Blockhauskurs in Schweden

Block­haus­kurs in Schwe­den: Säge­mehl fliegt in Augen, Ohren und Haa­re. Bäu­me bie­gen sich. Denn ein eis­kal­ter Wind aus Nor­we­gen fegt im Okto­ber durch den klei­nen Ort Gräns­fors nahe Hudiks­vall. Die Sied­lung liegt in Häl­sing­land im Nor­den Schwe­dens. Die Fin­ger auf dem Beil wer­den taub. Zim­mer­mann Olaf Jung trägt sogar schon eine Ski­müt­ze. Ges­tern tanz­ten noch Mücken in der war­men Son­ne. So ist es gut zu ver­ste­hen, dass eini­ge Teil­neh­mer am Block­haus­kurs in Gräns­fors von einer war­men, eigens gebau­ten Block­hüt­te träu­men, ande­re von einer Sau­na am Wald­see. Oder sie wol­len ein­fach nur ler­nen, wie man Fens­ter ein­baut, einen Fuß­bo­den aus Holz ver­legt, ein dich­tes Dach kon­stru­iert. Mit die­sen Zie­len sind Heim­wer­ker aus Eng­land und Deutsch­land sowie aus Nord- und Süd­schwe­den ange­reist. Sogar aus den USA ist ein Teil­neh­mer gekom­men. Dabei ler­nen sie im Block­haus­kurs in Schwe­den beson­ders die Tech­nik des Dala­k­nuts kennen.

72 Gränsfors Blockhauskurs David Kerry und Gert arbeiten.jpg

Die­ser Kurs bie­tet sich an, um ers­te „Schrit­te“ in der Zim­mer­manns­kunst zu erler­nen. Der Text auf der Web­sei­te des Anbie­ters Gräns­fors Bruks ist ein biss­chen dick auf­ge­tra­gen. Inter­es­sen­ten wird ver­mit­telt, dass jeder Teil­neh­mer hier alle Schrit­te vom Aus­wäh­len des Bau­mes bis zum Bau des fer­ti­gen Hau­ses aus­zu­füh­ren lernt. 

Olaf Jung aber bringt Anfän­gern bei, wie man mit Axt, Hand­sä­ge, Hand­boh­rer und Zieh­mes­ser, tra­di­tio­nel­len Werk­zeu­gen eines Zim­mer­man­nes, die Wän­de eines Block­hau­ses hoch­zieht. Das Arbei­ten mit der Elek­tro­sä­ge und ande­re kniff­li­ge Arbeits­schrit­te ist eher etwas für Pro­fis, die bereits mit schwe­rem Gerät umge­hen kön­nen und ihr Wis­sen über die schwe­di­sche Bau­tech­nik ver­tie­fen wol­len. Für die­se bie­tet Jung auch Kur­se an. Wer sich auf die schö­ne Zeit im Nor­den vor­be­rei­ten will, kann schon mal das Stan­dard­werk lesen von Sven-Gun­nar Håkans­son, Block­häu­ser und Hüt­ten selbst gebaut.

Stirn run­zelnd steht der Bri­te David Pres­ton aber erst einmal…


likeheartlaugh­terwowsadangry
0

Seele der Stadt bewahren

See­le der Stadt bewah­ren: Ein Anruf genügt. Und schon steht das Tref­fen mit Olav de Lin­de am nächs­ten Tag. Der Däne ist der füh­ren­de Bau­in­ves­tor in Aar­hus. 1400 Kun­den aus Däne­mark ste­hen in sei­ner Kar­tei. Seit 2008 ist er auch Gene­ral­kon­sul für die Tür­kei. Sein Büro liegt im Gewer­be­ge­biet Frichs­par­ken in einer ehe­ma­li­gen Eisen­bahn­fa­brik. Dort wur­den frü­her Loks gebaut. Heu­te ste­hen hier Büro­ge­bäu­de im so geschätz­ten Stil des 19. Jahr­hun­derts mit neu­go­ti­schen Gie­beln. Bewusst künst­le­risch erbaut, um sich von den oft düs­te­ren Fabrik­hal­len abzu­he­ben. Saniert hat die Fabrik de Lin­de. Er will die See­le der Stadt bewahren.

Som­mer­lich ist er geklei­det, blau­es Hemd, hel­le Hose. Schlank, gera­de Hal­tung. Streng, aber freund­lich. Jahr­gang 1952. Als er den Fahr­rad­helm des Rei­sen­den regis­triert, erzählt er, dass er kürz­lich an der Mosel gera­delt sei. Sein bekann­tes­tes Pro­jekt in der Stadt ist Bazar Vest. Die­ser kommt damit Bedürf­nis­sen von Dänen und Migran­ten ent­ge­gen. Vor­her arbeits­los, fan­den vie­le aus Soma­lia, Libe­ria, Paläs­ti­na und der Tür­kei stam­men­de Men­schen dort Arbeit. Sie eröff­ne­ten zum Teil eige­ne Geschäf­te. 1997 ließ er den Bazar erbau­en. De Lin­de gab den Men­schen dabei nach sei­ner Auf­fas­sung ihre Wür­de zurück.

Nach die­sem Ein­stieg greift de Lin­de zu Hosen­klam­mern und Helm und steigt aufs Renn­rad. Der Rei­sen­de besich­tigt mit ihm einen Stadt­hof, eine Unter­neh­mens­be­ra­tung. Und Gebäu­de im neu gestal­te­ten Stadt­vier­tel Aar­hus Ø.

Vorgehen wie ein Maler vor einer leeren Leinwand

Bei einer Pau­se in einer Kaf­fee­rös­te­rei erzählt er, dass er Alt­bau­ten reno­vie­re. So füh­re er sie neu­en Zwe­cken zu. Reno­vier­te Objek­te behal­te er zur Ver­mie­tung. “Mei­ne Geschäfts­idee ent­stand schon in der Kind­heit. Ich habe mit 16 Jah­ren Möbel restau­riert.” Damals habe er dabei eine Fähig­keit ent­wi­ckelt, die der eines Malers glei­che: Er betrach­te alte Indus­trie­ge­bäu­de wie ein Maler eine lee­re Lein­wand sehe. Schon frü­her habe er sich vorm Reno­vie­ren eines Möbel­stücks vor­stel­len kön­nen, wie es nach der Fer­tig­stel­lung aus­se­hen wer­de. Dies gel­te heu­te für zu reno­vie­ren­de Häu­ser. Er wol­le die See­le der Stadt bewahren.

Hast Du Blut geleckt, die Stadt zu besich­ti­gen? Im Rei­se­füh­rer “Aar­hus Stadt des Lächelns” kannst Du Olav de Lin­de und dem Rei­sen­den fol­gen. Auch ein Gale­rist führt durch die Stadt. Der bekann­te däni­sche Archi­tekt Mik­kel Frost stellt Dir auch sei­ne Pro­jek­te vor. Wie Aar­hus die Zukunft plant, erklärt ein Archi­tekt der Stadt. Mit vie­len Adres­sen zur Ori­en­tie­rung und mit Fotos.

likeheartlaugh­terwowsadangry
0