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    Größtes Lager für Kriegsgefangene

    Größ­tes Lager für Kriegs­ge­fan­ge­ne: Zum Ver­gleich nach Deutsch­land, um zu sehen, wie man dort wäh­rend des Krie­ges und danach Fried­hö­fe und Denk­mä­ler gestal­te­te: In Nien­ber­ge nahe Müns­ter befand sich wäh­rend des Ers­ten Welt­krie­ges das größ­te Gefan­ge­nen­la­ger Nord­west­deutsch­lands, heu­te als Haus Spi­tal bekannt. Nur ver­ein­zelt kom­men Besu­cher. Ein­sam liegt die im Volks­mund „Rus­sen­fried­hof“ genann­te Kriegs­grä­ber­stät­te, umge­ben von Pla­ta­nen und hei­mi­schen Laub­bäu­men. „Requie­scant in pace“ — „Sie mögen ruhen in Frie­den“ — steht am dop­pel­flü­ge­li­gen Ein­gangs­tor. Auch die grie­chi­schen Buch­sta­ben Alpha und Ome­ga, Anfang und Ende, sind zu sehen. Chris­tus steht an Anfang und Ende allen Seins, umfasst also die Welt­ge­schich­te. Alles ruht in Got­tes Hand. Von deut­schen Sol­da­ten bewacht, ord­ne­ten Gefan­ge­ne…

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    Soldatengräber Prediger des Friedens

    Sol­da­ten­grä­ber Pre­di­ger des Frie­dens: Auf dem größ­ten deut­schen Sol­da­ten­fried­hof Frank­reichs, Neu­ville Saint Vaast bei Arras, streift eine Grup­pe von gut 20, zum Teil täto­wier­ten, rela­tiv jun­gen Besu­chern aus Schott­land über Wege und Rasen­flä­chen. Ob sie auch den Satz Albert Schweit­zers „Die Sol­da­ten­grä­ber sind die gro­ßen Pre­di­ger des Frie­dens“ gese­hen haben? Die­se Aus­sa­ge steht auf einer Tafel im Ein­gangs­tor. Dort erhebt sich auch eine Jesus­sta­tue. Chris­tus steht in der Oster­nacht aus sei­nem Grab auf und trägt die Fah­ne des Sie­ges über den Tod. Der Tod auf dem Schlacht­feld soll­te nicht das Ende bedeu­ten. Einer geschla­ge­nen Nati­on soll­te dies neue Hoff­nung aus christ­li­chem Glau­ben geben. In Neu­ville Saint Vaast ruhen 44.833 deut­sche Sol­da­ten.…

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    Rudyard Kipling gestaltete Gedenkstein

    Rudard Kipling gestal­te­te Gedenk­stein: Die Anla­ge ent­spricht dem Grund­plan eng­li­scher Fried­hö­fe: Um ein Opfer­kreuz und einen Gedenk­stein im Mit­tel­punkt grup­pie­ren sich die Grä­ber. Der schwe­re mas­si­ve Gedenk­stein ist wie ein Altar geformt, ein Sym­bol für den Opfer­tod. Die Inschrift lau­tet: „Their name liveth for ever­mo­re“ (Der Name der Gefal­le­nen lebt auf ewig fort). Rudyard Kipling, der der 1916 gegrün­de­ten bri­ti­schen Kriegs­grä­ber-Orga­ni­sa­ti­on ange­hör­te, hat die­sen Vers dem Buch Sirach ent­nom­men. Rudyard Kipling gestal­te­te den Gedenk­stein. Die See­le der Toten weilt dem­nach hier, auch wenn nie­mand weiß, wo der Sol­dat gestor­ben ist. Und ihre Namen sind das, was bleibt; das bedeu­tet etwas in Großbritannien. Schwie­rig ist die Deu­tung des dane­ben ste­hen­den Kreu­zes.…

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    Architekten gestalteten Soldatenfriedhöfe

    Archi­tek­ten gestal­te­ten Sol­da­ten­fried­hö­fe: Nur weni­ge Schrit­te vom Denk­mal ent­fernt liegt ein wei­te­rer Fried­hof: „Le Trou Aid Post Ceme­tery“ von Fleur­baix. Hier lie­gen 356 Sol­da­ten des Com­mon­wealth begra­ben. Die­ser Fried­hof wur­de von Sir Her­bert Bak­er ent­wor­fen, der auch die Plä­ne für das indi­sche Par­la­ment in Delhi und die heu­ti­ge Resi­denz des süd­afri­ka­ni­schen Prä­si­den­ten in Pre­to­ria gezeich­net hat. Kurz nach dem Krieg rief man die renom­mier­tes­ten bri­ti­schen Archi­tek­ten auf, eine Umge­stal­tung der Mili­tär­fried­hö­fe des Empires zu planen. Über eine stei­ner­ne Brü­cke betre­ten Besu­cher das Tor­häus­chen aus Natur­stein. Jeder soll sich hier so füh­len wie beim Ein­tritt in eine abge­schie­de­ne Welt. In der Hal­le tra­gen sich vie­le der Gäs­te ins offe­ne Besu­cher­buch ein.…

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    Trauer mischt sich mit Stolz

    Trau­er mischt sich mit Stolz: Die aus­tra­li­schen Sol­da­ten sahen ihre Betei­li­gung am Krieg als ehren­vol­len Ein­satz auf dem Wege zu einer aus­tra­li­schen natio­na­len Iden­ti­tät. „Durch den moder­nen Krieg sind vie­le erst­mals dem orga­ni­sier­ten Mas­sen­tod begeg­net“, schreibt der ame­ri­ka­ni­sche His­to­ri­ker Geor­ge L. Mos­se. Über­all habe man die Toten beweint. Aber in die Trau­er habe sich oft ein Gefühl des Stol­zes gemischt, das Emp­fin­den, für eine edle Sache gekämpft und ein Opfer gebracht zu haben. Dem Tod der Sol­da­ten sei so ein Sinn gege­ben wor­den, sie sei­en für ihr Vater­land gestor­ben. „Letzt­lich ging es dar­um“, schreibt Mos­se, „eine an sich uner­träg­li­che Ver­gan­gen­heit erträg­lich zu machen, nicht nur um Trost zu spen­den, son­dern…

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    Kriegsorte in Frankreich besuchen

    Kriegs­or­te in Frank­reich besu­chen: Als der Rei­sen­de zur Pres­se­rei­se „Wege der Erin­ne­rung 1914 — 1918“ ein­ge­la­den wur­de, fühl­te er sich hin- und her­ge­ris­sen. Das Pro­gramm ver­sprach nur Beklem­men­des. Denn es soll­te drei Tage lang über Sol­da­ten­fried­hö­fe, durch Muse­en und zu Schau­plät­zen des Ers­ten Welt­krie­ges gehen. Für Mili­tär­ge­schich­te inter­es­sier­te er sich aber wäh­rend sei­nes Geschichts­stu­di­ums nie. Es gibt Spe­zia­lis­ten, die sich unge­wöhn­lich gut mit Hee­res­be­we­gun­gen, Waf­fen, Mili­tär­fahr­zeu­gen aus­ken­nen und nahe­zu jedes Datum der Schlach­ten auf­zäh­len kön­nen. War­um auch immer! Auf Floh­märk­ten gibt es Bücher über Gene­rä­le, Pan­zer­di­vi­sio­nen und Kriegs­schif­fe. Nur ein­mal kauf­te er sich solch ein Werk, weil ihm ein befreun­de­ter Foto­graf in der Nähe von Trom­sø die Stel­le zeig­te, an der…