Radeln auf dem Jakobsweg hält jung

Radeln auf dem Jakobs­weg hält jung: Gera­de gele­sen: Sport hält jung. Das hofft der Rei­sen­de doch sehr auf sei­ner Rund­rei­se durch Gali­ci­en. Schließ­lich muss auch etwas dabei her­aus­kom­men, wenn er fast jeden Tag 30 bis 50 Kilo­me­ter erst auf dem por­tu­gie­si­schen und dann auf dem nörd­li­chen Jakobs­weg an der Küs­te radelt. Dabei geht es meis­tens durchs Mit­tel­ge­bir­ge. Dabei bewegt er ins­ge­samt gut 35 Kilo unter sich fort. Das Rad selbst wiegt gut zwölf Kilo. Die Pack­ta­schen plus Zelt und Schlaf­sack bean­spru­chen um die 23 Kilo. Zehn Kilo hat er bin­nen acht Wochen abge­nom­men, ohne wirk­lich lei­den zu müs­sen. Er quält sich nicht mit einer Diät, indem er zum Bei­spiel nur noch bit­te­re Tei­le einer Aga­ve oder Früch­te eines Kak­tus isst. Aller­dings ist er auch wenig am Tag: Müs­li am Mor­gen, tags­über Äpfel und Erd­nüs­se, Tapas hier und da in einer Bar. Abends füllt leich­te medi­ter­ra­ne Kost den Magen. Und dazu gibt es lecke­ren spa­ni­schen Kaf­fee. Der Erfolg stellt sich ein: 76 Kilo zeig­te die Waa­ge neu­lich an.

Ans Schie­ben auf stei­ni­gen oder stei­len Stre­cken hat er sich auch gewöhnt. Mitt­ler­wei­le beherrscht er das sogar deut­lich bes­ser und flucht nicht mehr so viel. Denn sei­ne Arm- und Rumpf­mus­ku­la­tur ist deut­lich stär­ker gewor­den. Außer­dem trai­niert das frei nach der Devi­se: Was nicht tötet, här­tet ab. 

Bin­nen kur­zer Zeit hat er also schon schö­ne Ergeb­nis­se erzielt. Und er hat noch eini­ges vor sich: Jetzt geht es gut 500 Kilo­me­ter wei­ter auf der Via de la pla­ta nach Zamo­ra. Die­ser Weg führt Pil­ger von Sevil­la in Anda­lu­si­en nach Sant­ia­go. Es schließt sich eine ähn­li­che Ent­fer­nung am Rio Dou­ro ent­lang nach Por­to an. 

Radeln auf dem Jakobs­weg hält jung. Medi­ta­ti­ve Erfah­run­gen und tol­le Kon­tak­te gesel­len sich dazu. Eine run­de Sache. Und jetzt war­tet nach der Hit­ze am Tag des Feu­ers und dem Ver­lust vie­ler Kilos ein Ther­mal­bad in Ouren­se auf ihn!

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Heiß heiß heiß in Galicien

Heiß, heiß, heiß in Gali­ci­en: Da vie­le fra­gen, wie heiß es gera­de auf dem Jakobs­weg im bren­nen­den Gali­ci­en zugeht. Zwei Mona­te soll es im Lan­des­in­ne­ren nicht mehr gereg­net haben. Dem Rei­sen­den ist zuwei­len schon ziem­lich heiß. Der Him­mel ist stau­big. Die Son­ne schil­lert des­halb grün­lich. Bevor er vom Brand erfährt, fin­det er die Fär­bung noch ziem­lich cool zum Foto­gra­fie­ren. Er hält den Staub für Sand aus Afri­ka. Es sind immer­hin 30 Kilo­me­ter bis zum Brand­herd. Die Schleim­haut in der Nase trock­net und setzt sich mit dunk­lem Staub zu. 

Trotz des Radelns im Gebirgs­wald wird ihm so heiß, dass er das ers­te Mal seit Jah­ren im Dorf Rosen­de eis­kal­te Cola trinkt. Die­se ver­schafft tat­säch­lich Abküh­lung auf der Rad­rei­se durch den Nord­wes­ten Spa­ni­ens. Eigent­lich ver­ab­scheut er sol­che Geträn­ke genau­so wie Ziga­ret­ten. Es ist immer­hin 30 Grad warm. Das nimmt er aber nicht so wahr. Denn er ist mitt­ler­wei­le gut trainiert.

7000 Hektar Land verbrennen

Spä­ter kommt er in Bar­rei­ro an. Dort will er über­nach­ten. Das liegt gemes­sen am Cami­no de Sant­ia­go gut 40 Kilo­me­ter süd­lich von Sant­ia­go de Com­pos­te­la ent­fernt. Von dort war er noch vor einer zu erwar­ten­den Sint­flut geflo­hen. Der Wirt sag­te ihm, dass der Staub von einem zehn Kilo­me­ter ent­fern­ten Brand in Selli­da stamm­te. Und jetzt riecht er tat­säch­lich das Feu­er. Als es dun­kel wird, tritt er aus dem Hos­tal wie­der auf die Stra­ße. Die meis­ten Fens­ter sind dun­kel. Kein Mensch ist zu sehen. 

Eini­ge Män­ner ste­hen an der The­ke einer Bar, dre­hen sich sogar etwas weg. Dies ist für Gali­ci­en schon unge­wöhn­lich. Sonst grü­ßen die meis­ten höf­lich. Der Rei­sen­de erklärt es sich mit der Furcht vor dem Feu­er. Immer­hin bren­nen 7000 Hekt­ar. 10.000 Hüh­ner ster­ben, wäh­rend er wie elek­tri­siert “Est­rel­la Gali­cia” trinkt. Die­se Zah­len ent­nimmt er am nächs­ten Tag aus der Zei­tung „Faro de Gali­cia“. Viel­leicht haben die Leu­te auch Kom­ple­xe ihres selt­sa­men Ortes wegen, weil er lacht, weil es hier nur pin­chos zum Knab­bern gibt. Der Wirt guckt etwas säu­er­lich. Als er spä­ter die benach­bar­ten Vino­thek die Wir­tin der benach­bar­ten Vino­thek auf die Geis­ter­stun­de anspricht, meint sie, die Leu­te ruh­ten sich nur aus. Beim Ver­las­sen der Vino­thek hat sich der Brand­ge­ruch verstärkt.

Eine por­tu­gie­si­sche Freun­din schreibt, nach­dem er ihr von sei­nen Ängs­ten vor dem Brand geschrie­ben hat, dass es auch an vie­len Orten in Por­tu­gal bren­ne: in Guar­da, Viseu und Cer­to. Das stärks­te Feu­er befin­de sich in Vigo am Atlan­tik. Genau durch die­se Orte führt sein Rück­weg nach Por­to. Wird er bald ins Feu­er fah­ren? Bie­ten sich Umwe­ge an?

Regen erwünscht

Jetzt wünscht er sich den Regen, dem er zuvor in Sant­ia­go eigent­lich ent­kom­men woll­te. Wie alle Men­schen hier. Im Hos­tal ist kein Laut zu hören. Wie wür­de er han­deln, wenn der Ort eva­ku­iert wer­den müss­te. Er hat­te solch eine Situa­ti­on ein­mal in Nar­vik in Nord­nor­we­gen erlebt, als er frisch aus der Dusche kam. Nackt woll­te er nicht auf die Stra­ße tre­ten. Also zog er sich zügig an und schnapp­te sich sei­ne Packtaschen. 

Nachts hört er Regen­trop­fen in Bar­rei­ro fal­len. Rei­fen von Autos roll­ten auf nas­sem Asphalt. Jetzt hofft er, dass es bald auf der gan­zen ibe­ri­schen Halb­in­sel reg­net. Hof­fent­lich wird es nicht so bald wie­der “Heiß heiß heiß in Gali­ci­en” hei­ßen. Mor­gen geht es wei­ter auf der Via de la pla­ta in Rich­tung Zamora.

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Herbst in Galicien kommt

Herbst in Gali­ci­en kommt: Eine wun­der­schö­ne, aber auch anstren­gen­de Etap­pe liegt hin­ter dem Rei­sen­den. Die Etap­pe führ­te von Vil­al­ba nach A Lagoa in der Regi­on Lugo. Mon­do­ñe­do ist schon wie­der über 30 Kilo­me­ter ent­fernt. Und bis nach Sant­ia­go de Com­pos­te­la sind es auf der Rad­rei­se durch Gali­ci­en noch über 100. Der Weg ist zum Teil holp­rig, da Stei­ne im Weg lie­gen. Bei Stei­gun­gen muss er schon sei­ne Pfer­de­stär­ken erhö­hen, um das ins­ge­samt gut 35 Kilo schwe­re Rad auf einen hohen Stein zu bug­sie­ren. Und danach folgt schon der nächs­te Stein. Stu­fe für Stu­fe geht es man­che Hügel herauf. 

Dafür ent­schä­di­gen aber die Ruhe und wenig bis gar kein Auto­ver­kehr. Sobald der Rei­sen­de irgend­wo mal kurz durch­schnauft oder etwas foto­gra­fiert, erge­ben sich immer mal wie­der net­te Gesprä­che mit gali­cis­chen Bau­ern. Die­se unter­bre­chen ihre Arbeit ger­ne für einen Plausch mit dem vor­bei­zie­hen­den Jakobs­pil­ger. Einer ruh­te sich auf einer Bank vor sei­nem Hof aus. Der Jakobs­weg führt hier ein­sam als schma­ler Pad an sei­nem Haus vor­bei. Er stand auf und führ­te drei Schwei­ne und acht Kühe vor. Und er zeig­te 18 Hüh­ner, die den Fuchs fürch­ten müss­ten. Ein ande­rer, Abél, prä­sen­tier­te einen alten Wasch­trog aus Stein. Dar­in hät­te sich vor über hun­dert Jah­ren sei­ne Fami­lie gewa­schen. Sogar eine Hüt­te mit Schin­deln und Holz­tür befin­det sich daran.

Herbst in Galicien kommt mit Farben und Früchten

Es ist ein­sam hier. Aber dar­an gewöhnt sich jeder recht schnell. Dafür nimmt man vie­le Din­ge genau­er wahr, als sonst wie Eimer mit Äpfeln oder mit Kas­ta­ni­en, für die der Herbst sorgt. Ges­tern unter­hielt sich der Rei­sen­de mit der Stu­den­tin Anna, die auf dem Cami­no Fran­cés unter­wegs war. Sie erzähl­te, dass sie auf Stre­cken wie die­ser geweint und Selbst­ge­sprä­che geführt hät­te. Und mit den Men­schen auf der Stre­cke hät­te sie sich auf Eng­lisch und mit Zei­chen­spra­che unter­hal­ten. Der Rei­sen­de singt recht viel. Die Tex­te soll­te aber bes­ser kei­ner hören.

Die Bewäl­ti­gung sol­cher Stre­cken hilft auch dabei, Selbst­ver­trau­en auf­zu­bau­en. So zieht einen, wenn ein Streit mit Kol­le­gen oder der Fami­lie viel­leicht nicht so her­un­ter, weil man sich sagen kann: “Ich bin jetzt bei Affen­hit­ze 30 Kilo­me­ter gelau­fen”. Oder: “Der Schlamm auf dem Weg nach dem Regen von heu­te Nacht hat mich auch nicht auf­ge­hal­ten.” Oder: “Die quä­len­de Schie­be­rei auf den Berg bringt mir immer viel Kraft ein. Daher lohnt sich das.” Eines konn­te der Pil­ger­weg bis­her aber noch nicht behe­ben: Jedes Mal, wenn der Rei­sen­de hier durch eine grö­ße­re Stadt wie Sant­ia­go kommt, wird er erst­mal ver­wirrt. Das liegt am Lärm, an Men­schen­mas­sen, am Ver­kehr. So vie­le Men­schen gibt es nicht auf dem Wan­der­weg, wenn der Herbst in Gali­ci­en ange­kom­men ist. Aber trotz­dem kann es selbst Anfang Okto­ber hier noch bren­nen.

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Premium-Radweg von Mondoñedo

Pre­mi­um-Rad­weg von Mon­do­ñe­do: Ein ech­tes High­light für Jakobs­pil­ger auf dem Fahr­rad ist der Gebirgs­pass von Mon­do­ñe­do nach Aba­din. Er ver­läuft auf durch­schnitt­lich 600 Höhen­me­tern. Dies hat den Vor­teil, dass man auf gut 18 Kilo­me­tern fast auf einer Höhe bleibt. So genießt man ohne grö­ße­re Anstren­gung vie­le Aus­bli­cke in umlie­gen­de Täler. 

Ein­zig ein Café fehlt auf der gut 18 Kilo­me­ter lan­gen Stre­cke des Cami­no de Sant­ia­go. Dafür sind hier aber vie­le net­te Pil­ger unter­wegs. Heu­te traf der Rei­sen­de sei­ne neu­en fran­zö­si­schen Freun­de wie­der: Aga­the, Melis­sa, Eli­as und Flo­ri­an. Er über­nach­te­te mit ihnen in einer Pil­ger­her­ber­ge in der Nähe von Riba­deo. Am dar­auf­fol­gen­den Tag traf er sie wie­der auf dem Weg nach Vil­a­no­va in einem Wald. Dort gab es zwi­schen­durch eine anstren­gen­de Stei­gung, so dass er schie­ben muss­te. Aber Eli­as und Flo­ri­an waren sofort zur Stel­le und pack­ten mit an.

Ein christliches Mahl in Vilanova

So roll­te er beim anschlie­ßen­den Gefäl­le her­un­ter nach Vil­a­no­va, wo er sei­nen Pro­vi­ant auf­stock­te. Anschlie­ßend besuch­te er die Kathe­dra­le in Vil­a­no­va. Als er sie ver­ließ, stan­den die Fran­zo­sen vor ihm. Sie brei­te­ten eine Decke auf dem Vor­platz aus, deck­ten den Tisch und luden den Rei­sen­den zum Essen ein. Anschlie­ßend teil­ten sich alle wie bei einem christ­li­chen Abend­mahl die Ein­käu­fe. “Wir tei­len ger­ne. Das ist uns wich­tig”, sag­te Eli­as. Zum Glück hat­te der Rei­sen­de genug ein­ge­kauft, so dass er Käse und Erd­nüs­se anbie­ten konn­te. So ver­sorg­ten sich alle mit neu­en Kalorien. 

Abends über­nach­te­te der Rei­sen­de in einem Hotel in Mon­do­ñe­do. Mor­gens stat­te­te er der berühm­ten Kathe­dra­le in der Regi­on Lugo einen Besuch ab. Dann ging es auf die Ser­pen­ti­nen Rich­tung Aba­din. In einer Kur­ve sah er die Fran­zo­sen wie­der und beschloss, sich auf einer Lich­tung zu stär­ken. Sie wür­den hier natür­lich vor­bei­kom­men. Das “Hal­lo” war natür­lich groß. Sie waren nur noch weni­ge Kilo­me­ter ent­fernt von der nächs­ten Her­ber­ge, lit­ten aber unter quä­len­dem Durst. Sie hat­ten zu wenig Was­ser mitgenommen. 

Als Rad­ler ist es natür­lich nicht schwie­rig, nach Brun­nen Aus­schau zu hal­ten. Er ver­sprach, ihnen zu hel­fen, fand einen Brun­nen. Dann kehr­te er zu ihnen mit fri­schem Was­ser zurück. Man hilft ein­an­der als Pil­ger im Nord­wes­ten Spa­ni­ens. Es geht mor­gen wei­ter nach Vil­al­ba. Der Rei­sen­de hofft, dort erneut einen Pre­mi­um-Rad­weg wie von Mon­do­ñe­do nach Aba­din zu entdecken.

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Höchste Klippen Europas sind galicisch

Höchs­te Klip­pen Euro­pas sind gali­cisch: So lang­sam biegt der Rei­sen­de auf die Ziel­ge­ra­de sei­ner Rund­rei­se durch Gali­ci­en und Nord­por­tu­gal ein: Die Rück­kehr auf den offi­zi­el­len Cami­no de Sant­ia­go erfolgt in Kür­ze. Riba­deo, das an der Gren­ze von Gali­ci­en und Astu­ri­en liegt, liegt schon recht nahe.

Noch ein paar Strän­de gefäl­lig, bevor der Weg durchs Bin­nen­land Rich­tung Sant­ia­go de Com­pos­te­la führt? Hier ist das Was­ser für Anfang Okto­ber noch leicht warm. Der Rei­sen­de besuch­te heu­te unter ande­rem die “Pra­ia das Cate­drais”. Er wate­te mit den Füßen durch erfri­schen­des Nass, um einen Tun­nel zu erkun­den und die “Kathe­dra­len” zu sehen. Ein span­nen­des Unter­neh­men. Denn die Flut stand kurz bevor. Am Park­platz infor­mier­te eine Tafel über die Gezei­ten, damit jeder Lese­kun­di­ge selbst für die eige­ne Sicher­heit sor­gen kann. 

Eine Trep­pe führ­te zum Strand her­un­ter. Unten wan­deln vie­le Men­schen im feuch­ten Sand der Trep­pe ent­ge­gen. Aber als Mas­sen­be­trieb ist das Auf­kom­men nicht zu bezeich­nen. Über die gesam­te Zeit hin­weg gese­hen, gab es sel­ten gro­ße Mas­sen. Sie sam­mel­ten sich nicht ein­mal in den Pil­ger­her­ber­gen, die der Rad­ler gele­gent­lich auf­sucht. So hiel­ten sich auch die Schnar­cher in Gren­zen. Vor denen schüt­zen aber nicht ein­mal Ohren­stöp­sel. Übri­gens erga­ben sich bis­her kei­ne Pro­ble­me mit Bett­wan­zen, auch wenn Gerüch­te dar­über sei­tens der Pil­ger stets kur­sie­ren. Alles hin­ter­lie­ßen die Wan­de­rer sau­ber und ordentlich.

Beklemmendes Gefühl im Tunnel an der Praia das Catedrais

Der Weg bis zum Tun­nel ist nur weni­ge hun­dert Meter weit. Beklem­mend ist es schon dar­in. Erst ein­mal ist nicht bekannt, wie lang er ist. Außer­dem ist der Strand­pil­ger allei­ne. Denn die Flut naht. Die Melo­die des Mee­res erscheint hier ver­stärkt. So schlägt das Herz rhyth­misch im Takt der Wel­len. Jeden­falls kommt es einem so vor. Das Licht ist nur däm­me­rig, Doch nach weni­gen Minu­ten ist der Aus­gang erreicht. End­lich wie­der nor­ma­les Tages­licht. Und jetzt zurück zur Trep­pe. Die Kathe­dra­len lie­gen wei­ter hin­ten. Doch ange­sichts des stei­gen­den Was­sers wird der Rei­sen­de sich die von oben anse­hen müssen. 

Wie­der auf den Klip­pen ange­kom­men, strebt er den Kathe­dra­len ent­ge­gen. An ihrem Rand schaut er sich das Schau­spiel des erst stei­gen­den und dann schäu­men­den Was­sers fast eine Stun­de an. Das ent­spannt, lädt zum Medi­tie­ren ein.

Schon zwei Tage zuvor genoss er ein ähn­li­ches Natur­schau­spiel auf einer Land­zun­ge bei Cari­ño. Dort — in der Umge­bung der höchs­ten Steil­klip­pen Euro­pas — steht auf einer Platt­form ein schö­ner Leucht­turm. Gera­de bei schei­nen­der Son­ne ange­kom­men, zog mit einem Male dich­ter Nebel auf. Und es fing an zu reg­nen. Leucht­turm und Küs­te waren nicht mehr gut zu erken­nen. So wech­sel­haft ist das Wet­ter in Galicien. 

An so eini­gen Stel­len ent­lang der Nord­küs­te Spa­ni­ens schaut der Rei­sen­de so tief ins Meer, dass schma­le spit­ze Fel­sen einem wie Hai­fisch­flos­sen vor­kom­men. An sol­chen Stel­len sind Bän­ke auf­ge­stellt, so dass sich Besu­cher in Ruhe die wil­de Natur in sich auf­neh­men kön­nen. Ange­sichts des­sen wird einem hier wirk­lich klar: Die höchs­ten Klip­pen Euro­pas sind gali­cisch. Und auf der bis­he­ri­gen Stre­cke gibt es auch einen Schatz spa­ni­scher Archi­tek­tur zu bewundern.

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Radwandern an der Costa da morte

Rad­wan­dern an der Cos­ta da mor­te: eine der schöns­ten Stre­cken zwi­schen Laxe und Pon­te­se­co an der Todes­küs­te in Gali­ci­en. Mit dem Auto kann man dort nicht fah­ren. Aber jeder, der hier Feri­en ver­bringt, kann eini­ge Kilo­me­ter wun­der­bar radeln oder spa­zie­ren gehen. Es gibt auch Tour-Anbie­ter, die hier geführ­te Grup­pen­wan­de­run­gen anbieten.

Die Stre­cke führt sicher auch vor­bei an neu­en Leucht­turm Faro da Pun­ta Nari­ga, der auf einem Fels­vor­sprung steht. Mit­te Sep­tem­ber lie­gen aller­dings hier vie­le Sta­cheln ent­lang des Weges. Vor zwei Tagen fing sich der Rei­sen­de irgend­wo einen ein. Dem konn­ten auch dicke MTB-Rei­fen nichts ent­ge­gen­set­zen. Er repa­rier­te den Schlauch und fuhr dann wei­ter, anneh­mend, dass der klei­ne Scha­den beho­ben wäre. Doch ver­fehlt. In Mal­pi­ca mel­de­te sich end­gül­tig der Schleich­plat­ten an. Daher steu­er­te der Rei­sen­de ein Café an, bestell­te sich einen Kaf­fee und fing an, den Rei­fen abzu­tas­ten. Ihm hal­fen dann sage und schrei­be sechs Leu­te, einen win­zi­gen Dorn zu finden. 

Ein Paar park­te vor dem Café, stell­te die Warn­blink­an­la­ge an. Dort früh­stück­te ich und such­te zugleich den Dorn. Der Mann leg­te Flick­zeug hin. Und er hol­te einen Eimer mit Was­ser und such­te nach wei­te­ren Löchern. Sie sah sich der­zeit kon­zen­triert den Man­tel an und fand auch etwas, was hof­fent­lich der Dorn war. Ein Mädel vom Neben­tisch reich­te unauf­ge­for­dert eine Pin­zet­te. Mit ihren lan­gen schma­len Fin­gern gelang es ihr tat­säch­lich, mit der Pin­zet­te den Sta­chel her­aus­zu­zie­hen. Sie lös­te das Pro­blem. Ein schö­nes Zei­chen der Hilfs­be­reit­schaft. Die ande­ren gaben gute Rat­schlä­ge. Ein Gast über­nahm einen Kaf­fee. Und der berühm­te Dich­ter Andrés Mou­ren­te Cas­tro stell­te sich ihm vor. Er habe bereits vier Thea­ter­stü­cke geschrieben. 

Das ist jetzt Gali­ci­en. Wahr­schein­lich liegt es dar­an, dass er letz­te Nacht sein Zelt zwi­schen einer Kapel­le und dem Fried­hof von Mens auf­ge­baut hat­te. Die Toten seg­ne­ten sei­ne Pil­ger­rei­se. Und einen Tag spä­ter hält der Schlauch noch immer.

Klar ging es nach der Repa­ra­tur in die nächs­te Apo­the­ke. Dort besorg­te sich der Rei­sen­de auch eine Pin­zet­te. Mit ihr wird er hof­fent­lich künf­tig mit jedem Sta­chel fer­tig. Selbst wenn der Ort Mal­pi­ca hei­ßen sollte. 

Danach fand der Rei­sen­de end­lich sei­nen ers­ten gali­cis­chen Dol­men. Pedra da Arca liegt sehr freund­lich direkt an der Stre­cke in einem schö­nen Wald. End­lich mal muss er nicht fünf Kilo­me­ter in eine Art Ein­bahn­stra­ße fah­ren, um eine Sehens­wür­dig­keit zu besichtigen. 

Rad­wan­dern an der Cos­ta da mor­te: Hier fin­det man hilfs­be­rei­te Men­schen und nicht den Tod. Es geht wei­ter an schö­nen Strän­den vor­bei. Jetzt wird es Zeit, sich den kuli­na­ri­schen Köst­lich­kei­ten der Regi­on zu widmen.

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Finisterre: Himmel auf Erden?

Finis­terre: Him­mel auf Erden? Namen von Orten wie Finis­terre — also Ende der Welt — zie­hen den Rei­sen­den gera­de­zu magisch an. Am Ende der Welt ver­mu­te­ten die Men­schen des Mit­tel­al­ters die größ­te Nähe zu den Inseln der Seli­gen. In einer kel­ti­schen Sage wird erzählt, die Inseln lägen hin­ter dem Hori­zont des Atlan­tiks. Dort such­ten die Pil­ger das Gespräch mit den Toten.

Außer­dem hilft es, auf lan­gen Stre­cken eini­ge Zie­le vor Augen zu haben und sie dann auch ein­zu­hal­ten. Denn sonst fährt man nur durch Land­schaft. Dies kann auf Dau­er ermü­dend sein. In der ers­ten Zeit sei­ner Rad­rei­sen beschränk­ten sich die Tou­ren oft nur dar­auf, Land­schaft wahr­zu­neh­men die Wahr­neh­mung. Doch ab einem bestimm­ten Punkt ist zu erken­nen, dass vie­le Land­schaf­ten ein­an­der ähneln. Das Spe­zi­fi­sche, was Men­schen von Regi­on zu Regi­on anders macht, kommt dabei nicht her­aus. Und da wird es erst span­nend. Auf dem Rad kommt man den Men­schen auch ziem­lich nah. Ein­la­dun­gen kom­men leich­ter zustan­de, als wenn man nur im Auto hockt.

Land­schaft prägt Men­schen. Men­schen prä­gen Land­schaft: Das Kli­ma, der Boden, die Lage an einer Küs­te, an einem Fluss, in den Ber­gen. Das formt. Men­schen bau­en dort Häu­ser, kochen regio­nal­ty­pi­sches Essen, lei­den unter Hit­ze oder erfreu­en sich am mil­den Kli­ma. Bei einer Urlaubs­rei­se mit dem Rad ent­wi­ckelt man ein gutes Gespür für die Land­schaft. Wind und Wet­ter, Stei­gung und Gefäl­le sind unmit­tel­bar zu füh­len. Vor allem am Po.

Doch wie ist es am Ende der Welt? Wie sieht es an der nächs­ten Ecke aus? Geht es dort wei­ter? Eine Sack­gas­se gibt es dort auf der Rad­rei­se durch Gali­ci­en nicht. Denn der Camin­ho de Sant­ia­go endet nicht dort. Der Rei­sen­de setzt von dort aus sei­nen indi­vi­du­el­len Pil­ger­weg fort. Denn Sant­ia­go de Com­pos­te­la hat er in die­sem Jahr noch nicht erreicht. Von hier aus geht die Tour wei­ter in den Nor­den nach A Coru­ña. Er ist noch lan­ge nicht erschöpft, obwohl vie­le har­te Ber­ge hin­ter ihm liegen.

Himmel auf Erden?

Selbst der ent­täu­schen­de Anblick der Klein­stadt Finis­terre — auf Gali­zisch Fis­ter­ra — kann ihn nicht davon abhal­ten. Denn eine schö­ne Stadt ist sie nicht. Die Archi­tek­tur liegt wei­ter unter dem, was sonst eine spa­ni­sche Stadt zu bie­ten hat. Es ist vor allem ein tou­ris­ti­scher Ort mit Über­nach­tungs­mög­lich­kei­ten. Zum Glück aber liegt der Ort male­risch am Strand. Und die Stre­cke ent­lang der Küs­te ist reiz­voll. Es rei­hen sich vie­le schö­ne Aus­sichts­punk­te anein­an­der. Und die Men­schen sind sehr leben­dig. Vie­le Fes­ti­vals gab es im August und Sep­tem­ber von Por­to über Bar­ce­los und Pon­te­ve­dra zu sehen.

Unbe­dingt zu emp­feh­len ist in Finis­terre der Besuch des Leucht­turms. In einem Neben­ge­bäu­de ist ein Hotel mit nur sie­ben Zim­mern zu unter­ge­bracht. Der Rei­sen­de bekam gera­de noch das letz­te Zim­mer, in dem an sich ein Aus­zu­bil­den­der unter­ge­bracht ist. Glück gehabt, um den gan­zen Abend hier voll­auf zu genie­ßen. Von oben schaut man auf Klip­pen im Meer und in die Fer­ne. Dann beginnt das Leucht­feu­er zu glim­men und dann sei­ne Krei­se zu ziehen. 

Es gibt nicht vie­le Orte auf der Welt, wo es der­art stim­mungs­voll ist. Dazu zäh­len für den Rei­sen­den der Leucht­turm Bjur­ö­klub in Väs­ter­bot­ten und Eck­war­der­hör­ne am Über­gang vom Jade­bu­sen zur Nord­see. Aber Finis­terre, Him­mel auf Erden? Jeder Pil­ger muss das für sich selbst entscheiden.

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Offenes Meer an der Praia das Furnas

Offe­nes Meer an der Pra­ia das Fur­nas: Nach einem traum­haf­ten Schlaf im Zelt sieht der Rei­sen­de erst­mals das offe­ne Meer an der gali­cis­chen Küs­te. Das Meer rausch­te. Es ver­senk­te ihn auf der Rad­wan­de­rung durch Gali­ci­en ab elf Uhr abends in einen tie­fen Schlaf bis 10 Uhr mor­gens. Davor sah er nur Fjor­de ent­lang so eini­ger vie­le Kilo­me­ter lan­gen Buchten. 

Den tie­fen Schlaf hat­te er zuvor gar nicht erwar­tet. Denn hier camp­te er wild, weil es hier auch erlaubt war. Neben dem Zelt­platz lag das Surf­house As Fur­nas. Dort hät­te er lie­ber sein Zelt auf­ge­schla­gen, um sich etwas siche­rer zu füh­len. Denn da es spät am Abend war, konn­te er sich nicht vor­ab ein Bild der Bewoh­ner machen. Doch der Inha­ber woll­te den vol­len Preis für eine Über­nach­tung. Das sah der Pil­ger nicht ein. Dies ist eine unge­wöhn­li­che Hal­tung für die an sich gast­freund­li­che Regi­on. Wahr­schein­lich litt der Betrei­ber an chro­ni­schem Geld­man­gel. Denn vie­le Gäs­te waren nicht zu sehen. Da war an ande­ren Strän­den wesent­lich mehr Betrieb.

Bald ist die Costa da morte erreicht

Das Ende der Welt — Finis­terre — ist nicht mehr weit ent­fernt. Finis­terre gilt sogar als wich­ti­ge­res Ziel als Sant­ia­go de Com­pos­te­la selbst. War­um das so ist, bekommt er dort bestimmt noch her­aus. Ab Mal­pi­ca beginnt die berühmt-berüch­tig­te Cos­ta da mor­te, die Todes­küs­te. Heu­te ist sie durch die Nähe zum Was­ser ein belieb­tes Wan­der­ge­biet. Sie erstreckt sich bis zur Hafen­stadt A Coru­ña. Vie­le Schif­fe gin­gen auf der hohen See unter. Unzäh­lig ist die Zahl der gestor­be­nen See­leu­te. Davon zeu­gen bereits ent­lang der Etap­pen hier und da Denk­mä­ler für die ertrun­ke­nen Fischer. Kein Wun­der: Denn ab dort gibt es kei­ne tief ein­ge­schnit­te­nen Buch­ten mehr. Die­se kön­nen die Macht des Mee­res brem­sen. Offe­nes Meer an der Pra­ia das Fur­nas. Dort gilt das nicht mehr. Für heu­te Abend ist Por­to do Son das Ziel.

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Schöne Strände an galicischer Westküste

Schö­ne Strän­de an gali­cischer West­küs­te: A Pobra do Caramiñal

Schö­ne Strän­de an gali­cischer West­küs­te: Das ist doch mal ein Stadt­strand, oder? Dies ist in A Pobra do Cara­mi­ñal der Lohn für den Weg für die anstren­gen­de Fahrt durch die Ber­ge. Aller­dings badet hier kei­ner. Die meis­ten Gäs­te lie­gen an der rie­si­gen Ria de Arou­sa auf dem Hand­tuch im Sand und beten die Son­ne an. Aller­dings auch auf dem Prä­sen­tier­tel­ler, denn lei­der ist es hier ver­baut. Und wenn die eige­ne Woh­nung noch davor liegt, viel bes­ser. Als der Rei­sen­de wäh­rend der Stu­di­en­zeit an einem Cen­tro de Dia in Bar­ce­lo­na hos­pi­tier­te und lern­te, wie man Schi­zo­phre­ne betreut, wuss­te er das zu schät­zen. Denn er leb­te der­weil in Segur de Cal­a­fell in einem Feri­en­haus direkt am Strand. Es gibt in Gali­ci­en vie­le idyl­li­sche Strän­de. Die Pro­vinz ist aber auch bekannt fürs feuch­te und nebe­li­ge Atlantikklima.

Am Hori­zont ist gut zu erken­nen, wie sie beschaf­fen sind: ein ste­ti­ges Auf und Ab west­lich von Sant­ia­go de Com­pos­te­la. Erst seit heu­te genießt es der Rei­sen­de, direkt am Was­ser ent­lang zu radeln. Davor führ­te die Rou­te durchs Bin­nen­land oder ober­halb ent­lang der Steil­küs­te. Strän­de wie in Com­bar­ro oder Arou­sa muss­te der Rad­fah­rer schon gezielt anfah­ren. Der Jakobs­weg ist hier ver­las­sen. Es gilt einen eige­nen Weg nach Fis­ter­ra zu fin­den. Nur noch gut hun­dert Kilo­me­ter sind bis zum Sehn­suchts­ziel vie­ler Pil­ger zu bewältigen.

Schöne Strände an galicischer Westküste und stinkende Blechlawine

Lei­der gibt es hier offen­bar kein Rezept gegen die stin­ken­de Blech­la­wi­ne ent­lang der Küs­te Gali­ci­ens anzu­kom­men. Wenigs­tens fah­ren sie Leu­te rück­sichts­voll hin­ter­her. Und sie hal­ten genug Abstand ein. Bemüht sich das Land über­haupt, den Stra­ßen­ver­kehr bes­ser zu regu­lie­ren? Auf den ach so tol­len Spa­ni­en-Web­sei­ten, die vie­les hier gar nicht ken­nen, emp­feh­len Autoren sogar, einen Wagen zu mie­ten. Dabei gibt es eine Bahn­li­nie, die ohne­hin in Spa­ni­en gut funk­tio­niert. Ver­spä­tun­gen neh­men die Ein­hei­mi­schen mit einer stoi­schen Gelas­sen­heit hin. Wan­dernd oder radelnd kommt man dem Lan­de aber viel näher. Fürs Kli­ma ist es auch erheb­lich bes­ser. Und auf schö­ne Strän­de an der gali­cis­chen West­küs­te, die es viel­leicht auch noch Rich­tung Por­to do Son gibt, freut man sich dann umso mehr.

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Muschelfischer an der Ria de Arousa

Wie gemalt: Abend­stim­mung in Arou­sa. Hier wer­den die berühm­ten Herz­mu­scheln und Mies­mu­scheln ange­baut. Mor­gens um vier ver­las­sen die Fischer den Hafen. Mor­gen besucht der Rei­sen­de Muschel­fi­scher an der Ria de Arou­sa. Das ist das Ziel.

Unwei­ger­lich muss er zuvor an die unsäg­li­che Ver­schmut­zung der Küs­te durch Öl den­ken, die immer wie­der Gali­ci­en heim­sucht. Im Jah­re 2002 sank hier der unter der Flag­ge der Baha­mas fah­ren­de Öltan­ker “Pres­ti­ge”. Er woll­te im Novem­ber 2002 Öl von Lett­land nach Sin­ga­pur brin­gen. Der Kurz­sich­tig­keit der spa­ni­schen Behör­den ist das Desas­ter zu ver­dan­ken, dass die Exis­tenz vie­ler Fischer rui­nier­te. Denn sie lie­ßen den durch einen Sturm leck­ge­schla­ge­nen Tan­ker nicht in einen Hafen fah­ren. Dort hät­te das Öl abge­pumpt wer­den kön­nen. So zer­brach das Schiff und sank in die Tie­fe. 3600 Meter. Tau­sen­de von See­vö­geln und Mee­res­tie­ren star­ben der Ölpest wegen.

Wie geht es heute den Fischern?

Daher woll­te der Rei­sen­de im Inter­view erfah­ren, wie es den Fischern heu­te geht. Unter der Ver­schmut­zung lei­det heu­te zum Glück nie­mand mehr, ver­si­cher­ten ihm Mit­ar­bei­ter der Qua­li­täts­kon­trol­le im Hafen. Sie wie­gen und kochen die “Ern­te” von den vor der Küs­te lie­gen­den Muschel­bän­ken. Anschlie­ßend pro­bie­ren sie auch, wie sie schme­cken. Die Qua­li­tät ist nicht immer gleich. Sie hängt stark von den Nie­der­schlä­gen ab, die aus den Ber­gen über die Flüs­se in die Buch­ten gelan­gen. Daher ist das Was­ser in Nord­spa­ni­en oft ziem­lich kalt. So kalt, dass der Rei­sen­de es ein­fa­cher fin­det, kurz ins Polar­meer zu stei­gen als hier in den Atlan­tik. In Nord­nor­we­gen ist der Tem­pe­ra­tur­un­ter­schied zwi­schen Luft und Was­ser nicht so groß wie hier. Aber je käl­ter das Was­ser, des­to bes­ser fürs Wachs­tum der Muscheln.

Es war schön, zu beob­ach­ten, wel­ches Feu­er in den Augen der Fischer glimmt, sobald ihre Ern­te auf der Waa­ge lan­det. Je mehr Mus­kel­fleisch vor­han­den ist, des­to bes­ser für den Preis. Ist wenig Regen in den Vor­wo­chen gefal­len, fal­len die Muscheln klei­ner aus. Zum Abschied schen­ken die Mit­ar­bei­ter dem Rei­sen­den einen Beu­tel mit frisch gekoch­ten Mies­mu­scheln. Der reicht für zwei Tage. Und er fängt auch nicht an zu gam­meln. In der Qua­li­tät sind weder Muscheln in der Dose noch in den Restau­rants zu fin­den. Trotz mehr­fach fol­gen­der Ver­su­che ent­lang der Stre­cke bis nach Ribadeo.

Dann geht die Rad­rei­se durch Gali­ci­en wei­ter. Das berühm­te Cas­tro de Baro­ña war­tet schon. Dies ist der nächs­te Höhe­punkt nach dem Besuch der Muschel­fi­scher an der Ria de Arousa.

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