Aufflammendes dänisches Interesse an Skulpturen

Wer hät­te das gedacht? Im ehe­ma­li­gen Fischer­dorf Hum­le­bæk vor den Toren Kopen­ha­gens ste­hen Skulp­tu­ren der bekann­ten Künst­ler Richard Ser­ra, Alex­an­der Cal­der, Max Ernst, Joan Miro, Jean Debuf­fet und Nobuo Seki­ne. Aus­ge­stellt hat sie das phan­tas­ti­sche Muse­um Louisiana.

Also auch Dänen inter­es­sie­ren sich “auf ein­mal” für Skulp­tu­ren. Ich selbst brauch­te recht lan­ge, bis ich einen Zugang zu ihnen fand. Zunächst brach­ten mei­ne Eltern mir und mei­nen Geschwis­tern, mei­ne Mut­ter stu­dier­te Kunst­ge­schich­te mit Schwer­punkt Mit­tel­al­ter, viel über Kunst der Früh­zeit bis zum Mit­tel­al­ter bei. Wir besuch­ten das mich heu­te immer noch berüh­ren­de Natio­nal­mu­se­um in Kopen­ha­gen, wo mich Moor­lei­chen, Luren und Schmuck faszinierten.

Wenn es reg­ne­te und ein Strand­tag aus­fiel, fuh­ren wir auch nach Ros­kil­de. Nein, nicht zum Musik­fes­ti­val, son­dern zum Bestau­nen der berühm­ten Wikin­ger­aus­stel­lung. Dort ste­hen wun­der­bar kon­stru­ier­te Lang­boo­te. In Oslo sor­gen sie sich übri­gens um ihren Bestand, sah ich ges­tern in den Euro­pa­nach­rich­ten. Erschüt­te­run­gen setz­ten ihnen sehr zu, hieß es. Doch Skulpturen?

Die ent­deck­te ich, als ich zur Vor­be­rei­tung mei­nes Buches “Umeå in mei­nem Her­zen” nach Väs­ter­bot­ten radel­te. Dort gibt es einen für eine so weit nörd­lich lie­gen­de Stadt gera­de­zu exor­bi­tant gro­ßen Skulp­tu­ren­park. Ein Indus­tri­el­ler hat ihn auf­ge­baut. Und da es mir ums Auf­spü­ren von Kunst und Kul­tur ging, blieb mir nichts ande­res übrig, als mich nun auch damit auseinanderzusetzen.

Wie sich der Autor der “Washing­ton Post” damit aus­ein­an­der­setzt, könnt ihr hier lesen.

Skulp­tu­ren Louisiana

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Radelnd und segelnd um die Welt

Radelnd und segelnd um die Welt: Schon als Jugend­li­cher träum­te der Rei­sen­de davon, mit dem Fahr­rad die Welt zu umrun­den. Er las schließ­lich Karl Mays Schil­de­run­gen frem­der Wel­ten, von Gra­ham Greens Rei­sen. Auch Heinz Helf­gens berühm­tes Werk “Ich rade­le um die Welt” beein­druck­te ihn.

Doch irgend­wann beschloss er, mich auf inter­es­san­te Regio­nen zu spe­zia­li­sie­ren. Denn er merk­te, dass er auf lan­gen Rei­sen gar nicht alles auf­neh­men konn­te. Außer­dem gerie­ten da schon die vie­len Völ­ker wie Sami, Bas­ken, Kata­la­nen in sei­nen Fokus. Die­se gehö­ren auch zu dem gehö­ren, was Euro­pa heißt. Oder wer alles hier so auf klei­nen Inseln lebt! Die kann man ja gar nicht schaf­fen, wenn man jah­re­lang die Welt umrundet.

Da hat­te er schon eine lan­ge Rad­tour von Besan­çon in Frank­reich bis nach Bur­gos in Spa­ni­en geschafft. Oder er war von Mora im schwe­di­schen Dalar­na bis zum Lofot gera­delt und wie­der zurück; ein Jahr spä­ter ähn­lich ein­mal sozu­sa­gen um den Polar­kreis. So war er schon früh meh­re­re Mona­te unter­wegs. Er ist noch immer dabei, Rei­se­füh­rer über die­se Tou­ren zu ver­fas­sen. Viel Stoff, wenn man radelnd und segelnd um die Welt fährt!

Segelnd um die Welt

Wie mag es da erst den ers­ten See­fah­rern aus Por­tu­gal ergan­gen sein, mit denen er sich seit gerau­mer Zeit befasst. Sie waren auch meh­re­re Mona­te auf Schif­fen unter­wegs, begeg­ne­ten vie­len Men­schen. Als ein­fa­che Tou­ris­ten oder Jour­na­lis­ten waren sie nicht unter­wegs, son­dern mit einer poli­tisch-wirt­schaft­li­chen Funk­ti­on betraut. See­fah­rer wie der Bra­si­li­en­ent­de­cker Pedro Alva­res Cabral, vor ihm schon Vas­co da Gama, soll­ten um 1500 den por­tu­gie­si­schen Han­del bele­ben. Sie führ­ten gleich eine gro­ße Men­ge an See­leu­ten mit, für die sie auch noch Ver­ant­wor­tung trugen.

Jetzt gerät in Por­tu­gal Magel­lan in den Fokus. Dies las der Rei­sen­de gera­de in der Zei­tung “Poli­ti­co”. Magel­lans Rei­sen befin­den sich seit 2017 auf der Lis­te des Welt­kul­tur­er­bes. Da er vor 500 Jah­ren los­se­gel­te, begeht Por­tu­gal in die­sem Jahr eine Rei­he von Fei­er­lich­kei­ten. Ein klei­ner Streit ent­zün­det sich jetzt schon zwi­schen den alten See­fah­rer­na­tio­nen Spa­ni­en und Por­tu­gal. Denn aus Sicht der Spa­ni­er voll­ende­te ein völ­lig unbe­kann­ter Bas­ke die Rei­se Magel­lans: Juan Sebas­tián Elca­no. Die­ser hät­ten die Por­tu­gie­sen bei der Kan­di­da­tur zum Welt­kul­tur­er­be ein­fach unterschlagen.

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Menschliche Eingriffe in die Natur meisterhaft fotografiert

Wer Lust hat, sich meis­ter­haf­te Fotos aus Schwe­den und Island anzu­schau­en, soll­te hier her­ein­schau­en. Der schwe­di­sche Foto­graf Håkan Strand hat mensch­li­che Ein­grif­fe in die Natur foto­gra­fiert, die jetzt im Schnee, im Nebel oder im Was­ser lie­gen. Da es sich um Schwarz­weiß­bil­der han­delt, wir­ken die Land­schaf­ten melancholisch.

Hakan Strand foto­gra­fiert Skandinavien

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Rafting in Lappland

Raf­ting in Lapp­land: Viel­leicht ist das etwas für euch im nächs­ten Urlaub? Dem Rei­sen­den berei­te­te die­se Sport­art viel Spaß, als er in einem Som­mer durch Väs­ter­bot­ten radel­te. Väs­ter­bot­ten ist mit Norr­bot­ten die nörd­lichs­te Land­schaft (län) Schwe­dens. Über das Tou­ris­ten­bü­ro in Umeå gelang­te er an die Adres­se des Raf­ting-Anbie­ters “Wil­der­ness Adven­ture”. Denn es ver­lock­te ihn, mit dem Vin­del älv auf einem der weni­gen Natur­flüs­se in Schwe­den zu pad­deln. Und noch mehr: Die Tou­ris­ti­ker stell­ten ihm ein Zim­mer in einem Design-Hotel zur Ver­fü­gung, luden ihn zum Essen ein an einem wun­der­schö­nen Wasserfall.

Geru­dert war er bis dahin sehr viel, vor allem beim Angeln. Auch mit dem Motor­boot mach­te er schwe­di­sche Seen unsi­cher. Aber auf dem schäu­men­den Was­ser eines wil­den Flus­ses hat er erfah­ren, was Raf­ting in Lapp­land wirk­lich bedeu­tet. Lebens­ge­fahr! Den Fluss hat­te er schon zuvor ein wenig aus der Per­spek­ti­ve des dort leben­den Malers Andre­as Hed­berg ken­nen gelernt. Die­ser malt vor­zugs­wei­se dort hau­sen­de Wasservögel.

“Paddla, paddla”

Als er am Boots­haus zum Raf­ting im Vin­del älv ankam, war er gleich ent­zückt: “Seven litt­le girls sit­ting in the back­se­at”. Die­ser Oldie (1959) schoss ihm durch den Kopf, als er sah, dass er im Schlauch­boot mit schwe­di­schen Fri­seu­rin­nen das Über­le­ben in den Wel­len trai­nie­ren soll­te. Eine hüb­scher als die ande­re beim Betriebs­aus­flug. Blond, blon­diert, braun. Und natür­lich manch eine von ihnen top fri­siert. Eine Schön­heit fiel ihm auch direkt ins Auge. Er durf­te sogar neben ihr sit­zen, nach­dem sie alle die haut­eng sit­zen­den Neo­pren-Anzü­ge ange­zo­gen hat­ten. Und mit ihr “paddla, paddla” schrei­en, wenn es dar­um ging, Strom­schnel­len und gefähr­li­che Stei­ne zu über­win­den. Wie leicht konn­te das knall­ro­te Gum­mi­boot in den auf und ab schäu­men­den Wel­len umkip­pen. Und das am Ran­de des süd­li­chen Polar­krei­ses.

Auch zwei Jungs waren als “boy­group” dabei. Eine Fri­seu­rin lach­te amü­siert über die Bezeich­nung des Rei­sen­den. Aber die­se inter­es­sier­ten sich über­haupt nicht für flick­or, Mädels. Etwas selt­sam! Viel­leicht gefie­len sie ihnen nicht. Oder ein Schwe­de schwelgt nicht, son­dern schweigt und genießt. Beson­ders im Nor­den, wo die Men­schen etwas zuge­knöpf­ter sind als im Süden.

Am Ende ging es gut aus. Kei­ne Ver­lus­te? Doch die Kame­ra lag bei der Abfahrt im Boots­haus. Die Fah­re­rin reagier­te auf den Schre­ckens­ruf des Rei­sen­den und kehr­te um. Die Kame­ra lag noch dort, wo er sie lie­gen­ge­las­sen hat­te. Väs­ter­bot­ten, Land der Aben­teu­er.

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Skandinavische Küche in New York

Skan­di­na­vi­sche Küche in New York: Gutes Essen ist deut­schen Rei­sen­den wich­tig, vor allem ein­hei­mi­sche Küche. Köt­bullar, Prei­ßel­bee­ren, Ren­tier­wurst, Elch­steak, gebra­te­ner Dorsch, Rote Grüt­ze mit Sah­ne. Doch wenn der Rei­sen­de neue Tex­te für sei­ne Rei­se­füh­rer vor­be­rei­tet, fin­det er oft nur müh­sam in Däne­mark, Schwe­den oder Nor­we­gen Restau­rants mit ein­hei­mi­scher Küche. Bis auf weni­ge Aus­nah­men sind es dann doch inter­na­tio­na­le Rezep­te aus Frank­reich oder Ita­li­en. Das ist sehr scha­de. Ver­söhnt wird er dann mit Ein­la­dun­gen in Pri­vat­haus­hal­te, wo es Ren, Elch oder Dorsch gibt. 

Im Aus­land gibt es hin­ge­gen öfter aus­ge­wan­der­te Skan­di­na­vi­er. Liza Weiss­tuch, Autorin der Washing­ton Post, fand in New York gute Adres­sen wie unter ande­rem zwei däni­sche. An einer Ecke des mitt­ler­wei­le 105 Jah­re alten Grand Cen­tral Ter­mi­nals ent­deck­te sie das Restau­rant “Gre­at Nor­t­hern Food Hall”. In dem von Dänen Claus Mey­er seit 2016 betrie­be­nen Hau­se beob­ach­tet sie ein mit Tat­toos ver­zier­tes Paar. An einem Holz­tisch der mit glän­zen­den Flie­sen und warm wir­ken­dem Holz aus­ge­stat­te­ten Pavil­lons tut sich das Paar an Smør­re­brød güt­lich; das “But­ter­brot” ist belegt mit Knol­len­sel­le­rie, Apfel, Zitro­ne, Ret­tich und Kräu­tern. An einem ande­rem Tisch rollt eine Mut­ter eine Zimt­schne­cke aus­ein­an­der und teilt sie für ihr Kind in klei­ne Stü­cke. Und zwei Her­ren in Anzü­gen essen Hafer­brei. Im Haus rie­che es nach frisch aus einem Ofen kom­men­den Brot. Ver­kehrs­lärm sei nicht zu hören. Dies sei völ­lig unty­pisch für sie als New Yor­ke­rin, fin­det Liza Weisstuch.

Butterbrot und Bier heißt skandinavische Küche in New York

Däni­sches Bier gibt es im “Citi Field” inner­halb eines Sta­di­ons, in dem die New York Mets behei­ma­tet sei­en, ein Base­ball­club. Dies bie­te die ursprüng­lich aus Kopen­ha­gen stam­men­de Braue­rei Mik­kel­ler an. Welt­weit ver­teilt gebe es 42 Bars. Scharf ist die Autorin aufs “Sizz­le Sesh”. Die­ses Bier wird mit Pfef­fer aus Szechu­an gebraut. Das “Citi Field” sei skan­di­na­visch ein­ge­rich­tet: hel­le Holz­ti­sche mit makel­lo­sen Kan­ten, Farb­knal­ler gegen mono­chro­me Hin­ter­grün­de, flot­te Logos. Die Braue­rei-Aus­stat­tung befin­de sich hin­ter einer Halb­wand an der Sei­te des Rau­mes. Vie­le Bier wür­den vor Ort und in San Die­go gebraut, stam­me zudem aus koope­rie­ren­den Braue­rei­en; aber auch aus Däne­mark wer­de wel­ches importiert. 

Wenn Du dem­nächst also in den USA unter­wegs bist, darfst Du Dich wenigs­tens mal für ein bis zwei Stun­den wie im hohen Nor­den Euro­pas füh­len. Und ob das, was wir so täg­lich in uns her­ein­stop­fen, wirk­lich gut ist, haben For­scher jetzt untersucht.

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Ein Tag Rennfahrer auf Eis

Ein Tag Renn­fah­rer auf Eis: Wer sich im Urlaub für Ral­lys auf Schwe­dens eisi­gen Seen in der Nähe von Jokkmokk inter­es­siert, soll­te sich die­sen inter­es­san­ten Bericht durch­le­sen. Rei­se­jour­na­list Gavin Hai­nes von “The Tele­graph” übte mit Renn­fah­rer Per-Erik Nie­mi, Ral­ly auf einem zuge­fro­re­nen See in Nord­schwe­den zu fah­ren. Dabei ereig­ne­te sich natür­lich ein Unfall. Hai­nes beschreibt schon zu Beginn sei­nes Arti­kels, wie er zuvor fast mit 120 Stun­den­ki­lo­me­tern über den See gerast sei. Dabei habe er die Kon­trol­le über das Fahr­zeug, einen bri­ti­schen Sub­aru Impre­z­as, ver­lo­ren. Die­ser saß dann so fest im Schnee, dass er und Nie­mi ihn nur durchs Dach ver­las­sen konn­ten. Denn die Türen hät­ten sich nicht mehr öff­nen lassen.

Nie­mi sti­chelt: Er habe dar­auf schon förm­lich auf den Unfall gewar­tet. Bereits zuvor hät­te der ehe­ma­li­ge Renn­fah­rer ihn mehr­fach gewarnt, doch lang­sa­mer zu fah­ren, gibt Hai­nes zu. Zum Glück habe er aber nicht mehr als die Stoß­stan­ge und ein Nebel­licht beschä­digt. Dies ließ sich bei Wagen-Check nach dem Aus­stei­gen schnell fest­stel­len. Einen all­zu gro­ßen Scha­den füg­te er dem­nach dem schwe­di­schen Unter­neh­men “Dri­vers Para­di­se” aus Jokkmokk nicht zu. Aber Nic­las Hell­q­vist, der das Ral­ly-Unter­neh­men gemein­sam mit Joa­chim Fall­gren betreibt, muss­te schon per­sön­lich erschei­nen, um das Fahr­zeug aus dem Schnee zu befrei­en. “Dri­vers Para­di­se” steht allen offen, die ihre Fahr­küns­te auf einem eisi­gen See in Schwe­den aus­pro­bie­ren wollen.

Nach der Begut­ach­tung des Unfalls habe ihn Hell­q­vist direkt zum Essen geschickt. Dies geschah wohl in der Absicht, ihn vom Fahr­zeug zu ent­fer­nen, mut­maßt Hai­nes. Es ereig­ne­ten sich wohl Unfäl­le, habe ihm Hell­q­vist erklärt. Aber bis­her sei noch kei­ner sei­ner Fahr­schü­ler so schnell unter­wegs gewe­sen. Sein Leh­rer Per-Erik habe den Wagen weg­fah­ren müs­sen. Auf die Mah­nung, dass es beim Ral­ly-Fah­ren nicht bloß auf Geschwin­dig­keit, son­dern auch auf Selbst­kon­trol­le und Tech­nik ankom­me, habe die­ser nicht ver­zich­tet. Ein Fahr­zeug wie der Sub­aru ver­hal­te sich freund­lich, wenn man es nicht zer­stö­ren wol­le. Noch eine Spit­ze. Ein wei­te­rer anwe­sen­der Ex-Renn­fah­rer ergänzt, Hai­nes sei nicht gedul­dig genug. Bevor er beschleu­ni­ge, sol­le er das Fahr­zeug erst um die Ecke gehen las­sen. Und er sol­le auch das Brem­sen nicht vergessen. 

“Powers­li­de”, har­tes Brem­sen in Kur­ven, wur­de nach dem Essen geübt. Nach ers­ten erfolg­rei­chen Run­den sei er schnell ins Schwit­zen gekom­men, sagt Hai­nes. Er habe sich nicht mehr rich­tig kon­zen­trie­ren kön­nen, sich also wich­ti­ge Punk­te zum Brem­sen ent­lang der Stre­cke nicht gemerkt, das Brem­sen schlicht ver­ges­sen. Zum Renn­fah­rer auf Eis wird eben nicht jeder geboren. 

Wer statt rum­zu­ra­sen, lie­ber in Ruhe skan­di­na­vi­sche Gerich­te kos­tet, fin­det selbst in New York gute Restau­rants. Die “Washing­ton Post” hat eini­ge getestet.

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Mit dem Rad Europa durchstreifen und erleben

Natur haut­nah erle­ben? Zel­ten unter frei­em Him­mel? Beim Rad­wan­dern ein Gespür für Land und Leu­te ent­wi­ckeln? Dann buchst Du gold­rich­tig auf http://www.durchstreifen-erleben.com.

Du radelst mit einer klei­nen Grup­pe durch Nord­schwe­den, das por­tu­gie­si­sche Hoch­ge­bir­ge und an der fran­zö­si­schen Atlantikküste.

Dabei lernst Du, wie man ein Zelt auf­baust, Quel­len zum Trin­ken fin­det, das Rad repa­riert und Dein Essen am Lager­feu­er zubereitet.

Übers Rad­wan­dern informieren

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Münster kulturell nur Mittelmaß?

Müns­ter kul­tu­rell nur Mit­tel­maß? Johann Con­rad Schlaun schuf eine ein­zig­ar­ti­ge Archi­tek­tur. Künst­ler kön­nen sich in gro­ßen Ate­liers ent­fal­ten, die sie güns­tig von der Stadt mie­ten kön­nen. Es gibt ein Picas­so-Muse­um, einen der schöns­ten Dome Deutsch­lands. Und alle zehn Jah­re zieht das Skulp­tur-Pro­jekt Besu­cher aus aller Welt an.

Trotz­dem ist Müns­ter mehr durch die Kri­mis Tat­ort und Wils­berg in aller Mun­de. Trotz­dem schaf­fen es sogar wenig attrak­ti­ve Städ­te wie Stutt­gart oder Köln, sich im jähr­li­chen Kul­tur­ran­king der Städ­te vor Müns­ter zu plat­zie­ren. Selbst das klei­ne Bonn! Das Ham­bur­gi­sche Welt­Wirt­schafts­In­sti­tut (HWWI) und die Pri­vat­bank Beren­berg haben gera­de die 30 größ­ten Städ­te Deutsch­lands im Hin­blick auf ihr Kul­tur­le­ben unter­sucht. Das Ergeb­nis des Kul­tur-Städ­te-Ran­kings: Stutt­gart baut sei­nen Vor­sprung wei­ter aus und kann sogar schon zum vier­ten Mal sei­nen Spit­zen­platz als Deutsch­lands Kul­tur­me­tro­po­le Nr. 1 behaup­ten. Auf den Plät­zen fol­gen Dres­den, Ber­lin und Mün­chen. Aber Müns­ter und das Ruhr­ge­biet — Essen war immer­hin Schau­platz der Kul­tur­haupt­stadt 2010 — lan­den in der grau­en Mit­te. Essen belegt hin­ter Müns­ter sogar nur Platz 17.

Natür­lich kann die gute Plat­zie­rung Stutt­garts, Dres­dens und Mün­chens etwas mit deren Grö­ße zu tun haben. Es han­delt sich um Lan­des­haupt­städ­te. Aber es hat auch etwas mit dem Gespräch der Bevöl­ke­rung über Kunst zu tun. Am ver­gan­ge­nen Sams­tag besuch­te der Rei­sen­de Müns­ters neu­es­te Attrak­ti­on — Ger­hard Rich­ter spen­dier­te der Stadt ein Focault­sches Pen­del. Es schwingt jetzt in der Domi­ni­ka­ner­kir­che in der Salz­stra­ße. Um die fünf­zig Besu­cher tra­fen dort inner­halb der 30 Minu­ten ein, um zu medi­tie­ren. Viel zu wenig für eine so schö­ne Instal­la­ti­on ! Am nächs­ten Tag unter­hielt der Rei­sen­de sich mit dem befreun­de­ten Foto­gra­fen Vik­tor Gross. Die­ser, obwohl Kunst auch deut­lich zuge­tan, war bis­her noch nicht ein­mal dort gewe­sen. Er woll­te aber schon immer mal hingehen.

Münsters Kulturamt planlos?

Über­schat­tet wird Kul­tur in Müns­ter seit Jah­ren aller­dings durch Strei­te­rei­en in den Res­sorts Bau­en und Ver­kehr: neu­es Sta­di­on, Neu­ge­stal­tung des Hafen­vier­tels, ver­stopf­te Stra­ßen. Streit unter den Par­tei­en ist grund­sätz­lich posi­tiv zu sehen. Doch hier ist er nicht för­der­lich, indem an des­sen Ende ein Plan zu erken­nen ist; ein gemein­sa­mes Han­deln, um krea­ti­ve Sze­nen an der Basis unab­hän­gig vom Par­tei­en­we­sen schaf­fen. Ver­fügt das Kul­tur­amt über kei­nen Plan?

In Städ­ten wie Aar­hus und Umeå ist das anders. Das merkt man allei­ne beim Lesen der loka­len Pres­se. Dänen und Schwe­den läs­tern und loben. Aber die meis­ten Grup­pie­run­gen in der Stadt­ge­sell­schaft fin­den dann doch zu einem Kon­sens, den sie dann nach außen gemein­sam vertreten.

Dage­gen scheint man es in Müns­ter nicht zu wagen, zu pro­vo­zie­ren, nicht ein­mal, vor­sich­tig zu beur­tei­len. Nur zu wer­ben. Auf solch einer rein deskrip­ti­ven Ebe­ne blei­ben natür­lich Impul­se aus für die Bevöl­ke­rung: damit sie über Kunst spricht. Denn laut Stu­die man­gelt es an der Rezep­ti­on von Kul­tur, nicht aber an der Pro­duk­ti­on. Sieht es viel­leicht so auch im Ruhr­ge­biet aus, dass man nicht über Kunst spricht?

In Skan­di­na­vi­en gibt es offen­bar einen freie­ren Geist der Dis­kus­si­on, einen gemein­sa­men Plan. Hin­ge­gen gibt es hier oft nicht ein­mal eine eige­ne Hand­schrift, an der Kul­tur­schaf­fen­de auf der gan­zen Welt wie­der­zu­er­ken­nen wären.

Münster kulturell nur Mittelmaß? Professor antwortet

Qua­si dar­auf, wenn auch spät, ant­wor­tet jetzt (15. Mai 2021) Dr. Gerd Blum, Pro­fes­sor an der Kunst­aka­de­mie Müns­ter. In einem Gespräch mit den West­fä­li­schen Nach­rich­ten meint er, in Schloss, Kathe­dra­le, Gericht, Kauf­häu­sern, Plät­zen, Schul- und Uni­ver­si­täts­ge­bäu­den einen Mikro­kos­mos vor­zu­fin­den. Dies tref­fe auf vie­le bekann­te Mit­tel- und Groß­städ­te zu. Blum spricht sich für eine Mischung von Kon­sum, Kul­tur und Kir­che aus, die drei Ks. In Müns­ter wer­de dies erreicht, was ein Glücks­fall sei. Woan­ders sehe er durch Coro­na teil­wei­se ver­ram­mel­te Innen­städ­te. Aber man kön­ne noch mehr tun wie zum Bei­spiel auf dem Cam­pus an der Petri­kir­che. Er ver­weist auch auf die Strahl­kraft der Kunst­wer­ke inter­na­tio­na­ler Kunst­wer­ke durch die Skulp­tur-Pro­jek­te. Belebt wer­de eine Stadt nicht durch Was­ser­spie­le oder auf­wen­dig gestal­te­te Mülleimer. 

Blum greift auch die Pro­fa­ni­sie­rung ehe­ma­li­ger Kir­chen auf. Er spricht sich dafür aus, die Denk­mä­ler der Kunst und Kul­tur, wei­ter­hin kul­tu­rell zu nut­zen. So gesche­he es mit der Instal­la­ti­on des Künst­lers Ger­hard Rich­ter in der Domi­ni­ka­ner­kir­che. Er hal­te nichts von gele­gent­lich statt­fin­den­den Mas­sen­ver­an­stal­tun­gen, son­dern erwar­te ein quan­ti­ta­tiv nied­ri­ge­res Niveau. So plä­diert er dafür, Bil­dungs­stät­ten und Biblio­the­ken neu zu bewer­ten statt auf die Strahl­kraft ein­zel­ner Events zu set­zen. Kul­tur gehö­re in die Innen­stadt. Als Bei­spiel nennt er die Mög­lich­keit, die städ­ti­sche Musik­schu­le zu besu­chen, dabei in den Park zu gehen und auch Skulp­tu­ren im Umfeld des Aasees zu betrach­ten. Damit spielt er auf Plä­ne an, den geplan­ten Musik-Cam­pus in der Peri­phe­rie unter­zu­brin­gen. Dort liegt das Uni-Kli­ni­kum. Eine Innen­stadt ver­tra­ge even­tu­ell kei­ne Satel­li­ten. Viel­leicht zeigt Gerd Blum so Wege auf, damit es künf­tig nicht mehr fra­gend heißt: Müns­ter kul­tu­rell nur Mittelmaß?

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Im Herzen Schwedens — Dalarna

“End­lich hat er sich geschnit­ten!” Noch immer erin­ne­re ich mich belus­tigt an den Ruf Nils Wal­lins in der Schnit­ze­rei in Nusnäs am Sil­jan­see. Ein Prak­ti­kant ver­such­te sich gera­de im Schnit­zen eines Dal­ap­ferd­chens. Wal­lin stürm­te in die Küche, um Ver­bands­zeug zu holen. Das Mes­ser wird von oben nach unten geführt, um das Risi­ko einer Ver­let­zung zu minimieren.

Bis heu­te errei­chen mich immer wie­der Grü­ße aus Dalar­na, dem Her­zen Schwe­dens. Vie­le Tra­di­tio­nen wie den berühm­ten Vasa­l­auf in Mora am Sil­jan­see tref­fen Rei­sen­de dort noch heu­te leben­dig an. Kein Wun­der, dass Axel Mun­the, Leib­arzt der Köni­gin, dort ger­ne leb­te und mit Hil­da­sholm eine pracht­vol­le Vil­la errich­ten ließ. Eine ähn­li­che ließ er auch auf Capri errich­ten. Mit Carl Lars­son und Anders Zorn mal­ten in Sund­born und in Mora auch Schwe­dens bekann­tes­te Künstler.

Ich habe für die Frank­fur­ter All­ge­mei­ne Zei­tung die berühm­te Schnit­ze­rei am Sil­jan­see besucht, dort selbst geschnitzt und eine Repor­ta­ge geschrie­ben, die ich kei­nem vor­ent­hal­ten möchte.

Bun­te Blumen

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7. Platz für Benjamin Ingrosso

7. Platz für Ben­ja­min Ingrosso: Ein respek­ta­bler sieb­ter Platz springt für Schwe­den beim Euro­vi­si­on Song Con­test 2018 in Por­tu­gal her­aus. Grat­tis! Herz­li­chen Glückwunsch!

Nicht nur das Lied gefiel dem Rei­sen­den gut, son­dern auch die Aus­wahl der por­tu­gie­si­schen Regi­on im Vor­spann. Gezeigt wird das höchs­te Gebir­ge Por­tu­gals auf dem Fest­land: die Ser­ra da Est­re­la. Sie steht im Zusam­men­hang mit der Land­schaft Nord­schwe­dens. Denn es gibt Par­al­le­len. Schwe­den hat den berühm­ten Berg Keb­ne­kai­se in Norr­bot­ten, Schwe­den­freun­den ist der über 2000 Meter hohe Berg bekannt aus Sel­ma Lager­löfs berühm­ten Werk Nils Hol­gers­son. Er lan­det dort auf der Gans sitzend. 

Por­tu­gal hin­ge­gen bie­tet Pen­has Dou­ra­das. Der Berg ist mit fast 2000 Meter bei­na­he genau­so hoch. Sogar Ski­fah­ren ist daher mög­lich. Im Film mit dem Mes­ser auf­ge­schnit­ten haben die Dar­stel­ler den typi­schen wür­zi­gen Käse der Regi­on — den Quei­jo da Ser­ra da Est­re­la. Er riecht stark, noch stär­ker als der däni­sche Esrom-Käse. Im Kühl­schrank soll­te er gut ein­ge­packt wer­den. Ohne Brot ist er nicht so ein­fach zu genießen.

Sogar Schnee in der Serra da Estrela

In Väs­ter­bot­ten gibt es dafür den berühm­ten mil­den Käse der Regi­on. Die­ser ist bekannt als väs­ter­bot­ten­sost. Ost heißt über­setzt Käse. Die im Film zum Lied gezeig­ten Scha­fe gibt es auch viel zu sehen in Nor­we­gen und Schwe­den. Viel­leicht könn­te man dafür Ren­tie­re im por­tu­gie­si­schen Hoch­ge­bir­ge aus­wil­dern? Kalt genug wird es dort im Win­ter. Die Kup­pen sind manch­mal mit Schnee bedeckt. Sogar Glet­scher gibt es dort. Und das Gebir­ge ist erstaun­lich was­ser­reich. Beim Wan­dern ver­durs­ten muss also nie­mand. Mun­ter plät­schern Flüs­se von dort bis weit in die Tief­ebe­ne Rich­tung Westküste.

Die Pro­du­zen­ten des Sän­gers haben sich also durch­aus etwas gedacht, als sie die Sze­nen aus­wähl­ten. Auch aus die­sem Grund ist der 7. Platz für Ben­ja­min Ingrosso verdient.

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