Barca d’Alva: Kreuzfahrtschiffe auf dem Rio Douro im Distrikt Guarda
Gottesanbeterin am Rio Duero
Viel spektakulärer als die Küste ist das Binnenland Portugals. Dies gilt vor allem für die Douro-Region, die mehr als ein Fluss ist. Und mit dem Fahrrad ist es auch viel komfortabler zu durchstreifen und zu erleben als mit dem Auto. Denn es wird einem nicht übel. Und auf den Nationalstraßen von Porto bis nach Zamora in Spanien fließt wenig Verkehr. Zudem gibt dort keine harten Steigungen. Es sei denn, man biegt ab, um zum Beispiel die wie auf einer Perlenschnur aufgezogenen romanischen Kirchen zu besuchen. Manche von ihnen liegen auf steilen Hügeln.
Man entwickelt ein gutes Gespür für die Landschaft. Weingüter laden entlang der Strecke zum Verkosten ein. Es gibt dort imposante Schluchten zu sehen. In denen begegnete der Reisende zum ersten Mal in seinem Leben einer Gottesanbeterin in der Nähe von Saucelle. Er betrachtete Felsritzungen von Menschen aus der Steinzeit und flanierte an den barocken Wunder der Stadt Lamego entlang. Oder aber der Bikepacker erfrischte in einem der Thermalbäder seine müden Beine, die man oft unter dem Begriff Caldas findet. In Zeiten der Monarchie zog es oft Adelige in die Thermalorte, um sich dort zu erholen.
Journalisten der in Portugal erscheinenden Zeitschrift “Evasões” empfanden das ähnlich. Sie publizierten kürzlich eine Geschichte über den Rio Douro. Klickt einfach die Bilder, um Eindrücke aus einer schönen Gegend zu sammeln. Im Text wird leider zu viel Werbung für Weingüter, touristische Unternehmen wie Touranbieter und Hotels gemacht. Das, was mehr als ein Fluss ist, kommt dabei nicht wirklich heraus. Daher lohnt es sich nicht, ihn zu übersetzen.
Gestern war es kalt und nass. Von manchen hörte ich dann schon den Wunsch: “Ich wünschte, es wäre wieder mal Sommer.”
Ich gehe am liebsten an solchen Tagen in eine Therme. Besonders gerne mag ich die Therme in Konstanz. Da die Gegend wunderbar zum Radeln geeignet ist, ist man oft den ganzen Tag unterwegs. Am Abend kann man die Badekleidung zusammensuchen, in der Therme die müden Beine ausstrecken und das gesunde Thermalwasser trinken. Vom Außenbecken aus leuchtet der Bodensee herüber. Und ich genieße den Blick auf die Alpen. Am nächsten Morgen genieße ich natürlich den bewundernden Blick mancher Redakteure, wie erholt ich aussehe.
Schön finde ich auch die Therme in Bad Oeynhausen. Drei Wochen Radeln von der Sieg zum Kahlen Asten und dann über die Diemel zur Weser ohne Pause erfordern ihren Tribut. Die Beine wollen nicht mehr. Wir bauen die Zelte auf dem an der Weser liegenden Campingplatz auf und radeln am Ruhetag in die Stadt.
An sich denkt man, ein solch alter Kurort kann nur eine etwas verranzte Therme haben. Aber nichts da! Es gibt ein großes Außenbecken mit Salzwasser. Eine Therapeutin bietet zu Musik Aquafitness an. Auch innen gibt es ein großes Becken, in das eine Gegenstromanlage integriert ist; und es gibt auch im Preis enthaltene Saunen. Klar macht das Radeln am nächsten Tag nach Minden deutlich mehr Spaß!
Thermalwasser am Jakobsweg: Feuer und heftigen Gewitterregen hat der Reisende in diesen Tagen überwunden. Neulich saß er verzweifelt auf einer Thermarest-Matte in einer Heide. Er zitterte vor Kälte, weil es in Strömen regnete. Das Wasser floss auf den Schlauch und in den Reifen, während andere wahrscheinlich gerade gemütlich auf dem Sofa vor dem Fernseher sich das dritte Pils reinzischten. Er musste irgendwie das Loch zukleben. Bei Regen fordert das heraus, noch dazu mit zitternden Händen. Im zweiten Anlauf gelang es ihm. Und es hielt sogar, obwohl direkt daneben ein alter Flicken saß. Währenddessen wurde es immer schlammiger auf dem Jakobsweg in der Umgebung von Ourense in Galicien. Knietiefe Wasserlöcher, feuchter Sand, glitschige Steine — der Pilgerpfad verwandelte sich in einen Morast. Selbst das oft trockene Spanien kann sich schnell ändern.
Verhaltenstipps für Radler bei Gewitter
Da es nicht direkt über ihm blitzte, brauchte der Reisende sich nicht in Sicherheit zu bringen. Hier bot sich allerdings auch keine Hütte und erst recht keine Bushaltestelle als Unterschlupf. Und eine Mulde, in der er sich hätte klein machen können auch nicht. Allerdings saß er auf der Matte als Schutz von unten gegen die Nässe. Er erfuhr aber erst später beim Lesen von Verhaltenstipps für Radler und Wanderer bei Gewitter der dpa, dass er so die Gefahr von Kriechstrom gesenkt hatte. Es helfe auch ein trockener Rucksack, ein Kletterseil oder eine Fahrradtasche unterzulegen. Wichtig sei es auch, Metallgegenstände wie Fahrräder oder Eispickel mindestens zehn Meter entfernt von einem zu lagern.
Meiden sollte man auf jeden Fall Grate und Gipfel, frei stehende Bäume und Waldränder. Was er nicht ahnte, war, dass man aber im Wald selbst weitgehend geschützt ist. Aber vor herabfallenden Ästen sollte man sich hüten.
Rückkehr nach Lalín
Da er mit diesem Schlauch wohl keine weiteren Fahrten bestreiten konnte, entschloss er sich, nach Lalín zurück zu radeln. Am nächsten Tag wollte er sein Rad nach 2.000 Kilometern überholen und doch noch das schöne Marionettenmuseum zu besuchen. Lalín liegt am Jakobsweg und bietet eine neue Herberge zum Übernachten an.
Dort gibt es auch ein Radgeschäft, in dem sich der Reisende mit einem Kaffee wieder aufwärmen durfte. Mit einer neuen Kette, Zahnkranz sowie neuen Brems- und Schaltzügen geht es morgen 300 Kilometer weiter ab Ourense erst einmal Richtung Santiago de Compostela. Das Wetter ist wieder sommerlich, wenngleich sich der Nebel erst mittags verzieht.
Entspannung im Thermalwasser am Jakobsweg
Heute legte er einen Ruhetag ein und besuchte nach dem Frühstück eine Therme am Rio Miño. Ourense ist für die Thermen berühmt. Jeder Bürger der galicischen Stadt hat das Recht auf ein Thermalbad. Idyllisch am Río Miño sprudeln warme Quellen aus Mutter Erde, aber auch im Stadtzentrum. Entspannung zum Nulltarif. Das benachbarte Schwimmbad ist allerdings nicht kostenlos, lohnt aber wegen unterschiedlicher Anwendungen. Allerdings kann es sein, dass das Bad überfüllt ist.
Beim ersten Anlauf am Abend war der Jakobspilger auf etwas Luxus aus mit Massage und Sauna. Statt eines der öffentlichen Bäder am Fluss zu nehmen, radelte er einige Meter weiter. Dort kann man sich in einer Therme verwöhnen lassen. Der Eintritt kostet 5.50 Euro. Leider warteten dort allerdings gut 100 weitere Menschen in einem vorgelagerten Restaurant darauf, eingelassen zu werden. Das musste nicht unbedingt sein.
Am nächsten Morgen startete er einen neuen Versuch. Im Gepäck befand sich auch ein Bademantel aus dem Hotel. Für heute 7.20 Euro entspannte er sich wunderbar drei Stunden in gut zehn unterschiedlich temperierten Becken. Die Beine sind dennoch etwas angespannt. Vielleicht merkt er morgen mehr Wirkung nach einem guten Schlaf. Und hoffentlich werden Feuer und Thermalwasser auf dem Jakobsweg so schnell nicht wieder auftauchen. Auf der Strecke nach Ourense lernte er auch das bezaubernde Allariz kennen.