Eiland der Abenteuer und der Freiheit

Abge­schie­den­heit, Aben­teu­er, Abstand, viel Was­ser — das ver­bin­de ich mit Urlaub auf einer Insel. Es kommt nicht dar­auf an, ob sie im Meer oder in einem See liegt.

Mein ers­tes Mal war auf einer win­zi­gen Insel auf einem nor­we­gi­schen See in der Nähe von Elver­um. Der Ort liegt nord­west­lich von Oslo, nahe der schwe­disch-nor­we­gi­schen Gren­ze. Mei­ne Eltern muss­ten nach der Ankunft immer den Wagen am See­ufer abstel­len. Einer von uns ruder­te die gan­ze Fami­lie nach einem Aus­flug auf dem Fest­land immer zur Insel. Es war schon ein komi­sches Gefühl, das Fahr­zeug stets zurück­zu­las­sen. Wir trenn­ten uns rich­tig vo Wagen.

Die Insel war sogar bewal­det. Der Steg lag am Ufer. Das Holz­haus habe ich als dun­kel in Erin­ne­rung. Als aben­teu­er­lich emp­fand ich vor allem den Eis­kel­ler unter dem Haus. Selbst mit­ten im Som­mer fror es dar­in, aber es war damals auch ein küh­ler Sommer.

Bis heu­te ver­ste­he ich nicht, wie es mir trotz der Käl­te gelang, des öfte­ren Schwimm­flos­sen anzu­zie­hen, eine Tau­cher­bril­le auf­zu­set­zen und dann ins Was­ser zu glei­ten, um mir die Unter­was­ser­welt anzu­schau­en. Mich inter­es­sier­ten vor allem die Fische — Bar­sche und Hech­te haupt­säch­lich. Es hät­te mich nicht gewun­dert, wenn ich dabei auch dem Unge­heu­er von Elver­um begeg­net wäre.

Mei­ne Mut­ter hin­ge­gen fror stän­dig und kehr­te nach die­sem Käl­teur­laub nie wie­der nach Nor­we­gen zurück. Nor­we­gen hat­te sich für sie erle­digt. Ich bin hin­ge­gen dem Land bis heu­te sehr verbunden.

Von der Welt trennt man sich auf einer Insel ziem­lich, was sehr ange­nehm ist; man gerät aber auch in Abhän­gig­keit. Von man­chen Inseln fährt nur ein­mal am Tag eine Fäh­re zum Fest­land. Wer die ver­passt, kann erst am nächs­ten Tag wie­der zurückkehren.

In Nord­nor­we­gen, ich glau­be, es war Ves­terå­len, besuch­te ich mal eine win­zi­ge Insel, fuhr mor­gens auf einem Post­schiff hin, das auch Pas­sa­gie­re mit­nahm. Ich mel­de­te mich beim Kapi­tän ab und sag­te ihm, dass ich nach­mit­tags wie­der zurück am Kai sei. Bei der klei­nen Insel kein Pro­blem, dach­te ich. Da das Gelän­de aber moras­ti­ger und hüge­li­ger war, als erwar­tet, zog sich mei­ne Rück­kehr hin, und eine lus­ti­ge Zeit mit ande­ren Pas­sa­gie­ren hat­te ich auch ver­bracht. Ich sah das Boot spä­ter von oben schon auf dem Weg zum Hafen, eil­te zum Kai und erfuhr, dass der Kapi­tän schon ganz besorgt gewe­sen sei ob mei­ner nicht erfolg­ten Rück­kehr. Er habe ganz gedul­dig auf mich gewar­tet, nicht genervt auf sei­ne Uhr geschaut, weil sei­ne Frau ihn bereits mit dem Abend­essen erwar­te­te. Ein Grund mehr, Nor­we­gen noch ein biss­chen mehr in mein Herz zu schließen.

Die Zeit­schrift Geo stellt in einem Bei­trag Schä­ren an der Süd­küs­te Nor­we­gens vor. Viel­leicht lockt es Dich ja auch dorthin.

Schä­ren in Norwegen

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