Jetzt im TV: Weser und Rio Tejo

Rio Tejo Foto: Car­los San­tos pexels

Jetzt im TV: Weser und Rio Tejo. Aktu­ell ver­sorgt Durch­strei­fen & Erle­ben Abon­nen­ten mög­lichst regel­mä­ßig mit TV-Dokus über Kul­tur und Rei­se. Im Zen­trum ste­hen belieb­te Zie­le in Euro­pa, die jetzt im Fern­se­hen lau­fen. Deutsch­land, Däne­mark, Frank­reich, Nor­we­gen, Öster­reich, Schwe­den und Spa­ni­en sind vertreten.

Radroute auf dem französischen Jakobsweg

Wie in den Vor­wo­chen sind über­wie­gend deut­sche Zie­le im Pro­gramm ver­tre­ten. Erleb­nis­se in der Natur ste­hen im Vor­der­grund. Dem Rei­sen­den noch unbe­kannt ist der Bei­trag über die Fran­che-Com­té und das Jura in Frank­reich. In die­se Regi­on begab er sich auf sei­ner ers­ten Rad­rei­se quer durch Frank­reich, als das Ziel Sant­ia­go de Com­pos­te­la hieß. Er hat­te sich zuvor eine Rou­te zurecht­ge­legt, die unge­fähr dem fran­zö­si­schen Jakobs­weg ent­sprach. Die berühm­ten Kathe­dra­len bil­de­te wich­ti­ge Wege­punk­te. Von Kon­stanz aus radel­te er mit Zelt und Schlaf­sack bela­den nach Bel­fort und Besan­çon. Es war anfangs eine har­te Rou­te. Denn stän­dig ging es auf und ab in der hüge­li­gen Land­schaft. Lan­ge Berg­pfa­de erklimmt er lie­ber, denn dann kommt er in einen guten Rhythmus. 

Außer­dem hat er auf lan­gen Anstie­gen im Hoch­ge­bir­ge als Foto­graf den Vor­teil, über­all für gute Bil­der stop­pen zu kön­nen, schnell auf wech­seln­des Licht reagie­ren zu kön­nen. Auto­fah­rer kön­nen bei den engen Stra­ßen nur auf Park­plät­zen ste­hen­blei­ben und müs­sen lau­fen. Dun­kel erin­nert er sich auch an sei­ne ers­te Über­nach­tung auf einem fran­zö­si­schen Cam­ping­platz am Fluss Doubs. Er fand es idyl­lisch. Der Fluss rausch­te. Auf dem nächs­ten Cam­ping­platz lern­te er Ger­hard ken­nen, der auch auf dem Rad unter­wegs war. Bis Biar­ritz ging es über Dijon und La Rochel­le zusam­men wei­ter. So war es nicht so ein­sam. Kum­pel Chris­toph Schnie­ders stieß bei Dijon auch dazu.

Metternich verhinderte Europa als französische Kolonie

Neu­gie­rig macht auch der Bei­trag über die Bezie­hung Napo­le­ons und Met­ter­nichs. Zuletzt beschäf­tig­te sich der Rei­sen­de damit im Leis­tungs­kurs Geschich­te. Frank­reich tut sich schwer, die eige­ne Geschich­te und Rol­le bei gro­ßen Kon­flik­ten auf­zu­ar­bei­ten. Aber es tut sich offen­bar viel auf höchs­ter poli­ti­scher Ebe­ne. Staats­prä­si­dent Macron wür­dig­teim Mai 2021 im Insti­tut de France in Paris Napo­le­on als gro­ßen Staats­mann. Er ver­wies aber auch auf die Mil­lio­nen von Toten bei des­sen Feldzügen. 

“Napo­le­on hat sich bei sei­nen Erobe­run­gen nie um mensch­li­che Ver­lus­te geküm­mert”, sag­te Macron in einer Gedenk­re­de. Die heu­ti­ge Poli­tik stel­le dage­gen “das mensch­li­che Leben über alles”, beton­te er. Zwei Jahr­hun­der­te nach Napo­le­ons Tod sei kein Platz für “exal­tier­te Fei­er­lich­kei­ten”, son­dern für “auf­ge­klär­tes Geden­ken”, sag­te Macron wei­ter. Unbe­strit­ten sei, dass Frank­reich Napo­le­on wich­ti­ge Grund­la­gen wie das Zivil­ge­setz­buch Code Civil ver­dan­ke. Die Wie­der­ein­füh­rung der Skla­ve­rei in Frank­reich unter Napo­le­on sei dage­gen ein “Feh­ler” und “Ver­rat am Geist der Auf­klä­rung” gewesen.

Viel Spaß beim Zuschau­en via “Jetzt im TV: Weser und Rio Tejo”.


SaSoDiDoFr
Deutsch­land

Pfäl­zer­wald, SWR, 20.15 Uhr
Erleb­nis Hes­sen. Ein Floß für die Weser, HR, 16.30 UhrWeser­rad­weg. Von Hann. Mün­den nach Nien­burg, NDR. 20.15 Uhr
Däne­mark
Wil­des Däne­mark, arte, 17.50 Uhr

Frank­reichFran­che-Com­té und Jura, HR, 21.45 UhrNapo­le­on-Met­ter­nich, arte, 20.15 Uhr


Nor­we­gen
Wun­der­sa­mes Nor­we­gen, arte, 16.00 Uhr

Öster­reichDie schöns­ten Gär­ten Öster­reichs, 3sat, 15.05 Uhr

Kärn­ten. Da will ich hin. SWR, 17.00 Uhr

Das stei­ri­sche Enns­tal, 3sat, 14.45 Uhr

Por­tu­galDie Muschel­samm­ler vom Tejo, arte, 19.40 Uhr
Schwe­den

Auf dem Was­ser durch Schwe­dens Seen­land, phoe­nix, 20.15 Uhr
Spa­ni­enMal­lor­ca vom Was­ser aus, WDR, 20.15 UhrKana­ri­sche Inseln, SWR, 10.15 Uhr
La Gome­ra, SWR, 10.15 Uhr
TV-Tipps Rei­se und Kultur
likeheartlaugh­terwowsadangry
0

Jetzt im TV: Naturparks in Europa

Jetzt im TV: Natur­parks in Euro­pa. Aktu­ell ver­sorgt der Rei­sen­de euch mög­lichst regel­mä­ßig mit TV-Dokus über Kul­tur und Rei­se. Im Zen­trum ste­hen belieb­te Zie­le in Euro­pa, die jetzt im Fern­se­hen lau­fen. Dies­mal sind nach der Mas­se an Dokus in der ver­gan­ge­nen Woche nur Deutsch­land, Por­tu­gal und Öster­reich ver­tre­ten. Am meis­ten erfah­ren die Zuschau­er dies­mal über Desti­na­tio­nen in Deutsch­land. Das liegt wohl an Coro­na man­gels Rei­se­mög­lich­kei­ten liegt.

Emp­feh­len kann der Rei­sen­de einen Film über Natur­parks in Por­tu­gal. Er sah ihn bereits. Die Ser­ra da Est­re­la kennt er gut, da er dort mehr­fach recher­chier­te, einen Rei­se­füh­rer dar­über ver­fass­te. Die Regi­on liegt im Cen­tro de Por­tu­gal. Sie besticht durch hohe Ber­ge und Juwe­len-Dör­fer. Und sie ist gut mit dem Rad zu berei­sen. Denn die Stre­cken sind auf der von zu emp­feh­len­den Rund­stre­cke nicht steil. Zwei Wochen kannst Du die Regi­on ohne Mus­kel­ka­ter erkunden.

Naturpark Peneda-Gerês

Gera­de schau­te der Rei­sen­de nach, wo der Natur­park Pene­da-Gerês liegt. Dabei stell­te er fest, dass er schon nah dran war, als er von Sant­ia­go de Com­pos­te­la über All­ariz nach Alber­gue­ria fuhr. Daher kann er sich auch vor­stel­len, wie es dort aus­sieht. Es ist ber­gig. Er kur­bel­te auf Ser­pen­ti­nen stun­den­lang berg­auf und ‑ab, genoss Aus­bli­cke, Adler und Gei­er und Cafés in Dör­fern. Eine in einer hoch gele­ge­nen Sied­lung ober­halb eines Stau­sees leben­de alte Frau stöhn­te „Mein Gott“, als sie den Rad­ler her­auf­kom­men sah. Wahr­schein­lich mal­te sie sich des­sen Lei­den aus. Aber da es auch lan­ge Täler gibt, konn­te er sich immer wie­der mal aus­ru­hen. Außer­dem ver­brennt er immer ordent­lich Kalo­rien. Neu­lich radel­te er 123 Kilo­me­ter auf einer der schöns­ten Rad­stre­cken von Müns­ter nach Wett­rin­gen und wie­der zurück: 2760 Kalo­rien. Viel muss­te er bei der Por­tu­gal-Tour also nicht heraufschleppen.

Außer ihm radel­ten auch zwei Mädels mit Zelt durchs Dorf. Sonst schei­nen fast nur Pil­ger auf dem Jakobs­weg durch­zu­kom­men. Daher hielt mich die Frau wohl für etwas Beson­de­res. Ich reagier­te spä­ter ähn­lich ent­setzt, als ich Spu­ren der Ver­wüs­tung durch Bau­ar­bei­ten ent­lang der Ser­pen­ti­nen sah. Ein Tun­nel wur­de ver­brei­tert, um eine Schnell-Ver­bin­dung für Züge von A Coru­ña nach Madrid her­zu­stel­len. Ein Jäger ver­si­cher­te dem deut­schen Bike­pa­cker, dass die­se Spu­ren bald wie­der besei­tigt würden.

Eifel auch Thema

Sonst gibt es im Fern­se­hen viel über die Eifel zu sehen. Da vor den Toren Bonns, wor­über auch eine Doku läuft, wan­de­re ich dort oft mit Freun­den. Beson­ders Kur­gäs­te wis­sen die Gegend zu schät­zen, da es zum Bei­spiel gesun­des Ther­mal­was­ser in Bad Neu­en­ahr gibt. Neu­lich las ich, dass aktu­ell in der Gegend um Hel­len­thal Nar­zis­sen blüh­ten. Vie­le Gebie­te wür­den gelb leuch­ten. Ich ken­ne das nur vom Gins­ter, der ab dem Som­mer blüht. Emp­feh­lens­wert ist auch eine Wan­de­rung bei Maria Laach. Denn dort spru­delt Koh­len­säu­re an die Ober­flä­che eines Sees. Die Gegend steckt vol­ler Maa­re. Vul­ka­ne sind sogar aktiv, wenn auch nur schwach. 

Es gibt also auch in Coro­na-Zei­ten viel in der eige­nen Gegend zu ent­de­cken, wenn Du so mutig bist, alte Wege zu ver­las­sen und neue zu beschrei­ten. Und nun zu: Jetzt im TV: Natur­parks in Europa.


SoMoDiFr
Deutsch­landEifel – Die schöns­ten Bade­seen und Tal­sper­ren, WDR, 15.00 Uhr

Wil­de Eifel – Grü­nes Herz im Wes­ten, WDR, 15.15 Uhr

Wan­de­run­gen von der Mosel bis an den Rhein, SWR, 15.45 Uhr
Von der Elbe bis zur Ems, NDR, 20.15 UhrBoom­town Bonn, Neu­er Glanz in alter Haupt­stadt, Phoe­nix, 17.15 UhrDas grü­ne Herz West­fa­lens, ein Wald im Wan­del, WDR, 20.15 Uhr

Wat­ten­meer, Klei­ne Inseln, gro­ße Chan­cen, NDR, 20.15 Uhr
Öster­reich
Alpen­ju­we­len – Zu Fuß von der Zug­spit­ze nach Bozen, SWR, 15.45 Uhr

Por­tu­gal
Natur­parks in Por­tu­gal, Pene­da-Gerês, Ser­ra da Est­re­la, arte, 17.50 Uhr

Natur­parks in Por­tu­gal, Madei­ra, arte 18.30 Uhr

Natur­parks in Por­tu­gal, Rio For­mo­sa, arte, 17.50 Uhr

TV-Dokus Rei­se und Kultur
likeheartlaugh­terwowsadangry
0

Flussflair am Emsradweg

Fluss­flair am Ems­rad­weg: Emden — das ers­te Etap­pen­ziel der Rad­rei­se im Weser-Ems-Gebiet liegt nun in Reich­wei­te. Gleich wird der Rei­sen­de auf die klei­ne Ems­fäh­re rol­len. Der Ems­rad­weg endet nun.

Bis­her hat ihm die Tour sehr gut gefal­len. Eine Woche durch­streift und erlebt er die Regi­on schon. In Gre­ven stieg er in den Rad­weg ein und sah die Ems nur hin und wie­der. Denn die Stre­cke führt nicht immer an ihr ent­lang. Auch die ers­ten Städ­te sind nicht immer an sie ange­bun­den. So ent­wi­ckelt sich bis Rhei­ne kein rich­ti­ges Flair, indem zum Bei­spiel Brü­cken übers Was­ser füh­ren, dort Bade­plät­ze lie­gen oder Men­schen angeln.

Stromschnellen und Herrenhäuser

Ab Rhei­ne ändert sich das. Die Ems teilt die Stadt in zwei Hälf­ten. Eine schö­ne Brü­cke ver­bin­det bei­de mit­ein­an­der in der Innen­stadt. Hier ent­wi­ckeln sich sogar Strom­schnel­len, die das bis­her gemäch­lich strö­men­den Gewäs­ser rasant erschei­nen las­sen. Sehens­wür­dig­kei­ten wie Klos­ter Bent­la­ge schmie­gen sich an den Fluss. Der hin und wie­der auch san­di­ge Weg führt durch Wäl­der und Fel­der. Am Weges­rand fin­den sich Infor­ma­tio­nen über Fau­na und Flo­ra, was zum Fluss­flair am Ems­rad­weg beiträgt.

Bis über Meppen hin­aus fin­den sich ver­ein­zelt impo­san­te Her­ren­häu­ser und Wind­müh­len. Vor Ort traf der Rei­sen­de Eigen­tü­mer oder Restau­ra­to­ren, die ger­ne zu Gesprä­chen über die Gebäu­de bereit waren. Wie etwa ehren­amt­li­che Mit­ar­bei­ter der offen­bar sehr emsig arbei­ten­den Hei­mat­ver­ei­ne wie vor einer Wind­müh­le zwi­schen Papen­burg und Leer oder im Torf­moor-Muse­um in Papen­burg selbst. Oder vor dem schö­nen von Johann Con­rad Schlaun geplan­ten Schloss Herz­feld vor Lin­gen und vor dem alten Rat­haus auf dem Lin­ge­ner Markt­platz. Dort küm­mert sich Hans-Die­ter Tho­mas Herr seit über 50 Jah­ren um das Glo­cken­spiel. Dies läu­te­te auch am Markt­tag, als sich der Rei­sen­de dort aufhielt.

Glockenspiel trägt zum Flussflair am Emsradweg bei

Er erstellt Noten­bän­der, so dass Glo­cken­spie­le auto­ma­ti­siert Melo­dien abspie­len kön­nen. So erklin­gen Melo­dien des Kom­po­nis­ten wie “Üb immer Treu und Red­lich­keit” oder “Ode an die Freu­de” nicht nur in Lin­gen, son­dern auch in Arns­berg, Ber­lin, Braun­la­ge, Bre­men, Bri­lon, Ham­burg, Lübeck und Ulm. Da Glo­cken­spie­le musi­ka­lisch ein­ge­schränkt sind, muss Tho­mas die Stü­cke ver­ein­fa­chen. Allei­ne für das seit 1952 bestehen­de Glo­cken­spiel in Lin­gen ver­fass­te er 800 Noten­sät­ze. Zunächst hat­te das Glo­cken­spiel zwölf, heu­te 20 Glo­cken. Frü­her sorg­te eine Mecha­nik mit einer geloch­ten Ton­rol­le für Musik. Heu­te läuft sie digi­tal ab.

Das Glo­cken­spiel habe er sich selbst bei­gebracht. Die Grund­la­ge dafür lie­fer­te sei­ne Lei­den­schaft für die Orgel. Die Umstel­lung dar­auf sei ihm leicht­ge­fal­len. Denn er beherr­sche die Ton- und Har­mo­nie­leh­re. Zahl­rei­chen Schü­ler in Lin­gen brach­te er die­se bei. Denn er arbei­te­te als Musik­leh­rer am hie­si­gen Gymnasium.

Es fällt auch auf, dass die Men­schen hier sofort ste­hen blei­ben und sich Zeit neh­men, um etwas über ihre Stadt zu erzäh­len oder Tipps zu geben. Fern­rad­ler sind hier wohl gern gese­hen. Ech­tes Fluss­flair am Emsradweg.

Grillen auf dem Campingplatz

Ges­tern Abend luden den Rei­sen­den auf dem Cam­ping­platz Gro­ßes Meer hin­ter Emden Bian­ca und Andre­as, Eltern eines Zwei­jäh­ri­gen, zum Gril­len ein. Natür­lich mit Coro­na-Abstand. Sie stamm­ten aus der Umge­bung von Aurich und woll­ten nur aus­pro­bie­ren, wie der Klei­ne auf die Über­nach­tung im Zelt reagiert.

Bis­her hat dem Rei­sen­den die Tour sehr gut gefal­len. Eine Woche durch­strei­fe und erlebt er die Regi­on schon. In Gre­ven stieg er in den Rad­weg ein und sah die Ems erst ein­mal nur hin und wie­der. Denn die Stre­cke führt nicht immer an ihr ent­lang. Auch die ers­ten Städ­te sind nicht immer an sie ange­bun­den. So ent­wi­ckelt sich bis Rhei­ne kein rich­ti­ges Flair, indem zum Bei­spiel Brü­cken übers Was­ser füh­ren, dort Bade­plät­ze lie­gen oder Men­schen angeln.

Bis Nor­den ist er heu­te gekom­men. Nach wie vor erfreut er sich an einer schö­nen Tour. Beein­druckt hat ihn heu­te die Welt der Vögel am Natio­nal­park Wat­ten­meer. Gän­se flo­gen über ihn her. Jede Men­ge Aus­tern­fi­scher hiel­ten sich direkt vor ihm auf einer Land­zun­ge am Strand auf. Sie flo­gen aller­dings hoch, als er für ein Foto stop­pen woll­te. Scheue Vögel, ein gutes Zei­chen, dass der Mensch ihnen noch nicht zu nahe getre­ten ist. 

likeheartlaugh­terwowsadangry
0

Emsland ist Mühlenland

Ems­land ist Müh­len­land: Gera­de radelt der Rei­sen­de durchs Ems­land, um neue The­men zu fin­den. Geplant ist ein Rad- und Kul­tur­rei­se­füh­rer übers Weser-Ems-Gebiet. Dies lohnt sich. Denn es fin­den sich immer wie­der inter­es­san­te Zie­le auf einer Gesamt­stre­cke von über 2000 Kilo­me­tern. Gestar­tet ist er in Müns­ter, weil das ers­te nahe Zwi­schen­ziel Gre­ven ist, das an der Ems liegt. Es sind nur 13 Kilo­me­ter. Müns­ter in West­fa­len emp­fiehlt sich als Aus­gangs­punkt. Denn die Stadt ist sehr gut ans Bahn­netz ange­schlos­sen. Zudem ist sie eine der schöns­ten Städ­te Deutsch­lands, da die his­to­ri­sche Innen­stadt nach ver­hee­ren­den Bom­ben­an­grif­fen im Zwei­ten Welt­krieg wie­der­auf­ge­baut wur­de. Eine Besich­ti­gung der Stadt der Skulp­tu­ren kann Durch­strei­fen & Erle­ben jedem nur ans Herz legen.

Gre­ven kann­te der Rei­sen­de bis­her nur von Fahr­ten sei­nes Clubs zum Tisch­ten­nis­ver­ein SC Gre­ven 09. Dort brach­te er es fer­tig, als Jugend­li­cher in einer eis­kal­ten Hal­le einen Satz mit 0:21 zu ver­lie­ren. Sein Kreis­lauf kam ein­fach nicht in Schwung. Und am Franz-Felix-See angel­te er oft mit sei­nem Vater. Daher war er neu­gie­rig, was ihn jetzt Jah­re spä­ter als Tou­rist beim Radeln im Müns­ter­land erwar­te­te. Urlaub vom Hei­mat­ort aus bie­tet auf jeden Fall einen Vor­teil. Er fühlt sich fort­an immer wie im Urlaub, wenn er mit dem Rad in umlie­gen­de Nah­erho­lungs­ge­bie­te fährt.

Rheines rauschende Wasser

Von Gre­ven führ­te die Stre­cke über Ems­det­ten nach Rhei­ne, eine Stadt, die ihn am meis­ten im Umkreis Müns­ters über­rasch­te. Bis dahin war dem Rei­sen­den der Ort als grau­er Bun­des­wehr­stand­ort bekannt. Daher zog ihn nichts wirk­lich hin. Doch die Lage an der Ems ist phan­tas­tisch mit einer Mischung aus alten und neu­en Gebäu­den. Bewe­gung ist vor allem rund um eine Fuß­gän­ger­brü­cke vor­han­den, die das Zen­trum mit den Vor­or­ten ver­bin­det. Von Cafés und Bän­ken aus kann man dem rau­schen­den Was­ser zuse­hen und dann gemüt­lich durch Wald rund ums Klos­ter Bent­la­ge fah­ren. Bei Ein­hei­mi­schen sind die Forst­we­ge und das Klos­ter­ge­län­de auch zum Jog­gen beliebt. Dort brach­ten zum Bei­spiel Eltern ihren Kin­dern nicht nur das Lau­fen, son­dern auch pas­sen­de Gym­nas­tik­übun­gen bei. Abends über­nach­te­te der Rei­sen­de in Satz­ber­gen auf einem Cam­ping­platz. Die nächs­te Nacht ver­brach­te er in Ems­bü­ren, wo schö­ne alte Muse­ums­schif­fe auf dem Was­ser liegen.

Mühlenland beginnt bei Saerbeck

Nun schon eini­ge Tage unter­wegs stellt der Rei­sen­de fest, dass der Nord­wes­ten Deutsch­lands nicht nur ein Fluss­land ist. Also: Das Ems­land ist Müh­len­land. Gera­de ras­tet er an einer mit Schin­deln gedeck­ten Müh­le in Hil­ter zwi­schen Meppen und Papen­burg. Sie liegt auf einem für die Gegend erstaun­lich hohen Hügel, auf dem er eine Pau­se mit Kaf­fee und Kuchen ver­brin­gen woll­te. Aber die Gast­wirt­schaft hat nur sonn­tags geöff­net. In Ober­lan­gen, also nur neun Kilo­me­ter ent­fernt, stand einst die Wil­hol­ter Müh­le auf dem Hof Raming-Free­sen. Die Bock­wind­müh­le war 1748 das höchs­te Gebäu­de in der Gemein­de. 200 Jah­re mahl­te der Mül­ler das Getrei­de mit ihr, bis sie in den Müh­len­hof nach Müns­ter zog. Der Müh­len­hof-Bau­mees­ter Theo Brei­der erkann­te damals ihren Wert für das am Aasee lie­gen­de Aus­stel­lungs­ge­län­de, wo sie heu­te das wich­tigs­te Gebäue ist. Der dama­li­ge Bau­er brauch­te die Müh­le nicht mehr. Daher wur­de sie in den 1960er Jah­ren abgebaut.

So muss er auch sei­ne Tage­buch­auf­zeich­nun­gen auf den nächs­ten Mor­gen ver­schie­ben. Mor­gens setzt er sich ger­ne vor ein Café und macht bei inspi­rie­ren­der Atmo­sphä­re Noti­zen. Erfreu­lich ist, dass hier vie­le Müh­len mit Flü­geln erhal­ten sind und zum Teil noch funk­ti­ons­tüch­tig sind. Hei­mat­ver­ei­ne haben sich ihrer angenommen. 

Die ers­te Müh­le fand Durch­strei­fen & Erle­ben mit der Sin­nin­ger Müh­le in der Nähe von Saer­beck. Dort stößt man nach Gim­b­te und Gre­ven zum drit­ten Mal auf die Ems. Wer kurz vor Saer­beck auf dem Ems­rad­weg Rich­tung Ems­det­ten fährt, fin­det nach eini­gen Minu­ten ein Hin­weis­schild zur nur weni­ge hun­dert Meter ent­fernt lie­gen­den Müh­le. Nach der Besich­ti­gung darf man sich dann auf eine schö­ne Stre­cke durch Auen- und Hei­de­land­schaft freu­en. Es gibt also nicht nur lang­wei­li­ge Asphalt­we­ge, wie ein Rad­fah­rer zu Unrecht in einer Rad­ler­grup­pe auf Face­book bemängelte.

likeheartlaugh­terwowsadangry
0

Radeln auf der Vélodyssée

Aus­pro­biert! Der Rad­wan­der­weg „La Vélo­dys­sée“ ist 1200 Kilo­me­ter lang. Er durch­quert die Bre­ta­gne und führt am Atlan­tik ent­lang bis zur bas­ki­schen Küs­te. Ein Teil­stück beginnt süd­lich der Loire in St. Nazai­re und führt über Noirm­ou­tier nach Bre­tignol­les sur mer. Da die Stre­cke flach ist, eig­net sie sich gut für Ein­stei­ger ins Rad­wan­dern. Sie lässt sich gut bin­nen einer Woche inklu­si­ve An- und Abrei­se bewäl­ti­gen. Der Rei­sen­de tes­te­te den Abschnitt, ob er hält, was das fran­zö­si­sche Frem­den­ver­kehrs­amt verspricht.

Denn sein Ziel ist es, auf lan­ge Sicht für Urlau­ber die schöns­ten Rad­stre­cken, Regio­nen und Städ­te von Gibral­tar bis zum Nord­kap jour­na­lis­tisch auf­zu­ar­bei­ten. Damit Radeln und der Genuss von Kuli­na­rik und Kul­tur ein Ver­gnü­gen ist. 

Die “Badi­schen Neu­es­ten Nach­rich­ten” aus Karls­ru­he haben jetzt den Arti­kel des Rei­sen­den über die­se schö­ne Stre­cke ver­öf­fent­licht. Es gibt auf ihr aber auch Schwä­chen. Viel Freu­de beim Lesen!

likeheartlaugh­terwowsadangry
0

Bremer Kogge von 1380

Bre­mer Kog­ge aus dem Jah­re 1380

Bre­mer Kog­ge von 1380: Bre­mer­ha­ven ist die letz­te Sta­ti­on des Rei­sen­den, der vor vie­len Wochen von Bonn aus mit Rad und Zelt star­te­te. Über die Sieg ging es zum Kah­len Asten, von dort an der Die­mel ent­lang zur Weser. Etwas weh­mü­tig ist er schon. Denn es war eine schö­ne Tour, begüns­tigt durch exzel­len­tes Wet­ter. Ein Leben wie in Süd­eu­ro­pa, wes­halb es fast nur im Zelt statt­fand und abends auf der Ter­ras­se eines guten Restau­rants. Oft gibt es das nicht bei einem mehr­wö­chi­gen Urlaub in Deutschland. 

Etwas geschmä­lert wur­de das Fina­le durch den kräf­ti­gen Wind auf dem heu­ti­gen Stück von Bre­men nach Bre­mer­ha­ven. Ent­lang des Weser­deichs gibt es wenig Hin­der­nis­se, die ihn brem­sen. Und der Weg ist etwas mono­ton. Es gibt wesent­lich kom­for­ta­ble­re und span­nen­de­re Wege in den Nor­den. Es lohnt sich wirk­lich, ab Bre­men abzu­bie­gen, den Ems­rad­weg anzu­steu­ern und von Emden auf dem Nord­see­küs­ten­weg nach Bre­mer­ha­ven zu radeln. Auch wenn die Tour dadurch län­ger dauert.

Auswandererhaus und Schifffahrtsmuseum locken

Inter­es­san­tes­te Zie­le in Bre­mer­ha­ven sind das Deut­sche Aus­wan­der­er­haus und das Deut­sche Schiff­fahrts­mu­se­um. Bei­de lie­gen zum Glück nahe bei­ein­an­der im Hafen. So las­sen sie sich leicht mit­ein­an­der kom­bi­nie­ren. Da Donald Trump gera­de Prä­si­dent der Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka ist, bege­ben sich sogar eini­ge Besu­cher im Aus­wan­der­er­haus auf sei­ne Spu­ren. Im Muse­um sind drei unter­schied­li­che Schif­fe nach­ge­baut, die in die Neue Welt füh­ren: ein Segel­schiff, ein Dampf­schiff und ein Oce­an Liner. Die Unter­künf­te auf die­sen Schif­fen ent­de­cken Besu­cher wäh­rend des Rund­gangs und erfah­ren dabei mehr zum Auf­ent­halt der Aus­wan­de­rer an Bord.

Ein Teil sei­ner Fami­lie stammt bekannt­lich aus Deutsch­land. Denn von Bre­mer­ha­ven aus sind die meis­ten Deut­schen aus in ihr neu­es Leben in Über­see gestar­tet. So eini­ge Neu­gie­ri­ge strö­men tat­säch­lich zum Saal, wo sich Doku­men­te so man­cher Fami­lie fin­den. Es gibt sehr vie­le deut­sche Fami­li­en, die es geschafft haben, sich ein erfolg­rei­ches Leben auf­zu­bau­en, was Fotos von Unter­neh­mern in der Indus­trie, Han­del und Film zei­gen. Nicht alle blie­ben hier, son­dern sie kehr­ten vom Heim­weh geplagt wie­der zurück.

Aber der Rei­sen­de hat kei­ne Ver­wand­ten in den USA, es sei denn, dass ein Vor­fah­re dort Fort Ben­ning errich­te­te. Sein jün­ge­rer Bru­der ver­kün­de­te dies mal stolz im Erd­kun­de­un­ter­richt, als der Leh­rer Klas­se die Ame­ri­ka-Kar­te im Diercke-Welt­at­las auf­schla­gen ließ. Er genoss die Bewun­de­rung vie­ler Mit­schü­ler. Das Moment zählt. So spart sich der Rei­sen­de die Suche nach Ver­wandt­schaft im Aus­wan­der­er­haus. Auf eine rei­che Erb­schaft wie die Fami­lie eines Jugend­freun­des ist er ohne­hin nie aus gewe­sen. Jah­re­lang erhoff­te die Fami­lie einen Gold­re­gen des “rei­chen Onkels” in Ame­ri­ka. Doch nach einem Besuch in den USA war die Ernüch­te­rung groß. Er leb­te in beschei­de­nen Ver­hält­nis­sen. Ein Geld­spei­cher stand dort nicht.

Wohin es sie ver­schla­gen hat, ist schön an einer digi­ta­len Kar­te zu erken­nen. Vie­le Städ­te tra­gen deut­sche Namen. Sie las­sen sich ein­blen­den wie zum Bei­spiel Colo­gne (Min­ne­so­ta), Ham­burg (New York), Munich (North Dako­ta), Stutt­gart (Arkan­sas), Augs­burg (Arkan­sas), Bis­marck (North Dako­ta), New Braun­fels (Texas), Min­den (Nebras­ka) oder Schaum­burg (Illi­nois). An Aus­ru­fen im Saal ist zu hören, dass dies immer noch Ver­blüf­fung aus­löst, denkt der Rei­sen­de doch, dass man das noch aus der Schu­le wis­sen müss­te. In der Mas­se hat er sich das aller­dings auch nicht vor­ge­stellt. Und so treibt der Besu­cher durch die Säle, wobei die Auf­merk­sam­keit doch mit der Zeit auf­grund der Mas­se der Ange­bo­te nach­lässt. Aber er freut sich auch schon auf den Besuch des Schifffahrtsmuseums.

Bremer Kogge von 1380 lag 700 Jahre im Schlamm

Im Zen­trum des Inter­es­ses: eine alte Han­dels­kog­ge aus dem Jah­re 1380. Den Rei­sen­den inter­es­sie­ren schon lan­ge Schif­fe, war einer sei­ner Vor­fah­ren doch Weser­dampf­schiff­ka­pi­tän. Die Hälf­te sei­ner Fami­lie stammt aus Bre­men. Fort­be­we­gungs­mit­tel für den Urlaub im hohen Nor­den war oft eine Fäh­re wie die berühm­te Viking Line von Kapell­skär nach Naan­ta­li in Finn­land oder aber auf der Däne­mark-Ver­bin­dung von Putt­gar­den nach Rød­by auf Lol­land. Und sein älte­rer Bru­der woll­te immer Kapi­tän wer­den. Des­halb lud sei­ne Mut­ter einen Kapi­tän des Alfred-Wege­ner-Insti­tuts für Polar­for­schung ein. Sie woll­te die Wiss­be­gier ihres Soh­nes stillen.

Das Schiff ist noch ziem­lich gut erhal­ten, dafür, dass es 700 Jah­re im Schlamm lag. Die Archäo­lo­gen nah­men die Bre­mer Kog­ge von 1380 nach der Ber­gung Stück für Stück aus­ein­an­der. Dann prä­pa­rier­ten sie das Eichen­holz gegen den Zer­fall an der Luft. Als Gegen­stück, wie schnell es unter Sau­er­stoff­ein­wir­kung zer­fällt, leg­ten sie eini­ge Stü­cke in Schau­käs­ten. Über drei Eta­gen kön­nen Besu­cher um das Han­dels­schiff her­um­ge­hen und vom Kiel bis zu den Mas­ten aus­gie­big betrachten.

Widerstandsfähiges Eichenholz

Eichen­holz ist wider­stands­fä­hig, selbst im Eis. Der Rei­sen­de las in einer Bio­gra­phie über Arved Fuchs (Ein Leben für Aben­teu­er und Umwelt), dass er ein altes Fischer­boot sei­nes Freun­des Niels Bach über­nahm. Er unter­such­te die Dag­mar Aaen auf Herz und Nie­ren und ent­deck­te, dass das Eichen­holz im Rumpf des Schif­fes völ­lig unver­sehrt war. Dabei war es vie­le Jahr­zehn­te har­ten Bedin­gun­gen auf hoher See aus­ge­setzt. Niels Bach lern­te der Rei­sen­de auf der Kat­te­ga­tin­sel Samsø ken­nen, wo er Tou­ris­ten auf sei­nem Fisch­kut­ter die Schön­heit der Insel erklärt. Auch Aus­rüs­tungs­ge­gen­stän­de der Kog­ge sind im Schiff­fahrts­mu­se­um aus­ge­stellt, so dass man sich ein gutes Bild von der Zeit machen kann.

likeheartlaugh­terwowsadangry
0

Kaiser-Wilhelm-Denkmal per Rad

Was für ein Auf­stieg: Der Rei­sen­de hat das Kai­ser-Wil­helm-Denk­mal per Rad bezwun­gen. Die­ses befin­det sich ober­halb der Weser nahe Bad Oeyn­hau­sen an der Por­ta West­fa­li­ca. Der Rei­sen­de ist einer der weni­gen, der die Klet­te­rei noch mit einem nor­ma­len Moun­tain­bike unter­nimmt — ohne Hilfs­mo­tor. Er hört auf der Stre­cke vom Fluss her­auf ent­spre­chen­de Kom­men­ta­re wie “Oh, es gibt doch noch Leu­te ohne E‑Bike.” Und wäh­rend er auf den Trep­pen­stu­fen sit­zend die Aus­sicht auf den Weser­rad­weg genießt, hüp­fen rund um ihn her­um eini­ge Jungs, die es nur mit moto­ri­sier­ten voll­ge­fe­der­ten Moun­tain­bikes her­auf­ge­schafft haben. Sie rat­tern die Trep­pen­stu­fen her­auf und her­un­ter. “Ich habe das Kai­ser-Wil­helm-Denk­mal per Rad bezwun­gen”, kön­nen die spä­ter nicht stolz sagen. Son­dern nur behaupten.

Aber er legt auch Wert dar­auf, nicht wie sie moto­ri­siert zu sein. Denn er will fit blei­ben. Er hat noch die Wor­te einer Rad­fah­re­rin in den Ohren. Die­se hat­te sich am Big­ge­see ent­we­der in sei­nen Gefähr­ten Ulf Schulz oder ihn ver­guckt. Daher schoss sie zwei drei Mal über­ra­schend ent­lang der Tal­sper­re auf sie zu. Denn sie wuss­te, dass die bei­den dort unwei­ger­lich lang­kom­men mussten. 

Stets mit einem Lächeln unterwegs

Zuvor hat­te sie sich mit ihnen unter­hal­ten und her­aus­ge­hört, wohin es die Bike­pa­cker am heu­ti­gen Tag noch so zog. Sie lob­te die Vor­zü­ge ihres E‑Bikes. “Ich bin stets mit einem Lächeln unter­wegs.” Der Rei­sen­de zieht es jedoch vor, nach sei­ner Rück­kehr bei der Fit­ness “mit einem Lächeln” an rot­ge­sich­ti­gen Sport­kum­pels vor­bei­zu­lau­fen. Wenigs­tens in den ers­ten zwei Wochen, bis die Kon­di­ti­on wie­der etwas durch Schreib­tisch­ar­beit nachlässt.

Aber ganz auf Tech­nik ver­zich­ten möch­te er nicht. Es befin­den sich nicht nur Kame­ras an Bord, son­dern auch das Navi­ga­ti­ons­ge­rät Gar­min GPSMAPS. Die­ses hat sei­ne Tücken. Als er sich mor­gens vom Cam­ping­platz Gro­ßer Weser­bo­gen auf­mach­te, um zum Denk­mal zu radeln, lei­te­te es ihn nicht direkt dort­hin. Statt­des­sen führ­te es ihn rund um das Denk­mal her­um durch die bezau­bern­de, zum Wie­hen­ge­bir­ge gehö­ren­de, Land­schaft. Es fie­len also so eini­ge unfrei­wil­li­ge Höhen­me­ter an. Aber zu emp­feh­len ist die Stre­cke schon, sieht man doch viel Natur.

Bali-Therme für müde Beine nach dem Denkmal

Nur muss­te Ulf, den geris­se­ne Spei­chen zum Auf­ent­halt auf dem Cam­ping­platz ver­don­nert hat­ten, zwei Stun­den län­ger als geplant, auf den Rei­sen­den war­ten. Nach dem Besuch des Denk­mals emp­fiehlt sich der Auf­ent­halt in der Bali-Ther­me. Die Bei­ne konn­ten sich auf der bis­her drei­wö­chi­gen Tour wenig nur wenig ent­span­nen. Zur Freu­de turn­te aber eine attrak­ti­ve blon­de Vor­tur­ne­rin am Becken­rand mit Gäs­ten. Sie voll­führ­te Übun­gen, die der Rei­sen­de vom Fit­ness­pro­gramm ver­schie­de­ner Uni­ver­si­tä­ten gut kannte.

Abends kann man gut in der Innen­stadt essen gehen. Da den Rad­wan­de­rern die grie­chi­schen Restau­rants ent­lang der Stre­cke wie das Akro­po­lis in Boden­wer­der gut gefal­len hat­ten, fiel die Wahl aufs Del­phi. Aller­dings spiel­te das Navi auf dem Rück­weg einem wie­der einen Streich. Statt drei Kilo­me­ter auf direk­tem Weg zu den Zel­ten, ver­an­stal­te­te Gar­min eine Nacht­fahrt — die aller­dings schön war. Die Luft war lau, das Licht schön. Mor­gen ver­ab­schie­det sich Ulf Schulz von allen Lesern und fährt zurück nach Bonn. Den Rei­sen­den zieht es hin­ge­gen wei­ter Rich­tung Min­den.

Heftiger Streit um Denkmäler

Um den Schutz von Denk­mä­lern tobt aktu­ell ein hef­ti­ger Streit. Im März 2021 stell­te Lan­des­bau­mi­nis­te­rin Ina Schar­ren­bach den Ent­wurf eines neu­en Denk­mal­schutz-Geset­zes vor. Dies soll 2022 in Kraft tre­ten. Es gibt 231 Denk­mal­be­hör­den in Nord­rhein-West­fa­len. Mal über­nimmt ein Kunst­his­to­ri­ker die Auf­ga­ben, dann ein Stan­des­be­am­ter. Fach­leu­te kom­men aber auch von den Land­schafts­ver­bän­den, die im Rhein­land und West­fa­len-Lip­pe in je zwei Ämtern für Boden- und Bau­denk­mä­ler sit­zen. Kom­pe­ten­zen und Stan­dards sind also nicht ein­heit­lich ver­teilt. Kom­mu­nen sol­len ein Beneh­men her­stel­len, also Gut­ach­ten aus­tau­schen, Kom­pro­mis­se anstre­ben. In höchs­ter Instanz soll das Minis­te­ri­um ent­schei­den, falls kei­ne Ent­schei­dung zustan­de kommt. 

Mit dem neu­en Gesetz aber wer­de ihre Posi­ti­on geschwächt, fürch­ten die Denk­mal­schüt­zer. Die Kom­mu­nen soll­ten kein Beneh­men mehr her­stel­len. Denk­mal­schüt­zer wür­den künf­tig nur noch ange­hört. So wol­le das Bau­mi­nis­te­ri­um Pro­zes­se beschleu­ni­gen. Nicht nur Ent­mach­tung wer­de erwar­tet, son­dern auch Ein­fluss von Ver­tre­tern der Wirt­schaft und des Kli­ma­schut­zes. Damit wol­le das Bau­mi­nis­te­ri­um “gesell­schaft­li­che und umwelt­po­li­ti­sche Erfor­der­lich­kei­ten” berücksichtigen.

In Nord­rhein-West­fa­len ste­hen mehr als 80 000 Bau­denk­mä­ler, nicht ein­mal 1,5 Pro­zent der Gebäu­de, nur halb so viel wie in ganz Deutsch­land. 80 Pro­zent davon befin­den sich in pri­va­ter Hand. Die Lan­des­re­gie­rung stock­te die Mit­tel zur Unter­stüt­zung der Besit­zer von 2,2 Mil­lio­nen auf 21,3 Mil­lio­nen Euro auf. Nicht ein­ge­rech­net sind dar­in 46 Mil­lio­nen für Dom­bau­ver­ei­ne, Indus­trie­kul­tur und ande­re Denkmalprojekte.

likeheartlaugh­terwowsadangry
0

Wein und Oliven so weit das Auge reicht

Noch nie hat der Rei­sen­de auf sei­ner gesam­ten Rei­se Wein und Oli­ven in sol­chem Aus­maß gese­hen. Wahn­sinn! Hin­ter ihm lie­gen immer­hin schon gut 3000 Kilo­me­ter Rad­rei­se durch Nord­por­tu­gal und Gali­zi­en. Es ist auch ange­sichts der Höhe über­wäl­ti­gend, am Rio Dou­ro zwi­schen Sal­to de Sau­cel­le und Por­to zu radeln. Es gibt Wein und Oli­ven, so weit das Auge reicht

Infor­ma­tio­nen über Anbau­me­tho­den lie­fer­te dem Rei­sen­den ges­tern ein schi­ckes Wein­mu­se­um in São João da Pes­quei­ra im Distrikt Viseu. Es lohnt sich nicht nur ein Besuch, weil es nach dem Rund­gang über drei Eta­gen ein fabel­haf­ten Rot­wein zur Abrun­dung gibt. Es gibt viel und gutes Mate­ri­al, war­um sich die “vin­has” hier gut für den Anbau der Reben eignen.

Mildes Klima im Douro-Tal

Dafür gibt am Fluss ent­lang mehr als genug Wein­gü­ter für die eine oder ande­re Kost­pro­be. Schließ­lich kommt der meis­te por­tu­gie­si­sche Rot­wein vom Dou­ro. Das meis­te geht in den Export nach Über­see und Eng­land. Der schwe­re Port­wein ist beson­ders beliebt. War­um sich die Gegend dafür beson­ders eig­net, ist gleich beim Über­gang von Spa­ni­en nach Por­tu­gal zu bemer­ken. Wer von Sau­cel­le kom­mend im Novem­ber die Gren­ze über­schrei­tet, spürt deut­lich die höhe­re Tem­pe­ra­tur. Der Wind lässt nach. Amphi­bi­en und Rep­ti­li­en scheint das Kli­ma auch zu lie­gen. Es gibt hier offen­bar vie­le Schlan­gen, die aber lei­der Auto­fah­rer tot­fah­ren. Von Sal­to de Sau­cel­le ergibt sich übri­gens ein tol­ler Blick über ein gro­ßes Stau­werk und ins Tal.

Auch zum Paddeln geeignet

Vor andert­halb Jah­ren war der Rei­sen­de schon ein­mal hier. Er genoss eine gran­dio­se Fahrt von Cas­te­lo Rodri­go nach Bar­ca d’Alva, weil es über vie­le Kilo­me­ter nur berg­ab ging. In Bar­ca d’Alva, ein Hafen für Kreuz­fahrt­schif­fe, bestieg er ein Kajak. Er pad­del­te mit einem Ein­hei­mi­schen, der hier als Leh­rer arbei­tet, auf dem gro­ßen Fluss. Über ihm kreis­ten Greif­vö­gel wie der Rote Milan. Ein­zi­ger Kon­takt am Fluss war die besorg­te Anfra­ge eines Cam­pers aus den Nie­der­lan­den. Die­ser hielt neben ihm und frag­te, ob der Rei­sen­de genug zu essen und zu trin­ken dabei hät­te. So wenig Ver­kehr befin­det sich auf der Stre­cke. Der nächs­te Kon­takt wird wohl erst mit Ana und Antó­nio in der Edel-Pen­si­on Casa da Cis­ter­na in Cas­te­lo Rodri­go sein. Ana und ihre Köchin kochen her­vor­ra­gend. Das wohl bes­te Essen Por­tu­gals gibt es dort.

Gut zu befahrende Nationalstraße

Vie­le besu­chen die Gegend nur mit der Bahn von Por­to aus. Sie schaf­fen es gera­de ein­mal, in der Klein­stadt Pin­hão ein Wein­gut zu besu­chen und zu spei­sen. Den Ort kann man sich spa­ren. Doch hier auf Rad­wan­de­rung zu gehen, lohnt sich, weil die Stre­cke ab Zamo­ra gut über die Natio­nal­stra­ßen zu bewäl­ti­gen ist. Es gibt nie eine wirk­lich stei­le Stre­cke. Es sei denn, man fährt an man­chen Punk­ten direkt in ein klei­nes Dorf am Fluss her­ab. Aber die meis­ten Dör­fer lie­gen recht ange­nehm am Fluss. So lohnt es sich kaum, wegen fünf schwie­rig erreich­ba­rer Orte einen beschwer­li­chen Weg auf sich zu neh­men. So sehr unter­schei­den sie sich am Ende auch wie­der nicht. Es gibt zwar kei­nen offi­zi­el­len Dou­ro-Rad­weg. Aber der Ver­kehr ist auch nur mäßig. Statt vie­ler Autos gibt es Wein und Oli­ven so weit das Auge reicht.

likeheartlaugh­terwowsadangry
0

Troll versteinert wie im Hobbit

Troll ver­stei­nert wie im Hob­bit: Na, wer traut sich, nach dem Rei­sen­den hier durch­zu­ra­deln? Ach, was heißt radeln? Gescho­ben hat der Bike­pa­cker auch zwei bis drei Kilo­me­ter, zum Glück abwärts auf dem Sen­de­ro GR-14. Er ist wun­der­schön. Aber er ist schmal, führt eini­ge hun­dert Meter tief zu einem Fluss. Glück­lich ist der Wan­de­rer bei der Wär­me end­lich auf eine Land­stra­ße zu sto­ßen. Die­se bringt ihn ange­nehm wie­der auf lich­te Höhen. Der Sen­de­ro beginnt an der Due­ro-Quel­le in Spa­ni­en und endet an der Mün­dung in Portugal. 

Wäh­rend des Auf­stiegs lässt der Rei­sen­de natür­lich neu­gie­rig sei­nen Blick über die Umge­bung schwei­fen. Nicht immer fin­det er Inter­es­san­tes. Doch heu­te stößt er auf einen ver­stei­ner­ten Troll in den Schluch­ten des Rio Due­ro zwi­schen Zamo­ra und Sala­man­ca. Kopf, Rumpf und Bei­ne sind noch erhal­ten, obwohl schon etwas ange­grif­fen. Sogar Augen und Nase sind noch vor­han­den. Die Arme sind lei­der ver­wit­tert. Er wirkt wie ein Troll, ver­stei­nert wie im Hob­bit. Bil­bo Beut­lin begeg­net drei von ihnen auf sei­ner Rei­se zum ein­sa­men Berg. Er ret­tet durch raf­fi­nier­te Hin­hal­te­tak­tik sei­ne Zwer­ge davor, von den Trol­len ver­speist zu wer­den. Das Mor­gen­licht ver­wan­delt sie in Stein. Lei­der fällt das Licht grell auf den Stein. Für eine arme Smart­phone-Kame­ra ist es lei­der zu viel Licht.

Der Rio Due­ro ist nicht nur sei­ner Natur wegen bekannt, son­dern auch für sei­nen guten Wein welt­weit. Berühmt ist vor allem der Port­wein, den beson­ders Ame­ri­ka­ner und Bri­ten zu schät­zen wis­sen. Er wächst an den Berg­hän­gen zwi­schen Por­to und Bar­ca d’Al­va. Dort ist das Kli­ma spür­bar mil­der als auf spa­ni­scher Sei­te bei Sil­vest­re. Das spürt man sofort beim Über­tre­ten der spa­nisch-por­tu­gie­si­schen Gren­ze. In Spa­ni­en bei Sil­vest­re zum Bei­spiel ist es gera­de­zu kalt im Ver­gleich dazu.

In einer klei­nen Pen­si­on fin­det der Rei­sen­de am Abend noch ein Zim­mer. Dort hat er noch Besuch bekom­men. Die­ser ist gera­de ein­mal drei Mona­te alt.

likeheartlaugh­terwowsadangry
0

Von A Coruña nach Pontedeume

Von A Coru­ña Rich­tung Riba­deo — schö­ne Bil­der als klei­ner Trost für alle, die genau­so geschockt sind. Der Rei­sen­de ist nach dem Wahl­er­geb­nis bei der Bun­des­tags­wahl 2017 etwas trau­rig. Es han­delt sich schon nicht mehr um kei­ne Pro­test­wahl! Es ist his­to­risch und gefähr­lich, dass die AfD 13 Pro­zent erhal­ten hat.

Erst­mals nach zwei Tagen sieht der Rei­sen­de in der Gemein­de Miño wie­der das Meer. Soeben ist auch die Son­ne wie­der­ge­kom­men. Urlaubs­ge­füh­le an der spa­ni­schen Küs­te! Er ist nach einer Gewalt­tour durch die aller­dings wun­der­schö­nen Ber­ge wie­der in etwas ein­fa­che­ren Gefil­den. Manch­mal stieß er der ewi­gen Aufs und Abs im Nord­wes­ten Spa­ni­ens an sei­ne Gren­zen. Das frisch gekauf­te Brot mit dicken Käse­schei­ben schrumpft dann gewal­tig bin­nen weni­ger Stun­den. Denn Hun­ger­äs­te ver­spürt man auf der Rad­rei­se durchs Hin­ter­land von Gali­ci­en ständig.

Lieber einsame Wege abseits der carretera

Das Navi lots­te ihn dann auf ein­sa­men Wegen ohne wirk­li­chen Ver­kehr wie­der zurück an den Atlan­tik. Die Ein­hei­mi­schen erklär­ten ihn fast schon für ver­rückt. Einer hielt mit dem Auto neben ihm an, um zu hel­fen. Er dach­te, der Rad­fah­rer hät­te sich ver­irrt. Der pas­sio­nier­te Foto­graf Toni, der ihm meh­re­re Tage die bes­ten Plät­ze in der Hafen­stadt A Coru­ña zeig­te, wun­der­te sich auch: “War­um fährt Du nicht auf der Schnellstraße?”

Aus Sicht eines Auto­fah­rers sieht eine Stre­cke an der Küs­te ent­lang ein­fach aus. Aber wenn Schnell­stra­ßen und Land­stra­ßen durch die Regi­on füh­ren, fühlt es sich so an, als leb­te man neben einem Flug­ha­fen. Es ist laut und als Rad­ler ist man stets gefor­dert, auf­merk­sam zu sein. Auf schma­len Wegen ist es gera­de bei mehr­tä­gi­gen Rad­tou­ren zwar anstren­gen­der. Aber das wird durch die auf­ge­schlos­se­ne Bevöl­ke­rung und viel mehr Höhe­punk­te locker auf­ge­ho­ben. Dazu kom­men deut­lich weni­ger Abga­se, Fein­staub und Lärm.

Erstaun­li­cher­wei­se gibt es den­noch vie­le Rad­fah­rer, die das anders sehen. Es muss offen­bar immer nur schnell ent­lang der Schnell­stra­ße gehen. Viel­leicht liegt es an der Uner­fah­ren­heit, die den Rei­sen­den auch auf sei­nen ers­ten Tou­ren beglei­te­te. Er fuhr anfangs noch frei­wil­lig auf der car­re­te­ra bei brü­ten­der Hit­ze von Irún nach Bur­gos. Dabei gibt es, wie er spä­ter sah, auch von Bäu­men beschat­te­te und von Ver­kehr kaum heim­ge­such­te Stre­cken. Von A Coru­ña Rich­tung Riba­deo — die Anstren­gung hat sich gelohnt. Sobald die Ver­kehrs­adern der Stadt end­lich über­wun­den sind. Es geht wei­ter Rich­tung Pontedeume.

likeheartlaugh­terwowsadangry
0