Jetzt im TV: Diemel bis Versailles. Aktuell versorgt Durchstreifen & Erleben euch möglichst regelmäßig mit TV-Dokus über Kultur und Reise. Im Zentrum stehen beliebte Ziele in Europa, die jetzt im Fernsehen laufen. Deutschland, Frankreich, Norwegen, Portugal, Spanien, und Schweden sind vertreten, Geschichte, Natur und Wandern von Interesse.
Natur an der Diemel
Wie in der Vorwoche sind überwiegend deutsche Ziele im Programm vertreten. Die Diemel-Region gefiel dem Reisenden ziemlich gut, als er sie vor einigen Jahren durchstreifte und erlebte. Er kam mit seinem Kumpel Ulf vom Kahlen Asten herunter. Um den bereits bekannten Weg nach Paderborn zu vermeiden, nahmen sie die Strecke entlang der Diemel. Es erwartete sie viel Natur mit Wald und Wasser. Sogar Angler fischten in der Diemel, was für gute Wasserqualität spricht. Kaum belästigten sie Autos, da nur wenige Straßen die Radroute kreuzten. Und es gibt auch historische Infos entlang des Weges, wie zum Beispiel, dass der Fabrikant Krupp dort seine Kanonen einem ausgewählten Kaufpublikum vorführte. Schön endet der Weg, indem er zum Weserradweg bei Bad Karlshafen führt.
Wofür interessierte sich Marie Antoinette?
Wem im Sommer eher ein Besuch der Pariser Umgebung vorschwebt, dem sei das Schloss Versailles empfohlen. Dort erfahren Reisende nicht nur viel über die Architektur des prachtvollen Baus, sondern auch über die Interessen Königin Marie Antoinettes.
Viel Spaß beim Zuschauen via “Jetzt im TV: Diemel bis Versailles”.
Jetzt im TV: von Barcelona nach Aachen. Aktuell versorgt Durchstreifen & Erleben Abonnenten möglichst regelmäßig mit TV-Dokus über Kultur und Reise. Im Zentrum stehen beliebte Ziele in Europa, die jetzt im Fernsehen laufen. Diesmal sind alle Länder bis auf Norwegen vertreten. Erstaunlich. Sicher liegt das an den bevorstehenden Osterferien.
Gespannt ist der Reisende vor allem auf den Film über Barcelona. Dort lebte er neun Monate, weil er über Erasmus Katalanisch studierte. Der Sprachkurs war hart. Denn er konnte weder gut Spanisch noch Katalanisch sprechen. Und die Verständigung im Kurs lief auch nur auf … Katalanisch. Aber Spanisch lernte der Reisende gut, weil sich alle in der WG nur auf Spanisch unterhielten, um sich gut in die Gesellschaft zu integrieren. Englisch oder Französisch waren daher tabu.
Beste Unterhaltung auf den Ramblas
Aus touristischer Sicht war die Lage der Wohnung genial. Kristen, Kanadier John und Französin Marie wohnten nahe der Sagrada Familia und vieler anderer Sehenswürdigkeiten: wie zum Beispiel das Hospital Sant Pau. John studierte Wirtschaft. Marie arbeitete bei einer Bank. Mit der Metro konnten sich alle schnell durch die Stadt und an ihre Ränder bewegen. Nie kam Langeweile auf, weil es blendende Unterhaltung auf den Ramblas gab. Oder es boten sich tolle Cafés wie das Café de L’Opera am Gran Teatre del Liceu. Am liebsten mochte der Reisende dort Schokolade mit einer dicken Portion Sahne trinken, den sogenannten Suizo. Zu dieser Tradition hatte ihm Tanja Giese geraten schon drei Jahre zuvor, als er im Tageszentrum Septimania als Betreuer für schizophrene Patienten arbeitete. Tanja lebt heute verheiratet in Barcelona, nachdem sie auch über Erasmus in der aufregenden Stadt studiert hatte.
Von Barcelona nach Aachen
Wenn Corona einem in diesem Jahr immer noch einen Strich durch den Urlaub im Ausland macht, kann der Reisende nur wärmstens eine Radtour von Aachen nach Trier empfehlen. In Wunderschön! werden dazu sicher einige Tipps kommen. Mit Freunden wanderte Durchstreifen & Erleben schon im Hohen Venn über die Grenze nach Belgien. Die Freundesgruppe besuchte danach den Aachener Dom. Oder aber sie besichtigte drei Tage Trier nach ausgedehnten Wanderungen an der Mosel. Es gefielen die Kaiserthermen, der schöne Park am Kurfürstlichen Palais und natürlich auch das gemütliche Flair am Abend in den Kneipen.
Also Jetzt im TV: von Barcelona nach Aachen durchsehen und die Lieblingssendung einschalten. Und mitreisen.
Kein Spaß ist es, wenn es im Urlaubsgebiet verdreckt ist. Foto: Foto Xavier, pexels
An der Costa Brava streitet sich eine Gemeinde mit der Chemieindustrie
Salzbrühe im Urlaubsgebiet verklappen? Ins Mittelmeer? Der Reisende hätte nie gedacht, dass dies in der Europäischen Union noch erlaubt ist. Und Umweltexperten immer wieder mahnen, dass Meere viel zu stark als Wirtschaftsraum angesehen werden. Bis er einen Artikel in der spanischen Zeitung „La Vanguardia“ las: Es gebe Unternehmen — S.A. Robama, Menadiona S.L. und Infar S.A – die Salzbrühe im Raum von Barcelona ins Meer leiten. Dazu nutzten sie die Kläranlage von Pineda de Mar. Doch diese scheint aufgrund hoher Salzkonzentration nicht richtig zu funktionieren oder entspricht vielleicht nicht den Vorschriften.
Salzbrühe vorzubehandeln, sei mit höheren Kosten verbunden. Dies sei aus unternehmerischer Sicht unwirtschaftlich, schreibt La Vanguardia. Daher wollten die Unternehmen mitten im Urlaubsgebiet von Blanes bei Girona über eine Rohrleitung Abwässer ableiten. Dafür haben sie sich an die Agencia Catalana del Agua (ACA) gewandt. Dagegen erhebt sich in Blanes Widerstand.
Hohes Risiko für menschliche Gesundheit?
Pepa Celaya, bis vor kurzem Stadträtin in Blanes, befürchte ein hohes Risiko für Gesundheit, Umwelt und Tourismus. Denn sie halte diese Verklappung für extrem gefährlich. Darüber hinaus leiste die Entsalzungsanlage von Blanes bereits ihren Dienst für mehr als zehn Gemeinden. Darunter befinde sich auch Barcelona. Immer wieder versuche das Rathaus in Blanes, Versuche chemischer Unternehmen zu stoppen, Abwässer am Strand von S’Abanell zu verklappen. Man fürchte, dass auch andere Industrien die Kläranlage nutzen wollten. So könnte sich der Strand in eine Kloake verwandeln. Zumal man davon ausgehe, dass die Abwässer nicht vorbehandelt würden.
Gerichtliche Auseinandersetzung folgt
Sollte eine Rohrleitung gebaut werden, führe sie durch Natur und Landwirtschaft. Um Folgen einschätzen zu können, bedürfe es komplexer Analysen, sagt die Gemeinde. Vertrauen bringt man den Unternehmen jedenfalls nicht entgegen. Denn auch zugesagte dreimonatliche analytische Selbstkontrollen seiend ungenügend, um die Qualität der Verklappungen zu garantieren. Robama zum Beispiel habe versichert, über eine Kläranlage zu verfügen, die die Abwässer des Unternehmens behandele. Und sie minimiere über die Kanalisation abgeleitete Schadstoffe.
Der Vorbehalt der Gemeinde scheint nicht unbegründet. La Vanguardia verweist aufs Chemieunternehmen Cray Valley Ibérica S.A., angesiedelt in Sant Celoni (Barcelona). Erst 2005 wurde dies verurteilt, Blanes Entschädigungen zu zahlen Denn es hatte 1996 das Grundwasser des Rio Tordera mit Dioxinen und Dioxolanen verunreinigt.
Die Entscheidung liegt nun beim Verwaltungsgericht von Girona. Sollte Blanes verlieren, zieht die Stadt vors Oberlandesgericht von Katalonien. Dies hätte in letzter Instanz zu entscheiden.
Klären, ob Salzbrühe im Urlaubsgebiet verklappt wird
Für Reisende gilt: Sie sollten vorm Buchen des Hotels in Blanes oder eines Ferienhauses an der Costa Brava nachfragen, ob jemand in der Umgebung ungeklärtes Abwasser einleitet. Denn der Urlaub soll ja schön werden. Salzbrühe im Urlaubsgebiet verklappen? Darauf kann jeder gut verzichten. Die Fischerei bestimmt auch. Davon können die Fischer in Somalia nur ein Liedchen singen, weil vor ihrer Küste während des Bürgerkrieges gnadenlos verklappt wurde. Die Gewässer leerten sich. Fische wurden krank.
Tangenten, Dreiecke, Vierecke — wer mit einer Drohne von oben auf eine Stadt schaut, kann verblüffende geometrische Muster entdecken.
Der Fotograf Márton Mogyorósy schickte seine Drohne über die Dächer einer meiner Lieblingsstädte — Barcelona. Dort studierte ich über Erasmus Katalanisch. Es ergab sich auch mal die Gelegenheit, auf Einladung eines Menschen aus Mauritius, Tee auf einem Dach in der Altstadt Tee zu trinken.
Ich konnte wunderbar enthoben dem dichten Treiben in den Gassen zuschauen, vor dem ich bei meinem ersten Aufenthalt in Barcelona noch Angst vor Gewalt hatte, denn unvergessen war in mir noch der Anblick eines blutüberströmten Mannes geblieben, der vor dem Hauptbahnhof Sants lag. Ich ging da noch zur Schule. Ebenso trieben damals viele Taschendiebe ihr Unwesen in den Gassen und auf der Plaza Real; ein übriges taten die gespenstische Schatten auf die Hauswände werfenden Flammen der Hähnchengrills dazu. Einem Taschendieb gelang es auch, mir in einem Café die Geldbörse zu entwenden, doch er war zu langsam für mich. Ein echter Tollpatsch!
Zuerst verständigten wir das Personal, während er sich noch auf dem Stuhl hinter mir wegdrehte, dann stellte ich den jammernden Strolch, der mir die Börse wieder zurückgab. Großzügig ließ ich den Mann laufen, obwohl er in der unteren Etage von zwei kräftigen Kerls festgehalten wurde. Manche Katalanen beklagten sich dann bei mir, warum ich nicht die Polizei gerufen hätte, dann hätte man ihn nach Nordafrika zurückschicken können. Doch für mich war er nur ein schlechter Taschendieb!
Ganz oben kann einem nichts passieren. Nur der Himmel kann Dir auf den Kopf fallen. Die spanische Zeitung El Pais hat einige beeindruckende Drohnenfotos des Fotografen Márton Mogyorósy veröffentlicht. Hier der Link:
Barcelona feiert El Bermejo: Mit “El Bermejo” (1440–1501) steht in Barcelona aktuell ein bisher eher unbekannter Meister im Rampenlicht. Er ist ein Renaissancemaler des 15. Jahrhunderts. Den Reisenden interessiert dieser sehr, weil er sich mit der Epoche stets intensiv befasst. Besonders faszinieren ihn die großartigen Theaterstücke des Satirikers Gil Vicente.
Sobald der Reisende das Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) in die Hand bekam, suchte er im Text des Autors Paul Ingendaay nach Hinweisen in seiner Malerei aus der damaligen Zeit. Spanien stand damals kurz davor, sich zur Großmacht aufzuschwingen. Dem Königreich stand noch der Erbfolgekrieg bevor, war gerade noch dabei, die Araber zu vertreiben. Zeitgleich gingen die Spanier überaus hart gegen Juden vor. Diese waren dadurch gezwungen, nach Portugal und in den Orient auszuwandern. Dort waren sie aufgrund ihres handwerklichen und finanziellen Geschicks gefragte Leute. Auch die furchtbaren Erfahrungen mit der Pest hatten die Bewohner der Iberischen Halbinsel gemacht und den Fall Konstantinopels mit Entsetzen gesehen.
Qualen Jesu veranschaulicht
Spiegeln sich solche Erfahrungen in den Gemälden El Bermejos wider? Durchaus. Dieser hieß mit bürgerlichem Namen Bartolomé de Cárdenas. In Córdoba kam er auf die Welt. Es wird vermutet, dass er zwangsweise zum Christentum übertreten musste. Er malte zum Beispiel eine Szene der Geißelung, die die Qualen Jesu veranschaulichen sollte. Die Menschen damals erforschten, was Maria fühlte, als ihr Sohn ausgepeitscht und ans Kreuz genagelt wurde. Wurde sie ohnmächtig in ihrem Schmerz? Dies zu ergründen, war eine wichtige theologische Frage. Gefühle des Menschen rücken erstmals in den Mittelpunkt des Interesses.
FAZ-Autor Paul Ingendaay beschreibt auch die Marienfiguren des Malers, die elfenbeinerne Zartheit und herzzerreißende Trauer aufwiesen. Seine Christusfiguren seien schrecklich leidende Menschen. Diese seien obendrein skandalös nackt abgebildet.
Es ging damals nicht nur um das Leiden Christi und Marias, sondern auch um die Reise der Seele nach dem Tod. Würde sie in der Hölle ankommen? Hatte der Mensch im Leben genug gute Taten verrichtet, damit der Engel die Seele ins Paradies lässt? Musste man wirklich allen irdischen Versuchungen widerstehen, um ins Paradies zu gelangen?
Engel besiegt den Teufel
Erwähnung findet daher im FAZ-Artikel auch das erste erhaltene Gemälde El Bermejos: „Der heilige Michael triumphiert über den Teufel“ (1468) aus der National Gallery in London. Man könne sich an der Stofflichkeit kaum sattsehen, schreibt Ex-FAZ-Kulturkorrespondent Ingendaay. Die schimmernde Goldrüstung des Erzengels mit grünem Samt, grau schimmerndem Kettenhemd, perlen- und diamantbesetztem Schuhwerk, umweht von einem prächtigen purpurnen Umhang, kontrastiere mit dem bösen Tier unter seinem Fuß.
Der Glaube an den Teufel war allgegenwärtig. Die Menschen meinten: Er versucht stets, auch mit Lügen, die Seele für sich zu gewinnen, ihr ein Leben in Luxus zu bieten, wofür sie später aber in der Hölle leiden muss. Auf der anderen Seite steht der Engel mit dem flammenden Schwert. Auch dieser wirbt um die Seele; er rät ihr, all diese überflüssigen irdischen Güter abzulehnen. Diese seien vergänglich. Wenn die Seele aber ein einfaches Leben führe und den Weg in die Heilige Mutter Kirche finde, sei sie erlöst. Der Seele fällt es sehr schwer, all das zu begreifen.
Neugierig, bei “Barcelona feiert El Bermejo” dabei zu sein? Die Ausstellung läuft im Museu d’Art Nacional de Catalunya. Dort sind über zwanzig Gemälde El Bermejos ausgestellt, ergänzt um über vierzig Bilder von Vorläufern und Zeitgenossen.
Camping in europäischen Metropolen: Immer wieder fragen Camper in den sozialen Medien nach guten Plätzen in Spanien, Schweden, Frankreich und so fort. Der “Kurier” in Wien hat jetzt das Bedürfnis vieler Leser aufgegriffen. Sie empfiehlt Campingplätze in verschiedenen europäischen Metropolen. Ihnen allen gemeinsam ist eine akzeptable Entfernung zur jeweiligen Innenstadt und eine gute Anbindung an den ÖPNV.
Unter den von Durchstreifen & Erleben beobachteten Ländern befindet sich unter anderem Frankreich. Dort empfiehlt der Kurier “Camping de Paris”, zumal von dort aus wichtige Sehenswürdigkeiten per Rad gut zu erreichen seien. In Schweden entspreche diesem Bredäng Camping Stockholm. Er liege gut zehn Kilometer von Gamla Stan entfernt. Sogar nur in 700 Distanz liege eine U‑Bahn-Station. In Barcelona in Spanien sollten Camper Camping 3estrellas ansteuern. Dieser liege nahe der Küste. Ein Bus biete Touren in die Innenstadt an.
Weitere erlesene Ziele in europäischen Metropolen
Autorin Maria Gurmann nimmt zudem Amsterdam, Budapest, Wien, Rom und Dublin sowie Berlin und Prag in ihre Liste auf. In Hollands Großstadt hebt sie Camping Zeeland hervor. Dieser Platz liege nahe am Ijmeer, sei aber dennoch in der Nähe des Zentrums zu finden. In Budapest lobt sie Arena Camping. Denn dieser liege zentral und biete faire Preise an. In Wien dagegen biete der Platz Aktiv Camping Neue Donau Wohlfühlatmosphäre. Er liege zudem zentral und biete sogar Wassersportaktivitäten an. Wer tiefer in den Süden nach Rom reisen wolle, sollte Station auf dem Village Flaminio im Norden der Stadt beziehen. In Tschechien sei der Platz Sokol Praha gut für Besuche in Prag. Auch von dort lasse sich die Stadt gut besichtigen. Auch Deutschland steht in ihrer Liste: Es ist die Hauptstadt. In Berlin empfiehlt sie einen Aufenthalt am Mahlower See. Und Irland darf sich auch zum Club der Erlesenen zählen: In Dublin könne man gut vom Camac Valley Campingpark aus in die Innenstadt zu gelangen. Wen es also zum Camping in europäische Metropolen zieht, der ist bei Durchstreifen & Erleben bestens aufgehoben. Wer es reizvoll findet, mal unter Wasser zu dinieren, ist es hier.
Vögel in freier Wildbahn zu beobachten, trägt viel zur eigenen Ruhe bei.
Eigenschaften von Vögeln aber zu bestimmen, ist oft nicht leicht.
Das ist mal ein interessantes Interview mit Tipps zur Vogelbeobachtung . Das Gespräch der “La Vanguardia” aus Barcelona richtet sich an Leser, die gerne Vögel in der Natur beobachten. Es kann sehr befreiend sein, sich mal für einige Stunden mit einer Welt zu befassen, die oft vor der eigenen Haustür liegt.
Bis heute erinnere sich der Reisende noch sehr gerne an die norwegische Vogelwelt. Auf Vesterålen zu beobachten, wie Papageitaucher fischen, ist sehr lustig. Und zu sehen, wie Möwen dann versuchen, ihnen den Fisch abzujagen, auch. Oder den Vogelstimmen zu lauschen, die auf dem Felsen einer Halbinsel bei Tromsø. Bis heute ist diese Orchestermusik noch ein Ohrwurm. Und zu sehen im eigenen Garten, wie ein Rotkehlchen minutenlang versucht, eine Meise vom Baden in einer Schale zu überzeugen, war ausgesprochen erheiternd. Sie sprang immer wieder ins Wasser, wirbelte Wasser mit ihren Flügeln auf. Die Meise sah skeptisch drein. Sie nippte nur zweimal vom Wasser.
Ornithologen aus Madrid befragt
“La Vanguardia” befragte jetzt einen Ornithologen, wie Naturfreunde an die Vogelbeobachtung herangehen können. Bei dem Experten handelt es sich um Borja Milá. Er forscht im Departamento de Biodiversidad y Biología Evolutiva am Museo Nacional de Ciencias Naturales del CSIC in Madrid.
Er meint, dass man dazu grundsätzlich Lust und Leidenschaft mitbringen solle. Der Rest komme mit der Erfahrung. Anfangs sei es mühsam, das Gefieder der unterschiedlichen Arten zu unterscheiden. Dies gelte auch fürs Bestimmen der Altersunterschiede und Geschlechter. Aber mit der Zeit entwickele sich die Fähigkeit dazu.
Für wichtig hält er es ebenso, Vogelstimmen zu erkennen. Denn das helfe, die Tiere in freier Natur zu entdecken. Sich Aufnahmen der Gesänge anzuhören, sei eine Möglichkeit. Besser allerdings sei es, selbst loszuziehen und den Vögeln einfach zuzuhören. Der Lernerfolg stelle sich sehr schnell ein. Hat jemand von euch auch noch Tipps zur Vogelbeobachtung parat?
Neulich berichtete ich von meinen politischen Erfahrungen während meines Katalanisch-Studiums an der Universitat de Barcelona. In der Zeit reiste ich auch viel ins Umland.
Da ich im Café der Universität relativ schnell Freunde gefunden hatte, brauchte ich keinen Reiseführer. Viel besseren Zugang erhielt ich durch äußerst unternehmungslustige Leute, die mir gerne die Perlen in der Umgebung zeigten. Nicht wenige kamen aus den Kleinstädten in der Umgebung.
Bis heute erinnere ich mich immer noch freudig an das Frühlingsfest in Valls. Mit der Bahn reisten wir im Februar an.
Bei unserer Ankunft im Dorfzentrum roch es schon verführerisch lecker nach Essen. Denn auf verschiedenen Grills bereiteten die Bewohner Frühlingszwiebeln zu, große Knollen mit langen Blättern. Für einen sehr günstigen Preis gab es Weißbrot und eine kleine Flasche Wein. Im Dorfzentrum war ein langes Bankett aufgebaut, an dem alle mit ihrem Essen Platz nahmen. Meine Finger wurden beim Auspacken des Essens aus der Alufolie rußig.
Später ließen wir uns auf einem Feld nieder. Ich erinnere mich noch, dass ich als einziger noch schmunzelnd mit T‑Shirt herumlief, während die Katalanen schon Mäntel und sogar Handschuhe trugen. Für sie wurde es schon kühl, während es für mich schon sommerliche Temperaturen waren.
Gestern dachte ich auch daran, als ich Johannes Thingnes Bø beim Biathlon in Kanada ungerührt am Schießstand sah, während der Konkurrenz so langsam “Ohrlapperl” (O‑Ton Vanessa Hinz) und Finger erstarrten. Selbst innerhalb Europas haben wir schon eine völlig unterschiedliche Empfindlichkeit bei Temperaturen. Als Norweger ist er natürlich an solche Kälte gewöhnt.
Die Zeitung “La Vanguardia” aus Barcelona empfiehlt im Umland der Stadt einen Ausflug nach Ripolles. Dort bin ich natürlich auch gewesen, denn das Kloster ist eine absolute Sehenswürdigkeit, nicht zuletzt die schöne Lage in den Bergen. An den Fotos der Zeitung könnt ihr auch erkennen, dass dort im Winter sogar Schnee liegt, ihr also Ski fahren könnt. Auch Katalanen fahren Ski, auch wenn sie beim Biathlon komischerweise nicht antreten. Im Winter sind vor Wochenenden Gruppen mit Skier zu sehen, die auf den Bus warten. Viele fahren dann nach Andorra.
Gebannt schauen die Menschen jeden Tag Fernsehen. Werden die Katalanen sich von Spanien lossagen? Ganz nah dran an der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung bin ich während meiner Radwanderung auf den Jakobswegen durch Galizien, führe mit vielen Menschen entlang der Strecke Gespräche über Politik. Wie die Basken führen auch Galizier durchaus Sympathien für die Katalanen, sind die drei Völker doch keine Kastilier, sondern haben ihre eigene Sprache.
Ich erzähle ihnen von meiner eigenen Sympathie, die mit dem Lesen von George Orwells Buch “Hommage to Catalonia” anfing und der Verwunderung Orwells, dass die Arbeiterschaft Barcelonas im Sattel sitze und nicht die Bourgeoisie. Die Zeiten sind längst vorbei, wird höchstens noch in den Spielen des FC Barcelona gegen Espanyol sichtbar, wenn im übertragenen Sinne das Bürgertum gegen die Arbeiterschaft antritt.
Ich erzähle den Galiziern davon und von meinem Katalanisch-Studium in Barcelona, wie ich von Studenten immer wieder Umfragen beantworten sollte, ob Catalunya unabhängig werden sollte, einer von ihnen zeichnete dazu auch tolle Karikaturen.
Die politische Streitkultur nahm ich in Barcelona immer deutlicher wahr als in deutschen Städten. Sie erreicht einen direkt. Ich erinnere mich, wie mich Roberto, der Vater meiner damaligen Freundin, fast etwas ärgerlich anschaute, als ich ihm beim Basteln eines Protestplakats zuschaute und ihn fragte, was das denn bringen sollte. Für ihn als Gewerkschaftsmitglied es wohl selbstverständlich, für die Äußerung seines Rechtsempfindens auf die Straße zu gehen.
Als ich dann meine erste Reportage über einen Generalstreik schreiben wollte in Barcelona, geriet ich dann selbst dort in eine unangenehme Situation. Die Batterien waren mir beim Fotografieren ausgegangen und ich musste mir schnell neue besorgen. Die meisten Mitarbeiter aller Kaufhäuser der Stadt streikten für bessere Arbeitsbedingungen und gerechtere Löhne. Als ich mit den Batterien aus dem Eingang trat, empfing mich ein gellendes Pfeifkonzert, aber ich glaube auch, dass sich die meisten Leute einen Spaß daraus machten. Denn aufgrund meiner blonden Haare war ich deutlich als Ausländer zu identifizieren. Es tat mir auch keiner etwas. Gewalt habe ich dort auch nur zu meiner Schulzeit gesehen, als ich während einer Fahrt mit dem Leistungskurs jemanden in seinem Blute liegen sah. Die Katalanen sind für mich kein gewalttätiges Volk und daher ist der jetzige Vorwurf der Ankläger in bevorstehenden Gerichtsprozessen gegen die “Rebellen” sicher nicht gerechtfertigt. Es ist nicht richtig, starke Polizeikräfte gegen die eigene Bevölkerung einzusetzen. Das war ein dicker Fehler des Ministerpräsidenten Rajoys.
Der Deutschlandfunk hat jetzt einen interessanten Bericht über die beginnenden Prozesse gebracht. Hier findet ihr ihn.
Salvador Dalí in Montmartre: An sich verbindet der Reisende Salvador Dalí mit dem Museum im Küstenort Figueres in Katalonien, aber nicht mit Montmartre. Während seines Studiums in Barcelona schaffte er es leider nicht, das Kunsthaus zu besuchen, sondern nur das Salvador Dalí-Museum in Barcelona. Denn die Fahrt mit dem Bus erschien ihm stets als zu aufwändig. Stattdessen reiste er lieber mit dem Zug nach Granada, Córdoba und Madrid, um maurische Hinterlassenschaft und die Hauptstadt zu genießen.
Umso mehr überrascht ihn jetzt, im Pariser Stadtteil Montmartre das schöne Museum Espace Dalí zu entdecken. Das kleine Appartement verfügt zum Glück über WLAN, so dass er noch morgens im Bett auf dem Smartphone checken kann, was Montmartre außer der Basilika Sacré-Cœur zu bieten hat. Als er das Dalí-Museum findet, ist er erfreut, so seiner noch schlafenden Freundin Alexandra eine Freude machen zu können. Denn davon, dass Salvador Dalí in Montmartre lebte und so seine Spuren hinterließ, weiß auch sie nichts. Sonst bereitete Alexandra das Programm vor. Montmartre zu sehen, ist sein einziger Wunsch auf dieser Reise.
Unterkunft nur 15 Minuten von Montmartre entfernt
Die Wohnung liegt zu Fuß nur 15 Minuten vom berühmten Viertel entfernt. Beim Buchen der Unterkunft lag dem Reisenden daran, auch mal das berühmte Nachtleben dort auszukosten. Am Nachmittag ziehen Alexandra und der Reisende los, finden zu unserer Begeisterung sogar eine kleine Galerie, die aber außer moderner Kunst und Schnickschnack nicht viel zu bieten hat.
Nach etwas Fußweg besteigen sie eine Seilbahn zu einem für solch eine kurze Strecke abenteuerlichen Preis. Die Fahrt dauert nur 1,5 Minuten. An sich hätten wir auch die Treppe nehmen können. Aber da etwas fußmüde, entscheiden sie sich für die Fahrt. Auf der Webseite dazu steht zum Preis eines Metrotickets. Aber es ist doch mehr. Wenigstens lassen sich vom Waggon aus noch einige interessante Fotos schießen. Auf dem Rückweg nehmen sie dann die Treppe.
Netter Schnack im Museum
Oben angekommen, gelangen sie schnell zum Museum Dalí. An ihm kommt jeder automatisch vorbei, der zur Basilika gehen will. Beim Eintreten ins Haus sprechen Alexandra und der Reisende wie immer auf Spanisch, da sie Portugiesin ist. Belustigt nimmt es die Kassiererin wahr. Das ist sofort an ihrem Gesicht zu erkennen. Auf Rückfrage ob der Reaktion stellt sich heraus, dass sie Spanierin ist. Sie gewährt uns daher sogar freien Eintritt. Fürs Ticket Geld zu entrichten, lohnt sich aber auf jeden Fall. Denn Ausstellung über Salvador Dalí in Montmartre ist zum einen der Exponate wegen lohnend, aber auch der Beleuchtung wegen. Der Reisende fühlt sich so, als würde er durch eine luxuriöse Umgebung wandeln. Aber es ist dennoch bescheiden hier, wenn man sich die Mega-Vermarktung des berühmten Malers Salvador Dalí anschaut. Es gibt Dalí-Taschen, Dali-Kochbuch, das Buch “Das geheime Leben des Salvador Dalí” und natürlich jede Menge Dalí-Kunstdrucke.
In der Basilika
Danach laufen beide zur Basilika Sacré-Cœur. Diese ist nicht nur im Inneren sehenswert, sondern auch außen. So nehmen sie auf Montmartre-Treppenstufen Platz. Dort musiziert eine Gruppe, während die Dämmerung langsam einsetzt. So erscheinen nach und nach illuminierte Gebäude der Stadt wie natürlich der leuchtende Eiffelturm.
Am nächsten Abend besuchen sie den berühmten Künstlerplatz, wo sie auch essen gehen möchten. Die Stimmung wollen sie dort auf sich wirken lassen. Dabei treffen sie zwei Künstler an. Eine Berühmtheit finden sie leider nicht. Einer von ihnen bietet Landschaftsmalereien an. Er erzählt, dass er aus Rumänien gekommen sei, um hier sein Glück zu versuchen. Ein anderer malt Porträts von Passanten. Eine Dame lässt sich sogar von ihm darstellen. Es wird unerwartet realistisch.
In einer Gastwirtschaft lassen sie sich danach Muscheln bringen zu einem erfreulich günstigen Preis. Vielleicht stammen diese aus Galicien und werden hier als französisches Produkt verkauft, so wie es in Frankreich auch mit Salzlamm aus Schleswig-Holstein geschieht. Zivile Preise an einem berühmten Ort: Damit lässt sich doch leben.