Schwedischer Dichter Enquist gestorben

Einer der besten Dichter des Nordens, aufgewachsen in Västerbotten

Per Olov Enquist gestor­ben: Bestürzt lese ich die­se Nach­richt in der Frank­fur­ter All­ge­mei­nen über den Tod des groß­ar­ti­gen schwe­di­schen Dich­ters. Die Nach­richt erreich­te mich gera­de. Ich hät­te ihn ger­ne ken­nen­ge­lernt. Sei­ne scharf­sin­ni­gen Wer­ke beein­dru­cken mich wie vor allem sei­ne Auto­bio­gra­phie “Ein ande­res Leben”, die 2011 in Deutsch­land beim Han­ser-Ver­lag erscheint. Enquist ist ein Zweif­ler. Er meint, dass objek­tiv erschei­nen­de Fak­ten leicht zu mani­pu­lie­ren sei­en. Selbst ans vie­len Schwe­den wich­ti­ge Prin­zip der Soli­da­ri­tät glaubt er nicht.

In mei­nem Rei­se­füh­rer „Väs­ter­bot­ten Land der Aben­teu­er“ befas­se ich mich in einem Arti­kel mit Lite­ra­tur über und aus Nord­schwe­den. Allein aus Enquists Hei­mat Väs­ter­bot­ten stam­men 50 der heu­te bekann­tes­ten moder­nen Erzäh­ler Schwe­dens wie zum Bei­spiel auch Sara Lid­man und Tor­gny Lindgren. 

Lid­man starb schon vor län­ge­rer Zeit. Ihr bekann­tes­tes Werk “Das Teer­tal” erschien 1953 in Schwe­den, 1967 auf Deutsch beim Reclam Ver­lag. Es behan­delt das Leben der Klein­bau­ern in einer Moor­land­schaft Väs­ter­bot­tens. Was auch geschieht, ihr Leben liegt in Got­tes Hand. 

Lind­gren starb wie Enquist erst kürz­lich. Sein bekann­tes­tes Werk heißt “Der Weg der Schlan­ge”. Es erschien 2001 auf Deutsch beim Auf­bau Ver­lag und schil­dert das Schick­sal einer Fami­lie in einer lebens­feind­li­chen Umge­bung. Ich inter­view­te ihn im Rei­se­füh­rer über Väs­ter­bot­ten — auf Deutsch! Enquists, Lid­mans und Lind­grens Roma­ne stel­len die meis­ten in Deutsch­land viel bekann­te­ren Kri­mis der ver­gan­ge­nen zwan­zig Jah­re von Hen­ning Man­kell bis Liza Mar­klund in den Schat­ten. Ich ver­nei­ge mich vor die­sem groß­ar­ti­gen Schrift­stel­ler Per Olov Enquist und traue­re ein wenig.

likeheartlaugh­terwowsadangry
0

So groß wie Sylt: Samsø

Jetzt weiß der Rei­sen­de, was er gera­de am meis­ten ver­misst: zu rei­sen und neue Wel­ten zu ent­de­cken wie die Insel Samsø im Kat­te­gat, so groß wie Sylt. Nicht nur in Nor­we­gen, son­dern auch in Däne­mark gibt es Fjor­de wie auf der 144 Qua­drat­ki­lo­me­ter klei­nen Insel. Die­ser heißt Stauns Fjord. Er fällt bereits eini­ge Kilo­me­ter zuvor durchs beson­de­re Licht auf, ähn­lich dem, das die berühm­ten Maler von Ska­gen in ihren Gemäl­den verarbeiteten.

Um den Fjord liegt eine durch Hei­de und Marsch­land gepräg­te Land­schaft mit fried­lich dalie­gen­den Häu­sern. Das Was­ser wird vom Him­mel erleuch­tet. Wachol­der, Fich­ten und Bir­ken wach­sen hier. Beson­ders hübsch wirkt das Gewäs­ser an einer schma­len Land­zun­ge vor Lan­gø­re Hafen. Dort erhebt sich eine erst 1925 erbau­te wei­ße Kir­che im typisch däni­schen Stil: Lan­gør Kir­ke. In Lan­gø­re fin­det man über 300 Jah­re alte Häu­ser. Aber es ist trotz­dem der Klein­heit wegen nicht vor­stell­bar, dass dies ein­mal der Haupt­ort der Insel gewe­sen sein soll. Heu­te ist Tra­neb­je­rg Haupt­ort. Es lie­gen nur Motor­boo­te im Hafen. Wer will, kann hier wäh­rend des Urlaubs mit der M / S Tunø auf Rob­ben- und See­hund­sa­fa­ri gehen und eini­ges bei einem Vor­trag des Skip­pers über die Geschich­te der Insel erfahren.

Der Fjord stammt noch aus der letz­ten Eis­zeit. Als der nord­ame­ri­ka­ni­sche Eis­schild stark schmolz, stieg der Mee­res­spie­gel stark an. Im Lau­fe von dar­auf fol­gen­den 1000 Jah­ren stieg er um 20 Meter. Der Fjord wur­de sie­ben bis acht Kilo­me­ter lang mit Inseln. Mehr dar­über könnt ihr im Rei­se­füh­rer lesen. Eine Insel, fast so groß wie Sylt, Samsø. Ihre Grö­ße war nach der Ankunft die größ­te Über­ra­schung. Davor dach­te der Rei­sen­de, dass sich auf ihr höchs­tens ein Cam­ping­platz und fünf Feri­en­häu­ser befänden.

likeheartlaugh­terwowsadangry
0