300 Kilometer durchs wilde Friesistan

Das ging ja gut los auf den ers­ten 300 Kilo­me­tern durchs wil­de Frie­si­stan: Erst ver­schloss der Zug die Türen in Bre­mer­ha­ven. „Jetzt fährt der Zug non­stop durch bis Ber­lin“ fürch­te­te Rei­se­ge­fähr­te Chris­toph. Doch ganz so schlimm wur­de es nicht. Er ende­te in Lehe. Von dort muss­te also impro­vi­siert wer­den, was sich an feuch­ten Schu­hen Chris­tophs und Schlamm auf der Klei­dung bemerk­bar mach­te. Am ers­ten Tag war das Rad eben noch reich­lich schwer und auch noch nicht all­zu gut gepackt. Der Weg führ­te auf zum Teil lan­ge nicht befah­re­nen Pfa­den nach Duh­nen bei Cux­ha­ven. So führ­te die wil­de Fahrt zwei­mal bei­na­he in Was­ser­grä­ben. Der vie­le Regen hat­te sei­ne Spu­ren hinterlassen.

Land­schaft­lich bie­tet der Nord­see­küs­ten­rad­weg zwi­schen Bre­mer­ha­ven und Roden­äs mehr Abwechs­lung als zwi­schen Emden und Bre­mer­ha­ven. Denn es geht nicht immer an Deich ent­lang. Inter­es­san­te­re Städ­te, Fähr­fahr­ten und tie­fe­re Wäl­der erwar­ten Rei­sen­de. Aller­dings scheint man­chen Bewoh­nern in Nord­fries­land die ost­frie­si­sche Gelas­sen­heit zu fehlen.

Zum ers­ten Mal durch­streif­te und erleb­te der Rei­sen­de den hohen Nord­wes­ten Deutsch­lands. Der Ein­stieg in den war zwar uner­war­tet hart. Doch besänf­tig­ten zwei net­te Rad­ler aus Kas­sel wenigs­tens den Hun­ger der bei­den Gefähr­ten. Sie ver­sorg­ten die bei­den vorm Schla­fen­ge­hen mit Käse, Brot und Schli­cke­rei­en. Denn ab 21.00 Uhr legen die Köche an der Küs­te ihre Löf­fel in die Spül­ma­schi­nen. Mit viel Glück ser­viert einem jemand viel­leicht noch ein Fischbrötchen.

Für Wahr­zei­chen an der Küs­te wird zwar immer wie­der gewor­ben auf tou­ris­ti­schen Web­sei­ten. Aber ent­schei­den­der ist eben doch freund­li­ches authen­ti­sches Ver­hal­ten. So freu­ten sich Mit­ar­bei­ter in Cafés über inter­es­sier­te Fra­gen und gute Fotos auf dem Tablet. Statt einen weg­zu­ja­gen, räum­ten sie den Nach­bar­tisch frei. „Dann hast du mehr Platz“. Dies betraf den Rei­sen­den selbst. Bewun­dernd schau­te er auch ande­ren zu wie einer har­ten Schwim­me­rin bei Cux­ha­ven. Ende Mai hielt sie es gut eine hal­be Stun­de im kal­ten Was­ser aus. 17 Grad sol­len es gewe­sen sein.

Tol­le Aus­sichts­punk­te steu­ern dann zum Gelin­gen des Urlaubs bei. Die Schwim­me­rin konn­te man gut vom Deich nahe am Wahr­zei­chen „Kugel­ba­ke“ beob­ach­ten. Am Leucht­turm „Dicke Ber­ta“ nahe Ottern­dorf schau­en Besu­cher von der Ter­ras­se eines Cafés auf einen hüb­schen Boots­ha­fen her­ab. Ähn­lich hübsch ist auch der Hafen in Neu­haus. Vie­le Wald­stü­cke bis zur Elbe sor­gen für Kühlung.

Abenteuer Elbe

Die Über­que­rung der Elbe nach Glück­stadt ist das nächs­te Erleb­nis. Sie ist so breit, dass sogar rich­tig gro­ße „Pöt­te“ auf ihr schif­fen kön­nen. Die­se fuh­ren schon unglaub­lich nah zuvor in Strand­nä­he an man­chen Stel­len vor­bei wie zum Bei­spiel an der Kugel­ba­ke. Auch in Frei­burg erfreu­ten sich die Rad­ler an einer mensch­li­chen Begeg­nung: Ein Ein­woh­ner führ­te sie unge­fragt durch den Ort. Die Aus­schil­de­rung zur Elb­fäh­re emp­fand er näm­lich als unzu­mut­bar. Vie­le wür­den sich verfahren.

Wären da nicht der Wut­aus­bruch des Cam­ping­platz­be­sit­zers am Nord­strand oder Beschimp­fun­gen von einer Auto­fah­re­rin in Husum gewe­sen, hät­te die gan­ze Woche ein aus­ge­spro­chen schö­ne sein kön­nen. In Husum wur­de der Rei­sen­de nett von einer Ein­woh­ne­rin auf den Foto­ruck­sack ange­spro­chen. So auf der Stra­ße gestoppt, ent­wi­ckel­te sich ein gutes Gespräch. Die Fah­re­rin fühl­te sich in ihrem Bedürf­nis nach Platz beeinträchtigt.

Wutausbruch

Der Cam­ping­platz-Inha­ber warf dem Repor­ter sogar „Haus­frie­dens­bruch“ vor und droh­te mit der Poli­zei. Wer nach 18 Uhr ohne Anmel­dung den Platz betre­te, tue dies unbe­rech­tigt. Etwas spä­ter beru­hig­te er sich aber, begrün­de­te sei­ne Hal­tung mit schlech­tem Ver­hal­ten man­cher Zel­ter. Sie uri­nier­ten gegen Wohn­wa­gen, hin­ter­lie­ßen Müll auf dem Rasen. Er gab dem Rei­sen­den dann doch noch einen Platz. Einen Rad­fah­rer mit vie­len Kilo­me­tern in den Bei­nen woll­te er von sich wei­sen. Den­noch konn­te es der Rei­sen­de nicht erwar­ten, auf däni­sche Zelt­plät­ze zu gelan­gen. Denn dort geht es weni­ger rau zu. Anmel­dung am nächs­ten Mor­gen reicht. Solch eine Anspan­nung hat­te er auch auf sei­nen letz­ten grö­ße­ren Rei­sen durch Spa­ni­en und Por­tu­gal nicht erlebt.

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Ostertour zum Steinfurter Wasserschloss

Oster­tour zum Stein­fur­ter Was­ser­schloss: Fro­he Ostern wün­sche der Rei­sen­de. Ges­tern ent­deck­te er die hüb­sche Innen­stadt Burg­stein­furts im Müns­ter­land. Möge sie euch auch erfreu­en und inspi­rie­ren für eure eige­nen Aus­flü­ge und Rei­sen. Die Schön­heit der Stadt erklärt sich dadurch, dass hier einst die Graf­schaft Bent­heim lag. Davon ist heu­te noch das Was­ser­schloss vor­han­den und der vie­len Ein­woh­nern als Nah­erho­lungs­ge­biet die­nen­de Bag­no-Park mit­samt gro­ßem Wald. Lei­der fand ich von den his­to­ri­schen Gebäu­den der Gra­fen nur noch Tafeln mit Abbil­dun­gen. Der Park muss einst ziem­lich präch­tig gewe­sen sein. 

Carl Fer­di­nand Erb­prinz zu Bent­heim und Stein­furt lebt mit Frau und Kin­dern in die­sem Schloss. Ein wei­te­res Schloss besitzt er in Bent­heim. Er streift viel durch die Natur, was mit der Aus­rich­tung des Betrie­bes zu tun hat. “Die Hege und Pfle­ge von Pflan­zen und Tie­ren liegt mir sehr am Her­zen. Als Jäger und Forst­eigen­tü­mer habe ich natür­lich einen ande­ren Blick dar­auf als ein Natur-Roman­ti­ker”, erklärt er jetzt in einem Gespräch mit der Tages­zei­tung “West­fä­li­sche Nach­rich­ten”. Er emp­fin­de es als Ehre, wenn sich Men­schen für ihn inter­es­sier­ten. Er freue sich dar­über und wer­te das posi­tiv. Natür­lich benö­ti­ge man auch Pri­vat­sphä­re, gera­de wenn es um Fami­lie und Kin­der gehe. “Aber bei mir ist es ja auch so, dass mei­ne Popu­la­ri­tät am Orts­schild von Stein­furt endet”. Er kön­ne nicht das durch die Zeit­schrift “Bun­te” im August 2020 in die Welt gesetz­te Gerücht bestä­ti­gen, dass er sich von sei­ner Frau Elna-Mag­ret getrennt habe: “Wir sind nicht getrennt”.

Schöne Radrundtour von 78 Kilometern

Eine Rad­tour zu dem in der Nähe der Nie­der­lan­de lie­gen­den Ort kann jeder gut von Müns­ter aus pla­nen. Ins­ge­samt sind es unge­fähr 78 Kilo­me­ter. Durch­strei­fen & Erle­ben emp­fiehlt die Stre­cke nach Häger, von dort über den Alten­ber­ger Höhen­rü­cken nach Nord­wal­de. Dann folgt nur noch Borg­horst. Und schon befin­det sich der Rad­ler in Burg­stein­furt. Das Müns­ter­land ist sehr gut für Pätt­kes-Tou­ren geeig­net. Die­sen Begriff präg­te einst Theo Brei­der. Die­ser hat hier viel für Rad-Tou­ris­mus getan. Brei­der grün­de­te auch 1959/60 den am Aasee und am Zoo gele­ge­nen Müh­len­hof in Müns­ter. Berühm­tes­tes Stück: eine his­to­ri­sche Bock­wind­müh­le. Bewahrt wer­den dort his­to­ri­sche Gebäu­de vom Land.

Geheimtipp: Altenberger Höhenrücken

Obwohl der Rei­sen­de Müns­te­ra­ner ist, fuhr er ges­tern zum ers­ten Mal über den Alten­ber­ger Höhen­rü­cken. Es gibt ent­lang der Stre­cke vie­le Info­ta­feln und Sitz­bän­ke zum Aus­ru­hen. Denn auch Wan­de­rer nut­zen ger­ne die­se Stre­cke. Jah­re­lang litt Durch­strei­fen & Erle­ben dar­un­ter, nur an der Alten­ber­ger Stra­ße ent­lang­fah­ren zu kön­nen, weil es fürch­ter­lich lang­wei­lig ist. Schnur­ge­ra­de, viel Ver­kehr, nichts zu erle­ben. Oder aber über Han­sell, wo es eine sehens­wer­te neu­go­ti­sche Kir­che gibt, die aus einer noch vor­han­de­nen baro­cken Kapel­le her­vor­ge­gan­gen ist. Gut zwei Kilo­me­ter wei­ter gibt es einen schö­nen Blick auf ein Alten­ber­ge, der an Land­schafts­ma­le­rei­en der alten Meis­ter erinnert.

Alte Bahntrasse erleichtert das Radeln

Auf dem Rück­weg von der Oster­tour zum Stein­fur­ter Was­ser­schloss ent­deck­te der Rei­sen­de die alte Bahn­tras­se von Coes­feld nach Rhei­ne wie­der. Er fand sie bereits am Mon­tag, als er sich Sehens­wür­dig­kei­ten rund um Wett­rin­gen anse­hen woll­te. Von der Bahn­tras­se erreicht man auch gut die als Aus­flugs­ziel belieb­ten Baum­ber­ge. Dort hat zum Bei­spiel Linus Ger­de­mann die Basis für sei­ne Kar­rie­re als Tour de France-Fah­rer gelegt.

Zuerst hielt der Rei­sen­de die Tras­se für eine neue Velo­rou­te. Denn sie ist sehr gut gepflegt mit glat­tem Asphalt, Hin­wei­sen auf Orte und Loka­le im Umkreis wie in Horst­mar. Und es gibt kaum Stei­gun­gen, soweit er gese­hen hat. Auch vie­le Inline-Ska­ter waren ges­tern zu sehen. Mit der Rad-Infra­struk­tur kann es ger­ne so wei­ter­ge­hen. Aller­dings lei­det unter der Tras­se die Bevöl­ke­rung wie zum Bei­spiel in Dar­feld. Die­ser hat man eine gute Bahn­ver­bin­dung nach Müns­ter genommen.

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Jetzt im TV: Naturparks in Europa

Jetzt im TV: Natur­parks in Euro­pa. Aktu­ell ver­sorgt der Rei­sen­de euch mög­lichst regel­mä­ßig mit TV-Dokus über Kul­tur und Rei­se. Im Zen­trum ste­hen belieb­te Zie­le in Euro­pa, die jetzt im Fern­se­hen lau­fen. Dies­mal sind nach der Mas­se an Dokus in der ver­gan­ge­nen Woche nur Deutsch­land, Por­tu­gal und Öster­reich ver­tre­ten. Am meis­ten erfah­ren die Zuschau­er dies­mal über Desti­na­tio­nen in Deutsch­land. Das liegt wohl an Coro­na man­gels Rei­se­mög­lich­kei­ten liegt.

Emp­feh­len kann der Rei­sen­de einen Film über Natur­parks in Por­tu­gal. Er sah ihn bereits. Die Ser­ra da Est­re­la kennt er gut, da er dort mehr­fach recher­chier­te, einen Rei­se­füh­rer dar­über ver­fass­te. Die Regi­on liegt im Cen­tro de Por­tu­gal. Sie besticht durch hohe Ber­ge und Juwe­len-Dör­fer. Und sie ist gut mit dem Rad zu berei­sen. Denn die Stre­cken sind auf der von zu emp­feh­len­den Rund­stre­cke nicht steil. Zwei Wochen kannst Du die Regi­on ohne Mus­kel­ka­ter erkunden.

Naturpark Peneda-Gerês

Gera­de schau­te der Rei­sen­de nach, wo der Natur­park Pene­da-Gerês liegt. Dabei stell­te er fest, dass er schon nah dran war, als er von Sant­ia­go de Com­pos­te­la über All­ariz nach Alber­gue­ria fuhr. Daher kann er sich auch vor­stel­len, wie es dort aus­sieht. Es ist ber­gig. Er kur­bel­te auf Ser­pen­ti­nen stun­den­lang berg­auf und ‑ab, genoss Aus­bli­cke, Adler und Gei­er und Cafés in Dör­fern. Eine in einer hoch gele­ge­nen Sied­lung ober­halb eines Stau­sees leben­de alte Frau stöhn­te „Mein Gott“, als sie den Rad­ler her­auf­kom­men sah. Wahr­schein­lich mal­te sie sich des­sen Lei­den aus. Aber da es auch lan­ge Täler gibt, konn­te er sich immer wie­der mal aus­ru­hen. Außer­dem ver­brennt er immer ordent­lich Kalo­rien. Neu­lich radel­te er 123 Kilo­me­ter auf einer der schöns­ten Rad­stre­cken von Müns­ter nach Wett­rin­gen und wie­der zurück: 2760 Kalo­rien. Viel muss­te er bei der Por­tu­gal-Tour also nicht heraufschleppen.

Außer ihm radel­ten auch zwei Mädels mit Zelt durchs Dorf. Sonst schei­nen fast nur Pil­ger auf dem Jakobs­weg durch­zu­kom­men. Daher hielt mich die Frau wohl für etwas Beson­de­res. Ich reagier­te spä­ter ähn­lich ent­setzt, als ich Spu­ren der Ver­wüs­tung durch Bau­ar­bei­ten ent­lang der Ser­pen­ti­nen sah. Ein Tun­nel wur­de ver­brei­tert, um eine Schnell-Ver­bin­dung für Züge von A Coru­ña nach Madrid her­zu­stel­len. Ein Jäger ver­si­cher­te dem deut­schen Bike­pa­cker, dass die­se Spu­ren bald wie­der besei­tigt würden.

Eifel auch Thema

Sonst gibt es im Fern­se­hen viel über die Eifel zu sehen. Da vor den Toren Bonns, wor­über auch eine Doku läuft, wan­de­re ich dort oft mit Freun­den. Beson­ders Kur­gäs­te wis­sen die Gegend zu schät­zen, da es zum Bei­spiel gesun­des Ther­mal­was­ser in Bad Neu­en­ahr gibt. Neu­lich las ich, dass aktu­ell in der Gegend um Hel­len­thal Nar­zis­sen blüh­ten. Vie­le Gebie­te wür­den gelb leuch­ten. Ich ken­ne das nur vom Gins­ter, der ab dem Som­mer blüht. Emp­feh­lens­wert ist auch eine Wan­de­rung bei Maria Laach. Denn dort spru­delt Koh­len­säu­re an die Ober­flä­che eines Sees. Die Gegend steckt vol­ler Maa­re. Vul­ka­ne sind sogar aktiv, wenn auch nur schwach. 

Es gibt also auch in Coro­na-Zei­ten viel in der eige­nen Gegend zu ent­de­cken, wenn Du so mutig bist, alte Wege zu ver­las­sen und neue zu beschrei­ten. Und nun zu: Jetzt im TV: Natur­parks in Europa.


SoMoDiFr
Deutsch­landEifel – Die schöns­ten Bade­seen und Tal­sper­ren, WDR, 15.00 Uhr

Wil­de Eifel – Grü­nes Herz im Wes­ten, WDR, 15.15 Uhr

Wan­de­run­gen von der Mosel bis an den Rhein, SWR, 15.45 Uhr
Von der Elbe bis zur Ems, NDR, 20.15 UhrBoom­town Bonn, Neu­er Glanz in alter Haupt­stadt, Phoe­nix, 17.15 UhrDas grü­ne Herz West­fa­lens, ein Wald im Wan­del, WDR, 20.15 Uhr

Wat­ten­meer, Klei­ne Inseln, gro­ße Chan­cen, NDR, 20.15 Uhr
Öster­reich
Alpen­ju­we­len – Zu Fuß von der Zug­spit­ze nach Bozen, SWR, 15.45 Uhr

Por­tu­gal
Natur­parks in Por­tu­gal, Pene­da-Gerês, Ser­ra da Est­re­la, arte, 17.50 Uhr

Natur­parks in Por­tu­gal, Madei­ra, arte 18.30 Uhr

Natur­parks in Por­tu­gal, Rio For­mo­sa, arte, 17.50 Uhr

TV-Dokus Rei­se und Kultur
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Rieselfelder — Paradies für Vögel

Rie­sel­fel­der — Para­dies für Vögel: Sobald die Son­ne lacht, zieht es den Rei­sen­den mit Fahr­rad und Kame­ra vom Schreib­tisch nach drau­ßen. Heu­te ent­schied er sich für die Stre­cke durch die Rie­sel­fel­der. In Ver­bin­dung mit eini­gen foto­ge­nen Zie­len in der Stadt ergibt sich dabei durch­aus eine Rad­tour von gut 40 Kilo­me­tern, womit man schon eini­ges für sich tun kann. 

Es gibt also auch in der Gegend ums flach lie­gen­de Müns­ter durch­aus eini­ge inter­es­san­te Aus­flugs­zie­le. Und das sind nicht nur die Baum­ber­ge, ein klei­nes Mit­tel­ge­bir­ge. Einst die Kloa­ke Müns­ters, sind die Rie­sel­fel­der heu­te ein Para­dies für Vögel wie für ein hüb­sches Gän­se­paar. Dort lan­de­ten einst die Abwäs­ser der Stadt, bis man fest­stell­te, dass sich dort die gefie­der­ten Freun­de einstellten.

Von weit her kom­men sie her, um hier zu über­win­tern, Speck anzu­fres­sen und wie­der in ihre jewei­li­ge Hei­mat zurück­zu­flie­gen. So wie viel­leicht die­se bei­den Grau­gän­se, die der Rei­sen­de heu­te Mit­tag am Ran­de der Gewäs­ser fand. Sehr schön expo­niert auf dem fla­chen Grund ste­hend. Sie beob­ach­te­ten ihn eine Wei­le, bis es ihnen dann doch zu heiß wur­de und sie davon schwammen.

Rieselfelder einst Abwassergebiet

Die Rie­sel­fel­der reich­ten bis 1975 von Coer­de bis kurz vor Gim­b­te. Rie­sel­wär­ter ver­teil­ten dann das Abwas­ser über Beton­halb­scha­len auf die Fel­der. Fünf Rie­sel­wär­ter­häus­chen gab es, von denen noch eines exis­tiert. Bis zu 33 Rie­sel­wär­ter arbei­te­ten in drei Schich­ten, sie­ben Tage pro Woche. Sie soll­ten ver­hin­dern, dass Kanä­le ver­stopf­ten. Auch vor den Dykern durf­te nichts ins Was­ser fal­len. Nach dem Zwei­ten Welt­krieg war dies noch Hand­ar­beit, mit der Sen­se Brenn­nes­seln und Grä­ser zu ent­fer­nen. Das ange­fal­le­ne Mate­ri­al ging an Bau­ern in der Umge­bung, die es an ihre Tie­re verfütterten.

Tödliche Gefahren im Paradies für Vögel

Es ist ein Erleb­nis, dort durch­zu­ra­deln und vie­le Tier­stim­men zu hören — wie im Nor­den Euro­pas. Und auch sie von ziem­lich nah zu sehen und zu iden­ti­fi­zie­ren. Die Bio­lo­gi­sche Sta­ti­on in einem der Rie­sel­wär­ter­häus­chen küm­mert sich rüh­rend um die Tie­re. Der Rat der Stadt Müns­ter beschloss im Früh­jahr 2021, inmit­ten des Gebie­tes die Stra­ße Coer­hei­de zu sper­ren, um Tie­re zu schüt­zen. Durch den Ver­kehr wer­den nicht nur wert­vol­le Brut­ge­bie­te beein­träch­tigt, son­dern auch Tie­re über­fah­ren wie Rin­gel­nat­tern. Nach jah­re­lan­gem Still­stand wur­de das wirk­lich mal Zeit. Jetzt bleibt nur zu hof­fen, dass auch die Inter­es­sen der dort leben­den Men­schen mit einer ele­gan­ten Lösung berück­sich­tigt werden.

Streit ist aber schon ent­brannt: Anwoh­ner befürch­ten mehr Ver­kehr in der Umge­bung. Unter­neh­mer glau­ben, dass sie dadurch Kun­den ver­lie­ren, da die­se kei­ne Umwe­ge in Kauf neh­men wür­den. Dies gel­te auch für Kin­der, die Freun­de in Nach­bar­or­ten besu­chen woll­ten. Aller­dings haben pri­mä­re Anwoh­ner Son­der­ge­neh­mi­gun­gen zum Befah­ren der Coer­müh­le erhal­ten. Außer­dem wür­den jetzt zwei Wege von Tages­tou­ris­ten zuge­parkt. Land­wir­te könn­ten dort nicht mehr ran­gie­ren. Erwar­tet wür­den von der Stadt mehr Kontrollen.

Heimatverein Sandrup-Sprakel-Coerde engagiert sich

Aber auch der Hei­mat­ver­ein San­drup-Spra­kel-Coer­de enga­giert sich dort, indem er dort ein Eichen­kreuz errich­ten will. 5,50 Meter hoch und 2,25 Meter breit soll es wer­den. Es gibt für die Gedenk­stät­te an Coro­na-Opfer eine pas­sen­de Stel­le am Wan­der­weg des West­fä­li­schen Hei­mat­bun­des und Gut Kin­der­haus. Das Kreuz besteht aus dem Holz einer von einem Sturm umge­ris­se­nen hun­dert­jäh­ri­gen Eiche aus San­drup. Mit­ge­hol­fen hat beim Trans­port ein Land­wirt, Die Eiche wird erst in einer Säge­rei in Alten­ber­ge und dann in einer Tisch­le­rei in Nien­ber­ge bearbeitet. 

Die Ent­de­ckung sol­cher Orte kann Freu­de berei­ten, wie auch die des Bild­stocks mit einer schein­bar weib­li­chen Figur. Die­se ent­deck­te der Rei­sen­de an der Coer­müh­le in Aa-Nähe. Es han­delt sich jedoch um die Sand­stein­ar­beit “Jesus am Ölberg” vom Bild­hau­er Ste­fan Rosen­dahl. Wer sich für Kunst inter­es­siert, kann der Coer­müh­le einen Besuch abstat­ten. Denn es gibt auf dem Gelän­de eini­ge Künst­ler, die sich auf die Pro­duk­ti­on von Kera­mik, komi­scher Kunst und Aqua­rel­len spe­zia­li­siert haben., 

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Jetzt im TV: Fehmarn und Aquitanien

Jetzt im TV: Feh­marn und Aqui­ta­ni­en. Aktu­ell ver­sorgt der Rei­sen­de euch mög­lichst regel­mä­ßig mit TV-Dokus über Kul­tur und Rei­se. Im Zen­trum ste­hen belieb­te Zie­le in Euro­pa, die jetzt im Fern­se­hen lau­fen. Dies­mal beschränkt sich die Aus­wahl auf Deutsch­land, Frank­reich und Öster­reich. Däne­mark, Nor­we­gen, Por­tu­gal, Schwe­den und Spa­ni­en wer­den nicht berücksichtigt.

Wohnmobil-Urlaub im Norden

Der Hes­si­sche Rund­funk zeigt eine Doku über Wohn­mo­bil­ur­laub in Nord­deutsch­land. Obwohl Rei­se­jour­na­list, war Durch­strei­fen & Erle­ben erst zwei­mal mit einem Wohn­wa­gen unter­wegs. Beim ers­ten Mal befand er sich auf sei­ner ers­ten Rad­tour nach Däne­mark. Er woll­te einen sei­ner Brü­der auf einem Cam­ping­platz auf Feh­marn besu­chen. Die­ser surf­te dort schon seit eini­gen Tagen. Zuvor surf­te der Rei­sen­de nur auf schwe­di­schen Bin­nen­seen. Auf Feh­marn lern­te er end­lich mal rich­ti­ge Wel­len unterm Brett ken­nen. Es war anstren­gend, weil das Brett unru­hig war. Daher befand er sich mehr im als über dem Was­ser. Aber bis zum letz­ten Tag hat­te sein Bru­der ihm dann doch noch den Was­ser­start bei­gebracht. Der erleich­tert eini­ges, da die Arme nicht mehr so bean­sprucht wer­den. Nach­dem er wäh­rend der Rad­tour von Müns­ter bis Feh­marn die Näch­te nur im Zelt auf einer har­ten Iso­mat­te ver­bracht hat­te, war das Über­nach­ten im Wohn­wa­gen Luxus für den Bikepacker.

Von Bordeaux nach Pamplona geradelt

Auf Frank­reichs Süden hin­ge­gen rich­tet 3sat den Blick wie zum Bei­spiel auf Bor­deaux: Die Stadt ist dem Rei­sen­den nicht nur wegen des guten Weins bekannt, son­dern auch als Fahr­rad­stadt. Obwohl rie­sig, lässt sie sich auf der Tages­etap­pe von Biar­ritz nach Auritz in den Pyre­nä­en gut durch­que­ren. Durch­strei­fen & Erle­ben radel­te damals von Bel­fort nach Bur­gos auf einem selbst zusam­men­ge­stell­ten erst fran­zö­si­schem, dann spa­ni­schem Jakobs­weg. An sich durch­quert er gro­ße Städ­te ungern. Denn oft kommt er zuvor vom Land, wo es still ist, wenig Ver­kehr rollt, er nicht stän­dig auf­pas­sen muss, ob jemand rück­sichts­los unter­wegs ist. 

Auf kei­ner sei­ner Fahr­ten mach­te er aller­dings schlech­te Erfah­run­gen. Die Mehr­heit fährt sowohl dis­zi­pli­niert im küh­len Nor­den als auch im heiß­blü­ti­gen Süden Euro­pas. Trotz­dem steigt die Ner­vo­si­tät fürs ers­te, wenn Rad­we­ge schma­ler wer­den, Men­schen­mas­sen unter­wegs sind, mehr gehupt wird. Doch in Bor­deaux sind die Rad­we­ge breit genug. Viel­leicht liegt es dar­an, dass vie­le Ein­woh­ner dort radeln. Die Begeis­te­rung für die Tour de France kommt also nicht von ungefähr.

Auch in Paris kann man radeln

Dies trifft auch auf Paris zu. Vom Tou­ris­ten­bus aus sieht dort alles quir­lig aus. Aber auf den Stra­ßen ist es erstaun­lich ruhig. Jetzt dürf­te es noch leich­ter wer­den, wenn Poli­ti­ker die Bevöl­ke­rung ver­mehrt aufs Fahr­rad brin­gen wol­len, um Staus zu ver­mei­den und die Kli­ma­wen­de zu schaf­fen. Und in Frank­reich strebt man sogar an, kur­ze Inlands­flü­ge zu unter­sa­gen, hör­te der Rei­sen­de neu­lich in einem Fern­seh­be­richt. Das klingt vernünftig.

Viel Spaß beim Zuse­hen via “Jetzt im TV: Feh­marn und Aquitanien”.


SaMiFr
Deutsch­landWun­der­schön! Rund um die Flens­bur­ger För­de, HR, 20.15 Uhr

Der Golf­strom, RBB, 20.15 Uhr

Wei­ßes Gold, Nord­rhein-West­fa­lens Salz­wel­ten, WDR, 20.15 Uhr

Cam­per­van-Road­trip. Von der Han­se­stadt Bre­men nach Nor­der­ney, HR, 20.15 Uhr
Frank­reich
Bor­deaux und Frank­reichs Süd­wes­ten, 3sat, 13.15 Uhr

Die Pro­vence mit allen Sin­nen erle­ben, 3sat 14 Uhr

Frank­reichs son­ni­ger Süden, 3sat, 14.45 Uhr

Öster­reich

Land­gast­häu­ser Alpen­seen, Tiro­ler Land, BR, 19.30 Uhr
TV-Tipps Rei­se und Kultur
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Prickelndes Erlebnis am Wattenmeer

Pri­ckeln­des Erleb­nis am Wat­ten­meer: Weißt Du, dass Salz­wie­sen im Natio­nal­park Wat­ten­meer manch­mal so klin­gen, als lös­te jemand eine Brau­se­ta­blet­te in einem Glas Was­ser auf?

Die­ses schö­ne Hör­erleb­nis genoss der Rei­sen­de heu­te Nach­mit­tag im Lang­war­der Gro­den am Jade­bu­sen. Bre­mer­ha­ven ist von dort an man­chen Stel­len zu sehen. Es ist eine gelun­ge­ne Abrun­dung sei­ner gemüt­li­chen Rad­rei­se im Weser-Ems-Gebiet. Die­se befin­det sich mitt­ler­wei­le in der drit­ten Woche. Die Etap­pe auf dem Nord­see­küs­ten­rad­weg endet wahr­schein­lich morgen.

Vom Wattenmeer berauscht

Der Rei­sen­de schätzt die Chan­ce, die Land­schaft, die er sonst nur vom Rad­weg aus gese­hen hat, aus nächs­ter Nähe zu durch­strei­fen und zu erle­ben. Wie stand er zuvor doch all­zu berauscht von den Rufen vie­ler Gän­se nur am Ran­de des Gesche­hens. Vie­le Gän­se über­win­tern im Wat­ten­meer, bis sie der Ruf der Wild­nis zurück nach Sibi­ri­en lockt.

Durch den Gro­den füh­ren sowohl Boh­len- als auch Schot­ter­we­ge. So lust­wan­delt der Rei­sen­de auf dem Rund­kurs gemäch­lich und tro­cke­nen Fußes an aus Schlick geform­ten Cañons vor­bei. In der Minia­tur­welt steht auch Was­ser, in dem Möwen nach Nah­rung suchen.

Fuß­spu­ren von Men­schen sind zu sehen. Aber auch Abdrü­cke der Besu­cher­hun­de bil­den sich ab. Der Schlick hat sie wohl in sich auf­ge­so­gen und ver­daut die pri­ckeln­de Mahl­zeit gera­de. Denn der Rei­sen­de sieht hier kei­nen ein­zi­gen Jar­ro oder Julio. Die­se Namen tru­gen eini­ge Bel­ler auf der bis­he­ri­gen Stre­cke von Emden bis Bur­have. Nied­ri­ge Pflan­zen bil­den Wälder.

Romanische Kirchen aus Naturstein

Einen erheb­li­chen Reiz üben auch alte roma­ni­sche Kir­chen auf den Rei­sen­den aus. Der Stoff, aus dem die Träu­me sind, ist Bern­stein, nein, stimmt nicht, son­dern Back- und Eife­l­er Tuff­stein. In der Regi­on gibt es kein geeig­ne­tes Gestein für Kir­chen. Sogar aus Baum­ber­ger Sand­stein bestand mal eine Kir­che am Wege, also aus der west­fä­li­schen Hei­mat des Rei­sen­den. Die Kir­chen­schif­fe sind oft hell. Mari­ti­mes Flair ver­lei­hen ihnen Segel­schif­fe. Wie Küs­te­rin Bri­git­te Onken aus Wes­ter­ac­cum weiß, sind man­che Kapi­tä­ne auf den den hier lie­gen­den Fried­hö­fen begra­ben. Man­cher Grab­stein zeugt von deren Gewer­be, wenn der Stein­metz ein Schiff einmeißelte.

Viel­leicht liest gera­de auch ein Stu­dent aus Hil­des­heim die­se Zei­len. Die Küs­te­rin in Wes­ter­bur hofft sehr, dass er ein Theo­lo­gie-Stu­di­um anhängt und dann als Hir­te drei Gemein­den lei­tet. Doch sie wis­se nicht, ob des­sen Freun­din etwas dage­gen habe. Wer weiß. Got­tes Wege sind uner­gründ­lich. Und viel­leicht ver­misst er gera­de ein pri­ckeln­des Erleb­nis am Wat­ten­meer, das er in Hil­des­heim trotz des Doms St. Mariä Him­mel­fahrt nicht hat…

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Schwedens Westküste Jahresradweg

Schwe­dens West­küs­te ist Euro­pas Jah­res­rad­weg: Eine der ers­ten Fern­rad­tou­ren des Rei­sen­den führ­te zur schwe­di­schen West­küs­te. Er hat­te ganz Däne­mark erschlos­sen, Das lus­ti­ge Leben auf den Cam­ping­plät­zen, an den Strän­den und in den Städ­ten genoss er. Doch mit Schwe­den betrat er eine neue Welt. Die war er durch Feri­en in Som­mer­häu­sern zwar schon gewohnt. Aber allei­ne Schwe­den per Rad zu erkun­den, ist eine ande­re Num­mer. Nur weni­ge Men­schen ver­tei­len sich über einen wei­ten Raum. Mitt­ler­wei­le ist Süd­schwe­den ihm zu dicht besie­delt,. Des­halb bevor­zugt er in der Regel ein­sa­me­re Regionen.

Der Radler ist ein Bote

In ein­sa­men Gegen­den wie in Nord­nor­we­gen oder im Gebir­ge Por­tu­gals ist ein Rad­ler ein Bote, der Nach­rich­ten aus ande­ren Dör­fern mit­bringt. Wie geht es Leif? Wel­che Tie­re hast Du auf dem Weg gese­hen? Gibt es den Super­markt dort schon? Die Men­schen ken­nen ein­an­der oft. Oft sind sie mit­ein­an­der ver­wandt. Autor Per Olov Enquist meint, in Väs­ter­bot­ten schon zu eng. Sie geben Tipps und zei­gen, wo sie leben. Daher emp­fin­det er es heu­te als befrie­di­gen­der, eine ein­sa­me­re Regi­on zu erschlie­ßen und sich auf die Men­schen ein­zu­las­sen. Die wis­sen sich schon zu beschäf­ti­gen. und ihn dann auch. Öde Gegen­den hat er noch nie auf dem Land kennengelernt.

Zurück nach Schwe­den: Sei­ne ers­te Nacht ver­brach­te der Rei­sen­de nach Däne­mark auf dem Cam­ping­platz von Halm­stad. Er hör­te einen Mann die gan­ze Nacht im Wohn­wa­gen hus­ten. Der Wind rüt­tel­te am Zelt. Bis auf den Kran­ken und ihn schien es nie­man­den hier zu geben. Daher fing er schon auf die­ser Tour an, auf Ein­hei­mi­sche zuzu­ge­hen. Die­se fan­den ihn ihrer­seits aber auch von ganz alleine.

In den Jah­res­rad­weg Euro­pas 2018 an Schwe­dens West­küs­te sind vie­le Cafés als Mög­lich­kei­ten der Begeg­nung ein­ge­ar­bei­tet. Heu­te ist er über sol­che Gas­tro­no­mie froh, da man dort Leu­te ken­nen­lernt. Er setzt sich dort oft hin, um das Rei­se­ta­ge­buch zu füh­ren. Neu­gie­ri­ge Men­schen fra­gen dann, wor­über er schreibt. So erge­ben sich gute Gesprä­che. Und Ideen für Geheim­tipps im Reiseführer.

Gutes Essen und schöne Radtouren

Am ver­gan­ge­nen Wochen­en­de stell­ten sich an der West­küs­te ver­schie­de­ne Unter­neh­men der Öffent­lich­keit vor. Dies geht aus dem Afton­bla­det-Arti­kel „God mat och skö­na cykel­tur­er på väst­kus­ten“ her­vor. Auf Tou­ris­ten war­ten zehn Rou­ten von fünf bis drei­ßig Kilo­me­tern zwi­schen Hel­sing­borg und Göte­borg. Er hat gera­de alle Orte bei Goog­le Maps ein­ge­ben. Es ergibt sich eine Stre­cke von gut 382 Kilometern. 

Bin­nen einer Woche kann sich jeder im Som­mer die Küs­te anschau­en und die aus­ge­ar­bei­te­ten Ange­bo­te aus­pro­bie­ren. Wie man sieht, wird dort zum Bei­spiel Bier gebraut, Fisch zube­rei­tet, Lakritz her­ge­stellt und Pra­li­nen gerührt. Lei­der schil­dert der Arti­kel von Afton­bla­det zu wenig Kul­tur- und Natur­er­leb­nis­se. Immer­hin sind gute Strän­de für den Urlaub direkt am Meer auf­ge­führt wie Vej­by­strand und Fal­ken­bergs Strand­bad. Im Süden von Schwe­den lädt ein B&B zum Ver­wei­len in Vej­by ein. Und es gibt eine Moun­tain­bike-Tour rund um Båstad, das jähr­lich ein inter­na­tio­na­les Ten­nis­tur­nier anbietet.

Weg in Kürze zum Nachfahren auf dem Kattegatsleden:

  • Hel­sing­borgsrund­an.15 km. Smak­stopp: Bröd­kul­tur, Lakrit­s­fa­bri­ken, Ebbas fik, Ålgrän­dens Ost & Deli­ka­tes­ser, Hel­sing­borgs Bryggeri. 
  • Träd­gård­säls­ka­ren.30 km. Smak­stopp: Sofie­ro, Café Bis­tro, Arilds Vingård. 
  • Kul­la­tu­ren.25 km. Smak­stopp: Tun­neber­ga Gäst­gif­va­re­gård, Kulla­spar­ris, Flick­or­na Lund­gren, Väx­thu­set i Brunn­by, Kul­la­bergs Vin­g­ård, Kryd­di­ga Perenn, Krap­pe­rups kaf­fes­t­u­ga, Ella­går­dens bär, Kul­la­byg­dens Vanilj & Choklad. 
  • Sma­ka på Kul­la­byg­den.30 km. Smak­stopp: Hög­an­äs bryg­ge­ri, Krap­pe­rups Kaf­fes­t­u­ga, Arilds Vin­g­ård, Flick­or­na Lund­gren, Fabriken. 
  • Vej­by­strand. 10 km. Smak­stopp: Vilt & Gott, Vej­by Vin­g­ård, Sand­går­dens Skaf­fe­ri, Bjä­re Fisk & Skald­jur, Vej­by­strands Vandrarhem/B&B.
  • Båstad. Gui­da­de moun­tain­biketu­rer där kaf­fe och fika ingår. Totalt ca 3 timmar. 
  • Fal­ken­bergsrund­an.16 km. Smak­stopp: Skrea Ost, Pros­tens Piz­za, Båta Kåsan med Sus­eå Cho­klad och Slö­in­ge Kaf­ferost­e­ri, Fal­ken­bergs Strandbad. 
  • Ons­a­la, Utval­da pär­lor längs Gotts­kärs­vä­gen. 5 km. Smak­stopp: Båt- och Sjöf­arts­mu­seet, Zig­ges BBQ, Hönö Fisk, Gula Stugans, Fru Pilos Pra­li­ner, Gotts­kär Hotell, Gotts­kär Hotells Café, Tre Toppar. 
  • Åsa, Det Sto­ra Mat­tram­pet. 28 km. Smak­stopp: Kvia Grönsa­ker, Naturum, Bräu­ti­gams, Hallands Kom­bu­cha, Marie­bergs Gårds­bu­tik, Kvarn­b­a­ge­riet, Ham­ra Gård, Gårds­b­a­ge­riet i Ida­la och I’m Coffee 
  • Halm­stad Smakrunda. 30 km. Smak­stopp: I am Cof­fee, Krantz Bröd­bod, Tyle­bäck Hotell & Kon­fe­rens, Vils­härads Gårds­bu­tik, Heagårds Skaf­fe­ri, Strand­li­da Bryg­ge­ri, Skåns­kan, A litt­le Par­ty – Champagnebaren.
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Portugiesen entwickeln Hybrid-E-Bike

Por­tu­gie­sen ent­wi­ckeln Hybrid-E-Bike: Bis heu­te wuss­te ider Rei­sen­de nicht, dass auch Por­tu­gie­sen Räder ent­wi­ckeln. Bis­her war es ihm nur bekannt, dass das Nach­bar­land Spa­ni­en Räder baut. Vor eini­ger Zeit leg­te der Bike­pa­cker sich auf dem Jakobs­weg in Tui ein Hin­ter­rad einer spa­ni­schen Fir­ma zu. Lei­der fehl­ten dem Händ­ler Ersatz­tei­le. So muss­te die an sich noch intak­te Ghost-Fel­ge ins Alt­me­tall wandern.

Doch nicht nur in Spa­ni­en, son­dern auch in Por­tu­gal gibt es mit Órbi­ta ein Unter­neh­men, das Räder pro­du­ziert. In der Zei­tung Diá­rio de Noti­ci­as (DN) hat der Rei­sen­de heu­te gele­sen, dass in Zusam­men­ar­beit mit der Uni­ver­si­tät in Avei­ro ein Hybrid-E-Bike auf den Markt gekom­men ist. Mit dem kann man als Tou­rist zum Bei­spiel die schö­nen Schie­fer­dör­fer in den hohen Ber­ge Por­tu­gals besuchen.

Portugiesen entwickeln Hybrid-E-Bike für Berge und Täler

Es ist ein Hybrid aus Moun­tain­bike und Stra­ßen­rad, mit dem man gut auf Asphalt, Schot­ter und durch die Ber­ge unter­wegs sein soll. Laut DN ist mitt­ler­wei­le in ganz Por­tu­gal ein Stra­ßen­netz von gut 2.000 Kilo­me­ter ent­stan­den. Der Rad­wan­de­rer war selbst zwei Wochen in der Ser­ra da Est­re­la unter­wegs. Ihn über­rasch­te, wie guter dort fah­ren konn­te, aller­dings mit sei­nem eige­nen Moun­tain­bike. Das Hoch­ge­bir­ge ist nicht unbe­zwing­bar auf den Land­stra­ßen und für jeden, der Spaß am Rad­fah­ren hat, zu machen. Die Stra­ßen sind gut geteert, haben nur weni­ge Schlag­lö­cher. Stär­ke­re Stei­gun­gen sind gut durch Ser­pen­ti­nen abge­fe­dert. Denn auch der täg­li­che Lie­fer­ver­kehr muss die Dör­fer in den abge­le­ge­ne­ren Gebie­ten errei­chen können.

Auf solch ein Rad wird der Rei­sen­de aber erst stei­gen, wenn er kei­nen Berg mehr schafft. In Fra­ge kommt es also wohl erst mit 90 Jah­ren. Oder wenn sein täg­li­cher Arbeits­weg 50 Kilo­me­ter über­schrei­ten soll­te, so dass der zeit­li­che Auf­wand für rein mus­ku­lä­re Fort­be­we­gung ein­fach zu hoch wäre. Aber auch die ande­ren Stre­cken im Ter­ri­to­ri­um von gut 5.000 Qua­drat­ki­lo­me­tern und 27 Schie­fer­dör­fern in Zen­tral­por­tu­gal soll­ten für eini­ger­ma­ßen fit­te Rad­ler zu schaf­fen sein. Der Rei­sen­de hat nach der Ser­ra de Est­re­la auch die Gebie­te des Rio Dou­ro und des Rio Min­ho getes­tet. Und befand die Ter­rains für sehr gut geeignet.

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1200 Kilometer zur Bar Hemingways

1200 Kilo­me­ter Jakobs­weg zur Bar Heming­ways: Wer Värm­land und See­land hat der Rei­sen­de zuletzt Zie­le auf Geo gefun­den, mit denen er vie­le Kind­heits- und Jugend­er­in­ne­run­gen ver­bin­det. Mit Biar­ritz kommt heu­te ein drit­tes Ziel hin­zu, das er auf einer sei­ner ers­ten Rad­tou­ren in den Süden kennenlernte. 

Mit Kum­pel Chris­toph radel­te er auf einem impro­vi­sier­ten Jakobs­weg in Frank­eich von Bel­fort aus über Besan­çon, Dijon, Vézelay und Limo­ges nach La Rochel­le. Vom Küs­ten­ort aus ging es wei­ter über Mimi­zan und Arcachon nach Biar­ritz ent­lang der Côte Bas­que. Er hat­te sich zuvor ange­guckt, wie die Pil­ger im Mit­tel­al­ter gelau­fen sein könn­ten. Ins­ge­samt sind es durch Frank­reich gut 1234 Kilometer.

Ent­lang der Küs­te ist der Weg schön, zumal man dem Ver­kehr rund um die grö­ße­ren Städ­te ent­kommt. Süd­lich von La Rochel­le gibt es ent­lang des Was­sers Sand­strän­de und Nadel­wäld­chen. Wer hin­ge­gen wei­ter im Bin­nen­land her­um­fährt, fin­det eine gut zu bewäl­ti­gen­de Hügel­land­schaft vor. Die­se beinhal­tet auch nicht das Auf und Ab des Jura. Über­all gibt es Cam­ping­plät­ze, um abends sicher irgend­wo anzu­kom­men, bevor es dun­kel wird.

Drehkreuz Biarritz

Durch die­se kann man einer­seits viel Geld spa­ren, ande­rer­seits den Luxus des Über­nach­tens unter frei­em Him­mel und die Schar gleich­ge­sinn­ter Frisch­luft­fa­na­ti­ker genie­ßen. Her­vor­zu­he­ben ist Arcachon, Fran­ko­phi­len durch die enorm hohe Düne bekannt. Vie­le Men­schen win­ken, fra­gen, woher man kom­me, wohin man wol­le. Es folgt stets ein freund­li­ches Lächeln. Dies liegt wohl auch an der Begeis­te­rung fürs Radfahren.

Biar­ritz ist das Dreh­kreuz schlecht­hin, um unter­schied­li­che Zie­le ken­nen­zu­ler­nen: den Atlan­tik und den Aus­läu­fer der Pyre­nä­en. Bis nach Pam­plo­na oder San Sebas­tián ist es ein Kat­zen­sprung. Von Biar­ritz aus kann man gut nach Saint-Jean-Pied-de-Port gelan­gen, von dort auf den spa­ni­schen Jakobs­weg. Die Natio­nal­stra­ße her­auf nach Ron­ce­val­les bewäl­tigt der Rei­sen­de von Biar­ritz aus an einem Nach­mit­tag. Er rollt am nächs­ten Mor­gen den Weg nach Pam­plo­na her­ab. Dort inter­es­siert ihn die Bar Heming­ways, wo er „Fies­ta“ geschrie­ben haben soll. Hin­ge­gen geht der Weg nach San Sebas­tián recht flach wei­ter. Der Jakobs­weg Küs­ten­weg — Cami­no de la cos­ta — nach Sant­ia­go de Com­pos­te­la ist dort erreicht.

Heu­te wür­de der Rei­sen­de eine so lan­ge Stre­cke nicht mehr fah­ren. Mitt­ler­wei­le fin­det er es inter­es­san­ter, eine Regi­on mit ihren Beson­der­hei­ten auf­zu­ar­bei­ten. Es gilt, Rad­lern gute Wege zu zei­gen, auf denen sie Sport, Gas­tro­no­mie und Kul­tur ver­bin­den kön­nen. Wenn man Inseln oder Gebirgs­stra­ßen abgrast, kom­men auch dabei etli­che Kilo­me­ter zusam­men. So wie unglaub­li­che 1200 Kilo­me­ter zur Bar Hemingways.

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Radeln auf dem Camino Primitivo

Bist Du schon auf dem Cami­no Pri­mi­tivo gera­delt? Nach­dem der Rei­sen­de einen Arti­kel über das Radeln auf dem Cami­no Pri­mi­tivo in der “Welt” gele­sen hat, reizt es ihn schon. Denn dann könn­te er mal wie­der auf einem vom Küs­ten­weg in Nord­spa­ni­en abge­hen­den Teil des Jakobs­we­ges kra­xeln. Die Stre­cke beginnt in Ovie­do und endet in Sant­ia­go de Compostela.

Erst ein­mal bestritt er den Pil­ger­weg durch Gali­ci­en und Por­tu­gal. Der Camin­ho Por­tu­guês von Por­to nach Sant­ia­go ist sicher ver­gleich­bar. Der Rad­wan­de­rer muss­te nur zwei- oder drei­mal auf Land­stra­ßen aus­wei­chen. So schlimm war es trotz 23 Kilo­gramm Gepäck also nicht gera­de. Zum ande­ren kann man auch schie­ben, wenn es zu steil oder stei­nig wird. Vie­le erzäh­len auch nur ger­ne viel, beto­nend, wie anstren­gend doch die Stre­cke sei, die gera­de vor einem lie­ge. Am Ende war es immer leich­ter als gedacht. Beim Cami­no Pri­mi­tivo han­delt es sich auch nur um knapp über 300 Kilo­me­ter Stre­cke. Und auch dort wird es schon mit Hil­fe eines Navis mög­lich sein, die ganz stei­len Abschnit­te zu umfahren.

Berge zum Radwandern spannender

Durch­strei­fen & Erle­ben pro­biert es dem­nächst trotz­dem in den Ber­gen aus. Es bringt ihn auch nicht von der Idee ab, auf einer Web­sei­te zu lesen, dass dies für Rad­ler zu schwie­rig sei. Es gibt sicher dort auch Unter­künf­te, wo er das Gepäck abla­den könn­te. Danach fällt es leich­ter, ganz unbe­schwert den Gip­fel erreiche.

Denn er fin­det per­sön­lich Ber­ge span­nen­der beim Radeln trotz der damit ver­bun­de­nen Anstren­gun­gen. Denn die meis­ten Küs­ten­we­ge Euro­pas sind nicht zuletzt der Bebau­ung und des Ver­kehrs wegen eher abschreckend.

Was spricht dafür, den Pri­mi­tivo aus­zu­pro­bie­ren? In Ber­gen sind oft wenig Autos unter­wegs. Die Men­schen haben meis­tens eine freund­li­che Men­ta­li­tät und sind daher oft hilfs­be­reit. Zudem sind die Prei­se güns­ti­ger als an der Küs­te, und das Essen in den Gast­stät­ten ist auf Ein­hei­mi­sche aus­ge­rich­tet. Es gibt also das bes­se­re Essen. Zudem spricht fürs Radeln auf dem Cami­no Pri­mi­tivo: Was gibt es Schö­ne­res, als eine Pau­se an Was­ser­fäl­len ein­zu­le­gen? Es hat viel für sich, eine Kaf­fee­pau­se in einem Berg­dorf ein­zu­le­gen. Vor allem ist es reiz­voll, wenn der Mor­gen­ne­bel noch dampft. Es ist ein Genuss, eine gran­dio­se Aus­sicht zu genie­ßen, die man als Bike­pa­cker aus eige­ner Kraft erreicht hat.

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