Für Börsenmakler Blockhaus gebaut

Für Bör­sen­mak­ler Block­haus gebaut: Sogar für einen Bör­sen­mak­ler hat Bäl­ter am Sil­jan ein Block­haus gebaut mit einer Grund­flä­che von 150 Qua­drat­me­tern. Zunächst gab es dabei ein gra­vie­ren­des Pro­blem, das selbst einer Archi­tek­tin, die in Mora lebt und daher eigent­lich die­se regio­na­le Beson­der­heit ken­nen müss­te, nicht bewusst war. Der Ent­wurf zeig­te, dass sie Tür- und Fens­ter­öff­nun­gen zu nah an die Eck­ver­bin­dun­gen gelegt hat­te. Bäl­ter muss­te ihren Plan für das Block­haus überarbeiten.

Er ist stolz, dass er zu den Fach­leu­ten gehört, die die Kunst des Knuts beherr­schen: „Daher ste­hen hier am Sil­jan noch immer vie­le Häu­ser, die über 700 Jah­re alt sind und sogar noch bewohnt wer­den. Ein Block­haus ist so exklu­siv“, schwärmt er. „Man ver­dient sehr gut und errich­tet etwas, was wirk­lich nicht jeder hat.“ 

Die Freu­de am Beruf ist Bäl­ter anzu­mer­ken: Er lacht viel. Ein Block­haus hat für ihn eine ande­re Bedeu­tung als für Jung, der sei­ne Schü­ler ein Back­haus errich­ten lässt, in dem Tou­ris­ten Brot kau­fen. Gräns­fors Bruks will Besu­chern, die haupt­säch­lich der bekann­ten Axt­schmie­de wegen kom­men, Attrak­tio­nen bie­ten, die mit den Tra­di­tio­nen des Häl­sing­lands als Müh­len- und Schmie­de­land in Ein­klang stehen.

In Schwe­den ver­wen­den die Zim­mer­leu­te fast ausschließlich…

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Blockhauskurs in Schweden

Block­haus­kurs in Schwe­den: Säge­mehl fliegt in Augen, Ohren und Haa­re. Bäu­me bie­gen sich. Denn ein eis­kal­ter Wind aus Nor­we­gen fegt im Okto­ber durch den klei­nen Ort Gräns­fors nahe Hudiks­vall. Die Sied­lung liegt in Häl­sing­land im Nor­den Schwe­dens. Die Fin­ger auf dem Beil wer­den taub. Zim­mer­mann Olaf Jung trägt sogar schon eine Ski­müt­ze. Ges­tern tanz­ten noch Mücken in der war­men Son­ne. So ist es gut zu ver­ste­hen, dass eini­ge Teil­neh­mer am Block­haus­kurs in Gräns­fors von einer war­men, eigens gebau­ten Block­hüt­te träu­men, ande­re von einer Sau­na am Wald­see. Oder sie wol­len ein­fach nur ler­nen, wie man Fens­ter ein­baut, einen Fuß­bo­den aus Holz ver­legt, ein dich­tes Dach kon­stru­iert. Mit die­sen Zie­len sind Heim­wer­ker aus Eng­land und Deutsch­land sowie aus Nord- und Süd­schwe­den ange­reist. Sogar aus den USA ist ein Teil­neh­mer gekom­men. Dabei ler­nen sie im Block­haus­kurs in Schwe­den beson­ders die Tech­nik des Dala­k­nuts kennen.

72 Gränsfors Blockhauskurs David Kerry und Gert arbeiten.jpg

Die­ser Kurs bie­tet sich an, um ers­te „Schrit­te“ in der Zim­mer­manns­kunst zu erler­nen. Der Text auf der Web­sei­te des Anbie­ters Gräns­fors Bruks ist ein biss­chen dick auf­ge­tra­gen. Inter­es­sen­ten wird ver­mit­telt, dass jeder Teil­neh­mer hier alle Schrit­te vom Aus­wäh­len des Bau­mes bis zum Bau des fer­ti­gen Hau­ses aus­zu­füh­ren lernt. 

Olaf Jung aber bringt Anfän­gern bei, wie man mit Axt, Hand­sä­ge, Hand­boh­rer und Zieh­mes­ser, tra­di­tio­nel­len Werk­zeu­gen eines Zim­mer­man­nes, die Wän­de eines Block­hau­ses hoch­zieht. Das Arbei­ten mit der Elek­tro­sä­ge und ande­re kniff­li­ge Arbeits­schrit­te ist eher etwas für Pro­fis, die bereits mit schwe­rem Gerät umge­hen kön­nen und ihr Wis­sen über die schwe­di­sche Bau­tech­nik ver­tie­fen wol­len. Für die­se bie­tet Jung auch Kur­se an. Wer sich auf die schö­ne Zeit im Nor­den vor­be­rei­ten will, kann schon mal das Stan­dard­werk lesen von Sven-Gun­nar Håkans­son, Block­häu­ser und Hüt­ten selbst gebaut.

Stirn run­zelnd steht der Bri­te David Pres­ton aber erst einmal…


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Menschen in Graz überzeugen

Men­schen in Graz über­zeu­gen: Sophie Wolf­rum, Wis­sen­schaft­le­rin an der TU Mün­chen, beschreibt nun aber die Pri­vat­woh­nung im Essay „Stadt, Soli­da­ri­tät und Tole­ranz“ als Ort der Auto­no­mie und Immu­ni­tät. Hin­aus gehen die Bewoh­ner gezielt, um wohl dosiert sozia­le Kon­tak­te zu pfle­gen. Der sozia­le Pri­vat­raum wer­de zu einem zu ver­tei­di­gen­den Ter­ri­to­ri­um, das vor Kri­mi­na­li­tät oder vor Frem­den abge­schirmt wer­den müs­se. Wird dies aber wirk­lich mit so einer Lauf­bahn erreicht, wäh­rend zugleich in die Woh­nun­gen ein­ge­bro­chen wird? 

Pla­ka­te an den Häu­sern im Jako­mi­ni­vier­tel zei­gen, dass die Men­schen noch über­zeugt und ver­trös­tet wer­den müs­sen: „Ganz ehr­lich. Eine rote Lauf­bahn wäre mir auch ein­ge­fal­len. Groß­ar­tig! Aber die rote Lauf­bahn ist nur eine von vie­len Maß­nah­men, um das Jako­mi­ni­vier­tel lang­fris­tig attrak­ti­ver zu machen. Also her mit den guten Ideen!“ Das im Herbst abge­schlos­se­ne Pro­jekt kos­te­te 80.000 Euro. Es wird von man­chem Gra­zer als her­aus­ge­wor­fe­nes Geld bezeich­net.

Die kul­tu­rel­le Viel­falt wird zwar geför­dert, wenn Krea­ti­ve wie die Restau­ra­to­ren gewon­nen wer­den kön­nen. Damit ein­her­ge­hend wird wohl­ha­ben­de Kund­schaft ange­zo­gen. Zugleich wer­den aber ande­re aus­ge­grenzt wie ärme­re Bevöl­ke­rungs­grup­pen, da die Mie­ten stei­gen. Dies zei­gen die Reak­tio­nen der Befrag­ten. Vor kur­zem wur­de trotz Kri­tik der Anwoh­ner der Alte Hof in der nahen Kol­ping­gas­se abge­ris­sen. Drei Häu­ser in der Jako­mi­ni­stra­ße hat kürz­lich ein Inves­tor gekauft. Die­ser will sie sanie­ren und dann Büros und Woh­nun­gen errichten. 

Zunächst kann die dem fol­gen­de Teue­rung für sozia­len Unfrie­den sor­gen. Des­halb müs­sen die Men­schen in bezahl­ba­re Vier­tel zie­hen. Dies kann zu Ghet­toi­sie­rung und Kon­flik­ten zwi­schen neu­en und alten Bewoh­nern füh­ren. Das Pro­blem wird also ver­la­gert, nicht gelöst. Ist die Lauf­bahn nicht eher rei­nes Pres­ti­ge­ob­jekt? Denn Design ist die Sum­me aus Gebrauchs­ob­jekt und Kunst­werk, aus Funk­tio­nal­äs­the­tik und künst­le­ri­schem Aus­druck. Nur wenn das Ver­hält­nis stimmt, spricht man von gutem Design.

Einst ein Handwerksviertel

„Das Jako­mi­ni­vier­tel war einst ein Hand­werks­vier­tel mit Schus­tern und Schnei­dern. Doch mit den Jah­ren sie­del­ten sich Han­dels­be­trie­be an, die sich jedoch nur schwer hal­ten konn­ten“, erklärt Sabi­ne Pram­mer von Crea­ti­ve Indus­tries of Sty­ria. Mit einem Miet­för­der­mo­dell wol­le man noch mehr Krea­ti­ve anzie­hen. Seit dem Start hät­ten sich über 20 Krea­ti­ve ange­sie­delt. Die­se neh­men zum Teil auch die drei Jah­re lau­fen­de Miet­för­de­rung in Anspruch, die sich „an alle Unter­neh­men und Selbst­stän­di­gen rich­tet, die erwerbs­mä­ßig, das heißt, gezielt mit Gewinn­erzie­lungs-Absicht kul­tu­rel­le Güter und Dienst­leis­tun­gen ent­wi­ckeln, schaf­fen, pro­du­zie­ren, ver­mark­ten und ver­tei­len bezie­hungs­wei­se medi­al verbreiten“.

Der Stadt ent­rückt sind die Gäs­te im Café auf der Murin­sel, der nächs­ten Sta­ti­on in Graz.


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