Extremadura — Heimat der Eroberer

Fran­cis­co Pizar­ro und Hernán Cor­tés — wer kennt sie nicht. Sie haben einen ent­schei­den­den Anteil an Spa­ni­ens Ent­wick­lung zur Groß­macht. Denn bei­de erober­ten Süd­ame­ri­ka. Aber aus wel­cher Regi­on kom­men sie eigent­lich? Die Extre­ma­du­ra ist die Hei­mat der bei­den Erobe­rer, ein auch heu­te immer noch dünn besie­del­ter Lan­des­teil. Hier leben gera­de mal eine Mil­li­on Men­schen. In der Haupt­stadt Méri­da spa­zier­te der Rei­sen­de ahnungs­los ins Par­la­ment. Dies hielt er anfäng­lich für ein Muse­um, bis sich ihm ein freund­li­cher Poli­zist in den Weg stell­te. Mit dem Wäch­ter unter­hielt er sich erst ein­mal über das Par­la­ment, die Schön­heit der Stadt und poli­zei­li­che Auf­ga­ben. So beschei­den liegt das Gebäu­de, ein ehe­ma­li­ges Hos­pi­tal, mit­ten in der Alt­stadt, dass man es nicht ein­mal regis­triert. Ähn­lich auch der Regie­rungs­sitz, nur weni­ge hun­dert Meter wei­ter. Dort wird der Ein­gang des ehe­ma­li­gen Kon­vents immer­hin noch mit einer Schleu­se bewacht. Méri­da, Cáce­res und Pla­sen­cia sind rich­ti­ge Städ­te und noch schö­ne dazu. Sie lie­gen am Jakobs­pil­ger­weg: der “Via de la Pla­ta”.

Echte Perlen in der Heimat der Eroberer

Aber die Orte Tru­ji­l­lo und Medel­lín hin­ge­gen sind Nes­ter, von hoch gele­ge­nen Bur­gen auf Hügeln domi­niert. Sie lie­gen auf dem fla­chen kar­gen Land. Vor 500 Jah­ren war es bestimmt nicht anders in der Extre­ma­du­ra, der Hei­mat der Erobe­rer. Im Som­mer heiß, jetzt im Win­ter nachts rich­tig kalt. Als der Rei­sen­de kürz­lich mor­gens Méri­da ver­ließ, lag Rau­reif auf dem Rasen. Jetzt befin­det er sich noch ein­mal 50 Kilo­me­ter wei­ter in Zaf­ra. Sevil­la ist nur noch 150 ent­fernt. Aber es ist immer noch frisch. Heu­te waren es im Schat­ten nur zwölf Grad. 

Aber auch hier in Zaf­ra ist es wie­der so hübsch wie in den Städ­ten zuvor. Heu­te fand er den wohl schöns­ten Wasch­platz der Ibe­ri­schen Halb­in­sel und die wohl schöns­te Apo­the­ke. Nach den Adels­hö­fen in Pla­sen­cia und Cáce­res, dem anti­ken Thea­ter und Mosai­ken in Cáce­res und Méri­da, den Bur­gen und Stadt­plät­zen in Tru­ji­l­lo und Medel­lín füllt sich das Foto­al­bum wei­ter mit deko­ra­ti­ven Moti­ven. Und wei­te­re schö­ne Moti­ve war­ten noch. Denn nun beginnt die Rei­se ab der Gren­ze von Anda­lu­si­en zurück in gol­de­ne Zei­ten.

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Am Drehort von Game of Thrones

Am Dreh­ort von Game of Thro­nes: Der Rei­sen­de ließ es sich am Neu­jahrs­tag nicht neh­men, einen wich­ti­gen Schau­platz der US-Serie Game of Thro­nes — Jue­go de Tro­nos — zu besu­chen. Die schö­ne Fels­land­schaft liegt gut 20 Kilo­me­ter von Cáce­res entfernt. 

Da zu ver­mu­ten war, dass heu­te Muse­en und Geschäf­te geschlos­sen sein wür­den, radel­te Durch­strei­fen & Erle­ben knapp über eine Stun­de zum Schau­platz. Lei­der geht es die gan­ze Zeit an einer Schnell­stra­ße ent­lang. Die­se war aller­dings am Fei­er­tag nicht son­der­lich belebt. Dies trifft aber auch auf vie­le ande­re Stra­ßen im Lan­des­in­ne­ren zu. Die meis­ten las­sen sich ohne Pro­ble­me befah­ren. Spa­ni­en ist in vie­len Regio­nen dünn besie­delt. Die meis­ten Men­schen leben in gro­ßen Städ­ten und deren Speckgürtel.

Die Land­schaft Los Bar­rue­cos besticht durch ihre kar­ge Wei­te mit ver­streut lie­gen­den rie­si­gen Gra­nit­fel­sen. Es ist ziem­lich flach, so dass man schnell vor­an kommt. Ein­zi­ges Hin­der­nis auf dem Weg von Kas­ti­li­en-León in die Extre­ma­du­ra ist die Sier­ra de Fran­cia, die sich der Autor für eine ande­re Rad­rei­se vor­ge­nom­men hat. Am höchs­ten Punkt ist das Gebir­ge immer­hin 1735 Meter hoch. Dies trifft aber auch auf die Sier­ra de Gre­dos zu. Da es aber zur­zeit viel in den Gebir­gen reg­net, ver­zich­tet der Rei­sen­de in die­sen Tagen darauf.

Und mit der größ­ten Weiß­storch-Kolo­nie Euro­pas im Natur­park Los Bar­rue­cos weist die Extre­ma­du­ra noch einen drit­ten Höhe­punkt auf. Die Prä­senz Meis­ter Ade­bars ist in den meis­ten Orten deut­lich zu hören. Von jedem höhe­ren Ort wie Kirch­tür­men oder alten Fabrik­schorn­stei­nen ist sein Geklap­per zu hören.

Filmisch überarbeitete Landschaft

In Los Bar­rue­cos dreh­te ein Film­team einen Teil der sieb­ten Staf­fel an einem Tüm­pel und in der nahen Stadt Cáce­res. Bevor der Rei­sen­de am Dreh­ort von Game of Thro­nes ein­traf, besuch­te das Dorf Mal­part­ida de Cáce­res. Im Ort traf er vor einem Café wei­te­re Fei­er­tags­be­su­cher an. Von denen waren eini­ge auch eini­ge am nur weni­ge Minu­ten ent­fern­ten Dreh­ort wie­der anzu­tref­fen. Man kann dort rich­tig schön spa­zie­ren gehen. Belebt wird die Gegend nicht nur durch Men­schen und Stör­che, son­dern auch durch wei­den­de Kühe. Und es gibt nicht nur einen Tüm­pel, son­dern meh­re­re, in denen sich die Fel­sen spiegeln.

An den umlie­gen­den Info-Tafeln ist deut­lich zu erken­nen, dass der Film-Pro­du­zent deut­lich die Land­schaft ver­än­der­te. Die Fel­sen erschei­nen im Film deut­lich höher. Die Land­schaft wirkt wei­ter, fast schon ame­ri­ka­ni­siert wie in alten Western.

Euch allen ein fro­hes neu­es Jahr! Und bis dem­nächst in der Hei­mat der spa­ni­schen Erobe­rer Hernán Cor­tés und Fran­cis­co Pizar­ro. Die Fels­land­schaft von “Game of Thro­ne” wird noch lan­ge in Erin­ne­rung bleiben.

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Frohe Weihnachten aus Spanien!

Fro­he Weih­nach­ten aus Spa­ni­en! Euch allen wünscht der Rei­sen­de ein geseg­ne­tes Fest. Hier in Pla­sen­cia am Jakobs­weg “Via de la pla­ta” gehen die Men­schen heu­te Abend her­aus zum Fei­ern. Auch mal etwas Neu­es, wenn man Weih­nach­ten zum ers­ten Mal nicht bei den Eltern, son­dern in der Extre­ma­du­ra ver­bringt. Da die Stadt leb­haft ist, fällt das Allein­sein nicht schwer. Die Restau­rants sind offen. Vie­le jun­ge Leu­te strei­fen durch die Klein­stadt, fei­ern an Steh­ti­schen. Daher ähnelt die Atmo­sphä­re ein wenig dem Sil­ves­ter­abend bei uns. Selbst am ers­ten Weih­nachts­tag sind Restau­rants offen. Ganz anders als in Deutsch­land, wo fast jeg­li­ches Leben erstarrt.

Es ist kaum zu glau­ben, was nur 1,5 Jah­re spä­ter gut 60 Kilo­me­ter nörd­lich hier pas­sie­ren wird. Auf der Fahrt von Sala­man­ca nach Pla­sen­cia genoss der Rei­sen­de noch den Anblick der Sier­ra de Fran­cia. Es erhebt sich majes­tä­tisch aus der ansons­ten fla­chen Land­schaft. Dabei nahm er sich schon fest vor, auch die­ses Gebiet eines Tages zu durch­strei­fen und zu erle­ben. Es gibt hier vie­le Eichen­wäl­der, in denen Bau­ern Schwei­ne hal­ten. Die­se sind sehr scheu und flüch­ten blitz­ar­tig, sobald sie den Rad­wan­de­rer sehen. Um den 20. Mai 2023 wird hier ein gro­ßer Brand bei Las Hur­des aus­bre­chen. Als Ursa­che ver­mu­tet wird Brand­stif­tung. 700 Ein­woh­ner müs­sen dann eva­ku­iert wer­den. Ein Alb­traum! Die Flam­men schla­gen meter­hoch. 7500 Hekt­ar Wald wer­den ver­nich­tet werden.

Hin­ter Pla­sen­cia fährt der Bike­pa­cker nach den Weih­nachts­ta­gen auf dem weit­ge­hend fla­chen Land wei­ter Rich­tung Cáce­res. Auf­ge­löst ist hier auch nach gut 3000 Kilo­me­tern auf der Ibe­ri­schen Halb­in­sel end­lich, woher all die klei­nen Hol­gers stam­men — aus der far­bi­gen und idyl­lisch gele­ge­nen Klein­stadt Hol­guera. Auf dem Kirch­turm des wehr­haft aus­se­hen­den Sakral­baus befin­den sich allein drei Stor­chen­nes­ter. Das Geklap­per der gro­ßen Vögel ist schon von wei­tem zu hören. In fast jeder Stadt und jedem Dorf befin­den sich Stor­chen­nes­ter. Ein wohl­tu­en­des Natur­er­leb­nis. Und ein schö­nes Geschenk. Fro­he Weih­nach­ten aus Spanien!

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Nach 500 Kilometern Radeln erste Stadt

Nach 500 Kilo­me­tern Radeln ers­te Stadt: Mehr als 500 Kilo­me­ter lie­gen jetzt hin­ter dem Rei­sen­den, seit­dem er Por­to ver­las­sen hat. Heu­te Nach­mit­tag ist er in Zamo­ra ein­ge­trof­fen — in Casti­lia y León also. Sie ist eine sei­ner Lieb­lings­städ­te auf sei­ner Rund­rei­se auf der Ibe­ri­schen Halb­in­sel. Von nun an geht es auf der Via de la Pla­ta in Rich­tung Sevilla. 

Shop­ping — ein längst nicht mehr bekann­tes Erleb­nis. Coim­bra und Por­to waren auf nun 2200 Kilo­me­tern ab Faro die ein­zi­gen wirk­li­chen Städ­te. Zehn Wochen hat der Rei­sen­de fast nur auf dem Land, in Klein­städ­ten und Dör­fern ver­bracht. Por­to und Zamo­ra ver­bin­det der Rio Dou­ro. Die­ser ent­springt in der Gegend von Soria.

Mode, Par­füm, Mobil­funk — welch ein Kon­trast zu den Unmen­gen an Bar­bie­ren und Fri­seu­ren, Bars und Cafés in den Klein­städ­ten in Por­tu­gal. Heu­te hät­te der Rei­sen­de mal Zeit für einen Besuch beim Fri­seur gehabt. Aber er fand in der Alt­stadt nur ein Nagel­stu­dio. Das wäre viel­leicht auch mal ange­bracht, nach­dem der Rad­ler ges­tern fünf Löcher eines Schlau­ches ver­sie­gelt hat­te. Die Sta­cheln einer Pflan­ze hat­ten sich hin­ein­ge­bohrt. Öl ist noch immer auf der Haut zu sehen. Zwei Nägel bra­chen etwas ab, not­dürf­tig mit dem Taschen­mes­ser in Form gebracht. Aber es fand sich ein­fach kein Friseur.

Einkaufen ist nach 500 Kilometern Radeln mal wieder ein Erlebnis

Und was kauf­te der Rei­sen­de in der rie­si­gen Stadt? Größ­te Inves­ti­ti­on war bis­her in Por­to ein neu­er Hin­ter­rei­fen. Sta­cheln hält der aller­dings nicht stand. Heu­te folg­te eine … Han­dy­hül­le. Eine rote wähl­te die Ver­käu­fe­rin für ihn aus. Die­se hielt nur weni­ge Wochen, wie auch eine spä­te­re in einem indi­schen Laden an der Algar­ve. Fin­ger davon: Daher soll­te man sich bes­ser eine neue vor einer Rei­se im eige­nen Land kau­fen. Die meis­ten Läden mit Smart­phone-Asses­soires ver­kau­fen nur Bil­lig­wa­re. Sie frag­te dann auch noch nach dem Smart­phone-Modell. Völ­li­ge Über­for­de­rung beim Ver­kaufs­ge­spräch. Nach neun Wochen Unter­hal­tung auf Por­tu­gie­sisch folgt nun eine auf Spa­nisch. Dank ihrer freund­li­chen Anlei­tung fand der Rei­sen­de dann noch her­aus, wel­ches Modell er seit acht Jah­ren sein eigen nennt. Ver­bun­den mit einem Rabatt hät­te er noch Ohr­hö­rer dazu­kau­fen kön­nen. Er emp­fahl ihr aber statt­des­sen sei­ne eige­nen. Nach etwas Nach­den­ken fand sie es wit­zig, dass der Kun­de das Gespräch dre­hen wollte.

In der Menge treiben lassen

Dann ließ er sich wie­der drau­ßen mit der Men­ge trei­ben. Men­ge ist gut gesagt, ange­sichts der viel­leicht 100 Leu­te auf der Ein­kaufs­stra­ße. Aber ver­gli­chen mit den ein­zel­nen Pas­san­ten, die er in den Vor­wo­chen gese­hen hat­te, ist das viel. In Cafés und Bars saß er meis­tens nur mit drei oder vier Leu­ten zusam­men im Raum. In Covid-Zei­ten ist das aber auch nicht ganz verkehrt.

Zamo­ra ähnelt einem Stadt­teil Madrids. Vorm Hotel liegt die Sevil­la-Bar. Vor die­ser spie­len ein Gitar­rist und ein Sän­ger spa­ni­sche Klas­si­ker. Eine per­fek­te Ein­stim­mung auf die bevor­ste­hen­de Rad­rei­se Rich­tung Sevil­la auf dem Jakobs­weg. Vorm Hotel liegt auch eine Tapas­bar. Zum Zen­trum gehö­ren Muse­en und ein Thea­ter. Und es gibt eine schö­ne Burg, hoch über der beein­dru­cken­den Land­schaft. Von ihr wirft der Rei­sen­de einen weh­mü­ti­gen Blick zurück auf die zurück­lie­gen­den Wochen am Rio Dou­ro. Das ist pures Bike-Pack­ing. Und nach 500 Kilo­me­tern Radeln war sogar das unge­lieb­te Ein­kau­fen in der ers­ten Stadt ein Erlebnis.

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Die Serra de Montemuro bezwungen

Die Ser­ra de Mon­tem­u­ro bezwun­gen: Stern­ge­bir­ge, Berg­mau­er­ge­bir­ge — so man­ches por­tu­gie­si­sche Mas­siv klingt ziem­lich male­risch. Das Stern­ge­bir­ge ist nach sei­ner Form benannt. Türmt sich die Ser­ra de Mon­tem­u­ro im Alto Dou­ro wie eine Bar­rie­re vor dem rei­sen­den Moun­tain­bi­ker auf?

Ein Restau­rant­be­sit­zer vor den Toren der Stadt Cin­fães befürch­tet dies sicht­lich. Kaum hat er vom Plan gehört, schaut er so drein, als hät­te der Rei­sen­de ihm erzählt, er woll­te es Rein­hold Mess­ner gleich­tun und ohne Sau­er­stoff­ge­rät den Mount Ever­est bezwingen. 

Der Mann wirft einen fra­gen­den Blick in die Run­de sei­ner Gäs­te auf der Ter­ras­se. Die­se lächeln amü­siert. Dann tritt er vor, schwenkt sei­nen Arm im Halb­kreis über die vor ihm lie­gen­de Gebirgs­ket­te. Sein Fin­ger zeigt auf ein weiß schim­mern­des Dorf in der Fer­ne. “Dort musst du hin. Die ers­ten zwei Kilo­me­ter sind eben. Dann geht es zehn Kilo­me­ter auf­wärts und danach sechs Kilo­me­ter run­ter. Dann wie­der drei Kilo­me­ter nach oben.” Er schaut wie­der in die Run­de. “Er ist das gewohnt.” Das stimmt schon nach zwei Mona­ten in den hohen Ber­gen Por­tu­gals. Aber Mie­ne und Ges­tik des Man­nes las­sen Zwei­fel auf­kom­men. “Du hast gera­de so geguckt, als wäre all das nicht zu schaf­fen.” — “Doch, das geht!”

Das Abenteuer in der Serra de Montemuro beginnt

Also los! Ener­gie ist dank saf­ti­ger Bein­schei­be, Reis und Frit­ten reich­lich vor­han­den. Die ers­ten zwei Kilo­me­ter ist es wirk­lich eben. Lus­tig plät­schert ein Bach an Was­ser­müh­len ent­lang ins Tal. Das weckt die Lust auf das Aben­teu­er. Aber eine Frau am Weges­rand schüt­telt den Kopf. Das kann ja hei­ter wer­den! Links liegt nach kur­zer Zeit ein ers­tes Dorf auf einer Höhe. Aber das zwei­te mit einem gelb auf­leuch­ten­den Haus ist ent­schei­dend. Denn dort soll es vor dem letz­ten Auf­stieg hingehen.

Fla­che Stü­cke kom­men nicht mehr. Mäch­ti­ge run­de Fel­sen, geschlif­fen vom Was­ser der Eis­zeit, säu­men den Weg. Ab und zu kommt ein Auto vor­bei. Die Ser­pen­ti­nen erlau­ben, her­an­na­hen­de Fahr­zeu­ge hin­ter einem zu sehen und auch schon lan­ge vor­her zu hören. 

Irgend­wann ist auch die Höhe des zwei­ten Dor­fes erreicht. Aber noch immer liegt es auf der ande­ren Sei­te des lan­gen schma­len Tals.

Überwältigend: Blick auf 1216 Metern Höhe

Dann sind wenigs­tens die Por­tas de Mon­tem­u­ro ereicht. Ein über­wäl­ti­gen­der Blick auf 1216 Metern Höhe! Bis zur 122 Kilo­me­ter ent­fern­ten Ser­ra da Est­re­la im Cen­tro de Por­tu­gal kann man von hier aus sehen. Die­se ist fast 2000 Meter hoch. 

Wan­der­we­ge füh­ren über die Por­tas in die umlie­gen­den Täler. Die Stra­ße her­un­ter wür­de nach Viseu füh­ren. Die Atmo­sphä­re hier erin­nert an die Pedras Leva­das in der Est­re­la. Es gibt dort nur die in die Tie­fe füh­ren­de Stra­ße vor und hin­ter einem. 

Aber es gibt hier noch einen höher füh­ren­den Wan­der­weg — bis auf 1338 Meter. Der Stra­ßen­chef von Cin­fães ist zufäl­lig gera­de im Restau­rant Est­re­la da Ser­ra anwe­send. Er ist so nett, den Ver­lauf der fünf Kilo­me­ter lan­gen Stre­cke zu erklä­ren. Die­se füh­re wirk­lich wie vom Navi ange­ge­ben zur Unter­kunft in Gral­hei­ra, ver­si­chert er.

Burgen und Heimstätten für Grabunholde 

Nach Kaf­fee und Snack schiebt der Rei­sen­de sein Fahr­rad gut einen Kilo­me­ter steil auf­wärts. Gewal­ti­ge Fel­sen lie­gen auch hier. Man­che von ihnen bil­den Bur­gen und Heim­stät­ten für Grab­un­hol­de. “Die Stra­ße glei­tet fort und fort…” Es wäre so ein­fach gewe­sen, hät­te das Navi nicht plötz­lich eine Abzwei­gung ange­zeigt. Der zunächst noch brei­te Weg ver­än­dert sich zu einem Pfad, wird dann holp­rig mit Löchern, gro­ben Stei­nen, ver­brann­ter Erde. Fah­ren geht nicht mehr. Unten lodert aber ein gewal­ti­ges Feu­er. Zivilisation!!! 

Dann das dicke Ende in der Däm­me­rung: Dicke Stei­ne ver­sper­ren den Weg. Das Rad rutscht weg. 23 Kilo Gepäck auf einem Gebirgs­pfad kön­nen ver­dammt schwer wer­den. “Ver­giss die Hüt­te! Schla­ge hier das Zelt auf”, sagt eine inne­re Stim­me. Doch mit letz­ter Kraft drückt der Rei­sen­de das Rad rauf. Der brei­te Wan­der­weg und die Wind­rä­der sind doch noch erreicht. Der Voll­mond beleuch­tet den Schot­ter­weg. Die Lich­ter des Dor­fes leuch­ten nach zwei Bie­gun­gen auf. Es folgt noch eine Kur­ve. Die Casa das Mon­tan­has in Gral­hei­ra ist erreicht. Und die Ser­ra de Mon­tem­u­ro ist zum größ­ten Teil bezwun­gen. Es geht abwärts wei­ter am Rio Dou­ro ent­lang Rich­tung Zamora.

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1555 Kilometer von Faro bis Porto

1555 Kilo­me­ter von Faro bis Por­to: Die Via Algar­vi­a­na, die Rota Vicen­ti­na und der Camin­ho Por­tu­guês lie­gen hin­ter dem Rei­sen­den. Von Faro bis Por­to war er über sechs Wochen mit dem Fahr­rad unterwegs. 

Von die­sen drei Stre­cken war vor allem der Jakobs­weg wie auf ihn zuge­schnit­ten. Zu gut neun­zig Pro­zent ist er auf ihm gefah­ren. Denn die Stei­gun­gen waren auch mit 23 Kilo­gramm Gepäck viel leich­ter zu bewäl­ti­gen als die Via Algar­vi­a­na oder die Rota Vicen­ti­na. Mehr als einen Kilo­me­ter muss­te er nie schie­ben, meis­tens nur 50 bis 100 Meter. Und die Räder san­ken auch nicht so tief in Sand ein wie auf den eher für Wan­de­rer oder Rad­ler mit Day­pack geeig­ne­ten Stre­cken. Schie­ben ließ sich aber nicht immer vermeiden.

Dreimal in der Werkstatt

Und Repa­ra­tu­ren auch nicht: Zwei­mal muss­te der Rei­sen­de auf 1555 Kilo­me­tern von Faro bis Por­to Schläu­che tau­schen. Da das Rad der Pan­de­mie wegen gut 1,5 Jah­re nur im Haus­flur stand, alter­te das Gum­mi stark. Nur so kön­nen die Löcher, nur so kann das ges­tern raus­ge­sprun­ge­ne Ven­til erklärt wer­den. In Por­to wech­sel­te er vor­ges­tern auch den Hin­ter­rei­fen aus. Er war abge­fah­ren und wies win­zi­ge Löcher aus. Eher als in Por­to bot sich der Aus­tausch nicht wirk­lich an. Rad­ge­schäf­te sind in Por­tu­gal dünn gesät. In Sant­a­rém und in Coim­bra sah der Rei­sen­de die ers­ten seit län­ge­rer Zeit. Mecha­ni­ker in Por­tu­gal und Spa­ni­en repa­rie­ren oft kos­ten­los Räder. So ver­pass­te der Mecha­ni­ker der Ket­te sogar ein regel­rech­tes Ölbad. Er wei­ger­te sich aber, die­se zu rei­ni­gen, weil dies nicht gut sei. Da sie jetzt im Öl schwimmt, sind Por­tos stei­le Gas­sen kaum noch ein Hindernis.

Pilger sind 1555 Kilometer von Faro bis Porto gern gesehen

Obwohl es durch­aus Geg­ner des Jakobs­we­ges gibt wegen des damit ver­bun­de­nen Kom­mer­zes, ist der Rei­sen­de ein gro­ßer Anhän­ger. Zum einen liegt es dar­an, dass es auf der Stre­cke ein gutes Ange­bot an Muse­en, Restau­rants und Unter­künf­ten gibt. Zum ande­ren sind Pil­ger hier gern gese­hen. Nicht alle wer­fen einem freund­li­che Bli­cke zu. Dro­hend hielt ein Bau­er in Rich­tung des Rei­sen­den, weil er ste­hen­ge­blie­ben war. Denn er konn­te sich dem Schau­spiel der Oli­ven­ern­te nicht ent­zie­hen. Wenn Ehe­paa­re und Fami­li­en ihre Net­ze auf den Hai­nen aus­le­gen, die sau­ren Früch­te her­un­ter­rüt­teln oder ‑schla­gen, belebt dies unge­mein die Strecken. 

Wor­auf es dabei ankommt, beschreibt der Rei­sen­de im Rad- und Kul­tur­rei­se­füh­rer über die Ser­ra da Est­re­la. Auf der Rad­rei­se durchs Cen­tro de Por­tu­gal besuch­te er einen Hof im Berg­dorf Trin­ta. Er woll­te sich die­ses Spek­ta­kel nicht ent­ge­hen las­sen. Er hat­te das Glück, dass die Arbei­ter Anfän­ger waren und ihnen die Tech­ni­ken Schritt für Schritt erklärt wer­den muss­ten. Wie das Leben dort vor über 500 Jah­ren ablief, beschreibt der berühm­te Renais­sance-Dich­ter Gil Vicen­te in sei­ner “Tra­gi­ko­mö­die der Ser­ra da Est­re­la” ein­drucks­voll.

Verbunden mit Land und Leuten

Aber die meis­ten Men­schen reagie­ren freund­lich. Sie beob­ach­ten offen­bar ger­ne Pil­ger von Gär­ten oder Vor­gär­ten aus, wenn die­se durch ihre Regi­on zie­hen. Sobald sie mer­ken, dass sie nicht wei­ter­wis­sen, wei­sen sie ges­ten­reich oder rufend die wei­te­re Rich­tung an. 

So fühlt sich der Rei­sen­de der Bevöl­ke­rung ver­bun­den und nicht zuletzt den Pil­gern selbst. Noch vor weni­gen Tagen wan­der­te der Rei­sen­de zusam­men mit Klaus aus Lünen und Sofia aus Leip­zig, als er den Wall­fahrts­ort Fáti­ma ver­las­sen hat­te. Dass er über­haupt mit bei­den wan­der­te, lag dar­an, dass er auf stei­ni­gen und stei­len Etap­pen nicht wirk­lich schnel­ler war. Und dank des Rades such­te er rings­um inter­es­san­te Zie­le auf, um die por­tu­gie­si­sche Kul­tur bes­ser ken­nen­zu­ler­nen. Die meis­ten Wan­de­rer ver­mei­den dies hier oder nut­zen Bus und Taxi, um etwa die berühm­ten hohen Wel­len von Naza­ré zu sehen. So trifft der Rei­sen­de eini­ge Pil­ger öfter mal wieder.

Faszinierende Gartenkultur in Porto

Allein hier in Por­to, wo er sich seit fünf Tagen auf­hält, fas­zi­niert ihn zum Bei­spiel die Gar­ten­kul­tur. Er kennt kaum eine ande­re Stadt in Euro­pa, die der­art krea­tiv mit ihren Grün­flä­chen umgeht. Von denen gibt es vie­le hier. Den Bota­ni­schen Gar­ten ver­wan­del­ten sie in eine Magi­schen Gar­ten. Ges­tern Abend zeug­te eine lan­ge Schlan­ge vom Inter­es­se, das Schau­spiel illu­mi­nier­ter Figu­ren mit­zu­ver­fol­gen. Künst­li­che Pflan­zen erleuch­ten von innen. Ein Tiger erwacht zu Leben wie auch Stein­bö­cke und Kame­le unter ägyp­ti­schen Göt­tern. Selbst ein Stück Chi­na hat man hier auf­ge­baut. Und dem Reiz des Ser­ral­ves-Parks kann sich der Rei­sen­de auch nicht ent­zie­hen. Wor­an das liegt? Dies steht in einer der nächs­ten Repor­ta­gen und auch im künf­ti­gen “Kul­tur­rei­se­füh­rer Por­to”. Jetzt aber geht es erst­mal wei­ter am Rio Dou­ro ent­lang in Rich­tung Ser­ra de Mon­tem­u­ro.

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Friedlich leben am Caminho

Fried­lich leben am Camin­ho Por­tu­guês: Zum ers­ten Mal auf die­ser Tour schläft der Rei­sen­de in einer Pil­ger­her­ber­ge. Es ist gera­de­zu Luxus. Denn es han­delt sich um eine frisch reno­vier­te Quin­ta in Cor­ti­ça zwi­schen Tomar und Coim­bra. Die Küche sieht noch nagel­neu aus. Der drit­te Tour-Abschnitt hat vor weni­gen Tagen mit dem Camin­ho Por­tu­guês begon­nen. Die­ser führt von Lis­sa­bon aus nach Sant­ia­go de Com­pos­te­la. Die Via Algar­vi­a­na ist zur Hälf­te abge­schlos­sen, die Rota Vicen­ti­na ganz. Mit Pil­ger Klaus aus Lünen, der eigent­lich Seg­ler ist, teilt er sich heu­te Nacht die Her­ber­ge. Jeder ver­fügt über sei­nen eige­nen Schlaf­saal. Eher zufäl­lig ist der Rei­sen­de hier gelan­det. An sich soll­te es noch etwas wei­ter gehen als 44 Kilo­me­ter mit 1100 Höhenmetern.

Beeindruckender Steinzeit-Fund

Aber in der Nähe lie­gen zwei gut erhal­te­ne Grä­ber aus der Jung­stein­zeit idyl­lisch am Ran­de eines Oli­ven­hains. Auf Hai­nen wie die­sen ist aktu­ell ordent­lich Bewe­gung zu sehen. Um die Dör­fer her­um ern­ten älte­re Men­schen und Fami­li­en die Oli­ven. Als der Rei­sen­de gera­de zu den Grä­bern radel­te, kam ihm ein voll bela­de­ner Trans­por­ter vom Feld ent­ge­gen mit blau-schwar­zen Früch­ten. Die Stein­zeit­men­schen hier aßen sicher auch Oli­ven. In die­sen Grä­bern fan­den Archäo­lo­gen aber auch Res­te von Kanin­chen, Hasen, Füch­sen, Scha­fen, Schwei­nen und sogar eines Zebras. Bei­gesetzt wur­den Frau­en wie Män­ner — 30 bis 50. Deck­stei­ne sind lei­der nicht mehr vor­han­den. Aber Grab­kam­mern und Kor­ri­do­re sind noch immer gut zu erkennen.

Ein beein­dru­cken­der Fund in einer Gegend mit freund­li­chen Men­schen. In Sant­a­rém woll­te der Betrei­ber eines Cafés dem Rad­ler sei­ne Mini-Luft­pum­pe schen­ken. Im Wall­fahrts­ort Fáti­ma eil­te eine Kun­din im Super­markt her­bei und hob die zu Boden gefal­le­ne Müs­li-Packung für ihn auf. Der Laden­auf­se­her trug ihm ver­ges­se­ne Waren nach zum Parkplatz.

Mentalität ändert sich

Ab Sant­a­rém wer­den die Ein­woh­ner wei­cher. Die Här­te der Men­schen in Algar­ve und dem süd­li­chen Alen­te­jo lässt spür­bar nach, die man wohl als mau­ri­sches Erbe bezeich­nen kann. Der oder die Ein­zel­ne muss sich durch­set­zen. Nur dann gilt Mann oder Frau als etwas. In Tomar hin­ge­gen trau­ten sich Auto­fah­rer nicht ein­mal, über einen Zebra­strei­fen zu fah­ren, als der Rei­sen­de dort aus­ruh­te. Ihnen zu Gefal­len ging er her­über, sonst stün­den alle Betei­lig­ten viel­leicht jetzt noch dort. Viel­leicht liegt es am Ein­fluss des Frie­dens­en­gels aus Fáti­ma. Nun geht es wei­ter Rich­tung Por­to. Ver­bun­den mit der Hoff­nung, dass es wei­ter mög­lich ist, fried­lich am Camin­ho Por­tu­guês zu leben. Im Sin­ne Fátimas.

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Mit dem Rad auf der Rota Vicentina

Mit dem Rad auf der Rota Vicen­ti­na: Etwas vom Kurs abge­kom­men ist der Rei­sen­de. Er befin­det sich jetzt auf der Rota Vicen­ti­na in Alje­zur nahe Lagos. Daher sieht er hier nach vie­len Renn­rad­fah­rern ers­te Wan­de­rer. Auf der Via Algar­vi­a­na hat er nie jeman­den gese­hen. Offen­bar ver­mark­ten die Tou­ris­ti­ker in Faro die Stre­cke schlecht. Wenn man so demo­ti­viert ist, ist das kein Wunder.

Die Kraft nimmt durch eine Woche Auf­ent­halt deut­lich zu. Selbst die Wan­de­rung auf den Mon­te Fóia in Mon­chi­que war nur ein Klacks wie gera­de auch der Weg zur hoch gele­ge­nen Burg in Alje­zur. In der Alt­stadt sind wie schon in den Städ­ten zuvor hübsch her­aus­ge­putz­te wie ver­fal­le­ne Häu­ser zu sehen. Respekt vor Nach­barn und Tages­tou­ris­ten scheint nicht vor­han­den zu sein. Denn viel Kot liegt auf den Gas­sen. Selbst die Muse­en sind geschlos­sen wie lei­der auch das eines bekann­ten Künstlers.

Blühende Landschaft verfiel wie Tolkiens Seestadt

Wer dann die Schwär­me­rei auf der Info­ta­fel liest, mag an Tol­ki­ens See­stadt den­ken. Nach der Ver­trei­bung der Zwer­ge durch den Dra­chen Smaug ver­fiel die Stadt zuse­hends. Hier war es der ver­sie­gen­de Fluss, der die Stadt vom See­han­del blü­hen­de nach Flan­dern hin abschnitt. Heu­te ist der Fluss nur noch ein kläg­li­ches Rinn­sal. Es wird so beschrie­ben, als sei die Stadt erst nach der Ver­trei­bung der Mau­ren auf­ge­blüht. Ob das so stimmt, wird noch recherchiert. 

Ab Alje­zur wer­den die Men­schen deut­lich ent­spann­ter. Im Hotel half eine Mit­ar­bei­te­rin mit zwei neu­en Schläu­chen wei­ter. Denn bei der Abfahrt erwies sich der alte als porös. Nach über­stan­de­nem Plat­ten ergab sich neu­er Schwung bis nach Sagres, wo der Rei­sen­de das Rad mit ins Appar­te­ment neh­men konn­te. Ein ange­neh­mes Ange­bot, erspart es einem doch die Schlep­pe­rei von 23 Kilo Gepäck. Dafür weht einem im Süden Por­tu­gals hef­ti­ger Wind um die Ohren. Daher ent­ste­hen hohe Wel­len, über die sich Wel­len­rei­ter freu­en. Den Jubel trägt der Wind sogar die Steil­küs­te her­auf bis zum Tor­re de Aspa nahe Vila do Bispo. 

Mit dem Rad auf der Rota Vicentina

Dort befin­det sich der Rei­sen­de end­gül­tig auf der Rota Vicen­ti­na. Die­se führt von Sagres bis Sétu­bal, ist ein Wan­der­weg. Die­ser bedeu­tet für Rad­wan­de­rer mit viel Gepäck eine sehr gro­ße Her­aus­for­de­rung, ist nur in Tei­len dafür zu emp­feh­len. Allein die Schie­be­rei ist eine Tor­tur. Wer sich das aus­ge­dacht hat? 

Schlimm soll die Eco­via in Algar­ve von Aya­mon­te bis Lagos und Por­timão sein. Von den Rad­lern, die dort unter­wegs sind, hört er nur Schlech­tes über viel Ver­kehr und tou­ris­ti­sche Hoch­bur­gen. In Faro wird sie hin­ge­gen von dor­ti­gen Tou­ris­ti­kern hoch gelobt, was jeder selbst auf einem Schild unter­halb der Burg lesen kann.

Der Rei­sen­de hat eine viel schö­ne­re Rou­te aus Via und Rota “zusam­men­ge­bas­telt”. Die­se beruht auf lang­jäh­ri­ger Rad­ler-Erfah­rung auf Euro­pas Stra­ßen. Strand­ab­schnit­te wie der Pra­ia de Ode­ce­i­xe zum Bei­spiel berei­ten mehr Spaß. Der Weg ähnelt eher den gut zu bestrei­ten­den Jakobs­we­gen in Spa­ni­en. Mit­tel- bis lang­fris­tig stellt er sie Rei­sen­den auf dem Rad in einem Rei­se­füh­rer vor. Aber in weni­gen Tagen steht erst­mal der Camin­ho Por­tu­guês bevor.

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Radeln auf der Via Algarviana

Radeln auf der Via Algar­vi­a­na: End­lich macht der Rei­sen­de wie­der das, wonach er sich lan­ge gesehnt hat­te: Er ist mit dem Moun­tain­bike im Berg­dorf Salir ange­kom­men. Er hört jetzt Gril­len zir­pen. Zuvor durch­streif­te und erleb­te er Loulé. Ein iri­scher Koch bezahl­te dort heim­lich sei­nen Waf­fel- und Crois­sant-Tel­ler. Dahin­ter kamen schon über­ra­schend früh ein­sa­me Stre­cken. Aber es ist sehr warm.

Der Weg bis Alte ist hübsch, da es an Oran­gen­hai­nen ent­lang geht. Bis nach Mes­si­nes wird der Ver­kehr aber lei­der leb­haf­ter. Und eine Auto­bahn durch­schnei­det zum Bei­spiel das Gebiet. Und viel Abfall fliegt am Stra­ßen­rand her­um. In den Städ­ten ver­fal­len auch zahl­rei­che Häuser.

Radeln auf der Via Algarviana nicht immer ein Vergnügen

Ent­spre­chend aggres­siv tre­ten man­che Ein­woh­ner an tou­ris­ti­schen Hot­spots gegen­über dem Rei­sen­den auf. Radeln auf der Via Algar­vi­a­na ist nicht immer ein Ver­gnü­gen. Dies gilt vor allem dann, wenn der Tou­rist in den Städ­ten als Lizenz zum Geld­dru­cken ange­se­hen wird. Selbst der Ein­tritt in Kir­chen wie in Alte und Sil­ves kos­tet Geld. Dabei zah­len Chris­ten doch genug Kirchensteuer.

Auf dem Land sind die Leu­te wesent­lich ent­spann­ter wie im Vale Fuzei­ros bei Sil­ves. Dort ver­brach­te der Rei­sen­de zwei Stun­den mit Bru­no Antó­nio und sei­nen Freun­den. Er erfuhr viel über das Leben im Tal. 

Bes­ser radeln kann man aber in der Ser­ra da Est­re­la, in Anda­lu­si­en und Gali­ci­en. Dort sind die Bewoh­ner warm­her­zi­ger. Ein Kell­ner in Sil­ves, übri­gens aus dem hilfs­be­rei­ten Por­to stam­mend, führ­te die mit­un­ter schrof­fe Art der Leu­te aufs ara­bi­sche Erbe zurück, dem man hier Macho-Allü­ren zuschreibt. Machis­mo betrifft hier also nicht nur Frau­en, son­dern auch Männer. 

Oder aber man will ein­fach nicht mehr tun, weil die Löh­ne der­art nied­rig sind, dass man es nicht ein­sieht, mehr als das zu tun, was Kern­auf­ga­be ist. Der Kell­ner macht nicht mehr, als zu ser­vie­ren und zu kas­sie­ren. Der Rezep­tio­nist nimmt nur Daten auf und hän­digt den Schlüs­sel aus. Er beschwert sich sogar noch, weil der Rei­sen­de ihn um Hil­fe beim Reser­vie­ren des nächs­ten Hotels bit­tet. Die Tou­ris­ti­ke­rin arbei­tet nur noch Stra­te­gien aus und gibt Daten wie von Fes­ti­vals in Mas­ken ein. Danach lässt sie den Grif­fel fal­len. Ist das zu ver­ste­hen? Oder führt die­ser Weg in die Irre?

Die Algar­ve-Tou­ris­ti­ker lie­ßen den Rei­sen­den lei­der gründ­lich hän­gen. Dies geht unter ande­rem die Stre­cken­be­ra­tung auf der ‘Via Algar­vi­a­na’ an. Von denen kam lei­der gar nichts. Nicht ein­mal ein Wunsch wie ‘Guter Flug’ oder die Nach­fra­ge “Hat alles geklappt?” folgten.

Einheimische beraten besser als Reise-Profis vor Ort


Die­se Auf­ga­be kön­nen Ein­hei­mi­sche offen­bar bes­ser erfül­len als die “Pro­fis” in Faro. Wie Car­los Pei­xo­to: Der Rad­pro­fi sah den Rei­sen­den in der Stadt São Bar­to­lom­eu de Mes­si­nes ankom­men. Er beriet ihn aus­führ­lich in einem Café für den wei­te­ren Weg zum Cabo de São Vicen­te. Die Etap­pen sind jetzt auf den Kar­ten mar­kiert. Und ges­tern Abend erkun­dig­te er sich via Mes­sen­ger, ob alles gut lau­fe. Mit Car­los hat er jetzt wohl eine Not­fall­num­mer, die ihm die Tou­ris­ti­ker in Faro und ande­ren Städ­ten Por­tu­gals nicht geben woll­ten. Heu­te steht der Auf­stieg auf den Mon­te Fóia bevor. Mit über 1900 Metern ist er der höchs­te Berg in Algar­ve. Und dann geht es wei­ter nach Sagres und von dort auf die Rota Vicen­ti­na.

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Jetzt im TV: Mosel bis Sagrada Familia

Jetzt im TV: Mosel bis Sagra­da Fami­lia: Durch­strei­fen & Erle­ben ver­sorgt Abon­nen­ten regel­mä­ßig mit den bes­ten Kul­tur- und Rei­se­fil­men im TV-Pro­gramm. Im Zen­trum ste­hen belieb­te Zie­le in Euro­pa. Dies­mal erwar­tet alle ab heu­te die Län­der-Aus­wahl Deutsch­land, Frank­reich, Öster­reich, Schwe­den und Spa­ni­en. Wie­der­ho­lun­gen sind in die­ser Über­sicht bewusst nur rar. Vie­le von ihnen ste­hen schon in zuvor ver­öf­fent­lich­ten Newslettern.

Feri­en an der Mosel: Ein Bei­trag läuft dazu am Sonn­tag. Einen drei­tä­gi­gen Kurz­ur­laub hat der Rei­sen­de tat­säch­lich vor gar nicht so lan­ger Zeit dort ver­bracht. Er träum­te davon, tags­über in einer schö­nen Umge­bung zu wan­dern. Für den Abend stell­te er sich vor, sich in einem Schwimm­bad oder in einer Sau­na zu ent­span­nen. Und mit der Freun­des­grup­pe gute Gesprä­che auf einer schö­nen Ter­ras­se zu füh­ren. Neben ihm steht wäh­rend­des­sen ein Glas guten Mosel­weins. Er war nicht der ein­zi­ge, der sich so die Tage im Hin­ter­land von Trier vorstellte.

Da der Auf­ent­halt sowie­so län­ger dau­ern soll­te, lohn­te es sich auch, in den letz­ten Win­kel der Mosel zu fah­ren. In der Umge­bung von Konz leben Deut­sche, Fran­zo­sen und Luxem­bur­ger mit­ein­an­der. Reiz­voll, weil es dann nicht nur beim Wan­dern blei­ben wür­de, son­dern auch zu inter­kul­tu­rel­lem Aus­tausch im Drei­län­der­eck. Immer­hin fand er zwei Feri­en­woh­nun­gen an der Mosel für sechs Freun­de und even­tu­el­le Nach­züg­ler. Die Mie­te fiel nied­rig aus, so dass mehr für Restau­rants übrig blieb.

Gut erreichbare Wanderziele

Als sehr prak­tisch erwies sich auch, dass die Start- und End­zie­le gut in der Gegend mit dem ÖPNV zu errei­chen waren. Denn jeder Wan­de­rer hat sei­nen eige­nen Bio-Rhyth­mus. Man­che fin­den es im Bett doch gemüt­lich mit­ein­an­der. So emp­fan­den sie es für zumut­bar, schon mor­gens um 8 Uhr zu früh­stü­cken. Aber es gibt dort Etap­pen, die mit Bahn und Anruf­sam­mel­ta­xi so gut erreich­bar sind, dass Spät­auf­ste­her spä­ter leicht zu Früh­auf­ste­hern hin­zu­sto­ßen konn­ten. Dies alles fin­den also Wan­der­freun­de an der Mosel. 

Mal schau­en, was die Repor­ter für “Feri­en an der Mosel” zu einem guten Auf­ent­halt hin­ter Trier bei­steu­ern. Und nun viel Spaß mit “Jetzt im TV: Mosel bis Sagra­da Familia”.


SaSoMoDi
Deutsch­land

Feri­en an der Mosel, WDR, 20.15 UhrLand zwi­schen Belt und Bod­den, 3sat, 13.15 Uhr
Frank­reichMit dem Zug ent­lang der Côte Bleue, Phoe­nix, 14.15 Uhr

Kor­si­ka, 3sat, 15.30 Uhr



Öster­reich
Erleb­nis Öster­reich, 3sat, 13.30 Uhr

Schwe­denSkan­di­na­vi­ens ver­steck­te Para­die­se, Phoe­nix, 20.15 Uhr


Spa­ni­enWie­ner Phil­har­mo­ni­ker aus der Sagra­da Fami­lia, 3sat, 20.15 Uhr

Wil­des Spa­ni­en, Arte, 17.50 Uhr
Aus­er­wähl­te Kul­tur-und Rei­se­fil­me im Fernsehen:
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