Jetzt im TV: Ahr und Weserradweg. Aktuell versorgt der Reisende euch möglichst regelmäßig mit Dokus über Kultur und Reise. Im Zentrum stehen beliebte Ziele in Europa, die an den nächsten Tagen im Fernsehen laufen. Diesmal ist die Auswahl sehr breit mit Zielen in Frankreich, Österreich, Spanien und Schweden. Frankreich, Norwegen und wieder einmal Dänemark bleiben diesmal außen vor. Fast jeden Tag ist das Mitreisen auf dem Sofa also garantiert.
Wieder einmal hochwertig nach Spaniens einzigartiger Waldlandschaft vergangene Woche scheint auch ein Beitrag über Iberiens wilde Vielfalt zu werden. Kein Wunder! Der Reisende hört oft von Portugiesen und Spaniern, dass sie nicht ins Ausland reisten, weil sie sowieso alles hätten: Berge, Meer und Wüsten. Es gibt Skigebiete wie in Andorra und in der Serra da Estrela.
Keltengrab und Ritter Maximilian
Recht viel wird über Österreich gebracht. Erfreulich sind die historischen Beiträge über ein Keltengrab im Umland von Salzburg. Und über den letzten Ritter Maximilian im 16. Jahrhundert: Er ist zu empfehlen, da gut gemacht. Denn Maximilian heiratete Maria von Burgund aus machtpolitischen Gründen. Dem Habsburger Haus gelang durchs reiche Flandern der endgültige Aufstieg zur Weltmacht. Und es entstand sogar echte Liebe zwischen Maximilian und Maria.
Radeln an Ahr und Weser
Auf den NDR-Beitrag über den Weserradweg ist der Reisende auch sehr gespannt. Denn dort war der Reisende selbst schon einige Male unterwegs. Die Strecke durchs Weserbergland ist der schönste Abschnitt, ein unterschätztes Gebiet. Die Weser ist dort weitgehend noch natürlich. Es gibt viele Auen, keine gewerbliche Schifffahrt, nur Freizeitsportler. Tiefe Wälder zum Wandern und Radeln und wirklich freundliche Menschen. Und ein hochwertiges Kulturangebot, wenn der Bikepacker alleine an Corvey, Weserrenaissance und Porzellan aus Fürstenberg denkt.
Ein tolles Ziel ist aber auch das Ahrgebirge vor den Toren Bonns. Darüber berichtet heute der SWR. Wenn Durchstreifen & Erleben dort wandert oder radelt, fühlt er sich bei manchen Etappen wie im Süden Europas. Dies liegt zum einen an der Vegetation mit Pflanzen, die es auch im Süden gibt. Zum anderen liegt es an der Wärme, die an gewissen Stellen über 60 Grad erreichen kann. Daher fühlen sich dort Reptilien wohl. Aber auch Wein gedeiht dort. Den Wein empfindet der Reisende als wohlschmeckend. Beliebt ist die Zeit der Weinlese. Eine der schöneren Wanderstrecken ist die Etappe von Insul über Liers nach Kreuzberg, zumal diese nicht überlaufen ist.
Allerdings ist die Gegend dann der Feste wegen völlig überlaufen. Viele Autofahrer zieht es dann in die Dörfer rund um Ahrweiler statt mit Bahn oder Rad zu kommen. Die Anbindung an den Zug ist ziemlich gut.
Einschalten über “Jetzt im TV: Ahr und Weserradweg” also nicht vergessen!
Immer eine Reise wert: Portos Botanischer Garten
Illuminierte Figuren in Portos Botanischem Garten
Botanischer Garten Porto
Jetzt im TV: von Porto zum Polarkreis. Aktuell versorgt der Reisende Leserinnen und Leser möglichst regelmäßig mit Dokus über Kultur und Reise. Im Zentrum stehen beliebte Ziele in Europa, die an den nächsten Tagen im Fernsehen laufen. Diesmal ist die Auswahl sehr breit mit Zielen in Frankreich, Norwegen, Österreich, Spanien und Schweden. Nur Dänemark bleibt diesmal außen vor. Das Geschehen verteilt sich auf die ganze Fernseh-Woche. So ist jeden Tag das Mitreisen auf dem Sofa garantiert.
Originell verspricht der Beitrag über Spaniens einzigartige Waldlandschaft zu werden. Lange blieb dem Reisenden dies verborgen. Bis er eine Einladung nach Soria in Kastilien-León erhielt — zum Pilze-Pflücken und Kochen mit Trüffeln. Bis zu diesem Termin hatte er die Iberische Halbinsel trotz mehrerer und monatelanger Reisen eher als Küstenland und im Inneren als “Wüstenei” mit Stein- und Korkeichen wahrgenommen. Doch wer nach Kastilien reist, wird sehen, dass dort tiefe Wälder existieren. Kastilien ist dünner besiedelt, als mancher annehmen darf.
Vom Wald in die Stadt
Erstaunlich viel wird demnächst über Portugal gebracht. Wahrscheinlich nehmen die Redaktionen an, dass gerade in Portugal viele buchen, sobald Corona besser im Griff ist. Überseeziele werden wohl erstmal nicht in Frage kommen. Da sind Porto und Algarve schöne Ziele, die aber unterschiedlicher nicht sein können. Porto zieht, da die Stadt noch nicht so bekannt ist. Die Stadt verfügt über interessante Architektur wie eine ganze Reihe von Palästen und Parks. Eine schöne Route zum Stadtwandern entlang von Parks und Gärten zum Torre dos Clérigos findest Du hier. Und die Einwohner Portos sind hilfsbereit.
Tolles Radgeschäft in Porto
Der Reisende erinnert sich gerne an den Betreiber eines Radgeschäftes in Vila Nova de Gaia. Diese Stadt liegt gegenüber von Porto. Dieser inspizierte mit großer Leidenschaft und dazu noch kostenlos sein Reiserad. Er brachte es hier und da wieder in Schwung. Im Flugzeug hatte es doch etwas gelitten. Alles war danach bereit für eine mehrmonatige Reise durch Nordportugal und Galicien. Das Trinkgeld wollte er nicht annehmen. Schließlich sei es sein Job. Die Adresse nennt der Reisende, falls jemand ebenfalls Starthilfe braucht.
Solch freundliches Engagement wünscht der Reisende sich auch in manchen deutschen (Rad)geschäften. Denn dann liefe das Business vielleicht auch in deutschen Innenstädten besser.
Viel Spaß beim Anschauen und Mitreisen von Jetzt im TV: von Porto zum Polarkreis.
Münsters Haus Rüschhaus mit Barockgarten und Gräfte
Enten auf dem Eis der Wasserburg Haus Vögeding
Ein goldenes Kreuz erzielt im Schnee mehr Strahlkraft.
Farbenspiel schon beim einfachsten Tümpel
Traumhaftes Radeln in der Fahrradhauptstadt
Wintermezzo im Münsterland: Dass dicker Schnee kommen würde, war schon seit Tagen bekannt. Als der Reisende aber am nächsten Morgen zum Frühstücken ging, musste er lachen. So überrascht war eh r. Ein hoher weißer Hügel war über Nacht auf dem eigentlich flachen Beet gewachsen. Nur die Blüte einer Winterrose lugte noch aus ihm heraus. Von solch einer Masse war er am Vorabend nicht ausgegangen. Er befürchtete, dass sich der Schnee bald so hoch türmen würde, dass nur noch ein winziges Guckloch einen Blick in den Garten ermöglichen würde.
Eine Woche lag eine dicke Schneedecke auf dem Münsterland. Zwei Tage lang hatte es zuvor ohne Unterlass geschneit. Eine vertraute Landschaft veränderte sich. Andere Geräusche, andere Farben. Ein neues Profil. Bisher Unbeachtetes gewann an Bedeutung. So kann eine Woche Schnee Menschen in Urlaubsstimmung stimmen. Dank einer verfremdeten Landschaft.
Erste Spaziergänge statt Radfahren
Es folgten erste Spaziergänge in der von Wäldchen, Hecken und Äckern geprägte Landschaft. Aufs Rad steigen wollte der Reisende noch nicht. Spikes standen zwar im Keller, durch die sich das Verhältnis des Reisenden zu Eis und Schnee vor Jahren stark verändert hatte. Früher war Winter eher eine Last. Heute ist sie eher ein Genuss, da man mit solchen Laufrädern sicher fahren kann. Selbst auf zugefrorenen Seen rutscht das Rad nicht mehr. Diesmal war aber soviel Schnee gefallen, dass er sich kaum vorstellen konnte, sich durch so tiefen Schnee zu wühlen. So nahm er sich vor, die nähere Umgebung fotografisch und zu Fuß zu erfassen. In den sozialen Medien tauchten auch Fotos vieler Einwohner in “Münster Stadt der Skulpturen” auf. Diese nahmen die Veränderung ähnlich fasziniert wahr.
Der ersten Überraschung folgte zwei Tage später die zweite: Die Gewässer froren zu. Auf der Gräfte der Wasserburg Haus Vögeding nahmen Enten auf Schnee Platz, der vom Dach gerutscht war. Sicherlich angenehmer als auf bloßem Eis. Es gab kein einziges Wasserloch mehr. Deshalb schnatterte keine einzige Ente fröhlich mit den anderen. Die Stimmung in der Gruppe war sichtlich gedrückt.
Prächtiges Farbenspiel beim Wintermezzo im Münsterland
Bisher langweilige Tümpel an Bauernhöfen boten nun ein prächtiges Farbenspiel. Auf an sich schlammigen Gewässern lag nun eine braune Eisschicht mit weißen Adern. Schnee an den Ufern warf neues Licht. Er ergab auch einen schönen Kontrast zum zwischen Bäumen durchscheinenden blauen Himmel. Selbst Gräben an den Äckern gewannen nun an Reiz, da sie nun mit Eis gefüllt waren. Also entschied Durchstreifen & Erleben: Aus dem Luftschnappen wird bei so vielen Reizen eine Kurzwanderung.
Denn selbst Äcker rückten in neues Licht. Durch weißen Teppich gewannen sie an Weite. Es fühlte sich so an, als hätte einen jemand ins winterliche Skandinavien gebeamt. Eines der letzten Bauernhäuser in unmittelbarer Nähe der Stadt wirkte wie in der Tundra gelegen. Ein goldenes Kreuz entwickelte im Schnee mehr Strahlkraft. Eine Landstraße verwandelte sich in eine Loipe. Rechts von der Straße, wo keine Autos und Spaziergänger waren, zogen sich tiefe Spuren von Skier. Ein Acker-Randstreifen als Skigebiet. In die Realität zurück holte einen dicker Schnee auf dem Radweg. Perfekt geräumt war nur die Landstraße. Von wegen Verkehrswende in einer Fahrradhauptstadt. Die Worte “Fahrrad frei” auf dem Schild wirken da fast ironisch. Nicht einmal für Wanderer ist die Strecke nutzbar, wenn es solch ein Wintermezzo im Münsterland gibt.
Zugefrorener Tümpel am Horstmarer Landweg
Landschaft bei Haus Uhlenkotten
Schneemassen auf dem Landfahrerplaz
Torhaus an der Gasselstiege
Die Natur baute ein Tor.
Hagelbachstiege in Vorbergshügel
Ins Landschaftsschutzgebiet Vorbergs Hügel
Dann führte der Weg abwärts in Richtung des Erholungs- und Landschaftsschutzgebietes Vorbergs Hügel. Rechts am Wege liegt ein Landfahrerplatz, auf den der Reisende neugierig war. Denn in der Zeitung Westfälische Nachrichten stand, dass Räumdienste hier Schnee ablüden. Meterhoch türmte er sich hier. Genauso, wie er er sich vorgestellt hatte. Neugierig war er auch, wie sich das Fachwerk-Torhaus an der Stiege im Schnee präsentierte. Jemand hatte vor einigen Tagen erzählt, dass der dort lebende Gastwirt es vor dem Verfall gerettet hätte. Er kaufte es einem Landwirt ab, ließ es ab- und hier wieder aufbauen. Dies ist ein schöner Weg, alte Bauwerke zu bewahren.
Einige Meter weiter sah der Reisende ein weiteres Bauwerk im Wald. Ein Baum hatte es errichtet, eher unfreiwillig. Einer seiner Äste krümmte sich so stark, dass es einem Tor ähnlich sah. Durch das Licht des Schnees erzielte es eine besondere Wirkung. Normalerweise ist es hier wohl eher dunkel. Ein Eingangstor in ein kleines Naturschutzgebiet, durchzogen von Wanderwegen durch Wald und über Hügel. Wieder ein weiter Blick, also wieder das Gefühl, im Norden Europas zu sein. Für mich eine der schönsten Gegenden rund um die Stadt.
Diese Bilder kannst Du im Bildportal in verschiedenen Größen erwerben, wenn Du Deine Wohnung oder Dein Unternehmen verschönern willst.
Kleine Wanderung
So entwickelte sich aus fünf Kilometer Luftschnappen eine kleine Wanderung von 8,5 Kilometern. Sie führte vom Haus Rüschhaus vor den Toren Münsters zum Horstmarer Landweg. Von dort ging es auf die Gasselstiege ins Naturschutzgebiet Vorbergs Hügel. Der Hügel ist fast 100 Meter hoch. Mit 311 Hektar ist es das zweitgrößte Naturschutzgebiet Münsters. Zurzeit diskutieren verschiedene Parteien über die Nutzung des Gebietes durch Menschen. Wäre ein Parkplatz dort sinnvoll oder nicht, um das Besucheraufkommen zu regulieren? Sollte man gar einen Aufseher einstellen, um die Ströme zu lenken? Eine ähnliche Diskussion gibt es über die Einrichtung eines Wanderweges entlang des Flüsschens Aa vom Stadtzentrum bis zur Burg Hülshoff. Menschen suchen immer mehr Entspannung im Grünen. Und jetzt auch im Weißen beim Wintermezzo im Münsterland.
Jetzt im TV: Balearen und Bären. Ab jetzt versorgt Durchstreifen & Erleben euch möglichst regelmäßig mit Dokus über Kultur und Reise. Im Zentrum stehen beliebte Ziele in Europa, die an den nächsten Tagen im Fernsehen laufen. Diesmal ist die Auswahl etwas ausgefallener mit Zielen in Frankreich, Norwegen, Österreich und Spanien. Dänemark, Deutschland und Portugal bleiben diesmal außen vor. Das Geschehen konzentriert sich auf nur drei Tage. Das ist auch gut. Denn so bleibt Zeit für einen Spaziergang im Schnee.
Kontrastreich: Barent und Balearen
Nur an zwei der bevorstehenden Drehorten ist der Reisende schon gewesen: In Nordnorwegen fehlt ihm noch das Gebiet zwischen Tromsø und Kirkenes. Die Barent-Region ist aufgrund der Tierwelt immer noch ein Traum. Der Reisende findet es aber auch immer ganz schön, noch Ziele zu haben und nicht schon alles in Europa zu kennen. Dies trifft dafür auf Andalusien zu, das er schon mehrmals besucht hat. Einerseits ist dies ein gutes Ziel im Herbst und Winter, da es überwiegend warm dort ist. Und die Nähe zu Afrika ist natürlich reizvoll. Von einer Anhöhe konnte er sogar an einem guten Tag die Küste sehen. Menorca hingegen kennt er bisher nur von Schwärmereien der Spanier, die Mallorcas Schwesterinsel als sehr viel ursprünglicher empfinden. Und wer Umberto Ecos Roman “Der Name der Rose” gelesen hat, wird sich sicher auch für den Film über die Restaurierung der Kloster Melks in Frankreich interessieren, das im Roman vorkommt.
Bären in Schweden
Für Naturliebhaber sicher am interessantesten könnte der Beitrag über schwedische Bären sein. Durchstreifen & Erleben verbrachte in Dalarna eine Nacht auf einer Bärenbeobachtungsstation. Die Beobachter saßen geschützt in einer Hütte mit speziell für Kameras präparierten Fenstern. Leider kam kein Bär. Der Führer meinte, er hätte den menschlichen Geruch wohl gewittert. Denn Bären können über Kilometer weit riechen. Dabei gibt es in Dalarna sehr viele Bären. Bei all seinen Aufenthalten ist der Reisende noch nie einem begegnet. Viellicht zum Glück.
Scheue Gesellen
Beim Anbieter Björn & Vildmark, einem deutschen Paar, konnte er sich wenigstens mal in einem anderen Jahr einige Zeit im Peilen eines Halsbandes üben. Damit sind die Forscher Andrea Friebe und Gunther Schmidt gut informiert, wo sich die Tiere wann aufhalten. Über Nacht kam auch eine Bärin ans Gehege der Deutschen, wo sie einige Tiere halten. Den Elektrozaun überwand sie allerdings nicht. Aber auch hier sah der Radreisende keine Bären. Dies liegt daran, dass skandinavische Bären scheu sind. Sie seien anders als zum Beispiel ihre amerikanischen Verwandten, erzählte Gunther Schmidt am Lagerfeuer.
Vor einiger Zeit hörte er von einer interessanten Theorie im Film “Die Natur kehrt zurück” auf arte. Isolierte Tiergruppen seien weniger aggressiv als welche, die stets Zuwanderung erfahren. Dies bezog sich auf Wölfe, dürfte vielleicht auch auf Bären zutreffen. Also liegt es wohl an der Auffrischung der Gene.
Richard Serra Dialogue with Johann Conrad Schlaun
Tümpel am Haus Rüschhaus
Wann bist Du das letzte Mal beim Spazierengehen im tiefen Schnee versunken? Der Reisende heute Nachmittag gemeinsam mit einer ehemaligen Klassenkameradin seiner Schwester. Sie lief zufällig vor der Haustür lang. Der Reisende schippte gerade unter großen Anstrengungen Schnee weg, als sie vorbeikam. Sie besuchte gerade ihre Mutter und wollte sich die Straßenverhältnisse anschauen, um die Rückfahrt nach Frankfurt zu planen. Doch daraus wird wohl erstmal nichts im Winterwunderland Münsterland. Da sie ohnehin im Homeoffice steckt, kann sie noch verlängern und von Münster aus arbeiten.
So viel geschneit, hat es lange nicht mehr. Der Reisende glaubt, 2010 schneite es im Münsterland zuletzt wirklich. Aber es war längst nicht so viel heruntergekommen. Und es wurde damals auch nicht so kalt. Wenn der Reisende das Fenster nachts öffne, um zu lüften, fegt ein heftiger Wind herein. Lange auszuhalten, ist das nicht.
Gang zum Rüschhaus
Es wurde beschlossen, gemeinsam durch den Schnee des Winterwunderlandes Münsterland zu laufen und das fotogene Haus Rüschhaus aufzusuchen. Der Reisende stellte die Schippe beiseite. Dies ist bekannt als Wohnort der bekannten Dichterin Annette von Droste-Hülshoff. Viele kennen die “Judenbuche” und “Der Knabe im Moor”. Gestaltet hat es der berühmte Barockbaumeister Johann Conrad Schlaun (1695–1773).
Als weiteres Ziel lockt darüber hinaus die Bronzeskulptur “Dialogue with Johann Conrad Schlaun”. Dies ließ der bekannte amerikanische Bildhauer Richard Serra anlässlich der Skulpturenausstellung am Anfang einer kleinen Allee 1996 aufstellen. Durch eine Neigung verneigt sich die Skulptur um sieben Grad vor den beiden westfälischen Großen. Das Ungetüm aus Stahl nimmt aus 270 Metern Entfernung eine Beziehung zur Tür des Rüschhauses auf, die zwei Meter hoch, 1,5 Meter breit ist. Gegossen hat man den Koloss in der Hattinger Henrichshütte, wo auch schon andere Kunstwerke Serras entstanden. Serra hatte sich zuvor bereits mit einer ganzen Reihe von Bauwerken Schlauns beschäftigt.
Schlauns bekannteste Bauwerke sind der Erbdrostenhof und das Schloss in Münster. “Pater Patriae” steht an dessen Fassade. Der Spruch steht für einen aufgeklärten Staat. Dies drückt schlicht die niedrige und aufs Stadtzentrum ausgerichtete Eingangstreppe aus. Ein Schloss für die Bürger.
Schloss zu Münster
Seit 1773 ist es offiziell Residenz des Fürstbischofs Max Friedrich von Königsegg-Rothenfels. Dieser war in Personalunion Erzbischof und Kurfürst von Köln. Er residierte sowohl in Bonn am Hofgarten, hielt sich aber auch mehrfach zwischen 1768 und 1783 in Münster auf. Durchschnittlich 69 Tage pro Jahr. Einen festen Sitz besaß er nicht. Er folgte der Tradition seit dem Mittelalter sein Leben auf Landesburgen zu verbringen. Um Münster herum waren dies Wolbeck, Ahaus, Bevergern, Horstmar und Coesfeld.
Denn die Kirchenoberhäupter leiteten auch Bistümer, von denen Osnabrück, Köln und Paderborn. Sie residierten dann im heutigen Bad Iburg im Teutoburger Wald, Schloss Neuhaus, Bonn und Brühl. Bis zum Schlossbrand am 26. März 1945 durch Bomben existierte ein Gemälde Johann Heinrich Tischbeins von Max Friedrich im Fürstensaal. Heute existiert davon zum Glück noch eine Ölskizze. Deren Eigentümer ist das Landesmuseum. In Clemenswerth in Sögel und Sassenberg bei Warendorf ging er auf die Jagd.
Auch Maximilian Franz von Österreich lebte im Schloss
Auch sein Nachfolger Maximilian Franz von Österreich (1756–1801) hielt sich dort auf. Er wurde gar im Dom zu Münster gekrönt, nachdem ihn eine sechsspännige Kutsche vom Schloss abgeholt hatte. Gefeiert wurde danach im Großen Saal. Ritter und Vertreter der Städte mussten ihm auf dem Domplatz einen Eid ablegen. 280 Tage sollte er fortan insgesamt zwischen 1784 und 1793 in Münster verbringen.
Er empfing dort 1785, 1787 und 1793 den Landtag, wo dann Domherren, Ritter und Vertreter der Städte berieten. Und er weihte drei Weihbischöfe. Auch in der Schlosskapelle nahm er seine Aufgaben wahr, nicht nur im Dom oder im Bischofspalast.
Sogar einem Teil seiner Familie diente das Schloss als Zufluchtsstätte: Seine Schwester Maria Christina und der mit ihr verheiratete Herzog Albert von Sachsen-Teschen lebten hier gut sechs Wochen. Sie waren Gouverneure der damals von Frankreich besetzten österreichischen Niederlande. Denn französische Soldaten waren nach Bonn 1792/3 im Zuge des Revolutionskrieges gekommen.
Als preußische Truppen Westfalen 1802 besetzten, war das Kapitel als fürstbischöfliche Residenz beendet. Der Freiherr vom Stein als Oberkammerpräsident und Militärgouverneur Gebhard Leberecht von Blücher, ab 1814 Fürst Blücher von Wahlstatt, zogen ein. Sie übernahmen das Heft des Handelns.
Haus Rüschhaus
Haus Rüschhaus
Richard Serra Dialogue with Johann Conrad Schlaun
Haus Vögeding
Den Spaziergang durchs Winterwunderland verlängerte der Reisende an den darauffolgenden Tagen bei strahlendem Sonnenschein. Auf dem auch bei Joggern auf Schnee beliebte Twerenfeldweg führt am Hotel Haus Hüerländer vorbei. Dort wartet auf Familien mit Kindern ein Zoo mit Damwild. Und Minigolf. Die Straße Richtung Roxel laufend, lohnt sich ein Blick auf die Wasserburg Haus Vögeding. Diese ist trotz ihrer Jahre sehr gut in Schuss. Dazu gehört auch ein größerer Bauernhof. Von dort können Besucher in der Ferne die Gipfel der Baumberge sehen. Wann wird es ein Winterwunderland Münsterland je wieder geben?
Alle Fotos bestellst Du im Bildportal — in verschiedenen Formaten. Mit einem gerahmten Foto kannst Du Deinen Arbeitstisch im Homeoffice schmücken. Mit einem Poster die Wohnung dekorieren.
Jetzt im TV: Polarkreis und Lissabon. Ab jetzt versorgt Durchstreifen & Erleben euch möglichst regelmäßig mit Dokus über Kultur und Reise. Im Zentrum stehen beliebte Ziele in Europa, die an den nächsten Tagen im Fernsehen laufen. Spannung versprechen vor allem die abgelegenen Ziele. Dänemark, Frankreich und Schweden bleiben diesmal außen vor. Fast jeden Tag erwartet Zuschauer jetzt etwas.
Wasser bestimmt das Leben
Dafür steht wie schon in der Vorwoche überraschend wieder einmal Österreich im Zentrum. Der Reisende ist stets beruhigt an Orten, wo Wasser fließt. Dabei spielt es keine Rolle ob der Bach in den Weiher der Axtschmiede Gränsfors Bruks in Nordschweden fließt. Oder ob Wellen an einem Zeltplatz in Galicien nachts im Schlaf rauschen und in den Schlaf wiegen. Oder es strömt von oben ein gewaltiger Wasserfall herab.
Dies wird uns wohl in “Kraft des Wassers” erwarten. Gibt es auch auf den Azoren Wasserfälle? Der Reisende ist noch nie dort gewesen. Er würde es aber, ohne nachzuschlagen, dort vermuten. Denn eine Vulkaninsel kann hoch sein wie zum Beispiel auf Madeira. Und am Polarkreis sowieso, da die Berge im norwegisch-schwedischen Grenzgebiet erstaunlich hoch sind. Viel Spaß beim Zuschauen, während sich draußen Deutschland in ein Wintermärchenland verwandelt.
Viel Freude beim Anschauen via “Jetzt im TV: Polarkreis und Lissabon”.