Radreiseführer durch hohe Berge Portugals

Portugals hohe Berge durchstreifen und erleben

Rad­rei­se­füh­rer durch hohe Ber­ge Por­tu­gals: Die Ser­ra da Est­re­la in Zen­tral­por­tu­gal haben vie­le Deut­sche noch nicht ent­deckt. Daher sind sie auch nicht über­lau­fen. Der Früh­ling, Spät­som­mer und Herbst sind des mil­de­ren Kli­mas wegen eher zum Rei­sen zu emp­feh­len als der Hoch­som­mer. Denn im Juli und August gibt es dort ver­hee­ren­de Brän­de. Im Win­ter ist es dort auch erträg­lich. Aller­dings soll­te jeder Bike­pa­cker war­me Klei­dung mitnehmen.

Der Rad­rei­se­füh­rer Ser­ra da Est­re­la ist im Buch­han­del und online zu bestel­len. Freun­den, die ger­ne in Por­tu­gal ihren Urlaub ver­brin­gen, Kun­den, die bei Ihnen buchen, machen Sie mit die­sem Geschenk eine Freude.

Vielfalt, die ihresgleichen sucht

Im sowohl vom Atlan­tik als auch von hei­ßen Inlands­win­den beein­fluss­ten Natur­park Ser­ra da Est­re­la eröff­net sich eine Viel­falt, die ihres­glei­chen sucht. Der höchs­te Berg ist fast 2000 Meter hoch. Sie erle­ben gran­dio­se Natur wie eis­zeit­li­che Glet­scher­tä­ler, klei­ne­re Seen oder Was­ser­fäl­le wie die Ribei­ra da Cani­ça. Zwi­schen­durch loh­nen sich Streif­zü­ge durch die städ­ti­sche Kul­tur der Regi­on wie zum Bei­spiel durchs Muse­um der Ent­de­ckun­gen in Bel­mon­te, durchs Tex­til­mu­se­um in Covil­hã oder in der Distrikt­haupt­stadt Guarda.

Alt und Neu in der Serra da Estrela

Seit­dem der Rei­sen­de erst­mals mit dem Rad durch die Ser­ra da Est­re­la gefah­ren bin, lässt ihn Zen­tral­por­tu­gal nicht mehr los. Des­halb ist er auch schon drei­mal mit dem Rad in der Bei­ra Alta gewe­sen. Immer wie­der hat er zwi­schen­durch an die­sem neu­en Rei­se­füh­rer gear­bei­tet. Tage­buch­ein­trä­ge in sei­nem Blog, die Lust aufs Durch­strei­fen & Erle­ben machen, ent­de­cken Sie unter ande­rem hier.

Der Reiz der Gegend liegt dar­in begrün­det, dass sich die höchs­te Regi­on Fest­land­por­tu­gals leicht per Rad durch­strei­fen und erle­ben lässt. Stra­ßen sind gut aus­ge­baut. Und hier mischen sich Alt und Neu auf ange­neh­me Wei­se: Sie fin­den hier alte Gra­nit- und Schie­fer­dör­fer — his­to­ri­sche Dör­fer — sowie tra­di­tio­nell in Schwarz geklei­de­te alte Frau­en. Aber es gibt auch moder­nes Leben durch gute Hotels, Ther­men und Ein­kaufs­mög­lich­kei­ten auf der Stre­cke. Stu­die­ren kann man hier und Well­ness-Urlaub verbringen.

Rundtour in zwei Wochen

Dem Rei­se­füh­rer liegt eine Rund­tour mit einem Moun­tain­bike zugrun­de. Die­se lässt sich in gut zwei Wochen leicht bewäl­ti­gen. Die Stre­cken sind so geplant, dass man die Aus­flugs­zie­le im Natur­park in Ruhe auf sich wir­ken las­sen kann. 

Der “Rad- und Kul­tur­rei­se­füh­rer Ser­ra da Est­re­la” ent­hält neben zahl­rei­chen Fotos auch Kar­ten und Adres­sen, die bei ver­steck­ter Lage mit gps-Koor­di­na­ten ver­se­hen sind.

Das Natur­er­leb­nis mit dem Fahr­rad ist beein­dru­cken­der, erhol­sa­mer und umwelt­scho­nen­der als mit dem Autos. Daher fol­gen hier Adres­sen, wo Räder zu lei­hen sind:

OrtGeschäftLinkE‑Mail
Man­tei­gasEst­re­la Bikeswww.estrelaebike.pt/en/info@estrelaebike.pt
Guar­daJust Gowww.justgoturismo.com/ebikes‑1turismodnatureza@gmail.com
Rad­ver­leih Ser­ra da Est­re­la, Cen­tro de Por­tu­gal Stand: 16.06.2023

Der Rei­se­füh­rer ist im Gegen­satz zu kon­ven­tio­nel­len Büchern unver­zicht­bar. Dies gilt vor allem für die­je­ni­gen, die das Frem­de erle­ben, sich auf die Umge­bung ein­las­sen wol­len. Denn er lis­tet nicht nur Adres­sen wie her­kömm­li­che Füh­rer auf. Der Rei­sen­de erklärt Kul­tur und Land­schaft, damit jeder sich als Urlau­ber rund­um wohlfühlt.

Der Rad­rei­se­füh­rer Ser­ra da Est­re­la soll­te also bei kei­ner Buch­emp­feh­lung feh­len. Denn es gibt nichts, was so gut auf­zeigt, was man in der Bei­ra Alta und im Cen­tro de Por­tu­gal alles machen kann. Wer Por­to und die Täler des Dou­ro ein­plant, soll­te einen Besuch hier nicht ver­säu­men. Hier fin­det man noch ori­gi­na­le por­tu­gie­si­sche Küche. Und Du kannst dort por­tu­gie­si­sches Design kau­fen. Und wenn Sie ein­mal da sind, rei­sen Sie auch preis­wert. Denn die Prei­se sind nied­ri­ger als zum Bei­spiel an der Küste.

Coolcation in Västerbotten am Polarkreis

Coo­le Feri­en in Väs­ter­bot­ten in Schwe­den: Bevor er Väs­ter­bot­ten ent­deck­te, träum­te der Rei­sen­de schon lan­ge davon, den Polar­kreis mit dem Rad zu umrun­den. Als er erfuhr, Umeå wer­de Kul­tur­haupt­stadt Euro­pas, war ihm klar: Er schreibt einen Rei­se­füh­rer über “Väs­ter­bot­ten Land der Aben­teu­er”. Die­ser ist sicher ein schö­nes Geschenk. Damit kannst Du jetzt selbst auf Rei­sen gehen oder Schwe­den-Fans erfreuen.

Von Dalarna ins Hälsingland

Der Rei­sen­de flog zunächst nach Stock­holm. Nach­dem er die Haupt­stadt besich­tigt hat­te, nahm er die Bahn nach Mora am Sil­jan­see in Dalar­na. Die­se Regi­on wird als Herz Schwe­dens bezeich­net. Das liegt dar­an, dass dort die Gren­ze zwi­schen Nord- und Süd­schwe­den liegt. 

Erst ver­gan­ge­ne Weih­nach­ten erfuhr er beim Lesen einer Schwe­den­chro­nik des Ortes Glan­dorf nahe Osna­brück, dass am Sil­jan­see sei­ne fami­liä­ren Wur­zeln lie­gen. Sein Vor­fahr, der wil­de Rül­an­der, wuchs dort auf einem Hof auf. Er ver­schwand von dort, nach­dem er sich mit sei­nem Vater gestrit­ten haben soll. Jah­re spä­ter tauch­te er in Stock­holm wie­der auf. Dort leb­te er als Sol­dat. Er zog unter dem Befehl des Königs Gus­tav Adolf mit der Armee wäh­rend des Drei­ßig­jäh­ri­gen Krie­ges nach Deutsch­land. In Bad Iburg am Ran­de des Teu­to­bur­ger Wal­des stieg er zum Fes­tungs­kom­man­dan­ten auf. Seit­dem weiß der Rei­sen­de, war­um er sich immer ger­ne in Dalar­na aufhält.

Von Mora aus radel­te er ins Häl­sing­land. Denn in Gräns­fors woll­te er an einem Kurs im Axt­schmie­den teil­neh­men. Dort wer­den Schwe­dens berühm­tes­te Äxte noch hand­ge­schmie­det. Gräns­fors Bruks stell­te ihm ein über eine Woche lang ein Som­mer­haus. Die­ses lag idyl­lisch an einem Wei­her, den ein Bach mit Was­ser ver­sorg­te. Jeden Mor­gen erfrisch­te ihn ein Bad.

Nach einer Woche führ­te die Rei­se wei­ter nach Kram­fors. Dort traf er sei­nen lie­ben Kum­pel Ste­phan Heu­ken. Die­ser war von Bonn aus ange­reist. Sie erkun­de­ten auf Rädern Höga Kus­ten und erleb­ten viel: vom dama­li­gen Pira­ten­le­ben bis hin zu einem Sur­ström­ming-Fes­ti­val. Die­ses ver­an­stal­tet Schwe­dens bekann­ter Clown Ruben Madsen auf der Insel Ulvön.

Mit dem Rad weiter nach Umeå

Bis nach Umeå ist es von dort für geüb­te Rad­ler nicht son­der­lich weit. Die Stadt liegt etwas land­ein­wärts am Bot­t­ni­schen Meer­bu­sen. Für eine klei­ne Stadt bie­tet Umeå eini­ges: Neben einem sich mit der Kul­tur der Regi­on befas­sen­den Muse­um und einem Bil­der­mu­se­um fand der Rei­sen­de dort eine Skulp­tu­ren­samm­lung in einem Park vor. Es gibt sogar einen Bota­ni­schen Gar­ten. Aber auch poli­tisch ist die Stadt aktiv, indem sie aktiv für Rech­te von Frau­en eintritt.

Inter­es­san­ter als die Stadt selbst fand Durch­strei­fen & Erle­ben aber die Umge­bung. Sie bie­tet vie­le Akti­vi­tä­ten wie Raf­ting, Segeln und inter­es­san­te Muse­en auf dem Land und auf Schären.

Cover vorne Reiseführer Västerbotten 1

Mehr über die Land­schaft, die Stadt und die gast­freund­li­chen Bewoh­ner süd­lich vom Polar­kreis, der aber nörd­li­cher als Ancho­ra­ge in Alas­ka liegt, ist im Rei­se­füh­rer “Väs­ter­bot­ten Land der Aben­teu­er. Nord­schwe­den durch­strei­fen und erle­ben” zu erfah­ren. Die schwe­di­sche Bot­schaft hat einst den Rei­se­füh­rer auf dem Stand der nor­di­schen Län­der auf der Leip­zi­ger Buch­mes­se prä­sen­tiert. Du kannst ihn im Buch­han­del und online bestel­len.

Coolcation in Västerbotten am Polarkreis

Mit dem Buch fin­dest Du gute Bade­strän­de am Bot­t­ni­schen Meer­bu­sen und an Seen. Du erfährst, wie es hier um die Schä­ren­welt bestellt ist. Eben­so lie­fert er Dir Sehens­wür­dig­kei­ten und span­nen­de Über­nach­tungs­plät­ze in Nord­schwe­den frei Haus. Die­se sind sonst schwie­rig zu finden. 

Wenn Du in Schwe­den rad­wan­dern willst, ist er auch eine gute Hil­fe. Denn die Stre­cken hat der Rei­sen­de nur mit Moun­tain­bike und Zelt bewäl­tigt. So hat er sich auch den Traum von einer Rei­se um den Polar­kreis erfüllt. Den kannst Du Dir jetzt leicht selbst erfüllen. 

Tou­ris­mus in Schwe­den ist ohne­hin ein Traum. Denn jede und jeder kann die schöns­ten Strän­de, ein Feri­en­haus am Strand über den Rei­se­füh­rer “Väs­ter­bot­ten Ein Aben­teu­er­land im Nor­den Schwe­dens” entdecken.

Coolcation auf der Kattegatinsel Samsø

ISBN: 978–3‑752981–78‑0

Mitt­ler­wei­le sehr beliebt zur Cool­ca­ti­on in Skan­di­na­vi­en ist mein Rei­se­füh­rer über die Kat­te­ga­tin­sel Samsø. Rei­sen­de fin­den auf Däne­marks größ­ter Kat­te­ga­tin­sel — etwa so groß wie Sylt — mil­des Kli­ma vor. Däni­sche Tou­ris­ti­ker ver­wei­sen auf die „meis­ten Son­nen­stun­den Däne­marks“. Aber es wird eben nicht so heiß wie im Süden. Es gibt Bade­strän­de, Fjord, Steil­küs­te und Wald. Und sogar Res­te einer Burg sind noch vorhanden.

Der Rei­se­füh­rer führt Dich zu den Attrak­tio­nen. Er erklärt, wel­che Men­schen sich um die wert­vol­len Ein­rich­tun­gen küm­mern. Wie kommt es zur ein­zig­ar­ti­gen däni­schen Landschaft? 

Du kannst den Rei­se­füh­rer Kat­te­ga­tin­sel Samsø” im Buch­han­del bestel­len. aber auch online bestel­len — den per­fek­ten Rei­se­füh­rer über eine nahe­zu unbe­kann­te Insel Dänemarks.

Akti­vi­täts­ur­laub ist dort mög­lich: Fami­li­en kön­nen wan­dern, Kajak fah­ren, radeln und im „größ­ten Laby­rinth der Welt“ rät­seln. Auch Geschich­te wur­de hier für Däne­mark geschrie­ben. Jüngst durch­ge­führ­te Aus­gra­bun­gen doku­men­tie­ren das. 

Einzigartige Kattegatinsel Samsø

Ein­zig­ar­tig ist Samsø auch, weil es sei­ne Ener­gie selbst pro­du­ziert, Strom expor­tiert. Unge­wöhn­lich macht die­se Insel ihr lan­des­ty­pi­sches kuli­na­ri­sches Ange­bot. Woan­ders in Däne­mark ist so etwas kaum zu finden.

Der Rei­se­füh­rer “Samsø Die däni­sche Kat­te­ga­tin­sel durch­strei­fen und erle­ben” ent­hält Sehens­wer­tes für zwei Wochen Urlaub. Die Zeit ist damit nicht nur bei son­ni­gem, son­dern auch bei reg­ne­ri­schem Wet­ter gut zu fül­len. Kin­der kön­nen sich also nicht über Lan­ge­wei­le bekla­gen. Du erfährst, an wel­chen Stel­len du auf Samsø angeln kannst, es Bade­plät­ze und Strän­de am Kat­te­gat gibt. Eben­so weißt Du nach dem Kauf, wel­che Cam­ping­plät­ze auf Samsø lie­gen. wel­che guten Hotels auf Samsø nah am Strand lie­gen. Wei­ter lie­fert Dir das Buch Wis­sen dar­über, wie der mäch­ti­ge Fjord ent­stand. Zudem lernst Du gute Rad­we­ge auf Samsø anhand bei­gefüg­ter Kar­ten kennen.

Die Tou­ren sind so geplant, dass jeder die Stre­cken in Ruhe auf sich wir­ken las­sen kann. Das Werk ist im Gegen­satz zu kon­ven­tio­nel­len Rei­se­füh­rern unver­zicht­bar: für die­je­ni­gen, die das Frem­de erle­ben wol­len und sich auf die Umge­bung ein­las­sen möch­ten. Es erklärt Lebens­wei­sen anhand per­sön­li­cher Begeg­nun­gen mit Einheimischen. 

Freue Dich schon auf den Rei­se­füh­rer über die Kat­te­ga­tin­sel Samsø!

Reiseführer Münster zum NRW-Tag 2026

Rei­se­füh­rer Müns­ter zum NRW-Tag 2026: Schon längst kein Geheim­tipp mehr ist für einen tol­len Auf­ent­halt in der West­fa­len­me­tro­po­le der Rei­se­füh­rer “Müns­ter Stadt der Skulp­tu­ren”. Las­se schon jetzt und nicht erst am NRW-Tag 2026 (28. bis 30. August) tol­le Zie­le bei fünf attrak­ti­ven Stadt­wan­de­run­gen auf dich wir­ken. Mit Adres­sen, Fotos sowie gpx-Tracks fürs Navi. Sol­che Stadt­wan­de­run­gen fin­dest Du sonst in kei­nem ande­ren Münster-Reiseführer.

Das Buch eig­net sich sehr gut, Eltern und Freun­den die Stadt selb­stän­dig zu zei­gen, ohne dass Du eine Füh­rung buchen musst. Durch den Stadt­rund­gang auf eige­ne Faust sparst Du Geld. Denn es gibt meh­re­re Spa­zier­gän­ge oder Rad­tou­ren, die sich mit Buch und Smart­phone selbst leicht durch­füh­ren lassen. 

Es erleich­tert Neu­bür­gern das Ein­le­ben, da auch die wich­tigs­ten Aus­flugs­zie­le wäh­rend der Woche und am Wochen­en­de nahe­bringt; dar­un­ter befin­den sich natür­lich auch Tra­di­ti­ons­knei­pen. Und vie­les, was in ande­ren Büchern nur ange­deu­tet wird, wird beim Kul­tur-Wan­dern durch Müns­ter bes­ser erklärt. War­um ist der Dom so errich­tet? Was macht den Erb­dros­ten­hof archi­tek­to­nisch so wertvoll?

Münster ist eine unbekannte Kunst-Metropole

Dass die Stadt eine Kunst-Metro­po­le ist, ist den meis­ten wohl erst auf­ge­fal­len, als sie 2010 in das Fina­le der Kul­tur­haupt­stadt Euro­pas gelang­te. War­um sie sich dazu ent­wi­ckelt hat, erklärt der Rei­se­füh­rer “Müns­ter Stadt der Skulp­tu­ren”.

Selbst vie­le Müns­te­ra­ner fah­ren mit ihren Lee­zen — ein müns­teri­scher Aus­druck fürs Fahr­rad — an Gale­rien, Kunst­hand­lun­gen sowie Ate­liers oft acht­los vor­bei. Dabei ver­fügt die Uni­ver­si­täts­stadt über eine Kunst­aka­de­mie und ein Picas­so-Muse­um. Aber auch über ein Stadt. ein Natur­kun­de und ein Lan­des­mu­se­um für Kunst und Kul­tur­ge­schich­te. Viel­leicht lockt in eini­gen Jah­ren eines über Hen­ri Matis­se die Mas­sen an. Denn die Spar­kas­se Müns­ter­land ver­fügt über eine bedeu­ten­de Sammlung.

Sterne-Gastronomie für die Pause

Selbst die Gas­tro­no­mie macht seit April 2023 von sich reden: Der Gui­de Miche­lin ver­lieh sage und schrei­be vier Ster­ne an drei Restau­rants. Jedes Jahr wer­den die­se aufs Neue ver­lie­hen. Bei einem Stern schaut min­des­tens ein Tes­ter anonym vor­bei. Bei zwei Ster­nen sind es gleich bis zu fünf. Einen davon darf sich das Restau­rant Spitz­ner im Oer’schen Hof an der Königs­stra­ße an den Ein­gang kle­ben. Den letz­ten davor erhielt die Gast­stät­te Anfang der 1990er Jah­re. Das Spei­se­an­ge­bot des Inha­bers Karl Niko­las Spitz­ner ist gemischt aus fran­zö­sisch inspi­rier­ter Küche und regio­na­len Gerich­ten. Unter­ge­bracht ist das Lokal in einem ehe­ma­li­gen Adels­hof. Die­ser wird bei den City-Trips durch Müns­ter natür­lich auch besprochen.

Eben­falls einen Stern ver­lie­hen, bekam die Loca­ti­on Brust oder Keu­le im Kreuz­vier­tel. Auch dies befin­det sich also in einer archi­tek­to­nisch reiz­vol­len Umge­bung, ste­hen doch dort vie­le auf­wen­dig errich­te­te Häu­ser aus dem 19. und 20. Jahr­hun­dert. Dort kocht mit Lau­rin Kux ein Mann, dem es gelang, bereits in Ham­burg fürs Jel­ly­fi­sh einen Stern zu erlan­gen. Er stammt aus Münster.

Gar zwei Ster­ne darf sich jetzt Fré­de­ric Morel an die Brust hef­ten. Er erfreut Gäs­te des Coeur D’Ar­tich­aut mit wohl­schme­cken­den Spei­sen. Die­ses Lokal liegt am Alten Fisch­markt, wor­an eine der Rou­ten von “Müns­ter Stadt der Skulp­tu­ren” vor­bei­führt. Schon vor drei Jah­ren erhielt der aus der Bre­ta­gne stam­men­de Morel einen Stern.

Spannende moderne Architektur ein Thema

Alle zehn Jah­re rich­tet die Stadt unter Lei­tung des bekann­ten und lei­der mitt­ler­wei­le ver­stor­be­nen Kura­tors Kas­per König ein Skulp­tur Pro­jekt aus. Renom­mier­te Künst­ler aus aller Welt stel­len ihre Wer­ke in der Stadt zur Schau. Dazu nut­zen sie geschickt bereits vor­han­de­ne his­to­ri­sche Gebäu­de und Plät­ze. Sie besu­chen, bevor das Pro­jekt beginnt, in Fra­ge kom­men­de Plät­ze, rich­ten ihre Objek­te danach aus.

Die Bau­wer­ke haben ihnen unter ande­rem der Bau­meis­ter Johann Con­rad Schlaun über­las­sen. Dazu kamen spä­ter im 19. und 20. Jahr­hun­dert die Archi­tek­ten Alfred Hen­sen, Harald Deil­mann, Julia Bol­les-Wil­son und ihr Mann Peter Wil­son sowie der Korea­ner Duk-Kyu Ryang.

Im Stadt­raum fin­den sich zudem gut 30 Ankäu­fe aus dem Skulp­tur Pro­jekt. Dazu gehö­ren zum Bei­spiel die Aasee­ku­geln — Giant Pool Balls — oder die Kir­schen­säu­le an der Har­se­win­kel­gas­se. Wer die Stadt über den Rand der Rad­we­ge hin­aus durch­streift und erlebt, ent­deckt Hun­der­te Skulp­tu­ren und Instal­la­tio­nen im Stadt­kern. Wäh­rend der Recher­che for­der­te es den Rei­sen­den her­aus, die­se zu foto­gra­fie­ren, zu beur­tei­len und zu gewich­ten. Haben die­se an der Kunst­aka­de­mie aus­ge­bil­de­te Künst­ler geschaf­fen? Oder sor­gen Gale­ris­ten und Kunst­händ­ler dafür? Und Du erfährst auf jeden Fall, wo in der Innen­stadt Fach­ge­schäf­te lie­gen, in denen moder­ne, aber auch älte­re Kunst ver­kauft wird. Viel­leicht willst Du ja Dei­ne Woh­nung schön deko­rie­ren. In zwei Gale­rien gibt es sogar Ori­gi­na­le welt­be­rühm­ter Künst­ler zum güns­ti­gen Preis. Wo die genau lie­gen, steht im City-Guide.

Farbiger als andere Führer

Das Stadt­ge­biet ist vier Zonen geglie­dert, in denen sich die meis­ten Instal­la­tio­nen und Skulp­tu­ren befin­den. Die­se sind vor allem im Zen­trum, auf der Pro­me­na­de und dem Uni­ver­si­täts­ge­län­de sowie rund um den Aasee zu fin­den. Der Kul­tur­rei­se­füh­rer erhebt kei­nen Anspruch auf Voll­stän­dig­keit bei den vor­ge­schla­ge­nen Tou­ren durch die Stadt. Alle Kunst­wer­ke zu kom­men­tie­ren, wür­de den Rah­men spren­gen. Expo­na­te und ande­re Aus­flugs­zie­le in Müns­ter sol­len leicht zu errei­chen sein. Der Stadt­füh­rer löst Fra­gen wie: Was kann ich in Müns­ter machen? Oder wo kann ich in Müns­ter essen gehen? Wohin in Münster?

Das Augen­merk bei den City-Trips durch Müns­ter liegt dar­auf, inwie­weit unge­wöhn­li­che Gebäu­de, Plät­ze und Kunst­wer­ke den öffent­li­chen Raum prä­gen. Erge­ben sich neue Sicht-Ach­sen durch neue Gebäu­de? Ent­steht eine neue Sicht­wei­se auf einen Stadt­teil, einen Frei­zeit­raum, eine Arbeits­stät­te? Schaf­fen neue Plät­ze Auf­ent­halts­qua­li­tät? Wo gibt es schö­ne Orte in Müns­ter? Die­nen die­se nicht nur kon­sum­ori­en­tier­ten Inter­es­sen, son­dern füh­ren zu Expe­ri­men­tier-Geist? Aus­druck des­sen sind natür­lich auch die Müns­ter-Kri­mis Tat­ort und Wils­berg mit Rechts­me­di­zi­ner Karl-Fried­rich Boer­ne und Kom­mis­sar Frank Thiel, Georg Wils­berg, Lars Over­beck und Anna Sprin­ger. An bekann­ten Dreh­or­ten kommst Du natür­lich auch vor­bei, wenn Du einen Kurz-Urlaub in Müns­ter verbringst.

Neuer Geist am Hafen?

Die Augen rich­ten sich in den kom­men­den Jah­ren auf den Stadt­ha­fen: Zum ers­ten Mal seit gut 70 Jah­ren schau­en Besu­cher an der Schil­ler­stra­ße direkt aufs Are­al am Was­ser. Die Osmo-Hal­le wur­de im Febru­ar 2021 abge­ris­sen. 2001 ging das Unter­neh­men von Oster­mann und Schei­we in Insol­venz. Es folg­ten ein mehr als 60 Meter hoher Schorn­stein und mar­kan­te Spä­ne­bun­ker mit 50 Zen­ti­me­ter dicken Wän­den. Vor­han­de­ner Stahl wur­de ein­ge­schmol­zen. Mit Beton und Zie­gen ent­steht wie­der etwas Neues.

27000 Qua­drat­me­ter sind jetzt frei. Inves­tor Andre­as Deil­mann, des­sen Vater schon deutsch­land­weit beach­tens­wer­te Gebäu­de schuf, hat viel vor. Aber bis­her liegt nur der Ent­wurf eines Bebau­ungs­plans vor. Kommt dort viel­leicht ein Matis­se-Muse­um hin? Das wäre ein neu­er Tou­ris­ten-Magnet. In Müns­ter lagern vie­le Wer­ke des berühm­ten Malers.

City-Trips durch Münster

Alle Tour-Vor­schlä­ge mit unter­schied­li­cher Län­ge sind in “Müns­ter Stadt der Skulp­tu­ren” so geplant, dass man Attrak­tio­nen in Ruhe auf sich wir­ken las­sen kann. Das Buch ent­hält neben zahl­rei­chen Fotos Kar­ten, gpx-Tracks und Adres­sen. Denn der Kul­tur­rei­se­füh­rer ist im Gegen­satz zu kon­ven­tio­nel­len Stadt­füh­rern ein unver­zicht­ba­rer Beglei­ter für die­je­ni­gen, die hier — selbst als Ein­hei­mi­sche — das Frem­de erle­ben, sich auf die Umge­bung ein­las­sen wol­len. Auf einem der aus­ge­wähl­ten City-Trips durch Müns­ter. Am bes­ten heu­te schon, auf jeden Fall aber spä­tes­tens am NRW-Tag 2026.

Wimmerndes Metall und wirbelnder Sand

Im har­ten Nord­see­wind hört man wim­mern­des Metall der Krä­ne und Schif­fe im Süd­ha­fen von Esbjerg. Dort wer­den am Tag Schif­fe und Ölplatt­for­men gewar­tet. Doch an die­sem Abend sind nur zwei Ang­ler am Ende der Mole hier und der Rei­sen­de. Wie Ten­ta­keln ragen die fili­gra­nen Netz­struk­tu­ren der Krä­ne in den Him­mel. Es wür­de nicht ver­wun­dern, wenn jetzt eini­ge der fie­sen insek­ten­ar­ti­gen Vie­cher aus dem Film „Matrix“ hier auftauchten.

Die West­küs­te Jüt­lands hat der Rei­sen­de lan­ge unter­schätzt. Dabei ist sie zwi­schen Höjer und Esbjerg deut­lich attrak­ti­ver als die deut­sche Nord­see­küs­te. Auf sei­ner ers­ten Rad­tour nahm der Repor­ter sie nur über die das Wel­len­ba­den ver­hin­dern­de Ebbe wahr. Und viel Indus­trie, die die von Land­wirt­schaft gepräg­te Land­schaft ver­schan­delt. Doch das hat sich jetzt geän­dert. Das Spek­trum reicht von Per­len wie Ribe, Römö und Fanö über Vul­ka­ne wie Esbjerg bis hin zu Wüs­ten wie Hvi­de San­de, Vejers Strand, Bork Havn, selbst Ring­kö­bing. Vie­les scheint zube­to­niert. Den meis­ten Kaf­fee­häu­sern man­gelt an Gemüt­lich­keit. Hier scheint zuzu­tref­fen, was ein Gas­tro­nom in Büsum vor vier Wochen kri­ti­sier­te. Vie­le trimm­ten ihre Geschäf­te auf Imbiss. Das Essen wer­de vereinheitlicht.

Drachen und Strandsegler

Am nächs­ten Tag sieht die Sze­ne­rie von der Fäh­re nach Fanö nicht mehr so gespens­tisch aus. Die Exzen­trik aber bleibt trotz des Son­nen­scheins. Sie ver­blasst dann aber auch etwas nach dem Tag mit Krie­chen durch Bun­ker, Krau­chen über einen kilo­me­ter­lan­gen Strand vor­bei an Dra­chen und Strand­seg­lern. Von der Kuli­na­rik hat der Rei­sen­de nicht wirk­lich gekos­tet. Er lässt hier lie­ber Flo­ra Jädi­cke den Vor­tritt, die sich spe­zi­ell dafür hier umge­schaut hat.

Das gilt genau­so für Römö, wo sich der Rei­sen­de auf­grund des güns­ti­gen Prei­ses im Asia-Restau­rant abends nie­der­ließ. An „All you can eat“ kommt ein hung­ri­ger Rad­ler nach der Über­que­rung des 1948 errich­te­ten ewig lan­gen Dam­mes bei Gegen­wind nicht vor­bei. Zudem nutz­ten der Chi­ne­se und er in Lakolk aus­gie­big die Gele­gen­heit, gegen­sei­tig ihre Dänisch-Kennt­nis­se im Dia­log auf­zu­fri­schen. Denn auch die­ser kämpf­te noch immer mit der für ihn immer noch frem­den Sprache.

Am nächs­ten Tag genoss der Rei­sen­de an einem ein­sa­men Strand den Blick auf Sylt, sog den typi­schen Geruch däni­scher Hei­de in sich auf. Dies war der Geruch sei­ner Kind­heit in Däne­mark an den Strän­den von Gjer­rild, Asser­bo und Ska­gen. Dabei muss­te er aber auch auch den häss­li­chen Anblick des Hafens nach Sylt ver­dau­en, in dem zwei Fisch­re­stau­rants ver­su­chen, Besu­cher aus Sylt Geld mit hohen Prei­sen aus der Tasche zu zie­hen. Und irgend­wie war es doch schö­ner, bei Ebbe zur Insel Noirm­ou­tier über­zu­set­zen, bevor die Flut kam. Solch ein Aben­teu­er nimmt einem lei­der ein hoher Damm.

Wirbelnder Sand freigelassen wie die Seele

Im Süden Jüt­lands ist auch Ödnis zu erfah­ren wie in Vejers Strand, Hvi­de San­de, Bork Havn und selbst Ring­kö­bing. Im aller­dings beschei­de­nen Rah­men reih­ten sich Imbis­se und Nip­pes-Läden anein­an­der. Auch die vie­len Feri­en­häu­ser könn­ten stö­ren. Der­art beklag­te sich eine Mit­ar­bei­te­rin im Wikin­ger­cen­ter in Bork dar­über. Aber immer­hin ist die Küs­te nicht der­art ver­baut wie an man­chen Abschnit­ten in Spa­ni­en, Frank­reich oder selbst in einem Natur­schutz­ge­biet wie Troia süd­lich von Lis­sa­bon. Meis­tens kann man doch noch die See­le bau­meln las­sen in Dünen, die es woan­ders nicht in Euro­pa gibt. Dee Sand wir­belt hier frei­ge­las­sen wie die See­le. Nicht ein­mal in Arcachon gibt es sol­che Dünen. Obwohl es selbst am Tag in Ribe oder Ring­kö­bing nach der Besich­ti­gung der Sehens­wür­dig­kei­ten töd­lich lang­wei­lig wer­den kann für den Nor­mal­tou­ris­ten. Für einen Jour­na­lis­ten gilt das nicht, da er immer neu­gie­rig ist und span­nen­de Men­schen und Land­schaf­ten fast auto­ma­tisch vorfindet.

Wissen übers Wattenmeer aufgebaut

Und hier lernt er auch viel übers Wat­ten­meer wie zum Bei­spiel im Watt­ten­meer­zen­trum von Ribe. Umsäu­selt von psy­cho­de­li­scher Musik ver­fol­gen Besu­cher den Zug der Vögel, das Leben der Fische, sehen vie­le aus­ge­stopf­te Vögel. Aller­dings kennt man vie­les aua TV-Dokus. Und das Mul­ti­mar-Watt­fo­rum in Tön­ning ist um etli­che Klas­sen bes­ser. Der Rei­sen­de kam mal in den Genuss, es auf einer kuli­na­ri­schen Pres­se­rei­se in Schles­wig-Hol­stein kennenzulernen.

Wer also den süd­li­chen der däni­schen Nord­see besucht, muss mit einem hef­ti­gen Hin und Her eines Pen­dels rech­nen. Was zunächst öde wirkt, kann auch Bal­sam für die See­le sein. Und es wirkt auch beschei­den ehr­lich dänisch. Aber an der viel zitier­ten Gemüt­lich­keit hapert es dann. Aber wim­mern­des Metall und wir­beln­der Sand sind ja auch ganz schön.

300 Kilometer durchs wilde Friesistan

Das ging ja gut los auf den ers­ten 300 Kilo­me­tern durchs wil­de Frie­si­stan: Erst ver­schloss der Zug die Türen in Bre­mer­ha­ven. „Jetzt fährt der Zug non­stop durch bis Ber­lin“ fürch­te­te Rei­se­ge­fähr­te Chris­toph. Doch ganz so schlimm wur­de es nicht. Er ende­te in Lehe. Von dort muss­te also impro­vi­siert wer­den, was sich an feuch­ten Schu­hen Chris­tophs und Schlamm auf der Klei­dung bemerk­bar mach­te. Am ers­ten Tag war das Rad eben noch reich­lich schwer und auch noch nicht all­zu gut gepackt. Der Weg führ­te auf zum Teil lan­ge nicht befah­re­nen Pfa­den nach Duh­nen bei Cux­ha­ven. So führ­te die wil­de Fahrt zwei­mal bei­na­he in Was­ser­grä­ben. Der vie­le Regen hat­te sei­ne Spu­ren hinterlassen.

Land­schaft­lich bie­tet der Nord­see­küs­ten­rad­weg zwi­schen Bre­mer­ha­ven und Roden­äs mehr Abwechs­lung als zwi­schen Emden und Bre­mer­ha­ven. Denn es geht nicht immer an Deich ent­lang. Inter­es­san­te­re Städ­te, Fähr­fahr­ten und tie­fe­re Wäl­der erwar­ten Rei­sen­de. Aller­dings scheint man­chen Bewoh­nern in Nord­fries­land die ost­frie­si­sche Gelas­sen­heit zu fehlen.

Zum ers­ten Mal durch­streif­te und erleb­te der Rei­sen­de den hohen Nord­wes­ten Deutsch­lands. Der Ein­stieg in den war zwar uner­war­tet hart. Doch besänf­tig­ten zwei net­te Rad­ler aus Kas­sel wenigs­tens den Hun­ger der bei­den Gefähr­ten. Sie ver­sorg­ten die bei­den vorm Schla­fen­ge­hen mit Käse, Brot und Schli­cke­rei­en. Denn ab 21.00 Uhr legen die Köche an der Küs­te ihre Löf­fel in die Spül­ma­schi­nen. Mit viel Glück ser­viert einem jemand viel­leicht noch ein Fischbrötchen.

Für Wahr­zei­chen an der Küs­te wird zwar immer wie­der gewor­ben auf tou­ris­ti­schen Web­sei­ten. Aber ent­schei­den­der ist eben doch freund­li­ches authen­ti­sches Ver­hal­ten. So freu­ten sich Mit­ar­bei­ter in Cafés über inter­es­sier­te Fra­gen und gute Fotos auf dem Tablet. Statt einen weg­zu­ja­gen, räum­ten sie den Nach­bar­tisch frei. „Dann hast du mehr Platz“. Dies betraf den Rei­sen­den selbst. Bewun­dernd schau­te er auch ande­ren zu wie einer har­ten Schwim­me­rin bei Cux­ha­ven. Ende Mai hielt sie es gut eine hal­be Stun­de im kal­ten Was­ser aus. 17 Grad sol­len es gewe­sen sein.

Tol­le Aus­sichts­punk­te steu­ern dann zum Gelin­gen des Urlaubs bei. Die Schwim­me­rin konn­te man gut vom Deich nahe am Wahr­zei­chen „Kugel­ba­ke“ beob­ach­ten. Am Leucht­turm „Dicke Ber­ta“ nahe Ottern­dorf schau­en Besu­cher von der Ter­ras­se eines Cafés auf einen hüb­schen Boots­ha­fen her­ab. Ähn­lich hübsch ist auch der Hafen in Neu­haus. Vie­le Wald­stü­cke bis zur Elbe sor­gen für Kühlung.

Abenteuer Elbe

Die Über­que­rung der Elbe nach Glück­stadt ist das nächs­te Erleb­nis. Sie ist so breit, dass sogar rich­tig gro­ße „Pöt­te“ auf ihr schif­fen kön­nen. Die­se fuh­ren schon unglaub­lich nah zuvor in Strand­nä­he an man­chen Stel­len vor­bei wie zum Bei­spiel an der Kugel­ba­ke. Auch in Frei­burg erfreu­ten sich die Rad­ler an einer mensch­li­chen Begeg­nung: Ein Ein­woh­ner führ­te sie unge­fragt durch den Ort. Die Aus­schil­de­rung zur Elb­fäh­re emp­fand er näm­lich als unzu­mut­bar. Vie­le wür­den sich verfahren.

Wären da nicht der Wut­aus­bruch des Cam­ping­platz­be­sit­zers am Nord­strand oder Beschimp­fun­gen von einer Auto­fah­re­rin in Husum gewe­sen, hät­te die gan­ze Woche ein aus­ge­spro­chen schö­ne sein kön­nen. In Husum wur­de der Rei­sen­de nett von einer Ein­woh­ne­rin auf den Foto­ruck­sack ange­spro­chen. So auf der Stra­ße gestoppt, ent­wi­ckel­te sich ein gutes Gespräch. Die Fah­re­rin fühl­te sich in ihrem Bedürf­nis nach Platz beeinträchtigt.

Wutausbruch

Der Cam­ping­platz-Inha­ber warf dem Repor­ter sogar „Haus­frie­dens­bruch“ vor und droh­te mit der Poli­zei. Wer nach 18 Uhr ohne Anmel­dung den Platz betre­te, tue dies unbe­rech­tigt. Etwas spä­ter beru­hig­te er sich aber, begrün­de­te sei­ne Hal­tung mit schlech­tem Ver­hal­ten man­cher Zel­ter. Sie uri­nier­ten gegen Wohn­wa­gen, hin­ter­lie­ßen Müll auf dem Rasen. Er gab dem Rei­sen­den dann doch noch einen Platz. Einen Rad­fah­rer mit vie­len Kilo­me­tern in den Bei­nen woll­te er von sich wei­sen. Den­noch konn­te es der Rei­sen­de nicht erwar­ten, auf däni­sche Zelt­plät­ze zu gelan­gen. Denn dort geht es weni­ger rau zu. Anmel­dung am nächs­ten Mor­gen reicht. Solch eine Anspan­nung hat­te er auch auf sei­nen letz­ten grö­ße­ren Rei­sen durch Spa­ni­en und Por­tu­gal nicht erlebt.

Winterzauber in den Rieselfeldern

Win­ter­zau­ber in den Rie­sel­fel­dern: Eine wei­ße Frost­schicht bedeckt zur­zeit die Land­schaft im Müns­ter­land. Häu­fig ist dies nicht zu sehen. Meis­tens nimmt der Rei­sen­de so höchs­tens Rau­reif wahr, wenn er mor­gens auf den Ästen von Bäu­men und Sträu­chern liegt. Jetzt ähnelt die Frost­schicht Schnee. Aber ab mor­gen wird es so warm sein, dass der Zau­ber wie­der ver­fliegt. Auch das Win­ter­licht dürf­te dann ver­schwun­den sein.

So wird es auch in den Rie­sel­fel­dern, ein wich­ti­ges Vogel­schutz­ge­biet, ab mor­gen wie­der grau­er wer­den, sobald die Wol­ken die Son­ne ver­de­cken. Daher pack­te der Rei­sen­de heu­te auf der Rad­tour sein Smart­phone her­aus, um ein wenig die Atmo­sphä­re mit­zu­neh­men. Auf­fäl­lig: Die vie­len Tei­che, einst nah­men sie das Abwas­ser der Stadt Müns­ter auf, sind mit dün­nem Eis bedeckt. Die Eis­bil­dung war schon am ver­gan­ge­nen Mitt­woch auf einer Rad­wan­de­rung zu erken­nen. Prompt such­ten die vie­len hier sonst leben­den Vögel das Wei­te. Die sonst hier zu sehen­den Grau­gän­se, Grau­rei­her und selbst wei­ße Schwä­ne waren heu­te ver­schwun­den. Sie haben sich wohl in wär­me­re Gefil­de abge­setzt. Viel­leicht sind sie ins Rhein­land gezo­gen, das oft wär­mer ist als das Müns­ter­land. Dort sind man­che Gewäs­ser wohl noch nicht zugefroren.

Statt­des­sen such­ten heu­te am Wochen­en­de vie­le Men­schen die Gewäs­ser in und um Müns­ter auf. Wie zum Bei­spiel den Aasee: zum Schlitt­schuh­lau­fen und Spa­zie­ren­ge­hen auf der Eis­flä­che. An der Tor­min­brü­cke, die den See in zwei Hälf­ten teilt, schien jemand ins Eis ein­ge­bro­chen zu sein. Ret­tungs­wa­gen kamen mit Blau­licht in dem Moment ange­fah­ren, als der Rei­sen­de an ihr vorbeikam.

Spannende Geschichte des Aasees

Der Aasee hat neben Ein­brü­chen ins Eis eine span­nen­de Geschich­te, die die ande­rer Städ­te über­tref­fen dürf­te: An des­sen Zufluss Aa — indo­ger­ma­ni­sches Wort für Was­ser — grün­de­te sich einst die Stadt Müns­ter. Denn an einer Furt zwi­schen Bis­ping­hof und Spie­gel­turm sol­len wan­dern­de Sach­sen eine Sied­lung auf­ge­baut haben. Einer von ihnen könn­te Mimi­ger gehei­ßen haben, wes­halb Müns­ter ursprüng­lich Mimi­gernaford hieß. Eine ande­re Theo­rie besagt, dass hier einem gewis­sen Mimir aus der nor­di­schen Mytho­lo­gie die Furt gewid­met wur­de. Man­che mei­nen, Mimi­gernaford sei auf dem Dom­hü­gel gebo­ren wor­den. Ande­re neh­men an, die sei auf der lin­ken, west­li­chen Sei­te geschehen.

In einem Arti­kel Otto-Ehren­fried Sel­les für die Sei­te “Auf Roter Erde” für die West­fä­li­schen Nach­rich­ten lern­te der Rei­sen­de Anfang April 2023, dass mitt­ler­wei­le eine Ansicht über­holt ist: Ein Gra­ben an der Stadt­mau­er sei um 1200 zur Ver­tei­di­gung mit Was­ser gefüllt wor­den. Was­ser­bä­ren hät­ten eher die Aa dar­an gehin­dert, in den Gra­ben zu flie­ßen. Von den Was­ser­bä­ren ist noch heu­te einer nahe am Bud­den­turm, der ande­re am Alten Zoo zu sehen. Bela­ge­rer konn­ten so auch nicht das Was­ser aus der Aa ein­fach ablei­ten, um leich­ter in die Stadt zu gelan­gen. Mehr dazu erfährst Du im Stadt­füh­rer Müns­ter Stadt der Skulp­tu­ren.

Frü­her habe es ent­lang der Aa Was­ser­müh­len gege­ben, die Getrei­de mahl­ten, schreibt Sel­le wei­ter. Dies spiel­te Fürst­bi­schof Chris­toph Bern­hard von Galen in die Kar­ten. Um 1660 ver­pflich­te­te er dem­nach Bau­ern dazu, in der Nähe des heu­ti­gen Zoos einen Damm zu bau­en. So woll­te er Was­ser zu einem See stau­en und die Müh­len zum Still­stand brin­gen. Dies erschwer­te auch die Ver­sor­gung mit Brot. Der Damm brach vor Weih­nach­ten 1660. Die Flu­ten setz­ten die Stadt zum Teil unter Was­ser. Ende März 1661 kapi­tu­lier­ten die Bür­ger. Von Galen ent­ließ dann Rat und Bür­ger­meis­ter. Die Rats­kam­mer hieß fort­an und bis heu­te Friedenssaal.

Wild unruhig in der Kälte

Zurück zum Win­ter­aus­flug: Nicht nur Men­schen tau­chen auf, son­dern auch das Wild wird unru­hig: Auf einem ver­fro­re­nen Acker bei Häger stan­den vier Rehe schon am frü­hen Nach­mit­tag, um dort Nah­rung zu suchen. Dies ist tags­über unge­wöhn­lich. Auch ein Hase quer­te die Stra­ße an der Nien­ber­ger Orts­gren­ze. Lei­der wird mor­gen der Win­ter­zau­ber in den Rie­sel­fel­dern und auch wohl anders­wo im Müns­ter­land fürs ers­te ver­flo­gen sein.

Reise durch goldene Zeiten

Anda­lu­si­en — eine Rei­se durch gol­de­ne Zei­ten. Schon am Rand der Extre­ma­du­ra tür­men sich ers­te Ber­ge auf, um das Ende der Hoch­ebe­ne auf­zu­zei­gen und zu sagen: Hier beginnt ein neu­er Abschnitt. Eini­ge Wochen zog der Rei­sen­de über sie hin­weg. Hier ange­ödet von der Mono­to­nie, dort ange­zo­gen von der üppi­gen Natur mit vie­len Vögeln und leben­di­gen Flüs­sen. Und von schö­nen Städ­ten wie Cáce­res und Méri­da. Die eine war­tet mit Häu­sern aus Renais­sance und mus­li­mi­scher Zeit auf. Die ande­re bie­tet römi­sche Vil­len, Ther­men und ein lan­ges Aquä­dukt. Offen­sicht­lich ließ sich in der Extre­ma­du­ra in die­sen Epo­chen viel Geld ver­die­nen. Die Römer för­der­ten hier Gold, Sil­ber, Kup­fer und Eisen­erz. In ande­ren Gegen­den wie Troia in Por­tu­gal trie­ben sie regen Han­del mit Fisch. 

Im Mit­tel­al­ter und in der frü­hen Neu­zeit brach­ten nicht nur die Minen, son­dern auch Kera­mik, Oli­ven und Wein Devi­sen ein. Einen erheb­li­chen Anteil brach­te aller­dings auch die Aus­beu­tung der Kolo­nien ein. Des­halb heißt die grob zwi­schen der Ent­de­ckung Ame­ri­kas und dem Ende des Drei­ßig­jäh­ri­gen Krie­ges lie­gen­de Zeit­span­ne in Spa­ni­en auch “Sig­lo de Oro”. Daher auch “Rei­se durch gol­de­ne Zeiten”.

Durch die Sierra Norte de Sevilla

Dann der Ein­tritt nach Anda­lu­si­en: Der Rei­sen­de durch­fährt einen Ring von Bur­gen. Mit ihnen woll­te man das von den Ara­bern zurück­ge­hol­te Ter­ri­to­ri­um vor den Por­tu­gie­sen schüt­zen. Mit denen lie­fer­ten sie sich in der Zeit auf den Welt­mee­ren blu­ti­ge Schlach­ten um die Vorherrschaft.

Gepfleg­te Dör­fer und blü­hen­de Man­del- und Oli­ven­bäu­me erwar­ten den Rei­sen­den in der Sier­ra de Nor­te de Sevil­la. Die meis­ten sind blü­ten­weiß gestri­chen. In man­chen Orten darf aus­schließ­lich wei­ße Far­be ver­wen­det wer­den. Im Gebir­ge pro­fi­tie­ren die Ein­woh­ner sicht­lich vom ste­ten Besu­cher­strom aus Sevil­la. Die meis­ten kom­men, um dort zu spei­sen. Denn die Gegend ist bekannt für ihre Jagd­grün­de: haupt­säch­lich Wild­schwein und Kanin­chen. Aber auch Reb­huhn: Ein Spa­ni­er zeig­te ihm Kis­ten mit jun­gen Vögeln, die er aus sei­nem Sprin­ter raus­las­sen woll­te. Bis zum Herbst kön­nen sie sich wie auch die mun­ter unter den Man­del­bäu­men flit­zen­den Fasa­nen hier näh­ren, bis die Jäger kommen.

Die meis­ten Men­schen, vie­le selbst wohl­ge­nährt, rol­len mit dem PKW an. Die schlan­ke­ren dröh­nen mit Motor­rä­dern her­bei, man­che auch mit Renn- und Tou­ren­rä­dern. E‑Bikes aber sieht der Rei­sen­de eher sel­ten. Der Rei­sen­de fühlt sich dann an die Eifel um Ade­nau und Heim­bach erin­nert, wo an son­ni­gen Wochen­en­den ähn­lich die Moto­ren heulen. 

Reise durch goldene Zeiten in Sevilla

In Sevil­la ist noch viel Glanz des Sig­lo de Oro zu sehen. Die­ser drückt sich nicht nur in der größ­ten goti­schen Kathe­dra­le der Welt aus. Er spie­gelt sich auch in ade­li­gen Resi­den­zen und im heu­te noch genutz­ten könig­li­chen Palast wider. Dort mischen sich jetzt römi­sche, ara­bi­sche und christ­li­che Archi­tek­tur und Kunst. Auch aus der bedeu­ten­den römi­schen Stadt Itá­li­ca, in der die Kai­ser Tra­jan und Hadri­an groß wur­den, fin­den sich Mosaike.

Nach wie vor zieht dies Tou­ris­ten aus aller Welt an. Wenn die Ticket­ver­käu­fer nach der Her­kunft fra­gen, wird Aus­tra­li­en, USA, Bel­gi­en, Frank­reich geant­wor­tet. Im Archiv Casa de Indi­as lässt sich nach­voll­zie­hen, wie all dies finan­ziert wur­de: über Kolo­nien. Gold und Sil­ber, aber auch Kakao brach­ten die Kara­vel­len zum damals bedeu­tends­ten Hafen Euro­pas. Unter erbärm­li­chen Bedin­gun­gen und wie Skla­ven schuf­te­ten Indi­os in den Minen. Geist­li­che wie Fray Bar­to­lo­mé de las Casas (1474–1566) konn­ten Ver­bes­se­run­gen errei­chen. Er ist des­halb als Befrei­ungs­theo­lo­ge in die Geschich­te ein­ge­gan­gen. davon wird in der Aus­stel­lung nichts gesagt.

Wieder am Strand

Und jetzt sieht der Rei­sen­de zum ers­ten Mal seit Por­to wie­der Strän­de. Erst in Mata­l­as­ca­ñas, aktu­ell in Maza­gón. Es ist so warm, dass er seit zwei Näch­ten wie­der das Zelt nutzt. Aller­dings sind Cam­ping­plät­ze ent­lang des Rio Dou­ro und der Via de la Platz auch dünn gesät. 

Net­te Nach­barn ste­hen aktu­ell an sei­ner Sei­te. Es ist ein deut­sches Ehe­paar, das seit 1998 in Kal­mar in Süd­schwe­den lebt. Bereits zwei Mal gab rs bei ihm Abend­essen: Fisch und Fleisch. Und end­lich mal wie­der Kar­tof­feln. In spa­ni­schen Restau­rants ist das Essen meis­tens frit­tiert. Nicht ein­mal Reis gibt es als Alter­na­ti­ve. Dabei bau­en ihn Bau­ern in Por­tu­gal an. So erfährt der Rei­sen­de auch, was sich so in Schwe­den so tut, sozu­sa­gen als Vor­be­rei­tung auf die nächs­te Rei­se in den Nor­den. Und eine schö­ne Zeit, um sich mor­gen nach zwei Ruhe­ta­gen mit neu­em Schwung in die Algar­ve zu bege­ben. Wie ist es dort mit einer Rei­se durch gol­de­ne Zei­ten bestellt?