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Abend im Grazer Lendviertel
Nach einem Tag Rundgang bietet es sich an, den Abend im Grazer Lendviertel zu verbringen. Dies liegt nah an der Murinsel. Besucher können sich leicht einem Rundgang anschließen, den die jungen Kreativen hier gelegentlich anbieten. Dabei handelt es sich um eine Umgestaltung des ehemaligen Rotlichtviertels. Doch von Reeperbahn-Atmosphäre ist nur wenig zu sehen. Hier verkauft Iris Kastner in ihrem Geschäft „kwirl“ Designgegenstände, Geschenke und Souvenirs. 2008 hat sie ihr Geschäft gegründet. Gerade versilbern sie und eine Mitarbeiterin Karpfenschuppen. Diese will sie am nächsten Morgen an einem Aktionsstand als Glücksbringer verkaufen. „Dies ist ein osteuropäischer Brauch. Es ist für uns ein kleiner Anfang, eigene Produkte herzustellen und zu verkaufen“, erklärt sie. Werde…
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320 Tonnen schweres Flusscafé
320 Tonnen schweres Flusscafé: Der Stadt entrückt sind die Gäste im Café auf der Murinsel, der nächsten Station in Graz. Das wie eine Muschel unter Verwendung von Glas- und Stahlelementen geformte Café ist 47 Meter lang . Es ist 320 Tonnen schwer, eine eigene Welt modernster Prägung. Es liegt auf der Mur, dem Stadtfluss, auf dem sogar Stromschnellen aufblitzen. Während das Wasser rauscht, turnen Kinder im Freien auf einem Kletternetz. In der Muschel ist es schwül wie in einem Treibhaus, eine Glaswelt mit weißem und blauem Kunststoff-Mobiliar. Eine Kellnerin streitet sich mit einem Kollegen, ob sie oder er fünf große Biergläser tragen soll. An den Tischen sitzen Touristen, die Reiseführer…
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Kreative Szene im Jakominiviertel
Kreative Szene im Jakominiviertel: Die nächste Station des Rundgangs ist die kreative Szene im Jakominiviertel, ein Tipp Sabine Prammers von der Agentur Creative Industries Styria. Vor der Jakoministraße regelt ein Polizist den Verkehr; er ist unzufrieden mit der Atmosphäre. Zurzeit sei es ruhig, aber es leide immer wieder unter Einbrüchen und Messerstechereien. An diesem sonnigen Tag wirkt die Straße harmlos und wie eine lange schmale Gasse. Durch sie führt eine leuchtend rote 750 Meter lange Laufbahn, eine Art Wegweiser. Auch die Straßenbahn, die „Bim“, fährt hier an Kunstläden, orientalischen Delikatessen, „Keramik vom Feinsten“, einem Teeparadies und Cafés vorbei. Einige dieser Läden sind vor wenigen Monaten aufgebaut worden, da die Stadt…
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Im Harrods von Graz
Im Harrods von Graz: Doch beim Durchblättern des von der Grazer Agentur „Creative Industries of Styria“ (CIS) konzipierten Magazins „Wir bewerben uns“ ist es erstaunlich, dass Graz den Titel errungen hat, weil man sich fragt, ob einige der 350 abgebildeten Objekte eigentlich den Ansprüchen modernen Designs genügen, zum Beispiel Bilder aus Friseursalons, Modeläden und Museen. Viele dieser Objekte scheinen austauschbar zu sein. Wurde nicht mit 1,5 Millionen Euro zu viel aufs Spiel gesetzt, um einen Titel zu erringen, den kaum jemand kennt? Trotz allem kann jeder auf einem eintägigen Rundgang durchs Stadtzentrum selbst feststellen, warum Graz diesen Titel errungen hat. Kaum ein Grazbesucher wird das Kaufhaus Kastner & Öhler nicht in…
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Kann Grazer Design integrieren?
Nachdem die Stadt in den Rang einer Kulturhauptstadt erhoben wurde, war sie öffentlich kaum wahrzunehmen. Dann aber hatte sie sich im Regierungsprogramm 2008 vorgenommen, „den Stellenwert der Kreativität und der Kreativwirtschaft noch weiter auszubauen“. Seitdem sie Designstadt ist, muss sie zeigen, dass sie in der Lage ist, ästhetische Produkte herzustellen. Ebenso Dienstleistungen anzubieten, die Menschen und deren Umwelt bereichern und zur kulturellen Vielfalt beitragen, im Grunde für die ganze Menschheit. So wird Design verkürzt definiert. Allerdings kann man kritisch fragen: Kann das Grazer Design wirklich innerhalb der modernen Stadtgesellschaft integrieren? Wie erfahren Arme und Wohlhabende, Singles, Paare, Kinderlose und Familien ihre Stadt? Kann das zur Schau gestellte Design Solidarität und…
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Graz ist City of Design
Graz ist City of Design: Den Rang als Kulturhauptstadt hat Graz schon im Jahre 2003 nachgewiesen. Damit steht die Stadt dafür, den Reichtum, die Vielfalt und die Gemeinsamkeiten des kulturellen Erbes in Europa herauszustellen und ein besseres Verständnis der Bürger Europas füreinander zu ermöglichen. Dies ist die Voraussetzung für den Titel. Danach hat die Stadt den nächsten Titel errungen: Sie ist erste österreichische City of Design, aufgenommen ins internationale Netzwerk der Creative Cities. Die UNESCO erwartet dafür eine lebendige Designbranche, eine Kulturlandschaft mit starken Impulsen im Bereich Design und moderner Architektur, ein charakteristisches „Stadt-Design“, moderne Design-Ausbildungsstätten sowie Kreative und Gestalter, die lokal und international tätig sind. Gefordert wird ein Stadt-Design…
















