Neues Leben in der Serra da Estrela

Es kann schon ernüch­ternd sein, wenn man ins Land sei­ner Eltern zurück­kehrt und dort gar nicht so will­kom­men ist, wie man es erwar­tet hat. Die­se Erfah­rung macht der­zeit ein jun­ger Wein­bau­er, der in Paris auf­ge­wach­sen ist. Er ist kürz­lich aber ins klei­ne Dorf sei­ner Eltern in den hohen Ber­gen Por­tu­gals gezo­gen. Der Deutsch­land­funk hat den jun­gen Win­zer Antó­nio Madei­ra in San­ta Marin­ha in der Ser­ra da Est­re­la besucht und einen inter­es­san­ten Bei­trag über sein neu­es Leben verfasst.

Oder sich die Land­schaft so stark ver­än­dert hat, dass man sich an ein ande­res Leben gewöh­nen muss. In der im Früh­jahr idyl­li­schen Ser­ra da Est­re­la tref­fe ich immer wie­der auf Men­schen, die Jahr­zehn­te in Frank­reich gear­bei­tet haben. Sie waren aus­ge­wan­dert, weil die Tex­til­in­dus­trie zusam­men­ge­bro­chen war. Wer durch die Gegend um die Distrikt­haupt­stadt Guar­da fin­det hier und dort auf­ge­lass­se­ne Tex­til­fa­bri­ken. Dabei ist die Wol­le die­ser Gegend Spit­zen­klas­se.

Als ich beim Radeln eine Pau­se auf der Ter­ras­se eines Cafés im Dorf Trin­ta ein­le­ge, kom­me ich mit Rent­nern ins Gespräch. Sie sind aus Paris zurück­ge­kehrt. Der älte­re Herr träumt davon, wie­der wie frü­her auf die Jagd zu gehen. “Doch es gibt nur noch Kanin­chen”, klagt er. Es loh­ne sich also nicht mehr. Aber viel­leicht fin­det er jetzt sei­ne Lebens­auf­ga­be dar­in, das Revier zu hegen und zu pfle­gen. Denn dies ist Auf­ga­be eines Jägers.

Außer Trin­ta habe ich auf mei­ner Rad­rei­se durch die Ser­ra da Est­re­la ande­re span­nen­de Orte besucht. Ich stel­le die­se in mei­nem Kul­tur­rei­se­füh­rer “Ser­ra da Est­re­la Die hohen Ber­ge Por­tu­gals durch­strei­fen und erle­ben” vor. Und auch auf You­Tube fin­dest Du Vide­os über mei­ne Rei­sen und über das neue Leben in der Ser­ra da Estrela.

Fort­set­zung folgt.

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Portugal wirbt um 2,3 Millionen Rückkehrer

Im Aus­land leben­de Por­tu­gie­sen will die Regie­rung zurück­lo­cken — bei gut 2,3 Mil­lio­nen ist das natür­lich ein gro­ßes Poten­ti­al. Sie sol­len bei der Moder­ni­sie­rung des Lan­des anpa­cken und den Bevöl­ke­rungs­schwund stoppen.

Bei mei­nen Rei­sen tref­fe ich vor allem in den klei­nen Städ­ten und Dör­fern Rück­keh­rer aus dem Aus­land an.

Die spek­ta­ku­lärs­te Begeg­nung ergab sich in Almei­da in Zen­tral­por­tu­gal. Nach­dem ich mir die alte Fes­tungs­stadt ange­se­hen hat­te, an der sich Napo­le­on bei sei­nen Euro­pa unter­jo­chen­den Kriegs­zü­gen eine Zeit­lang bei­na­he die Zäh­ne aus­ge­bro­chen hät­te, radel­te ich durch die Neu­stadt. Der Wind wir­bel­te Sand auf, der zwi­schen sicher 20 Well­blech­hüt­ten ange­häuft war. Er beweg­te auch eine Tür dazu, sich quiet­schend hin und her zu bewe­gen. “Die­se wie in einem Wes­tern­film aus­se­hen­de Sied­lung muss ich mir anse­hen”, dach­te ich mir und radel­te lang­sam zwi­schen den Häu­sern ent­lang. An den Fas­sa­den platz­te Metall ab, Rost war sicht­bar, man­che waren ver­las­sen. Schu­he, Schutt und einen Kühl­schrank ent­hielt eines der ver­las­se­nen Gebäude.

Aber vor eini­gen Häu­sern gab es auch klei­ne Vor­gär­ten. Eine Frau kam her­aus und goss ihre Blu­men. Eine gute Mög­lich­keit, hier mal mit jeman­dem zu spre­chen, der mir etwas über die­se merk­wür­di­ge Sied­lung erzäh­len konn­te. Die gut 50 Jah­re alte Frau arbei­tet als Köchin in einem Restau­rant in einem Nach­bar­ort. Ich darf auch einen Blick von der Haus­tür ins das Haus wer­fen, das sorg­sam ein­ge­rich­tet ist. Zu sehen sind Bil­der ihrer Fami­lie im Wohn­zim­mer, Fla­schen mit Wein und Öl in der Küche — über­haupt nicht elend. In der Zwi­schen­zeit sam­meln sich vor der Tür Frau­en und begin­nen mun­ter, sich mit­ein­an­der zu unter­hal­ten. Mei­ne neue Bekann­te schließt sich an und so beschlie­ße ich, nach Cas­te­lo Rodri­go zurück­zu­keh­ren. Im Gegen­satz zum auf einer Hoch­ebe­ne lie­gen­den Almei­da liegt Cas­te­lo Rodri­go hoch auf einem steil anstei­gen­den Berg. Ich fra­ge mei­ne Gast­ge­be­rin, ob sie die Well­blech­sied­lung ken­ne. Natür­lich! Dort leb­ten Rück­keh­rer aus Bra­si­li­en. Die Häu­ser habe damals ein Unter­neh­men aus der DDR errichtet.

Einen kur­zen Film über die Gegend habe ich auf mei­nem You­Tube-Kanal lau­fen. Er doku­men­tiert mei­ne Rei­se durch die Ser­ra da Est­re­la, über die ich dem­nächst einen Kul­tur­rei­se­füh­rer herausgegebe.

Durch­strei­fen & Erle­ben auf YouTube

Wer sich für das Rück­kehr­pro­gramm inter­es­siert, soll­te hier nachschauen.

Por­tu­gal wirbt um Rückkehrer

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