Jetzt im TV: Naturparks in Europa

Jetzt im TV: Natur­parks in Euro­pa. Aktu­ell ver­sorgt der Rei­sen­de euch mög­lichst regel­mä­ßig mit TV-Dokus über Kul­tur und Rei­se. Im Zen­trum ste­hen belieb­te Zie­le in Euro­pa, die jetzt im Fern­se­hen lau­fen. Dies­mal sind nach der Mas­se an Dokus in der ver­gan­ge­nen Woche nur Deutsch­land, Por­tu­gal und Öster­reich ver­tre­ten. Am meis­ten erfah­ren die Zuschau­er dies­mal über Desti­na­tio­nen in Deutsch­land. Das liegt wohl an Coro­na man­gels Rei­se­mög­lich­kei­ten liegt.

Emp­feh­len kann der Rei­sen­de einen Film über Natur­parks in Por­tu­gal. Er sah ihn bereits. Die Ser­ra da Est­re­la kennt er gut, da er dort mehr­fach recher­chier­te, einen Rei­se­füh­rer dar­über ver­fass­te. Die Regi­on liegt im Cen­tro de Por­tu­gal. Sie besticht durch hohe Ber­ge und Juwe­len-Dör­fer. Und sie ist gut mit dem Rad zu berei­sen. Denn die Stre­cken sind auf der von zu emp­feh­len­den Rund­stre­cke nicht steil. Zwei Wochen kannst Du die Regi­on ohne Mus­kel­ka­ter erkunden.

Naturpark Peneda-Gerês

Gera­de schau­te der Rei­sen­de nach, wo der Natur­park Pene­da-Gerês liegt. Dabei stell­te er fest, dass er schon nah dran war, als er von Sant­ia­go de Com­pos­te­la über All­ariz nach Alber­gue­ria fuhr. Daher kann er sich auch vor­stel­len, wie es dort aus­sieht. Es ist ber­gig. Er kur­bel­te auf Ser­pen­ti­nen stun­den­lang berg­auf und ‑ab, genoss Aus­bli­cke, Adler und Gei­er und Cafés in Dör­fern. Eine in einer hoch gele­ge­nen Sied­lung ober­halb eines Stau­sees leben­de alte Frau stöhn­te „Mein Gott“, als sie den Rad­ler her­auf­kom­men sah. Wahr­schein­lich mal­te sie sich des­sen Lei­den aus. Aber da es auch lan­ge Täler gibt, konn­te er sich immer wie­der mal aus­ru­hen. Außer­dem ver­brennt er immer ordent­lich Kalo­rien. Neu­lich radel­te er 123 Kilo­me­ter auf einer der schöns­ten Rad­stre­cken von Müns­ter nach Wett­rin­gen und wie­der zurück: 2760 Kalo­rien. Viel muss­te er bei der Por­tu­gal-Tour also nicht heraufschleppen.

Außer ihm radel­ten auch zwei Mädels mit Zelt durchs Dorf. Sonst schei­nen fast nur Pil­ger auf dem Jakobs­weg durch­zu­kom­men. Daher hielt mich die Frau wohl für etwas Beson­de­res. Ich reagier­te spä­ter ähn­lich ent­setzt, als ich Spu­ren der Ver­wüs­tung durch Bau­ar­bei­ten ent­lang der Ser­pen­ti­nen sah. Ein Tun­nel wur­de ver­brei­tert, um eine Schnell-Ver­bin­dung für Züge von A Coru­ña nach Madrid her­zu­stel­len. Ein Jäger ver­si­cher­te dem deut­schen Bike­pa­cker, dass die­se Spu­ren bald wie­der besei­tigt würden.

Eifel auch Thema

Sonst gibt es im Fern­se­hen viel über die Eifel zu sehen. Da vor den Toren Bonns, wor­über auch eine Doku läuft, wan­de­re ich dort oft mit Freun­den. Beson­ders Kur­gäs­te wis­sen die Gegend zu schät­zen, da es zum Bei­spiel gesun­des Ther­mal­was­ser in Bad Neu­en­ahr gibt. Neu­lich las ich, dass aktu­ell in der Gegend um Hel­len­thal Nar­zis­sen blüh­ten. Vie­le Gebie­te wür­den gelb leuch­ten. Ich ken­ne das nur vom Gins­ter, der ab dem Som­mer blüht. Emp­feh­lens­wert ist auch eine Wan­de­rung bei Maria Laach. Denn dort spru­delt Koh­len­säu­re an die Ober­flä­che eines Sees. Die Gegend steckt vol­ler Maa­re. Vul­ka­ne sind sogar aktiv, wenn auch nur schwach. 

Es gibt also auch in Coro­na-Zei­ten viel in der eige­nen Gegend zu ent­de­cken, wenn Du so mutig bist, alte Wege zu ver­las­sen und neue zu beschrei­ten. Und nun zu: Jetzt im TV: Natur­parks in Europa.


SoMoDiFr
Deutsch­landEifel – Die schöns­ten Bade­seen und Tal­sper­ren, WDR, 15.00 Uhr

Wil­de Eifel – Grü­nes Herz im Wes­ten, WDR, 15.15 Uhr

Wan­de­run­gen von der Mosel bis an den Rhein, SWR, 15.45 Uhr
Von der Elbe bis zur Ems, NDR, 20.15 UhrBoom­town Bonn, Neu­er Glanz in alter Haupt­stadt, Phoe­nix, 17.15 UhrDas grü­ne Herz West­fa­lens, ein Wald im Wan­del, WDR, 20.15 Uhr

Wat­ten­meer, Klei­ne Inseln, gro­ße Chan­cen, NDR, 20.15 Uhr
Öster­reich
Alpen­ju­we­len – Zu Fuß von der Zug­spit­ze nach Bozen, SWR, 15.45 Uhr

Por­tu­gal
Natur­parks in Por­tu­gal, Pene­da-Gerês, Ser­ra da Est­re­la, arte, 17.50 Uhr

Natur­parks in Por­tu­gal, Madei­ra, arte 18.30 Uhr

Natur­parks in Por­tu­gal, Rio For­mo­sa, arte, 17.50 Uhr

TV-Dokus Rei­se und Kultur
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Jetzt im TV: Ahr und Weserradweg

Jetzt im TV: Ahr und Weser­rad­weg. Aktu­ell ver­sorgt der Rei­sen­de euch mög­lichst regel­mä­ßig mit Dokus über Kul­tur und Rei­se. Im Zen­trum ste­hen belieb­te Zie­le in Euro­pa, die an den nächs­ten Tagen im Fern­se­hen lau­fen. Dies­mal ist die Aus­wahl sehr breit mit Zie­len in Frank­reich, Öster­reich, Spa­ni­en und Schwe­den. Frank­reich, Nor­we­gen und wie­der ein­mal Däne­mark blei­ben dies­mal außen vor. Fast jeden Tag ist das Mit­rei­sen auf dem Sofa also garantiert.

Wie­der ein­mal hoch­wer­tig nach Spa­ni­ens ein­zig­ar­ti­ger Wald­land­schaft ver­gan­ge­ne Woche scheint auch ein Bei­trag über Ibe­ri­ens wil­de Viel­falt zu wer­den. Kein Wun­der! Der Rei­sen­de hört oft von Por­tu­gie­sen und Spa­ni­ern, dass sie nicht ins Aus­land reis­ten, weil sie sowie­so alles hät­ten: Ber­ge, Meer und Wüs­ten. Es gibt Ski­ge­bie­te wie in Andor­ra und in der Ser­ra da Est­re­la.

Keltengrab und Ritter Maximilian

Recht viel wird über Öster­reich gebracht. Erfreu­lich sind die his­to­ri­schen Bei­trä­ge über ein Kel­ten­grab im Umland von Salz­burg. Und über den letz­ten Rit­ter Maxi­mi­li­an im 16. Jahr­hun­dert: Er ist zu emp­feh­len, da gut gemacht. Denn Maxi­mi­li­an hei­ra­te­te Maria von Bur­gund aus macht­po­li­ti­schen Grün­den. Dem Habs­bur­ger Haus gelang durchs rei­che Flan­dern der end­gül­ti­ge Auf­stieg zur Welt­macht. Und es ent­stand sogar ech­te Lie­be zwi­schen Maxi­mi­li­an und Maria.

Radeln an Ahr und Weser

Auf den NDR-Bei­trag über den Weser­rad­weg ist der Rei­sen­de auch sehr gespannt. Denn dort war der Rei­sen­de selbst schon eini­ge Male unter­wegs. Die Stre­cke durchs Weser­berg­land ist der schöns­te Abschnitt, ein unter­schätz­tes Gebiet. Die Weser ist dort weit­ge­hend noch natür­lich. Es gibt vie­le Auen, kei­ne gewerb­li­che Schiff­fahrt, nur Frei­zeit­sport­ler. Tie­fe Wäl­der zum Wan­dern und Radeln und wirk­lich freund­li­che Men­schen. Und ein hoch­wer­ti­ges Kul­tur­ange­bot, wenn der Bike­pa­cker allei­ne an Cor­vey, Weser­re­nais­sance und Por­zel­lan aus Fürs­ten­berg denkt. 

Ein tol­les Ziel ist aber auch das Ahr­ge­bir­ge vor den Toren Bonns. Dar­über berich­tet heu­te der SWR. Wenn Durch­strei­fen & Erle­ben dort wan­dert oder radelt, fühlt er sich bei man­chen Etap­pen wie im Süden Euro­pas. Dies liegt zum einen an der Vege­ta­ti­on mit Pflan­zen, die es auch im Süden gibt. Zum ande­ren liegt es an der Wär­me, die an gewis­sen Stel­len über 60 Grad errei­chen kann. Daher füh­len sich dort Rep­ti­li­en wohl. Aber auch Wein gedeiht dort. Den Wein emp­fin­det der Rei­sen­de als wohl­schme­ckend. Beliebt ist die Zeit der Wein­le­se. Eine der schö­ne­ren Wan­der­stre­cken ist die Etap­pe von Insul über Liers nach Kreuz­berg, zumal die­se nicht über­lau­fen ist.

Aller­dings ist die Gegend dann der Fes­te wegen völ­lig über­lau­fen. Vie­le Auto­fah­rer zieht es dann in die Dör­fer rund um Ahr­wei­ler statt mit Bahn oder Rad zu kom­men. Die Anbin­dung an den Zug ist ziem­lich gut.

Ein­schal­ten über “Jetzt im TV: Ahr und Weser­rad­weg” also nicht vergessen!


SaSoDiDoFr
Deutsch­landUnter­wegs im Ahr­ge­bir­ge, SWR, 14 Uhr

Selbst­ver­such Pil­gern. Auf dem Jakobs­weg von Ful­da nach Frank­furt, HR, 21.00 Uhr
Erleb­nis Weser­rad­weg, Von Hann. Mün­den bis Nien­burg, NDR, 20.15 Uhr
Öster­reichNatur­pa­ra­dies See­feld, arte, 15.00 Uhr

Das Geheim­nis des Kel­ten­gra­bes, ZDF Info, 19.30 Uhr


Ein­ge­schenkt. Wein­land Öster­reich, 3sat, 11.45 UhrMaxi­mi­li­an. Das Spiel von Macht und Lie­be, 3sat, 201.5 Uhr
Por­tu­gal
Die Azo­ren. Grü­nes Insel­pa­ra­dies, 3sat, 13.35 Uhr
Madei­ra, Urlaubs­pa­ra­dies, NDR, 20.15 Uhr
Schwe­den


Ich bin Gre­ta, SWR, 23.15 Uhr
Spa­ni­enWil­de Pyre­nä­en, Ber­ge des Lichts, BR. 14.15 UhrIbe­ri­en. Wil­de Viel­falt, Phoe­nix, 20.15 Uhr

TV-Tipps Rei­se und Kultur
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Sexy: ärmste Städte Portugals

Sexy: die zehn ärms­ten Städ­te Por­tu­gals. Ein nach die­sen Kri­te­ri­en zusam­men­ge­stell­ter Urlaub in Por­tu­gal, wäre mal eine ori­gi­nel­le Rei­se: Du kennst sicher auch Ran­kings, in denen die Orte des Lan­des nach bestimm­ten Kri­te­ri­en ermit­telt wer­den. Vor Jah­ren stell­te der Rei­sen­de sein Zelt in einem Dorf in einem Dorf irgend­wo in Mit­tel­schwe­den auf. Dabei spa­zier­te an ihm ein Paar vor­bei. Beim Gespräch stell­te sich her­aus, dass ich in einem der lang­wei­ligs­ten Orte Schwe­dens ange­kom­men war. Eine Zeit­schrift hat­te eine Rang­lis­te mit den lang­wei­ligs­ten Orten des Lan­des auf­ge­stellt, der das Paar folg­te. Die Mücken aber fan­den uns gar nicht lang­wei­lig, son­dern stürz­ten sich gie­rig auf uns. Den Namen des Ortes hat der Rei­sen­de lei­der vergessen.

In Por­tu­gal haben jetzt Jour­na­lis­ten ermit­telt, wel­che Orte die gerings­te Kauf­kraft besit­zen. Her­aus­ge­kom­men ist dabei: arm, aber sexy. Denn arm zu sein, heißt nicht unbe­dingt gleich häss­lich. Ein Autor des sehr guten Maga­zins Vor­tex hat die Top Ten der Städ­te zusam­men­ge­stellt, die zugleich tou­ris­tisch attrak­tiv sind. 

Vor­tex ist für den Rei­sen­den das bes­te Por­tal, was Rei­sen mit Hin­ter­grund angeht. Geo Sai­son oder Norr kön­nen bei wei­tem nicht mit­hal­ten. Der Ver­fas­ser erläu­tert die Geschich­te der Städ­te und fin­det, dass die Orte tou­ris­tisch sehens­wert sind. Auf Platz 6 bis zehn lie­gen Pen­al­va do Cas­te­lo, Vin­hais, Resen­de, Ribei­ra de pena und Baião. Wer aber die Top 5 sind, erfährst Du hier.

Wür­de dies doch auch so bei uns mit den ärms­ten Städ­ten zutref­fen: Sexy: die zehn ärms­ten Städ­te Deutsch­lands oder der Schweiz. Was wäre das für eine Schlag­zei­le: Duis­burg, arm, aber sexy.

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Rätselhaftes Schweden

In jüngs­ter Zeit habe ich über Fil­me, gute Lite­ra­tur und Rei­sen viel Inter­es­san­tes über Schwe­den erfah­ren. Zum Bei­spiel, dass die deut­sche Bot­schaft in Stock­holm durch schwe­di­sche Sym­pa­thi­san­ten der RAF besetzt wur­de. Oder dass die Königs­fa­mi­lie vie­le Jah­re mit einer Yacht nach Madei­ra segel­te, um dort Urlaub zu machen. Dass ein Leib­arzt der Köni­gin zwei präch­ti­ge Vil­len besaß, die man noch heu­te auf Capri und am See Sil­jan in Dalar­na besich­ti­gen kann. Oder dass die Welt­macht Schwe­den wäh­rend des Drei­ßig­jäh­ri­gen Krie­ges von einer Frau regiert wurde.

Hast Du das alles gewusst? Wer noch mehr inter­es­san­te Fra­gen in einem Quiz der Süd­deut­schen Zei­tung beant­wor­ten möch­te, kann die­se jetzt hier lösen.

Rät­sel­haf­tes Schweden

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Weit draußen im Atlantik

Weit drau­ßen im Atlan­tik: Wisst ihr, dass Por­tu­gal mehr ist als nur der schma­le Strei­fen auf der Ibe­ri­schen Halbinsel?

Der Staat besitzt weit weg im Atlan­tik klei­ne Inseln, die noch aus der Kolo­ni­al­zeit übrig geblie­ben sind. Nach und nach fie­len die Kolo­nien ab. Oder sie wur­den von ande­ren Natio­nen über­nom­men wie klei­ne Han­dels­stütz­punk­te in Asi­en, Bra­si­li­en. Spä­ter folg­ten noch Ango­la und Mosambik.

Übrig geblie­ben aus Über­see ist Madei­ra. Vor eini­ger Zeit durf­te der Rei­sen­de auf Ein­la­dung die Insel besu­chen. Ihn berühr­te die scheue, fast devo­te Art der Bewoh­ner, der er zum ers­ten Mal in einem süd­eu­ro­päi­schen Land begeg­ne­te. Die Men­schen schie­nen sich dort fast unsicht­bar zu machen. Por­tu­gie­sen sind ohne­hin die ruhigs­ten Bewoh­ner Süd­eu­ro­pas. Dies war das Ein­drucks­volls­te, wor­an sich der Rei­sen­de erin­nert, was Por­tu­gal angeht. Unerwartet!

Reporterin des Telegraph auf Madeira

Auch die eng­li­sche Zei­tung “The Tele­graph” hat sich Madei­ra ange­schaut. Lasst euch über­ra­schen, was Repor­te­rin Sarah Bax­ter beson­ders auf­ge­fal­len ist. Sie fängt ihren leben­dig ver­fass­ten Arti­kel über Madei­ra dra­ma­tisch an. Der Wind schüt­tel­te das Flug­zeug beim Anflug auf den Flug­ha­fen Cris­tia­no Ronal­do. Ihr Fens­ter füll­te sich mit blau­er Dünung und wei­ßen Pfer­den. Sie sah also die Far­ben des Atlan­tiks. Die Lan­dung nahm dann aber wie­der die rich­ti­ge Rich­tung an. Dabei rüt­tel­te der Wind das Flug­zeug noch an den Sei­ten. Dann sah sie die Lan­de­bahn auf Pfei­lern im Meer, „expo­niert und gefährlich“.

Der Pilot habe die Pas­sa­gier­ma­schi­ne in Posi­ti­on gebracht. Näher und näher sei die Maschi­ne ihrem Ziel gekom­men, bei­na­he schon da – doch dann. Mit einem letz­ten Schub der Maschi­ne sei alle an Bord auf­wärts getor­kelt, wie­der an den Him­mel gebun­den. Der Das Tisch­ge­stell trat zurück. Dies­mal gewann das Wet­ter. Es brauch­te eini­ge Ver­su­che, um den Cris­tia­no Ronal­do-Flug­ha­fen anzu­flie­gen, ein Begriff so trick­reich wie die Füße des Namens­ge­bers. Der Flug­ha­fen ist bekannt als eines der schwie­rigs­ten Lan­de­ge­bie­te der Welt, schreibt Bax­ter. Dies lie­ge an den die Lan­de­bahn peit­schen­den Quer­win­den. Dies erschei­ne ganz als gegen­sätz­li­che Ein­füh­rung in eine Insel, die häu­fig als ruhig, kon­ven­tio­nell, viel­leicht sogar nett-aber-lang­wei­lig gel­te. Wie auch immer, die­se Vor­stel­lung wer­de gera­de herausgefordert.

All die guten Din­ge über Madei­ra exis­tier­ten noch – die Sicher­heit, Gast­freund­lich­keit, exo­ti­sche Blu­men, gera­de drei Stun­den von der Hei­mat ent­fernt. Aber eine neue Kam­pa­gne, Madei­ra Oce­an Trails, beab­sich­ti­ge die Mög­lich­kei­ten zum Aktiv­ur­laub her­vor­zu­he­ben, spe­zi­ell die wach­sen­de Zahl der Pfad­läu­fer und Wanderer.

Wandern und Extremsport

Topo­gra­phisch fal­le Madei­ra kon­stant über sich selbst – sie sei ein Knüp­pel vul­ka­ni­schen Basalts, wil­des Grün, tie­fe Mul­den und knor­ri­ge Berg­ket­ten; es sei kaum ein fla­ches Stück zu fin­den. Jetzt wer­de die­ses Ter­rain erkannt als per­fek­ter Spiel­platz für die­je­ni­gen, die Aben­teu­er zu >Fuß suchten.

So, fade? Kei­ne Chan­ce. Die Insel – wie auch deren Flug­ha­fen – sei pas­send, um einen seit­wärts zu klop­fen. Extrem­sport sei nicht neu für Madei­ra. Seit Mit­te des 19. Jahr­hun­derts die Ein­hei­mi­schen der Nach­bar­schaft des Mon­te sei­en mit Korb­schlit­ten die stei­len Gas­sen hin­un­ter in die Haupt­stadt Fun­chal heruntergekommen.

Ernest Heming­way – ein Mann, nicht unver­traut mit der Suche nach Span­nung – bezeich­ne­te dies als „anre­gend“. Heu­te stroh­be­deck­te Fuß­we­ge (car­rei­ros) steu­er­ten noch hei­te­re Tou­ris­ten her­un­ter in die­sen Ham­mern auf Ski­er, dabei Geschwin­dig­kei­ten bis zu 50 Stun­den­ki­lo­me­ter errei­chend. „Ich sah von oben, wie sich die Fah­rer abstie­ßen, ihre flat­tern­den wei­ßen Hosen, vor Freu­de keu­chen­de Fluggäste.

Vor­bei an den Rod­lern ent­schied sich die Autorin für eine All­rad-Tour, um die Boden­wel­len Madei­ras bes­ser ken­nen­zu­ler­nen. Am Rad war ihr Füh­rer Ricar­do Car­val­ho, anschei­nend halb Mann, halb Jeep, so har­mo­nisch sei er mit sei­nem Fahr­zeug ver­schmol­zen. Sie habe sich gefragt, ob, gera­de wie Pilo­ten benö­ti­gen ein Extra-Trai­ning, um auf dem Flug­ha­fen zu lan­den, Fah­rer mögen errei­chen eine Zusatz­qua­li­fi­ka­ti­on, um die Stra­ßen anzugreifen.

Eini­ge „Stra­ßen“ sei­en kaum als sol­che zu bezeich­nen – sie sei­en eher Ski­pis­ten. Aber Ricar­do sei gelas­sen gewe­sen, als er sie auf Tour im Osten der Insel genom­men habe, schwin­gend wie im Flug um fie­se Ecken, hupend, Bana­nen­stau­den „bürs­tend“, fast abwei­dend die Sei­ten der an den Hügeln lie­gen­den Häu­ser. „Grif­fe und Brem­sen“, zitiert sie Ricar­do, „erset­zen wir ständig.“

Steile Hänge für Bauern

Mit dem Fahr­zeug sei­en so Euka­lyp­tus- und Pini­en­wäl­der belebt wor­den, vor­bei an Mimo­sen, exo­ti­schem Bam­bus und Zucker­rohr. Eben­so sei­en land­schaft­li­che Abkür­zun­gen über Hügel, wo schwin­del­erre­gen­de Ter­ras­sen Kar­tof­feln, Broc­co­li, Brun­nen­kres­se und Reben nähr­ten, gemeis­tert wor­den. Es muss unglaub­lich guter Boden für die Insu­la­ner gewe­sen sein, um sich dabei zu quä­len, die­se stei­len Hän­ge zu kul­ti­vie­ren, sin­niert die Autorin.

„Sie konn­ten kei­ne Maschi­nen ver­wen­den, daher war es nicht so hart für sie“, lässt sie Bax­ter sagen. „Noch heu­te erle­di­gen die Bau­ern alles per Hand“. Wie auf Kom­man­do habe ein alter Mann mit fla­cher Müt­ze einen Eimer mit Kar­tof­feln erho­ben auf der stei­len Stra­ße seit­lich von ihnen. Der frucht­ba­re Boden schien in sei­ner Pro­duk­ti­vi­tät unbe­grenzt, die der den Leva­das ver­dankt, einem Netz­werk aus Kanä­len, das die Fel­der wäs­sert. Por­tu­gie­sen hät­ten Madei­ra vor 600 Jah­ren ent­deckt, die Leva­das stamm­ten aus die­ser Epoche.

Kostbares Nass in den levadas

Sie lei­ten kost­ba­res Nass aus den leben­di­gen, schwamm­ar­ti­gen Lor­beer­wäl­dern auf die durs­ti­gen Ter­ras­sen. Über Madei­ra hin­weg zieht sich das mehr als 2000 Kilo­me­ter lan­ge Leva­da-Netz­werk, tröp­felnd wie Adern. Die Pfa­de ent­lang der Kanä­le gli­chen einer gro­ßen Zeich­nung mit phan­tas­ti­schen Rou­ten für Wanderer.

„Ich folg­te eini­gen kur­zen Leva­da-Abschnit­ten, die einen Spa­zier­gang am Ribei­ro Frio ein­schloss. Auf der Rou­te tröp­fel­te und atme­te der Wald – du konn­test das Leben in ihm spü­ren. Als ich durch moo­si­ge Baum­stäm­me und bär­ti­ge Flech­ten streif­te, traf ich auf ein Café, das pon­cha ver­kauf­te, loka­len Schnaps“, erzählt Bax­ter. Die­ser set­ze sich zusam­men aus Zucker­rohr, Honig, Zucker und Zitro­ne. Vom Bal­kon des Cafés habe die Autorin dann die Aus­sicht genos­sen. Dabei habe sie sich ange­sichts eines unter ihr befind­li­chen Was­ser­falls wie in Chi­na gefühlt, also in einer mys­ti­schen nebe­li­gen Szene.

Von dort sei sie mit Ricar­do zur Quin­ta do Furão gefah­ren, wo ihnen einen köst­li­ches Mahl mit Degen­fisch und Napf­schne­cken-Risot­to ser­viert wor­den sei. Vom Tisch der Veran­da aus habe sie über die Nord­küs­te der Insel bli­cken kön­nen, „eine Küs­te mit einer ziem­li­chen Beu­le“. Die vol­le Kraft der herr­schen­den Wind lie­ßen die Klip­pen bis hin zur Unter­wer­fung ero­die­ren; Fel­sen fie­len ein­fach in den Schaum.

Piraten auf Madeira

Gera­de­wegs unter dem Restau­rant erblick­te Bax­ter ein Stück Land zum Ver­kauf. Es sei über­wach­sen gewe­sen, uner­reich­bar, voll­kom­men unprak­tisch. In ihr sei der Tag­traum ent­stan­den, es zu kau­fen, dar­auf ein Zelt auf­zu­stel­len und dann das wei­te­re Leben über die wil­de feind­li­che Küs­te zu schau­en. Ricar­do selbst gestand ihr, Pira­ten­blut in sich zu haben. „Madei­ra wur­de wäh­rend des 16. Jahr­hun­derts häu­fig von Pira­ten atta­ckiert“, erzählt er ihr.

„In den Jah­ren danach sind vie­le Kin­der mit unbe­kann­tem Vater auf die Welt gekom­men – mei­ne Fami­lie betraf das auch. Daher mag ich es wohl, mor­gens Rum zu trin­ken.“ 1566 lan­de­te der fran­zö­si­sche Pirat Bert­rand de Mont­luc vor Fun­chal. Er wüte­te unter den Ein­hei­mi­schen, wobei hun­der­te von ihnen umka­men. Danach sei­en Fes­tun­gen errich­tet wor­den zum Schutz des Eilands. „An der Nord­küs­te muss­ten nicht vie­le errich­tet wer­den“, fügt er spä­ter hin­zu, als er dort mit Bax­ter an einer Mau­er aus unüber­wind­li­chem Fel­sen betrachtet.

Oder wäre es das gewe­sen“ Eini­ge Tage spä­ter habe sie sich an solch einem Wall befun­den, gehau­en über einer Ril­le an den Klip­pen. Dort sei Was­ser her­un­ter­ge­strömt, Gebüsch in die Wel­len dar­un­ter gestürzt. An die­sem Tag sei Ser­gio vom Go Trail Madei­ra ihr Füh­rer gewe­sen, um einen der Mee­res­pfa­de der Insel zu erkunden.

Ultra Trail (MUIT) weit draußen im Atlantik

Dort sei es spek­ta­ku­lär gewe­sen, nicht umsonst der letz­te Teil des Ultra Trails der Insel (MUIT), der bei ihrer Ankunft bereits den zehn­ten Jah­res­tag gefei­ert habe. Über 115 Kilo­me­ter lang sei die­ser Wett­be­werb, bei dem Por­to Moniz im Nord­wes­ten und Machi­co im Süd­os­ten mit­ein­an­der ver­bun­den wür­den. Inte­griert wür­de der mit 1862 Metern höchs­te Berg der Insel, der Pico Rui­vo. Bax­ter selbst tes­te die zwölf Kilo­me­ter lan­ge Etap­pe zwi­schen Por­to da Cruz und Machi­co mit­tels des soge­nann­ten Ver­eda do Larano-Pfades.

Los­ge­gan­gen sei es ab Engen­hos do Nor­te, wo es auch eine dampf­ge­trie­be­ne Rum-Destil­le­rie gebe. Doch zum Trin­ken habe es kei­ne Zeit gege­ben. Hin­ter Por­to da Cruz begin­ne ein Küs­ten­weg, den an die­sem Tag Wel­len benetzt hät­ten, bevor es wei­ter ins Hin­ter­land gegan­gen sei. Dort gebe es gra­sen­de Tie­re auf Wei­den zu sehen. Der Pfad fol­ge fla­chen Leva­das. Mit­un­ter ver­lau­fe der Weg auf Klip­pen, win­de sich auf Fel­sen, von denen man bis nach Pon­ta de São Lou­ren­ço kom­me – Madei­ras öst­lichs­ter Punkt.

Madei­ra mit der sel­ten fla­chen, dünn besie­del­ten Wild­nis, sei wie gemacht fürs Trail-Ren­nen, also fürs Lau­fen im Gelän­de. In den letz­ten Jah­ren habe der Sport hier stark zuge­nom­men mit loka­len Ren­nen im Kalen­der. Gro­ße Namen der Sze­ne hät­ten sich dazu ein­ge­fun­den. Der bes­te Ath­let Por­tu­gals, Luis Fer­nan­des, stam­me sogar von Madei­ra. Aber man müs­se kei­ne Berg­zie­ge oder oder Wett­läu­fer sein, um die Stre­cken bewäl­ti­gen zu kön­nen, meint Bax­ter. Die Idee hin­ter den Trails sei eher ein Men­ta­li­täts­wan­del; die­ser las­se die Welt wis­sen, dass das siche­re Madei­ra auf­re­gen­de Rou­ten zu bie­ten habe, egal wel­ches Tem­po man ein­schla­gen wolle.

Sie habe sich am nächs­ten Tag defi­ni­tiv fürs lang­sa­me Lau­fen ent­schie­den, als sie an der Nord­küs­te bei Por­to Moniz zum höchs­ten Pla­teau im Gebiet von Fanal her­auf­ge­stie­gen sei, ein schar­fer Auf­stieg auf gut 1000 Meter. Dies sei auch die Etap­pe des Trail-Laufs; so wie sie gepus­tet und geschnauft habe, über Moo­se gehüpft, Far­ne gestreift und über Wur­zeln geschrit­ten sein, hät­te sie sich kaum vor­stel­len kön­nen, ihre hun­dert Kilo­me­ter bewäl­ti­gen zu können.

Auf dem Plateau von Funal

Als sie das Pla­teau erreicht habe, waber­te über­all Nebel; einen Aus­blick habe es nicht gege­ben. Doch es sei über­wäl­ti­gend gewe­sen. Fanal gehö­re zu Madei­ras feins­ten, von der UNESCO gelis­te­ten, Lau­ri­sil­va, den ers­ten Lor­beer­wald, der gro­ße Tei­le Süd­eu­ro­pas vor über 40 Mil­lio­nen Jah­ren bedeckt habe. Heu­te sei er nur noch sel­ten. Hoch oben sei es wie im Mär­chen gewe­sen. Die Bäu­me sei­en wie Geis­ter erschie­nen, Gespens­ter im Dunst mit krum­men Glied­ma­ßen. Sie wirk­ten wie Groß­vä­ter, gebeugt, bär­tig und wei­se. „Alles, was ich tun konn­te, war anzu­hal­ten und sie zu lieb­ko­sen.“ Ruhe kam in ihr auf. Sie habe den alten Wald wie Bal­sam durch die Schu­he in sich auf­ge­nom­men, zusam­men mit den Pfüt­zen des letz­ten Regengusses.

Am Nach­mit­tag sei sie nach Fun­chal zurück­ge­kehrt. Bei einem Glas pon­cha habe sie sich den Kar­ne­vals­um­zug im Gewirr von Federn und Strings ange­se­hen. Sie habe sich gewünscht, auch den Umzug der Diens­tags­pa­ra­de zu sehen. Der Taxi­fah­rer habe ihr auf dem Weg zum Flug­ha­fen erzählt, dass die­se Dum­mer Kar­ne­val genannt wer­de. „Jeder darf dar­an teil­neh­men. Die Leu­te zie­hen an, was sie wol­len, Poli­ti­ker wer­den auf die Schip­pe genom­men. Dies gleicht mehr einer Gesell­schafts­sa­ti­re.“ Dies habe mehr nach der Insel geklun­gen, schließt Bax­ter den Arti­kel, die sie gefun­den habe.

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Portugals schönste Bibliotheken

Por­tu­gals schöns­te Biblio­the­ken: In Por­tu­gal hat Lite­ra­tur noch einen rich­ti­gen Stel­len­wert. Es gibt dort aus­ge­spro­chen lie­be­voll ein­ge­rich­te­te Buch­ge­schäf­te wie in Fun­chal auf Madei­ra oder in Por­to. In Fun­chal ist es die Liv­ra­ria Espe­ran­ça, in Por­to die Liv­ra­ria Lel­lo. Dort sind sie rich­ti­ge Schmuck­stü­cke und loh­nen einen Besuch.

In Maf­ra, Coim­bra und sogar in Rio de Janei­ro befin­den sich auch die drei schöns­ten bra­si­lia­nisch-bpor­tu­gie­si­schen Biblio­the­ken. Die Biblio­thek im Palá­cio Nacio­nal de Maf­ra lie­fer­te einst einem Kon­vent wich­ti­ge Infor­ma­tio­nen. Die “Biblio­te­ca Joani­na” gehört zur berühm­ten Uni­ver­si­tät von Coim­bra. Lei­der ist sie aber sehr dun­kel, die berühm­te Decke daher kaum zu erken­nen. Die drit­te in Bra­si­li­en ist das Real Gabine­te Por­tu­guês de Leitura.

Schöne Fotos berühmter Bibliotheken

Die por­tu­gie­si­sche Zei­tung “Publi­co” zeigt in einer Gale­rie schö­ne Fotos berühm­ter Biblio­the­ken. In die­ser dür­fen natür­lich nicht die Biblio­thek des Vati­kan und die des Klos­ters Met­ten in Bay­ern feh­len. Der Rei­sen­de selbst fand bei einem Besuch die Biblio­thek im ehe­ma­li­gen Klos­ter Cor­vey bei Höx­ter sehr impo­nie­rend. Nicht umsonst gehört die­se zum UNESCO-Welt­kul­tur­er­be. Auf dem Fried­hof liegt der berühm­te Dich­ter Hoff­mann von Fal­lers­le­ben begra­ben. Ihm hat Deutsch­land den Text der deut­schen Natio­nal­hym­ne zu ver­dan­ken. The World’s Most Beau­tiful Libra­ri­es, ein schwe­res Werk mit Foto­gra­fien des Ita­lie­ners Mas­si­mo Lis­tri, führt auf 550 Sei­ten die­se Biblio­the­ken auf.

Wer ger­ne Biblio­the­ken besich­tigt, ist auch in Aar­hus gut auf­ge­ho­ben. Dort gibt es mit “Dokk 1” eine modern, aber doch anspre­chend gestal­te­te Stadt­bi­blio­thek. Ein­gang fand die­se foto­gra­fisch im unter Däne­mark-Fans belieb­ten Kalen­der “Aar­hus Stadt des Lächelns”.

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Schwimmbad im Art-déco-Stil

Das sieht rich­tig edel aus. Anti­ke grie­chi­sche und römi­sche Sta­tu­en säu­men den Becken­rand des Schwimm­bads mit Art-déco in Lil­le, Haupt­stadt der Regi­on Flan­dern. Am liebs­ten wür­de der Rei­sen­de jetzt sei­ne Bade­ho­se aus­pa­cken und rein­hüp­fen. Denn noch nie ist er in einem Schwimm­bad im Art-déco-Stil gewesen. 

Eini­ge Muse­en hat er schon in die­ser Art gese­hen wie die schö­ne Casa das Mudas bei einer Rund­rei­se auf Madei­ra. Das kann er für einen Besuch nur emp­feh­len. Es liegt etwa 20 Minu­ten von Fun­chal ent­fernt, zeigt Kunst und Möbel, die ziem­lich kost­bar aus­se­hen, da auf Hoch­glanz poliert. Es gibt eine gute Flug­ver­bin­dung von Frank­furt nach Fun­chal. Aber noch kein Schwimm­bad, pisci­ne auf Französisch.

Das Becken ist vol­ler Was­ser. Es riecht nach Chlor, und die Luft ist feucht. Doch die Ober­flä­che ist glatt wie ein Spie­gel. Schwim­mer sind nicht zu sehen. Denn das Bad in Rou­baix, einer ehe­ma­li­gen Arbei­ter­stadt außer­halb Lil­les, ist nur noch zu Schau­zwe­cken eröff­net — als Musée d’Art et d’In­dus­trie de Rou­baix. 1912 beschloss der Rat der Stadt, dass sich hier Arbei­ter erho­len soll­ten, die in Fabri­ken der Umge­bung tätig waren. Doch der Fol­gen des Ers­ten Welt­kriegs wegen konn­te es erst 1932 eröff­net werden.

Im gro­ßen run­den Fens­ter am Ende der auch für Olym­pi­sche Spie­le geeig­ne­ten Kampf­bahn geht die Son­ne auf. Gel­be Strah­len deu­ten sie an, die sich auch auf der Was­ser­ober­flä­che spie­geln. Über ihr eine glat­te wei­ße Decke, gewölbt wie die Ton­nen­ge­wöl­be gro­ßer Kathe­dra­le. Rings­um gehen auf zwei Eta­gen kunst­voll gemei­ßel­te Gelän­der. Teils ragen Bal­ko­ne her­aus. Von denen konn­ten Bade­gäs­te das Gesche­hen unter sich in der Hal­le beob­ach­ten. Leicht belus­tigt fla­niert der Rei­sen­de durch die Schwimm­hal­le. Denn aus Laut­spre­chern ertö­nen Stim­men und Plät­schern der Bade­gäs­te ver­gan­ge­ner Zei­ten. So wird der Ein­druck erweckt, als lie­fe der Betrieb auch heu­te noch. Sogar Umklei­de­ka­bi­nen exis­tie­ren noch im Schwimm­bad mit Art-déco.

Dem Schwimmbad im Art-déco-Stil folgt das Kunstmuseum LaM

Danach besucht der Rei­sen­de das Kunst­mu­se­um LaM, das eini­ge Kilo­me­ter wei­ter außer­halb von Lil­le liegt. Der Name steht für Lil­le Métro­po­le, musée d’art moder­ne, d’art con­tem­po­rain et d’art brut. Der Rei­sen­de fin­det, die­se Expo­na­te kön­nen durch­aus mit dem Cent­re Pom­pi­dou in Paris mit­hal­ten, das etwas ver­staubt daher­kommt. Man merkt allei­ne am Kon­zept und der Archi­tek­tur, das hier noch ein Team an den Hebeln sitzt, da noch 2004 die Spie­le der Kul­tur­haupt­stadt orga­ni­sier­te. Der Indus­tri­el­le und Kunst­samm­ler Jean Masu­rel (1908–1991) und des­sen Ehe­frau Gene­viè­ve leg­ten 1979 mit der Schen­kung ihrer Samm­lung von Kubis­ten, Sur­rea­lis­ten und ande­ren Gemäl­den die Basis für die Grün­dung des Museums. 

Eine wei­te­re gro­ße Schen­kung erfolg­te zwan­zig Jah­re spä­ter mit der Art-brut-Kol­lek­ti­on von 3.500 Wer­ken der Grup­pe Ara­ci­ne an den Stadt­ver­band Lil­le. Dar­un­ter befin­den sich Wer­ke wie zum Bei­spiel Jean Dubuf­fets’, von dem auch der auf dem Foto abge­bil­de­te weib­li­che Akt stammt.

Noch beein­dru­cken­der fin­det der Rei­sen­de den Skulp­tu­ren­park außer­halb des Muse­ums — mit Wer­ken Picas­sos und Mirós zum Bei­spiel. Und die Gestal­tung der Gebäu­de fin­det er span­nend, die er näher in einem Arti­kel für die öster­rei­chi­sche Zei­tung “Die Pres­se” beschrie­ben hat. Die Rei­se nach Flan­dern hat sich allein für die­sen Tag gelohnt.

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Subtropenparadies auf dem Vulkan

Sub­tro­pen­pa­ra­dies auf dem Vul­kan: So weit drau­ßen im Atlan­tik hat sich der Rei­sen­de bis­her noch nie auf­ge­hal­ten. Am wei­tes­ten war es bis­her auf der Kana­ren­in­sel El Hier­ro. Doch Madei­ra — ein Sub­tro­pen­pa­ra­dies auf dem Vul­kan — unter­schei­det sich deut­lich von den Kana­ri­schen Inseln. Dies gilt sowohl für die Vege­ta­ti­on als auch für die Men­schen. Dies hat sich auf der Madei­ra-Rund­rei­se gezeigt. Gut zu errei­chen ist die Insel über die Ver­bin­dung Frank­furt — Fun­chal mit Umstei­gen in Lissabon.

Feuchter als auf den Kanaren

Auf den Kana­ren hat der Rei­sen­de das Gefühl, nach wie vor in Spa­ni­en zu sein. Selbst im Win­ter ist es dort recht tro­cken. Der Tei­de auf Tene­rif­fa unter­schei­det sich auch nicht so sehr von ande­ren Ber­gen Spa­ni­ens. Hier wie dort wach­sen Pflan­zen wie auf dem Fest­land: Agar­ven und Pal­men. Beson­ders ist Vul­kan­ge­stein, das auf El Hier­ro schwarz ist und auch als Bau­ma­te­ri­al ver­wen­det wird. Je nach Wet­ter­la­ge kann es sich etwas depres­siv auf die Stim­mung aus­wir­ken, wenn man weiß getünch­te spa­ni­sche Häu­ser gewöhnt ist. Aber die Ein­woh­ner sind und blei­ben Spa­ni­er: ein fröh­li­ches Volk.

Auf Madei­ra wan­delt sich das Bild: Es scheint feuch­ter zu sein und daher auch grü­ner. Eine Wan­de­rung führt den Rei­sen­den und sei­ne Grup­pe durch den Par­que das Quei­ma­das. Madei­ra-Wan­der­ur­laub wol­len die Tou­ris­ti­ker der Insel eta­blie­ren, um so auch vom Image der Rent­ner- und Golf-Insel weg­zu­kom­men. An der Sei­te des Wan­der­we­ges plät­schern Rinn­sa­le durch die so genann­ten leva­das. Mit die­sen bewäs­sern Bau­ern ihre Fel­der. Es ist natür­li­ches Was­ser. Dies kommt vor allem auf der nie­der­schlags­rei­chen Nord­sei­te der Insel vor. Hor­ten­si­en wach­sen in Mas­sen am Weges­rand, was optisch den in Schwe­den häu­fig wach­sen­den Lupi­nen ent­spricht. Üppi­ger Blu­men­be­wuchs ist in Spa­ni­en hin­ge­gen sel­ten zu sehen. Hor­ten­si­en wach­sen dort wohl fast nur in Gär­ten. Die Far­be des Vul­kan­ge­steins fällt nicht so ins Auge. 

Fast schon devot

Die Men­schen sind hier ruhi­ger als in Spa­ni­en. Man­che Direk­to­ren wie Kell­ner in den Hotels erschei­nen einem fast schon devot. Das ist der Rei­sen­de nicht so gewöhnt. Und es nervt auch etwas, wenn sich jemand vor einem stän­dig leicht ver­neigt, wenn man sich mit jeman­dem unter­hält oder man das Essen ser­viert bekommt. Viel­leicht liegt es dar­an, dass das der hier manch­mal her­bei segeln­de Adel es so erwar­tet. Prin­zes­sin Vik­to­ria von Schwe­den gas­tier­te hier schon eini­ge Male. Natür­lich schau­en auch ent­spre­chend Ade­li­ge aus Eng­land vorbei. 

Bri­ten machen den Haupt­teil aus­län­di­scher Besu­cher aus. Die­se sieht man dann abends erschöpft vom Golf­platz zurück­kom­men. Es liegt ganz sicher dar­an, dass das Sub­tro­pen­pa­ra­dies auf dem Vul­kan abge­le­ge­ner ist. Die geo­gra­phi­sche Lage formt die Bewoh­ner. Men­schen im Dou­ro-Tal in Nord­por­tu­gal sind wie­der ganz anders. Dort ist die Land­schaft auch medi­ter­ran und nicht atlantisch.

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