Fast jeder, der einmal Paris besucht hat, dürfte sie kennen: die Pyramide auf dem Louvre. Von oben finde ich sie gar nicht so beeindruckend. Denn sie unterscheidet sich nicht wirklich von anderen ähnlichen Werken. Daher fotografierte ich sie auch nicht dort wie der Fotograf des jetzt im Schweizer „Tagesanzeiger“ erschienenen Bildes.
Als ich den Louvre besuchte, befand ich mich unter ihm. Sie dringt mit ihrer gläsernen Spitze in eine Einkaufspassage ein. Ihr Metallgitterwerk teilt den blau über Paris leuchtenden Himmel in verschiedene Segmente. Die monotone Einkaufspassage erfährt durch den durchsichtigen Glaskegel eine dramatische Zuspitzung. Erhöht wird diese durch einen zusätzlichen wie ein Stalagmit aufsteigenden Kegel. Jetzt ist der amerikanisch-chinesische Architekt Ieoh Ming Pei im hohen Alter von 102 Jahren gestorben.
Den kompletten Artikel des Tagesanzeigers über den Architekten findest Du hier.
Es ist mal wieder spannend zu erfahren, was einen spanischen Autor der Zeitung „El Mundo“ an Norwegen fasziniert und zu welchen Bildern er greift, um die Landschaft zu erfassen. Den Verfasser verschlug es im Winter in die größte Hochebene Europas, in die Hardangervidda. Dabei gibt es auch in Spanien Hochgebirge. Aber sie liegen nicht direkt am Wasser. Vielleicht eröffnet Dir dieser Artikel so einen völlig neuen Zugang zum Norden.
Natürlich greift der Autor zu Begriffen wie Postkartenlandschaft. Was mich aber stets fasziniert, ist das ganz andere Verhältnis der Spanier zur Kälte. Während Mitteleuropäer schon im Frühjahr oder noch im Herbst im T‑Shirt durch die Gegend laufen, ziehen sie sich Winterkleidung an, um nicht zu frieren. Auch dieser Autor musste sich an die tiefen Temperatur unter Null in Kombination mit Eis und Schnee gewöhnen und fragte wohl jemanden vor Ort, wie Skandinavier damit umgingen: „Norweger sagen, dass Kälte nicht existiere. Es gebe nur unpassende Kleidung.“ Entsprechend gekleidet könne auch ein Spanier sich von der Landschaft entzücken lassen, ohne dabei zu erfrieren. Diese sei im Winter viel interessanter, weil in dieser Zeit auf den Fjorden der Frieden regiere, jeder ohne die Last der Kreuzfahrtschiffe sich vom Leben in der Stadt abkoppeln und eine Verbindung mit der Natur eingehen könnte. Nicht zuletzt habe die Unesco diese Landschaft zum Weltkulturerbe ernannt.
Das sind spezielle Wahrnehmungen des Verfassers. Doch wohin zieht es Spanier, wenn sie Outdooraktivitäten wie Skifahren, Schneeschuhwandern oder Eisklettern ausüben wollen? Gibt es Geheimtipps, von denen Menschen aus deutschsprachigen Ländern nie etwas erfahren? Zu den wichtigsten Zielen zum Skifahren zählt für ihn Myrkdalen im Gebiet des 179 Kilometern unfassbar langen Hardangerfjordes. Dort gebe es insgesamt 28 Kilometer lange Pisten. Doch schon die Anreise auf der Schnellstraße von Bergen sei atemberaubend. Mit jedem Kilometer öffne sich die Natur. Die Berge reichten direkt bis an die Straße heran. Sie spiegelten sich im ruhigen und durchsichtigen Wasser. Und noch beeindruckender sei es zu sehen, wie sich der Schnee darin spiegele. Getoppt werde all das allerdings von Vøringsfossen, einem der bekanntesten Wasserfälle Norwegens. Er ist 182 Meter hoch mit einer Freifallstrecke von beeindruckenden 145 Metern. Wenn das Wasser gefroren ist, gibt es dort offenbar die Möglichkeit des Eiskletterns. Aktuell werde eine enorme Glasbrücke gebaut, die zwei Aussichtspunkte miteinander verbinde.
In seinem Leben hat der Reisende wahrscheinlich schon einige Burgen gesehen, die in Miguel de Cervantes Roman „Don Quijote“ vorkommen. Er sah eine von ihnen sogar zufällig schon zweimal, war überrascht, als ich sie vor einigen Monaten beim Radeln auf einem Hügel inmitten einer flachen Ebene wiedererkannte. Unterhalb des Hügels fließt ein Fluss, mit dem man wahrscheinlich die alte Stadt schützte. Auf einer langen Schleife musste er zur Burg herauffahren, was ihn einige Milliliter Schweiß kostete. Er erinnerte sich angesichts eines Geländers und einiger Bänke an der Flanke des Hügels daran, sich hier schon einmal heraufgeschraubt zu haben.
Blick in die weite Landschaft
Hier war er bereits vor einigen Jahren mit seinem damaligen Kumpel Domingo aus Málaga auf der Via de la plata unterwegs. Der von Süden von heraufkommende Teil des Jakobsweges führt von Sevilla nach Santiago de Compostela. Die Burg selbst befindet sich in Puebla da Sanabria in der Nähe von Zamora – eine richtige Ritterburg mit Zinnen auf festen Türmen. Sie schaut nach Asturianos und Zamora. Daneben sieht man links und rechts Teile der Stadtmauer, direkt daneben eine Kirche. Vor der Burg gibt es einen Platz mit zwei offenbar unbewohnten Häusern. Von hier oben kann man weit in die Landschaft schauen. Damals konnte man also sehr leicht Bewegungen feindlicher Truppen wahrnehmen. Links erheben die Berge von der Landschaft bei Ourense. Diese lagen aber schon hinter dem Bikepacker, immer zwischen 900 und 1300 Metern Höhe pendelnd.
Ihm kam ein Wanderer aus Franken entgegen, den er zuvor schon auf dem Jakobsweg getroffen hatte. Er fragte ihn, ob es sich lohne, die drei Euro in einen Besuch zu investieren. Aber er meinte, außer Steinen gäbe es nichts zu sehen. Dann fand der Reisende eine Information, die sagte, dass Cervantes diese Burg möglicherweise gekannt habe. Denn in seinem Roman ziehen Don Quijote und Sancho Pansa durch Sanabria. Heute zieht es eher Wanderer in die nahen Berge, die durch ihre Höhe und Einsamkeit bestechen.
Gemeinden kreierten Route für Reisen auf den Spuren Don Quijotes
Ob er in seinem Leben noch mehr Stätten aus dem Quijote-Roman gesehen habe, weiß der Radwanderer nicht. Wohl eher zufällig. Wenn Du einige sehen willst: Weit entfernt in Kastilien-La Mancha haben sich jetzt Gemeinden nahe Toledo zusammengeschlossen. Sie kreierten eine touristische Route auf den Spuren des Quijote, schreibt die spanische Zeitung „El Mundo“. Du kannst dort den Taufschein Cervantes in der Kirche Santa Maria la Mayor in Alcázar de San Juan anschauen. Ob er es aber wirklich ist, ist nicht gesichert. Im Ort kannst Du auch das Museum Formma besuchen, wo sich die Töpfereikunst der Region präsentiert.
Einbezogen ist auch die Höhle von Medrano, in der de Cervantes gefangen gehalten wurde. Dort soll er die ersten Kapitel des Romans geschrieben haben. Darüber hinaus kannst Du das Hinterzimmer der Akademiker von Argamasilla, das Schloss von Peñarroya und die Kirche von San Juan Bautista sehen. Ein attraktives Ziel soll auch der Naturpark der Lagunas de Ruidera sein, eines der großen spanischen Feuchtgebiete.
Windmühlen in Campo de Criptana
In
Campo
de Criptana stehen
Windmühlen,
die Miguel de Cervantes inspirierten. Dort
kämpfte Don
Quijote gegen Riesen. Das
dort
liegende Gebirge
und das Viertel von Albaicín seien
der Zenit des cervantinischen Weltliteratur, schreibt
El Mundo.
Es
existiere
kein besserer Ort, um die Pracht
der
Mancha erfassen.
Am jedem
ersten
Sonntag eines
Monats
kann man sich am Mahlen dieser Mühlen erfreuen, die noch
gut erhalten sein
sollen
und sogar damals verwendete
Maschinen in
sich bergen.
Abschließend kannst Du Dich nach El Toboso begeben, wo es vor allem um Dulcinea geht. Es gebe dort, so schreibt El Mundo, das Museum „Casa de Dulcinea“ sowie typische Häuser der Adeligen und der reichen Landwirte der Mancha aus dem 16. Jahrhundert. Viel Spaß auf einer Deiner nächsten Reisen.
Blick auf A Pobra do Caramiñal vom Monte do Castelo
Einsamer Küstenabschnitt in Galicien
Symbiose von Tourismus und Umwelt: Urlaub auf dem Land in Spanien heißt oft, Entspannung in einsamer Umgebung: Der Reisende findet dies genial, weil er die Ruhe genießt. Er trifft dort viel öfter als in Städten nette Leute, die ihn auf einen Kaffee nach Hause mitnehmen, ihn ihren Hofgarten zum Campen anbieten. Interessante Geschichten kommen auch oft dabei heraus. Diese kann er dann weiter für Dich recherchieren. Allerdings verwirrt es auch, wenn er nach Tagen auf einsamen Wegen in eine Stadt wie Santiago de Compostela kommt. Dort muss er sich erst wieder an den Verkehr und die Menschenmassen gewöhnen.
Geier wieder angesiedelt
Besonders einsam ist es im Norden des Landes gelegenen Asturien, das sich Francis Panchá, Autor der spanischen Zeitung El Pais, vorgenommen hat: Dort gebe es sogar mehr Hunde als unter 20-Jährige Menschen. Aber jährlich strömten Tausende von Touristen in die kleinen Orte der Provinz, die einerseits Naturparadies, andererseits ein leeres Paradies sei. Sie wollten sich in Europas erstem Nationalpark Picos de Europa erholen, der vor gut hundert Jahren eingeweiht worden sei. Ein Sonderfall in Spanien: Denn in dem Gebiet lebten und arbeiteten auch Menschen, schreibt Panchá. Dies versuche man jetzt besser mit touristischen Konzepten zu vereinen, um zum einen die Umwelt zu schonen, zum anderen Abwanderung zu vermeiden. Touristen sollen lokal erzeugte Produkte verbrauchen, die die Existenzgrundlage der Einheimischen sichern.
So setze sich die Stiftung Bartgeier (Fundación Quebrantahuesos) für die Wiederansiedlung dieser Vogelart ein. Man rechne mit mehr Besuchern, die sich auf ein reichhaltiges kulinarisches Erlebnis freuen könnten. Denn in Asturien gebe es viele Landwirte, die sich auf die Zucht von Lämmern und Ziegen spezialisiert haben. Man hat sogar zusammen eine Briefmarke unter dem Motto „Nahrung durch Vielfalt“ entwickelt. Ein ähnliches Projekt gibt es auch in der Faia Brava im Centro de Portugal.
Auch in Andalusien bemüht
An der Costa de Sol fand Panchá in Nerja bei Málaga ebenfalls Bemühungen, den Tourismus mit der Umwelt zu vereinen. Dort gebe es das Problem, dass die Zahl der Besucher im Winter nachlasse. Wer dort anreise, interessiere sich für die Naturparks Acantilados Maro — Cerro Gordo und Sierra Almijara. Besonderheiten dort: die dort lebende spanische Ziege, rote Korallen und ein weiter Blick nach Nordafrika. Man habe es geschafft, Wandertouristen anzuziehen. Diese seien nun in Andalusien auf wiederhergestellten alten Römerstraßen und Maultierpfaden unterwegs seien.
Festival der Natur
Nordwestlich von Madrid fand Panchá einen weiteren dünn besiedelten Ort mit ähnlichen Bestrebungen: in Gredos bei Àvila. Dort zähle man Ginster und den Himmel zu den Besonderheiten der Region. Daher gebe es seit einiger Zeit ein Festival rund um den Ginster. Man wolle so Botanik und aus der Pflanze erstellte handwerkliche Produkte wie Dachbedeckungen, Besen und Strohsäcke miteinander vereinen, verspreche sich aber auch davon, den Zusammenhalt der lokalen Bevölkerung zu fördern. Denn alle Dörfer der Region schmückten sich damit von Mitte Mai bis Mitte Juni und würden mit Preisen dafür belohnt. Schon im April wolle man Besucher mit der Beobachtung des Universums anlocken. Man sei stolz auf das kürzlich verliehene Starlight-Zertifikat. Denn der Himmel weise hier eine außergewöhnliche atmosphärische Klarheit auf. Ginster und Himmel – lokale Ressourcen, die immer existiert haben — werden jetzt touristisch genutzt. ben zur Symbiose von Tourismus und Umwelt.
1200 Kilometer Jakobsweg zur Bar Hemingways: Wer Värmland und Seeland hat der Reisende zuletzt Ziele auf Geo gefunden, mit denen er viele Kindheits- und Jugenderinnerungen verbindet. Mit Biarritz kommt heute ein drittes Ziel hinzu, das er auf einer seiner ersten Radtouren in den Süden kennenlernte.
Mit Kumpel Christoph radelte er auf einem improvisierten Jakobsweg in Frankeich von Belfort aus über Besançon, Dijon, Vézelay und Limoges nach La Rochelle. Vom Küstenort aus ging es weiter über Mimizan und Arcachon nach Biarritz entlang der Côte Basque. Er hatte sich zuvor angeguckt, wie die Pilger im Mittelalter gelaufen sein könnten. Insgesamt sind es durch Frankreich gut 1234 Kilometer.
Entlang der Küste ist der Weg schön, zumal man dem Verkehr rund um die größeren Städte entkommt. Südlich von La Rochelle gibt es entlang des Wassers Sandstrände und Nadelwäldchen. Wer hingegen weiter im Binnenland herumfährt, findet eine gut zu bewältigende Hügellandschaft vor. Diese beinhaltet auch nicht das Auf und Ab des Jura. Überall gibt es Campingplätze, um abends sicher irgendwo anzukommen, bevor es dunkel wird.
Drehkreuz Biarritz
Durch diese kann man einerseits viel Geld sparen, andererseits den Luxus des Übernachtens unter freiem Himmel und die Schar gleichgesinnter Frischluftfanatiker genießen. Hervorzuheben ist Arcachon, Frankophilen durch die enorm hohe Düne bekannt. Viele Menschen winken, fragen, woher man komme, wohin man wolle. Es folgt stets ein freundliches Lächeln. Dies liegt wohl auch an der Begeisterung fürs Radfahren.
Biarritz ist das Drehkreuz schlechthin, um unterschiedliche Ziele kennenzulernen: den Atlantik und den Ausläufer der Pyrenäen. Bis nach Pamplona oder San Sebastián ist es ein Katzensprung. Von Biarritz aus kann man gut nach Saint-Jean-Pied-de-Port gelangen, von dort auf den spanischen Jakobsweg. Die Nationalstraße herauf nach Roncevalles bewältigt der Reisende von Biarritz aus an einem Nachmittag. Er rollt am nächsten Morgen den Weg nach Pamplona herab. Dort interessiert ihn die Bar Hemingways, wo er „Fiesta“ geschrieben haben soll. Hingegen geht der Weg nach San Sebastián recht flach weiter. Der Jakobsweg Küstenweg — Camino de la costa — nach Santiago de Compostela ist dort erreicht.
Heute würde der Reisende eine so lange Strecke nicht mehr fahren. Mittlerweile findet er es interessanter, eine Region mit ihren Besonderheiten aufzuarbeiten. Es gilt, Radlern gute Wege zu zeigen, auf denen sie Sport, Gastronomie und Kultur verbinden können. Wenn man Inseln oder Gebirgsstraßen abgrast, kommen auch dabei etliche Kilometer zusammen. So wie unglaubliche 1200 Kilometer zur Bar Hemingways.
Dies ist zwar nicht der Visten. Aber auch am See im kleinen Ort Svarte kann man es gut aushalten.
Surfen und Zelten in Värmland: Abenteuer für Jugendliche fielen dem Reisenden sofort ein, als er vorhin den Artikel auf Geo über Värmland in Schweden fand. Seine Familie mietete oft ein Sommerhaus am See Visten in der Nähe von Kil. Die größte Stadt in der Umgebung ist Karlstad. Am liebsten verbrachte der Reisende die Zeit in Värmland, um zu Angeln, Surfen und Zelten.
Das Haus grenzte direkt an den See. Es lag an der Ecke einer Bucht. Von dort ließen sich die Geschehnisse auf dem Wasser gut beobachten. Ein flacher Granitfelsen schob sich in den See. Oft sonnte sich die Familie darauf. Denn er wurde angenehm warm, sobald die Sonne schien. Auf dem Grundstück wuchsen hohe Kiefern.
Spaß mit dem Eichhörnchen
In der Höhe lebte ein Eichhörnchen. Als Vater dort mal Holz hackte, kam die Stunde des Eichhörnchens. Es pinkelte auf ihn herab, traf ihn allerdings nicht. Aber es lachte vergnügt über den gelungenen Spaß. Wer sagt, dass Tiere keinen Humor haben. Eltern und Kinder verziehen ihm. Denn wer konnte schon solch einen lustigen Kobold aufweisen.
Ob es wohl noch den Tennisplatz dort gibt? Er war asphaltiert. Aber Eltern und Nachwuchs lernten dort, Tennis zu spielen. Der Weg vom Haus war nicht weit. Er führte gut 200 Meter weit vorbei an einer Himbeerhecke, die alle ausreichend mit Vitaminen versorgte. Dort lernte der Reisende eines Tages Beate aus Bergheim kennen. Sie und er waren fast im selben Alter. Ihre Eltern hatten sogar ein altes Bauernhaus oberhalb der Bucht gekauft. Ihr Vater hatte jeden Sommer dort gut zu tun. Obwohl das Haus sicher 1,5 Kilometer entfernt war, hörte der Reisende Hammerschläge, wenn er mal das Dach reparierte.
Beeren sammeln
Beate konnte nicht nur Tennis spielen, sondern besaß auch ein Surfbrett. Sie brachte dem Reisenden bei, wie man halst und wendet. Und so erkundete das Paar den See nicht nur im Ruderboot, sondern auch auf dem Brett. Ein ideales Revier zum Lernen. Denn es gab ausreichend Fläche. Und es war auch nicht gefährlich. Allerdings zeigten manche Schweden sich mal entsetzt zeigten, dass alle Familienmitglieder darin schwammen. Eine Stelle sei sogar hundert Meter tief, warnten sie. Aber was machte das schon? Ob 30 Meter? Oder 100? Wie oft lagen der Reisende und Beate auf einem Steg in der Sonne, gingen Blaubeeren oder Pilze suchen. Klar besaß der Reisende ein Jahr darauf ein Surfbrett, das leider zurzeit ein Dasein in der Garage fristet. Seinen Neoprenanzug zieht er nur noch zum Kajakfahren an. Den alten besitzt der Reisende nicht mehr, weil er sich eines Tages auflöste.
Surfen und Zelten
Besonders aufregend war dann die Gelegenheit, mit Beate zu zelten. Es lagen genug versteckte Plätze am See, die man vom Wasser aus nicht sehen konnten. Die Eltern hatten eine Ahnung, wo die sich befanden. Am Ende der ersten Ferien stellte Beate dem Reisenden ein Diplom aus. Dies hatte sie liebevoll auf einem Stück Leder gestaltet. Es existiert heute noch.
Später profitierte der Reisende sehr von meinem Wissen aus den zahlreichen Sommern am Visten. Denn er lernte dabei auch, fast ohne Wind zu surfen. Leider ist dort oft Flaute. Als er seinen Segelschein machte und es bei einer Regatta mal Flaute auf dem Stadtsee gab, gewann er diese mit seiner Partnerin Britta. Denn er wusste, wie man ohne Wind ins Ziel kommt. Danke, Beate.
oder am Schloss Buldern unterwegs ist, kommt an einem Feuerzeug nicht vorbei.
Was der Reisende isst, wenn er wochenlang in freier Natur unterwegs ist? Diese Frage stellt sich schon lange nicht mehr. Dafür hat sich schon zu viel eingespielt. Warme Küche ist nicht wichtig, so dass er keinen Campingkocher mitschleppen muss. Der nimmt viel Platz auf dem Rad weg. Und schwer ist er auch noch. Das erspart auch, Reis- oder Nudelpackungen mitzuschleppen. Für ihn heißt Outdoor: Feuerzeug statt Campingkocher.
Als Grundausstattung ist es wichtig, eine Wasserblase im Rucksack zu tragen. Aus ihr kann er auch während einer Fahrt durchs Gebirge trinken. Denn so kann er weiter in seinem Rhythmus strampeln. In warmen Ländern ergänzt er das Gepäcl um zwei Trinkflaschen am Rahmen. Es gibt immer irgendwo einen Friedhof oder ein Café, wo er Wasser nachfüllen kann. Einheimische verraten auch oft, wo sich ein Brunnen oder eine Quelle mit gutem Wasser befindet.
Erste Zeit nach der Ankunft
Für die ersten Tage nach der Ankunft packt gerne drei Päckchen Studentenfutter als Basisversorgung ein. So erspart er sich fürs erste das Suchen in Lebensmittelgeschäften. Auch Haferflocken nimmt er mit, denn so kann man sehr gut Magen- und Darmprobleme vermeiden. Vor Ort kaufe er Jogurt dazu. Dieser hält sich meistens länger als Milch, schmeckt auch besser als H‑Milch und liefert mehr Energie.
In Kiruna hat ein Schlittenbauer ihm mal einen praktischen Kunststoffbecher geschenkt. Der eignet sich nicht nur gut zum Trinken, sondern auch zum Essen. Viele Skandinavier tragen das stabile Teil bei sich, wenn sie wandern gehen. Äpfel halten den Mund schön frisch, liefern auch noch Flüssigkeit und Vitamine. Bananen sind sehr gut zur Versorgung mit Nährstoffen, kauft er aber nur zum direkten Verzehr vor Ort. Denn sie vergehen schnell. Meistens schmunzeln die Kassiererinnen über die eine Banane auf dem Band. Dann ergibt sich eine gute Gelegenheit zu einem Gespräch über das Land.
Outdoor heißt: Feuerzeug statt Campingkocher
Statt eines Campingkochers nimmt er lieber ein Feuerzeug mit. Es gibt an vielen Orten feste Feuerstellen, an denen man leicht eine Wurst oder eine Dose in die Flammen halten kann. Das rundet wunderbar einen schönen Tag in den schwedischen Fjälls ab. Platz für ein Feuerzeug ist immer im Gepäck. Rezepte zu kennen, wie eine Autorin des Spiegel im nachfolgenden Artikel schreibt, ist dann nicht elementar. Draußen schmeckt sowieso alles besser, wenn man das Rauschen des Flusses und das Flüstern des Windes hört. Und dann vielleicht auch ein Rentier vorbeikommt.
Was Spiegel-Autorin Eva Lehnen im Outdoor-Urlaub wichtig ist, erfährst Du hier.
Ferien in Dänemark verbindet der Reisende vor allem mit schönen Stränden.
Urlaub wie im Zucker: Gerade erfuhr der Reisende auf „Geo“, dass es jetzt einen 45 Meter hohen Aussichtsturm namens Treetop Tower in Haslev mit einer weiten Rundumaussicht gibt. Er erinnerte sich dabei an eine schöne Zeit in seiner Kindheit. Auf der Insel Seeland war er oft in den Sommerferien mit seiner Familie. Auf Bäume geklettert sind die Geschwister dort zwar nicht. Aber empfehlen kann er die Gegend auf jeden Fall. Gerade Familien mit kleinen Kindern bieten sich dort schöne Möglichkeiten. Die Fahrt von Deutschland aus ist nicht so weit. Und wo findet man so nah wie in Dänemark ein Ferienhaus mit großem Garten?
Am meisten gefielen der Familie die Orte Gilleleje und Tisvildeleje. Es ist ruhig. Und die Strände sind dort schnell zu erreichen. Mitten in den Dünen ließen sich die Mitglieder der Familie uns nieder, so dass alle doch recht windgeschützt waren. Mit seinen Geschwistern baute er am Wasser Burgen und Kaufmannsläden. Sie verbuddelten sich gegenseitig. Sie handelten mit Einheimischen um Muscheln, schöne Steine und angeschwemmtes Treibgut wie Taue. Der weiße Sand fließt wie Zucker durch die Finger und sonnenheiß auf die nackte Haut. Eben Urlaub im Zucker und im Ferienhaus. Später kamen Surfen und Zelten dazu. Spielen lernen alle Kinder hier also auf jeden Fall. Geangelt hat Vater natürlich auch dort mit seinen Kindern. Seehecht und Dorsch mit Wattwürmern. Köder konnte man in den Dörfern kaufen.
Glaswerk in Naestved war der Hit
Gelegentlich suchten die Eltern mit ihren Kindern auch von dort aus bei kühlem Wetter das Glaswerk Holmegaard auf, das ganz nah am neuen Baumwipfel-Pfad liegt – in Naestved. Dort gab es schöne mundgeblasene Gläser im skandinavischen Stil, also kein Mainstream für die Spülmaschine, wie sie leider die meisten kaufen. Daher leiden auch viele gute Glas- und Porzellanmanufakturen wie Fürstenberg im Weserbergland. Man muss sich nur anschauen, wie wenig die Antiquare in „Bares für Rares“ bereit sind, in prächtiges Meißener Porzellan zu investieren. Wer ein schönes Wein- oder Bierglas haben wollte, musste schon im mittel- bis hochpreisigen Bereich einsteigen. Der ist bis heute erhalten geblieben.Doch die Form hat sich bei den meisten schon verändert.
Das Bierglas des Reisenden findet Durchstreifen & Erleben aber nach wie vor am Schönsten. Ebenso das Weinglas Charlotte Amalie. Auch ältere Formen, wohl die Bestseller, wurden beibehalten wie ein Bierglas aus den 1970er Jahren. Wie vor Jahren kosten die Gläser mit gut 30 Euro auch heute noch recht viel. Die beiden genannten Gläser kosten zwar um die 30 Euro. Es lohnt sich aber auch, da der Geschmack doch ein anderer ist als bei Massenprodukten. Die anderen Produkte sind an den allgemeinen Geschmack angepasst, was wohl daran liegt, dass Holmegaard von Rosendahl Design Group übernommen wurde. Eine Reise nach Seeland lohnt sich also.
Jagd in Dalarna erleben: Gerade hat der Reisende beim Lesen der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) etwas Neues gelernt. Denn er war noch nie im Frühjahr in Schweden. Bisher hat er Schweden stets im Sommer und im Herbst besucht.
Ein Höhepunkt war die Teilnahme an der Elchjagd im Dorf Nusnäs am Siljansee. Der Reisende begnügt sich allerdings stets mit seiner Kameraausrüstung, um etwas zu schießen, obwohl er als Angler natürlich immer einen Jagdtrieb in sich verspürt. Überschreitet er wandernd oder radelnd einen Fluss, schaut er bei klarem Wasser oft von der Brücke in die Tiefe, ob er eine Forelle oder einen Wels entdeckt.
In Dalarna traf er sich im Herbst einige Tage lang mit einer Jagdgruppe in der Frühe auf einem Parkplatz. Dort loste Jagdleiter Lennart die Plätze aus, von denen aus die Jäger Ausschau nach Elchen hielten. Dies ist im Vergleich zu einer Treibjagd ein relativ sicheres Verfahren, damit niemand aufeinander schießt. Er war ziemlich erleichtert, dies zu erfahren. Denn sein Vater, der früher selbst auf Jagd ging, hatte ihn vor den Gefahren einer Kugel gewarnt. Diese kann sehr weit fliegen.
Grillen auf der Jagd in Dalarna erleben
Einzige Treiber waren mit gelben Mützen versehene Hundeführer, die Tiere aufstöbern sollten. Und sie informierten auch die Jäger an ihren Plätzen per Funk, wo sie sich gerade befanden. So wussten jeder, dass in den nächsten Minuten jemand am Waldrand erscheinen konnte. Und es war ihm auch lieber, Elche zu jagen als Bären, was ziemlich gefährlich ist. Denn ein verletzter Bär verteidigt sich bis zum letzten Blutstropfen. Auf Bäume zu klettern, nützt nichts. Er kann es besser.
Selbst im Regen ein Feuer
Der Reisende hatte das Glück, mit Jagdleiter Lennart losziehen zu können. Er kannte alle Wege im Wald und bewegte sich trotz seines fortgeschrittenen Alters ungemein behende durchs Gestrüpp am Boden fort. So hatte er zeitweilig Mühe, mitzuhalten. An unseren Plätzen im Wald zündete er immer ein schönes Feuer an, an dem die Partner mitgebrachtes Fleisch rösteten und es sich gut gingen ließen. So konnte der Schwedenfreund auch sehen, wie es Lennart selbst im Regen gelang, Feuer anzuzünden. Zur Jagd sei es sogar gut, ein Feuer zu haben, meinte er. Denn dann könnten Elche Menschen des Rauches wegen nicht gut riechen.
Der Reisende trug einen Tarnanzug, den ihm Nils geliehen hatte. Nils arbeitete für eine Tischlerei, in der die berühmten Dalapferdchen geschnitzt werden. In diesem Jahr nahm er nicht an der Jagd teil. Daher war der Reisende während der Stunden im kalten Wald gut geschützt. Denn nachts fror es schon im Oktober. Er sah Blätter von Birken langsam zu Boden fallen, beobachtete kleine Vögel, sah aber keinen Wolf oder Bären in der Zeit. Das hatte er natürlich erwartet. Ein anderer Jäger sah aber einen Wolf in der Zeit, was sehr schwierig ist. Denn sie sind sehr scheu.
Elche am letzten Tag
Beinahe gab er die Hoffnung schon auf. Aber am letzten Tag tauchte dann doch eine Elchkuh mit einem Kalb auf. Aber Lennart sah sie nicht, obwohl sein Partner ihm Zeichen machte. Sie verschwand im Wald. Den Reisenden freute es insgeheim für Mutter und Kind.
Sollte er aber mal im Frühjahr nach Schweden kommen, wird er sich auf jeden Fall auch den ersten Auftritt der Kühe auf der Weide anschauen. Dies soll ein besonderes Erlebnis sein. Allerdings gibt es auch Proteste dagegen. Wer mehr darüber wissen will, sollte jetzt den Artikel in der NZZ lesen.
Lange habe ich es versäumt, in einem Museum nicht nur den Exponaten meine Aufmerksamkeit zu schenken, sondern mir auch die äußere Gestaltung des Gebäudes anzuschauen. Wahrscheinlich geht es den meisten so. Erst vor kurzem wurden mir bei einem Besuch in Lille die Augen geöffnet, dass sich eine Umrundung lohnen kann. Nicht selten ist Architekten etwas Besonderes eingefallen, um einmal einem Museum etwas Einladendes zu verleihen, andererseits etwas für die Bewahrung der Kunstwerke zu tun.
Als ich das LaM in Lille besuchte – ein Museum für moderne Kunst, zeitgenössische Kunst und Art brut — fiel mir auf, dass das Haus aus zwei Flügeln mit unterschiedlichen Fassaden bestand. Der linke wurde in den 1970er-Jahren gebaut, der rechte Flügel wurde erst 2009 in völlig neuem Stil errichtet. Der rote Backstein des linkes Flügels bildet einen Kontrast zum weiß gestrichenen Beton des rechten. Der Architekt des linken Flügels könnte ein Kubismus-Adept sein, während der rechte Flügel deutlich an den mozarabischen Stil erinnert. Der Spanien-Kenner sieht, dass die Wände mittelalterlichen Kirchen in Asturien und Galizien ähneln, die maurische Gestaltungselemente übernommen haben. Diese Bauweise wirkt in Nordfrankreich fremd. Tagsüber fallen Lichtflecken in das Gebäudeinnere. Wenn das Licht nachts eingeschaltet wird, leuchten die Wände fast wie magische Laternen nach außen. Der aufgebrochene Beton nimmt dem Gebäude das Brutale.
LAM außerhalb von Lille
Seitdem interessiert mich nicht nur bei Museen, sondern auch bei vielen anderen Gebäuden die Gestaltung und die Einbindung in die Umgebung. Wird dem Bürger und dem Reisenden eine angenehme Aufenthaltsqualität geboten? Oft denken Städte bei neuen Gebäuden nur an den Konsum.
Was derzeit in Madrid in der Museumsszene abgeht, findest Du in einem neuen Artikel der Neuen Zürcher Zeitung. Dort streiten die Bürger unter anderem über die Gestaltung des Prado. Viel Freude beim Lesen.