Triumph des Winters und des Frühlings

Im “Tri­umph des Win­ters & des Früh­lings” schaut der Thea­ter­be­su­cher — Ori­gi­nal­ti­tel Auto do tri­unfo do Inver­no — fas­zi­niert durchs Brenn­glas Gil Vicen­tes auf eine ihm frem­de Welt der Renais­sance. Er hört stol­ze Wor­te des Win­ters über sei­ne Macht. Er zit­tert ums Leben von See­fah­rern zwi­schen Bra­si­li­en und Moçam­bi­que, lacht übers sati­ri­sche Gespräch des Win­ters mit einem Hir­ten über die Lie­be. Ver­zückt lauscht er einem poe­ti­schen Gespräch des Früh­lings mit der Ser­ra da Sin­tra, zwei inein­an­der ver­lieb­te Freunde.

STEUERMANN Der Wind nimmt ab. Holt das Tau von der Fock ein.

GREGÓRIO Und was ist hier die Fock? Ich weiß wohl, was ein Furz ist.
Aber ich weiß weder, was ein Segel ist, noch wo es sich befin­det.


AFFONSO Kann es die­ses gro­ße Tuch sein, das am Pfos­ten hängt?

STEUERMANN Eilt an Bord. Der Wind dreht sich mit der Sonne.

PFEIFE Pi pi pi pii.

GREGÓRIO Ich pfei­fe auf den Pfei­fen­ton,
und eben­so auf die­ses Dingsda.

STEUERMANN Könnt ihr euch nicht beei­len?
Wir jagen sonst gegen die Küste.

GONÇALO Jagen? Ihr habt also Hun­de?
Dort sind die Hun­de, hal­looo, hallooo.

AFFONSO Gon­ça­lo, such‘ das Frettchen.

GONÇALO Schieß‘ los, Gregório.

Der Zuschau­er glaubt in die­ser tol­len Über­set­zung por­tu­gie­si­scher Klas­si­ker, Don Qui­jo­te antra­ben zu hören. Aber der Welt der Rit­ter folg­te bereits das Zeit­al­ter der Erobe­rer, See­fah­rer und Kauf­leu­te in einer glo­ba­len Welt. Die Men­schen ste­hen vor Her­aus­for­de­run­gen. Denen sind sie nicht immer gewach­sen, was ihnen aber nicht bewusst ist. Ein 1529 ent­stan­de­nes Meis­ter­stück Vicen­tes, des Begrün­ders des por­tu­gie­si­schen Natio­nal­thea­ters,. Es hat auf heu­ti­gen Büh­nen eine Auf­füh­rung verdient.

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Winterzauber in den Rieselfeldern

Win­ter­zau­ber in den Rie­sel­fel­dern: Eine wei­ße Frost­schicht bedeckt zur­zeit die Land­schaft im Müns­ter­land. Häu­fig ist dies nicht zu sehen. Meis­tens nimmt der Rei­sen­de so höchs­tens Rau­reif wahr, wenn er mor­gens auf den Ästen von Bäu­men und Sträu­chern liegt. Jetzt ähnelt die Frost­schicht Schnee. Aber ab mor­gen wird es so warm sein, dass der Zau­ber wie­der ver­fliegt. Auch das Win­ter­licht dürf­te dann ver­schwun­den sein.

So wird es auch in den Rie­sel­fel­dern, ein wich­ti­ges Vogel­schutz­ge­biet, ab mor­gen wie­der grau­er wer­den, sobald die Wol­ken die Son­ne ver­de­cken. Daher pack­te der Rei­sen­de heu­te auf der Rad­tour sein Smart­phone her­aus, um ein wenig die Atmo­sphä­re mit­zu­neh­men. Auf­fäl­lig: Die vie­len Tei­che, einst nah­men sie das Abwas­ser der Stadt Müns­ter auf, sind mit dün­nem Eis bedeckt. Die Eis­bil­dung war schon am ver­gan­ge­nen Mitt­woch auf einer Rad­wan­de­rung zu erken­nen. Prompt such­ten die vie­len hier sonst leben­den Vögel das Wei­te. Die sonst hier zu sehen­den Grau­gän­se, Grau­rei­her und selbst wei­ße Schwä­ne waren heu­te ver­schwun­den. Sie haben sich wohl in wär­me­re Gefil­de abge­setzt. Viel­leicht sind sie ins Rhein­land gezo­gen, das oft wär­mer ist als das Müns­ter­land. Dort sind man­che Gewäs­ser wohl noch nicht zugefroren.

Statt­des­sen such­ten heu­te am Wochen­en­de vie­le Men­schen die Gewäs­ser in und um Müns­ter auf. Wie zum Bei­spiel den Aasee: zum Schlitt­schuh­lau­fen und Spa­zie­ren­ge­hen auf der Eis­flä­che. An der Tor­min­brü­cke, die den See in zwei Hälf­ten teilt, schien jemand ins Eis ein­ge­bro­chen zu sein. Ret­tungs­wa­gen kamen mit Blau­licht in dem Moment ange­fah­ren, als der Rei­sen­de an ihr vorbeikam.

Spannende Geschichte des Aasees

Der Aasee hat neben Ein­brü­chen ins Eis eine span­nen­de Geschich­te, die die ande­rer Städ­te über­tref­fen dürf­te: An des­sen Zufluss Aa — indo­ger­ma­ni­sches Wort für Was­ser — grün­de­te sich einst die Stadt Müns­ter. Denn an einer Furt zwi­schen Bis­ping­hof und Spie­gel­turm sol­len wan­dern­de Sach­sen eine Sied­lung auf­ge­baut haben. Einer von ihnen könn­te Mimi­ger gehei­ßen haben, wes­halb Müns­ter ursprüng­lich Mimi­gernaford hieß. Eine ande­re Theo­rie besagt, dass hier einem gewis­sen Mimir aus der nor­di­schen Mytho­lo­gie die Furt gewid­met wur­de. Man­che mei­nen, Mimi­gernaford sei auf dem Dom­hü­gel gebo­ren wor­den. Ande­re neh­men an, die sei auf der lin­ken, west­li­chen Sei­te geschehen.

In einem Arti­kel Otto-Ehren­fried Sel­les für die Sei­te “Auf Roter Erde” für die West­fä­li­schen Nach­rich­ten lern­te der Rei­sen­de Anfang April 2023, dass mitt­ler­wei­le eine Ansicht über­holt ist: Ein Gra­ben an der Stadt­mau­er sei um 1200 zur Ver­tei­di­gung mit Was­ser gefüllt wor­den. Was­ser­bä­ren hät­ten eher die Aa dar­an gehin­dert, in den Gra­ben zu flie­ßen. Von den Was­ser­bä­ren ist noch heu­te einer nahe am Bud­den­turm, der ande­re am Alten Zoo zu sehen. Bela­ge­rer konn­ten so auch nicht das Was­ser aus der Aa ein­fach ablei­ten, um leich­ter in die Stadt zu gelan­gen. Mehr dazu erfährst Du im Stadt­füh­rer Müns­ter Stadt der Skulp­tu­ren.

Frü­her habe es ent­lang der Aa Was­ser­müh­len gege­ben, die Getrei­de mahl­ten, schreibt Sel­le wei­ter. Dies spiel­te Fürst­bi­schof Chris­toph Bern­hard von Galen in die Kar­ten. Um 1660 ver­pflich­te­te er dem­nach Bau­ern dazu, in der Nähe des heu­ti­gen Zoos einen Damm zu bau­en. So woll­te er Was­ser zu einem See stau­en und die Müh­len zum Still­stand brin­gen. Dies erschwer­te auch die Ver­sor­gung mit Brot. Der Damm brach vor Weih­nach­ten 1660. Die Flu­ten setz­ten die Stadt zum Teil unter Was­ser. Ende März 1661 kapi­tu­lier­ten die Bür­ger. Von Galen ent­ließ dann Rat und Bür­ger­meis­ter. Die Rats­kam­mer hieß fort­an und bis heu­te Friedenssaal.

Wild unruhig in der Kälte

Zurück zum Win­ter­aus­flug: Nicht nur Men­schen tau­chen auf, son­dern auch das Wild wird unru­hig: Auf einem ver­fro­re­nen Acker bei Häger stan­den vier Rehe schon am frü­hen Nach­mit­tag, um dort Nah­rung zu suchen. Dies ist tags­über unge­wöhn­lich. Auch ein Hase quer­te die Stra­ße an der Nien­ber­ger Orts­gren­ze. Lei­der wird mor­gen der Win­ter­zau­ber in den Rie­sel­fel­dern und auch wohl anders­wo im Müns­ter­land fürs ers­te ver­flo­gen sein.

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Wintermezzo im Münsterland

Win­ter­mez­zo im Müns­ter­land: Dass dicker Schnee kom­men wür­de, war schon seit Tagen bekannt. Als der Rei­sen­de aber am nächs­ten Mor­gen zum Früh­stü­cken ging, muss­te er lachen. So über­rascht war eh r. Ein hoher wei­ßer Hügel war über Nacht auf dem eigent­lich fla­chen Beet gewach­sen. Nur die Blü­te einer Win­ter­ro­se lug­te noch aus ihm her­aus. Von solch einer Mas­se war er am Vor­abend nicht aus­ge­gan­gen. Er befürch­te­te, dass sich der Schnee bald so hoch tür­men wür­de, dass nur noch ein win­zi­ges Guck­loch einen Blick in den Gar­ten ermög­li­chen würde.

Eine Woche lag eine dicke Schnee­de­cke auf dem Müns­ter­land. Zwei Tage lang hat­te es zuvor ohne Unter­lass geschneit. Eine ver­trau­te Land­schaft ver­än­der­te sich. Ande­re Geräu­sche, ande­re Far­ben. Ein neu­es Pro­fil. Bis­her Unbe­ach­te­tes gewann an Bedeu­tung. So kann eine Woche Schnee Men­schen in Urlaubs­stim­mung stim­men. Dank einer ver­frem­de­ten Landschaft. 

Erste Spaziergänge statt Radfahren

Es folg­ten ers­te Spa­zier­gän­ge in der von Wäld­chen, Hecken und Äckern gepräg­te Land­schaft. Aufs Rad stei­gen woll­te der Rei­sen­de noch nicht. Spikes stan­den zwar im Kel­ler, durch die sich das Ver­hält­nis des Rei­sen­den zu Eis und Schnee vor Jah­ren stark ver­än­dert hat­te. Frü­her war Win­ter eher eine Last. Heu­te ist sie eher ein Genuss, da man mit sol­chen Lauf­rä­dern sicher fah­ren kann. Selbst auf zuge­fro­re­nen Seen rutscht das Rad nicht mehr. Dies­mal war aber soviel Schnee gefal­len, dass er sich kaum vor­stel­len konn­te, sich durch so tie­fen Schnee zu wüh­len. So nahm er sich vor, die nähe­re Umge­bung foto­gra­fisch und zu Fuß zu erfas­sen. In den sozia­len Medi­en tauch­ten auch Fotos vie­ler Ein­woh­ner in “Müns­ter Stadt der Skulp­tu­ren” auf. Die­se nah­men die Ver­än­de­rung ähn­lich fas­zi­niert wahr.

Der ers­ten Über­ra­schung folg­te zwei Tage spä­ter die zwei­te: Die Gewäs­ser fro­ren zu. Auf der Gräf­te der Was­ser­burg Haus Vöge­ding nah­men Enten auf Schnee Platz, der vom Dach gerutscht war. Sicher­lich ange­neh­mer als auf blo­ßem Eis. Es gab kein ein­zi­ges Was­ser­loch mehr. Des­halb schnat­ter­te kei­ne ein­zi­ge Ente fröh­lich mit den ande­ren. Die Stim­mung in der Grup­pe war sicht­lich gedrückt.

Prächtiges Farbenspiel beim Wintermezzo im Münsterland

Bis­her lang­wei­li­ge Tüm­pel an Bau­ern­hö­fen boten nun ein präch­ti­ges Far­ben­spiel. Auf an sich schlam­mi­gen Gewäs­sern lag nun eine brau­ne Eis­schicht mit wei­ßen Adern. Schnee an den Ufern warf neu­es Licht. Er ergab auch einen schö­nen Kon­trast zum zwi­schen Bäu­men durch­schei­nen­den blau­en Him­mel. Selbst Grä­ben an den Äckern gewan­nen nun an Reiz, da sie nun mit Eis gefüllt waren. Also ent­schied Durch­strei­fen & Erle­ben: Aus dem Luft­schnap­pen wird bei so vie­len Rei­zen eine Kurzwanderung.

Denn selbst Äcker rück­ten in neu­es Licht. Durch wei­ßen Tep­pich gewan­nen sie an Wei­te. Es fühl­te sich so an, als hät­te einen jemand ins win­ter­li­che Skan­di­na­vi­en gebeamt. Eines der letz­ten Bau­ern­häu­ser in unmit­tel­ba­rer Nähe der Stadt wirk­te wie in der Tun­dra gele­gen. Ein gol­de­nes Kreuz ent­wi­ckel­te im Schnee mehr Strahl­kraft. Eine Land­stra­ße ver­wan­del­te sich in eine Loi­pe. Rechts von der Stra­ße, wo kei­ne Autos und Spa­zier­gän­ger waren, zogen sich tie­fe Spu­ren von Ski­er. Ein Acker-Rand­strei­fen als Ski­ge­biet. In die Rea­li­tät zurück hol­te einen dicker Schnee auf dem Rad­weg. Per­fekt geräumt war nur die Land­stra­ße. Von wegen Ver­kehrs­wen­de in einer Fahr­rad­haupt­stadt. Die Wor­te “Fahr­rad frei” auf dem Schild wir­ken da fast iro­nisch. Nicht ein­mal für Wan­de­rer ist die Stre­cke nutz­bar, wenn es solch ein Win­ter­mez­zo im Müns­ter­land gibt.

Ins Landschaftsschutzgebiet Vorbergs Hügel

Dann führ­te der Weg abwärts in Rich­tung des Erho­lungs- und Land­schafts­schutz­ge­bie­tes Vor­bergs Hügel. Rechts am Wege liegt ein Land­fah­rer­platz, auf den der Rei­sen­de neu­gie­rig war. Denn in der Zei­tung West­fä­li­sche Nach­rich­ten stand, dass Räum­diens­te hier Schnee ablü­den. Meter­hoch türm­te er sich hier. Genau­so, wie er er sich vor­ge­stellt hat­te. Neu­gie­rig war er auch, wie sich das Fach­werk-Tor­haus an der Stie­ge im Schnee prä­sen­tier­te. Jemand hat­te vor eini­gen Tagen erzählt, dass der dort leben­de Gast­wirt es vor dem Ver­fall geret­tet hät­te. Er kauf­te es einem Land­wirt ab, ließ es ab- und hier wie­der auf­bau­en. Dies ist ein schö­ner Weg, alte Bau­wer­ke zu bewahren. 

Eini­ge Meter wei­ter sah der Rei­sen­de ein wei­te­res Bau­werk im Wald. Ein Baum hat­te es errich­tet, eher unfrei­wil­lig. Einer sei­ner Äste krümm­te sich so stark, dass es einem Tor ähn­lich sah. Durch das Licht des Schnees erziel­te es eine beson­de­re Wir­kung. Nor­ma­ler­wei­se ist es hier wohl eher dun­kel. Ein Ein­gangs­tor in ein klei­nes Natur­schutz­ge­biet, durch­zo­gen von Wan­der­we­gen durch Wald und über Hügel. Wie­der ein wei­ter Blick, also wie­der das Gefühl, im Nor­den Euro­pas zu sein. Für mich eine der schöns­ten Gegen­den rund um die Stadt.

Die­se Bil­der kannst Du im Bild­por­tal in ver­schie­de­nen Grö­ßen erwer­ben, wenn Du Dei­ne Woh­nung oder Dein Unter­neh­men ver­schö­nern willst.

Kleine Wanderung

So ent­wi­ckel­te sich aus fünf Kilo­me­ter Luft­schnap­pen eine klei­ne Wan­de­rung von 8,5 Kilo­me­tern. Sie führ­te vom Haus Rüsch­haus vor den Toren Müns­ters zum Horst­ma­rer Land­weg. Von dort ging es auf die Gas­selstie­ge ins Natur­schutz­ge­biet Vor­bergs Hügel. Der Hügel ist fast 100 Meter hoch. Mit 311 Hekt­ar ist es das zweit­größ­te Natur­schutz­ge­biet Müns­ters. Zur­zeit dis­ku­tie­ren ver­schie­de­ne Par­tei­en über die Nut­zung des Gebie­tes durch Men­schen. Wäre ein Park­platz dort sinn­voll oder nicht, um das Besu­cher­auf­kom­men zu regu­lie­ren? Soll­te man gar einen Auf­se­her ein­stel­len, um die Strö­me zu len­ken? Eine ähn­li­che Dis­kus­si­on gibt es über die Ein­rich­tung eines Wan­der­we­ges ent­lang des Flüss­chens Aa vom Stadt­zen­trum bis zur Burg Hüls­hoff. Men­schen suchen immer mehr Ent­span­nung im Grü­nen. Und jetzt auch im Wei­ßen beim Win­ter­mez­zo im Münsterland.

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179 Kilometer Abenteuer am Fjord

Es ist mal wie­der span­nend zu erfah­ren, was einen spa­ni­schen Autor der Zei­tung „El Mun­do“ an Nor­we­gen fas­zi­niert und zu wel­chen Bil­dern er greift, um die Land­schaft zu erfas­sen. Den Ver­fas­ser ver­schlug es im Win­ter in die größ­te Hoch­ebe­ne Euro­pas, in die Hardan­ger­vid­da. Dabei gibt es auch in Spa­ni­en Hoch­ge­bir­ge. Aber sie lie­gen nicht direkt am Was­ser. Viel­leicht eröff­net Dir die­ser Arti­kel so einen völ­lig neu­en Zugang zum Norden.

Natür­lich greift der Autor zu Begrif­fen wie Post­kar­ten­land­schaft. Was mich aber stets fas­zi­niert, ist das ganz ande­re Ver­hält­nis der Spa­ni­er zur Käl­te. Wäh­rend Mit­tel­eu­ro­pä­er schon im Früh­jahr oder noch im Herbst im T‑Shirt durch die Gegend lau­fen, zie­hen sie sich Win­ter­klei­dung an, um nicht zu frie­ren. Auch die­ser Autor muss­te sich an die tie­fen Tem­pe­ra­tur unter Null in Kom­bi­na­ti­on mit Eis und Schnee gewöh­nen und frag­te wohl jeman­den vor Ort, wie Skan­di­na­vi­er damit umgin­gen: „Nor­we­ger sagen, dass Käl­te nicht exis­tie­re. Es gebe nur unpas­sen­de Klei­dung.“ Ent­spre­chend geklei­det kön­ne auch ein Spa­ni­er sich von der Land­schaft ent­zü­cken las­sen, ohne dabei zu erfrie­ren. Die­se sei im Win­ter viel inter­es­san­ter, weil in die­ser Zeit auf den Fjor­den der Frie­den regie­re, jeder ohne die Last der Kreuz­fahrt­schif­fe sich vom Leben in der Stadt abkop­peln und eine Ver­bin­dung mit der Natur ein­ge­hen könn­te. Nicht zuletzt habe die Unesco die­se Land­schaft zum Welt­kul­tur­er­be ernannt.

Das sind spe­zi­el­le Wahr­neh­mun­gen des Ver­fas­sers. Doch wohin zieht es Spa­ni­er, wenn sie Out­door­ak­ti­vi­tä­ten wie Ski­fah­ren, Schnee­schuh­wan­dern oder Eis­klet­tern aus­üben wol­len? Gibt es Geheim­tipps, von denen Men­schen aus deutsch­spra­chi­gen Län­dern nie etwas erfah­ren? Zu den wich­tigs­ten Zie­len zum Ski­fah­ren zählt für ihn Myrk­da­len im Gebiet des 179 Kilo­me­tern unfass­bar lan­gen Hardang­erfjor­des. Dort gebe es ins­ge­samt 28 Kilo­me­ter lan­ge Pis­ten. Doch schon die Anrei­se auf der Schnell­stra­ße von Ber­gen sei atem­be­rau­bend. Mit jedem Kilo­me­ter öff­ne sich die Natur. Die Ber­ge reich­ten direkt bis an die Stra­ße her­an. Sie spie­gel­ten sich im ruhi­gen und durch­sich­ti­gen Was­ser. Und noch beein­dru­cken­der sei es zu sehen, wie sich der Schnee dar­in spie­ge­le. Getoppt wer­de all das aller­dings von Vørings­fos­sen, einem der bekann­tes­ten Was­ser­fäl­le Nor­we­gens. Er ist 182 Meter hoch mit einer Frei­fall­stre­cke von beein­dru­cken­den 145 Metern. Wenn das Was­ser gefro­ren ist, gibt es dort offen­bar die Mög­lich­keit des Eis­klet­terns. Aktu­ell wer­de eine enor­me Glas­brü­cke gebaut, die zwei Aus­sichts­punk­te mit­ein­an­der verbinde. 

Den kom­plet­ten Arti­kel der Zei­tung El Mun­do fin­dest Du unter http://www.elmundo.es/viajes/europa/2019/04/16/5ca2215921efa0bc178b45bf.html

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Männerspaß auf schwedischem Eis

Das Leben der Nord­eu­ro­pä­er im Win­ter ken­nen­zu­ler­nen, hat einen beson­de­ren Reiz. Es ändert sich rapi­de für Rei­sen­de, die es eher gewohnt sind, im Som­mer in den Nor­den zu fah­ren. Man sieht viel vom nor­ma­len All­tags­le­ben, wenn man Fischer bei der Arbeit oder Schul­kin­der auf Schlit­ten heim­kom­men sieht. Aber auch Erwach­se­ne sind in den Städ­ten mit Schlit­ten unter­wegs. Eine ein­schnei­den­de Erfah­rung war es für mich, mit einem Leih­wa­gen auf Spikes durch die Win­ter­land­schaft zu fah­ren. Mit einem Freund erkun­de­te ich Lofo­ten und Ves­terå­len. Das Eis auf den Stra­ßen war noch im März auf man­chen Stra­ßen zen­ti­me­ter­dick, die Mit­tel­spur gera­de nachts schwer zu erken­nen, erst recht, wenn einem Schnee­pflü­ge und mit Fisch bela­de­ne Lkw ent­ge­gen don­ner­ten. Seit­lich war alles zuge­schneit, der Rand nur durch rote Pflö­cke zu erken­nen. Nach­dem ich ein­mal den Wagen in eine Schnee­we­he gefah­ren hat­te, über­gab ich Tobi­as das Steu­er, der den Bogen eher her­aus­hat­te, viel siche­rer fuhr.

Eher wür­de es mich locken, es wie Gavin Hai­nes zu machen, der sich kürz­lich zum Trai­ning mit dem Auto auf einen zuge­fro­re­nen See in der Nähe von Jokkmokk begab. Ziem­lich schnell ver­lor auch der Autor der eng­li­schen Zei­tung „The Tele­graph“ die Kon­trol­le übers Fahr­zeug, als er sei­ne ers­te Ral­ly fuhr. Er fuhr so schnell, dass auch er in eine Schnee­we­he geriet. Die Türen des All­rad­fahr­zeugs lie­ßen sich nicht mehr öff­nen. Er und sein Aus­bil­der, der pro­fes­sio­nel­le Ral­ly­fah­rer Per-Erik Nie­mi, muss­ten durch die Fens- ter steigen.

Der Autor gibt sich selbst die Schuld dar­an, denn er habe nicht auf die War­nun­gen sei­nes Aus­bil­ders gehört, doch bit­te­schön lang­sa­mer zu fah­ren. Aber er habe sich eben wie ein Mann ver­hal­ten, sei­ne eige­nen Fähig­kei­ten total über­schät­zend, sich sogar für unbe­sieg­bar hal­tend. Für Nie­mi war es also nur eine Fra­ge der Zeit, bis es zu dem Mal­heur kam: „I was wai­ting for that to hap­pen.” Bis der Abschlepp­wa­gen gekom­men sei, um das Fahr­zeug her­aus­zu­zie­hen, habe es genug Zeit gege­ben, sich den Scha­den anzuschauen.

Wie es Hai­nes erging und wo Du Dich für den nächs­ten Win­ter selbst zur Ral­ly anmel­den kannst, erfährst Du hier.

Män­ner­spaß auf schwe­di­schem Eis

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Suche nach dem verlorenen Polarlicht

Suche nach dem ver­lo­re­nen Polar­licht: Auro­ra borea­lis — in den Ohren des Rei­sen­den klingt das magisch. In denen vie­ler ande­rer offen­bar auch: In den sozia­len Medi­en fra­gen Leu­te stän­dig, wo in Nor­we­gen oder Schwe­den man eine gute Chan­ce habe, Nord­lich­ter zu sehen.

Mit Vor­freu­de buch­ten Tobi­as, ein Freund, und der Rei­sen­de einen Flug nach Bodø, um von dort aus mit dem Schnell­boot nach Svol­vær über­zu­set­zen. Die Über­fahrt zum Lofot war schon ein Traum, sah der Rei­sen­de doch erst­mals die Land­schaft im Win­ter. Schnee­be­deck­te Inseln gli­chen gro­ßen Eis­ber­gen. Orcas sah er lei­der nicht. Bis heu­te ist es ein uner­füll­ter Traum.

Suche nach dem Polarlicht — Erfüllung am letzten Tag

Zwei Wochen schau­ten sich die Freun­de die Insel­grup­pen Lofo­ten und Ves­terå­len an. Sie besuch­ten Fisch­züch­ter, Sami mit Ren­tie­ren, klei­ne Fischer­or­te, gelang­ten sogar fast bis nach Trom­sø. Die Win­ter­land­schaft war eine ande­re Welt und deut­lich inter­es­san­ter als die tou­ris­ti­sche im Som­mer. Denn end­lich mal spiel­te sich nor­ma­les Leben ab: Schü­ler auf Steh­schlit­ten auf dem Heim­weg von der Schu­le, Fischern beim Rei­ni­gen des Fangs. Und es waren nicht fast aus­schließ­lich Tou­ris­ten wie im Som­mer zu sehen, wenn es auch Urlau­ber dort gab. Und der Rei­sen­de lern­te Auto­fah­ren mit Spikes. Das war schon eine Her­aus­for­de­rung. Denn die Mit­te der engen Fahr­bahn ist im Dun­keln schlecht zu erken­nen. Rasend schnell ent­ge­gen­kom­men­de Schnee­pflü­ge neh­men einem die Sicht. Mit Fisch bela­de­ne LKW neh­men den meis­ten Platz weg.

Am letz­ten Abend auf dem Lofot ver­lie­ßen Tobi­as und der Rei­sen­de eine Bar in Svol­vær. Zufäl­lig schau­te der Rei­sen­de gen Him­mel nach oben. Wie die Fun­ken eines Feu­er­werks erschien das ersehn­te Polar­licht. Die Rei­sen­den hat­ten es schon abge­schrie­ben, waren aber auch so zufrie­den mit ihren Ein­drü­cken. Und jetzt kamen noch eini­ge Sekun­den feu­ri­ge Ein­drü­cke zum Abschluss der Rei­se hin­zu. Eine Suche nach dem ver­lo­re­nen Polar­licht war gar nicht nötig gewe­sen. Es kam von selbst.

Ein Autor der Süd­deut­schen Zei­tung war mit Hur­tig­ru­ten unter­wegs. Was die­ser hin­ge­gen erleb­te, lest ihr unter Polar­licht mit Hur­tig­ru­ten. Noch mehr Nor­we­gen erfahrt ihr hier.

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Dicke Blockhauswände speichern Wärme

Dicke Block­haus­wän­de spei­chern Wär­me: In Schwe­den ver­wen­den die Zim­mer­leu­te fast aus­schließ­lich alte nor­di­sche Kie­fer. Das Holz muss über 100 Jah­re lang­sam gewach­sen sein, zu erken­nen an eng bei­ein­an­der lie­gen­den Jah­res­rin­gen. Die­se Qua­li­tät erreicht ein Wald­be­sit­zer, wenn die Bäu­me eng bei­ein­an­der ste­hen und der Boden mager ist. Dann schießt der Baum nicht in die Höhe, son­dern bil­det durch lang­sa­mes Wach­sen gutes Kern­holz. Von der Dicke der Stäm­me pro­fi­tiert der Bau­herr. Denn alte dicke Stäm­me erzie­len einen bes­se­ren Dämm­wert als jun­ge und dün­ne Stäm­me. Dicke Block­haus­wän­de spei­chern gut Wär­me und das auf natür­li­che Weise.

Wenn die Wän­de im Som­mer die küh­le Nacht­tem­pe­ra­tur wäh­rend der hei­ßen Tages­stun­den abstrah­len, funk­tio­niert das im Win­ter anders­her­um. Je dicker der Stamm, des­to bes­ser kann er spei­chern. Wenn die arbeits­auf­wän­di­gen und ver­hält­nis­mä­ßig teu­ren Außen­wän­de fer­tig sind, ist die meis­te Arbeit am Block­haus schon getan. Dach und Fuß­bo­den sind dann nur noch Routinesache.

33e Gränsfors Axtmuseum Blick auf die Karte mit den Fundorten der Äxte
Axt­mu­se­um in Gränsfors

Blockhaus setzt sich mit den Jahren

Die Prä­zi­si­ons­ar­beit der Zim­mer­leu­te ver­langt zwi­schen den Bal­ken und der Eck­ver­bin­dung zusätz­li­che Dich­tun­gen aus Flachs, denn Flachs kann sich zusam­men­zie­hen und aus­deh­nen, das heißt, gegen das Holz arbei­ten. Flachs aus dem tra­di­tio­nel­len Lei­nen­an­bau in Nord­schwe­den gewon­nen, wird vor­her mit einer Che­mi­ka­lie behan­delt, damit er nicht brennt. Zudem liegt der Anspruch eines schwe­di­schen Zim­mer­manns dar­in, eine fugen­lo­se Ver­bin­dung zwi­schen den Bal­ken herzustellen. 

Lenn­art Bäl­ter vom Sil­jan­see benutzt zum Abmes­sen einen pro­fes­sio­nel­len Block­haus­zir­kel. Gewal­ti­ge Schlä­ge auf den Bal­ken mit einem schwe­ren Holz­ham­mer hel­fen auf den letz­ten Mil­li­me­tern, den Bal­ken pas­send in die Ver­tie­fung zu klop­fen. Block­wän­de wer­den beim Schrump­fen des Hol­zes nicht undicht, weil jede Fuge vom Gewicht der dar­über lie­gen­den Bal­ken­la­gen und des Daches zusam­men­ge­drückt wird. Nadel­holz ist rela­tiv weich, das macht es für den Block­haus­bau geeig­net. Ein gut gebau­tes Block­haus setzt sich und wird so mit den Jah­ren immer dichter.


Die­ser Text wur­de unter ande­rem im Han­dels­blatt und im Maga­zin Block­home ver­öf­fent­licht. Du hast jetzt rich­tig Bock auf Schwe­den? Dann löse doch das Schwe­den­rät­sel hier.

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