Jetzt im TV: vom Emsland nach Mallorca

Aktu­ell ver­sorgt Durch­strei­fen & Erle­ben Abon­nen­ten mög­lichst regel­mä­ßig mit Fern­seh-Tipps zu Rei­se und Kul­tur. Im Zen­trum ste­hen belieb­te Zie­le in Euro­pa, die jetzt im Fern­se­hen lau­fen. Deutsch­land, Däne­mark, Frank­reich, Nor­we­gen, Por­tu­gal und Spa­ni­en sind dies­mal an der Rei­he in “Jetzt im TV: vom Ems­land nach Mallorca”.

Spanien im Fokus

Die Aus­wahl lässt sich mit Stadt, Land, Fluss und Inseln umschrei­ben. Spa­ni­en gerät in den Fokus. Mal­lor­ca ist eine schö­ne, beson­ders bei Renn­rad­fah­rern belieb­te, Fahr­rad-Insel. Der Rei­sen­de scheu­te lan­ge den Besuch, weil ihr das Bal­ler­mann-Image anhaf­tet. Nach­dem er fast alles in Spa­ni­en besich­tigt hat­te, setz­te er sich irgend­wann in den Flie­ger, um die Insel mit dem Rad zu umrun­den. Am ers­ten Tag sah er in El Are­nal mit­tags ers­te Betrun­ke­ne. Zum Glück dau­er­te der Anblick nur Minu­ten. Bis kurz vor Alcú­dia floss der Ver­kehr rege auf brei­ten Straßen.

Aber dahin­ter begann sich die Insel zu ent­fal­ten. Ers­te Mee­res­buch­ten glit­zer­ten in der Son­ne. Von hüb­schen Stein­mau­ern umran­de­te Oli­ven­hai­ne und klei­ne Städ­te wie Artà begeis­ter­ten. Mit Port de Sól­ler fand er den Ein­stieg in die Ber­ge, in denen er Grup­pen von Renn­rad­fah­rern begeg­ne­te. Schein­bar ohne Rück­sicht auf Ver­lus­te heiz­ten sie die Ser­pen­ti­nen her­un­ter. Die Ein­hei­mi­schen zeig­ten sich rück­sichts­voll. Sie roll­ten, ohne zu mur­ren, in ihren Autos hinterher. 

Mal­lor­ca zum Rad­fah­ren ist kein Geheim­tipp mehr. Aber es gibt sicher immer noch wel­che, die es ver­säumt haben, dies aus­zu­pro­bie­ren. Es eig­net sich als Ein­stieg in die Welt des Fern­ra­delns, um her­aus­zu­fin­den, ob es über­haupt Spaß macht. Für die Umrun­dung soll­ten Urlau­ber aber min­des­tens zwei Wochen ein­pla­nen. Und nun zum Bike­pack­ing von Mal­lor­ca ins Emsland.

Im Emsland echte Kumpels

Was erwar­tet Urlau­ber dage­gen in „Ems­land. Da will ich hin“? Das Frem­den­ver­kehrs­amt wirbt offen­siv dar­um. Des­halb schwang sich der Rei­sen­de im Sep­tem­ber ver­gan­ge­nen Jah­res aufs Rad. Er wur­de nicht ent­täuscht. Trotz Coro­na traf er über­all auf freund­li­che Men­schen zwi­schen Gre­ven, Meppen und Emden.

Anfangs fürch­te­te er, sei­ne Auf­ga­ben als Jour­na­list nicht erfül­len zu kön­nen, könn­ten doch vie­le Gesprä­che nicht statt­fin­den der Pan­de­mie wegen. Doch das traf nicht zu – mit gutem Sicher­heits­ab­stand funk­tio­nier­te das. Anfangs gefie­len ihm vor allem die Men­schen aus dem Ruhr­ge­biet. Von denen sind recht vie­le im Ems­land Dau­er­cam­per. Sie waren noch ech­te Kumpels.

Dörpen und die Mehringer Steine

Einer nahm die lust­lo­se Ver­wal­te­rin Mari­an­ne auf dem Cam­ping­platz in Dör­pen ins Gebet. Denn sie hat­te dem Rad­ler einen mie­sen Abstell­platz zuge­wie­sen. Der Mann hat sein Leben lang im Berg­bau gear­bei­tet. Einen ande­ren traf der Rei­sen­de beim Besich­ti­gen einer Kir­che. Der erklär­te ihm die Beschaf­fen­heit des ver­wen­de­ten Steins. Man lernt nie aus.

Dann gefie­len ihm die Bau­ern. Denen war anzu­mer­ken, dass sie jede Schol­le kann­ten. Anders als Leu­te aus der Stadt oder aus umlie­gen­den Dör­fern konn­ten sie immer gut erklä­ren, wo die eine oder ande­re Sehens­wür­dig­keit lag. Sonst hät­te er etwa die Meh­rin­ger Stei­ne, ein schö­nes Grab aus der Jung­stein­zeit, nie gefun­den. Und er fand tol­le Her­ren­häu­ser im Ems­land. Bei denen mach­te sich der Ein­fluss von Archi­tek­ten aus dem Müns­ter­land bemerkbar.

Viel Spaß beim Mit­rei­sen im Ohren­ses­sel. Und nun zu “Jetzt im TV: vom Ems­land nach Mallorca”.


SaMoMiDoFr
Deutsch­land
Schwe­rin. Traum vom Welt­erbe, NDR, 14.00 Uhr

Fahr­rad. Vom Boom zur Ver­kehrs­wen­de? Das Ers­te, 16.00 Uhr

Ems­land. Da will ich hin. SWR, 17.00 Uhr



Bre­mens Bött­cher­stra­ße ent­de­cken, NDR, 20.15 Uhr
Däne­mark


Wil­des Däne­mark, Arte, 10.45 Uhr, Der Wald

Wil­des Däne­mark, Arte, 11.30 Uhr, Auf dem Land

Frank­reich
Paris und Cham­pa­gne, 3sat, 12.50 Uhr
Kor­si­ka, NDR, 20.15 Uhr
Nor­we­gen



Zau­ber­haf­tes Nor­we­gen, HR, 21.00 Uhr
Öster­reich




Por­tu­gal

Azo­ren, 3sat, 13.20 Uhr

Schwe­den




Spa­ni­enEin Tag in… Spa­ni­en, Arte, 20.15 Uhr
Unter­wegs auf Mal­lor­ca, Arte, 18.35 Uhr

Kampf um sau­be­re Lagu­ne. Spa­ni­sche Küs­ten­be­woh­ner gegen die Agrar­in­dus­trie, arte, 19.40 Uhr
Menor­ca, NDR, 20.15 Uhr
TV-Tipps Rei­se und Kultur
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Radfahren in der Natur

Rad­fah­ren in der Natur: Wohin fährst Du am liebs­ten, wenn Du Dich auf das Rad schwingst? Wenn Du nach dem Tag im Hör­saal oder im Büro fri­sche Luft und Bewe­gung brauchst? Oder wenn Du mal meh­re­re Tage am Stück an der fri­schen Luft und in der frei­en Natur unter­wegs sein möchtest?

Als Nah­erho­lungs­ge­bie­te locken Durch­strei­fen & Erle­ben die Eifel rund um Bonn oder die Baum­ber­ge in der Nähe von Müns­ter. Dort genießt der Rei­sen­de die Mög­lich­keit, auf “Ber­ge” zu kra­xeln und von ihnen her­un­ter zu sau­sen, schö­ne Aus­bli­cke zu genie­ßen wie auf den Köl­ner, den Bil­ler­be­cker Dom oder auf das zu Füßen lie­gen­de Stevertal.

Steverland-Route im Münsterland

Die Ste­ver-Regi­on zwi­schen Not­tuln und Hal­te­ner See ist zur Ste­ver­land-Rou­te auf­ge­ar­bei­tet wor­den. 70 Kilo­me­ter lang ist die Rad­ver­bin­dung. Zwi­schen Appel­hül­sen und Sen­den zeigt sich zum Bei­spiel, wie sich aus einem “Bach” lang­sam ein Fluss ent­wi­ckelt. Oder ab dem Früh­jahr im Ste­ver­tal in den Baum­ber­gen die Obst­blü­te beginnt. Land­schafts­öko­lo­gen haben den Fluss, des­sen Was­ser­qua­li­tät sich seit den 1960er Jah­ren ver­schlech­tert hat­te, auf­ge­wer­tet. Es sind an eini­gen Stel­len sanft geschwun­ge­ne Fisch­trep­pen zu sehen. Zuvor war dort das Gewäs­ser begra­digt: Heu­te befin­den sich dort rena­tu­rier­te unbe­to­nier­te Abschnitte. 

Seit 6000 Jah­ren gel­ten die Baum­ber­ge als Sied­lungs­raum der Men­schen, weil dort kris­tall­kla­res Was­ser floss: Trink­was­ser für sich und ihre Tie­re. Rad­fah­rer fin­den restau­rier­te Müh­len vor wie zum Bei­spiel in der Nähe von Appel­hül­sen. Ein Modell kann dort auch per Hand betrie­ben wer­den, um zu erken­nen, wie Ener­gie gewon­nen wur­de. Was­ser­müh­len gehö­ren zu den ältes­ten Ener­gie­ge­win­nungs­an­la­gen. Wind­müh­len folg­te viel spä­ter. Und es sind noch rich­ti­ge Rit­ter­bur­gen zu sehen wie Burg Vische­ring bei Lüdinghausen.

Fern-Radfahren in der Natur

Geht es in die Fer­ne, gefal­len dem Rei­sen­den beson­ders die Küs­ten­wan­der­we­ge in Nord­nor­we­gen und im spa­ni­schen Gali­ci­en. Denn sel­ten kommt man inner­halb Euro­pas so nahe ans (unver­bau­te) Was­ser wie auf dem Lofot oder auf die Insel Sen­ja oder die Stre­cke ent­lang der Cos­ta da Mor­te. Sogar man­che Her­ber­ge liegt dort so schön und auch noch ein­sam, dass man das Meer im Zelt oder vom Zim­mer aus hören kann. Dass der Rei­sen­de dort nachts in einen tie­fen erhol­sa­men Schlaf fällt, ist selbstverständlich.

Will der Rei­sen­de Ber­ge sehen, erfreut er sich beson­ders an den Päs­sen zwi­schen Mo i Rana und Vil­hel­mi­na im Grenz­ge­biet von Schwe­den und Nor­we­gen, weil er sich dort wie ein Gold­su­cher füh­len darf in rau­er Land­schaft. Kla­re Flüs­se rau­schen vor­bei, wäh­rend der Bike­pa­cker vorm Zelt am Lager­feu­er sitzt und sich etwas brut­zelt. Das Feu­er ver­scheucht die meis­ten Mücken.

Oder aber der Rei­sen­de sucht wie­der das berg­rei­che Gali­ci­en auf. Nicht weit ent­fernt davon liegt auch die Ser­ra da Est­re­la. Aber trotz­dem gibt es dort mas­si­ve Unter­schie­de. In Gali­ci­en gibt es viel mehr Schluch­ten und Wege zum Kra­xeln. Hin­ge­gen ist die Est­re­la in wei­ten Tei­len eher eine Hoch­ebe­ne. Dort kann man das por­tu­gie­si­sche Hoch­ge­bir­ge rela­tiv leicht mit dem Rad durch­strei­fen und erleben.

Wer so inspi­riert auf Tour gehen will, soll­te sich auch die Tipps eini­ger ande­rer Cracks anse­hen. Tou­ren hat die Zeit­schrift “Geo” mit­samt gpx-Daten zum Nach­fah­ren zusammengestellt.

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Nordlandbahn zum Polarkreis

Nord­land­bahn zum Polar­kreis: Sagen­haf­te Aus­bli­cke auf Fjor­de, vor­bei­zie­hen­de Ber­ge — zu den schöns­ten Eisen­bahn­fahr­ten Euro­pas zählt die Stre­cke von Oslo nach Bodø. Sie bie­tet deut­lich mehr als ein Flug. Denn nur bei gutem Wet­ter ist von oben etwas von der lan­gen Küs­te zu sehen.

Der Regio­nal­zug bum­melt gemüt­lich Rich­tung Polar­kreis. Er hält unter­wegs in sehens­wer­ten Orten wie zum Bei­spiel Trond­heim. Dort muss jeder umstei­gen, der wei­ter in den Nor­den fah­ren will. Eine Über­nach­tung lohnt sich aber dort. Denn es gibt eini­ges zu sehen. Dort steht nicht nur der berühm­te Nida­ros-Dom oder die aus Holz errich­te­ten Häu­ser im Aus­geh­vier­tel am Was­ser, das alte Werft­vier­tel am Nidel­va. Auf einer der Fahr­ten stell­te der Rei­sen­de sein Zelt mal zen­trums­nah auf eine park­ähn­li­che Rasen­flä­che. Er fand es gewagt, doch nie­mand weck­te ihn, um das Zelt abzu­bau­en. Als er mor­gens auf­wach­te, hör­te er die Bevöl­ke­rung auf dem Weg zur Arbeit an sich vor­bei­zie­hen. So läs­sig ist Nor­we­gen! Ein wei­te­rer schö­ner Ort ist Mo i Rana. Dort ist ein Besuch der Boots­mu­se­ums mit his­to­ri­schen Käh­nen emp­feh­lens­wert. Nicht zuletzt liegt die klei­ne Stadt male­risch am Fjord.

Günstige Nordlandbahn zum Polarkreis

Die Fahr­kar­te der Nord­land­bahn ist ziem­lich güns­tig für die vie­le Stun­den dau­ern­de Fahrt. Und es gibt sie etwas güns­ti­ger, wenn man sie online eini­ge Tage vor Antritt der Rei­se kauft. Bike­pa­ckern gefällt es auch, dass man das Rad nicht umständ­lich wie vor einem Flug ver­pa­cken muss. Danach kann man nur noch , dass es die Arbei­ter auf dem Flug­ha­fen pfleg­lich behan­deln. Statt­des­sen schiebt man es am Bahn­steig ein­fach ins Abteil des bereits lan­ge vor Abfahrt war­ten­den Zuges. Danach ver­sinkt der Rei­sen­de in einem der gemüt­li­chen Ses­sel und genießt die Fahrt in der Nord­land­bahn zum Polarkreis.

Jeder Fahr­gast erlebt die Fahrt anders. Was ein Repor­ter der Neu­en Zür­cher Zei­tung dabei fühl­te und dach­te, erfährst Du hier. Oder lockt es Dich nicht nur an den Polar­kreis, son­dern sogar nach Spitz­ber­gen?

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Mehr als Partys und Sonne

Bal­ler­mann? Strän­de? Mal­lor­ca hat auch Höh­len zur Besich­ti­gung anzu­bie­ten, die ich nicht ent­deck­te, als ich dort ein­mal die Insel umra­del­te. Mal­lor­ca hat­te ich lan­ge vor mir her­ge­scho­ben und erst ein­mal mir inter­es­san­ter erschei­nen­de Zie­le in Spa­ni­en auserkoren.

Anda­lu­si­en fand ich wegen des mau­ri­schen Erbes span­nen­der und besuch­te lie­ber Gra­na­da, Cór­do­ba, Sevil­la und Ron­da. Und natür­lich dem groß­ar­ti­gen Dich­ter Gar­cia Lor­ca hul­di­gen, der im Bür­ger­krieg von Geg­nern der Repu­blik erschos­sen wur­de. Gibral­tar woll­te ich lie­ber sehen, um mein Wis­sen aus dem Geschichts­stu­di­um über die Kolo­nie zu verlebendigen.

Doch dann kam ich auch nach Mal­lor­ca und war posi­tiv über­rascht, wie begeis­tert die Ein­hei­mi­schen selbst dort mit dem Renn­rad fah­ren, dass es dort auch längst nicht so über­lau­fen war bis auf die Hot­spots. Aller­dings war ich dort vor Ostern, was ich nur emp­feh­len kann.

Denn die Men­schen sind deut­lich ent­spann­ter. Der Inha­ber eines Hotels in Pal­ma führ­te mich dem­entspre­chend mit dem Rad durch die Gegend, in einem ande­ren in Port de Sól­ler hör­te ich tol­le spa­ni­sche Musik. Am nächs­ten Mor­gen über­gab mir eine Mit­ar­bei­te­rin eine Kopie der CD.

Wer mehr über die Höh­len erfah­ren will, soll­te hier weiterlesen:

Höh­len auf Mallorca

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Radler spielt mit dem Tornado

Rad­ler spielt mit dem Tor­na­do: Mit der eige­nen Kraft ein Ziel zu errei­chen — das fas­zi­niert den Rei­sen­den stets beim Rad­fah­ren. Einen Gebirgs­pass in Por­tu­gal oder Spa­ni­en zu erklim­men, von der schwe­di­schen Ost­küs­te quer durch Lapp­land bis zum Polar­meer zu radeln: Das berauscht ihn, so hart es auch manch­mal ist.

Die Fas­zi­na­ti­on, die Fahr­rä­der aus­lö­sen kön­nen, ist auch deut­lich an den Gesich­tern der Besu­cher des Uni­ver­sums in Bre­men abzu­le­sen. Dies hat der Rei­sen­de mit sei­ner Tan­te Chris­ta nach dem Besuch des Über­see-Muse­ums auf­ge­sucht. Die­se befas­sen sich dort mit Hoch­rä­dern, Moun­tain­bikes, Renn­rä­dern, Las­ten­rä­dern, Mili­tär­rä­dern, Damen­rä­dern und Rik­schas. Sie stram­peln mit einer Rik­scha durch eine Groß­stadt, betrach­ten stau­nend die Expe­ri­men­te, um aus Car­bon, Alu­mi­ni­um oder Plas­tik einen per­fek­ten Rah­men zu produzieren.

Durch­strei­fen & Erle­ben sieht dort Ket­ten­schal­tun­gen, die es schon Anfang des 20. Jahr­hun­derts gab. Er betrach­tet Rie­men- oder Seil­an­trie­be, Lauf­rä­der mit und sogar ohne Spei­chen. Er pro­biert an Model­len aus, wie die­se Antrie­be funktionieren.

Nicht alles funktioniert gut

Obwohl nicht alles gut funk­tio­niert, lohnt es sich trotz­dem für Rad­ler, den Weser­rad­weg für eine Wei­le zu ver­las­sen. Denn im Uni­ver­sum kön­nen sich Bike­pa­cker auch mal mit dem treu­en Stahl­ross, das den Rei­sen­den selbst zum Bei­spiel seit August 2017 gut und ger­ne 7.000 Kilo­me­ter durch Deutsch­land, Spa­ni­en und Por­tu­gal getra­gen hat.

Auch mit der Ent­ste­hung einer Wel­le, einer Wol­ke, eines Tor­na­dos oder des gerif­fel­ten Sand­strei­fens am Mee­res­ufer kann sich jeder in ande­ren Abtei­lun­gen des Hau­ses aus­ein­an­der­set­zen. Also mit Phä­no­me­nen, die jeder wäh­rend des Rad­wan­derns unmit­tel­ba­rer erfährt als Auto­fah­rer oder Pas­sa­gie­re eines Kreuz­fahrt­schiffs oder Haus­boo­tes. Denn die Zie­le erreicht man aus eige­ner Kraft.

Es sind Erleb­nis­se, die einen erden. Sie machen, wenn der Rad­ler mit dem Tor­na­do spielt, wel­chen Natur­ge­wal­ten man täg­lich aus­ge­setzt ist. Im Uni­ver­sum kann auch eine Wel­le erzeu­gen, um deren Kräf­te zu tes­ten. Zurück in der Natur spie­len wie­der nor­ma­ler Wind, ordent­li­che Wel­len und stei­le Ber­ge mit den Reisenden.

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Kunst am Radweg

Kunst am Rad­weg: Ulf Schulz und der Rei­sen­de sind nach wie vor im Sau­er­land unter­wegs. Heu­te sind bei­de in Eslo­he. Auf der Fahrt genos­sen sie die schö­ne Land­schaft. Dabei fand der Rei­sen­de nicht nur den Gruß am bun­ten Fahr­rad aus Ser­ken­ro­de. Die­ser trägt zur Erhei­te­rung bei. Und man fühlt sich will­kom­men bei sol­chen Aktio­nen. Fahr­rä­der wie die­ses fin­det man mitt­ler­wei­le an vie­len Orten der Welt. In Baum­berg bei Havix­beck steht ein Fahr­rad mit der Auf­schrift “Quäl dich!”. Die­se auf­mun­tern­den Wor­te gel­ten den­je­ni­gen, die sich trau­en, die stei­le Ram­pe zum Lon­gi­nus­turm hin­auf­zu­fah­ren. Selbst in den Baum­ber­gen gibt es also hier und da wie auch in Dar­up stei­le Stü­cke, über die sich Tour de France-Fah­rer Linus Ger­de­mann sei­ne Kar­rie­re auf­ge­baut hat. Und im Müns­ter­land fand der Rei­sen­de in der Umge­bung Dren­stein­furts ein schö­nes Ver­kehrs­schild mit den Bre­mer Stadt­mu­si­kan­ten. Ein Bau­er scheint es gestal­tet zu haben. Denn es steht an der Zufahrt zu sei­nem Hof.

Bier und Fledermaustunnel

In Algar­ve in Por­tu­gal ste­hen im Hin­ter­land auch Räder und dazu kunst­voll gestal­te­te Figu­ren mit Hel­men und Tri­kots vor Dorf­ein­gän­gen. Die “Kunst am Rad­weg” zeugt von der Rad­be­geis­te­rung der Bewoh­ner, obwohl Por­tu­gal nie den Sta­tus eines gro­ßen Rad­ren­nens erhal­ten hat wie die Tour de France oder die Vuel­ta de Espa­ña. Die Por­tu­gal-Rund­fahrt ist längst nicht jedem bekannt. Immer­hin aber gibt es hier und da Ver­an­stal­tun­gen wie in Coim­bra, wo Moun­tain­bike-Wett­be­wer­be lau­fen. Wer BTT Por­tu­gal in die Such­ma­schi­ne ein­gibt, fin­det bestimmt eini­ge Wettbewerbe.

Ulf hin­ge­gen fas­zi­nier­te auf der Stre­cke nach Eslo­he ein Fle­der­maus­tun­nel. Gro­ße Tei­le des Ruhr­tal­rad­wegs ver­lau­fen auf einer ehe­ma­li­gen Bahn­tras­se. Die­se erleich­tert dem sport­li­chen Schwer­ge­wicht Ulf unge­mein die Erkun­dung des Mit­tel­ge­bir­ges. Aber dies ist etwas über­trie­ben. Denn er meis­ter­te leicht den Auf­stieg zum Kah­len Asten, die Erklim­mung Win­ter­bergs und ande­rer höhe­rer Zie­le, ohne zu schnau­fen. Im Fle­der­maus­tun­nel leben wirk­lich geflü­gel­te Insektenjäger.

Schön dann auch der abend­li­che Emp­fang, im Gast- und Brau­haus in Eslo­he. Eigent­lich wären die Rei­sen­den lie­ber auf dem nahen Pony­hof unter­ge­kom­men. Doch die Betrei­ber sahen die­se wohl eher als Vaga­bun­den an. Dabei ver­lock­te der Anblick der Pfer­de und der Tisch­ten­nis­plat­te, hier einen lus­ti­gen Abend zu ver­brin­gen. Eher etwas unwirsch wie­sen einen die Eigen­tü­mer dort ab. Dafür aber hieß der Besit­zer die Bike­pa­cker herz­lich will­kom­men. Er spen­dier­te sei­nen Über­nach­tungs­gäs­ten ein lecke­res Bier. Prost!

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Wenn dir die Einsamkeit gefällt…

Wenn dir die Ein­sam­keit gefällt: “Si te gus­ta la sole­dad, si quie­res ser prot­ago­nis­ta de este cami­no jun­to a la gran­de­za del paisa­je y fren­te a dure­za de los fri­os y los soles. Si quie­res que los ata­r­de­ce­res te arras­tren en sus hon­dos silen­ci­os y que a las maña­nas los quie­bros de la auro­ra te agi­ten el alma … ¡este es tu camino!”

“Wenn dir die Ein­sam­keit gefällt, wenn du Haupt­dar­stel­ler die­ses Weges sein willst, zusam­men mit der Groß­ar­tig­keit der Land­schaft und gegen die Här­te der Käl­te und der Son­ne. Wenn du willst, dass die Son­nen­un­ter­gän­ge dich in ihr tie­fes Schwei­gen zie­hen und dass mor­gens die Unter­gän­ge der Mor­gen­rö­te dir die See­le auf­rüt­teln … ist dies dein Weg!”

Dies steht auf dem mit stei­ner­nen Wan­der­stie­feln ver­se­he­nen Monu­ment am Jakobs­weg “Via de la Pla­ta”. Die Stre­cke führt von Sevil­la in Anda­lu­si­en nach Sant­ia­go de Com­pos­te­la in Gali­ci­en. Den Rei­sen­den spricht der Text an. Denn er spricht von Ein­sam­keit, von der Här­te der Käl­te und der Son­ne, von wei­ter Land­schaft, von der Stil­le, der beein­dru­cken­den Stim­mung am Mor­gen. “Dann ist das dein Weg”. Kein ande­rer Jakobs­pil­ger ist in Sicht. Nur eini­ge hun­dert Meter wei­ter frisst ein ange­lein­ter Esel Gras in einer Sied­lung ohne Men­schen. Großartig!

Burg aus dem Roman “Don Quijote”

Hin­ge­gen tref­fen jetzt vor der Burg in Pue­bla de San­ab­ria Besu­cher ein. Vor die­ser steht der Rei­sen­de gera­de mit sei­nem Fahr­rad. Die­se wol­len wohl erfah­ren, wie die Fes­tung aus­sieht, die Miguel de Cer­van­tes in sei­nem berühm­ten Schel­men­ro­man “Don Qui­jo­te” zum Schau­platz sei­ner Hand­lung erwählt hat. Eine rich­ti­ge Rit­ter­burg mit run­den Eck­tür­men. Der Tou­ris­mus­ver­band bie­tet eine Tour auf den Spu­ren des Qui­jo­te an. Die­se ähnelt wohl den auch im deutsch­spra­chi­gen Raum oft zu fin­den­den Bur­gen­rou­ten. Heu­te zählt die Fes­tung zu den best­erhal­te­nen Bur­gen des 15. Jahr­hun­derts. Sie steht wie vie­le ande­re Fes­tun­gen auch auf einer Anhö­he. Von oben genie­ßen Tou­ris­ten den wei­ten Blick in die Land­schaft um die alte Fes­tungs­stadt Zamo­ra in Kas­ti­li­en-León. Hier ist es weit­ge­hend flach. Aber wuss­test Du, dass der Jakobs­weg sogar in die­ser Gegend auf weit über 1000 Meter Höhe ansteigt?

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Jakobsweg: Respekt auf der Straße

Jakobs­weg: Respekt auf der Stra­ße — Spa­ni­en ent­wi­ckelt sich rasant zu einem Rad­sport­land. Heu­te fährt der Rei­sen­de über die Gren­ze von Min­ho nach Gali­zi­en — von Valen­ça nach Tui. Er befin­det sich nach wie vor auf dem Jakobs­weg von Por­to nach Sant­ia­go. Beim Auf­pum­pen der Rei­fen und Rei­ni­gen des Schalt­werks fin­det er auf Augen­hö­he einen guten Text. An einer Tank­stel­le erklärt er sowohl Rad- als auch Auto­fah­rern Ver­kehrs­re­geln: El res­pe­to en la car­re­te­ra es cosa de todos. Respekt auf der Stra­ße geht alle an. Dies gilt nicht nur auf dem Jakobsweg.

Respekt auf der Straße geht alle an

Ach­te auf 1,5 Meter Abstand beim Vor­bei­fah­ren und fah­re defensiv.

Betrach­te eine Grup­pe von Rad­fah­rern als eine ein­zi­ge mobi­le Einheit.

Über­ho­le kein ande­res Fahr­zeug, wenn Dir Rad­fah­rer entgegenkommen.

Benut­ze ein reflek­tie­ren­des Vor­der­licht und tra­ge nachts eine reflek­tie­ren­de Weste.

Respek­tie­re die Ver­kehrs­re­geln genau­so wie alle ande­ren Verkehrsteilnehmer.

Wenn Du neben­ein­an­der fah­ren willst, dann fahrt höchs­tens zu zweit.

Soll­te man das nicht auch an Park­plät­zen, Tank­stel­len und öffent­li­chen Gebäu­den in Deutsch­land auf­hän­gen? Das sind an sich Ver­kehrs­re­geln, die jeder schon im Kin­der­gar­ten lernt. Doch ange­sichts vie­ler schwe­rer Ver­kehrs­un­fäl­le durch fal­sches Über­ho­len, Han­dy am Ohr, Alko­hol und Dro­gen und zu enges Vor­bei­fah­ren ist es wohl nötig. 

Neue Buß­gel­der der STVO 2021 schei­nen auch nichts abzu­mil­dern. Seit Beginn der Woche las der Rei­sen­de von meh­re­ren schwe­ren Unfäl­len: Über­se­hen eines Fahr­zeugs beim Abbie­gen auf eine schma­le Stra­ße. Smart­phone am Ohr und Alko­hol im Blut. Alle Betei­lig­ten lie­gen jetzt mit schwe­ren Ver­let­zun­gen im Krankenhaus. 

Jakobs­weg — Respekt auf der Stra­ße geht eben alle etwas an. Aber nicht nur auf dem Pil­ger­weg. Hin­ter­grund des­sen ist, dass sich im Früh­jahr schwe­re Unfäl­le zwi­schen Auto­fah­rern und vor allem Renn­rad­fah­rern in Grup­pen in Anda­lu­si­en ereig­ne­ten. Dies erklär­ten hier Ein­hei­mi­sche vor Ort. Es ist auch deut­lich zu spü­ren, dass die Leu­te sehr vor­sich­tig fah­ren. Eini­ge hun­dert Kilo­me­ter wei­ter vor A Coru­ña fin­det sich sogar ein wesent­lich grö­ße­res Ver­kehrs­schild mit den Wor­ten: Ach­tung! Elf Kilo­me­ter mit Rad­fah­rern. Von wegen heiß­blü­ti­ge Südländer!

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