Jetzt im TV: Naturparks in Europa

Jetzt im TV: Natur­parks in Euro­pa. Aktu­ell ver­sorgt der Rei­sen­de euch mög­lichst regel­mä­ßig mit TV-Dokus über Kul­tur und Rei­se. Im Zen­trum ste­hen belieb­te Zie­le in Euro­pa, die jetzt im Fern­se­hen lau­fen. Dies­mal sind nach der Mas­se an Dokus in der ver­gan­ge­nen Woche nur Deutsch­land, Por­tu­gal und Öster­reich ver­tre­ten. Am meis­ten erfah­ren die Zuschau­er dies­mal über Desti­na­tio­nen in Deutsch­land. Das liegt wohl an Coro­na man­gels Rei­se­mög­lich­kei­ten liegt.

Emp­feh­len kann der Rei­sen­de einen Film über Natur­parks in Por­tu­gal. Er sah ihn bereits. Die Ser­ra da Est­re­la kennt er gut, da er dort mehr­fach recher­chier­te, einen Rei­se­füh­rer dar­über ver­fass­te. Die Regi­on liegt im Cen­tro de Por­tu­gal. Sie besticht durch hohe Ber­ge und Juwe­len-Dör­fer. Und sie ist gut mit dem Rad zu berei­sen. Denn die Stre­cken sind auf der von zu emp­feh­len­den Rund­stre­cke nicht steil. Zwei Wochen kannst Du die Regi­on ohne Mus­kel­ka­ter erkunden.

Naturpark Peneda-Gerês

Gera­de schau­te der Rei­sen­de nach, wo der Natur­park Pene­da-Gerês liegt. Dabei stell­te er fest, dass er schon nah dran war, als er von Sant­ia­go de Com­pos­te­la über All­ariz nach Alber­gue­ria fuhr. Daher kann er sich auch vor­stel­len, wie es dort aus­sieht. Es ist ber­gig. Er kur­bel­te auf Ser­pen­ti­nen stun­den­lang berg­auf und ‑ab, genoss Aus­bli­cke, Adler und Gei­er und Cafés in Dör­fern. Eine in einer hoch gele­ge­nen Sied­lung ober­halb eines Stau­sees leben­de alte Frau stöhn­te „Mein Gott“, als sie den Rad­ler her­auf­kom­men sah. Wahr­schein­lich mal­te sie sich des­sen Lei­den aus. Aber da es auch lan­ge Täler gibt, konn­te er sich immer wie­der mal aus­ru­hen. Außer­dem ver­brennt er immer ordent­lich Kalo­rien. Neu­lich radel­te er 123 Kilo­me­ter auf einer der schöns­ten Rad­stre­cken von Müns­ter nach Wett­rin­gen und wie­der zurück: 2760 Kalo­rien. Viel muss­te er bei der Por­tu­gal-Tour also nicht heraufschleppen.

Außer ihm radel­ten auch zwei Mädels mit Zelt durchs Dorf. Sonst schei­nen fast nur Pil­ger auf dem Jakobs­weg durch­zu­kom­men. Daher hielt mich die Frau wohl für etwas Beson­de­res. Ich reagier­te spä­ter ähn­lich ent­setzt, als ich Spu­ren der Ver­wüs­tung durch Bau­ar­bei­ten ent­lang der Ser­pen­ti­nen sah. Ein Tun­nel wur­de ver­brei­tert, um eine Schnell-Ver­bin­dung für Züge von A Coru­ña nach Madrid her­zu­stel­len. Ein Jäger ver­si­cher­te dem deut­schen Bike­pa­cker, dass die­se Spu­ren bald wie­der besei­tigt würden.

Eifel auch Thema

Sonst gibt es im Fern­se­hen viel über die Eifel zu sehen. Da vor den Toren Bonns, wor­über auch eine Doku läuft, wan­de­re ich dort oft mit Freun­den. Beson­ders Kur­gäs­te wis­sen die Gegend zu schät­zen, da es zum Bei­spiel gesun­des Ther­mal­was­ser in Bad Neu­en­ahr gibt. Neu­lich las ich, dass aktu­ell in der Gegend um Hel­len­thal Nar­zis­sen blüh­ten. Vie­le Gebie­te wür­den gelb leuch­ten. Ich ken­ne das nur vom Gins­ter, der ab dem Som­mer blüht. Emp­feh­lens­wert ist auch eine Wan­de­rung bei Maria Laach. Denn dort spru­delt Koh­len­säu­re an die Ober­flä­che eines Sees. Die Gegend steckt vol­ler Maa­re. Vul­ka­ne sind sogar aktiv, wenn auch nur schwach. 

Es gibt also auch in Coro­na-Zei­ten viel in der eige­nen Gegend zu ent­de­cken, wenn Du so mutig bist, alte Wege zu ver­las­sen und neue zu beschrei­ten. Und nun zu: Jetzt im TV: Natur­parks in Europa.


SoMoDiFr
Deutsch­landEifel – Die schöns­ten Bade­seen und Tal­sper­ren, WDR, 15.00 Uhr

Wil­de Eifel – Grü­nes Herz im Wes­ten, WDR, 15.15 Uhr

Wan­de­run­gen von der Mosel bis an den Rhein, SWR, 15.45 Uhr
Von der Elbe bis zur Ems, NDR, 20.15 UhrBoom­town Bonn, Neu­er Glanz in alter Haupt­stadt, Phoe­nix, 17.15 UhrDas grü­ne Herz West­fa­lens, ein Wald im Wan­del, WDR, 20.15 Uhr

Wat­ten­meer, Klei­ne Inseln, gro­ße Chan­cen, NDR, 20.15 Uhr
Öster­reich
Alpen­ju­we­len – Zu Fuß von der Zug­spit­ze nach Bozen, SWR, 15.45 Uhr

Por­tu­gal
Natur­parks in Por­tu­gal, Pene­da-Gerês, Ser­ra da Est­re­la, arte, 17.50 Uhr

Natur­parks in Por­tu­gal, Madei­ra, arte 18.30 Uhr

Natur­parks in Por­tu­gal, Rio For­mo­sa, arte, 17.50 Uhr

TV-Dokus Rei­se und Kultur
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Sauberkeit spanischer Urlaubsziele untersucht

Sau­ber­keit spa­ni­scher Urlaubs­zie­le unter­sucht: Gali­cier gel­ten in Spa­ni­en als fröh­li­ches Volk. Als der Rei­sen­de vor eini­gen Mona­ten in Sant­ia­go de Com­pos­te­la gas­tier­te, waren die Bars abends im Zen­trum immer gut gefüllt. Es war schwie­rig, dort einen Platz zu bekom­men. An vie­len Orten wird musi­ziert. Noch heu­te nimmt der Dudel­sack eine her­vor­ra­gen­de Rol­le ein. Das liegt nicht nur dar­an, dass Sant­ia­go eine wich­ti­ge Pil­ger­stadt ist. Daher tref­fen vie­le Men­schen aus der gan­zen Welt täg­lich in der Stadt ein. Ähn­lich gepolt sind auch die Men­schen in Städ­ten wie A Coru­ña oder Ourense.

Doch wie sau­ber sind spa­ni­sche Städ­te? Für jeden ist es ent­täu­schend, am Urlaubs­ort anzu­kom­men und fie­se mensch­li­che Hin­ter­las­sen­schaf­ten vorzufinden.

Die Tages­zei­tung „La Voz de Gali­cia“ ver­öf­fent­licht jetzt einen Arti­kel über die Sau­ber­keit 60 spa­ni­scher Städ­te. Am sau­bers­ten sind Ovie­do, Bil­bao und Vigo. Feder­füh­rend ist die Orga­ni­za­ción de Con­sum­i­do­res y Usua­ri­os (OCU).

Die­sen drei Städ­ten gegen­über schnei­den die Hafen­stadt A Coru­ña und das Städt­chen Lugo rela­tiv schlecht ab. Lugo hat sich dem­nach sogar ver­schlech­tert in den ver­gan­ge­nen Jah­ren, Vigo hin­ge­gen ver­bes­sert. Die ers­te Stu­die dar­über wur­de 1995 ver­öf­fent­licht. Die letz­te Unter­su­chung ist vier Jah­re her.

Der Ver­fas­ser des Arti­kels sieht eine Ursa­che für die Sau­ber­keit dar­in, dass Städ­te bereit sind, in Sau­ber­keit zu inves­tie­ren. So gibt die Stadt Vigo 71 Euro pro Ein­woh­ner aus. Hin­ge­gen liegt A Coru­ña mit 43 Euro deut­lich niedriger.

Ärger gilt Exkrementen, wilden Plakaten sowie ungepflegten Parks

Vo allem ärgern sich die Bewoh­ner A Coru­ñas über wil­de Graf­fi­ti und Pla­ka­te sowie Exkre­men­te auf den Wegen. Auch schlech­te Müll­be­sei­ti­gung wer­den bemän­gelt und die man­geln­de Pfle­ge der Grün­an­la­gen. Eben­so wird die Ver­nach­läs­si­gung der Außen­vier­tel der Stadt genannt. Hin­ge­gen schnei­det die Qua­li­tät der Luft gut für eine Stadt die­ser Grö­ße ab. Denn sie ist ein wich­ti­ger Industriestandort.

Schlecht schnei­det auch die Römer­stadt Lugo ab. Durch die­se kommt auch man­cher Jakobs­pil­ger auf dem Weg nach Sant­ia­go. Die „Stadt der römisch-anti­ken Mau­ern“ erhält nur bei der Bewer­tung der Luft­qua­li­tät gute Noten. Bemän­gelt wer­den aber die Sau­ber­keit der Stra­ßen und die Instand­hal­tung der Park­an­la­gen. Ähn­lich schlecht bewer­tet man auch, dass Exkre­men­te vor­han­den sind und Müll schlecht besei­tigt wird.

Etwas bes­ser scheint es hin­ge­gen in Städ­ten wie Pon­te­ve­dra und Ouren­se aus­zu­se­hen. Die lie­gen in der Mit­te der 60 bewer­te­ten Städ­te. Ouren­se hat aber auch eine attrak­ti­ve Alt­stadt. Jakobs­pil­ger kön­nen ihre Glie­der kos­ten­los im Was­ser einer Ther­mal­quel­le aus­stre­cken. Die Sau­ber­keit in Pon­te­ve­dra wird wohl­wol­lend zur Kennt­nis genom­men. Dort muss sich dort zuletzt eini­ges getan haben. Denn die Stadt macht im Ran­king einen gro­ßen Satz nach vorne.

Bilbao macht großen Satz nach vorne

Dies trifft auch auf die bas­ki­sche Metro­po­le Bil­bao zu. Sie ist eben­so wie A Coru­ña eine alte Indus­trie­stadt. Bil­bao mach­te von allen unter­such­ten Städ­ten den größ­ten Sprung nach vor­ne. In Ouren­se sieht es etwas schlech­ter aus. Gut schnei­det wie­der­um die Luft­qua­li­tät ab. Ledig­lich in Lérez ist man mit der Sau­ber­keit und dem Zustand der Grün­an­la­gen sehr zufrie­den. Aller­dings stört die Ein­woh­ner der Anblick von Kot erheblich. 

Sau­ber­keit spa­ni­scher Urlaubs­zie­le unter­sucht: Mal schau­en, wie es bei der nächs­ten Unter­su­chung aus­sieht. Sau­ber­keit am Urlaubs­ziel betrifft ja auch Tou­ris­ten und nicht nur die Ein­woh­ner. In Laxe, dem nächs­ten Ziel auf dem Pil­ger­weg, ist die Welt aber noch in Ordnung.

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Urlaub der Extreme

Eine ganz ande­re Per­spek­ti­ve erhältst Du, wenn du im Urlaub ein Land nach geo­gra­phi­schen Punk­ten erkun­dest. Geo­gra­phen vorwärts!

Nach der Zei­tung „La Voz de Gali­cia“ gibt es in Spa­ni­en so eini­ge inter­es­san­te geo­gra­phi­sche Punk­te. Ich per­sön­lich habe mit dem Ort Tarifa jetzt end­lich eine Esels­brü­cke für die Gren­ze zwi­schen Atlan­tik und Mit­tel­meer gefun­den, denn ich konn­te mir das bis­her nie mer­ken. In Tarifa ist mir bei einer mei­ner Rad­wan­de­run­gen vor allem der wahn­sin­ni­ge Wind am Strand auf­ge­fal­len, wes­halb die Gegend beson­ders Sur­fern gefällt.

Hin­ge­gen gilt Estaca de Bares in der Pro­vinz A Coru­ña als Ort, wo der Atlan­tik vom kan­tabri­schen Meer getrennt wird. Dort liegt eben­falls der nörd­lichs­te Punkt der Ibe­ri­schen Halb­in­sel mit schö­ner Steil­küs­te, die zugleich Lebens­raum und Durch­zugs­ge­biet von Zug­vö­geln ist.

Hin­ge­gen war mir aber schon beim Urlaub auf der Kana­ren­in­sel El Hier­ro bewusst, dass ich mich an der Pun­ta de la Orchil­la am west­lichs­ten Punkt Spa­ni­ens befand. Vor 1492 habe man geglaubt, dass sich dort der west­lichs­te Punkt der Erde befand, schreibt „La Voz“.

Und an wel­chen Punk­ten ergibt sich die längs­te Stre­cke zwi­schen Wes­ten und Osten der Halb­in­sel? Den öst­li­chen Punkt bil­det der Cabo de Creus bei Gero­na, wo es einen spek­ta­ku­lä­ren Natur­park gibt. Im Wes­ten hin­ge­gen liegt der Cabo Fis­ter­ra das Gegen­über, der auch Ziel der Jakobs­pil­ger ist, die auch etwas von der beein­dru­cken­den Steil­küs­te sehen wol­len, von der ein Teil sogar als Todes­küs­te bezeich­net wird. Unter See­fah­rern gilt die­se Küs­te als gefähr­lich. Viel Spaß beim Durch­strei­fen und Erleben.

Wei­te­re Informationen:

Ein­zig­ar­ti­ge geo­gra­phi­sche Zie­le in Spanien

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Schwan Petra lebt jetzt in Cedeira

Schwan Petra lebt jetzt in Cedei­ra: Ihr ver­misst bestimmt den Schwan Petra vom Aasee in Müns­ter. Sie ver­lieb­te sich vor eini­gen Jah­ren in ein Tret­boot. Die­ses war wie ein Schwan gestal­tet. Der Rei­sen­de sieht gera­de zu, wie sie auf einem Fluss in Cedei­ra in Gali­ci­en schwimmt. Auch hier zwi­schen Cedei­ra, A Coru­ña und Riba­deo wird das Tier bewun­dert. Gera­de sag­te eine Frau neben ihm: “Qué boni­to el negrito”. 

Aller­dings tau­chen hier (noch) kei­ne Jour­na­lis­ten aus aller Welt auf, um über die gro­ße Lie­be des Schwans zu berich­ten. Der Schwan schwimmt gemüt­lich in der Mit­tags­zeit vor sich hin. Natür­lich heißt er nicht Petra, sonst hät­te ihn die Frau auch “Petra” geru­fen. Doch er weck­te beim Rad­wan­dern durch Gali­ci­en Erin­ne­run­gen an das gro­ße Auf­se­hen in der Hei­mat­stadt.

Zur höchsten Steilküste Europas

Auf die­sem Weg an der höchs­ten Steil­küs­te Euro­pas rollt, springt und trot­tet der Rest der Lebe­we­sen auf dem Pla­ne­ten Erde. Die Ser­ra da Capela­da liegt also höher als die von Amal­fi am Golf von Nea­pel und Höga Kus­ten im Häl­sing­land, süd­lich von Umeå. Die höchs­te Erhe­bung Gali­ci­ens ist mit 2127 Metern die Pena Tre­vin­ca nahe Ouren­se im Lan­des­in­ne­ren. Die aller­dings sanf­te Stei­gung ist auf den 13 Kilo­me­tern Stre­cke von Cedei­ra deut­lich zu spü­ren. Und der Blick aufs Was­ser vom Mira­doi­ro de San­to André de Tei­x­ido fällt sehr viel tie­fer aus als an den Tagen zuvor. Er ist sogar beein­dru­ckend. Die Ser­ra da Capela­da selbst führt zwan­zig Kilo­me­ter weit bis bis zum Cabo Orte­gal bei Cari­ño.

Der klei­ne Ort San­to André de Tei­x­ido lohnt sich eben­falls. Es gibt Tou­ris­mus, doch fällt er nur gering aus. So ist der Küs­ten­weg gut und sicher zu befah­ren. Ein belieb­tes Ziel in der Umge­bung sind auch die Wei­den im Geo­park Cedei­ra, auf denen Kühe frei leben. Auch Scha­fe kreu­zen hier und da den Weg, was der Rei­sen­de nur aus Nor­we­gen kennt. Es geht wei­ter auf dem Küs­ten­weg zum Cabo Orte­gal Richtung 

Der klei­ne Ort San­to André de Tei­x­ido lohnt sich eben­falls. Es gibt Tou­ris­mus, doch fällt er nur gering aus. So ist der Küs­ten­weg gut und sicher zu befah­ren. Ein belieb­tes Ziel in der Umge­bung sind auch die Wei­den im Geo­park Cedei­ra, auf denen Kühe frei leben. Auch Scha­fe kreu­zen hier und da den Weg, was der Rei­sen­de nur aus Nor­we­gen kennt. Es geht wei­ter auf dem Küs­ten­weg zum Cabo Orte­gal Rich­tung Cari­ño und Riba­deo. Dort lie­gen die höchs­ten Klip­pen Euro­pas. Und schö­ne Strän­de wie die “Pra­ia das Cate­drais”. Da fällt dem Rei­sen­den jetzt auf: Schwan Petra lebt jetzt in Cedei­ra. Aber vie­le ande­re Vögel hat er bis­her noch nicht hier gese­hen außer Möwen. Viel­leicht ändert sich das noch?

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Entenmuscheln in Pontedeume

Enten­mu­scheln in Pon­te­deu­me: welch ein Glücks­fall in die­ser abge­le­ge­nen Gegend! Pon­te­deu­me liegt dort, wo der Río Eume in die Bucht Ría de Ares im Gol­fo Ártab­ro mün­det. Größ­te Stadt in der Umge­bung ist A Coru­ña. An sich hat­te der Rei­sen­de einen Cam­ping­platz am Strand ein­ge­plant. Doch als er abends ankam, sah er, dass auch hier wie auf ande­ren Plät­zen Ende Sep­tem­ber schon die Tore geschlos­sen waren. Als Sicher­heit schleppt er immer ein Zelt auf dem Rad mit sich her­um. So kann er sich doch, falls alle Stri­cke rei­ßen, irgend­wo einen Stell­platz an einem siche­ren Ort suchen. Denn manch­mal sind auch Hotels schon aus­ge­bucht. Oder in der Pil­ger­her­ber­ge nach Sant­ia­go de Com­pos­te­la ist es zum Bers­ten voll, so dass er die Her­bergs­el­tern dann bit­tet, das Zelt auf dem Rasen auf­stel­len zu dür­fen. Oft schnarcht jemand oder es riecht unan­ge­nehm, so dass es im Zelt doch viel kom­for­ta­bler ist. 

Doch zum Glück gibt es ein Hotel auf der hüb­schen Halb­in­sel hin­ter Pon­te­deu­me. Als der Rei­sen­de dort ein­trifft, stößt er auf einen sehr freund­li­chen Hote­lier hin­ter der The­ke. Spon­tan lädt ihn die­ser zu einer Deli­ka­tes­se ein: perce­bes. Ein Freund habe ihm eine gro­ße Men­ge geschenkt. Wahr­schein­lich sorgt er sich nur, dass sie ver­der­ben könn­ten. Aber eine tol­le Ges­te ist es trotz­dem, auch weil er den Wert des Geschenks zu schät­zen weiß. Lie­ber zube­rei­ten als weg­wer­fen. Viel­leicht spricht es auch dafür, dass Gali­ci­en frü­her sehr arm war und davon gepräg­te Men­schen Lebens­mit­tel nicht ein­fach wegwerfen.

Muschelsammler haben einen gefährlichen Job

Enten­mu­scheln, ein Krebs­tier, fin­den sich an den Fels­wand ent­lang der Küs­te. Ein gefähr­li­cher Job, den der Rei­sen­de von einem der vie­len Leucht­tür­me am Meer mal beob­ach­ten durf­te. Zwei Män­ner klet­ter­ten im stei­len Gelän­de ober­halb der auf- und abrol­len­den Wel­len her­um. Es ist eine gefähr­li­che Arbeit, bei der Klet­te­rer leicht abrut­schen kön­nen. Aber auch ein lukra­ti­ver. Denn Enten­mu­scheln wer­den gut bezahlt. Dazu schenkt der Wirt den guten Weiß­wein Alb­ari­ño ein. 

Aller­dings ist es wie mit man­chen Deli­ka­tes­sen: Ob sie einem letzt­lich auch wirk­lich schme­cken, ist rei­ne Geschmacks­sa­che. So wie bei Trüf­feln. Der Rei­sen­de fin­det den Hype dar­um über­trie­ben. Pfif­fer­lin­ge oder ein guter Stein­pilz schme­cken doch viel bes­ser. Und frisch gefan­ge­ne Mies­mu­scheln wür­de er immer Enten­mu­scheln vorziehen. 

Ihr seht, ihr müsst euch um Rei­sen­de hier kei­ne Sor­gen wegen Unter­ernäh­rung machen, solan­ge es Enten­mu­scheln in Pon­te­deu­me gibt. Mor­gen geht es wei­ter Rich­tung Fer­rol und Ribadeo.

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Boxenstopp in der Hafenstadt A Coruña

Boxen­stopp in der Hafen­stadt A Coru­ña: Seit eini­gen Tagen hält sich der Rei­sen­de in A Coru­ña auf. In der gali­zi­schen Hafen­stadt streift er tags­über allei­ne umher. Am spä­ten Nach­mit­tag kom­men Toni und Luis und zei­gen ihm die Gegend. Bei­de sind pas­sio­nier­te Hob­by-Foto­gra­fen. Toni Cor­ra­les ist anzu­mer­ken, dass er vie­le Jah­re in der Nau­tik gear­bei­tet hat. Sel­ten hat der Rei­sen­de Foto­gra­fen wie ihn erlebt. Er berech­net genau, wie er am bes­ten Blen­de und Zeit auf­ein­an­der abstimmt. Und Toni beherrscht bestimm­te For­meln aus­wen­dig, die zum Foto­gra­fie­ren wich­tig sind. Ein Phä­no­men! Er beob­ach­tet auch Son­nen­stand und Abstand zu Objek­ten wie Leucht­tür­men. Tau­sen­de sei­ner Bil­der sind auf flickr gespeichert.

Der Rei­sen­de lern­te Toni und Luis an einem Strand nahe A Coru­ña ken­nen. Dahin­ter liegt ein klei­ner Cam­ping­platz, auf dem er sein Zelt auf­ge­baut hat. Vor einem Restau­rant ver­brach­ten eini­ge Men­schen aus der Stadt gemüt­li­che Stun­den in einem Café. Man­che freu­ten sich sicher über den gera­de begon­nen Urlaub in Gali­ci­en. Eine bekann­te Poli­ti­ke­rin aus der Stadt lud ihn, neu­gie­rig wie Spa­ni­er eben so sind, zu Kaf­fee und Kuchen ein. Los ging das Gespräch über die absol­vier­te Rad­stre­cke, über spa­ni­sche und deut­sche Poli­tik, über schö­ne Frau­en in Por­tu­gal und Spa­ni­en. Sie mein­te, spa­ni­sche Frau­en sei­en hüb­scher als Por­tu­gie­sin­nen. Ihr Mann, ein Archi­tekt, hör­te ruhig dabei zu. Er drück­te dem Rei­sen­den zum Abschied sei­ne Visi­ten­kar­te in die Hand, bot an, zu hel­fen, falls Not am Mann sei.

Gemeinsame Stadtbesichtigungen

Dann tauch­ten Toni und Luis am Strand auf. Sie foto­gra­fier­ten am Was­ser auf und abge­hend die Sze­ne­rie vor der lang­sam unter­ge­hen­den Son­ne. Dabei gaben sie ein inter­es­san­tes Schat­ten­spiel ab. Bei­de dach­ten zunächst, sie wären dem Rei­sen­den im Wege und ent­schul­dig­ten sich etwas ver­le­gen. Erfreut reagier­ten sie auf die uner­war­te­te Ant­wort, ihre Schat­ten­ris­se sei­en durch­aus reiz­voll für gute Bil­der. Sofort kam die Ein­la­dung zur Stadtbesichtigung.

Am nächs­ten Abend stand Toni denn auch mit sei­nem Seat vorm Hotel. Drei Tage lang ging es abends durch die Hafen­stadt an ver­schie­de­ne sehens­wer­te Orte. Die­se hät­te der Rei­sen­de allei­ne, und wenn über­haupt, erst nach eini­ger Recher­che gefun­den. Der Her­ku­le­sturm, ein aus der Römer­zeit stam­men­der und akti­ver Leucht­turm — Unesco-Welt­kul­tur­er­be — ist nicht damit gemeint. Bei­de kann­ten die alte Geschütz­stel­lung aus dem Spa­ni­schen Bür­ger­krieg auf dem Stadt­hü­gel. Eben­so wuss­ten sie, wo eine alte Burg auf der ande­ren Sei­te der Stadt stand. Tol­le Bars, wo es lecke­re Tapas gab, kann­ten sie natür­lich auch. Der Boxen­stopp in der Hafen­stadt A Coru­ña hat sich voll gelohnt. Beim Abschied ver­sprach Toni den Rei­sen­den wei­ter über den Mes­sen­ger auf sei­ner Rei­se durch Gali­ci­en zu beglei­ten. Er woll­te ihn mit guten Tipps zum Foto­gra­fie­ren ver­sor­gen. Das nimmt der Rei­sen­de ger­ne an, der jetzt auf dem Weg nach Pon­te­deu­me ist.

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Radwandern an der Costa da morte

Rad­wan­dern an der Cos­ta da mor­te: eine der schöns­ten Stre­cken zwi­schen Laxe und Pon­te­se­co an der Todes­küs­te in Gali­ci­en. Mit dem Auto kann man dort nicht fah­ren. Aber jeder, der hier Feri­en ver­bringt, kann eini­ge Kilo­me­ter wun­der­bar radeln oder spa­zie­ren gehen. Es gibt auch Tour-Anbie­ter, die hier geführ­te Grup­pen­wan­de­run­gen anbieten.

Die Stre­cke führt sicher auch vor­bei an neu­en Leucht­turm Faro da Pun­ta Nari­ga, der auf einem Fels­vor­sprung steht. Mit­te Sep­tem­ber lie­gen aller­dings hier vie­le Sta­cheln ent­lang des Weges. Vor zwei Tagen fing sich der Rei­sen­de irgend­wo einen ein. Dem konn­ten auch dicke MTB-Rei­fen nichts ent­ge­gen­set­zen. Er repa­rier­te den Schlauch und fuhr dann wei­ter, anneh­mend, dass der klei­ne Scha­den beho­ben wäre. Doch ver­fehlt. In Mal­pi­ca mel­de­te sich end­gül­tig der Schleich­plat­ten an. Daher steu­er­te der Rei­sen­de ein Café an, bestell­te sich einen Kaf­fee und fing an, den Rei­fen abzu­tas­ten. Ihm hal­fen dann sage und schrei­be sechs Leu­te, einen win­zi­gen Dorn zu finden. 

Ein Paar park­te vor dem Café, stell­te die Warn­blink­an­la­ge an. Dort früh­stück­te ich und such­te zugleich den Dorn. Der Mann leg­te Flick­zeug hin. Und er hol­te einen Eimer mit Was­ser und such­te nach wei­te­ren Löchern. Sie sah sich der­zeit kon­zen­triert den Man­tel an und fand auch etwas, was hof­fent­lich der Dorn war. Ein Mädel vom Neben­tisch reich­te unauf­ge­for­dert eine Pin­zet­te. Mit ihren lan­gen schma­len Fin­gern gelang es ihr tat­säch­lich, mit der Pin­zet­te den Sta­chel her­aus­zu­zie­hen. Sie lös­te das Pro­blem. Ein schö­nes Zei­chen der Hilfs­be­reit­schaft. Die ande­ren gaben gute Rat­schlä­ge. Ein Gast über­nahm einen Kaf­fee. Und der berühm­te Dich­ter Andrés Mou­ren­te Cas­tro stell­te sich ihm vor. Er habe bereits vier Thea­ter­stü­cke geschrieben. 

Das ist jetzt Gali­ci­en. Wahr­schein­lich liegt es dar­an, dass er letz­te Nacht sein Zelt zwi­schen einer Kapel­le und dem Fried­hof von Mens auf­ge­baut hat­te. Die Toten seg­ne­ten sei­ne Pil­ger­rei­se. Und einen Tag spä­ter hält der Schlauch noch immer.

Klar ging es nach der Repa­ra­tur in die nächs­te Apo­the­ke. Dort besorg­te sich der Rei­sen­de auch eine Pin­zet­te. Mit ihr wird er hof­fent­lich künf­tig mit jedem Sta­chel fer­tig. Selbst wenn der Ort Mal­pi­ca hei­ßen sollte. 

Danach fand der Rei­sen­de end­lich sei­nen ers­ten gali­cis­chen Dol­men. Pedra da Arca liegt sehr freund­lich direkt an der Stre­cke in einem schö­nen Wald. End­lich mal muss er nicht fünf Kilo­me­ter in eine Art Ein­bahn­stra­ße fah­ren, um eine Sehens­wür­dig­keit zu besichtigen. 

Rad­wan­dern an der Cos­ta da mor­te: Hier fin­det man hilfs­be­rei­te Men­schen und nicht den Tod. Es geht wei­ter an schö­nen Strän­den vor­bei. Jetzt wird es Zeit, sich den kuli­na­ri­schen Köst­lich­kei­ten der Regi­on zu widmen.

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A Coruña oder doch Lofot?

A Coru­ña oder doch Lofot? Hier — an der Gren­ze zur Pro­vinz A Coru­ña in Gali­ci­en — ver­blüfft den Rei­sen­den die Ähn­lich­keit bei­der Land­schaf­ten. Gera­de rund um Diger­mu­len sieht es ziem­lich ähn­lich aus.

Lei­der hat er gera­de kein Foto von Diger­mu­len zur Hand. Er kann jedoch ande­re Küs­ten­strei­fen zum Ver­gleich ein­fü­gen. Denn es ist doch inter­es­sant, her­aus­zu­be­kom­men, war­um man so beim Urlaub in Gali­ci­en oder auf dem Lofot empfindet.

Hier nun eini­ge Hypo­the­sen: Sicher­lich liegt es vor allem am Licht. Der Blick geht an expo­nier­ter Stel­le in die Fer­ne. Nicht umsonst ist Ska­gen, das eine expo­nier­te Lage an der Nord­spit­ze Jüt­lands ein­nimmt, berühmt durch die Ska­ge­ner Maler­schu­le geworden. 

Sowohl Diger­mu­len als auch die Stel­le in der Pro­vinz A Coru­ña lie­gen ein­sam. Nur im Hin­ter­grund erhe­ben sich in Nor­we­gen die grü­nen Alpen am Meer, maxi­mal 1161 Meter hoch. Dort recken sich die maxi­mal 800 Meter hohen Ber­ge Gali­ci­ens in die Höhe. An der Küs­te gehen die Ber­ge schließ­lich auch über in die Rías Baix­as und die Rías Altas. In den Rías Baix­as liegt die Sier­ra del Bar­ban­za. Die Rías Altas sind der Teil der Küs­ten­re­gi­on Gali­ci­ens. Die­se lau­fen vom Kap Finis­terre in der west­li­chen Pro­vinz von A Coru­ña nach Riba­deo in der nord­öst­li­chen Pro­vinz Lugo. Dort gren­zen sie an Astu­ri­en. Sie gehö­ren zum gali­zisch-leo­ni­schem Massiv.

Beste Badeplätze und mildes Klima

Bei­de Orte lie­gen auch an rau­en Küs­ten. Die gali­cische Küs­te ist nicht min­der gefähr­lich als das Polar­meer. Vie­le Fischer kos­te­ten die Wet­ter­ver­hält­nis­se das Leben. In ihnen fließt ziem­lich kal­tes Was­ser. Des­halb sind man­che Urlau­ber auch ent­täuscht, wenn sie mei­nen, den Traum­strand bei Por­to gefun­den zu haben, aber dort nicht wirk­lich schwim­men mögen. Selbst an Algar­ve gibt es so kal­te Strö­mun­gen. Nur erfah­re­ne Ein­hei­mi­sche wis­sen dort, wo die bes­ten Bade­plät­ze lie­gen für einen gelun­ge­nen Urlaub an Algar­ve lie­gen. Ebbe und Flut sor­gen natür­lich auch für ein ähn­li­ches Erscheinungsbild.

Die Was­ser­tem­pe­ra­tur bestimmt die Vege­ta­ti­on auf Gra­nit mit dün­ner Kru­me in bei­den Land­stri­chen. Auch dadurch kann es wohl zu einem ähn­li­chen Erschei­nungs­bild kom­men. Des­halb kann es zum Ver­gleich in der Ven­dée zum Teil schon fast medi­ter­ran durch Kie­fern­wäl­der wir­ken, die es so in Nord­nor­we­gen nicht gibt. Die­se gibt es dafür aber auf See­land am Kat­te­gat in Däne­mark. Auch dort ist es viel mil­der als an belieb­ten Bade­strän­den wie Blå­vand, ein däni­sches Nord­see­bad in der Kom­mu­ne Varde.

A Coru­ña oder doch Lofot? Mit die­sen Hypo­the­sen ist das Gan­ze bestimmt noch nicht aus­ge­schöpft. Viel­leicht fin­den sich die einen oder ande­ren Exper­ten, die das hier wis­sen­schaft­lich be- oder wider­le­gen kön­nen. Viel­leicht kommt es an die­ser Stel­le auch zu einer erwünsch­ten span­nen­den Diskussion.

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