt. Die bei­den Män­ner lau­fen nicht die kom­plet­te Stre­cke. Sie set­zen sie für eini­ge Tage ein­fach dort fort, wo sie vor einem oder meh­re­ren Jah­ren auf­ge­hört haben. Sie ver­fah­ren aller­dings wie vie­le Pil­ger, dass sie mor­gens, solan­ge es noch kühl ist, früh auf­bre­chen. Denn so besteht eine gute Chan­ce, die nächs­te Her­ber­ge vor allen ande­ren zu errei­chen und sich einen Platz zur Über­nach­tung zu sichern. Daher ist der Rad­pil­ger oft der letz­te, der die Her­ber­ge verlässt.

Schön trin­ken muss er sich die Land­schaft aber nicht wie die bei­den. Der Rei­sen­de fühlt sich hier wie im Schwarz­wald. Die Hügel ent­spre­chen denen eines Mit­tel­ge­bir­ges. Sie sind über­wie­gend mit Nadel­ge­höl­zen bewach­sen. Daher ist die Gegend ein­fach nur schön. Nur wäre die Pal­me oben auf dem Foto an einem Brun­nen selbst im Süden Deutsch­lands fehl am Platz.

Erster Sturz, obwohl dem Himmel wieder nah

Am Nach­mit­tag baut der Rad­ler sei­nen ers­ten Unfall auf der Rund­rei­se durch den Nord­wes­ten der Ibe­ri­schen Halb­in­sel. Als er mal auf der Via de la pla­ta von Sala­man­ca nach Sant­ia­go unter­wegs war, zeig­te ihm Dom­in­go aus Mála­ga, wie er schwie­ri­ge Stei­gun­gen mit Schlei­fen nimmt. Dom­in­go war ein Rad­künst­ler: Der rap­pel­dür­re Mann war dem Rei­sen­den auf­ge­fal­len, weil er auf dem Haupt­platz Sala­man­cas rück­wärts mit dem Rad fuhr. Das kur­vi­ge Fah­ren über­nahm er fort­an. Meis­tens ging es gut. Heu­te aber geht es wie­der mal schief und er stürzt. Dank des Gepäcks gehen sol­che Stür­ze aller­dings glimpf­lich aus. Die Pack­ta­schen an den Sei­ten fan­gen sie gut auf. Dem Him­mel wie­der nah auf dem Jakobs­weg? Zum Glück dies­mal nicht!

Französische Pilger mit einer Zentnerlast auf den Rücken

Am spä­ten Nach­mit­tag bezieht er wie­der ein “Refu­gio de pere­gri­no”. Vor ihm ist schon eine Fran­zö­sin ein­ge­zo­gen. Er freut sich schon auf einen ver­gnüg­li­chen Abend. Doch die Freu­de ver­fliegt schnell. Er hört Stim­men einer sich nähern­den Grup­pe. Es sind wei­te­re Fran­zo­sen im Stu­den­ten­al­ter, von denen die Jungs schwer bepackt sind. Einer von ihnen trägt sogar ein Tipi auf dem Rücken. Die Freu­de ist schnell wie­der vor­han­den. Unglaub­lich! Sie scher­zen aber über sich selbst, dass sie durchs schwe­re Gepäck so lang­sam sind. Etap­pen wie man­cher Kampf­wan­de­rer mit 30 oder mehr Kilo­me­tern schaff­ten sie nicht. Es sei­en stets nur weni­ge Kilo­me­ter. “Probier’s mal mit Gemüt­lich­keit” sang schon der Bär Balu in Rudyard Kiplings Dschun­gel­buch. Und die Jungs und Mädels sind inter­na­tio­nal gut auf­ge­stellt, spre­chen flie­ßend Eng­lisch und Spa­nisch. Euro­pa wächst zusammen!

Der Rei­sen­de ahnt noch nicht, dass er mor­gen einen sehr schö­nen Tag mit ihnen auf dem Weg nach Mon­do­ñe­do ver­brin­gen wird. Das zwei­te Jeru­sa­lem ist nur noch 180 Kilo­me­ter ent­fernt. Dem Him­mel wie­der nah auf dem Jakobs­weg, erst recht bei sol­chen Begegnungen.

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Offenes Meer an der Praia das Furnas

Offe­nes Meer an der Pra­ia das Fur­nas: Nach einem traum­haf­ten Schlaf im Zelt sieht der Rei­sen­de erst­mals das offe­ne Meer an der gali­cis­chen Küs­te. Das Meer rausch­te. Es ver­senk­te ihn auf der Rad­wan­de­rung durch Gali­ci­en ab elf Uhr abends in einen tie­fen Schlaf bis 10 Uhr mor­gens. Davor sah er nur Fjor­de ent­lang so eini­ger vie­le Kilo­me­ter lan­gen Buchten. 

Den tie­fen Schlaf hat­te er zuvor gar nicht erwar­tet. Denn hier camp­te er wild, weil es hier auch erlaubt war. Neben dem Zelt­platz lag das Surf­house As Fur­nas. Dort hät­te er lie­ber sein Zelt auf­ge­schla­gen, um sich etwas siche­rer zu füh­len. Denn da es spät am Abend war, konn­te er sich nicht vor­ab ein Bild der Bewoh­ner machen. Doch der Inha­ber woll­te den vol­len Preis für eine Über­nach­tung. Das sah der Pil­ger nicht ein. Dies ist eine unge­wöhn­li­che Hal­tung für die an sich gast­freund­li­che Regi­on. Wahr­schein­lich litt der Betrei­ber an chro­ni­schem Geld­man­gel. Denn vie­le Gäs­te waren nicht zu sehen. Da war an ande­ren Strän­den wesent­lich mehr Betrieb.

Bald ist die Costa da morte erreicht

Das Ende der Welt — Finis­terre — ist nicht mehr weit ent­fernt. Finis­terre gilt sogar als wich­ti­ge­res Ziel als Sant­ia­go de Com­pos­te­la selbst. War­um das so ist, bekommt er dort bestimmt noch her­aus. Ab Mal­pi­ca beginnt die berühmt-berüch­tig­te Cos­ta da mor­te, die Todes­küs­te. Heu­te ist sie durch die Nähe zum Was­ser ein belieb­tes Wan­der­ge­biet. Sie erstreckt sich bis zur Hafen­stadt A Coru­ña. Vie­le Schif­fe gin­gen auf der hohen See unter. Unzäh­lig ist die Zahl der gestor­be­nen See­leu­te. Davon zeu­gen bereits ent­lang der Etap­pen hier und da Denk­mä­ler für die ertrun­ke­nen Fischer. Kein Wun­der: Denn ab dort gibt es kei­ne tief ein­ge­schnit­te­nen Buch­ten mehr. Die­se kön­nen die Macht des Mee­res brem­sen. Offe­nes Meer an der Pra­ia das Fur­nas. Dort gilt das nicht mehr. Für heu­te Abend ist Por­to do Son das Ziel.

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Ponte Internacional Valença-Tui am Minho

So ganz abge­wi­chen wie gedacht, ist der Rei­sen­de vor­ges­tern doch nicht. Er geriet auf die Küs­ten­stre­cke des Camin­ho de Sant­ia­go. Heu­te hat er Cer­vei­ro ver­las­sen und folgt einem wun­der­ba­ren Fluss­rad­weg nach Valen­ça. Dort liegt die Gren­ze. Der Rio Min­ho und die Brü­cke Pon­te Inter­na­cio­nal Valen­ça-Tui ver­bin­den bei­de Grenzen.

Als die Brü­cke dort — Pon­te Inter­na­cio­nal Valen­ça-Tui — errich­tet wer­den soll­te, bewarb sich auch der berühm­te Archi­tekt Gust­ave Eif­fel 1881 mit einem Plan um die Aus­füh­rung. Die por­tu­gie­sisch-spa­ni­sche Kom­mis­si­on ent­schied sich für den Ent­wurf des Archi­tek­ten Pelayo Mance­bo y Ágre­da. Auf der ande­ren Sei­te liegt Tui. Der Rad­weg bis dort­hin ist flach und schat­tig. Er bie­tet einen tol­len Blick auf die Ber­ge. Die Län­ge beträgt etwa 18 Kilo­me­ter. Auch vie­le Möwen sor­gen hier mit ihren Rufen für Leben.

Besichtigung Valenças

Eine Besich­ti­gung Valen­ças lohnt sich, das der Rei­sen­de bis dahin noch nicht kann­te. Nur dem Namen nach: Als er den Flug­ha­fen in Por­to ver­ließ, unter­hielt er sich mit einer hüb­schen blon­den deut­schen Tou­ris­tin, um zu erfah­ren, wo es die­se wohl hin­zog. Zu sei­nem Erstau­nen woll­te sie nicht Por­to besich­ti­gen, son­dern mit dem Bus direkt nach Valen­ça fahren.

Und jetzt nach eini­gen Tagen auf dem Jakobs­weg mit dem Rad ist er selbst hier. Doch die Tou­ris­tin ist längst über alle Ber­ge. Er nimmt sich ein Zim­mer in einem Hotel in der Neu­stadt, direkt vor der impo­san­ten von einer Mau­er kom­plett umge­be­nen Fes­tungs­stadt. An der Rezep­ti­on wer­den sie ihn heu­te und mor­gen immer per­sön­lich mit “Bom dia, sen­hor Ben­ning” oder “Boa tar­de, sen­hor Ben­ning” grü­ßen. Die haben es drauf.

Valen­ça ist wesent­lich grö­ßer als Almei­da im Cen­tro de Por­tu­gal, obwohl sie nicht ein­mal 3500 Ein­woh­ner auf­weist. In Almei­da leben nicht ein­mal 1500. So dünn besie­delt ist es außer­halb der gro­ßen Städ­te. Wahr­schein­lich hängt der Ein­druck an der gro­ßen Zahl der Tou­ris­ten, von denen vie­le aus Spa­ni­en kom­men. Auf sie war­ten vie­le Restau­rants und Sou­ve­nir­lä­den in den Gas­sen. In denen bebt das Leben. Wer die Pon­te Inter­na­cio­nal Valen­ça-Tui am Min­ho über­schrei­tet, gelangt ins wesent­lich ruhi­ge­re Tui.

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Steiniger Jakobsweg um Bandeira

Stei­ni­ger Jakobs­weg um Band­ei­ra: So sieht der Camin­ho de Sant­ia­go von Por­to nach Sant­ia­go öfter aus. Mit Gepäck muss der Rei­sen­de dann oft schie­ben. Er kennt aber immer­hin fünf Freun­de in Bonn und in Müns­ter, die auch nicht auf­gä­ben. Ste­phan, zwei Chris­ti­ans, Hol­ger und Ulf.

Die Stre­cke heu­te ist deut­lich die anstren­gends­te. Dabei ist er die letz­ten fünf Kilo­me­ter par­al­lel zum Wan­der­weg auf der Land­stra­ße gera­delt. Dar­un­ter for­der­ten ihn auch neun Pro­zent Stei­gung her­aus. Der Pil­ger­weg selbst ist ab Band­ei­ra nur für Moun­tain­bi­ker ohne Gepäck zu bewäl­ti­gen. Das Rad müs­se stre­cken­wei­se auf den Schul­tern getra­gen wer­den, mun­kelt man. Der Anfang der Stre­cke hat unter Regen so stark gelit­ten, dass ein Stück abge­rutscht ist. Er ist jetzt gesperrt.

Das Erklim­men des Berg­gip­fels gegen Ende des Trips war hef­tig. Jetzt ruht er im Berg­dorf Rubiães. Die­ses ist abends deut­lich küh­ler als Pon­te de Lima im Tal. Die Wir­tin woll­te ihn gleich dazu nöti­gen, mit einem Shut­tle zu einem nahen Restau­rant zu fah­ren. Es tut ihm schreck­lich leid, dass ihr nun 10 % Pro­vi­si­on ent­ge­hen. Und sie woll­te nicht, dass er sein Rad direkt vor dem Zim­mer abstellt. Dabei liegt es eben­erdig im Hof. 

Es ist das ers­te und ein­zi­ge Mal auf der gesam­ten Tour, dass dem Rei­sen­den jemand so komisch kommt. Er setz­te sich trotz­dem gegen sie durch. Sicher­heit fürs Rad geht vor. Er ist schließ­lich auf das Fahr­zeug ange­wie­sen. Am nächs­ten Mor­gen hat sie sich wie­der beru­higt und ser­viert ein gutes Früh­stück. Wer weiß, was die Frau am Vor­tag plagte.

Der Blick vom Bal­kon ist ganz okay. Oder? Stei­ni­ger Jakobs­weg um Band­ei­ra, die Mühe hat sich gelohnt. Ein Pil­ger­weg ohne Lei­den wäre auch kein Pilgerweg.

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