Frohe Weihnachten aus Spanien!

Fro­he Weih­nach­ten aus Spa­ni­en! Euch allen wünscht der Rei­sen­de ein geseg­ne­tes Fest. Hier in Pla­sen­cia am Jakobs­weg “Via de la pla­ta” gehen die Men­schen heu­te Abend her­aus zum Fei­ern. Auch mal etwas Neu­es, wenn man Weih­nach­ten zum ers­ten Mal nicht bei den Eltern, son­dern in der Extre­ma­du­ra ver­bringt. Da die Stadt leb­haft ist, fällt das Allein­sein nicht schwer. Die Restau­rants sind offen. Vie­le jun­ge Leu­te strei­fen durch die Klein­stadt, fei­ern an Steh­ti­schen. Daher ähnelt die Atmo­sphä­re ein wenig dem Sil­ves­ter­abend bei uns. Selbst am ers­ten Weih­nachts­tag sind Restau­rants offen. Ganz anders als in Deutsch­land, wo fast jeg­li­ches Leben erstarrt.

Es ist kaum zu glau­ben, was nur 1,5 Jah­re spä­ter gut 60 Kilo­me­ter nörd­lich hier pas­sie­ren wird. Auf der Fahrt von Sala­man­ca nach Pla­sen­cia genoss der Rei­sen­de noch den Anblick der Sier­ra de Fran­cia. Es erhebt sich majes­tä­tisch aus der ansons­ten fla­chen Land­schaft. Dabei nahm er sich schon fest vor, auch die­ses Gebiet eines Tages zu durch­strei­fen und zu erle­ben. Es gibt hier vie­le Eichen­wäl­der, in denen Bau­ern Schwei­ne hal­ten. Die­se sind sehr scheu und flüch­ten blitz­ar­tig, sobald sie den Rad­wan­de­rer sehen. Um den 20. Mai 2023 wird hier ein gro­ßer Brand bei Las Hur­des aus­bre­chen. Als Ursa­che ver­mu­tet wird Brand­stif­tung. 700 Ein­woh­ner müs­sen dann eva­ku­iert wer­den. Ein Alb­traum! Die Flam­men schla­gen meter­hoch. 7500 Hekt­ar Wald wer­den ver­nich­tet werden.

Hin­ter Pla­sen­cia fährt der Bike­pa­cker nach den Weih­nachts­ta­gen auf dem weit­ge­hend fla­chen Land wei­ter Rich­tung Cáce­res. Auf­ge­löst ist hier auch nach gut 3000 Kilo­me­tern auf der Ibe­ri­schen Halb­in­sel end­lich, woher all die klei­nen Hol­gers stam­men — aus der far­bi­gen und idyl­lisch gele­ge­nen Klein­stadt Hol­guera. Auf dem Kirch­turm des wehr­haft aus­se­hen­den Sakral­baus befin­den sich allein drei Stor­chen­nes­ter. Das Geklap­per der gro­ßen Vögel ist schon von wei­tem zu hören. In fast jeder Stadt und jedem Dorf befin­den sich Stor­chen­nes­ter. Ein wohl­tu­en­des Natur­er­leb­nis. Und ein schö­nes Geschenk. Fro­he Weih­nach­ten aus Spanien!

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Jetzt im TV: Naturparks in Europa

Jetzt im TV: Natur­parks in Euro­pa. Aktu­ell ver­sorgt der Rei­sen­de euch mög­lichst regel­mä­ßig mit TV-Dokus über Kul­tur und Rei­se. Im Zen­trum ste­hen belieb­te Zie­le in Euro­pa, die jetzt im Fern­se­hen lau­fen. Dies­mal sind nach der Mas­se an Dokus in der ver­gan­ge­nen Woche nur Deutsch­land, Por­tu­gal und Öster­reich ver­tre­ten. Am meis­ten erfah­ren die Zuschau­er dies­mal über Desti­na­tio­nen in Deutsch­land. Das liegt wohl an Coro­na man­gels Rei­se­mög­lich­kei­ten liegt.

Emp­feh­len kann der Rei­sen­de einen Film über Natur­parks in Por­tu­gal. Er sah ihn bereits. Die Ser­ra da Est­re­la kennt er gut, da er dort mehr­fach recher­chier­te, einen Rei­se­füh­rer dar­über ver­fass­te. Die Regi­on liegt im Cen­tro de Por­tu­gal. Sie besticht durch hohe Ber­ge und Juwe­len-Dör­fer. Und sie ist gut mit dem Rad zu berei­sen. Denn die Stre­cken sind auf der von zu emp­feh­len­den Rund­stre­cke nicht steil. Zwei Wochen kannst Du die Regi­on ohne Mus­kel­ka­ter erkunden.

Naturpark Peneda-Gerês

Gera­de schau­te der Rei­sen­de nach, wo der Natur­park Pene­da-Gerês liegt. Dabei stell­te er fest, dass er schon nah dran war, als er von Sant­ia­go de Com­pos­te­la über All­ariz nach Alber­gue­ria fuhr. Daher kann er sich auch vor­stel­len, wie es dort aus­sieht. Es ist ber­gig. Er kur­bel­te auf Ser­pen­ti­nen stun­den­lang berg­auf und ‑ab, genoss Aus­bli­cke, Adler und Gei­er und Cafés in Dör­fern. Eine in einer hoch gele­ge­nen Sied­lung ober­halb eines Stau­sees leben­de alte Frau stöhn­te „Mein Gott“, als sie den Rad­ler her­auf­kom­men sah. Wahr­schein­lich mal­te sie sich des­sen Lei­den aus. Aber da es auch lan­ge Täler gibt, konn­te er sich immer wie­der mal aus­ru­hen. Außer­dem ver­brennt er immer ordent­lich Kalo­rien. Neu­lich radel­te er 123 Kilo­me­ter auf einer der schöns­ten Rad­stre­cken von Müns­ter nach Wett­rin­gen und wie­der zurück: 2760 Kalo­rien. Viel muss­te er bei der Por­tu­gal-Tour also nicht heraufschleppen.

Außer ihm radel­ten auch zwei Mädels mit Zelt durchs Dorf. Sonst schei­nen fast nur Pil­ger auf dem Jakobs­weg durch­zu­kom­men. Daher hielt mich die Frau wohl für etwas Beson­de­res. Ich reagier­te spä­ter ähn­lich ent­setzt, als ich Spu­ren der Ver­wüs­tung durch Bau­ar­bei­ten ent­lang der Ser­pen­ti­nen sah. Ein Tun­nel wur­de ver­brei­tert, um eine Schnell-Ver­bin­dung für Züge von A Coru­ña nach Madrid her­zu­stel­len. Ein Jäger ver­si­cher­te dem deut­schen Bike­pa­cker, dass die­se Spu­ren bald wie­der besei­tigt würden.

Eifel auch Thema

Sonst gibt es im Fern­se­hen viel über die Eifel zu sehen. Da vor den Toren Bonns, wor­über auch eine Doku läuft, wan­de­re ich dort oft mit Freun­den. Beson­ders Kur­gäs­te wis­sen die Gegend zu schät­zen, da es zum Bei­spiel gesun­des Ther­mal­was­ser in Bad Neu­en­ahr gibt. Neu­lich las ich, dass aktu­ell in der Gegend um Hel­len­thal Nar­zis­sen blüh­ten. Vie­le Gebie­te wür­den gelb leuch­ten. Ich ken­ne das nur vom Gins­ter, der ab dem Som­mer blüht. Emp­feh­lens­wert ist auch eine Wan­de­rung bei Maria Laach. Denn dort spru­delt Koh­len­säu­re an die Ober­flä­che eines Sees. Die Gegend steckt vol­ler Maa­re. Vul­ka­ne sind sogar aktiv, wenn auch nur schwach. 

Es gibt also auch in Coro­na-Zei­ten viel in der eige­nen Gegend zu ent­de­cken, wenn Du so mutig bist, alte Wege zu ver­las­sen und neue zu beschrei­ten. Und nun zu: Jetzt im TV: Natur­parks in Europa.


SoMoDiFr
Deutsch­landEifel – Die schöns­ten Bade­seen und Tal­sper­ren, WDR, 15.00 Uhr

Wil­de Eifel – Grü­nes Herz im Wes­ten, WDR, 15.15 Uhr

Wan­de­run­gen von der Mosel bis an den Rhein, SWR, 15.45 Uhr
Von der Elbe bis zur Ems, NDR, 20.15 UhrBoom­town Bonn, Neu­er Glanz in alter Haupt­stadt, Phoe­nix, 17.15 UhrDas grü­ne Herz West­fa­lens, ein Wald im Wan­del, WDR, 20.15 Uhr

Wat­ten­meer, Klei­ne Inseln, gro­ße Chan­cen, NDR, 20.15 Uhr
Öster­reich
Alpen­ju­we­len – Zu Fuß von der Zug­spit­ze nach Bozen, SWR, 15.45 Uhr

Por­tu­gal
Natur­parks in Por­tu­gal, Pene­da-Gerês, Ser­ra da Est­re­la, arte, 17.50 Uhr

Natur­parks in Por­tu­gal, Madei­ra, arte 18.30 Uhr

Natur­parks in Por­tu­gal, Rio For­mo­sa, arte, 17.50 Uhr

TV-Dokus Rei­se und Kultur
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Durch Portugal von Norden nach Süden

Durch Por­tu­gal von Nor­den nach Süden: Scha­de. Gera­de hat sich der Rei­sen­de auf einen schö­nen Arti­kel in der “Neu­en Zür­cher Zei­tung” übers Rad­wan­dern durch Por­tu­gal von Nor­den nach Süden gefreut; die­ser Text ist auch so ange­te­ast. Der Autor scheint zwei Wochen lang von Cha­ves nach Faro gera­delt zu sein. Doch nach dem Teaser steht gar nichts mehr übers Rad­fah­ren drin. Das ist ziem­lich schwach. Denn die NZZ ver­säumt es, die gro­ße Rad­rei­se-Gemein­schaft als Leser­schaft für sich zu gewinnen.

Im Gro­ßen und Gan­zen stimmt schon, was der Ver­fas­ser über Por­tu­gal schreibt. Es geht vor allem um Men­schen in Bars und Tou­ris­mus-Mit­ar­bei­ter. Dies ver­knüpft er mit Fak­ten, die täg­lich über Migra­ti­on und Indus­trie in den Medi­en ste­hen. Eher wür­de der Inhalt daher in den Wirt­schafts­teil pas­sen. Der Rei­sen­de fragt sich, ob der Autor wirk­lich die kom­plet­te Stre­cke gefah­ren ist.

Riesige Lithium-Vorräte

Und wenn es schon um Wirt­schaft geht, hät­te er wis­sen müs­sen, dass gut 43 Kilo­me­ter west­lich Cha­ves eine Mine mit rie­si­gen Lithi­um-Vor­rä­ten liegt. Es geht um Covas do Bar­ro­so in einem land­schaft­lich sen­si­blen Gebiet. Nord­west­lich davon liegt der bekann­te Natio­nal­park Pene­da-Gerés mit sel­te­nen Tie­ren und Pflan­zen. Por­tu­gal besitzt bei Bar­ro­so die ver­mut­lich größ­ten Lithi­um-Vor­kom­men die­ses Kon­ti­nents. Die­se sind, laut TV-Sen­der n‑tv, ein gefrag­ter Roh­stoff, um zum Bei­spiel Bat­te­rien für Elek­tro­au­tos her­zu­stel­len. Das Lithi­um-Vor­kom­men im Nor­den Por­tu­gals bie­tet die Chan­ce, die euro­päi­sche Auto­in­dus­trie unab­hän­gi­ger von Impor­ten zu machen. Die por­tu­gie­si­sche Umwelt­schutz­be­hör­de erteil­te bereits die Freigabe.

Nach einem Bericht auf n‑tv erklär­te das dort akti­ve Unter­neh­men Sav­an­nah Resour­ce, die por­tu­gie­si­sche Umwelt­schutz­be­hör­de habe eine “Schlüs­sel­ent­schei­dung” getrof­fen. So kön­ne das Pro­jekt nun auf die nächs­te Stu­fe im Umwelt-Lizen­zie­rungs-Pro­zess stei­gen. Dies sei ein wich­ti­ger Schritt “für die Ent­wick­lung der Lithi­um-Roh­ma­te­ri­al-Indus­trie in Por­tu­gal”, sag­te Sav­an­nah-Gene­ral­di­rek­tor Dale Fer­gu­son. Aller­dings gibt es seit 2022 hef­ti­ge Pro­tes­te gegen die Aus­beu­tung der Mine. Umwelt­schüt­zer aus der Regi­on befürch­ten Zer­stö­rung und Ver­seu­chung der Landschaft. 

Was interessiert Radfahrer wirklich?

Doch Rad­fah­rer inter­es­sie­ren land­schaft­li­che Rei­ze für gute Fotos, Beson­der­hei­ten zum Besich­ti­gen. Er will wis­sen, wie sicher die Ver­kehrs­we­ge sind. Gibt es dort viel Ver­kehr? Sind schwie­ri­ge Stei­gun­gen zu bewäl­ti­gen? Geht es nur auf Asphalt oder auch schö­ne Forst­we­ge vor­an? Hel­fen Bewoh­ner, wenn man Was­ser braucht oder eine Pan­ne hat?

All dies macht eine Rad­rei­se aus. Por­tu­gal hat viel zu bie­ten, wenn man dort radelt. Ein star­kes Man­ko aller­dings: die Mit­nah­me von Rädern im ÖPNV. Der Rei­sen­de kennt nur zwei Stre­cken, wo dies mög­lich ist: Por­to ent­lang des Rio Dou­ro und Faro in Rich­tung Vila Real de San­to Antó­nio. Was das Radeln in Zen­tral-Por­tu­gal aus­macht, beschreibt er in sei­nem Rad- und Kul­tur­rei­se­füh­rer über die Ser­ra da Est­re­la im Nord­os­ten des Landes. 

Nie­mand muss die gan­ze Stre­cke in Por­tu­gal von Nor­den nach Süden fah­ren. Weni­ger ist oft mehr, weil man inner­halb einer Regi­on Land­schaft und Bewoh­ner bes­ser ken­nen lernt.

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Cádiz ist Spaniens älteste Stadt

Cádiz ist Spa­ni­ens ältes­te Stadt. Sie liegt in Anda­lu­si­en. Ein Ort, den sich der Rei­sen­de natür­lich ansah, als er vor eini­ger Zeit von Jerez de la Fron­te­ra her­über­ge­ra­del­te. Ande­re Städ­te im Süden sind male­ri­scher. Der Rei­sen­de erin­nert sich daher mehr an die Furcht, kei­nen guten Weg aus der Stadt hin­aus zu fin­den. Denn er glaub­te, beim Radeln irgend­wo ein Schild über­se­hen zu haben. Er ver­mein­te sogar, auf einer Auto­bahn gelan­det zu sein. Denn enorm viel Ver­kehr rausch­te eng an ihm vor­bei. Die Stra­ße war dop­pel­spu­rig auf bei­den Sei­ten. Er erwar­te­te jeder­zeit die Poli­zei, die sagen wür­de. “Lie­ber Jun­ge, sieh mal zu, dass du dich vom Acker machst.” Aber nicht ein­mal ein­zel­ne Auto­fah­rer gaben ihm Zei­chen, dies doch jetzt zu tun.

Keine besondere Perspektive gefunden

Irgend­wann kam dann doch eine erlö­sen­de Abfahrt. Die Tour führ­te dann ent­spannt wei­ter an der Küs­te ent­lang. Cádiz hat­te er glück­lich hin­ter sich. Er fühlt sich bestä­tigt beim Lesen des Arti­kels in der Welt. Denn der Autorin fiel nichts Span­nen­des auf. Sie fand nicht ein­mal in Spa­ni­ens ältes­ter Stadt eine beson­de­re Per­spek­ti­ve. Ver­passt hat er dort damals also nichts. Gas­sen zum Her­um­schlen­dern gibt es über­all in spa­ni­schen Orten. Dies trifft auch auf die von ihr erwähn­ten Kano­nen zu und auf die von der Autorin emp­foh­le­nen Spei­sen. Oder eine Damen­run­de vorm Restau­rant, die der Kell­ner foto­gra­fiert. Dies begrün­det Annet­te Pro­sin­ger damit, dass die Stadt nicht zu den Hot­spots Anda­lu­si­ens gehöre.

Viel­leicht kann jemand dem Bike­pa­cker Tipps geben, wodurch sich die Stadt aus­zeich­net. Immer­hin wur­de dort die ers­te Ver­fas­sung des Lan­des ver­fasst. Oft las­sen sich durch sol­che Fak­ten wun­der­bar Hal­tun­gen der Men­schen beob­ach­ten wie zum Bei­spiel ein gro­ßer Stolz dar­auf. Gera­de auf Anda­lu­si­en trifft das zu, das sich von der Zen­tral­re­gie­rung in Madrid tou­ris­tisch ver­nach­läs­sigt fühlt. Dabei gibt es dort sehr schö­ne ein­sa­me Strän­de wie zum Bei­spiel zwi­schen Aya­mon­te und Sevil­la. Der Tou­ris­mus in Sevil­la und Gra­na­da mit vie­len Sehens­wür­dig­kei­ten zieht natür­lich vie­le Besu­cher ab vom Küs­ten­ab­schnitt zwi­schen Cádiz und Gibral­tar. Aber irgend­ei­nen Reiz gibt es immer. Den fand der Rei­sen­de sogar im Nest La Linea de la Con­cep­ción, obwohl es dort kein Din­ner auf dem Mee­res­grund wie in Nor­we­gen gibt.

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Chinesen “stürmen” Örebro

Dass Nor­we­ger ger­ne ihren Urlaub in Schwe­den ver­brin­gen, ist klar. Es ist das Nach­bar­land, ins­ge­samt wär­mer als Nor­we­gen und auch deut­lich güns­ti­ger. Aber jetzt ist auch zu lesen: Chi­ne­sen stür­men Örebro.

Öre­b­ro in der schwe­di­schen Pro­vinz Öre­b­ro ist im Nor­den bekannt sei­ner schö­nen Alt­stadt wegen. Und wegen der groß­ar­ti­gen Natur rund­her­um. Im nur 82 Kilo­me­ter ent­fern­ten Natio­nal­park Tive­den zwi­schen den Seen Vänern und Vät­tern kann man gut wan­dern. Er ist mit­un­ter moo­rig und bie­tet daher sel­te­nen Tie­ren idea­le Ent­wick­lungs­mög­lich­kei­ten. Es gibt auch gro­ße Seen dort. Der Rei­sen­de erin­nert sich noch bis heu­te an den hüb­schen Ort Asker­sund und an des­sen beschau­li­chen Segelboothafen.

Aber am liebs­ten erin­nert er sich an zwei sehr mensch­li­che Begeg­nun­gen. Als er mal den Natio­nal­park Tive­den mit dem Rad durch­streif­te und erleb­te, erwisch­te ihn viel Regen, so dass er klatsch­nass ein Café erreich­te. Der Besit­zer reagier­te umge­hend. Er stell­te am Tisch einen Ven­ti­la­tor auf. Dar­an konn­te sich der Bike­pa­cker auf­wär­men und trock­nen. Kaf­fee und Kuchen schmeck­ten daher natür­lich auch sehr gut. Da der Regen nicht auf­hör­te, blieb er meh­re­re Stun­den dort, bis er dann abends auf einer Lich­tung sein Zelt auf­bau­te. Zel­ten ist mit Rad­fah­ren die schöns­te Art, Men­schen und Natur nahe zu kommen.

Gutes Zelt für Regen-und Windzeiten

Wor­auf müs­sen Cam­per beim Kauf eines Zel­tes ach­ten, damit es bei star­kem Regen­fall nicht unan­ge­nehm wird: Der TÜV Süd unter­schei­det drei gän­gi­ge Arten von Cam­ping­zel­ten, wel­che sich in der “Was­ser­säu­le” unter­schei­den. Käu­fer soll­ten sich an der Anga­be der Mil­li­me­ter ori­en­tie­ren. Wer nur an schö­nen Tagen kurz mal unter­wegs ist, kann zu Zel­ten mit einer Was­ser­säu­le von 1500 Mil­li­me­tern grei­fen. Ab 2000 Mil­li­me­ter für Wän­de und Dach sowie 3000 für den Boden ist es taug­lich für feuch­tes und win­di­ges Wet­ter. Wer eher Expe­di­tio­nen mit hohen Ansprü­chen anstrebt, soll­te zu einem Zelt mit einer Was­ser­säu­le von 3000 Mil­li­me­tern für Wän­de und Dach sowie 5000 für den Boden grei­fen. Der Boden soll­te mehr als 15 Zen­ti­me­ter in die Wän­de hoch­ra­gen. Die Näh­te sol­cher Pro­duk­te sind dop­pelt ver­näht und ver­sie­gelt. Das Gestän­ge soll­te bieg­sam sein, um Wind wider­ste­hen zu können.

Zweite schöne Begegnung

Zwei­te Begeg­nung: ein Tref­fen mit einem Fleisch­pro­du­zen­ten in der Gegend. Des­sen Betrieb schau­te er sich dann an. In einer Zei­tung hat­te er zuvor gele­sen, dass die­ser einen Preis wegen der aus­ge­zeich­ne­ten Qua­li­tät erhal­ten hat­te. Ob es im sel­ben Jahr wie beim Besuch des Tive­den Natio­nal­parks war, weiß der Rei­sen­de nicht mehr. Der Chef dach­te wohl, dass er als Rad­fah­rer bestimmt immer hung­rig wäre. Zum Abschied pack­te er ihm eine klei­ne Kühl­ta­sche voll mit eis­ge­kühl­tem Fleisch.

Kein Wun­der, dass Nor­we­gen so ger­ne in die Gegend fah­ren, wenn man dort so gast­freund­lich ist. 741000 Über­nach­tun­gen zählt man aktu­ell in Öre­b­ro. Davon sei­en gut 40 Pro­zent Nor­we­ger. Und über­ra­schend vie­le Chi­ne­sen tau­chen dort auch auf. Gab es 2013 erst noch 700 Über­nach­tun­gen, sei die Zahl der Über­nach­tun­gen rasant auf aktu­ell 14000 gestie­gen, schreibt die Zei­tung Afton­bla­det. Wich­tigs­ter Grund sei­en die bei Asia­ten belieb­ten Rund­rei­sen durch Skan­di­na­vi­en. So erklärt sich also die Schlag­zei­le: Chi­ne­sen stür­men Örebro.

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Mehr als ein Fluss

Viel spek­ta­ku­lä­rer als die Küs­te ist das Bin­nen­land Por­tu­gals. Dies gilt vor allem für die Dou­ro-Regi­on, die mehr als ein Fluss ist. Und mit dem Fahr­rad ist es auch viel kom­for­ta­bler zu durch­strei­fen und zu erle­ben als mit dem Auto. Denn es wird einem nicht übel. Und auf den Natio­nal­stra­ßen von Por­to bis nach Zamo­ra in Spa­ni­en fließt wenig Ver­kehr. Zudem gibt dort kei­ne har­ten Stei­gun­gen. Es sei denn, man biegt ab, um zum Bei­spiel die wie auf einer Per­len­schnur auf­ge­zo­ge­nen roma­ni­schen Kir­chen zu besu­chen. Man­che von ihnen lie­gen auf stei­len Hügeln.

Man ent­wi­ckelt ein gutes Gespür für die Land­schaft. Wein­gü­ter laden ent­lang der Stre­cke zum Ver­kos­ten ein. Es gibt dort impo­san­te Schluch­ten zu sehen. In denen begeg­ne­te der Rei­sen­de zum ers­ten Mal in sei­nem Leben einer Got­tes­an­be­te­rin in der Nähe von Sau­cel­le. Er betrach­te­te Fels­rit­zun­gen von Men­schen aus der Stein­zeit und fla­nier­te an den baro­cken Wun­der der Stadt Lame­go ent­lang. Oder aber der Bike­pa­cker erfrisch­te in einem der Ther­mal­bä­der sei­ne müden Bei­ne, die man oft unter dem Begriff Cal­das fin­det. In Zei­ten der Mon­ar­chie zog es oft Ade­li­ge in die Ther­mal­or­te, um sich dort zu erholen.

Jour­na­lis­ten der in Por­tu­gal erschei­nen­den Zeit­schrift “Eva­sões” emp­fan­den das ähn­lich. Sie publi­zier­ten kürz­lich eine Geschich­te über den Rio Dou­ro. Klickt ein­fach die Bil­der, um Ein­drü­cke aus einer schö­nen Gegend zu sam­meln. Im Text wird lei­der zu viel Wer­bung für Wein­gü­ter, tou­ris­ti­sche Unter­neh­men wie Tour­anbie­ter und Hotels gemacht. Das, was mehr als ein Fluss ist, kommt dabei nicht wirk­lich her­aus. Daher lohnt es sich nicht, ihn zu übersetzen.

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Radler spielt mit dem Tornado

Rad­ler spielt mit dem Tor­na­do: Mit der eige­nen Kraft ein Ziel zu errei­chen — das fas­zi­niert den Rei­sen­den stets beim Rad­fah­ren. Einen Gebirgs­pass in Por­tu­gal oder Spa­ni­en zu erklim­men, von der schwe­di­schen Ost­küs­te quer durch Lapp­land bis zum Polar­meer zu radeln: Das berauscht ihn, so hart es auch manch­mal ist.

Die Fas­zi­na­ti­on, die Fahr­rä­der aus­lö­sen kön­nen, ist auch deut­lich an den Gesich­tern der Besu­cher des Uni­ver­sums in Bre­men abzu­le­sen. Dies hat der Rei­sen­de mit sei­ner Tan­te Chris­ta nach dem Besuch des Über­see-Muse­ums auf­ge­sucht. Die­se befas­sen sich dort mit Hoch­rä­dern, Moun­tain­bikes, Renn­rä­dern, Las­ten­rä­dern, Mili­tär­rä­dern, Damen­rä­dern und Rik­schas. Sie stram­peln mit einer Rik­scha durch eine Groß­stadt, betrach­ten stau­nend die Expe­ri­men­te, um aus Car­bon, Alu­mi­ni­um oder Plas­tik einen per­fek­ten Rah­men zu produzieren.

Durch­strei­fen & Erle­ben sieht dort Ket­ten­schal­tun­gen, die es schon Anfang des 20. Jahr­hun­derts gab. Er betrach­tet Rie­men- oder Seil­an­trie­be, Lauf­rä­der mit und sogar ohne Spei­chen. Er pro­biert an Model­len aus, wie die­se Antrie­be funktionieren.

Nicht alles funktioniert gut

Obwohl nicht alles gut funk­tio­niert, lohnt es sich trotz­dem für Rad­ler, den Weser­rad­weg für eine Wei­le zu ver­las­sen. Denn im Uni­ver­sum kön­nen sich Bike­pa­cker auch mal mit dem treu­en Stahl­ross, das den Rei­sen­den selbst zum Bei­spiel seit August 2017 gut und ger­ne 7.000 Kilo­me­ter durch Deutsch­land, Spa­ni­en und Por­tu­gal getra­gen hat.

Auch mit der Ent­ste­hung einer Wel­le, einer Wol­ke, eines Tor­na­dos oder des gerif­fel­ten Sand­strei­fens am Mee­res­ufer kann sich jeder in ande­ren Abtei­lun­gen des Hau­ses aus­ein­an­der­set­zen. Also mit Phä­no­me­nen, die jeder wäh­rend des Rad­wan­derns unmit­tel­ba­rer erfährt als Auto­fah­rer oder Pas­sa­gie­re eines Kreuz­fahrt­schiffs oder Haus­boo­tes. Denn die Zie­le erreicht man aus eige­ner Kraft.

Es sind Erleb­nis­se, die einen erden. Sie machen, wenn der Rad­ler mit dem Tor­na­do spielt, wel­chen Natur­ge­wal­ten man täg­lich aus­ge­setzt ist. Im Uni­ver­sum kann auch eine Wel­le erzeu­gen, um deren Kräf­te zu tes­ten. Zurück in der Natur spie­len wie­der nor­ma­ler Wind, ordent­li­che Wel­len und stei­le Ber­ge mit den Reisenden.

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Im Jurassic-Park nahe der Weser

Im Juras­sic-Park nahe der Weser: Ech­te Fuß­stap­fen von Dino­sau­ri­ern haben For­scher im Land­kreis Nien­burg gefun­den. Heu­te sieht sich der Rei­sen­de den Juras­sic-Park nahe der Weser in Mün­che­ha­gen an. Der Dino-Park ist um die ver­stei­ner­ten Fuß­spu­ren herumgebaut.

Die Aus­stel­lung unter frei­em Him­mel beein­druckt. Erfah­run­gen auf dem Weser­rad­weg wer­den um eini­ges berei­chert. Denn es gibt jede Men­ge Dino­sau­ri­er in Lebens­grö­ße zu sehen. Gut ver­glei­chen lässt sich deren Grö­ße inso­fern, wenn zum Bei­spiel ein Tyran­no­sua­rus vor einem Bron­to­sau­rus plat­ziert ist. Sogar Insek­ten wie Käfer und Libel­len sind zu sehen, die auch damals ziem­lich groß waren.

Und die Tie­re sind in Far­be dar­ge­stellt: Wie ihre Haut wirk­lich aus­sah, weiß aber nie­mand. Denn es gibt kei­ne Zeug­nis­se des­sen, da die Haut bei Tie­ren wie bei Men­schen ver­geht. Es sei denn, ein Moor hat unter Sau­er­stoff­aus­schluss Lei­chen kon­ser­viert. Es gibt Aus­stel­lun­gen wie in Sil­ke­borg, in denen die Klei­dung von Men­schen aus der Bron­ze­zeit noch gut zu erken­nen ist. Das Moor­mäd­chen ist daher berühmt. Man­che Tie­re brül­len auch, aber unheim­lich ist es nicht dadurch. 

Brüllten Dinos wirklich?

Ob sie wirk­lich so gebrüllt haben, kann auch nicht geklärt wer­den, son­dern höchs­tens ver­mu­tet. For­scher schlie­ßen dar­auf auf­grund des Kör­per­baus und ver­gleich­ba­rer leben­der Lebe­we­sen. Tex­te auf zahl­rei­chen Info­ta­feln erklä­ren, wie es in der Welt der kolos­sa­len Lebe­we­sen aus­sah. Nett ist auch die Aus­stel­lung über Dino-Babys. Dort sind Eier und ver­stei­ner­te Ske­let­te der Nach­wuch­ses zu sehen.

Für Fami­li­en ist der Besuch des Frei­licht­mu­se­um Mün­che­ha­gen, Deutsch­lands größ­ter wis­sen­schaft­li­cher Erleb­nis- und The­men­park, mit Spaß ver­bun­den. Der Rei­sen­de sah vie­le Kin­der mit einem Quiz durch Hal­len und zwi­schen Büschen her­um­lau­fen. Ihre ver­mut­lich häu­figs­te Fra­ge lau­tet: Ist der gefähr­lich? Eini­ge Stun­den ist jeder Besu­cher gut beschäftigt.

Die Foto­da­ten­bank des Bike­pa­ckers wächst gewal­tig durch den Besuch. Damit las­sen sich künf­ti­ge Rei­se­füh­rer schön bebil­dern, soll­te es in ihnen auch um Erd­ge­schich­te gehen.

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Vom lustigen Minden zum Knast

Vom lus­ti­gen Min­den zum Knast: Ulf Schulz hat sich heu­te mor­gen in Bad Oeyn­hau­sen ver­ab­schie­det. Es ist daher unge­wohnt, allei­ne wei­ter­zu­fah­ren. Die Gesell­schaft des lus­ti­gen Rhein­län­ders fehlt dem Rei­sen­den fort­an. Immer hat­te er auf der Tour eine Geschich­te zu erzäh­len. Unter ande­rem erga­ben sich inter­es­san­te Ein­bli­cke in die Welt der Che­mie, da Ulf die­ses Fach stu­diert hat. Oder es gelang ihm, wenn sich mit ande­ren Men­schen Span­nun­gen erga­ben, mit sei­nem freund­li­chen Lachen, selbst ziem­lich ver­krampf­te Leu­te auf­zu­lo­ckern. Wie zum Bei­spiel eine sich wie ein Dra­chen ver­hal­ten­de Mit­ar­bei­te­rin der Gemein­de in Ober­mars­berg. Sie woll­te dem Rei­sen­den ver­bie­ten, die Kir­che von innen zu foto­gra­fie­ren. “Eine Kir­che ist kein Muse­um”, wüte­te sie. Ulf hat­te ihr schon von außen ange­se­hen, dass sie inner­lich unzu­frie­den war. Ciao, Ulf. Gute Heimfahrt!

Frei laufende Hühner im Schnurrviertel

Fort­an muss sich der Rei­sen­de also selbst unter­hal­ten: In Min­den fällt das nicht schwer. Von der Weser in den Stadt­kern kom­mend, fal­len schö­ne Fach­werk­häu­ser auf. Natür­lich steu­ert der Rad­ler zuerst den sehens­wer­ten Dom an, ein in der Kunst­ge­schich­te ange­se­he­nes Bau­werk. Danach geht es in eine leb­haf­te Fuß­gän­ger­zo­ne zu einem Eis­ca­fé. Das Wet­ter ist warm. Dort reiht er sich in die lan­ge War­te­schlan­ge ein.

Von dort fährt der Weg des Bike­pa­ckers nach rechts in die Obe­re Alt­stadt — ins Schnurr­vier­tel. Dort steht das ver­meint­lich ältes­te Haus West­fa­lens, in dem heu­te eine Gast­stät­te unter­ge­brracht ist. Und in der Umge­bung wach­sen sogar Wein­re­ben. Der Pfar­rer der Gemein­de baut sei­nen Wein selbst an. Hof­fent­lich scoh­meckt der nicht zu sau­er. Und Hüh­ner lau­fen dort frei her­um, laut kom­man­diert sie ein Gockel. Sie flit­zen geschwind her­bei, sobald er kräht. Ein Pas­sant wit­zelt: “Hier hören die Frau­en wenigs­tens noch auf den Mann!” 

Inso­fern hat sich die Fahrt von Bad Oeyn­hau­sen nach Min­den schon gelohnt — lus­ti­ges Min­den. Auch der Ansicht der rie­si­gen Schleu­se wegen, die der Rei­sen­de auf der Rad­wan­de­rung ent­deckt. Er fährt wei­ter nach Peters­ha­gen und lan­det er vorm “Rast im Knast”. Zum Glück ist es nur eine Gast­stät­te. Von Peters­ha­gen aus las­sen sich wun­der­bar bei einer Rad­rund­tour eini­ge wie an einer Per­len­ket­te auf­ge­reih­te Schlös­ser im Sti­le der Weser­re­nais­sance besu­chen. Kuze Zeit danach fühlt sich der Rei­sen­de sogar ein wenig nach Por­tu­gal versetzt. 

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Kaiser-Wilhelm-Denkmal per Rad

Was für ein Auf­stieg: Der Rei­sen­de hat das Kai­ser-Wil­helm-Denk­mal per Rad bezwun­gen. Die­ses befin­det sich ober­halb der Weser nahe Bad Oeyn­hau­sen an der Por­ta West­fa­li­ca. Der Rei­sen­de ist einer der weni­gen, der die Klet­te­rei noch mit einem nor­ma­len Moun­tain­bike unter­nimmt — ohne Hilfs­mo­tor. Er hört auf der Stre­cke vom Fluss her­auf ent­spre­chen­de Kom­men­ta­re wie “Oh, es gibt doch noch Leu­te ohne E‑Bike.” Und wäh­rend er auf den Trep­pen­stu­fen sit­zend die Aus­sicht auf den Weser­rad­weg genießt, hüp­fen rund um ihn her­um eini­ge Jungs, die es nur mit moto­ri­sier­ten voll­ge­fe­der­ten Moun­tain­bikes her­auf­ge­schafft haben. Sie rat­tern die Trep­pen­stu­fen her­auf und her­un­ter. “Ich habe das Kai­ser-Wil­helm-Denk­mal per Rad bezwun­gen”, kön­nen die spä­ter nicht stolz sagen. Son­dern nur behaupten.

Aber er legt auch Wert dar­auf, nicht wie sie moto­ri­siert zu sein. Denn er will fit blei­ben. Er hat noch die Wor­te einer Rad­fah­re­rin in den Ohren. Die­se hat­te sich am Big­ge­see ent­we­der in sei­nen Gefähr­ten Ulf Schulz oder ihn ver­guckt. Daher schoss sie zwei drei Mal über­ra­schend ent­lang der Tal­sper­re auf sie zu. Denn sie wuss­te, dass die bei­den dort unwei­ger­lich lang­kom­men mussten. 

Stets mit einem Lächeln unterwegs

Zuvor hat­te sie sich mit ihnen unter­hal­ten und her­aus­ge­hört, wohin es die Bike­pa­cker am heu­ti­gen Tag noch so zog. Sie lob­te die Vor­zü­ge ihres E‑Bikes. “Ich bin stets mit einem Lächeln unter­wegs.” Der Rei­sen­de zieht es jedoch vor, nach sei­ner Rück­kehr bei der Fit­ness “mit einem Lächeln” an rot­ge­sich­ti­gen Sport­kum­pels vor­bei­zu­lau­fen. Wenigs­tens in den ers­ten zwei Wochen, bis die Kon­di­ti­on wie­der etwas durch Schreib­tisch­ar­beit nachlässt.

Aber ganz auf Tech­nik ver­zich­ten möch­te er nicht. Es befin­den sich nicht nur Kame­ras an Bord, son­dern auch das Navi­ga­ti­ons­ge­rät Gar­min GPSMAPS. Die­ses hat sei­ne Tücken. Als er sich mor­gens vom Cam­ping­platz Gro­ßer Weser­bo­gen auf­mach­te, um zum Denk­mal zu radeln, lei­te­te es ihn nicht direkt dort­hin. Statt­des­sen führ­te es ihn rund um das Denk­mal her­um durch die bezau­bern­de, zum Wie­hen­ge­bir­ge gehö­ren­de, Land­schaft. Es fie­len also so eini­ge unfrei­wil­li­ge Höhen­me­ter an. Aber zu emp­feh­len ist die Stre­cke schon, sieht man doch viel Natur.

Bali-Therme für müde Beine nach dem Denkmal

Nur muss­te Ulf, den geris­se­ne Spei­chen zum Auf­ent­halt auf dem Cam­ping­platz ver­don­nert hat­ten, zwei Stun­den län­ger als geplant, auf den Rei­sen­den war­ten. Nach dem Besuch des Denk­mals emp­fiehlt sich der Auf­ent­halt in der Bali-Ther­me. Die Bei­ne konn­ten sich auf der bis­her drei­wö­chi­gen Tour wenig nur wenig ent­span­nen. Zur Freu­de turn­te aber eine attrak­ti­ve blon­de Vor­tur­ne­rin am Becken­rand mit Gäs­ten. Sie voll­führ­te Übun­gen, die der Rei­sen­de vom Fit­ness­pro­gramm ver­schie­de­ner Uni­ver­si­tä­ten gut kannte.

Abends kann man gut in der Innen­stadt essen gehen. Da den Rad­wan­de­rern die grie­chi­schen Restau­rants ent­lang der Stre­cke wie das Akro­po­lis in Boden­wer­der gut gefal­len hat­ten, fiel die Wahl aufs Del­phi. Aller­dings spiel­te das Navi auf dem Rück­weg einem wie­der einen Streich. Statt drei Kilo­me­ter auf direk­tem Weg zu den Zel­ten, ver­an­stal­te­te Gar­min eine Nacht­fahrt — die aller­dings schön war. Die Luft war lau, das Licht schön. Mor­gen ver­ab­schie­det sich Ulf Schulz von allen Lesern und fährt zurück nach Bonn. Den Rei­sen­den zieht es hin­ge­gen wei­ter Rich­tung Min­den.

Heftiger Streit um Denkmäler

Um den Schutz von Denk­mä­lern tobt aktu­ell ein hef­ti­ger Streit. Im März 2021 stell­te Lan­des­bau­mi­nis­te­rin Ina Schar­ren­bach den Ent­wurf eines neu­en Denk­mal­schutz-Geset­zes vor. Dies soll 2022 in Kraft tre­ten. Es gibt 231 Denk­mal­be­hör­den in Nord­rhein-West­fa­len. Mal über­nimmt ein Kunst­his­to­ri­ker die Auf­ga­ben, dann ein Stan­des­be­am­ter. Fach­leu­te kom­men aber auch von den Land­schafts­ver­bän­den, die im Rhein­land und West­fa­len-Lip­pe in je zwei Ämtern für Boden- und Bau­denk­mä­ler sit­zen. Kom­pe­ten­zen und Stan­dards sind also nicht ein­heit­lich ver­teilt. Kom­mu­nen sol­len ein Beneh­men her­stel­len, also Gut­ach­ten aus­tau­schen, Kom­pro­mis­se anstre­ben. In höchs­ter Instanz soll das Minis­te­ri­um ent­schei­den, falls kei­ne Ent­schei­dung zustan­de kommt. 

Mit dem neu­en Gesetz aber wer­de ihre Posi­ti­on geschwächt, fürch­ten die Denk­mal­schüt­zer. Die Kom­mu­nen soll­ten kein Beneh­men mehr her­stel­len. Denk­mal­schüt­zer wür­den künf­tig nur noch ange­hört. So wol­le das Bau­mi­nis­te­ri­um Pro­zes­se beschleu­ni­gen. Nicht nur Ent­mach­tung wer­de erwar­tet, son­dern auch Ein­fluss von Ver­tre­tern der Wirt­schaft und des Kli­ma­schut­zes. Damit wol­le das Bau­mi­nis­te­ri­um “gesell­schaft­li­che und umwelt­po­li­ti­sche Erfor­der­lich­kei­ten” berücksichtigen.

In Nord­rhein-West­fa­len ste­hen mehr als 80 000 Bau­denk­mä­ler, nicht ein­mal 1,5 Pro­zent der Gebäu­de, nur halb so viel wie in ganz Deutsch­land. 80 Pro­zent davon befin­den sich in pri­va­ter Hand. Die Lan­des­re­gie­rung stock­te die Mit­tel zur Unter­stüt­zung der Besit­zer von 2,2 Mil­lio­nen auf 21,3 Mil­lio­nen Euro auf. Nicht ein­ge­rech­net sind dar­in 46 Mil­lio­nen für Dom­bau­ver­ei­ne, Indus­trie­kul­tur und ande­re Denkmalprojekte.

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