Mit dem Mountainbike durch den Parque Arribes del Duero

Was für eine spek­ta­ku­lä­re und daher schüt­zens­wer­te Gegend! Seit heu­te mit­tag rade­le ich im Ein­zugs­be­reich des Rio Duero durch den Par­que Arri­bes del Duero. Er liegt grob zwi­schen Zamo­ra, Miran­da Do Dou­ro sowie Figuei­ra de Cas­te­lo Rodri­go. Zunächst sah ich mir die schö­ne und uner­war­te­te Kathe­dra­le in Miran­da an. Sie thront hoch oben über dem Fluss, der die natür­li­che Gren­ze zwi­schen Por­tu­gal und Spa­ni­en bildet.

Dann kehr­te ich nach Kas­ti­li­en und León in Spa­ni­en zurück und fuhr durch den Park, eine Tour, die noch gut 150 Kilo­me­ter in Rich­tung Süden gehen wird. Dort fand ich knor­ri­ge Bäu­me in einer hüge­li­gen Land­schaft, Scha­fe und Schlan­gen, ein­sa­me Sin­gle­trails, die auch durch ver­brann­te Erde führ­ten, wur­de lei­der auch von ver­rück­ten Hun­den ver­folgt. Je klei­ner, des­to fre­cher. Für den Schutz der Land­schaft müss­te viel mehr getan wer­den. Ich sehe zwi­schen Zamo­ra und Miran­da vie­le Mono­kul­tu­ren ohne Hecken, die zum Bei­spiel den Grund­was­ser­spie­gel hoch­hal­ten und Ero­si­on ver­hin­dern kön­nen. Wochen schon hat es hier nicht gereg­net. Jetzt erfreue ich mich an Sar­del­len und Tor­til­la in der leb­haf­ten Bar Mon­te­cris­to in Fermoselle.

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Gottesanbeterin am Rio Duero begegnet

Unten im Tal liegt ein klei­ner Stau­see: Es ist nach­mit­tags gegen 16 Uhr. Zeit für eine kur­ze Rast. Ein gro­ßer Stein bie­tet dem Rad­rei­sen­den einen beque­men Sitz. Wäh­rend er einen Apfel ver­zehrt, kriecht neben ihm auf dem Stein eine Got­tes­an­be­te­rin her­auf. Lang­sam, Stück für Stück. Welch ein Glück für den Rei­sen­den: Er ist einer Got­tes­an­be­te­rin am Rio Duero begegnet.

Die ers­te Etap­pe der kom­plett neu­en Rei­se liegt hin­ter dem Rei­sen­den. Den Jakobs­weg wird er erst in Por­to wie­der­se­hen, freut sich ein wenig, mal nicht auf Sand und Stei­nen zu ackern. Er ist gut 60 Kilo­me­ter am Rio Duero ent­lang gera­delt, soweit es irgend­wie mög­lich ist. Von Zamo­ra aus fuhr er nach Miran­da do Dou­ro in Por­tu­gal. Das Stück war ein­sam. Ab und zu begeg­ne­te er Autos. Er sah aber auch, dass der Duero längst kein Natur­fluss ist, son­dern mehr­fach Ener­gie aus ihm gewon­nen wird.

Die Got­tes­an­be­te­rin kriecht aus dem Schat­ten. Ihr ist wohl noch zu kalt, um zu flie­gen. Auf Ver­grö­ße­run­gen sieht sie nicht gera­de ange­nehm aus, so dass der Rei­sen­de als Kind nicht lan­ge hin­schau­en moch­te. Sie frisst ihren Gat­ten oft nach der Befruch­tung auf. Aber mit dem blo­ßen Auge weist sie nichts Gru­se­li­ges auf.

Es bleibt genug Zeit, die Kame­ra aus dem Ruck­sack zu zie­hen, das Insekt zu fil­men und zu foto­gra­fie­ren. Denn die Son­ne wärmt im Novem­ber nicht so heiß wie ab März. Doch die ursprüng­lich aus Afri­ka stam­men­de Heu­schre­cke regis­triert die nahe Lin­se und die Akti­vi­tät des Foto­gra­fen. Sie krab­belt lang­sam weg, um sich in Sicher­heit zu brin­gen. An einer Pflan­ze hängt sich das auch als Man­ti­de bezeich­ne­te Insekt so auf, als wäre es ein Zweig. Es tarnt sich so vor Vögeln und ande­ren Fress­fein­den. Die Got­tes­an­be­te­rin ist einem Men­schen am Rio Duero begeg­net. Und am Fluss gedeiht mehr als die Wein­sor­te Ribe­ra del Duero.

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