Angra do Heroísmo

Es tut immer wie­der gut, etwas für die All­ge­mein­bil­dung in Lan­des­kun­de zu tun. Der Arti­kel in der kata­la­ni­schen Tages­zei­tung „La Van­guar­dia“ über Atlan­tik­vei­en in Nor­we­gen erschien dem Rei­sen­den dafür zu PR-las­tig. Des­halb hat er sich heu­te für einen his­to­ri­schen Text ent­schie­den. Die­ser ist kürz­lich im emp­feh­lens­wer­ten por­tu­gie­si­schen Maga­zin „Vor­tex“ über die unbe­kann­te Haupt­stadt Por­tu­gals erschie­nen — Angra do Heroísmo.

Die meis­ten Por­tu­gie­sen, so der unge­nann­te Ver­fas­ser, wüss­ten: Gui­marães war die ers­te Haupt­stadt das Lan­des. Aber nur weni­ge erin­ner­ten sich dar­an, dass es ins­ge­samt fünf Haupt­städ­te in der lan­gen Geschich­te des Lan­des gab. Von all die­sen lag mit Angra do Heroís­mo auf den Azo­ren eine rich­tig weit drau­ßen im Atlan­tik. Dies war zwei­mal der jewei­li­gen his­to­ri­schen Situa­ti­on geschul­det. Eben­falls in Über­see lag die Haupt­stadt Rio de Janei­ro. Doch dar­auf geht der Ver­fas­ser aller­dings nicht näher ein. Sie war Haupt­stadt, als Frank­reich unter Napo­le­on Bona­par­te Por­tu­gal unter Napo­le­on über­fiel. Den fran­zö­si­schen Raub­zü­gen fie­len in Euro­pa Mil­lio­nen von Toten zum Opfer — bekannt­lich sogar bis nach Russ­land hin. Außer Gui­marães, waren und sind Coim­bra und und Lis­sa­bon wei­te­re Hauptstädte.

Angra war Hauptstadt während der spanischen Invasion

Beim ers­ten Mal sei Angra Haupt­stadt wäh­rend der von den Por­tu­gie­sen so bezeich­ne­ten Epo­che der spa­ni­schen Inva­si­on gewe­sen. Antó­nio I. von Por­tu­gal woll­te die Ansprü­che des spa­ni­schen Königs Phil­ipp II. auf den Thron nicht aner­ken­nen. Er bau­te zwi­schen 1580 und 1582 eine Regie­rung auf den Azo­ren auf. Phil­ipps Macht reich­te nicht bis dort­hin. Beim zwei­ten Mal dien­te sie als Haupt­stadt wäh­rend der Krie­ge zwi­schen abso­lu­tis­ti­schen und libe­ra­len Kräf­ten in Por­tu­gal — im so genann­ten Migue­lis­ten­krieg: Zwi­schen 1832 und 1834 bekämpf­ten sich Anhän­ger des Königs Miguel und Anhän­ger des ehe­ma­li­gen Königs Pero und des­sen Toch­ter Maria II..

Angra liegt auf der Insel Ter­ce­i­ra. Sie war ein wich­ti­ger Hafen zwi­schen dem 15. und dem 19. Jahr­hun­dert. Ihre vor gut 400 Jah­ren errich­te­ten Fes­tun­gen von São Sebas­tião und von São João Bap­tis­ta sei­en ein­zig­ar­ti­ge Bei­spie­le der dama­li­gen Mili­tär­ar­chi­tek­tur gewe­sen, so der Vor­tex-Ver­fas­ser. Und sie zeig­ten, was her­aus­kom­me, wenn man Archi­tek­tur, Tech­no­lo­gie und Land­schaft mit­ein­an­der ver­bin­de, schreibt Vor­tex. Angra de Heroís­mo bestehe seit 1474. 1534 ver­lieh ihr der König Stadt­rech­te. Die Klein­stadt sei ab 1584 die ers­te euro­päi­sche Stadt des Atlan­tiks gewe­sen. Dies habe „die Erwei­te­rung neu­er geo­gra­fi­scher und kul­tu­rel­ler Hori­zon­te im Zuge der por­tu­gie­si­schen Ent­de­ckun­gen” bedeu­tet.

Kreuzungspunkt für Schiffe in Übersee

Ihr Hafen habe der Stadt einen gro­ßen Ent­wick­lungs­schub gege­ben, zumal die­ser auch eine enor­me stra­te­gi­sche Bedeu­tung zwi­schen dem 15. und dem 19. Jahr­hun­dert genos­sen habe. Er habe gut den Über­gang vom Mit­tel­al­ter in die Neu­zeit abge­bil­det. Dort hät­ten die zwi­schen Süd­ame­ri­ka, Afri­ka und Indi­en kreu­zen­den por­tu­gie­si­schen Schif­fe über Jahr­hun­der­te ein­lau­fen kön­nen, was auch eine Ursa­che für den Erhalt des por­tu­gie­si­schen Impe­ri­ums gewe­sen sei.

Ein star­kes Erd­be­ben am 1. Janu­ar 1980 aller­dings erfor­der­te eini­ge Arbei­ten zur Instand­set­zung. Seit Dezem­ber 1983 ist die Stadt als Welt­kul­tur­er­be anerkannt. 

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Zwölf schönste Städte Portugals

Zwölf schöns­te Städ­te Por­tu­gals: In Spa­ni­en wer­den offen­bar lau­fend schö­ne Dör­fer und Städ­te erwählt. Zuletzt war es die in Madrid erschei­nen­de Zei­tung “El Pais” mit den 30 schöns­ten. Jetzt zieht die Redak­ti­on des Maga­zins Vor­tex mit Por­tu­gal nach. Sie nennt ihrer­seits die zwölf schöns­ten Städ­te des Lan­des. Von denen kennt der Rei­sen­de mitt­ler­wei­le eini­ge wie die Klein­städ­te Sil­ves und Tavi­ra in Algar­ve sowie Tomar in Alentejo.

Es beginnt im Süden

Tavi­ra ist wirk­lich hübsch. Sie liegt nicht nur direkt am Meer, son­dern es fließt auch der Fluss Gilão durch die Stadt. Auf einer Brü­cke fla­nie­ren Besu­cher in den Ort, also gera­de abends, wenn das Licht weich wird, wird es roman­tisch für Paa­re. Der Rei­sen­de schritt selbst einst mit Freun­din Alex­an­dra über die­se Brücke.

Die Men­schen zie­hen durch die engen Gas­sen der Alt­stadt. Sie schau­en sich die schö­nen Waren an, die die Kauf­leu­te anbie­ten. Es ist nicht nur Nepp für Tou­ris­ten aus­ge­legt, was den Auf­ent­halt ange­neh­mer macht. Das bun­te Trei­ben kannst Du Dir auch von der Dach­ter­ras­se eines guten Fisch­re­stau­rants im Zen­trum der Stadt anschau­en. Von dort genos­sen der Rei­sen­de und sei­ne char­man­te Beglei­te­rin den Aus­blick über die Dächer der Stadt.

Satt­le schon mal dein Fahr­rad! Gera­de im Früh­jahr ist es in Por­tu­gal sehr reiz­voll in elf wei­te­ren Städten. 

Zwölf tolle Städte landesweit

  1. Tomar: Ganz oben steht in der Lis­te die­se Stadt, süd­lich von Lis­sa­bon gele­gen. Vor­tex hebt die Burg beson­ders her­vor, die die Temp­ler damals errich­ten. Beson­ders an die Wand­ma­le­rei­en und die impo­san­te Außen­ar­chi­tek­tur erin­nert sich der Rei­sen­de noch gerne.
  2. Cha­ves: Die­se Stadt liegt an der por­tu­gie­sisch-spa­ni­schen Gren­ze im Nord­os­ten des Lan­des. Hier loh­ne es sich, die Tra­jan-Brü­cke und die Burg zu besichtigen.
  3. Èvo­ra nimmt Platz 3 ein: Sie ist bekannt durch ihr schö­nes his­to­ri­sches Zen­trum mit ihren mau­risch inspi­rier­ten Gas­sen und ihre Kathedrale.
  4. Bra­gan­ça in Trás-os-Mon­tes ist auch einen Besuch wert. Sie hat eine lan­ge Geschich­te seit der Bron­ze­zeit durch­lau­fen, befand sich in den Hän­den der Römer, Sue­ben und West­go­ten. Dies ei ihrer Archi­tek­tur auch anzusehen.
  5. Gui­marães: Ähn­lich sieht es auch in die­ser Stadt aus. Wie Bra­gan­ça gehört auch sie zum Unesco-Welt­kul­tur­er­be. Es besticht die Archi­tek­tur mit eiser­nen und gra­ni­te­nen Bal­ko­nen, Her­ren­häu­sern, Tür­men und Kreuz­gän­gen in Klöstern.
  6. Sil­ves: Als impo­san­ter Schutz wird die hoch gele­ge­ne Burg bezeich­net. Dem Rei­sen­den sind die wohl ältes­te Kathe­dra­le in Algar­ve und die schö­ne Lage am Fluss in Erin­ne­rung geblie­ben. Dies lässt aller­dings Vor­tex aus.
  7. Auch Elvas nahe der Gren­ze zu Anda­lu­si­en (Bad­a­joz) ist dem­nach loh­nen­des Ziel. Als bemer­kens­wert gel­ten die Kir­chen, Mega­lith­grä­ber aus vor­christ­li­cher Zeit und die schö­ne Burg aus dem 13. Jahrhundert.
  8. An Vene­dig erin­nern die Fischer­boo­te in Avei­ro an der Küs­te. Die Lage am Fluss Vou­ga, wei­ße Dünen und ein Laby­rinth an Kanä­len ver­stär­ken angeb­lich den Ein­druck, in Ita­li­en zu sein.
  9. Weit außer­halb auf den Azo­ren liegt Angra do Heroís­mo. Ver­wie­sen wird nur auf die his­to­ri­sche Bedeu­tung. Der Ort war einst Haupt­stadt einer Exilregierung.
  10. Als “Prin­zes­sin des Flus­ses Tâme­ga” gilt Ama­ran­te im Nor­den Por­tu­gals. Gelobt wer­den vor allem die Brü­cke und das berühm­te Künst­ler-Muse­um “Ama­deo de Sou­za Cardoso”. 
  11. Via­na do Cas­te­lo nahe der Gren­ze zu Gali­ci­en wird zum Schluss vor­ge­stellt. Dort soll es eine der schöns­ten Wall­fahr­ten Por­tu­gals geben: die fes­tas da Senho­ra d’Agonia. Auch der Basí­li­ca da San­ta Luzia soll­te man einen Besuch abstatten

Wer sind die zwölf schöns­ten Städ­te Por­tu­gals? Jetzt ken­nen sie alle, vom Nor­den bis zum Süden. 

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