Portugal zum vierten Mal in Folge zu Gast auf der Leipziger Buchmesse

Seit gerau­mer Zeit beschäf­tigt mich por­tu­gie­si­sche Lite­ra­tur, besetzt mich gera­de­zu. Mich inter­es­siert, wie Por­tu­gals Autoren ihre Ber­ge dar­stel­len. Es gibt tat­säch­lich Ber­ge inner­halb des schma­len Strei­fens Land, der gut ein Drit­tel der Ibe­ri­schen Halb­in­sel ein­nimmt. Sie lie­gen haupt­säch­lich im Nord­os­ten des Lan­des; der höchs­te Berg heißt Pen­has Dou­ra­das und ist fast 2000 Meter hoch. Er liegt inner­halb der Ser­ra da Estrela.

Wie beses­sen habe ich mich durch Wer­ke von José Sara­ma­go, Aqui­li­no Ribei­ro, Fer­rei­ra de Cas­tro, Gil Vicen­te und auch des in Sala­man­ca auf­ge­wach­se­nen kana­di­schen Autors Yann Mar­tel gele­sen — kein ein­zi­ges hat mich enttäuscht.

Denn die Lek­tü­re ergab span­nen­de Ergeb­nis­se rund um den Mythos der por­tu­gie­si­schen Ber­ge. Die Dich­ter kon­zen­trie­ren sich dabei nicht nur auf die Ser­ra da Est­re­la, son­dern auch auf ande­re Gebirgs­zü­ge im Zen­trum ihres Lan­des. Ihnen liegt sehr dar­an, die Gebirgs­be­woh­ner nicht als Hin­ter­wäld­ler erschei­nen zu las­sen; die­ses Bild wird hier und dort durch­aus ver­wen­det, da man in sol­chen Regio­nen noch heu­te viel Armut antrifft. Doch beim Lesen wird einem deut­lich, dass das Leben die­ser Men­schen vom kar­gen Land bestimmt wird, sie den­noch in der Lage sind, ihr Leben so zu orga­ni­sie­ren, dass sie für ihr eige­nes Brot sor­gen können.

Por­tu­gal ist ein Lese­land und kul­tu­rell sehr inter­es­siert. Wenn ich mir nicht nur deren hoch­wer­ti­ge Lite­ra­tur anschaue, son­dern auch die Viel­zahl lie­be­voll gemach­ter Web­sei­ten der Medi­en rund um Kul­tur anschaue, kann ich etwas ernüch­tert nur fest­stel­len, wie geis­tig ver­armt unse­re Medi­en mitt­ler­wei­le sind. Die Sei­ten in Deutsch­land sind oft lieb­los her­un­ter­ge­hau­en; ein­ge­kauft wer­den von vie­len Medi­en Arti­kel von der Stan­ge, in denen der Mut zur eige­nen Mei­nung fehlt, kei­ne eige­ne Per­spek­ti­ve auf­ge­baut wird.

Kul­tur las­se sich nicht ver­kau­fen, wird dann dage­gen argu­men­tiert, brin­ge kei­ne Quote.

Por­tu­gal nimmt jetzt zum vier­ten Mal in Fol­ge an der Leip­zi­ger Buch­mes­se teil. Der beson­de­re Reiz die­ser Mes­se ist, dass man den guten Autoren der Gast­län­der wäh­rend der Lesun­gen nahe kom­men kann, um mit ihnen ins Gespräch zu kom­men. Dies­mal sind Afon­so Cruz, Ana Mar­ga­ri­da de Car­val­ho, Joa­na Bértho­lo e Valé­rio Romão und auch der Ex-Kul­tur­mi­nis­ter Luís Fili­pe Cas­tro Men­des zu Gast. Vor­ge­stellt wird auch Lite­ra­tur der ehe­ma­li­gen Kolo­nie Angola.

Wir kön­nen froh sein, dass wir die Mes­sen in Leip­zig und Frank­furt noch haben, es dort Lesun­gen gibt, in denen Leser ihren Lieb­lings­au­toren noch begeg­nen kön­nen oder jeman­dem, der noch der Lieb­ling wer­den kann.

Die Mes­se beginnt am 20. März.

Por­tu­gal zu Gast in Leipzig

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Präsent auf der Frankfurter Buchmesse

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Mit dem Rei­se­füh­rer über Väs­ter­bot­ten war Durch­strei­fen & Erle­ben auch schon auf dem Nor­di­schen Stand der Leip­zi­ger Buch­mes­se prä­sent. Die Schwe­di­sche Bot­schaft bat um ein Ausstellungsexemplar.

Mitt­ler­wei­le ver­fügt der Rei­sen­de über ein statt­li­ches Port­fo­lio an selbst publi­zier­ten Büchern und Kalen­dern. Ein Drit­tel davon machen Rei­se­füh­rer quer durch Euro­pa aus. Ein Drit­tel machen Über­set­zun­gen por­tu­gie­si­scher Klas­si­ker aus. Und wie­der­um ein Drit­tel Kalen­der von Gibral­tar bis zum Nord­kap. Da liegt es nahe, prä­sent auf der Frank­fur­ter Buch­mes­se und in Leip­zig zu sein.

Weckruf zum Messebesuch sendete Schwedischen Botschaft

Den Weck­ruf zum Mes­se­be­such über­haupt sen­de­te die Schwe­di­sche Bot­schaft aus. Der Kul­tur­at­ta­chée gefielt das Buch “Väs­ter­bot­ten Land der Aben­teu­er” gut. So schrieb sie und bat dar­um, ihr den Kul­tur­rei­se­füh­rer zuzu­schi­cken. Sie stell­te es das Erst­lings­werk des Rei­sen­den auf dem Nor­di­schen Stand der Leip­zi­ger Buch­mes­se aus.

Leip­zig gefällt dem Rei­sen­den, von wei­ten Anrei­se und hohen Über­nach­tungs­prei­sen abge­se­hen, gut. Spe­zi­ell am Nor­di­schen Stand lernt er Ange­hö­ri­ge der jewei­li­gen Bot­schaf­ten auf ein­fa­che Wei­se ken­nen, ohne mit ihnen zuvor Ter­mi­ne aus­ge­macht zu haben. Auch Erfolgs­au­toren aus den nor­di­schen Län­dern tref­fen dort ein, um aus ihren Roma­nen vor­zu­le­sen und sich so bekann­ter zu machen.

Die­ses Ansin­nen hat der Rei­sen­de, wenn er Mes­sen besucht. Im Gepäck befin­den sich stets Rei­se­füh­rer, ins Deut­sche über­setz­te Dra­men Gil Vicen­tes, des Shake­speares Por­tu­gals, sowie eine Aus­wahl an in deut­schen, öster­rei­chi­schen und schwei­ze­ri­schen Medi­en publi­zier­ten Arti­keln. Nach einem guten Gespräch am jewei­li­gen Stand wird eine die­ser “Visi­ten­kar­ten” hinterlassen.

Angebote von epubli und buchreport

Außer­dem ist es eine gute Gele­gen­heit, sich anzu­schau­en, wie Ange­bo­te an Autoren umge­setzt wer­den. Der Rei­sen­de erhielt zum Bei­spiel vor Beginn der Frank­fur­ter Buch­mes­se das Ange­bot, am epu­b­li-Stand für einen Preis von 49 Euro bis 149 Euro Bücher aus­zu­stel­len und Post­kar­ten aus­zu­le­gen. Durch­strei­fen & Erle­ben ist mit allen Büchern als Self­pu­blisher beim Epu­b­li-Ver­lag ver­tre­ten. So wie oben auf dem Foto setzt das Unter­neh­men das Ange­bot um: Links lie­gen Bücher, rechts Post­kar­ten. Bei dem Preis lohnt es sich kaum, dort aus­zu­stel­len, weil auch die Besu­cher­re­so­nanz am Stand mau ist.

Die­se Bewer­tung gilt auch für die hohen Prei­se für einen Ein­trag im Buchreport.newsletter. Mit 229 Euro für eini­ge Zei­len fängt es für Star­ter an; mit 995 Euro hört es beim Pre­mi­um-Ein­trag auf. Ein­mal gemacht, nie wie­der. Eine spür­ba­re Reso­nanz ist nie eingetreten.

Eigenrecherche zu empfehlen

Gut hin­ge­gen ist Eigen­re­cher­che für Buch­mar­ke­ting der Self­pu­blisher. Es gibt vie­le Rei­se­buch-Ver­la­ge. Autoren kön­nen sich dort leicht infor­mie­ren, wie ande­re Autoren in der Bran­che arbei­ten. Eben­so kön­nen sie im Gespräch mit den jewei­li­gen Ver­le­gern erfah­ren, wel­che Pro­duk­te gut lau­fen, wo Risi­ken lie­gen. Als ein­zel­ner Autor ist es zu teu­er, Exper­ti­sen in Auf­trag zu geben, um Erfolgs­chan­cen aus­zu­lo­ten. Das wis­sen selbst renom­mier­te Ver­la­ge wie Micha­el Mül­ler manch­mal nicht. Es ist sowohl in Leip­zig als auch Frank­furt mög­lich, dort mit den Fach­leu­ten zu spre­chen, ohne vor­ab Ter­mi­ne aus­zu­ma­chen. Weni­ger ist oft auch mehr. Lie­ber auf eini­ge weni­ge Ter­mi­ne kon­zen­trie­ren, als zu viel. Durch die vie­len Hal­len zu lau­fen, ist schon anstren­gend genug. Prä­sent auf der Frank­fur­ter Buch­mes­se zu sein, zahlt sich dann aus.

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