Cádiz ist Spaniens älteste Stadt

Cádiz ist Spa­ni­ens ältes­te Stadt. Sie liegt in Anda­lu­si­en. Ein Ort, den sich der Rei­sen­de natür­lich ansah, als er vor eini­ger Zeit von Jerez de la Fron­te­ra her­über­ge­ra­del­te. Ande­re Städ­te im Süden sind male­ri­scher. Der Rei­sen­de erin­nert sich daher mehr an die Furcht, kei­nen guten Weg aus der Stadt hin­aus zu fin­den. Denn er glaub­te, beim Radeln irgend­wo ein Schild über­se­hen zu haben. Er ver­mein­te sogar, auf einer Auto­bahn gelan­det zu sein. Denn enorm viel Ver­kehr rausch­te eng an ihm vor­bei. Die Stra­ße war dop­pel­spu­rig auf bei­den Sei­ten. Er erwar­te­te jeder­zeit die Poli­zei, die sagen wür­de. “Lie­ber Jun­ge, sieh mal zu, dass du dich vom Acker machst.” Aber nicht ein­mal ein­zel­ne Auto­fah­rer gaben ihm Zei­chen, dies doch jetzt zu tun.

Keine besondere Perspektive gefunden

Irgend­wann kam dann doch eine erlö­sen­de Abfahrt. Die Tour führ­te dann ent­spannt wei­ter an der Küs­te ent­lang. Cádiz hat­te er glück­lich hin­ter sich. Er fühlt sich bestä­tigt beim Lesen des Arti­kels in der Welt. Denn der Autorin fiel nichts Span­nen­des auf. Sie fand nicht ein­mal in Spa­ni­ens ältes­ter Stadt eine beson­de­re Per­spek­ti­ve. Ver­passt hat er dort damals also nichts. Gas­sen zum Her­um­schlen­dern gibt es über­all in spa­ni­schen Orten. Dies trifft auch auf die von ihr erwähn­ten Kano­nen zu und auf die von der Autorin emp­foh­le­nen Spei­sen. Oder eine Damen­run­de vorm Restau­rant, die der Kell­ner foto­gra­fiert. Dies begrün­det Annet­te Pro­sin­ger damit, dass die Stadt nicht zu den Hot­spots Anda­lu­si­ens gehöre.

Viel­leicht kann jemand dem Bike­pa­cker Tipps geben, wodurch sich die Stadt aus­zeich­net. Immer­hin wur­de dort die ers­te Ver­fas­sung des Lan­des ver­fasst. Oft las­sen sich durch sol­che Fak­ten wun­der­bar Hal­tun­gen der Men­schen beob­ach­ten wie zum Bei­spiel ein gro­ßer Stolz dar­auf. Gera­de auf Anda­lu­si­en trifft das zu, das sich von der Zen­tral­re­gie­rung in Madrid tou­ris­tisch ver­nach­läs­sigt fühlt. Dabei gibt es dort sehr schö­ne ein­sa­me Strän­de wie zum Bei­spiel zwi­schen Aya­mon­te und Sevil­la. Der Tou­ris­mus in Sevil­la und Gra­na­da mit vie­len Sehens­wür­dig­kei­ten zieht natür­lich vie­le Besu­cher ab vom Küs­ten­ab­schnitt zwi­schen Cádiz und Gibral­tar. Aber irgend­ei­nen Reiz gibt es immer. Den fand der Rei­sen­de sogar im Nest La Linea de la Con­cep­ción, obwohl es dort kein Din­ner auf dem Mee­res­grund wie in Nor­we­gen gibt.

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Ewiger Streit um den Affenfelsen

Gibral­tar — von allen Orten in Anda­lu­si­en fin­de ich die­sen beson­ders span­nend. Des­halb besuch­te ich die Stadt auf dem Affen­fel­sen auch schon zwei­mal auf mei­nen Rad­rei­sen in Spanien.

Mich zog als His­to­ri­ker natür­lich in ers­ter Linie an, dass der Ort eine Kolo­nie am Ran­de Euro­pas ist. Wo gibt es eine Mög­lich­keit, sich so unkom­pli­ziert anzu­se­hen, wie die Men­schen dort mit die­sem Sta­tus umgehen.

Woh­nen soll­te man am bes­ten im spa­ni­schen Vor­ort La Linea, weil es dort deut­lich güns­ti­ger ist als in Gibral­tar. Zur Besich­ti­gung muss jeder erst über die Gren­ze laufen.

In die­sen Tagen ist der Grenz­über­gang noch unkom­pli­ziert, doch wie wird es bei einem Brexit? Es gab schon ein­mal eine Zeit, an die sich die Älte­ren auf Gibral­tar nur ungern erin­nern. Durch einen hef­ti­gen Streit mit Spa­ni­en über den künf­ti­gen Sta­tus der Kolo­nie schlos­sen die Spa­ni­er in den 1980er Jah­ren die Gren­ze. Wenn jemand her­ein woll­te, ging das nur über Boo­te. Für ein­zel­ne mag das noch irgend­wie lös­bar sein. Aber die Ver­sor­gung der Bevöl­ke­rung zu leis­ten, ist schwie­rig. Aus Marok­ko kam Hil­fe. Es gab schon län­ger Ver­bin­dun­gen nach Casa­blan­ca, aber die­se wur­de jetzt inten­si­viert. Auch über die Flug­zeu­ge lief die Ver­sor­gung, von der man heu­te noch etwas mit­be­kommt. Bis heu­te flam­men immer wie­der Strei­tig­kei­ten zwi­schen Spa­ni­en und Eng­land auf.

Denn hin­ter der Gren­ze liegt der Flug­ha­fen, bes­ser: Ring klei­nes Roll­feld. Es ist schon kuri­os, an einer Ampel ste­hen zu blei­ben, zu war­ten, bis ein Flug­zeug gelan­det ist, dann erst über das Roll­feld gehen zu dür­fen im Pulk ande­rer Ankömm­lin­ge. All dies erlebt man schon in den ers­ten Minu­ten nach der Ankunft, wes­halb sich da schon ein Besuch lohnt.

Was hin­ge­gen ein Repor­ter der eng­li­schen Zei­tung “Tele­graph” in Anda­lu­si­en erlebt hat, könnt ihr hier nachlesen.

Erleb­nis­se in der Alpujarra

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Paradiesisches Radeln in Kopenhagen

Para­die­si­sches Radeln in Kopen­ha­gen: Neu­lich noch erzähl­te der Rei­sen­de hier vom Rad­fah­ren in Kopen­ha­gen. Er erlitt am ers­ten Tag in der Stadt einem Unfall mit einer Rad­le­rin. Die­se fuhr von hin­ten in ihn rein. Gera­de liest er in einem Arti­kel des Deutsch­land­funks: Es sei kom­for­ta­bler gewor­den, in der däni­schen Haupt­stadt zu radeln. Man stellt sich dort also auf Rad­ler ein. Immer­hin 40 Pro­zent lie­ßen ihr Auto mitt­ler­wei­le ste­hen und füh­ren lie­ber Rad. Davon pro­fi­tie­re die Stadt auch. Denn Park­plät­ze zu unter­hal­ten, sei sehr teuer.

Die Rad­we­ge sei­en enorm breit. Wer vor einer Ampel ste­he, müs­se nicht unbe­quem balan­cie­ren, son­dern kön­ne den Fuß auf extra ange­brach­ten Stan­gen abstel­len. Und wäh­rend der Fahrt könn­ten die Pedal­rit­ter ihren Abfall in schräg an der Fahr­bahn ange­brach­te Müll­ei­mer werfen.

Copenhagenize schon ein Begriff im Englischen

In einem Arti­kel der “West­fä­li­schen Nach­rich­ten (WN)” vom 20. Mai 2023 bestä­ti­gen sich die­se Errun­gen­schaf­ten. Die­ser soll bedeu­ten, dass Maß­nah­men ergrif­fen wer­den, Städ­te attrak­ti­ver für Rad­ler zu machen. Erik Hjul­mand, Vor­sit­zen­der des Kopen­ha­ge­ner Orts­ver­ban­des im Cyklist­for­bun­det sagt: “Wir haben vie­le Kilo­me­ter sehr gut aus­ge­bau­ter Fahr­rad­we­ge, das wert­schät­zen wir natür­lich sehr. Aber es gibt noch vie­les, wor­an wir arbei­ten müssen.”

Ein wich­ti­ger Schwer­punkt sei, das Mit­ein­an­der auf den Rad­we­gen zu steu­ern: Dies gel­te zum Bei­spiel für Hand­zei­chen. Die­ses soll­te nicht nur beim Abbie­gen, son­dern auch beim Anhal­ten ein­ge­setzt wer­den. Hjul­mand bestä­tigt in den WN, dass die Rad­we­ge in Kopen­ha­gen oft sehr voll sei­en. Pend­ler sei­en oft sehr schnell unter­wegs. Plötz­li­ches Stop­pen und Brem­sen kön­ne den Ver­kehr schnell ausbremsen. 

Kopenhagen nur Vorreiter

All dies wäre ja mal ein Anfang für vie­le ande­re Städ­te wie Aar­hus. Dort hat der Rei­sen­de der­ar­ti­ges nicht gese­hen. Rad­fah­ren in Däne­marks zweit­größ­ter Stadt ist noch nicht ganz aus­ge­reift. Aber Däne­mark ver­fügt dafür immer­hin über ein tol­les Rad­we­ge­netz quer durchs Land. Rad­ler sind sogar infor­miert, in wel­che Him­mels­rich­tung sie gera­de fah­ren. Dies erspart viel Zeit, auf die Kar­te zu schau­en. Oft ste­hen Orte auf dem Schild, die schwer zu fin­den sind, weil sie sehr klein sind. In Spa­ni­en sind zum Schutz der Rad­ler Warn­hin­wei­se an Tank­stel­len zu sehen, wie man sich als Auto­fah­rer auf der Stra­ße ver­hal­ten sollte.

Zudem feh­le es am Wil­len der Stadt, den Auto­ver­kehr im Zen­trum ein­zu­schrän­ken. Fahr­rad­brü­cken und Express-Rou­ten sei­en ein will­kom­me­nes Geschenk, um vom Inland schnell in die Stadt­mit­te zu gelan­gen. Sie nüt­zen aber wenig, wenn sich im Zen­trum der Ver­kehr balle.

Paradiesisches Radeln in deutschen Städten?

Auch in Deutsch­lands Städ­ten sind noch nicht vie­le Fort­schrit­te zu erken­nen. Allein, wenn der Rei­sen­de dar­an denkt, wie schwer einem zum Bei­spiel das Rad­fah­ren in Köln gemacht wird. Aber vor­ges­tern hat er sich noch in Müns­ter dar­über gefreut, dass die Rad­we­ge schnell nach dem für rut­schi­ge Ver­hält­nis­se sor­gen­den Schnee­fall geräumt waren. Und es gibt mitt­ler­wei­le rot gefärb­te Fahr­rad­stra­ßen, in denen Rad­ler Vor­rang haben. Über­ho­len ist dort nicht mehr erlaubt. Auch an schma­len Brü­cken ist das Über­ho­len durch Pkw nicht mehr erlaubt. Man­che Auto­fah­rer schei­nen das immer noch nicht zu wis­sen. Dafür aber ver­hin­dern vie­le Glas­scher­ben para­die­si­sches Radeln wie in Kopen­ha­gen. Dies trifft aber auch auf Städ­te wie Bonn zu.

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Inneres Abschalten an Douro und Seine

Inne­res Abschal­ten an Dou­ro und Sei­ne: An Flüs­sen ent­lang zu rei­sen, ist schön. Vie­le Kom­mu­nen haben ihre Flüs­se in den ver­gan­ge­nen Jah­ren auf­ge­wer­tet und an ihnen Rad­we­ge gebaut. So lässt sich die jewei­li­ge Regi­on oft über Hun­der­te von Kilo­me­tern rela­tiv leicht erkun­den. Denn sie sind dann ver­kehrs­arm und dort oft auch flach.

In den ver­gan­ge­nen 18 Mona­ten hat der Rei­sen­de vie­le Flüs­se ken­nen­ge­lernt. Viel­leicht liegt die Neu­gier­de, deren Umge­bung zu durch­strei­fen und zu erle­ben, an der Lage Bonns. Im Umfeld der ehe­ma­li­gen Haupt­stadt flie­ßen der Rhein, die Sieg und die Ahr. Das kann inspirieren.

Gedächtnisverlust am Fluss Lima?

Es fing an mit dem gefähr­li­chen Fluss Lima im Nor­den Por­tu­gals. Denn hat ein Rei­sen­der ihn ein­mal durch­quert, kann man sein Gedächt­nis ver­lie­ren. Das glaub­ten die Römer in der Anti­ke jeden­falls. Legio­nä­re schick­ten ihren Zen­tu­rio bei einem ihrer Züge nahe der heu­ti­gen Klein­stadt Pon­te de Lima sicher­heits­hal­ber vor­aus. Am ande­ren Ufer ange­kom­men, muss­te er jeden sei­ner Legio­nä­re nament­lich anru­fen. Erst dann setz­te sich der übri­ge Tross in Bewe­gung. Noch heu­te zeugt eine römi­sche Legi­on im hüb­schen Ort Pon­te de Lima von die­sem Ereig­nis. Als der Rei­sen­de dort bei sei­nem Urlaub in Nord­por­tu­gal ein­traf, fand er römi­sche Sol­da­ten in mensch­li­cher Grö­ße auf bei­den Sei­ten des Ufers vor. Aste­rix und Obe­lix hät­ten sich gefreut.

Natur und hübsche Kleinstädte im Naturpark Arribes del Duero 

Ein wei­te­rer wich­ti­ger Fluss in der Bio­gra­phie des Rei­sen­den ist eben­so der Rio Dou­ro im Nor­den Por­tu­gals. Fas­zi­nie­rend dar­an ist, dass er sowohl ein spa­ni­scher als auch ein por­tu­gie­si­scher Fluss ist. Er ent­springt in Soria in Kas­ti­li­en und León, das Gour­mets der dort wach­sen­den Trüf­feln wegen bekannt ist. Wei­ße und schwar­ze Trüf­feln kom­men dort natür­lich vor, aber wer­den auch gezüch­tet. Das wech­seln­de Kli­ma von Wär­me und Käl­te und die Böden begüns­ti­gen deren Wachs­tum. Kaum jemand weiß, dass es dort auch tie­fe Wäl­der gibt, in denen Pil­ze gut gedei­hen. Daher gibt es in Soria auch jähr­lich einen Koch­wett­be­werb. Dort füh­ren Stars der Sze­ne vor lau­fen­den Kame­ras ihre bes­ten Rezep­te vor.

Der Fluss fließt inner­halb Spa­ni­ens bis in die hüb­sche Stad Zamo­ra hin­ein. Die Due­ro-Regi­on zwi­schen Soria und Zamo­ra steht schon auf dem Pro­gramm für den Herbst 2021. Zamo­ra ist Jakobs­pil­gern bekannt. Denn dort führt auch die “Via de la pla­ta” von Sevil­la aus durch. Auf por­tu­gie­si­scher wie spa­ni­scher Sei­te, der Fluss bil­det eine natür­li­che Gren­ze, schließt sich der gro­ße Natur­park “Arri­bes del Due­ro” an. Er ist über­wie­gend flach, also auch für Unge­üb­te Rad­ler leicht zu erschlie­ßen. Dort gibt es Aus­bli­cke in Can­yons, hüb­sche Klein­städ­te mit Bur­gen und natür­lich auch sel­te­ne Tie­re und Pflan­zen. An einer Stel­le begeg­ne­te der Rei­sen­de sogar einer Got­tes­an­be­te­rin, die wohl die wenigs­ten in frei­er Natur zu sehen bekom­men. Inne­res Abschal­ten am Dou­ro — all das trägt auf jeden Fall dazu bei.

Riesiges Weinanbaugebiet bis Porto

Es schließt sich dann bis Por­to ein rie­si­ges Wein­an­bau­ge­biet an. Wich­tigs­tes Pro­dukt ist der Port­wein, der nicht so schwer ist, wie oft geschrie­ben wird. Der Rei­sen­de pro­bier­te den por­tu­gie­si­schen Rot­wein vom Dou­ro hier und dort. Er kann nicht sagen, dass ihm das Radeln am nächs­ten Tag schwer fiel. Die Rou­te nach Por­to wird von vie­len Rad­lern genutzt. Vor Peso da Régua traf der Rei­sen­de auf der gut zu befah­ren­den Natio­nal­stra­ße auf zwei Paa­re Mit­te 20 aus Eng­land. Die­se durch­quer­ten nach Frank­reich auch Spa­ni­en und Por­tu­gal. Ihr Ziel war es, von Anda­lu­si­en aus den Sprung nach Afri­ka zu wagen. Sie befan­den sich also qua­si erst am Anfang ihrer lan­gen Rei­se, waren eben­falls dem Dou­ro gefolgt. Über­nach­tet wür­de nur im Zelt, sag­ten sie. Sie sahen dabei klei­ne Wein­or­te am Fluss­ufer, das auch nach dem hei­ßen Som­mer noch immer grün im Herbst war.

Wer weiß, was ihr alles erlebt, wenn ihr den 777 Kilo­me­ter lan­gen Fluss Sei­ne in Frank­reich durch­streift und erlebt. Die in Paris erschei­nen­de Zei­tung “Le Mon­de” hat das Gewäs­ser für ihre Leser erkun­det und dabei Sehens­wer­tes gefun­den. Die meis­ten Leser träu­men sicher­lich von einer Fluss­fahrt auf der Sei­ne. Inne­res Abschal­ten an Dou­ro und Sei­ne, das geht gut, weil die Wege ein­deu­tig sind. Rei­sen­de benö­ti­gen an sich nicht ein­mal eine Karte.

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Mehr als Partys und Sonne

Bal­ler­mann? Strän­de? Mal­lor­ca hat auch Höh­len zur Besich­ti­gung anzu­bie­ten, die ich nicht ent­deck­te, als ich dort ein­mal die Insel umra­del­te. Mal­lor­ca hat­te ich lan­ge vor mir her­ge­scho­ben und erst ein­mal mir inter­es­san­ter erschei­nen­de Zie­le in Spa­ni­en auserkoren.

Anda­lu­si­en fand ich wegen des mau­ri­schen Erbes span­nen­der und besuch­te lie­ber Gra­na­da, Cór­do­ba, Sevil­la und Ron­da. Und natür­lich dem groß­ar­ti­gen Dich­ter Gar­cia Lor­ca hul­di­gen, der im Bür­ger­krieg von Geg­nern der Repu­blik erschos­sen wur­de. Gibral­tar woll­te ich lie­ber sehen, um mein Wis­sen aus dem Geschichts­stu­di­um über die Kolo­nie zu verlebendigen.

Doch dann kam ich auch nach Mal­lor­ca und war posi­tiv über­rascht, wie begeis­tert die Ein­hei­mi­schen selbst dort mit dem Renn­rad fah­ren, dass es dort auch längst nicht so über­lau­fen war bis auf die Hot­spots. Aller­dings war ich dort vor Ostern, was ich nur emp­feh­len kann.

Denn die Men­schen sind deut­lich ent­spann­ter. Der Inha­ber eines Hotels in Pal­ma führ­te mich dem­entspre­chend mit dem Rad durch die Gegend, in einem ande­ren in Port de Sól­ler hör­te ich tol­le spa­ni­sche Musik. Am nächs­ten Mor­gen über­gab mir eine Mit­ar­bei­te­rin eine Kopie der CD.

Wer mehr über die Höh­len erfah­ren will, soll­te hier weiterlesen:

Höh­len auf Mallorca

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Heiße Flammen in Navarra

Navar­ra — die spa­ni­sche Pro­vinz im Nord­os­ten des Lan­des fin­de ich ziem­lich inter­es­sant. Ich bin auf dem Jakobs­weg von Biar­ritz in die Pyre­nä­en hin­auf­ge­ra­delt, habe in einem der Dör­fer — Auritz — gleich einen feu­er­spei­en­den Dra­chen getrof­fen. In ein Fest zur Son­nen­wen­de bin ich gera­ten, habe dem Dra­chen immer aus­wei­chen müs­sen, der sich einen Spaß erlaub­te, die Leu­te zu erschrecken.

Ron­ces­val­les liegt auch dort oben auf fast 1000 Metern. Dort wur­de am 15. August die Nach­hut des Trup­pen­zu­ges Karls des Gro­ßen unter der Füh­rung von Roland durch die orts­an­säs­si­gen Bas­ken ver­nich­tet, was die his­to­ri­sche Grund­la­ge für das Rolands­lied bil­de­te.

Nach der Klet­te­rei geht es vie­le Kilo­me­ter abwärts nach Pam­plo­na, wo ich mich im Gegen­satz zur Autorin des nach­fol­gen­den Arti­kels nicht für die Heming­way-Bar begeis­tern kann. Die­se sieht nicht anders aus als die ande­ren Bars der Stadt, ist eher eine Tou­ris­ten­fal­le. Dort schrieb er sei­nen Roman Fiesta.

Emp­feh­lens­wert sind hin­ge­gen in der Umge­bung die klei­nen Dör­fer wie Puen­te de la Rei­na, wo ich mich an eine hüb­sche römi­sche Brü­cke erin­ne­re. Rad­fah­rer soll­ten dort auf jeden Fall den klei­nen Stra­ßen fol­gen , die deut­lich mehr Schat­ten bie­ten als die Schnell­stra­ße. Denn es kann im Som­mer auch im Nor­den des Lan­des sehr heiß werden.

Doch die Men­schen sind dort hilfs­be­reit und brin­gen Trink­was­ser. Manch einer rennt sofort in die Küche. Denn sie haben wahr­schein­lich nicht nur ein­mal erlebt, dass ein Pil­ger sich voll­kom­men über­schätzt und nicht genug Was­ser mit­ge­nom­men hat, um an Gepäck zu spa­ren. Man kann in Navar­ra also deut­lich mehr erle­ben, als der Autor des nach­fol­gen­den Textes.

Arti­kel Navarra

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Radwandern und Mount Everest

Erstaun­lich und lus­tig: Ob man auf dem Jakobs­weg in Spa­ni­en radelt, von der Sieg aus den Kah­len Asten bezwingt, ent­lang der Weser Deutsch­land durch­quert oder den Moun­tain Ever­est besteigt. Die Erfah­run­gen ähneln ein­an­der frappierend.

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Bikepacker tarnt sich perfekt

Ocker­far­be­nes Haus, das lei­der ver­fal­len ist

Bike­pa­cker tarnt sich per­fekt: Wer will den Rei­sen­den wei­ter beglei­ten auf sei­ner Tour? Es geht nach wie vor durchs Zen­trum Spa­ni­ens und Por­tu­gals. Auf der Couch Mit­rei­sen­de wer­den in den nächs­ten Tagen den zau­ber­haf­ten Rio Due­ro ken­nen­ler­nen. Vor allem ist die­ser durch Wein­an­bau in bei­den Lan­dern bekannt. Dort lebt auch so manch selt­sa­mes Getier, das ganz frü­her nicht zur Ibe­ri­schen Halb­in­sel gehör­te. Gut 50 Kilo­me­ter radelt der Rei­sen­de jetzt noch durch Kas­ti­li­en-León. Dann biegt er über Zamo­ra am Fluss ent­lang Rich­tung Por­to ab.

Der Cami­no de Sant­ia­go wird trotz Schot­ters ein­fa­cher. Meis­tens ist das Gelän­de flach. Schie­ben bleibt einem daher weit­ge­hend erspart. Hier und da mal eine stei­le kur­ze Stre­cke, die mit 23 Kilo Gepäck bei losem Unter­grund nicht leicht zu bewäl­ti­gen ist. 

Jeder hät­te also gute Chan­cen, hier zu über­le­ben und vor­an­zu­kom­men. 😊 Auch das Wet­ter ist Ende Oktober/Anfang Novem­ber ange­nehm kühl für Mit­tel­eu­ro­pä­er. Es lebt sich hier wie im Spät­som­mer. Über­mä­ßig viel trin­ken muss hier daher nie­mand. Kur­ze Klei­dung reicht völ­lig aus, wenn­gleich es hier und da erstaun­te Bli­cke der Ein­woh­ner gibt. Man­che tra­gen schon Win­ter­klei­dung. Oder liegt das Erstau­nen am Farbton?

Ocker tarnt Bikepacker

Denn Rei­se­rad und Gesicht des Bike­pa­ckers ver­fär­ben sich nach und nach ocker­far­ben. Das liegt am Staub auf der Pis­te: Adapt­a­ti­on. Daher sehen selbst man­che Häu­ser ent­lang der Stre­cke so aus. Sie wur­den vor gut 100 Jah­ren aus Lehm erbaut. In der Mischung ent­hal­ten sind Stein­chen. Der unte­re Rand ist noch gemau­ert. Holz­bal­ken tra­gen heu­te noch die Last. Ver­nünf­tig restau­riert könn­ten sie sogar eine Tou­ris­ten­at­trak­ti­on sein ent­lang der “Via de la Pla­ta”, ein von Sevil­la nach Sant­ia­go de Com­pos­te­la füh­ren­der Jakobs­weg. Ras­ten oder Über­nach­ten in his­to­ri­schen Häu­sern! Aber die Spa­ni­er las­sen sie offen­bar nach und nach ver­fal­len. Dabei tra­gen sie gut zur Iden­ti­fi­ka­ti­on mit der Regi­on bei.

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Erbarmungslos trockener Jakobsweg

Erbar­mungs­los tro­cke­ner Jakobs­weg: Welch eine abwechs­lungs­rei­che Land­schaft zwi­schen Mom­buey und Ollosa de Tera in Kas­ti­li­en und León. Heu­te Mit­tag streif­te der Rei­sen­de noch auf einer Moun­tain­bike-Rou­te um Mom­buey her­um. Dort war es sehr tro­cken. Nur dicke schwe­re glän­zen­de Quarz­stei­ne erhell­ten die Stim­mung. Es könn­te hier also Gold geben. Hei­de­kraut ist es gelun­gen, sich hier anzu­sie­deln: Es ist hart und krat­zig. Son­ne knallt grell vom Him­mel. Aber die Luft ist erstaun­lich: herbst­lich kühl. Gro­ße Bäu­me dar­ben am Boden, hin­weg­ge­fegt von einem Sturm im Juni. Sie ver­sper­ren den Sin­gle-Trail. Des­halb muss der Jakobs­pil­ger zwi­schen Fel­sen radeln, die wie Ter­mi­ten­bau­ten empor­ra­gen. Ein Paar aus Madrid streift trau­rig durchs tro­cke­ne Fluss­bett des Rio Negro. Der Name kommt wohl nicht von unge­fähr. Sie laden den Bike­pa­cker zum Kaf­fee ins küh­le Feri­en­haus ein.t

Nach erbarmungslos trocken kühles Nass

Am spä­ten Nach­mit­tag heißt es nicht mehr erbar­mungs­los tro­cke­ner Jakobs­weg, son­dern end­lich küh­les Nass. Eine Erlö­sung! Der Rio Tera kreuzt wie­der sei­nen Weg. Die­sem ist der Rei­sen­de bereits in der Nähe der “Lagu­na de los pezes” — Lagu­ne der Fische — bei Pue­bla de San­ab­ria begeg­net. Dort ist er noch auf 1800 Meter Höhe gera­delt ohne Lei­den. Hier bei Ollosa de Tera wird das Gewäs­ser gestaut. In der Her­ber­ge in Mom­buey gibt es übri­gens kei­ne Bett­wan­zen — “chin­chos” auf Spa­nisch. Pil­ger in der Her­ber­ge von Cam­po­bece­ros setz­ten das Gerücht in die Welt. Die “alber­gue” hat­te der Pil­ger ganz für sich allei­ne. Eine net­te Nach­ba­rin öff­ne­te ihm die Tür . Um mor­gens muss­te er ihr die Schlüs­sel nur in die Hand drü­cken. Denn sie stand schon war­tend auf der Stra­ße. Wer also von Sevil­la den Jakobs­weg “Via de la pla­ta” Rich­tung Sant­ia­go de Com­pos­te­la her­auf­ra­delt, kann sich dort beru­higt nie­der­las­sen. Aber der Rei­sen­de ruht nicht, son­dern fährt mor­gen wei­ter Rich­tung Rio Due­ro. So etwas wie einen erbar­mungs­los tro­cke­nen Jakobs­weg wird dort mit Sicher­heit nicht geben.

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