Flammenmeer über dem Limfjord

Wenn das nicht eine Lie­bes­er­klä­rung ist: Man­che Dänen haben den Lim­fjord ziem­lich ins Herz geschlos­sen. Er liegt in Nord­jüt­land. In Aar­hus traf ich mal eine Künst­le­rin, die in ihrem Kera­mik­ge­schäft vie­le Erin­ne­run­gen an die Land­schaft ver­teilt hat: ans Licht, an den Sand, an die Stim­mung. Sie stamm­te aus der Regi­on. Heu­te fin­de ich in der däni­schen Tages­zei­tung Ber­lings­ke wie­der eine Art Gedicht. Das gebe ich hier fast unver­än­dert wie­der, weil es auch in mir vie­le Erin­ne­run­gen an Däne­mark weckt. 

„Kann eine Schön­heit wirk­lich Lob dafür bekom­men, dass sie seit Jah­ren an der Was­ser­kan­te liegt, ohne dass es jemand merkt? Ja! Die­ser Schrift­stel­ler kann das unter­schrei­ben. Denn in Løgs­tør ver­brach­te ich mei­ne gan­ze Kind­heit und den Rest mei­ner Jugend, außer wenn ich den Blick vom Bier und dem Mofa Puch Maxien zuwand­te, um die Umge­bung zu ent­de­cken. Aber jetzt mit dem Leben eines Erwach­se­nen und genug Abstand wen­de ich mich rück­wärts, ste­he dann auf dem Abhang des Dor­fes mit frei­er Sicht über den Lim­fjord. Mein Herz schwillt ein biss­chen an. An einem kla­ren Tag mit kobalt­blau­em Him­mel oder bei einem Son­nen­un­ter­gang ver­wan­delt sich der Him­mel in ein Flam­men­meer. Die Gegend wird dann phä­no­me­nal hübsch.”

Dann schwenkt er aber etwas um, macht sich fast lus­tig, wohl däni­sche Iro­nie. Der Poet wird Jour­na­list: Der alte Fischer­ort Løgs­tør auf der Halb­in­sel set­ze jetzt auf Tou­ris­mus. Er ver­mark­te sich als Muschel­dorf und kön­ne mit einem gut funk­tio­nie­ren­den Sport­boot­ha­fen “prah­len”, mit guten Gast­stät­ten, wo man hau­fen­wei­se Muscheln ser­vie­re. Des Ortes „ästhe­ti­sches Pracht­stück“ sei der Kanal Fre­de­riks VII., der 1856 gegra­ben wur­de, um dem Schiffs­ver­kehr zu hel­fen. Mit 4,4 Kilo­me­tern aus­ge­spro­chen lang. Er rei­che von Løgs­tør bis zur Som­mer­haus­sied­lung Len­drup. Den Spaß machen sich Dänen ger­ne mit ihrem hohen Berg an den gro­ßen Seen, mit der 156 Kilo­me­ter lan­gen Gudenå, dem längs­ten Fluss des Lan­des. Alles übri­gens auch zum Durch­strei­fen und Erle­ben gut geeig­net. Ich genie­ße es dort, Kon­zer­te zu höen, zu pad­deln, zu radeln, zu zel­ten und gut zu essen. Zum Lim­fjord geht es viel­leicht schon im Som­mer, falls uns wie­der hei­ßes Wet­ter erwartet.

Mehr Infos fin­dest Du auf www.berlingske.dk/rejser/aok-anbefaler-seks-oversete-perler-i-danmark

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Porto hat J.K. Rowling angeregt

Por­to hat J.K. Row­ling ange­regt: Es ist inspi­rie­rend, sich Rei­se­sei­ten aus­län­di­scher Medi­en anzu­schau­en. Denn sie ver­mit­teln oft eine ande­re Per­spek­ti­ve auf Urlaubs­or­te. Somit bie­tet sich eine gute Chan­ce, den Urlaub etwas anders zu ver­brin­gen als die Mehr­heit der Deut­schen und sie vom Main­stream abzuheben.

Die­ser Tage emp­fiehlt die däni­sche Zei­tung Ber­lings­ke einen Auf­ent­halt in Por­to, die Haupt­stadt des Dou­ro-Tals. Die Autorin Els­ebeth Mou­rit­zen ver­weist zunächst auf die übli­chen Kli­schees wie zum Bei­spiel Port­wein und die Kachel­kunst in und an den Gebäu­den der Stadt. Doch Por­to kön­ne es auch mit Lis­sa­bon auf­neh­men, was Kunst, Archi­tek­tur und Folk­lo­re angehe.

J.K. Rowling lebte in Porto

Der Rei­sen­de zählt sich nicht zu den Lesern der Har­ry Pot­ter-Bücher. Daher ist ihm ent­gan­gen, dass die Liv­ra­ria Lel­lo, ein über 100 Jah­re altes Buch­ge­schäft, J.K. Row­ling inspi­riert haben soll, als sie Hog­warts beschrieb. Row­ling leb­te dem­nach in Por­to Anfang der 1990er Jah­re. Dort unter­rich­te sie an einer Abend­schu­le Eng­lisch. Tags­über ver­fass­te sie Bücher. Anre­gend fand die Autorin das Inte­ri­eur des Geschäf­tes wie geschwun­ge­ne Trep­pen, dunk­le Säu­len, geschnitz­te Rega­le und far­bi­ge Glasmosaiken. 

Da dies auch zahl­rei­che Pot­ter-Fans ange­zo­gen habe, habe man sich ab dem Jah­re 2015 ent­schie­den, für den Besuch der „schöns­ten Buch­hand­lung der Welt“ Ein­tritt zu neh­men. Denn vie­le kämen nur, um das Geschäft zu besich­ti­gen. Der Ein­tritt wer­de aller­dings mit dem Kauf eines Buches verrechnet.

Schönes Serralves-Museum

So offen­bar inspi­riert, besuch­te die däni­sche Jour­na­lis­tin das Ser­ral­ves-Muse­um. Des­sen Haupt­at­trak­ti­on sei eigent­lich ein 18 Hekt­ar gro­ßer Park. Gestal­tet habe ihn der berühm­te fran­zö­si­sche Archi­tekt Jac­ques Gréber. 

Aber inter­es­san­ter fand sie offen­bar eine zur Stif­tung gehö­ren­de Art déco-Vil­la aus den 1930er Jah­ren. Die­se ergän­ze das moder­ne Haupt­ge­bäu­de und ste­he als Kunst­werk für sich selbst. In der gebe es wech­seln­de Aus­stel­lun­gen zu sehen. Die moder­ne Abtei­lung im Haupt­ge­bäu­de habe der Archi­tekt Álva­ro Siza gestal­tet und ihr einen monu­men­ta­len kubis­ti­schen Stil ver­lie­hen. Dort prä­sen­tie­re man neu­es­te Kunst, die sozia­le und künst­le­ri­sche Ver­än­de­run­gen in Por­tu­gal und welt­weit wider­spie­ge­le. Erst 1999 eröff­net, habe das Muse­um den Rang erar­bei­tet, Por­tu­gals bedeu­tends­tes Muse­um für neu­zeit­li­che Kunst zu sein.

Moderne Fotografie

Por­tos Zen­trum besticht ohne­hin durch sei­ne his­to­ri­sche Alt­stadt. Wen wun­dert es, dass das Cen­tro Por­tu­guês de Foto­gra­fia in einem Palais aus dem Jah­re 1767 unter­ge­bracht ist. Die­ses dien­te mit­un­ter sogar bis zur Nel­ken­re­vo­lu­ti­on 1974 als Gefäng­nis. Danach sei es restau­riert wor­den mit dem Ziel, dort in Dau­er- und Wech­sel­aus­stel­lun­gen die Geschich­te der Foto­gra­fie zu prä­sen­tie­ren. Natür­lich sei­en dort auch Por­träts der Insas­sen zu sehen. 

So schreibt also auch die Haupt­stadt des Dou­ro-Tales ein Stück Har­ry Pot­ter-Geschich­te. Sie ist nicht nur der Kacheln wegen sehens­wert oder weil durch sie der Jakobs­weg von Lis­sa­bon nach Sant­ia­go de Com­pos­te­la führt. Selt­sa­mer­wei­se steht auf der Por­to-Web­site nichts davon.

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Kunst-Metropole Oslo auf dem Weg

Kunst-Metro­po­le Oslo auf dem Weg: Uff! Bei den Fotos der däni­schen Zei­tung “Ber­lings­ke” bekommt der Rei­sen­de wie­der rich­tig Lust, Oslo zu besu­chen. Er ver­brach­te dort bereits eini­ge Tage eini­ge Jah­re zuvor. Es ist zunächst schon ange­nehm, direkt mit einer Fäh­re von Kiel aus im Hafen anzu­kom­men. Von dort kann jeder ganz gemüt­lich in Rich­tung Innen­stadt wei­ter­lau­fen. Schon nach 10 bis 15 Minu­ten ist man im Zen­trum ange­kom­men. Die als Unter­kunft vom spä­ter anrei­sen­den Freund Olaf aus­ge­such­te “Pen­si­on Koch” muss­te der Rei­sen­de nicht lan­ge suchen. Denn die lag direkt auf dem Weg. So schnell, ohne gro­ße Suche­rei, hat­te er zuvor noch nie in einer Groß­stadt eine Unter­kunft gefunden. 

Ihm fiel Wochen spä­ter der groß­ar­ti­ge Roman “Der Halb­bru­der” von Lars Saa­bye Chris­ten­sen in die Hän­de. Und wovon las er auf den ers­ten Sei­ten? Von der Pen­si­on Koch. Schön zen­tral in der Nähe des könig­li­chen Schlos­ses gele­gen und güns­tig, las­sen sich dort aus gut Streif­zü­ge unternehmen.

Leiterin des Nationalmuseums interviewt

Die Kul­tur­re­dak­ti­on der “Ber­lings­ke” hat mit der Dänin Karin Hinds­bo die Direk­to­rin des Natio­nal­mu­se­ums inter­viewt. Sie begann im Jah­re 2014 in Ber­gen ihre Muse­ums­lauf­bahn. Oslo sol­le als Kul­tur-Metro­po­le auf den Weg gebracht wer­den, erzählt die­se von den Plä­nen der Stadt. Das Natio­nal­mu­se­um erhal­te der­zeit ein neu­es Gebäu­de und ein Munch-Muse­um. In ihrer Frei­zeit gehe sie ger­ne in einen Skulp­tu­ren­park in Eke­berg “som kunst­sam­le­ren Chris­ti­an Ring­nes gav byen som gave for fem år siden.” Den habe der Kunst­samm­ler Ring­nes vor fünf Jah­ren der Stadt ver­macht. Eben­so emp­fiehlt sie Astrup Fear­nley Museet, das “eta­ble­res også som kul­tur­in­sti­tu­tio­ner ud mod fjor­den.” Laut Muse­ums-Web­site weist die­ses Euro­pas größ­te Samm­lung zeit­ge­nös­si­scher Kunst auf. Dar­un­ter fin­den sich Wer­ke pro­mi­nen­ter Künst­ler wie Anselm Kie­fer, Andre­as Gur­ski, Bjar­ne Mel­gaard und Bruce Nau­man. Nau­man war kürz­lich sogar noch auf Besuch in Müns­ter, um an der Umsied­lung sei­ner umge­kehr­ten Pyra­mi­de mitzuarbeiten. 

Es hat sich also eini­ges getan seit dem letz­ten Auf­ent­halt des Rei­sen­den, um die Kunst-Metro­po­le Oslo auf den Weg zu brin­gen. Doch Oslo hat noch viel mehr Facet­ten.

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Dichter Andersen reiste nach Andalusien

Dich­ter Ander­sen reis­te nach Anda­lu­si­en: Es ist immer wie­der inter­es­sant, wel­che Per­sön­lich­kei­ten durch die Welt rei­sen. Gera­de las der Rei­sen­de im Rei­se­teil der “Ber­lings­ke”, eine der größ­ten Zei­tun­gen Däne­marks, von

sta­tu­en af H.C.Andersen på Pla­za la Mari­na. Han besøg­te Mala­ga i 1862 og hans rej­se­bes­kri­vel­se »I Spa­ni­en« er frem­ra­gen­de og teg­ner et ekstra­or­dinært posi­tivt por­træt af spa­nier­ne i Anda­lu­si­en, som sta­dig hol­der vand.

Es steht also eine Sta­tue des berühm­ten Man­nes mit­ten in Mála­ga. 1862 besuch­te Hans Chris­ti­an Ander­sen den Küs­ten­ort, also gut 20 Jah­re, bevor Picas­so (1881–1973) auf die Welt kam. Ers­tens wuss­te der Rei­sen­de nicht, dass der Däne in Spa­ni­en und auch in Por­tu­gal gewe­sen war. Zwei­tens schrieb er sogar ein Buch über sei­ne Zeit in Süd­eu­ro­pa. Bekannt ist der Däne zum Bei­spiel durchs Mär­chen “Das häss­li­che Ent­lein” und die Schnee­kö­ni­gin. Er stammt von der Insel Fünen (Fyn).

Gute Autoren mit scharfem Blick auf die Gesellschaft

Das Werk hat der Rei­sen­de natür­lich umge­hend bestellt, lie­fern sol­che Bücher doch oft hoch­in­ter­es­san­te Ein­bli­cke in die Zeit von 1862. Sehr gute Autoren wie der berühm­te Mär­chen­dich­ter Hans Chris­ti­an Ander­sen (1805–1875) haben oft einen schar­fen Blick auf die jewei­li­ge Gesell­schaft des Lan­des. Sie fin­den auch die pas­sen­den Bil­der für die Zustände.

Der Rei­sen­de grast oft Anti­qua­ria­te und Floh­märk­te nach guter Lite­ra­tur ab, weil es in ihr ver­blüf­fend oft Zugän­ge zu neu­en Phä­no­me­nen gibt. In Por­tu­gal traf er zum Bei­spiel auf eine beson­de­re Art der Reli­gio­si­tät, die er so noch nie in einem ande­ren Land antraf. Er geht auf die­se in sei­nem Rad­rei­se­füh­rer über die hohen Ber­ge Por­tu­gals ein, der im Früh­jahr erscheint. Er ist zur Vor­be­rei­tung meh­re­re Wochen durch die Ser­ra da Est­re­la geradelt.

Oder aber in Spa­ni­en trifft man oft noch auf den Machis­mo, für den es natür­lich auch Erklä­run­gen gibt. Der bekann­te Jour­na­list Fried­rich Sieburg sieht in sei­nem Werk “Neu­es Por­tu­gal” (1937) eine der Wur­zeln dafür im ara­bi­schen Erbe.

Der Rei­sen­de ist schon gespannt dar­auf, was Ander­sen über die Zustän­de in Spa­ni­en und Por­tu­gal in der zwei­ten Hälf­te des 19. Jahr­hun­derts schreibt. Viel­leicht traf er Picas­sos Vor­fah­ren, als er nach Anda­lu­si­en reiste?

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