Filmtipp: Natur kehrt zurück

Der arte-Film “Die Natur kehrt zurück — Rena­tu­rie­rung in Euro­pa” gefällt mir gut. Ich sah ihn schon am ver­gan­ge­nen Sonn­abend. Daher kann ich die anste­hen­de Wie­der­ho­lung wärms­tens emp­feh­len. Groß­tie­re bekom­men offen­bar bei Bio­lo­gen aktu­ell einen neu­en Stel­len­wert, weil sie viel für die Pfle­ge der Natur tun, als bis­her gedacht. Ein inter­es­san­ter Ansatz, damit man wirk­lich sagen kann: Natur kehrt zurück.

Zu mei­ner Über­ra­schung besuch­te der Autor auch die “Faia Bra­va” im Nord­os­ten Por­tu­gals. Als ich die Ser­ra da Est­re­la durch­streif­te und erleb­te, zeig­te mir der Bio­lo­ge Antó­nio den erfolg­rei­chen Ansatz, Brach­land für die Natur ver­füg­bar zu machen. Dort ver­meh­ren sich jetzt Greif­vö­gel wie Gei­er, aber auch Amphi­bi­en wie Frö­sche. Daher dreh­te nicht nur arte, son­dern auch ich einen Bei­trag über den Aus­flug. Vor allem betör­te mich dort das Gefühl, mich auf­grund der Far­ben und Gerü­che in Afri­ka auf­zu­hal­ten. Und der Gesang der Frö­sche: Antó­nio gilt seit­dem für mich als Froschflüsterer.

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Naumans umgekehrte Pyramide weg!

Eine umge­kehr­te Pyra­mi­de sorgt bei Kunst­fans, die Müns­ter besu­chen, immer wie­der für Begeis­te­rung. Denn die vom bekann­ten Künst­ler Bruce Nau­man geschaf­fe­ne Skulp­tur ist begeh­bar. Von wei­tem sieht “Squa­re Depres­si­on” aus wie ein hel­ler Platz. Doch wer sich ihr nähert und dann vor ihr steht, sieht, dass sie sich senkt. Ihr Mit­tel­punkt liegt am tiefs­ten. In der Mit­te sit­zend, nimmt man die Umge­bung aus einer beson­de­ren Per­spek­ti­ve wahr. Doch in Müns­ter muss Bruce Nau­mans umge­kehr­te Pyra­mi­de bald wei­chen. Der inter­na­tio­nal renom­mier­te Künst­ler soll damit ein­ver­stan­den sein. Fin­den die Exper­ten eine adäqua­te Position?

Jetzt lie­gen in ihrem Umkreis die Gebäu­de der Natur­wis­sen­schaf­ten der Uni­ver­si­tät Müns­ter an der Wil­helm-Klemm-Stra­ße. Setzt man sich in ihr, sind mit dem Fahr­rad auf der Stra­ße fah­ren­de Stu­den­ten von unten zu sehen. Sie fah­ren qua­si auf dem Rand der Pyra­mi­de, wenn man sich die Mühe gibt, einen Punkt zu suchen, an dem Men­schen oder aber Gebäu­de so zu sehen sind.

Wer die vom Ame­ri­ka­ner 2007 fürs Müns­te­ra­ner Skulp­tur­pro­jekt ent­wi­ckel­te Kunst­werk jetzt noch sehen will, soll­te sich beei­len. Denn Squa­re Depres­si­on wird bald abge­baut und ver­setzt. Der Fach­be­reich Phy­sik plant ein neu­es Gebäu­de auf dem Gelän­de, schrei­ben die West­fä­li­schen Nach­rich­ten. Es ste­he in den Ster­nen, wann die umge­kehr­te Pyra­mi­de wie­der zu sehen sei. Es wird spe­ku­liert, dass sie auf der ande­ren Sei­te am Hör­saal eine neue Hei­mat findet.

Zum Glück gibt es in unmit­tel­ba­rer Umge­bung in einem Radi­us von unge­fähr drei Kilo­me­tern wei­te­re Kunst­wer­ke natio­nal wie inter­na­tio­nal renom­mier­ter Künst­ler wie Arnold Schlick, Lud­ger Ger­des und Man­fred Mül­ler. Eini­ge sind oben in der Gale­rie abge­bil­det. So lohnt sich ein Besuch des Stadt­teils. Nie­mand braucht also die wei­te Rei­se nach Müns­ter nur der umge­kehr­ten und bald wei­chen­den Pyra­mi­de wegen zu scheu­en. Das Vier­tel ist leicht mit Bus­sen vom Haupt­bahn­hof aus zu errei­chen. Zum Coes­fel­der Kreuz fah­ren die Bus­li­ni­en 2, 5 und 11. Hier ist der Bus­fahr­plan Müns­ter.

Im gesam­ten Stadt­ge­biet ste­hen sicher an die 300 Skulp­tu­ren. Und es gibt eine erstaun­li­che Zahl an Ate­liers und Gale­rien.

Der WDR zeigt am Sonn­tag, 23. August 2020, den Film “Wun­der­schön — Urlaub rund um Müns­ter”. Die dar­in von Andrea Grieß­mann gezeig­ten Orte las­sen sich gut mit Müns­te­ra­ner Kul­tur verbinden.

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Sonnenblumen lachen auf Erden

Son­nen­blu­men lachen auf Erden — auch in Coro­na-Zei­ten. Ein Müns­ter­län­der Bau­er erfreut Renn­rad­fah­rer wie mich wäh­rend der sport­li­chen Tou­ren. Er hat einen sicher 50 Meter lan­gen Strei­fen ent­lang sei­nes Mais­fel­des ange­legt. An den Blü­ten laben sich jetzt die Insek­ten. Klei­ne Tie­re fin­den sicher dort auch Unter­schlupf. Und davor wach­sen ja auch noch wei­te­re Blumen.

Was ich aller­dings trau­rig fin­de, ist, dass Blüh­strei­fen, die ich im ver­gan­ge­nen Jahr ent­deck­te wie etwa am Horst­ma­rer Land­weg in Müns­ter wie­der ver­schwun­den sind. Wahr­schein­lich kön­nen sich Arten, die im letz­ten Som­mer dort eine Hei­mat gefun­den haben, heu­te schon nicht mehr halten. 

Oder?

Heu­te, 9. August, fand ich auf der­sel­ben Stre­cke durch die Bau­er­schaft Rox­el einen wei­te­ren schö­nen Blüh­strei­fen. Ihn scheint die Wär­me an einem der hei­ßes­ten Tage des Jah­res, nicht zu beein­dru­cken. Dafür aber den Esel, der erst­mals seit­dem ich dort fah­re nach Gesell­schaft such­te. Und die Land­ju­gend, die ein Plansch­be­cken für erschöpf­te Teil­neh­mer ihrer Fah­rad-Ral­lye bereitstellte.

Habt ihr auch schö­ne Blüh­strei­fen in eurer Regi­on? Dann her mit euren Fotos. Ich stel­le sie ger­ne hier dazu, um der Natur eine Stim­me zu geben und damit mehr sagen kön­nen: Son­nen­blu­men lachen auf Erden. 

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