Jetzt im TV: Limfjord und Gärten. Aktuell versorgt der Reisende euch möglichst regelmäßig mit TV-Dokus über Kultur und Reise. Im Zentrum stehen beliebte Ziele in Europa, die jetzt im Fernsehen laufen. Wie schon in der Vorwoche sind mit Deutschland, Norwegen, Portugal, Spanien und Österreich nur wenige Länder vertreten. Außer einer Weinverkostung stehen die wilde und die gezähmte Natur im Zentrum.
Kaisermarsch auf dem Lofot
Der schönste Fjord, im SWR geht es bald darum, liegt eindeutig auf dem Lofot. Dänen mögen dagegen protestieren, weil für sie sicher der Limfjord in Nordjütland der schönste ist. Der Reisende war aber frisch verliebt, als er mit Lena die Küstenstadt Bodø auf der Fähre verließ, um am Kaisermarsch in Digermulen teilzunehmen. Und neugierig, warum Norweger jährlich wandern, um Kaiser Wilhelm zu ehren. Sie meinen, ihm den Lofot-Tourismus zu verdanken. Denn der Kaiser war ein glühender Verehrer Norwegens und fuhr mehr als einmal mit seiner Yacht Hohenzollern in die nördlichen Gewässer.
Der Pfad zum Digermulenkollen ist leicht. Es gibt nur wenige felsige Partien, die einen zum Rutschen bringen könnten. Und steil wird es auch nicht. Der Reisende schaffte das selbst mit Fahrradschuhen. Der Ausblick von oben auf den Raftsund ist überwältigend. Selbst das in der Tiefe schippernde Kreuzfahrtschiff Hurtigruten ist winzig. Vereinzelt fuhren auch Motorboote übers Wasser.
Radreise durch Galicien
Zur Demonstration spanischer Gartenkunst, eine weitere Doku, zeigt der Reisende hier drei Fotos von seiner großen Galicienreise. Um die 4000 Kilometer legte er zwischen August und September mit seinem Mountainbike zurück. Er folgte zum größten Teil dem Jakobsweg von Porto bis Ribadeo, nach Santiago de Compostela und dann über die Serra da Estrela und den Rio Douro zurück nach Porto. Oben könnt ihr einen privaten Vorgarten, einen Teil des Parks Illa das Esculturas de Pontevedra und eine Gartenanlage zwischen Häusern betrachten. Alle Bilder schoss der Bikepacker an einem Tag. Alleine an diesen drei Fotos ist zu sehen, dass das Thema Gartengestaltung völlig unterschiedlich ausfallen kann.
Bildet euch selbst ein Urteil. Viel Spaß beim Zuschauen über “Jetzt im TV: Limfjord und Gärten”.
Jetzt im TV: Naturparks in Europa. Aktuell versorgt der Reisende euch möglichst regelmäßig mit TV-Dokus über Kultur und Reise. Im Zentrum stehen beliebte Ziele in Europa, die jetzt im Fernsehen laufen. Diesmal sind nach der Masse an Dokus in der vergangenen Woche nur Deutschland, Portugal und Österreich vertreten. Am meisten erfahren die Zuschauer diesmal über Destinationen in Deutschland. Das liegt wohl an Corona mangels Reisemöglichkeiten liegt.
Empfehlen kann der Reisende einen Film über Naturparks in Portugal. Er sah ihn bereits. Die Serra da Estrela kennt er gut, da er dort mehrfach recherchierte, einen Reiseführer darüber verfasste. Die Region liegt im Centro de Portugal. Sie besticht durch hohe Berge und Juwelen-Dörfer. Und sie ist gut mit dem Rad zu bereisen. Denn die Strecken sind auf der von zu empfehlenden Rundstrecke nicht steil. Zwei Wochen kannst Du die Region ohne Muskelkater erkunden.
Naturpark Peneda-Gerês
Gerade schaute der Reisende nach, wo der Naturpark Peneda-Gerês liegt. Dabei stellte er fest, dass er schon nah dran war, als er von Santiago de Compostela über Allariz nach Albergueria fuhr. Daher kann er sich auch vorstellen, wie es dort aussieht. Es ist bergig. Er kurbelte auf Serpentinen stundenlang bergauf und ‑ab, genoss Ausblicke, Adler und Geier und Cafés in Dörfern. Eine in einer hoch gelegenen Siedlung oberhalb eines Stausees lebende alte Frau stöhnte „Mein Gott“, als sie den Radler heraufkommen sah. Wahrscheinlich malte sie sich dessen Leiden aus. Aber da es auch lange Täler gibt, konnte er sich immer wieder mal ausruhen. Außerdem verbrennt er immer ordentlich Kalorien. Neulich radelte er 123 Kilometer auf einer der schönsten Radstrecken von Münster nach Wettringen und wieder zurück: 2760 Kalorien. Viel musste er bei der Portugal-Tour also nicht heraufschleppen.
Außer ihm radelten auch zwei Mädels mit Zelt durchs Dorf. Sonst scheinen fast nur Pilger auf dem Jakobsweg durchzukommen. Daher hielt mich die Frau wohl für etwas Besonderes. Ich reagierte später ähnlich entsetzt, als ich Spuren der Verwüstung durch Bauarbeiten entlang der Serpentinen sah. Ein Tunnel wurde verbreitert, um eine Schnell-Verbindung für Züge von A Coruña nach Madrid herzustellen. Ein Jäger versicherte dem deutschen Bikepacker, dass diese Spuren bald wieder beseitigt würden.
Eifel auch Thema
Sonst gibt es im Fernsehen viel über die Eifel zu sehen. Da vor den Toren Bonns, worüber auch eine Doku läuft, wandere ich dort oft mit Freunden. Besonders Kurgäste wissen die Gegend zu schätzen, da es zum Beispiel gesundes Thermalwasser in Bad Neuenahr gibt. Neulich las ich, dass aktuell in der Gegend um Hellenthal Narzissen blühten. Viele Gebiete würden gelb leuchten. Ich kenne das nur vom Ginster, der ab dem Sommer blüht. Empfehlenswert ist auch eine Wanderung bei Maria Laach. Denn dort sprudelt Kohlensäure an die Oberfläche eines Sees. Die Gegend steckt voller Maare. Vulkane sind sogar aktiv, wenn auch nur schwach.
Es gibt also auch in Corona-Zeiten viel in der eigenen Gegend zu entdecken, wenn Du so mutig bist, alte Wege zu verlassen und neue zu beschreiten. Und nun zu: Jetzt im TV: Naturparks in Europa.
Jetzt im TV: von Barcelona nach Aachen. Aktuell versorgt Durchstreifen & Erleben Abonnenten möglichst regelmäßig mit TV-Dokus über Kultur und Reise. Im Zentrum stehen beliebte Ziele in Europa, die jetzt im Fernsehen laufen. Diesmal sind alle Länder bis auf Norwegen vertreten. Erstaunlich. Sicher liegt das an den bevorstehenden Osterferien.
Gespannt ist der Reisende vor allem auf den Film über Barcelona. Dort lebte er neun Monate, weil er über Erasmus Katalanisch studierte. Der Sprachkurs war hart. Denn er konnte weder gut Spanisch noch Katalanisch sprechen. Und die Verständigung im Kurs lief auch nur auf … Katalanisch. Aber Spanisch lernte der Reisende gut, weil sich alle in der WG nur auf Spanisch unterhielten, um sich gut in die Gesellschaft zu integrieren. Englisch oder Französisch waren daher tabu.
Beste Unterhaltung auf den Ramblas
Aus touristischer Sicht war die Lage der Wohnung genial. Kristen, Kanadier John und Französin Marie wohnten nahe der Sagrada Familia und vieler anderer Sehenswürdigkeiten: wie zum Beispiel das Hospital Sant Pau. John studierte Wirtschaft. Marie arbeitete bei einer Bank. Mit der Metro konnten sich alle schnell durch die Stadt und an ihre Ränder bewegen. Nie kam Langeweile auf, weil es blendende Unterhaltung auf den Ramblas gab. Oder es boten sich tolle Cafés wie das Café de L’Opera am Gran Teatre del Liceu. Am liebsten mochte der Reisende dort Schokolade mit einer dicken Portion Sahne trinken, den sogenannten Suizo. Zu dieser Tradition hatte ihm Tanja Giese geraten schon drei Jahre zuvor, als er im Tageszentrum Septimania als Betreuer für schizophrene Patienten arbeitete. Tanja lebt heute verheiratet in Barcelona, nachdem sie auch über Erasmus in der aufregenden Stadt studiert hatte.
Von Barcelona nach Aachen
Wenn Corona einem in diesem Jahr immer noch einen Strich durch den Urlaub im Ausland macht, kann der Reisende nur wärmstens eine Radtour von Aachen nach Trier empfehlen. In Wunderschön! werden dazu sicher einige Tipps kommen. Mit Freunden wanderte Durchstreifen & Erleben schon im Hohen Venn über die Grenze nach Belgien. Die Freundesgruppe besuchte danach den Aachener Dom. Oder aber sie besichtigte drei Tage Trier nach ausgedehnten Wanderungen an der Mosel. Es gefielen die Kaiserthermen, der schöne Park am Kurfürstlichen Palais und natürlich auch das gemütliche Flair am Abend in den Kneipen.
Also Jetzt im TV: von Barcelona nach Aachen durchsehen und die Lieblingssendung einschalten. Und mitreisen.
Mit dem Wohnmobil auf Abenteuerfahrt Foto: Gabriel Hohol pexels
Bordeaux Foto: Niki Nagy pexels
Mit dem Wohnmobil in die Einsamkeit Foto: Vassilis Sfakianopoulos pexels
Jetzt im TV: Fehmarn und Aquitanien. Aktuell versorgt der Reisende euch möglichst regelmäßig mit TV-Dokus über Kultur und Reise. Im Zentrum stehen beliebte Ziele in Europa, die jetzt im Fernsehen laufen. Diesmal beschränkt sich die Auswahl auf Deutschland, Frankreich und Österreich. Dänemark, Norwegen, Portugal, Schweden und Spanien werden nicht berücksichtigt.
Wohnmobil-Urlaub im Norden
Der Hessische Rundfunk zeigt eine Doku über Wohnmobilurlaub in Norddeutschland. Obwohl Reisejournalist, war Durchstreifen & Erleben erst zweimal mit einem Wohnwagen unterwegs. Beim ersten Mal befand er sich auf seiner ersten Radtour nach Dänemark. Er wollte einen seiner Brüder auf einem Campingplatz auf Fehmarn besuchen. Dieser surfte dort schon seit einigen Tagen. Zuvor surfte der Reisende nur auf schwedischen Binnenseen. Auf Fehmarn lernte er endlich mal richtige Wellen unterm Brett kennen. Es war anstrengend, weil das Brett unruhig war. Daher befand er sich mehr im als über dem Wasser. Aber bis zum letzten Tag hatte sein Bruder ihm dann doch noch den Wasserstart beigebracht. Der erleichtert einiges, da die Arme nicht mehr so beansprucht werden. Nachdem er während der Radtour von Münster bis Fehmarn die Nächte nur im Zelt auf einer harten Isomatte verbracht hatte, war das Übernachten im Wohnwagen Luxus für den Bikepacker.
Von Bordeaux nach Pamplona geradelt
Auf Frankreichs Süden hingegen richtet 3sat den Blick wie zum Beispiel auf Bordeaux: Die Stadt ist dem Reisenden nicht nur wegen des guten Weins bekannt, sondern auch als Fahrradstadt. Obwohl riesig, lässt sie sich auf der Tagesetappe von Biarritz nach Auritz in den Pyrenäen gut durchqueren. Durchstreifen & Erleben radelte damals von Belfort nach Burgos auf einem selbst zusammengestellten erst französischem, dann spanischem Jakobsweg. An sich durchquert er große Städte ungern. Denn oft kommt er zuvor vom Land, wo es still ist, wenig Verkehr rollt, er nicht ständig aufpassen muss, ob jemand rücksichtslos unterwegs ist.
Auf keiner seiner Fahrten machte er allerdings schlechte Erfahrungen. Die Mehrheit fährt sowohl diszipliniert im kühlen Norden als auch im heißblütigen Süden Europas. Trotzdem steigt die Nervosität fürs erste, wenn Radwege schmaler werden, Menschenmassen unterwegs sind, mehr gehupt wird. Doch in Bordeaux sind die Radwege breit genug. Vielleicht liegt es daran, dass viele Einwohner dort radeln. Die Begeisterung für die Tour de France kommt also nicht von ungefähr.
Auch in Paris kann man radeln
Dies trifft auch auf Paris zu. Vom Touristenbus aus sieht dort alles quirlig aus. Aber auf den Straßen ist es erstaunlich ruhig. Jetzt dürfte es noch leichter werden, wenn Politiker die Bevölkerung vermehrt aufs Fahrrad bringen wollen, um Staus zu vermeiden und die Klimawende zu schaffen. Und in Frankreich strebt man sogar an, kurze Inlandsflüge zu untersagen, hörte der Reisende neulich in einem Fernsehbericht. Das klingt vernünftig.
Viel Spaß beim Zusehen via “Jetzt im TV: Fehmarn und Aquitanien”.
Immer eine Reise wert: Portos Botanischer Garten
Illuminierte Figuren in Portos Botanischem Garten
Botanischer Garten Porto
Jetzt im TV: von Porto zum Polarkreis. Aktuell versorgt der Reisende Leserinnen und Leser möglichst regelmäßig mit Dokus über Kultur und Reise. Im Zentrum stehen beliebte Ziele in Europa, die an den nächsten Tagen im Fernsehen laufen. Diesmal ist die Auswahl sehr breit mit Zielen in Frankreich, Norwegen, Österreich, Spanien und Schweden. Nur Dänemark bleibt diesmal außen vor. Das Geschehen verteilt sich auf die ganze Fernseh-Woche. So ist jeden Tag das Mitreisen auf dem Sofa garantiert.
Originell verspricht der Beitrag über Spaniens einzigartige Waldlandschaft zu werden. Lange blieb dem Reisenden dies verborgen. Bis er eine Einladung nach Soria in Kastilien-León erhielt — zum Pilze-Pflücken und Kochen mit Trüffeln. Bis zu diesem Termin hatte er die Iberische Halbinsel trotz mehrerer und monatelanger Reisen eher als Küstenland und im Inneren als “Wüstenei” mit Stein- und Korkeichen wahrgenommen. Doch wer nach Kastilien reist, wird sehen, dass dort tiefe Wälder existieren. Kastilien ist dünner besiedelt, als mancher annehmen darf.
Vom Wald in die Stadt
Erstaunlich viel wird demnächst über Portugal gebracht. Wahrscheinlich nehmen die Redaktionen an, dass gerade in Portugal viele buchen, sobald Corona besser im Griff ist. Überseeziele werden wohl erstmal nicht in Frage kommen. Da sind Porto und Algarve schöne Ziele, die aber unterschiedlicher nicht sein können. Porto zieht, da die Stadt noch nicht so bekannt ist. Die Stadt verfügt über interessante Architektur wie eine ganze Reihe von Palästen und Parks. Eine schöne Route zum Stadtwandern entlang von Parks und Gärten zum Torre dos Clérigos findest Du hier. Und die Einwohner Portos sind hilfsbereit.
Tolles Radgeschäft in Porto
Der Reisende erinnert sich gerne an den Betreiber eines Radgeschäftes in Vila Nova de Gaia. Diese Stadt liegt gegenüber von Porto. Dieser inspizierte mit großer Leidenschaft und dazu noch kostenlos sein Reiserad. Er brachte es hier und da wieder in Schwung. Im Flugzeug hatte es doch etwas gelitten. Alles war danach bereit für eine mehrmonatige Reise durch Nordportugal und Galicien. Das Trinkgeld wollte er nicht annehmen. Schließlich sei es sein Job. Die Adresse nennt der Reisende, falls jemand ebenfalls Starthilfe braucht.
Solch freundliches Engagement wünscht der Reisende sich auch in manchen deutschen (Rad)geschäften. Denn dann liefe das Business vielleicht auch in deutschen Innenstädten besser.
Viel Spaß beim Anschauen und Mitreisen von Jetzt im TV: von Porto zum Polarkreis.
Münsters Haus Rüschhaus mit Barockgarten und Gräfte
Enten auf dem Eis der Wasserburg Haus Vögeding
Ein goldenes Kreuz erzielt im Schnee mehr Strahlkraft.
Farbenspiel schon beim einfachsten Tümpel
Traumhaftes Radeln in der Fahrradhauptstadt
Wintermezzo im Münsterland: Dass dicker Schnee kommen würde, war schon seit Tagen bekannt. Als der Reisende aber am nächsten Morgen zum Frühstücken ging, musste er lachen. So überrascht war eh r. Ein hoher weißer Hügel war über Nacht auf dem eigentlich flachen Beet gewachsen. Nur die Blüte einer Winterrose lugte noch aus ihm heraus. Von solch einer Masse war er am Vorabend nicht ausgegangen. Er befürchtete, dass sich der Schnee bald so hoch türmen würde, dass nur noch ein winziges Guckloch einen Blick in den Garten ermöglichen würde.
Eine Woche lag eine dicke Schneedecke auf dem Münsterland. Zwei Tage lang hatte es zuvor ohne Unterlass geschneit. Eine vertraute Landschaft veränderte sich. Andere Geräusche, andere Farben. Ein neues Profil. Bisher Unbeachtetes gewann an Bedeutung. So kann eine Woche Schnee Menschen in Urlaubsstimmung stimmen. Dank einer verfremdeten Landschaft.
Erste Spaziergänge statt Radfahren
Es folgten erste Spaziergänge in der von Wäldchen, Hecken und Äckern geprägte Landschaft. Aufs Rad steigen wollte der Reisende noch nicht. Spikes standen zwar im Keller, durch die sich das Verhältnis des Reisenden zu Eis und Schnee vor Jahren stark verändert hatte. Früher war Winter eher eine Last. Heute ist sie eher ein Genuss, da man mit solchen Laufrädern sicher fahren kann. Selbst auf zugefrorenen Seen rutscht das Rad nicht mehr. Diesmal war aber soviel Schnee gefallen, dass er sich kaum vorstellen konnte, sich durch so tiefen Schnee zu wühlen. So nahm er sich vor, die nähere Umgebung fotografisch und zu Fuß zu erfassen. In den sozialen Medien tauchten auch Fotos vieler Einwohner in “Münster Stadt der Skulpturen” auf. Diese nahmen die Veränderung ähnlich fasziniert wahr.
Der ersten Überraschung folgte zwei Tage später die zweite: Die Gewässer froren zu. Auf der Gräfte der Wasserburg Haus Vögeding nahmen Enten auf Schnee Platz, der vom Dach gerutscht war. Sicherlich angenehmer als auf bloßem Eis. Es gab kein einziges Wasserloch mehr. Deshalb schnatterte keine einzige Ente fröhlich mit den anderen. Die Stimmung in der Gruppe war sichtlich gedrückt.
Prächtiges Farbenspiel beim Wintermezzo im Münsterland
Bisher langweilige Tümpel an Bauernhöfen boten nun ein prächtiges Farbenspiel. Auf an sich schlammigen Gewässern lag nun eine braune Eisschicht mit weißen Adern. Schnee an den Ufern warf neues Licht. Er ergab auch einen schönen Kontrast zum zwischen Bäumen durchscheinenden blauen Himmel. Selbst Gräben an den Äckern gewannen nun an Reiz, da sie nun mit Eis gefüllt waren. Also entschied Durchstreifen & Erleben: Aus dem Luftschnappen wird bei so vielen Reizen eine Kurzwanderung.
Denn selbst Äcker rückten in neues Licht. Durch weißen Teppich gewannen sie an Weite. Es fühlte sich so an, als hätte einen jemand ins winterliche Skandinavien gebeamt. Eines der letzten Bauernhäuser in unmittelbarer Nähe der Stadt wirkte wie in der Tundra gelegen. Ein goldenes Kreuz entwickelte im Schnee mehr Strahlkraft. Eine Landstraße verwandelte sich in eine Loipe. Rechts von der Straße, wo keine Autos und Spaziergänger waren, zogen sich tiefe Spuren von Skier. Ein Acker-Randstreifen als Skigebiet. In die Realität zurück holte einen dicker Schnee auf dem Radweg. Perfekt geräumt war nur die Landstraße. Von wegen Verkehrswende in einer Fahrradhauptstadt. Die Worte “Fahrrad frei” auf dem Schild wirken da fast ironisch. Nicht einmal für Wanderer ist die Strecke nutzbar, wenn es solch ein Wintermezzo im Münsterland gibt.
Zugefrorener Tümpel am Horstmarer Landweg
Landschaft bei Haus Uhlenkotten
Schneemassen auf dem Landfahrerplaz
Torhaus an der Gasselstiege
Die Natur baute ein Tor.
Hagelbachstiege in Vorbergshügel
Ins Landschaftsschutzgebiet Vorbergs Hügel
Dann führte der Weg abwärts in Richtung des Erholungs- und Landschaftsschutzgebietes Vorbergs Hügel. Rechts am Wege liegt ein Landfahrerplatz, auf den der Reisende neugierig war. Denn in der Zeitung Westfälische Nachrichten stand, dass Räumdienste hier Schnee ablüden. Meterhoch türmte er sich hier. Genauso, wie er er sich vorgestellt hatte. Neugierig war er auch, wie sich das Fachwerk-Torhaus an der Stiege im Schnee präsentierte. Jemand hatte vor einigen Tagen erzählt, dass der dort lebende Gastwirt es vor dem Verfall gerettet hätte. Er kaufte es einem Landwirt ab, ließ es ab- und hier wieder aufbauen. Dies ist ein schöner Weg, alte Bauwerke zu bewahren.
Einige Meter weiter sah der Reisende ein weiteres Bauwerk im Wald. Ein Baum hatte es errichtet, eher unfreiwillig. Einer seiner Äste krümmte sich so stark, dass es einem Tor ähnlich sah. Durch das Licht des Schnees erzielte es eine besondere Wirkung. Normalerweise ist es hier wohl eher dunkel. Ein Eingangstor in ein kleines Naturschutzgebiet, durchzogen von Wanderwegen durch Wald und über Hügel. Wieder ein weiter Blick, also wieder das Gefühl, im Norden Europas zu sein. Für mich eine der schönsten Gegenden rund um die Stadt.
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Kleine Wanderung
So entwickelte sich aus fünf Kilometer Luftschnappen eine kleine Wanderung von 8,5 Kilometern. Sie führte vom Haus Rüschhaus vor den Toren Münsters zum Horstmarer Landweg. Von dort ging es auf die Gasselstiege ins Naturschutzgebiet Vorbergs Hügel. Der Hügel ist fast 100 Meter hoch. Mit 311 Hektar ist es das zweitgrößte Naturschutzgebiet Münsters. Zurzeit diskutieren verschiedene Parteien über die Nutzung des Gebietes durch Menschen. Wäre ein Parkplatz dort sinnvoll oder nicht, um das Besucheraufkommen zu regulieren? Sollte man gar einen Aufseher einstellen, um die Ströme zu lenken? Eine ähnliche Diskussion gibt es über die Einrichtung eines Wanderweges entlang des Flüsschens Aa vom Stadtzentrum bis zur Burg Hülshoff. Menschen suchen immer mehr Entspannung im Grünen. Und jetzt auch im Weißen beim Wintermezzo im Münsterland.
Jetzt im TV: Balearen und Bären. Ab jetzt versorgt Durchstreifen & Erleben euch möglichst regelmäßig mit Dokus über Kultur und Reise. Im Zentrum stehen beliebte Ziele in Europa, die an den nächsten Tagen im Fernsehen laufen. Diesmal ist die Auswahl etwas ausgefallener mit Zielen in Frankreich, Norwegen, Österreich und Spanien. Dänemark, Deutschland und Portugal bleiben diesmal außen vor. Das Geschehen konzentriert sich auf nur drei Tage. Das ist auch gut. Denn so bleibt Zeit für einen Spaziergang im Schnee.
Kontrastreich: Barent und Balearen
Nur an zwei der bevorstehenden Drehorten ist der Reisende schon gewesen: In Nordnorwegen fehlt ihm noch das Gebiet zwischen Tromsø und Kirkenes. Die Barent-Region ist aufgrund der Tierwelt immer noch ein Traum. Der Reisende findet es aber auch immer ganz schön, noch Ziele zu haben und nicht schon alles in Europa zu kennen. Dies trifft dafür auf Andalusien zu, das er schon mehrmals besucht hat. Einerseits ist dies ein gutes Ziel im Herbst und Winter, da es überwiegend warm dort ist. Und die Nähe zu Afrika ist natürlich reizvoll. Von einer Anhöhe konnte er sogar an einem guten Tag die Küste sehen. Menorca hingegen kennt er bisher nur von Schwärmereien der Spanier, die Mallorcas Schwesterinsel als sehr viel ursprünglicher empfinden. Und wer Umberto Ecos Roman “Der Name der Rose” gelesen hat, wird sich sicher auch für den Film über die Restaurierung der Kloster Melks in Frankreich interessieren, das im Roman vorkommt.
Bären in Schweden
Für Naturliebhaber sicher am interessantesten könnte der Beitrag über schwedische Bären sein. Durchstreifen & Erleben verbrachte in Dalarna eine Nacht auf einer Bärenbeobachtungsstation. Die Beobachter saßen geschützt in einer Hütte mit speziell für Kameras präparierten Fenstern. Leider kam kein Bär. Der Führer meinte, er hätte den menschlichen Geruch wohl gewittert. Denn Bären können über Kilometer weit riechen. Dabei gibt es in Dalarna sehr viele Bären. Bei all seinen Aufenthalten ist der Reisende noch nie einem begegnet. Viellicht zum Glück.
Scheue Gesellen
Beim Anbieter Björn & Vildmark, einem deutschen Paar, konnte er sich wenigstens mal in einem anderen Jahr einige Zeit im Peilen eines Halsbandes üben. Damit sind die Forscher Andrea Friebe und Gunther Schmidt gut informiert, wo sich die Tiere wann aufhalten. Über Nacht kam auch eine Bärin ans Gehege der Deutschen, wo sie einige Tiere halten. Den Elektrozaun überwand sie allerdings nicht. Aber auch hier sah der Radreisende keine Bären. Dies liegt daran, dass skandinavische Bären scheu sind. Sie seien anders als zum Beispiel ihre amerikanischen Verwandten, erzählte Gunther Schmidt am Lagerfeuer.
Vor einiger Zeit hörte er von einer interessanten Theorie im Film “Die Natur kehrt zurück” auf arte. Isolierte Tiergruppen seien weniger aggressiv als welche, die stets Zuwanderung erfahren. Dies bezog sich auf Wölfe, dürfte vielleicht auch auf Bären zutreffen. Also liegt es wohl an der Auffrischung der Gene.
Jetzt im TV: von der Bronzezeit ins Fjell: Ab jetzt versorgt der Reisende euch möglichst regelmäßig mit Dokus über Kultur und Reise. Im Zentrum stehen beliebte Ziele in Europa, die demnächst im Fernsehen laufen. Auffällig ist: Diesmal laufen nur wenige Sendungen, obwohl im Winter viele Menschen zuhause bleiben. So bleibt wenigstens Zeit, an die frische Luft zu gehen und etwas fürs Immunsystem zu tun.
Vor allem Skandinavien
Vor allem geht es um Skandinavien. Der wohl spannendste Beitrag dürfte allerdings heute Abend auf arte laufen. Den Ort bei Cambridge in England kennt der Reisende nicht. Er hat bis auf den Ärmelkanal und London noch gar nichts von der Insel gesehen. Dass die Bronzezeit — in Mitteleuropa etwa 2200 bis 800 vor Christus — spannend ist, steht zweifellos fest, bedeutete sie doch eine großen Schritt in der Entwicklung der Menschheit. Werkzeuge und Waffen verbesserten sich erheblich, ließen sich doch viele Dinge jetzt schmieden. Auch Schmuck wurde nun vielfältiger. Stein konnte das nicht bieten, wenngleich sich auch dort hohes technologisches Wissen erkennen ließ, was alles aus Bernstein und Feuerstein herstellen ließ. Klingen aus Feuerstein waren ausgesprochen gut. Um all dies zu erkennen, muss man nicht nach England reisen.
An die 78 Megalithgräber im Nordwesten
Dafür reicht auch ein Besuch der anspruchsvoll errichteten um die 78 Megalithgräber im Nordwesten Deutschlands zwischen Oldenburg und Meppen. In ihnen entdeckten Forscher schon im 19. Jahrhundert Beilagen aus der Stein- und Bronzezeit, von denen viele im Museum in Oldenburg ausgestellt sind. In Europa lebten die Menschen also vor 5000 bis 3000 Jahren nicht auf Bäumen, während es in Asien und Afrika schon Hochkulturen gab. Dies wird von Menschen aus dem östlichen Teil der Welt immer wieder gerne behauptet. Gehemmt wurde die Entwicklung allerdings durch eine dicke Eisschicht von mehreren Kilometern auf großen Teilen der Nordhalbkugel. Bis heute lässt sich dies in Nordeuropa beobachten, wo die Landschaft noch so aussieht wie nach der letzten Eiszeit. Auch der Permafrostboden ist noch ein Überrest davon. Und das Ansteigen vieler Küsten ist noch immer ein Effekt des nachlassenden Eisdrucks auf die Landmassen. Faszinierend, oder? Davon ist sicher in den Skandinavien-Dokus die Rede, wenn es heißt “Jetzt im TV: von der Bronzezeit ins Fjell”.
Jetzt im TV: Algarve und Porto: Empfehlen möchte der Reisende heute zwei Reise-Dokus über Portugal. Er sah sie sich vorhin begeistert auf 3sat an. Im ersten Beitrag geht es um die Algarve, im zweiten um Porto.
Porto — Eine Stadt erfindet sich neu heißt ein guter Film der Autorin Lourdes Picareta. Er ist für den Reisenden einer der besten Reisebeiträge, den er je gesehen hat. Aus der Perspektive verschiedener Einwohner der Stadt Porto erhalten Zuschauer einen besonderen Blick auf die zweitgrößte Stadt Portugals. Picareta geht es um innovative Ansätze. Diese sollen wohl zeigen, dass Portugiesen nicht schlafen. Aber auch kulinarische und historische Aspekte kommen darin nicht zu kurz. Vor allem aber verzichtet sie auf Werbung und Kitsch, worunter viele andere Reise-Dokus leiden. Der Film wirkt authentisch. Der Reisende hat ähnliche Erfahrungen während mehrmaliger Aufenthalte gemacht. Ihm ist die Stadt vor allem der hilfsbereiten Einwohner wegen bekannt. Nicht nur der schönen Lage wegen an den Wassern des Rio Douro.
Hinterland der Algarve
Der zweite Film von Lourdes Picareta heißt Algarve — Portugals Küste der Sehnsucht. Darin gefallen dem Reisenden die Darstellungen der percebes-Sammler (Entenmuscheln) und einer Familie in Pedralva. Die Kamera zoomt nahe an die Sammler heran. So kann jeder und jede sich gut vorstellen, warum der Preis für ein Kilo mit 15–20 Euro so hoch ist. Und warum ein Hotelwirt in Galicien den Reisenden ehrte, indem er ihm “percebes” zubereitete. Und er lud ihn kostenlos zum Essen dieser Delikatesse ein. Bescheiden sagte er, dass ihm ein Freund diese geschenkt habe.
Und man versteht auch gut im Film, warum eine Familie Lissabon den Rücken gekehrt hat. Stattdessen hat sie ein Hotel im Hinterland der Algarve aufgemacht. Auch hier verzichtet die Verfasserin auf Kitsch und Werbung. Wohltuend! Und daher nicht umsonst auf 3sat als Qualitätssender zu sehen.
Beide Filme stehen zum Abruf in der Mediathek bereit — “Jetzt im TV: Algarve und Porto”.
Prickelndes Erlebnis am Wattenmeer: Weißt Du, dass Salzwiesen im Nationalpark Wattenmeer manchmal so klingen, als löste jemand eine Brausetablette in einem Glas Wasser auf?
Dieses schöne Hörerlebnis genoss der Reisende heute Nachmittag im Langwarder Groden am Jadebusen. Bremerhaven ist von dort an manchen Stellen zu sehen. Es ist eine gelungene Abrundung seiner gemütlichen Radreise im Weser-Ems-Gebiet. Diese befindet sich mittlerweile in der dritten Woche. Die Etappe auf dem Nordseeküstenradweg endet wahrscheinlich morgen.
Vom Wattenmeer berauscht
Der Reisende schätzt die Chance, die Landschaft, die er sonst nur vom Radweg aus gesehen hat, aus nächster Nähe zu durchstreifen und zu erleben. Wie stand er zuvor doch allzu berauscht von den Rufen vieler Gänse nur am Rande des Geschehens. Viele Gänse überwintern im Wattenmeer, bis sie der Ruf der Wildnis zurück nach Sibirien lockt.
Durch den Groden führen sowohl Bohlen- als auch Schotterwege. So lustwandelt der Reisende auf dem Rundkurs gemächlich und trockenen Fußes an aus Schlick geformten Cañons vorbei. In der Miniaturwelt steht auch Wasser, in dem Möwen nach Nahrung suchen.
Fußspuren von Menschen sind zu sehen. Aber auch Abdrücke der Besucherhunde bilden sich ab. Der Schlick hat sie wohl in sich aufgesogen und verdaut die prickelnde Mahlzeit gerade. Denn der Reisende sieht hier keinen einzigen Jarro oder Julio. Diese Namen trugen einige Beller auf der bisherigen Strecke von Emden bis Burhave. Niedrige Pflanzen bilden Wälder.
Romanische Kirchen aus Naturstein
Einen erheblichen Reiz üben auch alte romanische Kirchen auf den Reisenden aus. Der Stoff, aus dem die Träume sind, ist Bernstein, nein, stimmt nicht, sondern Back- und Eifeler Tuffstein. In der Region gibt es kein geeignetes Gestein für Kirchen. Sogar aus Baumberger Sandstein bestand mal eine Kirche am Wege, also aus der westfälischen Heimat des Reisenden. Die Kirchenschiffe sind oft hell. Maritimes Flair verleihen ihnen Segelschiffe. Wie Küsterin Brigitte Onken aus Westeraccum weiß, sind manche Kapitäne auf den den hier liegenden Friedhöfen begraben. Mancher Grabstein zeugt von deren Gewerbe, wenn der Steinmetz ein Schiff einmeißelte.
Vielleicht liest gerade auch ein Student aus Hildesheim diese Zeilen. Die Küsterin in Westerbur hofft sehr, dass er ein Theologie-Studium anhängt und dann als Hirte drei Gemeinden leitet. Doch sie wisse nicht, ob dessen Freundin etwas dagegen habe. Wer weiß. Gottes Wege sind unergründlich. Und vielleicht vermisst er gerade ein prickelndes Erlebnis am Wattenmeer, das er in Hildesheim trotz des Doms St. Mariä Himmelfahrt nicht hat…