Jetzt im TV: von Lolland auf die Azoren

Jetzt im TV: von Lol­land auf die Azo­ren. Aktu­ell ver­sorgt Durch­strei­fen & Erle­ben Abon­nen­ten regel­mä­ßig mit den bes­ten Kul­tur- und Rei­se­fil­men im TV-Pro­gramm. Im Zen­trum ste­hen belieb­te Zie­le in Euro­pa. Dies­mal erwar­tet alle eine brei­te Aus­wahl von heu­te an bis Frei­tag: Vor allem Deutsch­land, aber auch Däne­mark, Frank­reich, Öster­reich, Por­tu­gal und Spa­ni­en sind ver­tre­ten. Wie­der­ho­lun­gen sind in die­ser Über­sicht kaum vor­han­den. Vie­le von ihnen ste­hen in zuvor ver­öf­fent­lich­ten Newslettern.

Die ange­kün­dig­te Rei­se-Doku über Lol­land weckt Erin­ne­run­gen an die Kind­heit. Damit ver­bin­det der Rei­sen­de die Fahrt nach Mel­by, Tis­vil­de oder Gil­le­le­je zu Feri­en­häu­sern auf der däni­schen Insel See­land. Zuerst war­te­te eine der rie­si­gen Fäh­ren im Hafen von Putt­gar­den. Die ban­ge Fra­ge zuvor: Ver­hin­dert ein Stau auf der Auto­bahn, das Schiff recht­zei­tig zu erreichen? 

Im Sturmlauf aufs Sonnendeck

Es gelang aber immer, auch wenn es manch­mal knapp war. Dann erwar­te­ten eine lan­ge Schlan­gen im Hafen. Die Zeit des manch­mal zwei­stün­di­gen War­tens ver­trie­ben sich vie­le auf den Fahr­bah­nen damit, Ang­lern zuzu­schau­en. Wann es los­ging, auf die Fäh­re zu fah­ren, war leicht beim Her­um­lau­fen zu sehen. Irgend­wann fuh­ren die ers­ten Autos los. Dann setz­ten sich vie­le schleu­nigst in Bewe­gung zu den Autos. Los ging es. Sobald eine Metall­plat­te unter dem Auto pol­ter­te, befand man sich an Bord.

Im Sturm­lauf wur­de die Trep­pe genom­men, um schnell ans Son­nen­deck zu gelan­gen, wäh­rend die Erwach­se­nen in den Duty-free-Shop ström­ten. Schließ­lich war es span­nen­der, die Abfahrt vom Heck aus zu beob­ach­ten, wie es unten im Was­ser schäum­te und sich dann nach und nach der Hafen ent­fern­te. Immer dabei bei der Fahrt in die Feri­en in Däne­mark: stets das Schiff umkrei­sen­de und rufen­de Möwen. Gro­ße Mee­res­tie­re lie­ßen sich lei­der nie bli­cken in all den Jahren. 

Fast andert­halb Stun­den dau­er­te die Fahrt, bei der der Wind saus­te. Die Maschi­ne stampf­te. Sobald die Fäh­re in den Hafen von Rød­by ein­lief, trap­pel­ten alle schnell wie­der in den Bauch der Fäh­re. Aber es blieb noch viel Zeit, da oft vie­le Fahr­zeu­ge vor einem dran waren.

Licht von Lolland

Lol­land – strah­lend blau­er Him­mel, gel­be Raps­fel­der. Das sich so ent­fal­ten­de Licht ver­bin­det der Rei­sen­de mit der dritt­größ­ten däni­schen Insel. Und es ging fort­an wesent­lich lang­sa­mer auf der Euro­pa­stra­ße vor­an als auf einer deut­schen Auto­bahn. Dafür aber auch um so ent­spann­ter in Rich­tung Mari­bo. Schließ­lich began­nen die gro­ßen Feri­en. Eile war nicht mehr gebo­ten. Und die Hage­but­ten waren reif. Auf einem Park­platz noch auf Lol­land wur­de stets eine Rast ein­ge­legt. Der Rei­sen­de erfreu­te sich dort jedes Jahr an pral­len roten Früch­ten, an denen er auch etwas knab­bern konn­te. Und an deren jucken­den Nüss­chen, um sei­ne Geschwis­ter damit zu erfreu­en. Aber als Ent­schä­di­gung für alle gab es dann lecke­res Soft­eis. Und um die letz­te Etap­pe auf der Rei­se durch Däne­mark nach See­land zu versüßen.

Aber die Vor­freu­de auf den Weg durch den duf­ten­den Kie­fern­wald am Strand von Lise­le­je war stets noch viel grö­ßer. Denn hin­ter dem Wald war­te­ten herr­li­che Dünen­bur­gen. Die­se schütz­ten vor Wind und heiz­ten einen nach dem Bad im Meer schnell wie­der auf. In der Nähe von Mel­by liegt der Arresø. Dort unter­nahm ein Bru­der des Rei­sen­den ers­te Schrit­te im Sur­fen. Heu­te surft er in der gan­zen Welt.

Jetzt im TV: von Lol­land auf die Azoren.


SaSoMoDiMiDoFr
Deutsch­land




Bio­sphä­ren­re­ser­vat Rhön, 3sat, 10.15 Uhr

Gotik, RBB, 23.50 Uhr
Stral­sund, Wis­ma­rer Bucht, NDR, 20.15 UhrMeck­len­burg. Seen­plat­te, HR, 20.15 Uhr
Däne­mark
Lol­land, WDR, 20.15 Uhr

Kopen­ha­gen, arte, 18.40 Uhr

Frank­reich
Tag in Paris, Phoe­nix, 21.45 Uhr

Bahn­hofs­ka­the­dra­len, Euro­pas Rei­se-Paläs­te, arte, 16.05 Uhr

Letz­te Leucht­turm­wär­ter, Phoe­nix, 17.15 Uhr


Öster­reich100 Jah­re Salz­bur­ger Fest­spie­le, 3sat, 18.25 Uhr



Nie­der­bay­ern bis Wach­au, Donau, BR, 20.15 Uhr

Por­tu­gal

Azo­ren, 3sat, 20.15 Uhr



Spa­ni­enMal­lor­ca, HR, 20.15 Uhr

Traum­tou­ren, HR, 21.45 Uhr


Mond­brun­nen, arte, 19.40 Uhr

Ibi­za, 3sat, 21.45 Uhr



Bes­te Kul­tur- und Rei­se­fil­me im TV-Programm
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Funken der Costa da Morte

Fun­ken der Cos­ta da Mor­te foto­gra­fie­ren: eine ori­gi­nel­le Idee, inter­es­san­te Urlaubs­fo­tos nach Hau­se zu neh­men. Wenn das Meer ruhig und kaum Licht vor­han­den ist, kann man bei Vor­kom­men von Phy­to­plank­ton das Meer leuch­ten sehen. Wor­an das liegt und wie man es am bes­ten foto­gra­fiert, beschreibt jetzt die spa­ni­sche Zei­tung “La Voz de Gali­cia”. Das leuch­ten­de und phos­pho­res­zie­ren­de Meer gehe auf alte Erzäh­lun­gen der See­leu­te zurück. Der fran­zö­si­sche Erzäh­ler Jules Ver­ne habe die Erschei­nung in sei­nem Roman “20000 Mei­len unter dem Meer” auf­ge­grif­fen. Und im Jah­re 2005 sei es der NASA erst­mals gelun­gen, die­ses von einer hohen Kon­zen­tra­ti­on an Algen erzeug­te Phä­no­men von einem Satel­li­ten aus zu fotografieren.

Die Eng­län­der nenn­ten es “Baden im mil­chi­gen Meer”, wenn Gezei­ten und Wel­len Phy­to­plank­ton auf­wir­beln. Nur das Vor­kom­men von Phy­to­plank­ton ermög­li­che die Sicht­bar­keit der Fun­ken. Am bes­ten zu sehen, sei das Leuch­ten nachts. Urlau­ber kön­nen das Phä­no­men an der Cos­ta da Mor­te im Nord­wes­ten Spa­ni­ens zum Bei­spiel an Bord des Taxi­mar Robin­són da Lobei­ra beob­ach­ten. Kapi­tän David Tril­lo bie­tet bei Neu­mond Fahr­ten in ruhi­ge Zonen an, wo es wenig Wind gibt. Denn die See muss glatt sein.

Funken der Costa da Morte richtig fotografieren

Und es gehört auch etwas Glück dazu, über­haupt etwas von den “Fun­ken des Mee­res” zu sehen. Die­se Erfah­rung mach­te der Rei­sen­de selbst bei der Suche nach dem Polar­licht in Nord­nor­we­gen. “La Voz de Gali­cia” befrag­te den Foto­gra­fen Rubén Prie­to nach geeig­ne­ten Plät­zen. Die­ses emp­fiehlt Strän­de mit wenig “Luft­ver­schmut­zung. Dazu gehör­ten in Gali­ci­en die Strän­de von Nemi­ña, Ros­tro und Fis­ter­ra. Aber dort am offe­nen Meer soll­te man sich sehr vor­sich­tig ver­hal­ten. Er gehe selbst nie tie­fer als bis zur Hüf­te ins Was­ser. Für Auf­nah­men legt er Besu­chern eine Lang­zeit­be­lich­tung von zwei bis drei Sekun­den nahe. Er selbst nut­ze ein Objek­tiv mit Fest­brenn­wei­te: 24 mm, Blen­de F1.4. Viel Glück beim Ein­fan­gen der Fun­ken des Mee­res! Schön ist die Atmo­sphä­re auch an der Pra­ia das Fur­nas, kurz vor Beginn der Cos­ta da Morte.

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Allariz, schönste Kleinstadt Galiciens

Römi­sche Brü­cke an der Pra­ia Flu­vi­al de Acearrica

All­ariz, schöns­te Klein­stadt Gali­ci­ens: Die­ser Blick wirkt fast schon kit­schig wie auf Post­kar­ten. Oder nicht? Unver­mu­tet ist der Rei­sen­de auf sei­nem Weg nach Sant­ia­go de Com­pos­te­la auf eine römi­sche Brü­cke gesto­ßen. Sie liegt an der Pra­ia Flu­vi­al de Acear­ri­ca nahe All­ariz. Ihre bei­den Bögen über dem Was­ser sind per­fekt gerun­det. Dies ist typisch für die anti­ke Archi­tek­tur, als Rom noch die Ibe­ri­sche Halb­in­sel besetzte.

Nahe der Brü­cke liegt All­ariz. Sie gilt als schöns­te Klein­stadt Gali­ci­ens im Nord­wes­ten Spa­ni­ens, befin­det sich in der Nähe von Ouren­se an der spa­nisch-por­tu­gie­si­schen Gren­ze. Sie ist es wert, auf der Rad­wan­de­rung auf­grund ihrer male­ri­schen Gas­sen und der schö­nen Lage am Fluss besucht zu wer­den. Die Gas­sen sind mit Kopf­stein gepflas­tert. In klei­nen Geschäf­ten kön­nen Tou­ris­ten nach Geschen­ken stöbern. 

Als der Rei­sen­de hier eini­ge Jah­re zuvor auf einer Pres­se­rei­se abends her­um­schlen­der­te, fand gera­de ein Tanz auf dem Dorf­platz statt. Eine Kapel­le spiel­te. Ein Mädel war so gut i n Stim­mung, dass sie ihn zum Tanz auf­for­der­te. Lei­der ent­täusch­te er sie, da er nicht gera­de gut tanzt. Zum Schwo­fen hät­te es viel­leicht gelangt. Und er trug die fal­schen Schu­he. Dar­an und an ihre trau­ri­gen Gesichts­zü­ge erin­ner­te sich der Jakobs­pil­ger jetzt wieder.

Kein Tanz in Allariz, schönste Kleinstadt Galiciens

Da die Dame heu­te nicht wie­der auf­tauch­te, ver­brach­te der Rei­sen­de den Abend in einem klei­nen Restau­rant mit wohl schme­cken­den Spei­sen. Eine Stär­kung war ihm will­kom­men. Denn von nun an führ­te die Stre­cke in die Ber­ge. Der Ther­mal­ort Ouren­se liegt mit nur 23 Kilo­me­tern bereits hin­ter ihm, der mit All­ariz über die alte Pil­ger­rou­te “Via de la pla­ta” ver­bun­den ist, die eins­ti­ge römi­sche Ver­kehrs­stra­ße. Sie heißt übri­gens nicht “Sil­ber­weg” (pla­ta = Sil­ber), son­dern gepflas­ter­ter Weg, was aus dem Ara­bi­schen abge­lei­tet ist. Der Pil­ger­weg führt ab Sevil­la im Süden in den Nord­wes­ten Spa­ni­ens. Mehr dazu folgt im Rad­rei­se­füh­rer über Galicien.

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Herbstlicht auf dem Jakobsweg

Herbst­licht auf dem Jakobs­weg: Der Herbst ist nun auch in Gali­ci­en ein­ge­zo­gen. Fast über­all lie­gen Eicheln und Kas­ta­ni­en auf dem Boden. Bau­ern haben aber auch klei­ne Hau­fen aus ihnen gebil­det, füt­tern sie doch mit den Früch­ten ihr Vieh. Deren Scha­len kna­cken rich­tig unter den Rei­fen des Rei­se­ra­des. Dabei han­delt es sich um ein Ghost-Moun­tain­bike, bepackt mit Ort­lieb-Taschen am Hin­ter­rad, Zelt und Schlaf­sack. Auf dem Rücken befin­det sich noch ein Vau­de-Ruck­sack für Wert­sa­chen. Auf noch mehr Gepäck ver­zich­tet der Rei­sen­de, weil er sich in Euro­pa befin­det, wo man prak­tisch über­all Fahr­rad­tei­le kau­fen kann.

Panische Reaktion im Herbstlicht auf dem Jakobsweg

Nachts wird es hier schon ganz schön kalt, obwohl die Regi­on so weit im Süden Euro­pas liegt. Der Son­nen­stand erlaubt tol­le Bil­der so spät im Jahr. Hier steht der Rei­sen­de in der Nähe eines der best­erhal­te­nen gali­cis­chen Dör­fer: All­ariz. Ouren­se ist weit entfernt.

Da das Rad schwer und es nicht mög­lich ist, das Rad irgend­wo anzu­leh­nen, hat der Rei­sen­de zuvor eine Spa­zier­gän­ge­rin gebe­ten, das Rad für einen Moment zu hal­ten. Statt­des­sen lief die­se panisch davon. Wäh­rend er die­sen Baum foto­gra­fier­te, sah er sie etwas wei­ter ent­fernt tele­fo­nie­ren. “Da braut sich etwas zusam­men”, dach­te er. Schnell wei­ter fah­ren, bevor ihn gleich die Guar­dia Civil noch stoppt. Doch von deren Fahr­zeu­gen tauch­te nichts auf. 

Statt­des­sen kam ihm ein frus­triert drein­schau­en­der Mann auf dem Rad ent­ge­gen, wohl der Ehe­mann. Dem Rei­sen­den wür­dig­te er kei­nes Bli­ckes. Deut­lich war ihm aber der Ärger anzu­se­hen, dass er sich ange­sichts des Bike­pa­ckers dach­te: “Mei­ne Frau hat wie­der ein­mal eine ihrer Panik­at­ta­cken. Was soll ich bloß tun?” Der Mann konn­te einem nur leid tun.

Aber mensch­li­che Begeg­nun­gen sind auch der Reiz die­ser Rei­se: Frü­her am Tag hat­te der Rei­sen­de noch zwei net­te Spa­zier­gän­ge­rin­nen getrof­fen, die ihm den wei­te­ren Weg erklär­ten. Ohne in Panik zu gera­ten. Sie zeig­ten sich begeis­tert über sein Vor­ha­ben, sich das schö­ne Gali­ci­en anzu­schau­en und dabei eben auch das schö­ne Herbst­licht auf dem Jakobs­weg zu genießen.

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Thermalwasser am Jakobsweg

Ther­mal­was­ser am Jakobs­weg: Feu­er und hef­ti­gen Gewit­ter­re­gen hat der Rei­sen­de in die­sen Tagen über­wun­den. Neu­lich saß er ver­zwei­felt auf einer Ther­ma­rest-Mat­te in einer Hei­de. Er zit­ter­te vor Käl­te, weil es in Strö­men reg­ne­te. Das Was­ser floss auf den Schlauch und in den Rei­fen, wäh­rend ande­re wahr­schein­lich gera­de gemüt­lich auf dem Sofa vor dem Fern­se­her sich das drit­te Pils rein­zisch­ten. Er muss­te irgend­wie das Loch zukle­ben. Bei Regen for­dert das her­aus, noch dazu mit zit­tern­den Hän­den. Im zwei­ten Anlauf gelang es ihm. Und es hielt sogar, obwohl direkt dane­ben ein alter Fli­cken saß. Wäh­rend­des­sen wur­de es immer schlam­mi­ger auf dem Jakobs­weg in der Umge­bung von Ouren­se in Gali­ci­en. Knie­tie­fe Was­ser­lö­cher, feuch­ter Sand, glit­schi­ge Stei­ne — der Pil­ger­pfad ver­wan­del­te sich in einen Morast. Selbst das oft tro­cke­ne Spa­ni­en kann sich schnell ändern.

Verhaltenstipps für Radler bei Gewitter 

Da es nicht direkt über ihm blitz­te, brauch­te der Rei­sen­de sich nicht in Sicher­heit zu brin­gen. Hier bot sich aller­dings auch kei­ne Hüt­te und erst recht kei­ne Bus­hal­te­stel­le als Unter­schlupf. Und eine Mul­de, in der er sich hät­te klein machen kön­nen auch nicht. Aller­dings saß er auf der Mat­te als Schutz von unten gegen die Näs­se. Er erfuhr aber erst spä­ter beim Lesen von Ver­hal­tens­tipps für Rad­ler und Wan­de­rer bei Gewit­ter der dpa, dass er so die Gefahr von Kriech­strom gesenkt hat­te. Es hel­fe auch ein tro­cke­ner Ruck­sack, ein Klet­ter­seil oder eine Fahr­rad­ta­sche unter­zu­le­gen. Wich­tig sei es auch, Metall­ge­gen­stän­de wie Fahr­rä­der oder Eis­pi­ckel min­des­tens zehn Meter ent­fernt von einem zu lagern.

Mei­den soll­te man auf jeden Fall Gra­te und Gip­fel, frei ste­hen­de Bäu­me und Wald­rän­der. Was er nicht ahn­te, war, dass man aber im Wald selbst weit­ge­hend geschützt ist. Aber vor her­ab­fal­len­den Ästen soll­te man sich hüten.

Rückkehr nach Lalín

Da er mit die­sem Schlauch wohl kei­ne wei­te­ren Fahr­ten bestrei­ten konn­te, ent­schloss er sich, nach Lalín zurück zu radeln. Am nächs­ten Tag woll­te er sein Rad nach 2.000 Kilo­me­tern über­ho­len und doch noch das schö­ne Mario­net­ten­mu­se­um zu besu­chen. Lalín liegt am Jakobs­weg und bie­tet eine neue Her­ber­ge zum Über­nach­ten an. 

Dort gibt es auch ein Rad­ge­schäft, in dem sich der Rei­sen­de mit einem Kaf­fee wie­der auf­wär­men durf­te. Mit einer neu­en Ket­te, Zahn­kranz sowie neu­en Brems- und Schalt­zü­gen geht es mor­gen 300 Kilo­me­ter wei­ter ab Ouren­se erst ein­mal Rich­tung Sant­ia­go de Com­pos­te­la. Das Wet­ter ist wie­der som­mer­lich, wenn­gleich sich der Nebel erst mit­tags verzieht.

Entspannung im Thermalwasser am Jakobsweg

Heu­te leg­te er einen Ruhe­tag ein und besuch­te nach dem Früh­stück eine Ther­me am Rio Miño. Ouren­se ist für die Ther­men berühmt. Jeder Bür­ger der gali­cis­chen Stadt hat das Recht auf ein Ther­mal­bad. Idyl­lisch am Río Miño spru­deln war­me Quel­len aus Mut­ter Erde, aber auch im Stadt­zen­trum. Ent­span­nung zum Null­ta­rif. Das benach­bar­te Schwimm­bad ist aller­dings nicht kos­ten­los, lohnt aber wegen unter­schied­li­cher Anwen­dun­gen. Aller­dings kann es sein, dass das Bad über­füllt ist. 

Beim ers­ten Anlauf am Abend war der Jakobs­pil­ger auf etwas Luxus aus mit Mas­sa­ge und Sau­na. Statt eines der öffent­li­chen Bäder am Fluss zu neh­men, radel­te er eini­ge Meter wei­ter. Dort kann man sich in einer Ther­me ver­wöh­nen las­sen. Der Ein­tritt kos­tet 5.50 Euro. Lei­der war­te­ten dort aller­dings gut 100 wei­te­re Men­schen in einem vor­ge­la­ger­ten Restau­rant dar­auf, ein­ge­las­sen zu wer­den. Das muss­te nicht unbe­dingt sein.

Am nächs­ten Mor­gen star­te­te er einen neu­en Ver­such. Im Gepäck befand sich auch ein Bade­man­tel aus dem Hotel. Für heu­te 7.20 Euro ent­spann­te er sich wun­der­bar drei Stun­den in gut zehn unter­schied­lich tem­pe­rier­ten Becken. Die Bei­ne sind den­noch etwas ange­spannt. Viel­leicht merkt er mor­gen mehr Wir­kung nach einem guten Schlaf. Und hof­fent­lich wer­den Feu­er und Ther­mal­was­ser auf dem Jakobs­weg so schnell nicht wie­der auf­tau­chen. Auf der Stre­cke nach Ouren­se lern­te er auch das bezau­bern­de All­ariz kennen.

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Premium-Radweg von Mondoñedo

Pre­mi­um-Rad­weg von Mon­do­ñe­do: Ein ech­tes High­light für Jakobs­pil­ger auf dem Fahr­rad ist der Gebirgs­pass von Mon­do­ñe­do nach Aba­din. Er ver­läuft auf durch­schnitt­lich 600 Höhen­me­tern. Dies hat den Vor­teil, dass man auf gut 18 Kilo­me­tern fast auf einer Höhe bleibt. So genießt man ohne grö­ße­re Anstren­gung vie­le Aus­bli­cke in umlie­gen­de Täler. 

Ein­zig ein Café fehlt auf der gut 18 Kilo­me­ter lan­gen Stre­cke des Cami­no de Sant­ia­go. Dafür sind hier aber vie­le net­te Pil­ger unter­wegs. Heu­te traf der Rei­sen­de sei­ne neu­en fran­zö­si­schen Freun­de wie­der: Aga­the, Melis­sa, Eli­as und Flo­ri­an. Er über­nach­te­te mit ihnen in einer Pil­ger­her­ber­ge in der Nähe von Riba­deo. Am dar­auf­fol­gen­den Tag traf er sie wie­der auf dem Weg nach Vil­a­no­va in einem Wald. Dort gab es zwi­schen­durch eine anstren­gen­de Stei­gung, so dass er schie­ben muss­te. Aber Eli­as und Flo­ri­an waren sofort zur Stel­le und pack­ten mit an.

Ein christliches Mahl in Vilanova

So roll­te er beim anschlie­ßen­den Gefäl­le her­un­ter nach Vil­a­no­va, wo er sei­nen Pro­vi­ant auf­stock­te. Anschlie­ßend besuch­te er die Kathe­dra­le in Vil­a­no­va. Als er sie ver­ließ, stan­den die Fran­zo­sen vor ihm. Sie brei­te­ten eine Decke auf dem Vor­platz aus, deck­ten den Tisch und luden den Rei­sen­den zum Essen ein. Anschlie­ßend teil­ten sich alle wie bei einem christ­li­chen Abend­mahl die Ein­käu­fe. “Wir tei­len ger­ne. Das ist uns wich­tig”, sag­te Eli­as. Zum Glück hat­te der Rei­sen­de genug ein­ge­kauft, so dass er Käse und Erd­nüs­se anbie­ten konn­te. So ver­sorg­ten sich alle mit neu­en Kalorien. 

Abends über­nach­te­te der Rei­sen­de in einem Hotel in Mon­do­ñe­do. Mor­gens stat­te­te er der berühm­ten Kathe­dra­le in der Regi­on Lugo einen Besuch ab. Dann ging es auf die Ser­pen­ti­nen Rich­tung Aba­din. In einer Kur­ve sah er die Fran­zo­sen wie­der und beschloss, sich auf einer Lich­tung zu stär­ken. Sie wür­den hier natür­lich vor­bei­kom­men. Das “Hal­lo” war natür­lich groß. Sie waren nur noch weni­ge Kilo­me­ter ent­fernt von der nächs­ten Her­ber­ge, lit­ten aber unter quä­len­dem Durst. Sie hat­ten zu wenig Was­ser mitgenommen. 

Als Rad­ler ist es natür­lich nicht schwie­rig, nach Brun­nen Aus­schau zu hal­ten. Er ver­sprach, ihnen zu hel­fen, fand einen Brun­nen. Dann kehr­te er zu ihnen mit fri­schem Was­ser zurück. Man hilft ein­an­der als Pil­ger im Nord­wes­ten Spa­ni­ens. Es geht mor­gen wei­ter nach Vil­al­ba. Der Rei­sen­de hofft, dort erneut einen Pre­mi­um-Rad­weg wie von Mon­do­ñe­do nach Aba­din zu entdecken.

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Dem Himmel wieder nah

Dem Him­mel wie­der nah auf dem Jakobs­weg: Nach rela­tiv fla­chen Etap­pen an der Küs­te der ver­gan­ge­nen Tage wird es ab heu­te wie­der ernst. Sant­ia­go de Com­pos­te­la in Gali­ci­en muss der Jakobs­pil­ger sich nun auf dem Cami­no del Nor­te erarbeiten. 

Die Küs­ten­stadt Riba­deo hat er heu­te Mit­tag ver­las­sen. Die­se Stadt bie­tet nicht so viel. Umso grö­ßer ist die Freu­de nun wie­der in hüge­li­ge­res Gebiet zu kom­men. Daher befin­det er sich hier auch wie­der näher am Him­mel. Bereits kurz hin­ter Riba­deo geht es leicht aufwärts. 

In einem klei­nen Dorf weni­ge KiIo­me­ter von der Stadt ent­fernt liegt eine Her­ber­ge, vor der er die ers­ten Pil­ger seit Fis­ter­ra trifft. Die bei­den kom­men aus Deutsch­land und ruhen sich auf einer Bank aus. Eine Fla­sche Wein steht mit­tags um zwei Uhr vor ihnen. Ein schö­ner Aus­tausch über Erfah­run­gen auf dem Jakobs­weg folgt. Die bei­den Män­ner lau­fen nicht die kom­plet­te Stre­cke. Sie set­zen sie für eini­ge Tage ein­fach dort fort, wo sie vor einem oder meh­re­ren Jah­ren auf­ge­hört haben. Sie ver­fah­ren aller­dings wie vie­le Pil­ger, dass sie mor­gens, solan­ge es noch kühl ist, früh auf­bre­chen. Denn so besteht eine gute Chan­ce, die nächs­te Her­ber­ge vor allen ande­ren zu errei­chen und sich einen Platz zur Über­nach­tung zu sichern. Daher ist der Rad­pil­ger oft der letz­te, der die Her­ber­ge verlässt.

Schön trin­ken muss er sich die Land­schaft aber nicht wie die bei­den. Der Rei­sen­de fühlt sich hier wie im Schwarz­wald. Die Hügel ent­spre­chen denen eines Mit­tel­ge­bir­ges. Sie sind über­wie­gend mit Nadel­ge­höl­zen bewach­sen. Daher ist die Gegend ein­fach nur schön. Nur wäre die Pal­me oben auf dem Foto an einem Brun­nen selbst im Süden Deutsch­lands fehl am Platz.

Erster Sturz, obwohl dem Himmel wieder nah

Am Nach­mit­tag baut der Rad­ler sei­nen ers­ten Unfall auf der Rund­rei­se durch den Nord­wes­ten der Ibe­ri­schen Halb­in­sel. Als er mal auf der Via de la pla­ta von Sala­man­ca nach Sant­ia­go unter­wegs war, zeig­te ihm Dom­in­go aus Mála­ga, wie er schwie­ri­ge Stei­gun­gen mit Schlei­fen nimmt. Dom­in­go war ein Rad­künst­ler: Der rap­pel­dür­re Mann war dem Rei­sen­den auf­ge­fal­len, weil er auf dem Haupt­platz Sala­man­cas rück­wärts mit dem Rad fuhr. Das kur­vi­ge Fah­ren über­nahm er fort­an. Meis­tens ging es gut. Heu­te aber geht es wie­der mal schief und er stürzt. Dank des Gepäcks gehen sol­che Stür­ze aller­dings glimpf­lich aus. Die Pack­ta­schen an den Sei­ten fan­gen sie gut auf. Dem Him­mel wie­der nah auf dem Jakobs­weg? Zum Glück dies­mal nicht!

Französische Pilger mit einer Zentnerlast auf den Rücken

Am spä­ten Nach­mit­tag bezieht er wie­der ein “Refu­gio de pere­gri­no”. Vor ihm ist schon eine Fran­zö­sin ein­ge­zo­gen. Er freut sich schon auf einen ver­gnüg­li­chen Abend. Doch die Freu­de ver­fliegt schnell. Er hört Stim­men einer sich nähern­den Grup­pe. Es sind wei­te­re Fran­zo­sen im Stu­den­ten­al­ter, von denen die Jungs schwer bepackt sind. Einer von ihnen trägt sogar ein Tipi auf dem Rücken. Die Freu­de ist schnell wie­der vor­han­den. Unglaub­lich! Sie scher­zen aber über sich selbst, dass sie durchs schwe­re Gepäck so lang­sam sind. Etap­pen wie man­cher Kampf­wan­de­rer mit 30 oder mehr Kilo­me­tern schaff­ten sie nicht. Es sei­en stets nur weni­ge Kilo­me­ter. “Probier’s mal mit Gemüt­lich­keit” sang schon der Bär Balu in Rudyard Kiplings Dschun­gel­buch. Und die Jungs und Mädels sind inter­na­tio­nal gut auf­ge­stellt, spre­chen flie­ßend Eng­lisch und Spa­nisch. Euro­pa wächst zusammen!

Der Rei­sen­de ahnt noch nicht, dass er mor­gen einen sehr schö­nen Tag mit ihnen auf dem Weg nach Mon­do­ñe­do ver­brin­gen wird. Das zwei­te Jeru­sa­lem ist nur noch 180 Kilo­me­ter ent­fernt. Dem Him­mel wie­der nah auf dem Jakobs­weg, erst recht bei sol­chen Begegnungen.

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Schwan Petra lebt jetzt in Cedeira

Schwan Petra lebt jetzt in Cedei­ra: Ihr ver­misst bestimmt den Schwan Petra vom Aasee in Müns­ter. Sie ver­lieb­te sich vor eini­gen Jah­ren in ein Tret­boot. Die­ses war wie ein Schwan gestal­tet. Der Rei­sen­de sieht gera­de zu, wie sie auf einem Fluss in Cedei­ra in Gali­ci­en schwimmt. Auch hier zwi­schen Cedei­ra, A Coru­ña und Riba­deo wird das Tier bewun­dert. Gera­de sag­te eine Frau neben ihm: “Qué boni­to el negrito”. 

Aller­dings tau­chen hier (noch) kei­ne Jour­na­lis­ten aus aller Welt auf, um über die gro­ße Lie­be des Schwans zu berich­ten. Der Schwan schwimmt gemüt­lich in der Mit­tags­zeit vor sich hin. Natür­lich heißt er nicht Petra, sonst hät­te ihn die Frau auch “Petra” geru­fen. Doch er weck­te beim Rad­wan­dern durch Gali­ci­en Erin­ne­run­gen an das gro­ße Auf­se­hen in der Hei­mat­stadt.

Zur höchsten Steilküste Europas

Auf die­sem Weg an der höchs­ten Steil­küs­te Euro­pas rollt, springt und trot­tet der Rest der Lebe­we­sen auf dem Pla­ne­ten Erde. Die Ser­ra da Capela­da liegt also höher als die von Amal­fi am Golf von Nea­pel und Höga Kus­ten im Häl­sing­land, süd­lich von Umeå. Die höchs­te Erhe­bung Gali­ci­ens ist mit 2127 Metern die Pena Tre­vin­ca nahe Ouren­se im Lan­des­in­ne­ren. Die aller­dings sanf­te Stei­gung ist auf den 13 Kilo­me­tern Stre­cke von Cedei­ra deut­lich zu spü­ren. Und der Blick aufs Was­ser vom Mira­doi­ro de San­to André de Tei­x­ido fällt sehr viel tie­fer aus als an den Tagen zuvor. Er ist sogar beein­dru­ckend. Die Ser­ra da Capela­da selbst führt zwan­zig Kilo­me­ter weit bis bis zum Cabo Orte­gal bei Cari­ño.

Der klei­ne Ort San­to André de Tei­x­ido lohnt sich eben­falls. Es gibt Tou­ris­mus, doch fällt er nur gering aus. So ist der Küs­ten­weg gut und sicher zu befah­ren. Ein belieb­tes Ziel in der Umge­bung sind auch die Wei­den im Geo­park Cedei­ra, auf denen Kühe frei leben. Auch Scha­fe kreu­zen hier und da den Weg, was der Rei­sen­de nur aus Nor­we­gen kennt. Es geht wei­ter auf dem Küs­ten­weg zum Cabo Orte­gal Richtung 

Der klei­ne Ort San­to André de Tei­x­ido lohnt sich eben­falls. Es gibt Tou­ris­mus, doch fällt er nur gering aus. So ist der Küs­ten­weg gut und sicher zu befah­ren. Ein belieb­tes Ziel in der Umge­bung sind auch die Wei­den im Geo­park Cedei­ra, auf denen Kühe frei leben. Auch Scha­fe kreu­zen hier und da den Weg, was der Rei­sen­de nur aus Nor­we­gen kennt. Es geht wei­ter auf dem Küs­ten­weg zum Cabo Orte­gal Rich­tung Cari­ño und Riba­deo. Dort lie­gen die höchs­ten Klip­pen Euro­pas. Und schö­ne Strän­de wie die “Pra­ia das Cate­drais”. Da fällt dem Rei­sen­den jetzt auf: Schwan Petra lebt jetzt in Cedei­ra. Aber vie­le ande­re Vögel hat er bis­her noch nicht hier gese­hen außer Möwen. Viel­leicht ändert sich das noch?

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Entenmuscheln in Pontedeume

Enten­mu­scheln in Pon­te­deu­me: welch ein Glücks­fall in die­ser abge­le­ge­nen Gegend! Pon­te­deu­me liegt dort, wo der Río Eume in die Bucht Ría de Ares im Gol­fo Ártab­ro mün­det. Größ­te Stadt in der Umge­bung ist A Coru­ña. An sich hat­te der Rei­sen­de einen Cam­ping­platz am Strand ein­ge­plant. Doch als er abends ankam, sah er, dass auch hier wie auf ande­ren Plät­zen Ende Sep­tem­ber schon die Tore geschlos­sen waren. Als Sicher­heit schleppt er immer ein Zelt auf dem Rad mit sich her­um. So kann er sich doch, falls alle Stri­cke rei­ßen, irgend­wo einen Stell­platz an einem siche­ren Ort suchen. Denn manch­mal sind auch Hotels schon aus­ge­bucht. Oder in der Pil­ger­her­ber­ge nach Sant­ia­go de Com­pos­te­la ist es zum Bers­ten voll, so dass er die Her­bergs­el­tern dann bit­tet, das Zelt auf dem Rasen auf­stel­len zu dür­fen. Oft schnarcht jemand oder es riecht unan­ge­nehm, so dass es im Zelt doch viel kom­for­ta­bler ist. 

Doch zum Glück gibt es ein Hotel auf der hüb­schen Halb­in­sel hin­ter Pon­te­deu­me. Als der Rei­sen­de dort ein­trifft, stößt er auf einen sehr freund­li­chen Hote­lier hin­ter der The­ke. Spon­tan lädt ihn die­ser zu einer Deli­ka­tes­se ein: perce­bes. Ein Freund habe ihm eine gro­ße Men­ge geschenkt. Wahr­schein­lich sorgt er sich nur, dass sie ver­der­ben könn­ten. Aber eine tol­le Ges­te ist es trotz­dem, auch weil er den Wert des Geschenks zu schät­zen weiß. Lie­ber zube­rei­ten als weg­wer­fen. Viel­leicht spricht es auch dafür, dass Gali­ci­en frü­her sehr arm war und davon gepräg­te Men­schen Lebens­mit­tel nicht ein­fach wegwerfen.

Muschelsammler haben einen gefährlichen Job

Enten­mu­scheln, ein Krebs­tier, fin­den sich an den Fels­wand ent­lang der Küs­te. Ein gefähr­li­cher Job, den der Rei­sen­de von einem der vie­len Leucht­tür­me am Meer mal beob­ach­ten durf­te. Zwei Män­ner klet­ter­ten im stei­len Gelän­de ober­halb der auf- und abrol­len­den Wel­len her­um. Es ist eine gefähr­li­che Arbeit, bei der Klet­te­rer leicht abrut­schen kön­nen. Aber auch ein lukra­ti­ver. Denn Enten­mu­scheln wer­den gut bezahlt. Dazu schenkt der Wirt den guten Weiß­wein Alb­ari­ño ein. 

Aller­dings ist es wie mit man­chen Deli­ka­tes­sen: Ob sie einem letzt­lich auch wirk­lich schme­cken, ist rei­ne Geschmacks­sa­che. So wie bei Trüf­feln. Der Rei­sen­de fin­det den Hype dar­um über­trie­ben. Pfif­fer­lin­ge oder ein guter Stein­pilz schme­cken doch viel bes­ser. Und frisch gefan­ge­ne Mies­mu­scheln wür­de er immer Enten­mu­scheln vorziehen. 

Ihr seht, ihr müsst euch um Rei­sen­de hier kei­ne Sor­gen wegen Unter­ernäh­rung machen, solan­ge es Enten­mu­scheln in Pon­te­deu­me gibt. Mor­gen geht es wei­ter Rich­tung Fer­rol und Ribadeo.

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Von A Coruña nach Pontedeume

Von A Coru­ña Rich­tung Riba­deo — schö­ne Bil­der als klei­ner Trost für alle, die genau­so geschockt sind. Der Rei­sen­de ist nach dem Wahl­er­geb­nis bei der Bun­des­tags­wahl 2017 etwas trau­rig. Es han­delt sich schon nicht mehr um kei­ne Pro­test­wahl! Es ist his­to­risch und gefähr­lich, dass die AfD 13 Pro­zent erhal­ten hat.

Erst­mals nach zwei Tagen sieht der Rei­sen­de in der Gemein­de Miño wie­der das Meer. Soeben ist auch die Son­ne wie­der­ge­kom­men. Urlaubs­ge­füh­le an der spa­ni­schen Küs­te! Er ist nach einer Gewalt­tour durch die aller­dings wun­der­schö­nen Ber­ge wie­der in etwas ein­fa­che­ren Gefil­den. Manch­mal stieß er der ewi­gen Aufs und Abs im Nord­wes­ten Spa­ni­ens an sei­ne Gren­zen. Das frisch gekauf­te Brot mit dicken Käse­schei­ben schrumpft dann gewal­tig bin­nen weni­ger Stun­den. Denn Hun­ger­äs­te ver­spürt man auf der Rad­rei­se durchs Hin­ter­land von Gali­ci­en ständig.

Lieber einsame Wege abseits der carretera

Das Navi lots­te ihn dann auf ein­sa­men Wegen ohne wirk­li­chen Ver­kehr wie­der zurück an den Atlan­tik. Die Ein­hei­mi­schen erklär­ten ihn fast schon für ver­rückt. Einer hielt mit dem Auto neben ihm an, um zu hel­fen. Er dach­te, der Rad­fah­rer hät­te sich ver­irrt. Der pas­sio­nier­te Foto­graf Toni, der ihm meh­re­re Tage die bes­ten Plät­ze in der Hafen­stadt A Coru­ña zeig­te, wun­der­te sich auch: “War­um fährt Du nicht auf der Schnellstraße?”

Aus Sicht eines Auto­fah­rers sieht eine Stre­cke an der Küs­te ent­lang ein­fach aus. Aber wenn Schnell­stra­ßen und Land­stra­ßen durch die Regi­on füh­ren, fühlt es sich so an, als leb­te man neben einem Flug­ha­fen. Es ist laut und als Rad­ler ist man stets gefor­dert, auf­merk­sam zu sein. Auf schma­len Wegen ist es gera­de bei mehr­tä­gi­gen Rad­tou­ren zwar anstren­gen­der. Aber das wird durch die auf­ge­schlos­se­ne Bevöl­ke­rung und viel mehr Höhe­punk­te locker auf­ge­ho­ben. Dazu kom­men deut­lich weni­ger Abga­se, Fein­staub und Lärm.

Erstaun­li­cher­wei­se gibt es den­noch vie­le Rad­fah­rer, die das anders sehen. Es muss offen­bar immer nur schnell ent­lang der Schnell­stra­ße gehen. Viel­leicht liegt es an der Uner­fah­ren­heit, die den Rei­sen­den auch auf sei­nen ers­ten Tou­ren beglei­te­te. Er fuhr anfangs noch frei­wil­lig auf der car­re­te­ra bei brü­ten­der Hit­ze von Irún nach Bur­gos. Dabei gibt es, wie er spä­ter sah, auch von Bäu­men beschat­te­te und von Ver­kehr kaum heim­ge­such­te Stre­cken. Von A Coru­ña Rich­tung Riba­deo — die Anstren­gung hat sich gelohnt. Sobald die Ver­kehrs­adern der Stadt end­lich über­wun­den sind. Es geht wei­ter Rich­tung Pontedeume.

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