Inneres Abschalten an Douro und Seine

Inne­res Abschal­ten an Dou­ro und Sei­ne: An Flüs­sen ent­lang zu rei­sen, ist schön. Vie­le Kom­mu­nen haben ihre Flüs­se in den ver­gan­ge­nen Jah­ren auf­ge­wer­tet und an ihnen Rad­we­ge gebaut. So lässt sich die jewei­li­ge Regi­on oft über Hun­der­te von Kilo­me­tern rela­tiv leicht erkun­den. Denn sie sind dann ver­kehrs­arm und dort oft auch flach.

In den ver­gan­ge­nen 18 Mona­ten hat der Rei­sen­de vie­le Flüs­se ken­nen­ge­lernt. Viel­leicht liegt die Neu­gier­de, deren Umge­bung zu durch­strei­fen und zu erle­ben, an der Lage Bonns. Im Umfeld der ehe­ma­li­gen Haupt­stadt flie­ßen der Rhein, die Sieg und die Ahr. Das kann inspirieren.

Gedächtnisverlust am Fluss Lima?

Es fing an mit dem gefähr­li­chen Fluss Lima im Nor­den Por­tu­gals. Denn hat ein Rei­sen­der ihn ein­mal durch­quert, kann man sein Gedächt­nis ver­lie­ren. Das glaub­ten die Römer in der Anti­ke jeden­falls. Legio­nä­re schick­ten ihren Zen­tu­rio bei einem ihrer Züge nahe der heu­ti­gen Klein­stadt Pon­te de Lima sicher­heits­hal­ber vor­aus. Am ande­ren Ufer ange­kom­men, muss­te er jeden sei­ner Legio­nä­re nament­lich anru­fen. Erst dann setz­te sich der übri­ge Tross in Bewe­gung. Noch heu­te zeugt eine römi­sche Legi­on im hüb­schen Ort Pon­te de Lima von die­sem Ereig­nis. Als der Rei­sen­de dort bei sei­nem Urlaub in Nord­por­tu­gal ein­traf, fand er römi­sche Sol­da­ten in mensch­li­cher Grö­ße auf bei­den Sei­ten des Ufers vor. Aste­rix und Obe­lix hät­ten sich gefreut.

Natur und hübsche Kleinstädte im Naturpark Arribes del Duero 

Ein wei­te­rer wich­ti­ger Fluss in der Bio­gra­phie des Rei­sen­den ist eben­so der Rio Dou­ro im Nor­den Por­tu­gals. Fas­zi­nie­rend dar­an ist, dass er sowohl ein spa­ni­scher als auch ein por­tu­gie­si­scher Fluss ist. Er ent­springt in Soria in Kas­ti­li­en und León, das Gour­mets der dort wach­sen­den Trüf­feln wegen bekannt ist. Wei­ße und schwar­ze Trüf­feln kom­men dort natür­lich vor, aber wer­den auch gezüch­tet. Das wech­seln­de Kli­ma von Wär­me und Käl­te und die Böden begüns­ti­gen deren Wachs­tum. Kaum jemand weiß, dass es dort auch tie­fe Wäl­der gibt, in denen Pil­ze gut gedei­hen. Daher gibt es in Soria auch jähr­lich einen Koch­wett­be­werb. Dort füh­ren Stars der Sze­ne vor lau­fen­den Kame­ras ihre bes­ten Rezep­te vor.

Der Fluss fließt inner­halb Spa­ni­ens bis in die hüb­sche Stad Zamo­ra hin­ein. Die Due­ro-Regi­on zwi­schen Soria und Zamo­ra steht schon auf dem Pro­gramm für den Herbst 2021. Zamo­ra ist Jakobs­pil­gern bekannt. Denn dort führt auch die “Via de la pla­ta” von Sevil­la aus durch. Auf por­tu­gie­si­scher wie spa­ni­scher Sei­te, der Fluss bil­det eine natür­li­che Gren­ze, schließt sich der gro­ße Natur­park “Arri­bes del Due­ro” an. Er ist über­wie­gend flach, also auch für Unge­üb­te Rad­ler leicht zu erschlie­ßen. Dort gibt es Aus­bli­cke in Can­yons, hüb­sche Klein­städ­te mit Bur­gen und natür­lich auch sel­te­ne Tie­re und Pflan­zen. An einer Stel­le begeg­ne­te der Rei­sen­de sogar einer Got­tes­an­be­te­rin, die wohl die wenigs­ten in frei­er Natur zu sehen bekom­men. Inne­res Abschal­ten am Dou­ro — all das trägt auf jeden Fall dazu bei.

Riesiges Weinanbaugebiet bis Porto

Es schließt sich dann bis Por­to ein rie­si­ges Wein­an­bau­ge­biet an. Wich­tigs­tes Pro­dukt ist der Port­wein, der nicht so schwer ist, wie oft geschrie­ben wird. Der Rei­sen­de pro­bier­te den por­tu­gie­si­schen Rot­wein vom Dou­ro hier und dort. Er kann nicht sagen, dass ihm das Radeln am nächs­ten Tag schwer fiel. Die Rou­te nach Por­to wird von vie­len Rad­lern genutzt. Vor Peso da Régua traf der Rei­sen­de auf der gut zu befah­ren­den Natio­nal­stra­ße auf zwei Paa­re Mit­te 20 aus Eng­land. Die­se durch­quer­ten nach Frank­reich auch Spa­ni­en und Por­tu­gal. Ihr Ziel war es, von Anda­lu­si­en aus den Sprung nach Afri­ka zu wagen. Sie befan­den sich also qua­si erst am Anfang ihrer lan­gen Rei­se, waren eben­falls dem Dou­ro gefolgt. Über­nach­tet wür­de nur im Zelt, sag­ten sie. Sie sahen dabei klei­ne Wein­or­te am Fluss­ufer, das auch nach dem hei­ßen Som­mer noch immer grün im Herbst war.

Wer weiß, was ihr alles erlebt, wenn ihr den 777 Kilo­me­ter lan­gen Fluss Sei­ne in Frank­reich durch­streift und erlebt. Die in Paris erschei­nen­de Zei­tung “Le Mon­de” hat das Gewäs­ser für ihre Leser erkun­det und dabei Sehens­wer­tes gefun­den. Die meis­ten Leser träu­men sicher­lich von einer Fluss­fahrt auf der Sei­ne. Inne­res Abschal­ten an Dou­ro und Sei­ne, das geht gut, weil die Wege ein­deu­tig sind. Rei­sen­de benö­ti­gen an sich nicht ein­mal eine Karte.

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Wilde Katze im Naturpark

Wil­de Kat­ze im Natur­park: Die­se jun­ge Dame besuch­te den Rei­sen­den gleich nach sei­ner Ankunft in Vil­la­ri­no de los Aires, einer Klein­stadt in der Nähe des Rio Due­ro. Der Park Arri­bes del Due­ro bie­tet sich sehr schön zum Radeln an, sobald man die male­ri­sche Stadt Zamo­ra in Kas­ti­li­en ver­las­sen hat. Es ist ein­fach, da man nur dem Due­ro fol­gen zu braucht, der zeit­wei­se Spa­ni­en von Por­tu­gal trennt. 

Im Zim­mer war die Kat­ze etwas ner­vig. Aber sie war eben auch noch so jung, dass sie sein Herz erweich­te. Da ahn­te der Rei­sen­de noch nicht, dass sie sich zu einer wil­den Kat­ze im Natio­nal­park Par­que Arri­bes del Due­ro ent­wi­ckeln würde.

Der Rad­ler pack­te gera­de sei­ne Fahr­rad­ta­schen in sei­nem Zim­mer aus. Da kam sie schon ange­schli­chen und hüpf­te auf sein Bett. Alles, aber auch alles, woll­te sie unter­su­chen. So steck­te sie ihr Näs­chen in alle sei­ne Taschen. Wahr­schein­lich roch sie den Pro­vi­ant wie zum Bei­spiel die lecke­re Cho­ri­zo, eine spa­ni­sche Wurstspezialität.

Wilde Katze im Naturpark verdient sich Platz in diesem Blog

Die Kat­ze war erst drei Mona­te alt. Aber dafür war sie manch­mal ganz schön frech. Sie ver­barg sich unter einer Tisch­de­cke. Von dort aus schlug sie den Rad­ler, wäh­rend er auf der Dach­ter­ras­se in der Mor­gen­son­ne sei­ne Aben­teu­er am Rio Due­ro auf­zu­schrei­ben ver­such­te. Erst nach­dem er sie in ihrem Körb­chen ein­ge­sperrt hat­te, beru­hig­te sie sich. Aber sie war auch etwas erschro­cken über solch eine Maß­nah­me. Nach­dem der Rei­sen­de ihr bra­ves Ver­hal­ten abver­langt hat­te, ließ er sie wie­der frei. Und sie hielt sich an die Abma­chung. Daher hat die einst böse Kat­ze im Par­que Arri­bes del Due­ro nun auch einen Platz in die­sem Blog ver­dient. Sie ver­ewigt sich hier als bis­her in Form eines bis­her noch nie im Blog gebrach­ten Katzenbildes. 

Dem gesellt sich bald noch das Por­trät eines Hun­des im Natur­park Ser­ra da Est­re­la im Cen­tro de Por­tu­gal dazu. Denn es zieht den Rei­sen­den in den Distrikt Guar­da. Dort liegt die Haupt­stadt der Bei­ra Alta in der Nähe des Rio Dou­ro am Ran­de des gro­ßen Natur­parks. Und der höchs­te Berg Kontinental-Portugals.

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Radeln im Parque Arribes del Duero

Radeln im Par­que Arri­bes del Due­ro: Und was für eine spek­ta­ku­lä­re und daher schüt­zens­wer­te Gegend! Seit heu­te Mit­tag radelt der Rei­sen­de im Ein­zugs­be­reich des Rio Due­ro durch den Natur­park. Die­ser liegt grob zwi­schen Zamo­ra, Miran­da Do Dou­ro sowie Figuei­ra de Cas­te­lo Rodri­go. Zunächst sah er sich die schö­ne und uner­war­te­te Kathe­dra­le in Miran­da an. Sie thront hoch oben über dem Fluss Dou­ro. Er bil­det dort die natür­li­che Gren­ze zwi­schen Por­tu­gal und Spanien.

Dann kehr­te er nach Kas­ti­li­en und León in Spa­ni­en zurück und fuhr durch den Park. Dies Tour wird noch gut 150 Kilo­me­ter in Rich­tung Süden gehen. Dort fand er knor­ri­ge Bäu­me in einer hüge­li­gen Land­schaft, Scha­fe und Schlan­gen, ein­sa­me Sin­gle-Trails, die auch durch ver­brann­te Erde führ­ten. Dabei ver­fol­gen ihn auch hier und da ver­rück­te Hun­de: je klei­ner, des­to fre­cher. Sie tun einem aber nichts frei nach dem Prin­zip: Bel­len­de Hun­de bei­ßen nicht. Zum Aus­gleich gibt es nur weni­ge Autos. Aber was wäre eine Rad­rei­se auf der Ibe­ri­schen Halb­in­sel ohne Hun­de. Wein wie der Ribei­ra do Dou­ro wächst hier nicht in gro­ßen Men­gen. Die gro­ßen Gebie­te in Por­tu­gal mit den vin­has kom­men noch. Hier ist es wohl zu flach für Wein. Sobald die Rou­te von Sal­to de Sau­cel­le nach Bar­ca d’Al­va führt, kom­men die ers­ten gepfleg­ten Weingüter. 

Für den Schutz der Land­schaft müss­te der Staat viel mehr tun. Der Rei­sen­de sieht zwi­schen Zamo­ra und Miran­da vie­le Mono­kul­tu­ren ohne Hecken. Bewuchs könn­te den Grund­was­ser­spie­gel hoch­hal­ten und Ero­si­on ver­hin­dern. Und auch etwas für Insek­ten tun, soweit er bio­lo­gisch dazu in der Lage sind. Die in vie­len Gär­ten in Deutsch­land zu sehen­den Tuja-Hecken sind zum Bei­spiel wert­los. Seit Wochen schon hat es hier nicht gereg­net, sagen die Leu­te. Jetzt erfreut er sich an Sar­del­len und Tor­til­la in der leb­haf­ten Bar Mon­te­cris­to in Fer­mo­sel­le. Dort gibt es auch eini­ge Hotels zum Über­nach­ten beim Radeln im Par­que Arri­bes del Duero.

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