Zwischen Schlangen und Maränen auf einem Floß über den See schippern — Sommerferien in Finnland

Finn­land — an die­sem Land hän­gen vie­le vie­le Erin­ne­run­gen. Schon als Jugend­li­cher war ich dort eini­ge Male in den Ferien.

Wir mie­te­ten öfter in der Nähe von Mikke­li und Lap­pe­en­ran­ta Som­mer­häu­ser an Seen mit Sau­na und Boot. Mein älte­rer Bru­der, ein hand­werk­li­ches Genie, bau­te dort in einem Som­mer ein Floß mit Segel aus her­um­lie­gen­den Stäm­men und Kanis­tern, mit dem wir dann auf dem See her­um­schip­per­ten. Er zau­ber­te in jedem Som­mer etwas Schö­nes für uns alle.

Mit mei­nem jün­ge­ren Bru­der und mei­nem Vater ruder­te ich dort jeden Som­mer oft vie­le Kilo­me­ter über die Seen, um zu angeln. In den Seen gab es Hech­te ohne Ende; in kla­ren Gewäs­sern ab einer Grö­ße von 80 Zen­ti­me­tern immer noch einer der bes­ten Spei­se­fi­sche für mich und im Back­ofen leicht zuzu­be­rei­ten. Sehr ger­ne hät­ten wir auch Marä­nen gefan­gen, ein klei­ner Lachs­fisch, den die Bau­ern hier aber in Net­zen fin­gen und nicht mit der Angel. Ein Bau­er brach­te uns in einem Som­mer mal einen fri­schen Fang, der sehr mundete.

Tie­re gab es außer Fischen in gro­ßen Men­gen und Viel­zahl in der Umge­bung. Rund um ein Som­mer­haus, das wir bis heu­te “Jagd­haus” nen­nen, schlän­gel­ten sich sehr vie­le schwar­ze Schlan­gen, die mir so dick wie Fah­r­ad­schläu­che vor­ka­men. Sie sonn­ten sich auf den Forst­we­gen, schlie­fen unter dem auf Pfäh­len ste­hen­den Haus, wan­den sich an uns vor­bei zum Moor­see, wo man­che offen­bar auf Jagd gin­gen. Sie schwam­men auch mit uns im Was­ser. Nicht nur ein­mal sah ich ein Tier mit hoch erho­be­nen Kopf über der Oberfläche.

Auch Elche gab es zu sehen, wenn sie abends zur Fut­ter­su­che auf die Lich­tun­gen tra­ten. Eine schö­ne Zeit, die ich mir manch­mal bei Tou­ren durch die nor­di­schen Län­der wie­der­ho­le. Die Tie­re ken­nen Rad­fah­rer nicht und daher kann man ihnen oft recht nahe kom­men, um sie zu beob­ach­ten. Und die Luft ist im Nor­den so gut, dass ich auf den Seen leicht über hun­der­te von Metern nach­ver­fol­gen konn­te, wo ein ent­ge­gen­kom­men­der Rau­cher so über­all auf dem See gewe­sen war. Gin­gen wir ein­kau­fen, wur­de mir oft in den Geschäf­ten übel, weil dar­in die Luft so schlecht war. Wer fast nur in Deutsch­land lebt, kriegt gar nicht mit, wie schlecht die Luft hier riecht oder das Was­ser schmeckt. Man ist ein­fach nichts ande­res gewohnt. Trin­ke mal Was­ser aus einer Quel­le im Nor­den und du wirst mer­ken, wie herr­lich frisch und teil­wei­se sogar süß das Was­ser schme­cken kann. Mir zeig­te mal ein Same in Nord­schwe­den solch eine Quel­le, aus der er sich selbst öfter mal einen Vor­rat abschöpfte.

Was hin­ge­gen ein Autor der Schwei­zer “Sonn­tags­zei­tung” wäh­rend sei­nes Auf­ent­halts in der Umge­bung von Rova­nie­mi erlebt hat, kannst Du hier nachlesen.

Elche machen sich rar

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Dicke Blockhauswände speichern Wärme

In Schwe­den ver­wen­den die Zim­mer­leu­te fast aus­schließ­lich alte nor­di­sche Kie­fer. Das Holz muss über 100 Jah­re lang­sam gewach­sen sein, zu erken­nen an eng bei­ein­an­der lie­gen­den Jah­res­rin­gen. Die­se Qua­li­tät erreicht ein Wald­be­sit­zer, wenn die Bäu­me eng bei­ein­an­der ste­hen und der Boden mager ist. Dann schießt der Baum nicht in die Höhe, son­dern bil­det durch lang­sa­mes Wach­sen gutes Kern­holz. Von der Dicke der Stäm­me pro­fi­tiert der Bau­herr. Denn alte dicke Stäm­me erzie­len einen bes­se­ren Dämm­wert als jun­ge und dün­ne Stäm­me. Dicke Block­haus­wän­de spei­chern gut Wär­me und das auf natür­li­che Weise.

Wenn die Wän­de im Som­mer die küh­le Nacht­tem­pe­ra­tur wäh­rend der hei­ßen Tages­stun­den abstrah­len, funk­tio­niert das im Win­ter anders­her­um. Je dicker der Stamm, des­to bes­ser kann er spei­chern. Wenn die arbeits­auf­wän­di­gen und ver­hält­nis­mä­ßig teu­ren Außen­wän­de fer­tig sind, ist die meis­te Arbeit am Block­haus schon getan. Dach und Fuß­bo­den sind dann nur noch Routinesache.

33e Gränsfors Axtmuseum Blick auf die Karte mit den Fundorten der Äxte
Axt­mu­se­um in Gränsfors

Die Prä­zi­si­ons­ar­beit der Zim­mer­leu­te ver­langt zwi­schen den Bal­ken und der Eck­ver­bin­dung zusätz­li­che Dich­tun­gen aus Flachs, denn Flachs kann sich zusam­men­zie­hen und aus­deh­nen, das heißt, gegen das Holz arbei­ten. Flachs aus dem tra­di­tio­nel­len Lei­nen­an­bau in Nord­schwe­den gewon­nen, wird vor­her mit einer Che­mi­ka­lie behan­delt, damit er nicht brennt. Zudem liegt der Anspruch eines schwe­di­schen Zim­mer­manns dar­in, eine fugen­lo­se Ver­bin­dung zwi­schen den Bal­ken herzustellen. 

Lenn­art Bäl­ter vom Sil­jan­see benutzt zum Abmes­sen einen pro­fes­sio­nel­len Block­haus­zir­kel. Gewal­ti­ge Schlä­ge auf den Bal­ken mit einem schwe­ren Holz­ham­mer hel­fen auf den letz­ten Mil­li­me­tern, den Bal­ken pas­send in die Ver­tie­fung zu klop­fen. Block­wän­de wer­den beim Schrump­fen des Hol­zes nicht undicht, weil jede Fuge vom Gewicht der dar­über lie­gen­den Bal­ken­la­gen und des Daches zusam­men­ge­drückt wird. Nadel­holz ist rela­tiv weich, das macht es für den Block­haus­bau geeig­net. Ein gut gebau­tes Block­haus setzt sich und wird so mit den Jah­ren immer dichter.


Ende der Serie

Zum ers­ten Teil des Blog-Beitrages

Die­ser Text wur­de unter ande­rem auch im Han­dels­blatt und im Maga­zin Block­home veröffentlicht.

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