Dichter Andersen reiste nach Andalusien

Dich­ter Ander­sen reis­te nach Anda­lu­si­en: Es ist immer wie­der inter­es­sant, wel­che Per­sön­lich­kei­ten durch die Welt rei­sen. Gera­de las der Rei­sen­de im Rei­se­teil der “Ber­lings­ke”, eine der größ­ten Zei­tun­gen Däne­marks, von

sta­tu­en af H.C.Andersen på Pla­za la Mari­na. Han besøg­te Mala­ga i 1862 og hans rej­se­bes­kri­vel­se »I Spa­ni­en« er frem­ra­gen­de og teg­ner et ekstra­or­dinært posi­tivt por­træt af spa­nier­ne i Anda­lu­si­en, som sta­dig hol­der vand.

Es steht also eine Sta­tue des berühm­ten Man­nes mit­ten in Mála­ga. 1862 besuch­te Hans Chris­ti­an Ander­sen den Küs­ten­ort, also gut 20 Jah­re, bevor Picas­so (1881–1973) auf die Welt kam. Ers­tens wuss­te der Rei­sen­de nicht, dass der Däne in Spa­ni­en und auch in Por­tu­gal gewe­sen war. Zwei­tens schrieb er sogar ein Buch über sei­ne Zeit in Süd­eu­ro­pa. Bekannt ist der Däne zum Bei­spiel durchs Mär­chen “Das häss­li­che Ent­lein” und die Schnee­kö­ni­gin. Er stammt von der Insel Fünen (Fyn).

Gute Autoren mit scharfem Blick auf die Gesellschaft

Das Werk hat der Rei­sen­de natür­lich umge­hend bestellt, lie­fern sol­che Bücher doch oft hoch­in­ter­es­san­te Ein­bli­cke in die Zeit von 1862. Sehr gute Autoren wie der berühm­te Mär­chen­dich­ter Hans Chris­ti­an Ander­sen (1805–1875) haben oft einen schar­fen Blick auf die jewei­li­ge Gesell­schaft des Lan­des. Sie fin­den auch die pas­sen­den Bil­der für die Zustände.

Der Rei­sen­de grast oft Anti­qua­ria­te und Floh­märk­te nach guter Lite­ra­tur ab, weil es in ihr ver­blüf­fend oft Zugän­ge zu neu­en Phä­no­me­nen gibt. In Por­tu­gal traf er zum Bei­spiel auf eine beson­de­re Art der Reli­gio­si­tät, die er so noch nie in einem ande­ren Land antraf. Er geht auf die­se in sei­nem Rad­rei­se­füh­rer über die hohen Ber­ge Por­tu­gals ein, der im Früh­jahr erscheint. Er ist zur Vor­be­rei­tung meh­re­re Wochen durch die Ser­ra da Est­re­la geradelt.

Oder aber in Spa­ni­en trifft man oft noch auf den Machis­mo, für den es natür­lich auch Erklä­run­gen gibt. Der bekann­te Jour­na­list Fried­rich Sieburg sieht in sei­nem Werk “Neu­es Por­tu­gal” (1937) eine der Wur­zeln dafür im ara­bi­schen Erbe.

Der Rei­sen­de ist schon gespannt dar­auf, was Ander­sen über die Zustän­de in Spa­ni­en und Por­tu­gal in der zwei­ten Hälf­te des 19. Jahr­hun­derts schreibt. Viel­leicht traf er Picas­sos Vor­fah­ren, als er nach Anda­lu­si­en reiste?

likeheartlaugh­terwowsadangry
0

Portugal der 1930er Jahre

Por­tu­gal der 1930er Jah­re: Ges­tern konn­te der Rei­sen­de sein Glück nicht fas­sen: Auf dem Floh­markt in Müns­ter fand er in einer Bücher­kis­te das Buch “Das neue Por­tu­gal” von Fried­rich Sieburg. Sieburg (1893–1964) war Jour­na­list. Er arbei­te­te ab 1926 zunächst als Aus­lands­kor­re­spon­dent in Frank­reich. 1939 ging er in den Diplo­ma­ti­schen Dienst, leb­te im Paris des besetz­ten Frank­reichs. Nach dem Zwei­ten Welt­krieg schrieb er als Lite­ra­tur­chef für die Frank­fur­ter All­ge­mei­ne Zei­tung. Schon für die Frank­fur­ter Zei­tung hat­te er zuvor als Feuil­le­to­nist gearbeitet.

Erst­mals auf­ge­fal­len war er dem Rei­sen­den durch das Buch “Ven­dée”, 1931 auf Deutsch ver­öf­fent­licht. Er fand es eben­falls auf dem Floh­markt in Müns­ter, der immer einen Besuch wert ist. Dar­in arbei­tet der Repor­ter Geschich­te und Geo­gra­phie der fran­zö­si­schen Regi­on auf. His­to­risch bedeut­sam wur­de sie durch die gro­ße Hun­gers­not und die berühm­ten Brie­fe der Land­be­völ­ke­rung im Vor­feld der Fran­zö­si­schen Revo­lu­ti­on an die Mon­ar­chen. Letzt­lich war die Hun­gers­not eine der Ursa­chen für den Aus­bruch der Revolution.

Einblick in Politik und Landleben im Portugal der 1930er Jahre

Im “Neu­en Staat” ent­deck­te der Rei­sen­de die in der obi­gen Dia­show prä­sen­tier­ten Fotos aus dem Por­tu­gal der 1930er Jah­re. Sie geben wert­vol­le Ein­bli­cke in das Leben auf dem Land. Zu sehen sind Wein­fäs­ser trans­por­tie­ren­de Seg­ler, ein Bau­er mit Stroh­um­hang und Stab, ein mit einem Auge bemal­tes Fischer­boot in Avei­ro sowie zwei Stier­hü­ter zu Pfer­de mit Stan­gen. Schö­ne Anre­gun­gen für die eige­ne Reisefotografie.

Ein Kapi­tel räumt Sieburg auch dem Dik­ta­tor Antó­nio de Oli­vei­ra Sala­zar ein, den er per­sön­lich besuch­te. Daher trägt das Buch den ent­spre­chen­den Titel “Neu­er Staat”, auf Por­tu­gie­sisch “Estado Novo”. Sala­zar inter­es­siert ihn, da Adolf Hit­ler gera­de erst 1933 an die Macht gekom­men war. Zum Ver­gleich kommt es aller­dings nicht. Aller­dings ist Sieburg umstrit­ten, da er offen­bar Sym­pa­thie für die Natio­nal­so­zia­lis­ten heg­te. Gro­ße Lite­ra­ten wie Tho­mas Mann sahen ihn als Ver­rä­ter an.

So zeigt sich, dass es immer loh­nend ist, Bücher­kis­ten zu durch­wüh­len, wie auf dem Floh­markt in Müns­ter. Ande­re schö­ne Floh­märk­te gibt es übri­gens mit dem Ras­tro in Madrid oder einem in Lil­le in Flan­dern. So erge­ben sich wert­vol­le Ein­bli­cke in frem­de Län­der leicht, wie in das Por­tu­gal der 1930er Jah­re. Der eige­ne Urlaub lässt sich so gut aufarbeiten.

likeheartlaugh­terwowsadangry
0