Im “Triumph des Winters & des Frühlings” schaut der Theaterbesucher — Originaltitel Auto do triunfo do Inverno — fasziniert durchs Brennglas Gil Vicentes auf eine ihm fremde Welt der Renaissance. Er hört stolze Worte des Winters über seine Macht. Er zittert ums Leben von Seefahrern zwischen Brasilien und Moçambique, lacht übers satirische Gespräch des Winters mit einem Hirten über die Liebe. Verzückt lauscht er einem poetischen Gespräch des Frühlings mit der Serra da Sintra, zwei ineinander verliebte Freunde.
STEUERMANN Der Wind nimmt ab. Holt das Tau von der Fock ein.
GREGÓRIO Und was ist hier die Fock? Ich weiß wohl, was ein Furz ist. Aber ich weiß weder, was ein Segel ist, noch wo es sich befindet.
AFFONSO Kann es dieses große Tuch sein, das am Pfosten hängt?
STEUERMANN Eilt an Bord. Der Wind dreht sich mit der Sonne.
PFEIFE Pi pi pi pii.
GREGÓRIO Ich pfeife auf den Pfeifenton, und ebenso auf dieses Dingsda.
STEUERMANN Könnt ihr euch nicht beeilen? Wir jagen sonst gegen die Küste.
GONÇALO Jagen? Ihr habt also Hunde? Dort sind die Hunde, hallooo, hallooo.
AFFONSO Gonçalo, such‘ das Frettchen.
GONÇALO Schieß‘ los, Gregório.
Der Zuschauer glaubt in dieser tollen Übersetzung portugiesischer Klassiker, Don Quijote antraben zu hören. Aber der Welt der Ritter folgte bereits das Zeitalter der Eroberer, Seefahrer und Kaufleute in einer globalen Welt. Die Menschen stehen vor Herausforderungen. Denen sind sie nicht immer gewachsen, was ihnen aber nicht bewusst ist. Ein 1529 entstandenes Meisterstück Vicentes, des Begründers des portugiesischen Nationaltheaters,. Es hat auf heutigen Bühnen eine Aufführung verdient.
Winterzauber in den Rieselfeldern: Eine weiße Frostschicht bedeckt zurzeit die Landschaft im Münsterland. Häufig ist dies nicht zu sehen. Meistens nimmt der Reisende so höchstens Raureif wahr, wenn er morgens auf den Ästen von Bäumen und Sträuchern liegt. Jetzt ähnelt die Frostschicht Schnee. Aber ab morgen wird es so warm sein, dass der Zauber wieder verfliegt. Auch das Winterlicht dürfte dann verschwunden sein.
So wird es auch in den Rieselfeldern, ein wichtiges Vogelschutzgebiet, ab morgen wieder grauer werden, sobald die Wolken die Sonne verdecken. Daher packte der Reisende heute auf der Radtour sein Smartphone heraus, um ein wenig die Atmosphäre mitzunehmen. Auffällig: Die vielen Teiche, einst nahmen sie das Abwasser der Stadt Münster auf, sind mit dünnem Eis bedeckt. Die Eisbildung war schon am vergangenen Mittwoch auf einer Radwanderung zu erkennen. Prompt suchten die vielen hier sonst lebenden Vögel das Weite. Die sonst hier zu sehenden Graugänse, Graureiher und selbst weiße Schwäne waren heute verschwunden. Sie haben sich wohl in wärmere Gefilde abgesetzt. Vielleicht sind sie ins Rheinland gezogen, das oft wärmer ist als das Münsterland. Dort sind manche Gewässer wohl noch nicht zugefroren.
Stattdessen suchten heute am Wochenende viele Menschen die Gewässer in und um Münster auf. Wie zum Beispiel den Aasee: zum Schlittschuhlaufen und Spazierengehen auf der Eisfläche. An der Torminbrücke, die den See in zwei Hälften teilt, schien jemand ins Eis eingebrochen zu sein. Rettungswagen kamen mit Blaulicht in dem Moment angefahren, als der Reisende an ihr vorbeikam.
Spannende Geschichte des Aasees
Der Aasee hat neben Einbrüchen ins Eis eine spannende Geschichte, die die anderer Städte übertreffen dürfte: An dessen Zufluss Aa — indogermanisches Wort für Wasser — gründete sich einst die Stadt Münster. Denn an einer Furt zwischen Bispinghof und Spiegelturm sollen wandernde Sachsen eine Siedlung aufgebaut haben. Einer von ihnen könnte Mimiger geheißen haben, weshalb Münster ursprünglich Mimigernaford hieß. Eine andere Theorie besagt, dass hier einem gewissen Mimir aus der nordischen Mythologie die Furt gewidmet wurde. Manche meinen, Mimigernaford sei auf dem Domhügel geboren worden. Andere nehmen an, die sei auf der linken, westlichen Seite geschehen.
In einem Artikel Otto-Ehrenfried Selles für die Seite “Auf Roter Erde” für die Westfälischen Nachrichten lernte der Reisende Anfang April 2023, dass mittlerweile eine Ansicht überholt ist: Ein Graben an der Stadtmauer sei um 1200 zur Verteidigung mit Wasser gefüllt worden. Wasserbären hätten eher die Aa daran gehindert, in den Graben zu fließen. Von den Wasserbären ist noch heute einer nahe am Buddenturm, der andere am Alten Zoo zu sehen. Belagerer konnten so auch nicht das Wasser aus der Aa einfach ableiten, um leichter in die Stadt zu gelangen. Mehr dazu erfährst Du im Stadtführer Münster Stadt der Skulpturen.
Früher habe es entlang der Aa Wassermühlen gegeben, die Getreide mahlten, schreibt Selle weiter. Dies spielte Fürstbischof Christoph Bernhard von Galen in die Karten. Um 1660 verpflichtete er demnach Bauern dazu, in der Nähe des heutigen Zoos einen Damm zu bauen. So wollte er Wasser zu einem See stauen und die Mühlen zum Stillstand bringen. Dies erschwerte auch die Versorgung mit Brot. Der Damm brach vor Weihnachten 1660. Die Fluten setzten die Stadt zum Teil unter Wasser. Ende März 1661 kapitulierten die Bürger. Von Galen entließ dann Rat und Bürgermeister. Die Ratskammer hieß fortan und bis heute Friedenssaal.
Wild unruhig in der Kälte
Zurück zum Winterausflug: Nicht nur Menschen tauchen auf, sondern auch das Wild wird unruhig: Auf einem verfrorenen Acker bei Häger standen vier Rehe schon am frühen Nachmittag, um dort Nahrung zu suchen. Dies ist tagsüber ungewöhnlich. Auch ein Hase querte die Straße an der Nienberger Ortsgrenze. Leider wird morgen der Winterzauber in den Rieselfeldern und auch wohl anderswo im Münsterland fürs erste verflogen sein.
Münsters Haus Rüschhaus mit Barockgarten und Gräfte
Enten auf dem Eis der Wasserburg Haus Vögeding
Ein goldenes Kreuz erzielt im Schnee mehr Strahlkraft.
Farbenspiel schon beim einfachsten Tümpel
Traumhaftes Radeln in der Fahrradhauptstadt
Wintermezzo im Münsterland: Dass dicker Schnee kommen würde, war schon seit Tagen bekannt. Als der Reisende aber am nächsten Morgen zum Frühstücken ging, musste er lachen. So überrascht war eh r. Ein hoher weißer Hügel war über Nacht auf dem eigentlich flachen Beet gewachsen. Nur die Blüte einer Winterrose lugte noch aus ihm heraus. Von solch einer Masse war er am Vorabend nicht ausgegangen. Er befürchtete, dass sich der Schnee bald so hoch türmen würde, dass nur noch ein winziges Guckloch einen Blick in den Garten ermöglichen würde.
Eine Woche lag eine dicke Schneedecke auf dem Münsterland. Zwei Tage lang hatte es zuvor ohne Unterlass geschneit. Eine vertraute Landschaft veränderte sich. Andere Geräusche, andere Farben. Ein neues Profil. Bisher Unbeachtetes gewann an Bedeutung. So kann eine Woche Schnee Menschen in Urlaubsstimmung stimmen. Dank einer verfremdeten Landschaft.
Erste Spaziergänge statt Radfahren
Es folgten erste Spaziergänge in der von Wäldchen, Hecken und Äckern geprägte Landschaft. Aufs Rad steigen wollte der Reisende noch nicht. Spikes standen zwar im Keller, durch die sich das Verhältnis des Reisenden zu Eis und Schnee vor Jahren stark verändert hatte. Früher war Winter eher eine Last. Heute ist sie eher ein Genuss, da man mit solchen Laufrädern sicher fahren kann. Selbst auf zugefrorenen Seen rutscht das Rad nicht mehr. Diesmal war aber soviel Schnee gefallen, dass er sich kaum vorstellen konnte, sich durch so tiefen Schnee zu wühlen. So nahm er sich vor, die nähere Umgebung fotografisch und zu Fuß zu erfassen. In den sozialen Medien tauchten auch Fotos vieler Einwohner in “Münster Stadt der Skulpturen” auf. Diese nahmen die Veränderung ähnlich fasziniert wahr.
Der ersten Überraschung folgte zwei Tage später die zweite: Die Gewässer froren zu. Auf der Gräfte der Wasserburg Haus Vögeding nahmen Enten auf Schnee Platz, der vom Dach gerutscht war. Sicherlich angenehmer als auf bloßem Eis. Es gab kein einziges Wasserloch mehr. Deshalb schnatterte keine einzige Ente fröhlich mit den anderen. Die Stimmung in der Gruppe war sichtlich gedrückt.
Prächtiges Farbenspiel beim Wintermezzo im Münsterland
Bisher langweilige Tümpel an Bauernhöfen boten nun ein prächtiges Farbenspiel. Auf an sich schlammigen Gewässern lag nun eine braune Eisschicht mit weißen Adern. Schnee an den Ufern warf neues Licht. Er ergab auch einen schönen Kontrast zum zwischen Bäumen durchscheinenden blauen Himmel. Selbst Gräben an den Äckern gewannen nun an Reiz, da sie nun mit Eis gefüllt waren. Also entschied Durchstreifen & Erleben: Aus dem Luftschnappen wird bei so vielen Reizen eine Kurzwanderung.
Denn selbst Äcker rückten in neues Licht. Durch weißen Teppich gewannen sie an Weite. Es fühlte sich so an, als hätte einen jemand ins winterliche Skandinavien gebeamt. Eines der letzten Bauernhäuser in unmittelbarer Nähe der Stadt wirkte wie in der Tundra gelegen. Ein goldenes Kreuz entwickelte im Schnee mehr Strahlkraft. Eine Landstraße verwandelte sich in eine Loipe. Rechts von der Straße, wo keine Autos und Spaziergänger waren, zogen sich tiefe Spuren von Skier. Ein Acker-Randstreifen als Skigebiet. In die Realität zurück holte einen dicker Schnee auf dem Radweg. Perfekt geräumt war nur die Landstraße. Von wegen Verkehrswende in einer Fahrradhauptstadt. Die Worte “Fahrrad frei” auf dem Schild wirken da fast ironisch. Nicht einmal für Wanderer ist die Strecke nutzbar, wenn es solch ein Wintermezzo im Münsterland gibt.
Zugefrorener Tümpel am Horstmarer Landweg
Landschaft bei Haus Uhlenkotten
Schneemassen auf dem Landfahrerplaz
Torhaus an der Gasselstiege
Die Natur baute ein Tor.
Hagelbachstiege in Vorbergshügel
Ins Landschaftsschutzgebiet Vorbergs Hügel
Dann führte der Weg abwärts in Richtung des Erholungs- und Landschaftsschutzgebietes Vorbergs Hügel. Rechts am Wege liegt ein Landfahrerplatz, auf den der Reisende neugierig war. Denn in der Zeitung Westfälische Nachrichten stand, dass Räumdienste hier Schnee ablüden. Meterhoch türmte er sich hier. Genauso, wie er er sich vorgestellt hatte. Neugierig war er auch, wie sich das Fachwerk-Torhaus an der Stiege im Schnee präsentierte. Jemand hatte vor einigen Tagen erzählt, dass der dort lebende Gastwirt es vor dem Verfall gerettet hätte. Er kaufte es einem Landwirt ab, ließ es ab- und hier wieder aufbauen. Dies ist ein schöner Weg, alte Bauwerke zu bewahren.
Einige Meter weiter sah der Reisende ein weiteres Bauwerk im Wald. Ein Baum hatte es errichtet, eher unfreiwillig. Einer seiner Äste krümmte sich so stark, dass es einem Tor ähnlich sah. Durch das Licht des Schnees erzielte es eine besondere Wirkung. Normalerweise ist es hier wohl eher dunkel. Ein Eingangstor in ein kleines Naturschutzgebiet, durchzogen von Wanderwegen durch Wald und über Hügel. Wieder ein weiter Blick, also wieder das Gefühl, im Norden Europas zu sein. Für mich eine der schönsten Gegenden rund um die Stadt.
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Kleine Wanderung
So entwickelte sich aus fünf Kilometer Luftschnappen eine kleine Wanderung von 8,5 Kilometern. Sie führte vom Haus Rüschhaus vor den Toren Münsters zum Horstmarer Landweg. Von dort ging es auf die Gasselstiege ins Naturschutzgebiet Vorbergs Hügel. Der Hügel ist fast 100 Meter hoch. Mit 311 Hektar ist es das zweitgrößte Naturschutzgebiet Münsters. Zurzeit diskutieren verschiedene Parteien über die Nutzung des Gebietes durch Menschen. Wäre ein Parkplatz dort sinnvoll oder nicht, um das Besucheraufkommen zu regulieren? Sollte man gar einen Aufseher einstellen, um die Ströme zu lenken? Eine ähnliche Diskussion gibt es über die Einrichtung eines Wanderweges entlang des Flüsschens Aa vom Stadtzentrum bis zur Burg Hülshoff. Menschen suchen immer mehr Entspannung im Grünen. Und jetzt auch im Weißen beim Wintermezzo im Münsterland.
Es ist mal wieder spannend zu erfahren, was einen spanischen Autor der Zeitung „El Mundo“ an Norwegen fasziniert und zu welchen Bildern er greift, um die Landschaft zu erfassen. Den Verfasser verschlug es im Winter in die größte Hochebene Europas, in die Hardangervidda. Dabei gibt es auch in Spanien Hochgebirge. Aber sie liegen nicht direkt am Wasser. Vielleicht eröffnet Dir dieser Artikel so einen völlig neuen Zugang zum Norden.
Natürlich greift der Autor zu Begriffen wie Postkartenlandschaft. Was mich aber stets fasziniert, ist das ganz andere Verhältnis der Spanier zur Kälte. Während Mitteleuropäer schon im Frühjahr oder noch im Herbst im T‑Shirt durch die Gegend laufen, ziehen sie sich Winterkleidung an, um nicht zu frieren. Auch dieser Autor musste sich an die tiefen Temperatur unter Null in Kombination mit Eis und Schnee gewöhnen und fragte wohl jemanden vor Ort, wie Skandinavier damit umgingen: „Norweger sagen, dass Kälte nicht existiere. Es gebe nur unpassende Kleidung.“ Entsprechend gekleidet könne auch ein Spanier sich von der Landschaft entzücken lassen, ohne dabei zu erfrieren. Diese sei im Winter viel interessanter, weil in dieser Zeit auf den Fjorden der Frieden regiere, jeder ohne die Last der Kreuzfahrtschiffe sich vom Leben in der Stadt abkoppeln und eine Verbindung mit der Natur eingehen könnte. Nicht zuletzt habe die Unesco diese Landschaft zum Weltkulturerbe ernannt.
Das sind spezielle Wahrnehmungen des Verfassers. Doch wohin zieht es Spanier, wenn sie Outdooraktivitäten wie Skifahren, Schneeschuhwandern oder Eisklettern ausüben wollen? Gibt es Geheimtipps, von denen Menschen aus deutschsprachigen Ländern nie etwas erfahren? Zu den wichtigsten Zielen zum Skifahren zählt für ihn Myrkdalen im Gebiet des 179 Kilometern unfassbar langen Hardangerfjordes. Dort gebe es insgesamt 28 Kilometer lange Pisten. Doch schon die Anreise auf der Schnellstraße von Bergen sei atemberaubend. Mit jedem Kilometer öffne sich die Natur. Die Berge reichten direkt bis an die Straße heran. Sie spiegelten sich im ruhigen und durchsichtigen Wasser. Und noch beeindruckender sei es zu sehen, wie sich der Schnee darin spiegele. Getoppt werde all das allerdings von Vøringsfossen, einem der bekanntesten Wasserfälle Norwegens. Er ist 182 Meter hoch mit einer Freifallstrecke von beeindruckenden 145 Metern. Wenn das Wasser gefroren ist, gibt es dort offenbar die Möglichkeit des Eiskletterns. Aktuell werde eine enorme Glasbrücke gebaut, die zwei Aussichtspunkte miteinander verbinde.
Das Leben der Nordeuropäer im Winter kennenzulernen, hat einen besonderen Reiz. Es ändert sich rapide für Reisende, die es eher gewohnt sind, im Sommer in den Norden zu fahren. Man sieht viel vom normalen Alltagsleben, wenn man Fischer bei der Arbeit oder Schulkinder auf Schlitten heimkommen sieht. Aber auch Erwachsene sind in den Städten mit Schlitten unterwegs. Eine einschneidende Erfahrung war es für mich, mit einem Leihwagen auf Spikes durch die Winterlandschaft zu fahren. Mit einem Freund erkundete ich Lofoten und Vesterålen. Das Eis auf den Straßen war noch im März auf manchen Straßen zentimeterdick, die Mittelspur gerade nachts schwer zu erkennen, erst recht, wenn einem Schneepflüge und mit Fisch beladene Lkw entgegen donnerten. Seitlich war alles zugeschneit, der Rand nur durch rote Pflöcke zu erkennen. Nachdem ich einmal den Wagen in eine Schneewehe gefahren hatte, übergab ich Tobias das Steuer, der den Bogen eher heraushatte, viel sicherer fuhr.
Eher würde es mich locken, es wie Gavin Haines zu machen, der sich kürzlich zum Training mit dem Auto auf einen zugefrorenen See in der Nähe von Jokkmokk begab. Ziemlich schnell verlor auch der Autor der englischen Zeitung „The Telegraph“ die Kontrolle übers Fahrzeug, als er seine erste Rally fuhr. Er fuhr so schnell, dass auch er in eine Schneewehe geriet. Die Türen des Allradfahrzeugs ließen sich nicht mehr öffnen. Er und sein Ausbilder, der professionelle Rallyfahrer Per-Erik Niemi, mussten durch die Fens- ter steigen.
Der Autor gibt sich selbst die Schuld daran, denn er habe nicht auf die Warnungen seines Ausbilders gehört, doch bitteschön langsamer zu fahren. Aber er habe sich eben wie ein Mann verhalten, seine eigenen Fähigkeiten total überschätzend, sich sogar für unbesiegbar haltend. Für Niemi war es also nur eine Frage der Zeit, bis es zu dem Malheur kam: „I was waiting for that to happen.” Bis der Abschleppwagen gekommen sei, um das Fahrzeug herauszuziehen, habe es genug Zeit gegeben, sich den Schaden anzuschauen.
Wie es Haines erging und wo Du Dich für den nächsten Winter selbst zur Rally anmelden kannst, erfährst Du hier.
Suche nach dem verlorenen Polarlicht: Aurora borealis — in den Ohren des Reisenden klingt das magisch. In denen vieler anderer offenbar auch: In den sozialen Medien fragen Leute ständig, wo in Norwegen oder Schweden man eine gute Chance habe, Nordlichter zu sehen.
Mit Vorfreude buchten Tobias, ein Freund, und der Reisende einen Flug nach Bodø, um von dort aus mit dem Schnellboot nach Svolvær überzusetzen. Die Überfahrt zum Lofot war schon ein Traum, sah der Reisende doch erstmals die Landschaft im Winter. Schneebedeckte Inseln glichen großen Eisbergen. Orcas sah er leider nicht. Bis heute ist es ein unerfüllter Traum.
Suche nach dem Polarlicht — Erfüllung am letzten Tag
Zwei Wochen schauten sich die Freunde die Inselgruppen Lofoten und Vesterålen an. Sie besuchten Fischzüchter, Sami mit Rentieren, kleine Fischerorte, gelangten sogar fast bis nach Tromsø. Die Winterlandschaft war eine andere Welt und deutlich interessanter als die touristische im Sommer. Denn endlich mal spielte sich normales Leben ab: Schüler auf Stehschlitten auf dem Heimweg von der Schule, Fischern beim Reinigen des Fangs. Und es waren nicht fast ausschließlich Touristen wie im Sommer zu sehen, wenn es auch Urlauber dort gab. Und der Reisende lernte Autofahren mit Spikes. Das war schon eine Herausforderung. Denn die Mitte der engen Fahrbahn ist im Dunkeln schlecht zu erkennen. Rasend schnell entgegenkommende Schneepflüge nehmen einem die Sicht. Mit Fisch beladene LKW nehmen den meisten Platz weg.
Am letzten Abend auf dem Lofot verließen Tobias und der Reisende eine Bar in Svolvær. Zufällig schaute der Reisende gen Himmel nach oben. Wie die Funken eines Feuerwerks erschien das ersehnte Polarlicht. Die Reisenden hatten es schon abgeschrieben, waren aber auch so zufrieden mit ihren Eindrücken. Und jetzt kamen noch einige Sekunden feurige Eindrücke zum Abschluss der Reise hinzu. Eine Suche nach dem verlorenen Polarlicht war gar nicht nötig gewesen. Es kam von selbst.
Ein Autor der Süddeutschen Zeitung war mit Hurtigruten unterwegs. Was dieser hingegen erlebte, lest ihr unter Polarlicht mit Hurtigruten. Noch mehr Norwegen erfahrt ihr hier.
Dicke Blockhauswände speichern Wärme: In Schweden verwenden die Zimmerleute fast ausschließlich alte nordische Kiefer. Das Holz muss über 100 Jahre langsam gewachsen sein, zu erkennen an eng beieinander liegenden Jahresringen. Diese Qualität erreicht ein Waldbesitzer, wenn die Bäume eng beieinander stehen und der Boden mager ist. Dann schießt der Baum nicht in die Höhe, sondern bildet durch langsames Wachsen gutes Kernholz. Von der Dicke der Stämme profitiert der Bauherr. Denn alte dicke Stämme erzielen einen besseren Dämmwert als junge und dünne Stämme. Dicke Blockhauswände speichern gut Wärme und das auf natürliche Weise.
Wenn die Wände im Sommer die kühle Nachttemperatur während der heißen Tagesstunden abstrahlen, funktioniert das im Winter andersherum. Je dicker der Stamm, desto besser kann er speichern. Wenn die arbeitsaufwändigen und verhältnismäßig teuren Außenwände fertig sind, ist die meiste Arbeit am Blockhaus schon getan. Dach und Fußboden sind dann nur noch Routinesache.
Axtmuseum in Gränsfors
Blockhaus setzt sich mit den Jahren
Die Präzisionsarbeit der Zimmerleute verlangt zwischen den Balken und der Eckverbindung zusätzliche Dichtungen aus Flachs, denn Flachs kann sich zusammenziehen und ausdehnen, das heißt, gegen das Holz arbeiten. Flachs aus dem traditionellen Leinenanbau in Nordschweden gewonnen, wird vorher mit einer Chemikalie behandelt, damit er nicht brennt. Zudem liegt der Anspruch eines schwedischen Zimmermanns darin, eine fugenlose Verbindung zwischen den Balken herzustellen.
Lennart Bälter vom Siljansee benutzt zum Abmessen einen professionellen Blockhauszirkel. Gewaltige Schläge auf den Balken mit einem schweren Holzhammer helfen auf den letzten Millimetern, den Balken passend in die Vertiefung zu klopfen. Blockwände werden beim Schrumpfen des Holzes nicht undicht, weil jede Fuge vom Gewicht der darüber liegenden Balkenlagen und des Daches zusammengedrückt wird. Nadelholz ist relativ weich, das macht es für den Blockhausbau geeignet. Ein gut gebautes Blockhaus setzt sich und wird so mit den Jahren immer dichter.
Dieser Text wurde unter anderem im Handelsblatt und im Magazin Blockhome veröffentlicht. Du hast jetzt richtig Bock auf Schweden? Dann löse doch das Schwedenrätsel hier.