Jetzt im TV: Naturparks in Europa

Jetzt im TV: Natur­parks in Euro­pa. Aktu­ell ver­sorgt der Rei­sen­de euch mög­lichst regel­mä­ßig mit TV-Dokus über Kul­tur und Rei­se. Im Zen­trum ste­hen belieb­te Zie­le in Euro­pa, die jetzt im Fern­se­hen lau­fen. Dies­mal sind nach der Mas­se an Dokus in der ver­gan­ge­nen Woche nur Deutsch­land, Por­tu­gal und Öster­reich ver­tre­ten. Am meis­ten erfah­ren die Zuschau­er dies­mal über Desti­na­tio­nen in Deutsch­land. Das liegt wohl an Coro­na man­gels Rei­se­mög­lich­kei­ten liegt.

Emp­feh­len kann der Rei­sen­de einen Film über Natur­parks in Por­tu­gal. Er sah ihn bereits. Die Ser­ra da Est­re­la kennt er gut, da er dort mehr­fach recher­chier­te, einen Rei­se­füh­rer dar­über ver­fass­te. Die Regi­on liegt im Cen­tro de Por­tu­gal. Sie besticht durch hohe Ber­ge und Juwe­len-Dör­fer. Und sie ist gut mit dem Rad zu berei­sen. Denn die Stre­cken sind auf der von zu emp­feh­len­den Rund­stre­cke nicht steil. Zwei Wochen kannst Du die Regi­on ohne Mus­kel­ka­ter erkunden.

Naturpark Peneda-Gerês

Gera­de schau­te der Rei­sen­de nach, wo der Natur­park Pene­da-Gerês liegt. Dabei stell­te er fest, dass er schon nah dran war, als er von Sant­ia­go de Com­pos­te­la über All­ariz nach Alber­gue­ria fuhr. Daher kann er sich auch vor­stel­len, wie es dort aus­sieht. Es ist ber­gig. Er kur­bel­te auf Ser­pen­ti­nen stun­den­lang berg­auf und ‑ab, genoss Aus­bli­cke, Adler und Gei­er und Cafés in Dör­fern. Eine in einer hoch gele­ge­nen Sied­lung ober­halb eines Stau­sees leben­de alte Frau stöhn­te „Mein Gott“, als sie den Rad­ler her­auf­kom­men sah. Wahr­schein­lich mal­te sie sich des­sen Lei­den aus. Aber da es auch lan­ge Täler gibt, konn­te er sich immer wie­der mal aus­ru­hen. Außer­dem ver­brennt er immer ordent­lich Kalo­rien. Neu­lich radel­te er 123 Kilo­me­ter auf einer der schöns­ten Rad­stre­cken von Müns­ter nach Wett­rin­gen und wie­der zurück: 2760 Kalo­rien. Viel muss­te er bei der Por­tu­gal-Tour also nicht heraufschleppen.

Außer ihm radel­ten auch zwei Mädels mit Zelt durchs Dorf. Sonst schei­nen fast nur Pil­ger auf dem Jakobs­weg durch­zu­kom­men. Daher hielt mich die Frau wohl für etwas Beson­de­res. Ich reagier­te spä­ter ähn­lich ent­setzt, als ich Spu­ren der Ver­wüs­tung durch Bau­ar­bei­ten ent­lang der Ser­pen­ti­nen sah. Ein Tun­nel wur­de ver­brei­tert, um eine Schnell-Ver­bin­dung für Züge von A Coru­ña nach Madrid her­zu­stel­len. Ein Jäger ver­si­cher­te dem deut­schen Bike­pa­cker, dass die­se Spu­ren bald wie­der besei­tigt würden.

Eifel auch Thema

Sonst gibt es im Fern­se­hen viel über die Eifel zu sehen. Da vor den Toren Bonns, wor­über auch eine Doku läuft, wan­de­re ich dort oft mit Freun­den. Beson­ders Kur­gäs­te wis­sen die Gegend zu schät­zen, da es zum Bei­spiel gesun­des Ther­mal­was­ser in Bad Neu­en­ahr gibt. Neu­lich las ich, dass aktu­ell in der Gegend um Hel­len­thal Nar­zis­sen blüh­ten. Vie­le Gebie­te wür­den gelb leuch­ten. Ich ken­ne das nur vom Gins­ter, der ab dem Som­mer blüht. Emp­feh­lens­wert ist auch eine Wan­de­rung bei Maria Laach. Denn dort spru­delt Koh­len­säu­re an die Ober­flä­che eines Sees. Die Gegend steckt vol­ler Maa­re. Vul­ka­ne sind sogar aktiv, wenn auch nur schwach. 

Es gibt also auch in Coro­na-Zei­ten viel in der eige­nen Gegend zu ent­de­cken, wenn Du so mutig bist, alte Wege zu ver­las­sen und neue zu beschrei­ten. Und nun zu: Jetzt im TV: Natur­parks in Europa.


SoMoDiFr
Deutsch­landEifel – Die schöns­ten Bade­seen und Tal­sper­ren, WDR, 15.00 Uhr

Wil­de Eifel – Grü­nes Herz im Wes­ten, WDR, 15.15 Uhr

Wan­de­run­gen von der Mosel bis an den Rhein, SWR, 15.45 Uhr
Von der Elbe bis zur Ems, NDR, 20.15 UhrBoom­town Bonn, Neu­er Glanz in alter Haupt­stadt, Phoe­nix, 17.15 UhrDas grü­ne Herz West­fa­lens, ein Wald im Wan­del, WDR, 20.15 Uhr

Wat­ten­meer, Klei­ne Inseln, gro­ße Chan­cen, NDR, 20.15 Uhr
Öster­reich
Alpen­ju­we­len – Zu Fuß von der Zug­spit­ze nach Bozen, SWR, 15.45 Uhr

Por­tu­gal
Natur­parks in Por­tu­gal, Pene­da-Gerês, Ser­ra da Est­re­la, arte, 17.50 Uhr

Natur­parks in Por­tu­gal, Madei­ra, arte 18.30 Uhr

Natur­parks in Por­tu­gal, Rio For­mo­sa, arte, 17.50 Uhr

TV-Dokus Rei­se und Kultur
likeheartlaugh­terwowsadangry
0

Streit über die Gestaltung der Museumsmeile in Madrid

Lan­ge habe ich es ver­säumt, in einem Muse­um nicht nur den Expo­na­ten mei­ne Auf­merk­sam­keit zu schen­ken, son­dern mir auch die äuße­re Gestal­tung des Gebäu­des anzu­schau­en. Wahr­schein­lich geht es den meis­ten so. Erst vor kur­zem wur­den mir bei einem Besuch in Lil­le die Augen geöff­net, dass sich eine Umrun­dung loh­nen kann. Nicht sel­ten ist Archi­tek­ten etwas Beson­de­res ein­ge­fal­len, um ein­mal einem Muse­um etwas Ein­la­den­des zu ver­lei­hen, ande­rer­seits etwas für die Bewah­rung der Kunst­wer­ke zu tun.

Als ich das LaM in Lil­le besuch­te – ein Muse­um für moder­ne Kunst, zeit­ge­nös­si­sche Kunst und Art brut — fiel mir auf, dass das Haus aus zwei Flü­geln mit unter­schied­li­chen Fas­sa­den bestand. Der lin­ke wur­de in den 1970er-Jah­ren gebaut, der rech­te Flü­gel wur­de erst 2009 in völ­lig neu­em Stil errich­tet. Der rote Back­stein des lin­kes Flü­gels bil­det einen Kon­trast zum weiß gestri­che­nen Beton des rech­ten.
Der Archi­tekt des lin­ken Flü­gels könn­te ein Kubis­mus-Adept sein, wäh­rend der rech­te Flü­gel deut­lich an den moza­ra­bi­schen Stil erin­nert. Der Spa­ni­en-Ken­ner sieht, dass die Wän­de mit­tel­al­ter­li­chen Kir­chen in Astu­ri­en und Gali­zi­en ähneln, die mau­ri­sche Gestal­tungs­ele­men­te über­nom­men haben. Die­se Bau­wei­se wirkt in Nord­frank­reich fremd. Tags­über fal­len Licht­fle­cken in das Gebäu­de­inne­re. Wenn das Licht nachts ein­ge­schal­tet wird, leuch­ten die Wän­de fast wie magi­sche Later­nen nach außen. Der auf­ge­bro­che­ne Beton nimmt dem Gebäu­de das Brutale.

LAM außer­halb von Lille

Seit­dem inter­es­siert mich nicht nur bei Muse­en, son­dern auch bei vie­len ande­ren Gebäu­den die Gestal­tung und die Ein­bin­dung in die Umge­bung. Wird dem Bür­ger und dem Rei­sen­den eine ange­neh­me Auf­ent­halts­qua­li­tät gebo­ten? Oft den­ken Städ­te bei neu­en Gebäu­den nur an den Konsum.

Was der­zeit in Madrid in der Muse­ums­sze­ne abgeht, fin­dest Du in einem neu­en Arti­kel der Neu­en Zür­cher Zei­tung. Dort strei­ten die Bür­ger unter ande­rem über die Gestal­tung des Pra­do. Viel Freu­de beim Lesen.

https://www.nzz.ch/feuilleton/der-paseo-der-prado-in-madrid-ein-potenzielles-weltkulturerbe-ld.1477476

likeheartlaugh­terwowsadangry
0

Tipps zur Vogelbeobachtung

Das ist mal ein inter­es­san­tes Inter­view mit Tipps zur Vogel­be­ob­ach­tung . Das Gespräch der “La Van­guar­dia” aus Bar­ce­lo­na rich­tet sich an Leser, die ger­ne Vögel in der Natur beob­ach­ten. Es kann sehr befrei­end sein, sich mal für eini­ge Stun­den mit einer Welt zu befas­sen, die oft vor der eige­nen Haus­tür liegt.

Bis heu­te erin­ne­re sich der Rei­sen­de noch sehr ger­ne an die nor­we­gi­sche Vogel­welt. Auf Ves­terå­len zu beob­ach­ten, wie Papa­gei­tau­cher fischen, ist sehr lus­tig. Und zu sehen, wie Möwen dann ver­su­chen, ihnen den Fisch abzu­ja­gen, auch. Oder den Vogel­stim­men zu lau­schen, die auf dem Fel­sen einer Halb­in­sel bei Trom­sø. Bis heu­te ist die­se Orches­ter­mu­sik noch ein Ohr­wurm. Und zu sehen im eige­nen Gar­ten, wie ein Rot­kehl­chen minu­ten­lang ver­sucht, eine Mei­se vom Baden in einer Scha­le zu über­zeu­gen, war aus­ge­spro­chen erhei­ternd. Sie sprang immer wie­der ins Was­ser, wir­bel­te Was­ser mit ihren Flü­geln auf. Die Mei­se sah skep­tisch drein. Sie nipp­te nur zwei­mal vom Wasser.

Ornithologen aus Madrid befragt

“La Van­guar­dia” befrag­te jetzt einen Orni­tho­lo­gen, wie Natur­freun­de an die Vogel­be­ob­ach­tung her­an­ge­hen kön­nen. Bei dem Exper­ten han­delt es sich um Bor­ja Milá. Er forscht im Depart­a­men­to de Bio­di­ver­si­dad y Bio­lo­gía Evo­lu­ti­va am Museo Nacio­nal de Cien­ci­as Natu­ra­les del CSIC in Madrid.

Er meint, dass man dazu grund­sätz­lich Lust und Lei­den­schaft mit­brin­gen sol­le. Der Rest kom­me mit der Erfah­rung. Anfangs sei es müh­sam, das Gefie­der der unter­schied­li­chen Arten zu unter­schei­den. Dies gel­te auch fürs Bestim­men der Alters­un­ter­schie­de und Geschlech­ter. Aber mit der Zeit ent­wi­cke­le sich die Fähig­keit dazu.

Für wich­tig hält er es eben­so, Vogel­stim­men zu erken­nen. Denn das hel­fe, die Tie­re in frei­er Natur zu ent­de­cken. Sich Auf­nah­men der Gesän­ge anzu­hö­ren, sei eine Mög­lich­keit. Bes­ser aller­dings sei es, selbst los­zu­zie­hen und den Vögeln ein­fach zuzu­hö­ren. Der Lern­erfolg stel­le sich sehr schnell ein. Hat jemand von euch auch noch Tipps zur Vogel­be­ob­ach­tung parat?

likeheartlaugh­terwowsadangry
0

Gut speisen in Madrid

Kürz­lich schrieb ich hier noch über mei­ne musea­len Erfah­run­gen in Madrid und emp­fahl San Sebas­tián im Bas­ken­land sowie die anda­lu­si­schen Dör­fer Ubri­que und Graz­ale­ma als gute Adres­sen für Tapas.

Wer dem­nächst in Madrid unter­wegs ist, darf sich hier auf wei­te­re gute Restau­rants freu­en. Denn die spa­ni­sche Zei­tung “El Pais” emp­fiehlt jetzt gute Adres­sen in der Haupt­stadt. So weit ich weiß, schickt die Redak­ti­on auf Kuli­na­rik spe­zia­li­sier­te Jour­na­lis­ten los, um Gast­häu­ser zu tes­ten. Gut fin­de ich nicht nur die Nen­nung der Adres­sen, son­dern auch die Anga­be der Prei­se in den Kurz­tex­ten. Es wür­de mich freu­en, wenn Du mir schrei­ben könn­test, wie es Dir dort geschmeckt hat. Guten Appetit!

El Pais: Emp­feh­lens­wer­te Restau­rants in Madrid

likeheartlaugh­terwowsadangry
0

Spaniens tolle Museen und Tapasbars

Etwas über­trie­ben fin­de ich es ja, wenn “Die Pres­se” in Wien mit der Über­schrift eines Arti­kels sug­ge­riert, Madrid sei die Haupt­stadt der Tapas. Da gibt es bes­se­re spa­ni­sche Städte.

Ich tei­le aller­dings die Ansicht, dass die Muse­en in Madrid sehr gut sind. Und ich bin froh, dass auch mal ein ande­res genannt wird als der Pra­do. Die­ses Muse­um kommt natür­lich auch im Arti­kel vor mit­samt Picas­sos Guer­ni­ca­bild, was ich scha­de fin­de, denn dort geht ohne­hin “jeder” Madrid­be­su­cher mal hin. Besu­chen­swert ist etwa das pri­vat geführ­te See­fahrts­mu­se­um, denn Spa­ni­en war mal eine Macht auf See, und dort erfährt man dann auch war­um und wie dies das Land prägte.

Im Muse­um “Rei­na Sofia” bin ich selbst gewe­sen, wäre auf­grund einer von der Autorin emp­fun­de­nen “düs­te­ren Atmo­sphä­re” nie dar­auf gekom­men, dass es mal eine Kli­nik beher­berg­te, son­dern emp­fand die Archi­tek­tur als recht ele­gant. Denn Besu­cher betre­ten ein vor­neh­mes Gebäu­de mit wei­ten Trep­pen. Es gibt groß­zü­gi­ge Fens­ter mit tol­len Aus­sich­ten auf Madrid und auf den Innen­hof, in dem so wir­kungs­voll Skulp­tu­ren auf­ge­stellt sind, dass man Lust bekommt, sich auch im wei­te­ren Leben mit Skulp­tu­ren zu beschäftigen.

Die von mir und mei­ner Freun­din eher zufäl­lig aus­ge­wähl­te Aus­stel­lung zeig­te Kari­ka­tu­ren sehr bekann­ter Künst­ler wie Goya, wes­halb wir auch mal eine unbe­kann­te Sei­te die­ses Künst­lers zu Gesicht bekamen.

Als Orte mit sehr guten Tapas emp­feh­le ich Ubri­que und Graz­ale­ma in Anda­lu­si­en. Es sind zwar nur Dör­fer in der Ser­ra, aber dort gibt es Rezep­te vom Land, wie zum Bei­spiel sehr schmack­haf­te Wachteleier.

Als Haupt­stadt der Tapas emp­fin­de ich eher San Sebas­tián. Nir­gend­wo anders in Spa­ni­en fand ich eine so gro­ße Zahl an Tapas­bars und eine solch gro­ße Viel­zahl an Gerich­ten vor. Ich habe dort sogar mal Gehirn geges­sen, was mei­ne Freun­din so eklig fand, dass sie mich nie wie­der küs­sen woll­te. Sie hat es den­noch getan. Ein Feh­ler war es also nicht!

Streif­zug durch Madrid

likeheartlaugh­terwowsadangry
0

Erbarmungslos trockener Jakobsweg

Erbar­mungs­los tro­cke­ner Jakobs­weg: Welch eine abwechs­lungs­rei­che Land­schaft zwi­schen Mom­buey und Ollosa de Tera in Kas­ti­li­en und León. Heu­te Mit­tag streif­te der Rei­sen­de noch auf einer Moun­tain­bike-Rou­te um Mom­buey her­um. Dort war es sehr tro­cken. Nur dicke schwe­re glän­zen­de Quarz­stei­ne erhell­ten die Stim­mung. Es könn­te hier also Gold geben. Hei­de­kraut ist es gelun­gen, sich hier anzu­sie­deln: Es ist hart und krat­zig. Son­ne knallt grell vom Him­mel. Aber die Luft ist erstaun­lich: herbst­lich kühl. Gro­ße Bäu­me dar­ben am Boden, hin­weg­ge­fegt von einem Sturm im Juni. Sie ver­sper­ren den Sin­gle-Trail. Des­halb muss der Jakobs­pil­ger zwi­schen Fel­sen radeln, die wie Ter­mi­ten­bau­ten empor­ra­gen. Ein Paar aus Madrid streift trau­rig durchs tro­cke­ne Fluss­bett des Rio Negro. Der Name kommt wohl nicht von unge­fähr. Sie laden den Bike­pa­cker zum Kaf­fee ins küh­le Feri­en­haus ein.t

Nach erbarmungslos trocken kühles Nass

Am spä­ten Nach­mit­tag heißt es nicht mehr erbar­mungs­los tro­cke­ner Jakobs­weg, son­dern end­lich küh­les Nass. Eine Erlö­sung! Der Rio Tera kreuzt wie­der sei­nen Weg. Die­sem ist der Rei­sen­de bereits in der Nähe der “Lagu­na de los pezes” — Lagu­ne der Fische — bei Pue­bla de San­ab­ria begeg­net. Dort ist er noch auf 1800 Meter Höhe gera­delt ohne Lei­den. Hier bei Ollosa de Tera wird das Gewäs­ser gestaut. In der Her­ber­ge in Mom­buey gibt es übri­gens kei­ne Bett­wan­zen — “chin­chos” auf Spa­nisch. Pil­ger in der Her­ber­ge von Cam­po­bece­ros setz­ten das Gerücht in die Welt. Die “alber­gue” hat­te der Pil­ger ganz für sich allei­ne. Eine net­te Nach­ba­rin öff­ne­te ihm die Tür . Um mor­gens muss­te er ihr die Schlüs­sel nur in die Hand drü­cken. Denn sie stand schon war­tend auf der Stra­ße. Wer also von Sevil­la den Jakobs­weg “Via de la pla­ta” Rich­tung Sant­ia­go de Com­pos­te­la her­auf­ra­delt, kann sich dort beru­higt nie­der­las­sen. Aber der Rei­sen­de ruht nicht, son­dern fährt mor­gen wei­ter Rich­tung Rio Due­ro. So etwas wie einen erbar­mungs­los tro­cke­nen Jakobs­weg wird dort mit Sicher­heit nicht geben.

likeheartlaugh­terwowsadangry
0

1100 Höhenmeter auf dem Jakobsweg

1100 Höhen­me­ter auf dem Jakobs­weg: Vie­le Grü­ße aus zunächst 676 Metern Höhe auf dem Jakobs­weg von Laza nach Ver­ín. Laza und Ver­ín sind auch als Kar­ne­vals­hoch­bur­gen bekannt. Die Schlamm­schlach­ten in den jewei­li­gen Dorf­zen­tren sind im Früh­jahr legen­där. Dort bewer­fen sich Dorf­be­woh­ner und Spa­ni­er aus ande­ren Tei­len des Lan­des mit Schlamm, zie­hen sich dafür Regen­klei­dung an. Ein ziem­li­cher Spaß. Jetzt ist bei der Durch­fahrt nichts davon zu sehen. Die Haus­wän­de sind wie­der gesäubert.

Die “Via de la pla­ta” führt den Bike­pa­cker in Rich­tung Zamo­ra. Fürs nächs­te Jahr ist schon eine ähn­li­che Tour geplant. Wer mit­ra­deln will, soll­te anfan­gen zu trai­nie­ren. Sonst ist die Chan­ce, nicht durch­zu­hal­ten, gerin­ger als ein Sech­ser im Lotto.

Neue Schnellverbindung nach Madrid

Nun befin­det sich der Jakobs­pil­ger auf 938 Metern Höhe. Gera­de ist er in Cerd­ede­lo ein­ge­trof­fen, wo sich ein Ein­woh­ner auf ihn stürzt. Er ver­mis­se Düs­sel­dorf, wo er 25 Jah­re gelebt habe, erzählt er. Sei­ne Toch­ter arbei­te beim Arbeits­amt in Madrid. Sein Sohn betä­ti­ge sich als Poli­zist in Ouren­se.

Der Rei­sen­de hofft, nicht einer der letz­ten sei­ner Art zu sein, der die­sen wun­der­schö­nen Gebirgs­pass her­auf­ra­deln durf­te. Denn es ent­steht zur­zeit eine Schnell­stra­ße mit Tun­nel. Die­se soll angeb­lich Gali­ci­en bes­ser an Madrid anbin­den. an ihm vor­bei fah­ren Lkw mit Mate­ri­al und Schutt. Ganz oben ist an den Weg­rän­dern alles platt­ge­walzt, neue Wege ange­legt worden.

Da sieht der Rei­sen­de schwarz für die­se Gegend. Spä­ter wird ihn ein Jäger trös­ten und sagen, dass die neu­en Wege nach Abschluss der Arbei­ten wie­der ein­ge­dampft wür­den. Sie sind also nur temporär.

Das Gefühl inne­rer Schwär­ze liegt auch dar­an, dass es hier kürz­lich gebrannt hat. Der Geruch von Asche liegt noch immer in der Luft. Manch­mal sind es Schä­fer, die zün­deln, Rau­cher, die acht­los ihre Kip­pen weg­wer­fen. Äthe­ri­sche Öle gehen schnell in Flam­men auf, beson­ders aber auch der Euka­lyp­tus. Hier und da sind es auch Bau­spe­ku­lan­ten, die Brän­de beauf­tra­gen. Die Lkw-Kolon­nen hören dann end­lich auf. 

Nach dem Auf­ent­halt auf der Ter­ras­se eines Restau­rants in einem Dorf geht es noch wei­ter her­auf; auf 1100 Meter Höhe. Gestar­tet ist der Rei­sen­de heu­te mor­gen auf 882 Metern. Anschlie­ßend ging es auf 465 Meter her­un­ter und das Gan­ze schließ­lich wie­der her­auf. Erbar­mungs­los und ein ziem­li­cher Mara­thon: Die­ser bringt aber wenigs­tens eine gute Kon­di­ti­on ein. Auf 1100 Metern auf dem Jakobs­weg unter­wegs zu sein, soll sich auch lohnen.

likeheartlaugh­terwowsadangry
0

Auf der Jagd nach edlen Pilzen

In ein Grimm­sches Mär­chen zurück­ver­setzt, füh­len sich Besu­cher der Pro­vinz Soria in den Wäl­dern der ehe­ma­li­gen spa­ni­schen König­rei­che Kas­ti­li­en und León. Wie Rot­käpp­chen tra­gen Pilz­samm­ler gefloch­te­ne Kör­be. Sie sind auf der Jagd nach edlen Pil­zen und ern­ten, ohne zu säen: Soria ist ein Dora­do für Pilz­ken­ner. Restau­rants berei­ten Spei­sen aus Stein­pil­zen oder Trüf­feln zu. In Nava­le­no gibt es die größ­te Trüf­fel­farm der Welt. Die Bedin­gun­gen für Pil­ze sind auf der von Tou­ris­ten noch nicht ent­deck­ten Hoch­ebe­ne von Soria sehr gut.

Wenn Gour­mets von Trüf­feln, Mor­cheln und Stein­pil­zen spre­chen, wis­sen sie, dass es sich um Spit­zen­pro­duk­te der fran­zö­si­schen und ita­lie­ni­schen Ess­kul­tur han­delt. Doch gibt es auch in Spa­ni­en, dem Land der Oli­ven­hai­ne und des Ser­ra­no-Schin­kens, Trüf­feln und ande­re Edel­pil­ze? Die Ant­wort ist ein deut­li­ches „Ja“, vor­wie­gend in der auto­no­men Regi­on Kas­ti­li­en und León. Spe­zi­ell in den Wäl­dern der Pro­vinz Soria fin­den die begehr­ten Spei­se­pil­ze güns­ti­ge natür­li­che Bedin­gun­gen. Jeden Herbst sind dort mit Mes­sern bewaff­ne­te Samm­ler unter­wegs, um zu „ern­ten, ohne zu säen“. Sie sind gera­de­zu auf der Jagd nach edlen Pil­zen. Die­se Gegend über­ge­hen die Rei­se­füh­rer bis­lang. Sie liegt im Bin­nen­land, 230 Kilo­me­ter nord­öst­lich von Madrid.

Zucht erst seit 30 bis 40 Jahren

Spanien-Trüffel-Okt-2010-Navaleno-Pilzzentrum-Modell-aufgeschnittener-Pilz
Modell eines Pil­zes im Pilz­zen­trum Navaleno.

Noch ist die geziel­te Trüf­fel­zucht erst drei­ßig bis vier­zig Jah­re alt. Sie ist aber so erfolg­reich, dass man sie als eine neue Form der Land­wirt­schaft bezeich­nen könn­te. Nicht ein­mal in Frank­reich ist die Her­kunft der Trüf­fel aus spa­ni­scher Zucht bekannt. Die spa­ni­schen Initia­to­ren in Soria beur­tei­len die Chan­cen für den Export von wei­ßen Trüf­feln oder schwar­zen Trüf­feln, aber auch die För­de­rung des Tou­ris­mus jedoch als sehr gut. Sie mei­nen auch, dass sich kei­ne Gefahr für die Natur ergibt. Im Grun­de fol­gen die Initia­to­ren dem in Kata­lo­ni­en und dem Bas­ken­land wesent­lich frü­her beschrit­te­nen Weg der Pilzkultur.

Nahe dem Dorf Nava­le­no geht es auf einem Wanderweg…

likeheartlaugh­terwowsadangry
0