Radeln auf dem Jakobsweg hält jung

Radeln auf dem Jakobs­weg hält jung: Gera­de gele­sen: Sport hält jung. Das hofft der Rei­sen­de doch sehr auf sei­ner Rund­rei­se durch Gali­ci­en. Schließ­lich muss auch etwas dabei her­aus­kom­men, wenn er fast jeden Tag 30 bis 50 Kilo­me­ter erst auf dem por­tu­gie­si­schen und dann auf dem nörd­li­chen Jakobs­weg an der Küs­te radelt. Dabei geht es meis­tens durchs Mit­tel­ge­bir­ge. Dabei bewegt er ins­ge­samt gut 35 Kilo unter sich fort. Das Rad selbst wiegt gut zwölf Kilo. Die Pack­ta­schen plus Zelt und Schlaf­sack bean­spru­chen um die 23 Kilo. Zehn Kilo hat er bin­nen acht Wochen abge­nom­men, ohne wirk­lich lei­den zu müs­sen. Er quält sich nicht mit einer Diät, indem er zum Bei­spiel nur noch bit­te­re Tei­le einer Aga­ve oder Früch­te eines Kak­tus isst. Aller­dings ist er auch wenig am Tag: Müs­li am Mor­gen, tags­über Äpfel und Erd­nüs­se, Tapas hier und da in einer Bar. Abends füllt leich­te medi­ter­ra­ne Kost den Magen. Und dazu gibt es lecke­ren spa­ni­schen Kaf­fee. Der Erfolg stellt sich ein: 76 Kilo zeig­te die Waa­ge neu­lich an.

Ans Schie­ben auf stei­ni­gen oder stei­len Stre­cken hat er sich auch gewöhnt. Mitt­ler­wei­le beherrscht er das sogar deut­lich bes­ser und flucht nicht mehr so viel. Denn sei­ne Arm- und Rumpf­mus­ku­la­tur ist deut­lich stär­ker gewor­den. Außer­dem trai­niert das frei nach der Devi­se: Was nicht tötet, här­tet ab. 

Bin­nen kur­zer Zeit hat er also schon schö­ne Ergeb­nis­se erzielt. Und er hat noch eini­ges vor sich: Jetzt geht es gut 500 Kilo­me­ter wei­ter auf der Via de la pla­ta nach Zamo­ra. Die­ser Weg führt Pil­ger von Sevil­la in Anda­lu­si­en nach Sant­ia­go. Es schließt sich eine ähn­li­che Ent­fer­nung am Rio Dou­ro ent­lang nach Por­to an. 

Radeln auf dem Jakobs­weg hält jung. Medi­ta­ti­ve Erfah­run­gen und tol­le Kon­tak­te gesel­len sich dazu. Eine run­de Sache. Und jetzt war­tet nach der Hit­ze am Tag des Feu­ers und dem Ver­lust vie­ler Kilos ein Ther­mal­bad in Ouren­se auf ihn!

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Rätselhafter galicischer Eukalyptus

Rät­sel­haf­ter gali­cischer Euka­lyp­tus: Spa­ni­en­fah­rer und Bio­lo­gen! Um wel­che Bäu­me han­delt es sich hier? Der Rei­sen­de sieht die­se Pflan­zen öfter auf sei­ner Pil­ger­tour durch Gali­ci­en. Er befin­det sich jetzt im ber­gi­gen Umland von Por­to do Son. Der Küs­ten­ort liegt zwi­schen Por­to und Finis­terre, also an der West­küs­te Por­tu­gals und Spa­ni­ens. Ein gali­cischer Bau­er war trotz ver­ein­zel­ter Höfe nicht zu sehen. Immer dann nicht da, wenn man ihn braucht. Er könn­te ziem­lich sicher, die­se Fra­ge beantworten.

Zum Glück traf der Bike­pa­cker am Mon­te do Cas­te­lo auf José, den Moun­tain­bi­ker. Die­ser beglei­te­te ihn eini­ge Kilo­me­ter durch die Ber­ge, führ­te ihn auf schö­nen Wegen vor­bei an Irr­we­gen. So wur­den eine Irr­fahrt wie in der Wils­berg-Ver­fil­mung “Die Bie­le­feld-Ver­schwö­rung” ver­mie­den. Der pri­vat ermit­teln­de Finanz­be­am­te Ekki Tal­köt­ter fährt immer nur im Kreis. 

Als wie­der solch ein blei­cher Baum am Weges­rand stand, war die Gele­gen­heit zum Fra­gen da. José klär­te den Rei­sen­den auf: Es han­de­le sich um Euka­lyp­tus. Vor einem Jahr habe es hier auf­grund von des­sen hier häu­fi­gem Vor­kom­men hef­tig gebrannt. Nicht weni­ge Berg­be­woh­ner hät­ten auf­grund der damit ver­bun­de­nen Gefahr eva­ku­iert wer­den müs­sen. Dies war also dem ver­hee­ren­den Brand bei Coim­bra vor eini­gen Wochen ähn­lich. Zum Glück habe es kei­ne Todes­op­fer gegeben.

Die Papier- und Holz­in­dus­trie ver­langt nach Roh­wa­re auf der Ibe­ri­schen Halb­in­sel, vor allem nach dem Blau­en Euka­lyp­tus. Allei­ne in Por­tu­gal sol­len damit bepflanz­te Fel­der mit einer Grö­ße von 812 000 Hekt­ar exis­tie­ren. Aber mit ver­hee­ren­den Fol­gen für die Umwelt ist dies ver­bun­den: Zum einen ver­bren­nen durch ihn gan­ze Wäl­der in ohne­hin schon tro­cke­nen Lan­des­tei­len. Zum ande­ren bekla­gen Bau­ern, dass der Spie­gel des Grund­was­sers durch ihn erheb­lich sin­ke. Rät­sel­haf­ter Euka­lyp­tus im gali­cis­chen Berg­land: Dank José ist das Rät­sel gelöst. Daher konn­te der Rei­sen­de die Zeit an der wun­der­schö­nen Pra­ia de Lires spä­ter bes­ser genie­ßen. Und im Blog noch etwas inten­si­ver auf Mon­te de Cas­te­lo eingehen.

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Offenes Meer an der Praia das Furnas

Offe­nes Meer an der Pra­ia das Fur­nas: Nach einem traum­haf­ten Schlaf im Zelt sieht der Rei­sen­de erst­mals das offe­ne Meer an der gali­cis­chen Küs­te. Das Meer rausch­te. Es ver­senk­te ihn auf der Rad­wan­de­rung durch Gali­ci­en ab elf Uhr abends in einen tie­fen Schlaf bis 10 Uhr mor­gens. Davor sah er nur Fjor­de ent­lang so eini­ger vie­le Kilo­me­ter lan­gen Buchten. 

Den tie­fen Schlaf hat­te er zuvor gar nicht erwar­tet. Denn hier camp­te er wild, weil es hier auch erlaubt war. Neben dem Zelt­platz lag das Surf­house As Fur­nas. Dort hät­te er lie­ber sein Zelt auf­ge­schla­gen, um sich etwas siche­rer zu füh­len. Denn da es spät am Abend war, konn­te er sich nicht vor­ab ein Bild der Bewoh­ner machen. Doch der Inha­ber woll­te den vol­len Preis für eine Über­nach­tung. Das sah der Pil­ger nicht ein. Dies ist eine unge­wöhn­li­che Hal­tung für die an sich gast­freund­li­che Regi­on. Wahr­schein­lich litt der Betrei­ber an chro­ni­schem Geld­man­gel. Denn vie­le Gäs­te waren nicht zu sehen. Da war an ande­ren Strän­den wesent­lich mehr Betrieb.

Bald ist die Costa da morte erreicht

Das Ende der Welt — Finis­terre — ist nicht mehr weit ent­fernt. Finis­terre gilt sogar als wich­ti­ge­res Ziel als Sant­ia­go de Com­pos­te­la selbst. War­um das so ist, bekommt er dort bestimmt noch her­aus. Ab Mal­pi­ca beginnt die berühmt-berüch­tig­te Cos­ta da mor­te, die Todes­küs­te. Heu­te ist sie durch die Nähe zum Was­ser ein belieb­tes Wan­der­ge­biet. Sie erstreckt sich bis zur Hafen­stadt A Coru­ña. Vie­le Schif­fe gin­gen auf der hohen See unter. Unzäh­lig ist die Zahl der gestor­be­nen See­leu­te. Davon zeu­gen bereits ent­lang der Etap­pen hier und da Denk­mä­ler für die ertrun­ke­nen Fischer. Kein Wun­der: Denn ab dort gibt es kei­ne tief ein­ge­schnit­te­nen Buch­ten mehr. Die­se kön­nen die Macht des Mee­res brem­sen. Offe­nes Meer an der Pra­ia das Fur­nas. Dort gilt das nicht mehr. Für heu­te Abend ist Por­to do Son das Ziel.

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Verzaubert an Castros de Neixón

Ver­zau­bert an Cas­tros de Neixón: 60 Kilo­me­ter Radeln mit etli­chen Höhen­me­tern haben sich gelohnt: Heu­te Abend fand der Rei­sen­de den schöns­ten Ort sei­ner nun schon lan­gen Rei­se auf dem por­tu­gie­si­schen Jakobs­weg. Er ist magisch. Was ist der Rad­ler froh, dass er nicht schon nach­mit­tags in dem Hos­tal in Rianxi­ño abge­stie­gen ist. Dies war irgend­wie gru­se­lig. Eine sehr alte Frau, hun­dert Jah­re alt viel­leicht, schlurf­te bei der Besich­ti­gung des Zim­mers auf ihn zu. Sie raun­te: “Vor­sicht!” Da such­te er natür­lich das Wei­te. Er fühl­te sich in der Unter­kunft auch sehr ein­sam. Wahr­schein­lich wäre er der ein­zi­ge Gast gewe­sen. Das Dorf sah auch öde aus ohne net­te Knei­pen und his­to­ri­sches Zentrum. 

Zwei Feen begegnet

Und auf ein­mal waren sei­ne Bei­ne dann wie­der fit für die Rad­rei­se an der gali­cis­chen West­küs­te. Die Son­ne ging bald unter und so wür­de er an der Küs­te das schöns­te Licht genie­ßen kön­nen. Die Stre­cke führ­te über den Rio Belu­so zu einer Halb­in­sel. Die Bucht lässt sich hier herr­lich über­bli­cken bis hin zum zuletzt durch­kreuz­ten Ort. Auf der Insel brei­te­te sich eine gro­ße Wie­se aus mit alten Kie­fern und Fel­sen am Strand. 

Hier ent­deck­te er die Cas­tros de Neixón bei Boi­ro aus vor­christ­li­cher Zeit. Doch als wäre das nicht genug, tra­ten zwei Elfen auf den Weg. Eine von ihnen schob einen Kin­der­wa­gen, beglei­tet von einer sehr schö­nen Gefähr­tin. Deren Stim­me perl­te weich und melo­disch, als sie mit ihm ins Gespräch kam. Sie erzähl­te, dass sie als Leh­re­rin in Sant­ia­go arbei­te­te. Was haben die­se Schü­ler es gut! Die jun­ge Mut­ter lächel­te der­weil ver­schmitzt. Denn sie regis­trier­te wohl die schon ein­set­zen­de Ver­zau­be­rung des Radlers.

Doch genießt nun die Atmo­sphä­re, soweit das bei die­sen Fotos mög­lich ist. Jeden Tag lernt der Rei­sen­de immer etwas ken­nen, was er bis­her noch nicht kann­te. Ein wei­te­rer Höhe­punkt nach dem Besuch der Muschel­fi­scher. Mor­gen geht es zu einem klei­nen Para­dies — Boi­ro. Es geht mor­gen auch wei­ter zu traum­haf­ten Strän­den, nach­dem der Bike­pa­cker ver­zau­bert an den Cas­tros de Neixón war.

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Pilgerweg von Combarro nach Arousa

Pil­ger­weg von Com­bar­ro nach Arou­sa: Auf das Ende der Welt — Finis­terre — bewegt der Rei­sen­de sich jetzt zu auf der Pil­ger­rei­se. Da alle Wege nach Sant­ia­go de Com­pos­te­la füh­ren, radelt er seit einem Tag auf dem Küs­ten­weg ab Pon­te­ve­dra. Die Stre­cke ist leicht zu bewäl­ti­gen. Nur beim Ver­such, sie zu que­ren, ist mit etwas War­te­zeit zu rech­nen. Bis­her gibt es vie­le Sied­lun­gen. Weni­ger schön. Es gibt aber einen Sei­ten­strei­fen an der Fahrbahn.

Ganz so ein­sam ist es hier nicht zwi­schen Com­bar­ro, A Gran­xa und Arou­sa. Die Feri­en­sai­son an belieb­ten Plät­zen an der Ria de Arou­sa oder an der Ria de Vigo endet erst Mit­te Sep­tem­ber. Bis dahin muss der Pil­ger die Küs­ten­stra­ße mit vie­len Auto- und Motor­rad­fah­rern tei­len. Es scheint wenigs­tens so, dass die­se an Rad­fah­rer gewöhnt sind. Schnell fah­ren die wenigs­ten. Denn vie­le Renn­rad­fah­rer sind an der West­küs­te Gali­ci­ens unterwegs.

Sanxenxo touristisch überfüllt

Ein Ein­woh­ner im über­füll­ten Tou­ris­ten­ort San­xenxo erzähl­te, es hät­ten sich im ver­gan­ge­nen Jahr zwei Unfäl­le ereig­net. Daher füh­ren vie­le Auto­fah­rer jetzt vor­sich­tig. San­xenxo ist wirk­lich abschre­ckend. Der Ort ist über­baut mit Hotels und Restau­rants, ähn­lich ent­täu­schend wie Juels­min­de auf Jüt­land oder Le Trou du Dia­ble in der Ven­dée. Da Mas­sen­tou­ris­mus an die­sen Orten abge­fer­tigt wird, ist das Ver­kehrs­auf­kom­men hoch. Die Stra­ßen wer­den brei­ter, die Park­plät­ze grö­ßer, die Bebau­ung ver­mehrt. Also bit­te Rückbau!

Ab Arou­sa wird es bes­ser, wo es eine gute Pil­ger­her­ber­ge gibt. Pil­ge­rin Alex­an­dra war­tet schon. Sie ver­brach­te eini­ge Tage mit einer Freun­din auf einem Fes­ti­val in Vigo. Nahe bei Arou­sa steigt sie wie­der in den por­tu­gie­si­schen Jakobs­weg ein. Für sie ist Sant­ia­go mit gut 60 Kilo­me­tern nicht mehr weit. Aber erst­mal besu­chen die bei­den Pil­ger mor­gen Muschel­fi­scher im Hafen. Dann heißt es Abschied von­ein­an­der neh­men am Pil­ger­weg von Com­bar­ro nach Arousa.

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