Darf man Salzbrühe im Urlaubsgebiet verklappen?

An der Costa Brava streitet sich eine Gemeinde mit der Chemieindustrie

Verklappung industrieller Abwässer ins Mittelmeer? Ich hätte nicht gedacht, dass dies heute innerhalb der Europäischen Union überhaupt noch erlaubt ist. Bis ich gerade einen Artikel in der spanischen Zeitung „La Vanguardia“ gelesen habe: Darin steht, dass es Unternehmen gebe – S.A. Robama, Menadiona S.L. und Infar S.A – die ihre Salzbrühe im Raum von Barcelona ins Meer leiten. Dazu nutzen sie die Kläranlage von Pineda de Mar. Doch diese scheint aufgrund der hohen Salzkonzentration nicht mehr richtig zu funktionieren oder entspricht vielleicht nicht mehr den Vorschriften. Eine Vorbehandlung der Salzbrühe wäre mit höheren Kosten verbunden, was aus Sicht der Unternehmen unwirtschaftlich wäre, schreibt La Vanguardia. Daher wollten diese Unternehmen jetzt mitten im Urlaubsgebiet von Blanes bei Girona über eine neue Rohrleitung ihre Abwässer ins Meer leiten. Dafür haben sie sich an die Agencia Catalana del Agua (ACA) gewandt. Dagegen erhebt sich jetzt in Blanes Widerstand.

Pepa Celaya, bis vor kurzem Stadträtin in Blanes, befürchte ein hohes Risiko für die menschliche Gesundheit, die Umwelt und den Tourismus in Blanes, denn sie halte diese Verklappung für extrem gefährlich. Darüber hinaus leiste die Entzalzungsanlage von Blanes bereits ihren Dienst für mehr als zehn Gemeinden, darunter auch die Stadt Barcelona. Immer wieder versuche das Rathaus in Blanes Versuche chemischer Unternehmen zu stoppen, ihre Abwässer am Strand von S’Abanell zu verklappen. Man fürchte auch, dass auch andere Industrien aus dem Umland die Kläranlage nutzen wollten, so dass sich der Strand von S’Abanell in eine Kloake verwandeln könnte. Zumal man davon ausgehe, dass die Abwässer nicht vorbehandelt würden.

Gerichtliche Auseinandersetzung folgt

Sollte eine Rohrleitung gebaut werden, führe sie durch Natur und Landwirtschaft. Um die Auswirkungen einschätzen zu können, bedürfe es auch erst einiger komplexer Analysen, die komplex seien, sagt die Gemeinde. Vertrauen bringt man den Unternehmen jedenfalls nicht entgegen, denn auch zugesagte dreimonatliche analytische Selbstkontrollen seiend ungenügend, um die Qualität der Verklappungen zu garantieren. Robama zum Beispiel habe versichert, über eine Kläranlage zu verfügen, die die Abwässer des Unternehmens behandele und die Schadstoffe minimiere, die über die Kanalisation abgeleitet würden. Der Vorbehalt der Gemeinde scheint nicht ganz unbegründet, denn La Vanguardia verweist auf das Chemieunternehmen Cray Valley Ibérica S.A., angesiedelt in Sant Celoni (Barcelona). Erst 2005 wurde es zu Entschädigungszahlungen an Blanes verurteilt. Denn es hatte 1996 das Grundwasser des Rio Tordera mit Dioxinen und Dioxolanen verunreinigt.

Die Entscheidung liegt nun beim Verwaltungsgericht von Girona. Sollte Blanes verlieren, will man vors Oberlandesgericht von Katalonien ziehen, das in letzter Instanz zu entscheiden hätte. Für Reisende gilt, vor einer Buchung immer nachzufragen, ob an der Costa Brava oder anderswo einfach ungeklärte Abwässer eingeleitet werden statt es vorab mit hochwertiger Technologie aufzubereiten. Denn der Urlaub soll ja schön werden.

Den Artikel der La Vanguardia findest Du unter www.lavanguardia.com/vida/20190603/462578992385/preocupacion-vertido-aguas-residuales-quimicas-costa-brava.html

Dänische Romantik in Rododendronwald

Große Kulturinstitutionen vermitteln oft nationale Geschichten für die Masse. Nicht weniger spannend kann es aber sein, in lokalhistorische Besonderheiten einzutauchen und kleine Museen und Sehenswürdigkeiten zu besuchen. Die dänische Zeitung Aarhus Stiftstidende schlägt Ziele für diese Jahreszeit auf Lolland-Falster vor. Diese sind die ersten zwei dänischen Inseln nach der Überfahrt mit der Fähre von Puttgarden nach Rødby.

Dort erwarte jeden großartige Natur, schreibt die Zeitung. Ein langer Deich erstrecke sich vom Hafen in Rødby bis zur Halbinsel Albuen entlang der Südküste Lollands. Da die Landschaft flach sei, ergebe sich eine gute Aussicht über Rüben- und Kornfelder auf der einen und den Fehmarnbelt auf der anderen Seite. Im 18. Jahrhundert errichteten Bauern diesen Deich, um das Gebiet gegen Überschwemmungen zu schützen. Dieser schützte sie aber nicht vor den Folgen einer großen Sturmflut im Jahre 1872, durch die 80 Menschen starben. Danach erweiterten sie den Deich, der offenbar keine weitere Katastrophe mehr zuließ. Heute müsse man sich dort nur noch vor der Sonne schützen, da es keinen Schatten gebe. „Hier gibt außer Fahrradfahrern und Spaziergängern keinen Verkehr“, sagt Expertin Anne Pilø Melillo. Auf der Deichkrone verlaufe ein Kiesweg, auf dem Reisende zum Beispiel den Ort Albuen umrunden könnten.

In dieser Jahreszeit blühe in Kappel auf Südwestlolland ein Rododendronwald in rosa, creme, rot, violett und gelborange. Angelegt habe ihn Peter Hansen, Gärtner und Gartenenthusiast. Er pflanzte bewusst einen wilden Garten, in dem Besucher ein romantischer Spaziergang zwischen 1100 Arten Rododendron, 70 verschiedenen Magnolienarten und 500 Typen Pfingstrosen erwarte. „Wenn der Rododendron Saison hat, findest du nicht, was hübscher ist. Sie blühen Ende Mai und Anfang Juni“, zitiert die Zeitung Anne Pilø Melillo. In der Kirche von Aastrup gebe es mit die feinsten gotischen Kalkmalereien Dänemarks. Die Malerei führte der weitgehend unbekannte Meister Elmelund Ende des 14. Jahrhunderts aus. Sie bedeckt das komplette Kirchengewölbe. Die farbigen Malereien wurden später weiß übermalt, als farbige Bilder längst nicht mehr dem Zeitgeist entsprachen. Aber in den 1940er Jahren wurden sie aufgedeckt. Man fand Szenen des Alten und Neuen Testaments. Darunter befinden sich zum Beispiel die Geschichten von Adam und Eva und über die Leiden Jesu. „Die Kirche liegt hübsch auf einem Hügel“, sagt Anne Pilø Melillo. Aastrup Kirche sei normalerweise offen während der Arbeitszeit des Totengräbers von Dienstag bis Sonntag. Man sollte aber die Gemeinde aber besser kontaktieren, um sich zu vergewissern.

Ein weiteres lohnendes Ziel scheint das Wohnhaus des Malers Richard Winther (1926-2007) zu sein. Er kaufte 1993 ein aufgegebenes Altersheim in Vindeby auf Nordwestlolland. Dort richtete er sein Atelier und Haus ein und bemalte Wände und die Decke. Auf diese Weise verwandelte er das Gebäude in ein Kunstwerk auf 72 Quadratmetern. Winther kam in Maribo auf die Welt und wurde auf der Königlich Dänischen Kunstakademie ausgebildet, wo er in den 1989er Jahren auch als Professor forschte und lehrte. Er arbeitete auf den Gebieten der Malerei, Grafik, Fotografie, Skulpturen und Text. Seine Kunst handelt von den großen Themen des Lebens: Erotik und Tod.

Ein weiteres interessantes Ziel ist die Polenkaserne in Tågerup. Sie ist eine von mehreren Kasernen, in denen einst polnische Saisonarbeiter von April bis Oktober lebten. Die Kaserne liegt nicht weit vom Landgut Lungholm entfernt. Sie wurde 1911 erbaut und bot Platz für junge weibliche Landarbeiter. Das heute von Freiwilligen betriebene Museum vermittele den Alltag der jungen Frauen vom Ende des 18. Jahrhundert bis 1929. Danach war der Einsatz ausländischer Saisonarbeiter verboten. Die Kaserne in Tågerup war ein Heim für 36 junge Frauen, die in einem gemeinsam Schlafraum schliefen. Der Vorsteher und seine Frau lebten hingegen in einer kleinen Wohnung. Die polnische Bevölkerungsgruppe gab der Insel ein besonderes Gepräge. „Diese ist eine der Ursachen dafür, dass es hier katholische Kirchen und ein Nonnenkloster gibt“, sagt Anne Pilø Melillo.

Den kompletten Artikel der Stiftstidende findest Du auf www.stiften.dk/rejser/Fem-skjulte-perler-til-ferien-paa-Lolland-Falster/artikel/579572

Königlicher Urlaub an der Playa de los Bikinis

Santander, die Hauptstadt Kantabriens, scheint Urlaubern eine gute Mischung aus Strandurlaub, Kunstgenuss und guter Gastronomie zu bieten. Das portugiesische Magazin „Sabado“ hat jetzt die Stadt im Norden Spaniens entdeckt. Als ich mal die Stadt auf dem Küstenweg erreichte, fielen mir nur ein langer Strand auf und die Kunst der Kellnerin, Apfelwein aus einer weit über dem Glas gehaltenen Flasche einzuschenken. Die Architektur erschien mir nicht so ansprechend, dass ich gerne länger in der Stadt geblieben wäre. Ich war allerdings auch mehr auf schöne Landschaften und Erlebnisse auf dem Jakobsweg erpicht, bevor ich meinen Reisestil änderte, mich mehr für Leute als Land interessierte.

Der Autor des Sabado stellt Santander „als lang gezogenen neun Kilometer langen Arm vor“, der zum Meer weise. Vom Flughafen kommend, fällt ihm auf, dass es hier eine industrielle Zone mit einem Hafen gibt. Gegenüber der Marine reihen sich Straßencafés auf dem Paseo de Pereda und der Calle Castelar aneinander. Er selbst muss die komplette Stadt mit dem Taxi durchqueren, da er sich im Urlaubsviertel El Sardinero mit Landhäusern und Villen niederlassen will. Dort gibt es immerhin Busch, der anzeigt, dass er sich am Stadtrand befindet. El Sardinero erscheint ihm als enormes Urlaubsressort. Dort gebe es Hotels im Stil der Belle Époque und ein großes Casino. Dies hänge damit zusammen, dass König Alfons XIII. von Spanien hier seine Sommerresidenz errichtet habe. Diese soll er zwischen 1913 und 1930 mehrfach aufgesucht haben. Auf der Halbinsel La Magdalena sei ein homonymer Palast zwischen 1908 und 1912 errichtet worden. Die Insel beschreibt er als Anhang von Erde und Grün, mit Gärten und Felsen. Daraus rage mit dem Faro de La Cerda ein bedeutender Leuchtturm hervor. Dort gibt es auch die von der Bucht der Halbinsel abgewandte Playa de los Bikinis. Man munkele, dort sei zum ersten Mal in Kantabrien eine Frau im Bikini gesehen worden. Diese sei eine der hübschen und nicht überlaufenen Stränden, die allerdings schon zu Spaziergängen zwingen würden. Die meisten besuchten die nur 100 Meter von Santander entfernte Primera Playa. Es gebe auch andere hübschere Strände, die nicht überlaufen seien, aber diese zwängen zu kleinen Spaziergängen.

Neben Naherholung biete die Stadt Kultur in einem mit dem Pritzker-Preis ausgezeichneten Museum. Im Centro Botín würden mehr als tausend Werke präsentiert von hervorragenden Künstlern wie Rubens, El Greco, Picasso und Miró. Unter den Kronen der Bäume der Jardines de Pereda versteckt liege das vom italienischen Architekten Renzo Piano gestaltete Haus. Dieser habe auch nicht weniger bedeutende Gebäude wie das Centre Pompidou in Paris oder das Whitney Museum amerikanischer Kunst in New York gestaltet. Die Errichtung habe fünf Jahre gedauert, sei 2014 unterbrochen worden, was dem Tod Emilio Botins geschuldet gewesen sei, Präsident der Santander Bank seit 1986. Die Stiftung der Santander habe das Museum finanziert.

In den Straßen des Zentrums fühlt sich der Verfasser tatsächlich wie in der Baixa lisboeta. Dort stößt er auf die Kathedrale, erbaut im 12. und 14. Jahrhundert im gotischen Stil. Ein großer Brand von 1941 habe fast das ganze Zentrum der Stadt zerstört, wovon auch die Kathedrale betroffen gewesen sei. Das war also einer der Gründe dafür, dass ich die Stadt nicht als so einladend empfand, da ihr historisch gewachsene Strukturen fehlen. Neben dem Besuch der Kirche empfiehlt er, auch der bezaubernden Plaza Pombo mit dem historischen unter Arkaden versteckten Café do Pombo einen Besuch abzustatten. Nur zwei Minuten davon entfernt liege der Markt von Santander mit regionalen Käsesorten, Fisch, Meeresfrüchten und Oliven. Dies rechtfertige eine Runde innerhalb des Hauses, in dem auch Cafés und Bodegas zu finden seien.

Die besten Bars fand er zwischen der Calle Sta. Lucia und dem Paseo de Pereda. Einen Tisch drinnen oder auf dem Fußweg zu erhalten, könne kompliziert sein. Aber dies glichen draußen reichlich vorhandene hohe Tische aus, wo man das Trinkglas abstellen und Tapas futtern könne. Heraufgehend zur Calle Casimiro Sainz bis zum Kreisverkehr Glorieta de Sol komme man zu einem anderen Kreisverkehr: zum Tetuán. Auch dort gebe es Kneipen und Meeresfrüchterestaurants. Allerdings höre man dort keine Musik. Die Lichter seien stark, nichts sei so cool wie zuvor am Paseo. Verschwitzte und zänkische Angestellte servierten den köstlichen Meeresfisch von Kantabrien. Das Restaurant Marucho sei eine Referenz in der Calle de Tetuán. Aber offenbar hat es dem Verfasser hier nicht so gefallen wie zuvor.

Den kompletten Artikel findest Du auf www.sabado.pt/gps/style/viagens/detalhe/santander-a-descoberta-de-praias-arquitectura-historia-e-marisco?ref=GPS_Grupo3_viagens

Portugiesen verreisen mehr

Portugal ist nicht nur Urlaubsland, sondern auch die Portugiesen selbst verreisen mehr. Es ist einfach mal interessant, den Blick auf die andere Seite zu werfen, ob die Gastgeber von Millionen von Touristen pro Jahr selbst auch die Perspektive der Reisenden kennen. Sie verreisten im vergangenen Jahr 22,1 Millionen Mal. Zum Vergleich: Deutsche traten 70,1 Millionen Mal eine Urlaubsreise (ab fünf Tagen) im Jahr 2018 an.

Um 4,2 Prozent soll die Zahl der touristisch Reisenden innerhalb wie auch außerhalb Portugals im Jahre 2018 gegenüber 2017 gestiegen sein. Viele Portugiesen – 44,4 Prozent – verreisen innerhalb des Landes, um hauptsächlich Freunde und Familienangehörige zu besuchen. Wenn es ins Ausland geht, auch die Zahl nimmt mit 13,3 Prozent zu, verreisen viele innerhalb der Europäischen Union. Auf Spanien entfallen mit 31,9 Prozent die meisten Reisen. Dem Nachbarland folgen mit weitem Abstand Frankreich mit 13,7 Prozent; noch weiter dahinter liegt das Vereinigte Königreich mit 7,3 Prozent. Deutschland liegt offenbar weit abgeschlagen dahinter. Denn eine Zahl wird nicht genannt. Weit über die Hälfte der portugiesischen Touristen (58,8 Prozent) will sich auf Reisen erholen, sich unterhalten lassen oder einfach nur Ferien verbringen.

Warum die Zahl der Reisen gestiegen ist, wird nicht vom Nationalen Statistikinstitut (INE) gesagt. Wahrscheinlich ist, dass sich die wirtschaftliche Lage so verbessert hat, dass sich mancher Portugiese wieder das Wegfahren leisten kann.

Den kompletten Artikel der Zeitung Observador findest Du unter www.observador.pt/2019/04/29/viagens-turisticas-dos-residentes-em-portugal-crescem-42-em-2018/

Schwedens Westküste ist Jahresradweg Europas

Eine meiner ersten Fernradtouren führte zur schwedischen Westküste. Ich hatte ganz Dänemark erschlossen und das lustige Leben auf den Campingplätzen, an den Stränden und in den Städten genossen. Doch mit Schweden betrat ich eine ganz neue Welt, die ich durch Ferien in Sommerhäusern zwar schon lange gewohnt war. Aber alleine durch Schweden zu radeln, ist eine andere Nummer, weil sich wenige Menschen über einen weiten Raum verteilen. Mittlerweile ist Südschweden mir schon zu dicht besiedelt, weshalb ich in der Regel einsame Regionen bevorzuge. In einsamen Gegenden wie in Nordnorwegen oder im Gebirge Portugals ist man als Radler auch zugleich ein Bote, der Nachrichten aus anderen Dörfern mitbringt. Wie geht es Leif? Welche Tiere hast Du auf dem Weg gesehen? Gibt es den Supermarkt dort schon? Die Menschen kennen einander oft. Sie ihrerseits geben Tipps und zeigen ihre Umgebung. Daher empfinde ich es mittlerweile als befriedigender, eine einsamere Region zu erschließen und sich auf die Menschen einzulassen. Denn sonst kann es vor allem innerlich sehr einsam werden.

Zurück nach Schweden: Meine erste Nacht verbrachte ich nach dem Verlassen Dänemarks auf dem Campingplatz von Halmstad. Ich hörte einen armen Mann die ganze Nacht in seinem Wohnwagen husten. Der Wind rüttelte am Zelt. Ich fühlte mich alleine, denn bis auf den Kranken und mich schien es niemanden hier zu geben. Daher fing ich schon auf dieser Tour an, auf Einheimische zuzugehen, die mich ihrerseits aber auch von ganz alleine fanden.

In den Jahresradweg Europas 2018 an Schwedens Westküste ist eine ganze Reihe an Begegnungsmöglichkeiten eingearbeitet wie Cafés. Heute bin ich über solche Gastronomie froh, da man dort Leute kennenlernt, ich mich dort auch hinsetzen kann, um Tagebuch zu führen, das ich später zu Artikeln ausarbeite. Es gibt viele Menschen, die neugierig werden und fragen, was ich gerade schreibe. So ergeben sich viele Gespräche.

Am vergangenen Wochenende stellten sichan der Westküste verschiedene Unternehmen in einem Fest der Öffentlichkeit vor, wie aus dem nun von Aftonbladet veröffentlichten Artikel „God mat och sköna cykelturer på västkusten“ hervorgeht. Auf Touristen warten zehn Routen von fünf bis dreißig Kilometern zwischen Helsingborg und Göteborg. Ich habe gerade alle Orte bei Google Maps eingeben. Es ergibt sich eine Strecke von gut 382 Kilometern. Binnen einer Woche kann sich jeder im Sommer in Ruhe die Küste anschauen und die ausgearbeiteten Angebote ausprobieren. Wie man sieht, wird dort zum Beispiel Bier gebraut, Fisch zubereitet, Lakritz hergestellt und Pralinen gerührt. Leider kommt im Artikel von Aftonbladet die Schilderung der Kultur- und Naturerlebnisse zu kurz. Es sind Strände aufgeführt wie Vejbystrand, Falkenbergs Strandbad und eine Mountainbiketour rund um Båstad.

Weg in Kürze zum Nachfahren:

  • Helsingborgsrundan.15 km. Smakstopp: Brödkultur, Lakritsfabriken, Ebbas fik, Ålgrändens Ost & Delikatesser, Helsingborgs Bryggeri.
  • Trädgårdsälskaren.30 km. Smakstopp: Sofiero, Café Bistro, Arilds Vingård.
  • Kullaturen.25 km. Smakstopp: Tunneberga Gästgifvaregård, Kullasparris, Flickorna Lundgren, Växthuset i Brunnby, Kullabergs Vingård, Kryddiga Perenn, Krapperups kaffestuga, Ellagårdens bär, Kullabygdens Vanilj & Choklad.
  • Smaka på Kullabygden.30 km. Smakstopp: Höganäs bryggeri, Krapperups Kaffestuga, Arilds Vingård, Flickorna Lundgren, Fabriken.
  • Vejbystrand. 10 km. Smakstopp: Vilt & Gott, Vejby Vingård, Sandgårdens Skafferi, Bjäre Fisk & Skaldjur, Vejbystrands Vandrarhem/B&B.
  • Båstad. Guidade mountainbiketurer där kaffe och fika ingår. Totalt ca 3 timmar.
  • Falkenbergsrundan.16 km. Smakstopp: Skrea Ost, Prostens Pizza, Båta Kåsan med Suseå Choklad och Slöinge Kafferosteri, Falkenbergs Strandbad.
  • Onsala, Utvalda pärlor längs Gottskärsvägen. 5 km. Smakstopp: Båt- och Sjöfartsmuseet, Zigges BBQ, Hönö Fisk, Gula Stugans, Fru Pilos Praliner, Gottskär Hotell, Gottskär Hotells Café, Tre Toppar.
  • Åsa, Det Stora Mattrampet. 28 km. Smakstopp: Kvia Grönsaker, Naturum, Bräutigams, Hallands Kombucha, Mariebergs Gårdsbutik, Kvarnbageriet, Hamra Gård, Gårdsbageriet i Idala och I’m Coffee
  • Halmstad Smakrunda. 30 km. Smakstopp: I am Coffee, Krantz Brödbod, Tylebäck Hotell & Konferens, Vilshärads Gårdsbutik, Heagårds Skafferi, Strandlida Bryggeri, Skånskan, A little Party – Champagnebaren.

Weitere Infos auf https://www.kattegattleden.se/de/ und http:// www.aftonbladet.se/resa/a/6jWdqO/god-mat-och-skona-cykelturer-pa-vastkusten

Flammenmeer über dem Limfjord

Wenn das nicht eine Liebeserklärung ist: Manche Dänen haben den Limfjord ziemlich ins Herz geschlossen. Er liegt in Nordjütland. In Aarhus traf ich mal eine Künstlerin, die in ihrem Keramikgeschäft viele Erinnerungen an die Landschaft verteilt hat: ans Licht, an den Sand, an die Stimmung. Sie stammte aus der Region. Heute finde ich in der dänischen Tageszeitung Berlingske wieder eine Art Gedicht. Das gebe ich hier fast unverändert wieder, weil es auch in mir viele Erinnerungen an Dänemark weckt.

„Kann eine Schönheit wirklich Lob dafür bekommen, dass sie seit Jahren an der Wasserkante liegt, ohne dass es jemand merkt? Ja! Dieser Schriftsteller kann das unterschreiben. Denn in Løgstør verbrachte ich meine ganze Kindheit und den Rest meiner Jugend, außer wenn ich den Blick vom Bier und dem Mofa Puch Maxien zuwandte, um die Umgebung zu entdecken. Aber jetzt mit dem Leben eines Erwachsenen und genug Abstand wende ich mich rückwärts, stehe dann auf dem Abhang des Dorfes mit freier Sicht über den Limfjord. Mein Herz schwillt ein bisschen an. An einem klaren Tag mit kobaltblauem Himmel oder bei einem Sonnenuntergang verwandelt sich der Himmel in ein Flammenmeer. Die Gegend wird dann phänomenal hübsch.”

Dann schwenkt er aber etwas um, macht sich fast lustig, wohl dänische Ironie. Der Poet wird Journalist: Der alte Fischerort Løgstør auf der Halbinsel setze jetzt auf Tourismus. Er vermarkte sich als Muscheldorf und könne mit einem gut funktionierenden Sportboothafen “prahlen”, mit guten Gaststätten, wo man haufenweise Muscheln serviere. Des Ortes „ästhetisches Prachtstück“ sei der Kanal Frederiks VII., der 1856 gegraben wurde, um dem Schiffsverkehr zu helfen. Mit 4,4 Kilometern ausgesprochen lang. Er reiche von Løgstør bis zur Sommerhaussiedlung Lendrup. Den Spaß machen sich Dänen gerne mit ihrem hohen Berg an den großen Seen, mit der 156 Kilometer langen Gudenå, dem längsten Fluss des Landes. Alles übrigens auch zum Durchstreifen und Erleben gut geeignet. Ich genieße es dort, Konzerte zu höen, zu paddeln, zu radeln, zu zelten und gut zu essen. Zum Limfjord geht es vielleicht schon im Sommer, falls uns wieder heißes Wetter erwartet.

Mehr Infos findest Du auf www.berlingske.dk/rejser/aok-anbefaler-seks-oversete-perler-i-danmark

Oslos Brooklyn durchstreifen und erleben

Kopenhagen hat sein Brooklyn mit dem Stadtviertel Refshaleøn. Oslo aber auch seines am Akers elv. Das dänische Brooklyn stellte ich Dir bereits auf diesem Blog am 5. April vor. Heute erfährst Du aus der französischen Zeitung Le Monde etwas übers das Brooklyn von Oslo: Grünerløkka. Leider schreiben die Franzosen den Namen falsch mit o statt mit ø. Zuvor habe das Viertel lange Zeit Ny York geheißen. Zur Zeit der Industriellen Revolution sei es gar ein Epizentrum gewesen, schreibt Le Monde. Dort gab es einst Sägemühlen, Textilfabriken und mechanische Werkstätten mit Energie.

Offenbar hat sich Le Monde auf kreative Stadtviertel in Hauptstädten spezialisiert, was ich ziemlich spannend finde. Denn so erfährt man einiges über die Strategie ausländischer Medien. Vielleicht hilft Dir dieser Artikel aus der Perspektive eines Pariser Autors dabei, einen Plan für Deinen Besuch in Oslo zu entwickeln, den kein anderer auf Lager hat bis auf die Leser meines Blogs. Und die der Le Monde.

Der Autor steht offenbar auf Cocktailbars. Denn sonst hätte er „Nedre Løkka“ nicht hervorgehoben. Dort könnten sich Gäste auf dicken Ledersofas niederlassen und Kletterpflanzen über der Theke betrachten. Angeblich sollen die Namen der Getränke die Geschichte des Viertels erzählen. Aber da Norweger in der Regel gesprächige Menschen sind, erzählen sie Dir sicher mehr darüber. Dies kann spannend sein, wie ich selbst bei einem Besuch des ehemaligen Industriehafens in Aarhus sehen konnte. Dieser beherbergt heute ein neues Stadtviertel mit stylisher Architektur, aber auch noch einige alte Packhäuser sind erhalten.

Ausgewählt hat der Autor auch die „Retrolykke kaffebar“ mit Dingen aus den 1950er und 1960er Jahren. Sie gehört der 46-jährigen Tonje Fagerheim und liegt am schicken Markvei. Sowohl die alte Deckenbeleuchtung von Ikea als auch die 60-70 Jahre alte amerikanische Kleidung machten den Charme der Bar aus. „Jeg har alltid brukt mye tid på loppis og markeder. Jeg liker gamle ting, de er liksom ferdig sjela“, erzählte sie kürzlich einem Reporter des Magazins VårtOslo. Also alles selbst gesammelt. Gäste könnten Stühle, auf denen sie gerade noch gesessen hätten, nach ihrem Besuch in einer zur Bar gehörenden Boutique kaufen. Den Artikel und Fotos zur Bar findest Du auf www.vartoslo.no/tonje-fargeheim-46-skulle-bare-selge-unna-noen-gamle-gjenstander-i-stedet-apnet-hun-retrolykke-kaffebar/

Wer alte Kinoatmosphäre mag, ist vielleicht im alten, 1907 erbauten, Gebäude des Parktheaters auf dem Olaf Ryes-Plass gut aufgehoben. Dieser sei der Hauptplatz des Viertels. Edvard Munch wohnte dort ein Jahr. Mittwochs würden dort nach wie vor Filme gezeigt. Aber überwiegend diene der alte Konzertsaal der Musik. Bis zu 500 Gäste können dort Platz nehmen und sich Pop-Rock, aber auch Rockability, Jazz und Blues anhören. Ein Hauch von Paris, meint der Verfasser.

Sofort an Aarhus gedacht habe ich wieder, als ich von Tim Wendelboe erfuhr, der in Oslo eine Kaffeerösterei betreibt. Denn auch in Aarhus gibt es ein stilvolles Café von Markus Stiller Sørensen, das ich jedem Besucher uneingeschränkt empfehlen kann. Es ähnelt angesichts der Gefäße einem kleinem Labor, da der Besitzer keinen Filterkaffee anbieten will, sondern gerne selbst etwas experimentiert, um seinen Gästen echten Kaffee anzubieten. Er ist mehrfacher Barista-Weltmeister und teilt sich offenbar diesen Titel öfter mit Wendelboe. Auch bei Wendelboe sollte man besser nicht um Bier bitten, sondern lieber nach orientalischen oder südamerikanischen Bohnen wie Arabica oder Robusta. Während des Besuches könne Jazz-Musik erklingen.

Den Besuch des Viertels abrunden kann eine Besichtigung des Hønse-Lovisas Hus an einem Wasserfall des Akers elv. Es sei landestypisch erbaut mit roten Wänden und weißen Fenstern. Im ehemaligen Haus eines Sägemeisters erwarte Besucher ein kleines Arbeitermuseum mit Infos über die Industrielle Revolution, eine Boutique und noch einmal guter Kaffee. Der Dichter Oskar Alexander Braaten (1881-1939) ist heute noch in Oslo bekannt für seine Arbeiterliteratur, in der er das Leben der Arbeiter im östlichen Teil Oslos beschreibt. Auch über dessen Leben kannst Du dort etwas erfahren.

Den Originalartikel findest Du auf http://www.lemonde.fr/m-styles/article/2019/05/03/l-oslo-alternatif_5458056_4497319.html

Menschen im Kampf

Reisender, kommst Du nach Oslo, verpasse auf keinen Fall einen Besuch des Gustav-Vigeland-Parks. Als ich zum zweiten Mal in meinem Leben Oslo besuchte, wusste ich noch nichts von der Existenz dieses Künstlers. Daher war ich über Ausdruck und Spannung in den dargestellten Körpern überrascht. Die bekanntesten Norweger in der Kultur waren für mich bis dahin Henrik Ibsen und Knut Hamsun.

Gerade habe ich in der norwegischen Tageszeitung Morgenbladet gelesen, dass Vigeland vor 150 Jahren auf die Welt kam. Daher gibt es jetzt ihm zu Ehren eine Jubiläumsausstellung im Vigelandmuseum. Wie Morgenbladet schreibt, bezeichne man ihn oft als autodidaktischen Künstler, was nicht ganz korrekt sei. Als junger Mann habe er Unterricht an der Zeichnerschule in Kristiania genommen und in Ateliers älterer Künstler gearbeitet, die ihn korrigiert hätten. Er sei nach Kopenhagen, Paris und Florenz gegangen, habe oft Museen besucht, lernte damals sehr bekannte Männer wie den Dänen Vilhelm Bissen und Auguste Rodin kennen. Ihm in der Ausstellung gegenübergestellt werden die drei zeitgenössischen Künstler Constantin Meunier, Antoine Bourdelle umd Aristide Maillol.

Aber könne sich Vigeland überhaupt mit diesen großen Namen messen, fragt Morgenbladet. Der Autor meint durchaus. Denn sein Ausdruck sei stärker und weise eine expressive Dynamik auf, die tief in die menschliche Psyche und Leidenschaft eindringe.

Den Artikel und Fotos findest Du auf http://www.morgenbladet.no/kultur/2019/04/mennesker-i-kamp

Im Rausch der Sinne

Le Monde, die angesehene französische Tageszeitung, berauscht sich an der Rua das Flores in Porto. Leider ist deren Artikel etwas PR-lastig, was mich bei so einer angesehenen Zeitung wundert. Die Hotels lasse ich heraus, da ich für diese als Journalist nicht werben möchte. Geschäfte der kreativen Szene hingegen finde ich interessant und daher kritikwürdig. Ich werde diese bei meinem nächsten Besuch sicher auch selbst aufsuchen und schauen, ob sie wirklich so wundervoll sind wie in Le Monde beschrieben.

Die Rua das Flores sei eine schöne Probe der Farbpalette, die den Charme von Porto ausmache: roter Stein, grüne Mosaiken, blaue und weiße Kacheln. Darunter die Kirche der Misericórdia, 1749 habe sie der Maler und Architekt Niccoló Nasoni restauriert. Sie hebe sich von den anderen Gebäuden der Straße durch ihren grauen Stein ab. Farbig und darüber hinaus duftend erschien der Verfasserin auch die Parfümerie Claus Porto, in der es nicht nur portugiesisches Parfum, sondern auch Blumenseife gebe. Männer könnten samstags bei einem Barbier eine neue Frisur ab 50 Euro erhalten. Den Grundstein zur Parfümerie legten übrigens zwei Deutsche, die Mitte des 19. Jahrhunderts nach Portugal ausgewandert waren.

Vor 38 Jahren habe Juan Paulo mit Chaminé da Mota eine lebendiges Antiquariat gegründet. Dort rieche man alte Bücher, aber auch Grafiken und Schreibmaschinen stünden zum Verkauf. Das Porträt des Inhabers soll außen an einer Mauer angebracht sein. Was die Autorin wohl nicht wusste: Der Gründer heißt aber Pedro Chaminé da Mota. Er starb laut Zeitung „El Público“ im November 2018. Auch die portugiesischen Journalisten sehen sowohl die Rua das Flores als auch das Antiquariat als eine der schönsten der Stadt an. Auf www.publico.pt/2018/11/30/culturaipsilon/noticia/morreu-alfarrabista-pedro-chamine-mota-1853144 zeigt ein Foto, wie es dort aussieht. Sie sei die letzte Hoffnung für Fans gewesen, die noch eine fehlende Ausgabe der Vampiro-Kollektion zu erhaschen hofften, ein Heft der Zeitschrift O Mosquito, die sieben Bände der alten Ausgabe des Grafen von Bragelonne von Alexander Dumas oder aber das Kinderbuch eines vergessenen Autors, schreibt El Público in einem Nachruf.

Die Erkundung der Einkaufstraße könnten Reisende mit einem Essen in der Cantina 32 beschließen, schreibt Le Monde. Sie soll im Gebäude einer alten Parfümfabrik liegen, in der jetzt aber unter anderem ein Fahrrad und Lederschürzen als Deko an den Wänden des Restaurants hängen. Käsekuchen und Schokolade scheinen Spezialitäten des Hauses zu sein. Etwas erstaunlich, weil ich auf einer anderen Webseite Tapas als Hauptspeise gefunden habe. Egal! Hauptsache, es schmeckt!

Den Originalartikel mitsamt Fotos findest Du unter

www.lemonde.fr/m-le-mag/article/2019/05/09/porto-l-ivresse-des-sens_5460091_4500055.html

Portugiesen entwickeln Hybrid-E-Bike für Berge und Straßen

Bis heute wusste ich nicht, dass auch in Portugal Räder hergestellt werden. Bisher war mir das nur von Spanien bekannt. Vor einiger Zeit legte ich mir auf dem Jakobsweg in Tui ein Hinterrad einer spanischen Firma zu. Doch auch in Portugal gibt es mit Órbita ein Unternehmen, das Räder produziert. In der Zeitung Diário de Noticias (DN) habe ich heute gelesen, dass in Zusammenarbeit mit der Universität in Aveiro ein E-Bike auf den Markt gekommen ist, mit dem man als Tourist die schönen Schieferdörfer in den hohen Berge Portugals besuchen kann.

Es soll ein Hybrid aus Mountainbike und Straßenrad sein, mit dem man gut auf Asphalt, Schotter und durch die Berge unterwegs sein soll. Laut DN ist mittlerweile ein Netz von gut 2.000 Kilometer entstanden. Ich war selbst zwei Wochen in der Serra da Estrela unterwegs und überrascht, wie gut man dort fahren kann, allerdings mit meinem eigenen Mountainbike. Das Hochgebirge ist nicht unbezwingbar auf den Landstraßen und für jeden, der Spaß am Radfahren hat, zu machen. Die Straßen sind gut geteert, haben nur wenige Schlaglöcher. Stärkere Steigungen sind gut durch Serpentinen angefedert. Denn auch der tägliche Lieferverkehr muss die Dörfer in den abgelegeneren Gebieten erreichen können.

Auf ein E-Bike werde ich aber erst steigen, wenn ich keinen Berg mehr schaffe, also erst mit 90 Jahren. Oder wenn mein täglicher Arbeitsweg 50 Kilometer überschreiten sollte, so dass der zeitliche Aufwand einfach zu hoch wäre. Aber auch die anderen Strecken im Territorium von gut 5.000 Quadratkilometern und 27 Schieferdörfern in Zentralportugal sollten für einigermaßen fitte Radler machbar sein. Ich habe nach der Serra de Estrela auch das Gebiet des Douro und des Minho getestet und für gut befunden.

Den kompletten Artikel des Diário de Noticias findest Du unter https://ocio.dn.pt/estilo/aldeias-do-xisto-vao-ter-bicicleta-eletrica-feita-a-medida-pela-orbita/

Architekt der Louvre-Pyramide mit 102 Jahren gestorben

Fast jeder, der einmal Paris besucht hat, dürfte sie kennen: die Pyramide auf dem Louvre. Von oben finde ich sie gar nicht so beeindruckend. Denn sie unterscheidet sich nicht wirklich von anderen ähnlichen Werken. Daher fotografierte ich sie auch nicht dort wie der Fotograf des jetzt im Schweizer „Tagesanzeiger“ erschienenen Bildes.

Louvre-Pyramide

Als ich das Louvre besuchte, befand ich mich unter ihr. Sie dringt mit ihrer gläsernen Spitze in eine Einkaufspassage ein. Ihr Metallgitterwerk teilt den blau über Paris leuchtenden Himmel in verschiedene Segmente. Die monotone Einkaufspassage erfährt durch den durchsichtigen Glaskegel eine dramatische Zuspitzung, die durch einen zusätzlichen wie ein Stalagmit aufsteigenden Kegel erhöht wird. Jetzt ist der amerikanisch-chinesische Architekt Ieoh Ming Pei im hohen Alter von 102 Jahren gestorben.

Den kompletten Artikel des Tagesanzeigers über den Architekten findest Du auf

https://www.tagesanzeiger.ch/kultur/architektur/architekt-der-louvrepyramide-mit-102-jahren-gestorben/story/23624074

179 Kilometer Abenteuer am Fjord

Es ist mal wieder spannend zu erfahren, was einen spanischen Autor der Zeitung „El Mundo“ an Norwegen fasziniert und zu welchen Bildern er greift, um die Landschaft zu erfassen. Den Verfasser verschlug es im Winter in die größte Hochebene Europas, in die Hardangervidda. Dabei gibt es auch in Spanien Hochgebirge. Aber sie liegen nicht direkt am Wasser. Vielleicht eröffnet Dir dieser Artikel so einen völlig neuen Zugang zum Norden.

Natürlich greift der Autor zu Begriffen wie Postkartenlandschaft. Was mich aber stets fasziniert, ist das ganz andere Verhältnis der Spanier zur Kälte. Während Mitteleuropäer schon im Frühjahr oder noch im Herbst im T-Shirt durch die Gegend laufen, ziehen sie sich Winterkleidung an, um nicht zu frieren. Auch dieser Autor musste sich an die tiefen Temperatur unter Null in Kombination mit Eis und Schnee gewöhnen und fragte wohl jemanden vor Ort, wie Skandinavier damit umgingen: „Norweger sagen, dass Kälte nicht existiere. Es gebe nur unpassende Kleidung.“ Entsprechend gekleidet könne auch ein Spanier sich von der Landschaft entzücken lassen, ohne dabei zu erfrieren. Diese sei im Winter viel interessanter, weil in dieser Zeit auf den Fjorden der Frieden regiere, jeder ohne die Last der Kreuzfahrtschiffe sich vom Leben in der Stadt abkoppeln und eine Verbindung mit der Natur eingehen könnte. Nicht zuletzt habe die Unesco diese Landschaft zum Weltkulturerbe ernannt.

Das sind spezielle Wahrnehmungen des Verfassers. Doch wohin zieht es Spanier, wenn sie Outdooraktivitäten wie Skifahren, Schneeschuhwandern oder Eisklettern ausüben wollen? Gibt es Geheimtipps, von denen Menschen aus deutschsprachigen Ländern nie etwas erfahren? Zu den wichtigsten Zielen zum Skifahren zählt für ihn Myrkdalen im Gebiet des 179 Kilometern unfassbar langen Hardangerfjordes. Dort gebe es insgesamt 28 Kilometer lange Pisten. Doch schon die Anreise auf der Schnellstraße von Bergen sei atemberaubend. Mit jedem Kilometer öffne sich die Natur. Die Berge reichten direkt bis an die Straße heran. Sie spiegelten sich im ruhigen und durchsichtigen Wasser. Und noch beeindruckender sei es zu sehen, wie sich der Schnee darin spiegele. Getoppt werde all das allerdings von Vøringsfossen, einem der bekanntesten Wasserfälle Norwegens. Er ist 182 Meter hoch mit einer Freifallstrecke von beeindruckenden 145 Metern. Wenn das Wasser gefroren ist, gibt es dort offenbar die Möglichkeit des Eiskletterns. Aktuell werde eine enorme Glasbrücke gebaut, die zwei Aussichtspunkte miteinander verbinde.

Den kompletten Artikel der Zeitung El Mundo findest Du unter http://www.elmundo.es/viajes/europa/2019/04/16/5ca2215921efa0bc178b45bf.html

Kristen Benning: Reise- und Kulturjournalist Fotografie Kalender Reiseführer Reportagen

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